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Die neue Welt

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Re: Die neue Welt

Beitragvon Mankei » 10.05.2016, 16:34

Hallo

Ich frage mich auch ob es noch weiter geht.
Kavure'i ist anscheinend im Urlaub oder wo auch immer?
Pleitegeier schreibt auch seit zwei Wochen keine Fortsetzung.

Ich bin mit meiner Geschichte am Ende angekommen, jetzt schreibe ich wie es 25 Jahre danach weiter geht.
Die Geschehnisse von damals haben natürlich Auswirkung auf meine Fortsetzung und somit natürlich ganz speziell auf die Geschichte von Kavure'i. Wenn ich jetzt weiter schreibe greife ich direkt in ihre Geschichte ein und alle die hier lesen wissen sofort wie es damals vor 25 Jahren ausging.

Schönen Tag an alle
Mankei
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Mankei
 

Beitragvon Pleitegeier » 10.05.2016, 19:12

Mankei hat geschrieben:Hallo

Ich frage mich auch ob es noch weiter geht.
Kavure'i ist anscheinend im Urlaub oder wo auch immer?
Pleitegeier schreibt auch seit zwei Wochen keine Fortsetzung.

Ich bin mit meiner Geschichte am Ende angekommen, jetzt schreibe ich wie es 25 Jahre danach weiter geht.
Die Geschehnisse von damals haben natürlich Auswirkung auf meine Fortsetzung und somit natürlich ganz speziell auf die Geschichte von Kavure'i. Wenn ich jetzt weiter schreibe greife ich direkt in ihre Geschichte ein und alle die hier lesen wissen sofort wie es damals vor 25 Jahren ausging.

Schönen Tag an alle
Mankei

Hallo!
Für mich war der Tod Charlys das Ende!
Ich sehe auch nichts Positives sondern wie man bei Kavure und Mankei lesen kann verschärft es sich noch.

Vielleicht steigt jemand ein von den Mitlesern und sehen Positive Richtungen!
LG
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon Andiamos » 11.05.2016, 13:21

Hallo Mankei,
ja schade, ich warte auch sozusagen täglich auf eine Fortsetzung von Kavure.
Leider ist deine Geschichte ja ein bißchen unerwartet zuende gegangen. Ich konnte es erst garnicht glauben.

Hast du denn zwischendurch mit Kavure irgendwelche Absprachen bzgl. des weiteren Verlaufs getroffen?

LG
Angelika
Andiamos
 

Beitragvon Powerschaf » 11.05.2016, 15:17

Ein bisschen habe ich hier auch schon gestöbert und geschmökert. Ich würde ja gerne mitschreiben, aber dann würden die Chinesen aufs Tapet gebracht und die Geschichte wäre schnell aus und erledigt :lol: so in etwa wie mit den Amerikanern in Korea, ups auf einmal sind hier überall Chinesen, wo sind die denn so plötzlich hergekommen? Krieg verloren. Geht auch in Europa und das wars dann mit den Mohammed-Fanboys. Das wäre kontraproduktiv für die Geschichte.
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Beitragvon Pleitegeier » 12.05.2016, 12:02

Powerschaf hat geschrieben:Ein bisschen habe ich hier auch schon gestöbert und geschmökert. Ich würde ja gerne mitschreiben, aber dann würden die Chinesen aufs Tapet gebracht und die Geschichte wäre schnell aus und erledigt :lol: so in etwa wie mit den Amerikanern in Korea, ups auf einmal sind hier überall Chinesen, wo sind die denn so plötzlich hergekommen? Krieg verloren. Geht auch in Europa und das wars dann mit den Mohammed-Fanboys. Das wäre kontraproduktiv für die Geschichte.

Hallo Powerschaf!

Man muss sehr aufpassen das man nicht selbst runtergezogen wird beim Schreiben.
Da wir uns seit 2013 auf einer permanenten Baustelle befinden seit dem Hochwasser bin ich zwar froh abwechslung zu haben aber eigentlich soll die anders ausschauen! :lol:
Endlich sind wir demnächst wieder Mobil und dürfen wieder die Gegend unsicher machen mit Dreiräder Elektroroller worauf wir uns sehr freuen.
Das mit Chinesen und Russen ist mir auch untergekommen und es gäbe noch einige an Todeskandidaten und Geschichten aber vielleicht bringt jemand was Positives rein zwischendurch was eine Pause rechtfertigt! :oops:
LG und viel Freude am Lesen in der Hoffnung das es nur eine Geschichte bleibt!
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon Mankei » 12.05.2016, 13:16

Hallo

@ Andiamos
Wer sagt denn das sie unerwartet zu Ende ging, ich wollte wie schon oben geschrieben 25 Jahre später weiter machen, hatte mir zwei mögliche Anfänge ausgedacht da ich ja nicht wusste wie es bei Kavure‘i weiter geht.
Mankei wurde das ganze töten eben zu viel, er wollte nicht mehr so weiter machen und entschied sich für Helga und Sophie, er wusste das wenn er nicht damit aufhört es nur eine Frage der Zeit ist bis man ihn tötet und damit auch Helga und Sophie. Verständlich, zumindest in meinen Augen ist sein Entschluss nachvollziehbar.

@ Pleitegeier
Du mit Deinem positiven Wünschen.
Ist sicher nicht einfach da es im Krieg leider eben nicht viel Positives gibt.
Theoretisch ist es ja toll das sich viele zusammen gefunden haben und für ihre Freiheit kämpfen oder? Auch das Kinder auf die Welt kamen trotz dem ganzen Irrsinn. Russland griff in den Krieg ein um uns zu helfen.

@ Powerschaf
Die Chinesen haben ja ihren eigenen Krieg mit den Amis, wenn die jetzt noch dazu kommen würden dann hätten sie einen Zweifrontenkrieg. Außerdem glaube ich das es dafür in diesem Stadium der Geschichte schwer ist es glaubhaft einzubauen.

@ Kavure‘i
Ich hoffe bei Dir ist alles in Ordnung und Du lässt Dir irgendwo die Sonne auf den Bauch scheinen!

Es geht weiter mit der Geschichte von Helga, Sophie und Mankei.

Allen einen schönen Tag
Mankei
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Beitragvon Pleitegeier » 12.05.2016, 19:14

Hallo Mankei!
Das mit positiven Geschichten habe nicht ich angestoßen aber nur so funktioniert das Leben.
Man muss das Positive nur erkennen.
Ich bin ganz Deiner Meinung was den Rest anbelangt.
Es währe doch schön wenn jemand einsteigen würde in die Geschichte und ich hätte nichts dagegen. :-)
LG
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon Kavure´i » 18.05.2016, 03:35

Hola

wie bereits beim Prepperalltag geschrieben, hatte ich fast 4 Wochen lang keinen Zugang zum Internet, da auch mein alter Klappi von jetzt auf nachher den Geist vollends aufgab.

Natürlich geht es noch weiter, habt noch ein paar Tage lang Geduld, da ich zuerst alle Mails und geschäftlichen Dinge abarbeiten muß.

Kavure´i
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Kavure´i
 

Beitragvon Andiamos » 18.05.2016, 13:24

Hola Kavure,
schöööön, dass du wieder da bist! :D
Freu mich schon auf deine Fortsetzung. Also darf es weiter spannend werden.

LG
Angelika
Andiamos
 

Beitragvon Kavure´i » 21.05.2016, 01:58

Als wir in der Nähe des Bunkers landeten, stand das Tor des Haupteingangs sperrangelweit offen, einige Kinder, die unbeaufsichtigt draußen spielten, kamen neugierig näher und schauten uns mit großen Augen an.

"Das darf doch nicht wahr sein!" entfuhr es Pia Armbruster. "Sind die denn von allen guten Geistern verlassen?"
Auch ich schüttelte den Kopf.
Da hatten sie sich über fünf Jahre lang von der Außenwelt abgeschottet, hatten selbst den Mann und den Sohn von Miriam, die sie doch kannten, nicht mehr eingelassen, und jetzt schien es ihnen egal zu sein.
Wir gingen auf den Eingang zu, als ein völlig aufgelöster Mann herausgerannt kam und rief: "Ist ein Arzt bei euch? Bitte, schnell, meine Frau, mein Kind, helft ihnen, ein Arzt, ein Arzt, schnell, sie brauchen Hilfe."
Sonja drehte sich um und rief etwas auf Russisch. Ein älterer Mann nickte, ließ sich einen Koffer aus dem Helikopter reichen und lief zu dem Mann hin.
"Wo sind Frau und Kind?" fragte er mit schwerem Akzent.
Der Mann packte ihn am Arm und zerrte ihn in den Bunker.
Kaum waren sie verschwunden, kamen einige Erwachse nach draußen.
Ohne jede Furcht gingen sie uns entgegen. Eine der Frauen stellte sich als Ruth vor und hieß uns willkommen.
"Wir haben schon seit einigen Tagen mit euch gerechnet."
Wir sahen sie fragend an.
"Mankei." sagte sie. "Er hat uns von euch erzählt. Die schrecklichen, diktatorischen Armeeangehörigen und ihre russischen Freunde." Sie lächelte, um ihrer Bemerkung die Schärfe zu nehmen.
Marc verdrehte die Augen.
"Der hatte sie doch nicht alle. Wir wollten helfen und er hat uns von Anfang an misstraut."
"Ja, seine Schilderung klang, als wolltet ihr uns alle zwangsrekrutieren und in einen Krieg mit den Amirabs zwingen."
"Ist er hier?"
"Nein, er und fünfzehn andere haben sich in einer Nacht- und Nebelaktion davongeschlichen um ihr eigenes Ding zu machen. Darunter unser Arzt und die Krankenschwester. Deshalb hat Harald euch um Hilfe gebeten."
"Was ist passiert mit seiner Frau und dem Kind?" wollte Oleg wissen.
"Sie….." begann Ruth.
"Sie ist tot." Harald hatte sich unbemerkt wieder zu uns gesellt. Er war kreidebleich und sah aus, als würde er gleich in Ohnmacht fallen. Er schaute uns aus blutunterlaufenen, fiebrig glänzenden Augen an.
"Dafür werde ich ihn umbringen."
"Wen?" fragte ich.
"Mankei."
"Was hat denn Mankei mit dem Tod deiner Frau zu tun?" Sonja sah ihn beunruhigt an.
"Er hat Gerhard mitgenommen." antwortete Harald, als würde das alles erklären.
Dann wandte er sich ab und ging zurück in den Bunker, ließ uns ratlos zurück.
"Setzen wir uns doch dort unter die Bäume. Dann reden wir." Einer der Männer, er hieß Norbert, machte diesen Vorschlag.
Oleg stimmte zu und sagte den Anderen, sie sollten Essen machen und Getränke ausgeben. Und Klappstühle bringen.
Schließlich saßen wir in einem Kreis zusammen um ein wärmendes Feuer.

Kaum saßen wir, als ein junger Mann aus dem Bunker stürmte, Miriam fast umrannte und laut "Mama!" rief. Die Beiden lagen sich in den Armen, lachten und weinten und stammelten wirres Zeug.
Wir sahen ihnen lächelnd zu und nicht Wenige von uns lief eine Träne über die Wangen.
"Wo sind Papa und Karsten?"
"Komm mit, wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen und ich erzähle dir alles. Ihr entschuldigt uns doch?"
Arm in Arm gingen Mutter und Sohn in den Bunker.

Wir erzählten den Bunkerbewohnern von unserem Zusammentreffen mit Mankei und den drei anderen, von seinem Überfall auf Schloss Neuschwanstein, von der Gefangenenbefreiung, von der Kaserne, von Tübingen und den anderen noch freien Städten, vom Wintersturm und seinen Auswirkungen auf die Arabs und von dem Angriff auf das Lager des Kalifen.
Wir erzählten von den "Schweden" und mussten ihnen natürlich auch mitteilen, dass wir nicht wussten, wohin der Kalif und die übrigen zehntausend Mann seiner Armee verschwunden waren.

Dann begann Ruth zu erzählen.
Wir erfuhren, dass Mankei nach längerer Abwesenheit plötzlich in Begleitung seiner neuen Freunde und deren katatonischer Familienangehörigen aufgetaucht war.
Was er über uns erzählt hatte, wussten wir ja schon und amüsierten uns ein zweites Mal darüber.
Ruth lächelte, allerdings nur kurz, und informierte uns darüber, dass Mankei und ein paar Andere einfach verschwunden waren, ohne vorher ein Wort darüber zu verlieren, dass sie den Bunker verlassen würden.
"Er war wütend darüber, dass wir es wagten, anders zu stimmen, als er es wollte." Wieder war es Harald, der sich unbemerkt genähert hatte.
"Ich glaube, das siehst du zu eng." meinte Norbert.
"Nein, ganz bestimmt nicht. Erinnere dich doch nur daran, wie böse er wurde, als wir sagten, wir könnten auch kämpfen. Hat er uns nicht als völlig unfähig hingestellt? Hat er nicht behauptet, bei der Verteidigung des Bunkers hätten nur er und Sergej gekämpft? War er nicht der Meinung, nur er wüsste, was für uns gut wäre? Habe ich nicht Recht?"
Ruth nickte bedächtig. Auch die anderen Bunkerleute, die mit uns ums Feuer saßen, stimmten Harald zu.
"Weil er weiterhin Anführer sein wollte, hat er alle um sich versammelt, die uns ebenfalls als lästige Klötze an ihren Beinen ansahen und hat sich davon gemacht. Und sie waren noch zu feige, es uns persönlich zu sagen. Nur diesen Fetzen Papier haben sie an die Tür geklebt."
Er reichte Marc einen schmutzigen Zettel, dem man es ansah, dass er voller Wut schon mehrmals zusammengeknüllt und wieder glattgestrichen worden war.
"Da! Lest! Diese Heuchler! Alles Gute und viel Glück wünschen sie uns! Alle haben noch frech unterschrieben! Am liebsten würde ich sie alle….." Er konnte vor lauter Wut nicht weitersprechen. Ein weiteres Mal wurde das Blatt zusammengedrückt und wieder glattgestrichen. Er hatte die Zähne zusammengebissen und versuchte sich zu beruhigen.
"Meine Frau ist gestorben und er ist schuld daran."
"Harald, er konnte es doch nicht wissen." warf Ruth ein.
"Aber Gerhard wusste es. Und hätte ihn Mankei nicht dazu gebracht, hier wegzugehen, würde Natalie noch leben."
Wir wussten immer noch nicht, worum es ging, erfuhren es aber schnell.
Haralds Frau war im neunten Monat schwanger gewesen und Gerhard hatte bei der Ultraschalluntersuchung festgestellt, dass das Kind eine Steißlage war. Er hatte die Beiden aber beruhigt, indem er ihnen gesagt hatte, dass sich viele Kinder noch kurz vor der Geburt von selber drehen würden. Und sollte es nicht der Fall sein, würde er das machen und als letzte Möglichkeit bliebe ja noch der Kaiserschnitt.
"Und dann verschwindet er drei Tage vor dem errechneten Geburtstermin und lässt sie zum Sterben zurück. Hätten sie nicht wenigstens so lange bleiben können, bis das Kind kam?" schluchzte er.
Ruth stand auf und wollte ihn in den Arm nehmen, aber er wich zurück und ließ es nicht zu.
Seine mühsam aufrecht erhaltene Selbstbeherrschung verließ ihn.
"Fass mich nicht an!" schrie er. "Ich brauche euer Mitleid nicht! Gebt mir eine Waffe, egal was für eine, damit ich sie umbringen kann. Ich bringe sie alle um. Jeden einzelnen von ihnen!"
"Du weißt doch gar nicht, wohin sie gegangen sind." versuchte es Norbert mit Vernunft.
"Ich werde sie finden. Und dann töte ich sie. Und wenn es das Letzte ist, was ich tue."
"Harald, denk an deine Tochter. Sie braucht dich jetzt. Sie hat nur noch dich." Eine Frau trat ans Feuer und hielt ihm sein Kind hin. Es war in eine warme Decke gewickelt und hatte die Augen geschlossen und schlief.
Er nahm sie vorsichtig und hielt sie, als wäre sie aus zerbrechlichem Porzellan. Er streichelte über das dünne dunkle Haar und küsste sie zärtlich auf die kleine Nase. Dann gab er sie der Frau zurück. "Danke, dass du dich um sie kümmerst Eva, das werde ich dir nie vergessen. Ja, ich denke an sie. Und genau aus diesem Grund werde ich gehen. Wie könnte ich ihr in die Augen schauen und ihr erzählen, dass ich die Mörder ihrer Mutter habe laufen lassen?"
"Du bist ja verrückt!" fauchte ihn Eva an und ging weg.
"Ich möchte, dass du sie Rosalie nennst. Natalie hat diesen Namen ausgesucht." rief er ihr hinterher. Sie nickte nur, drehte sich aber nicht wieder um.
Auch er verließ uns wieder.
Kurz darauf kam der russische Arzt. Er sah müde und traurig aus.
Er hatte alles versucht, aber Natalie war schon zu schwach gewesen. Er konnte nur noch einen Kaiserschnitt machen und auch da hätte er nicht viel später kommen dürfen.
"Armes Kind. Armer Mann." sagte er und bat um einen Becher Tee.

Am nächsten Morgen war Harald verschwunden. Einer der Wächter sagte, er sei mit einem Rucksack auf dem Rücken aus dem Bunker gekommen und sei Richtung Landsberg marschiert.
Norbert stellte etwas später fest, dass eine Sig Sauer und mehrere Pakete Munition dafür verschwunden waren.
"Sollen wir ihn suchen gehen?" fragte Oleg.
"Nein." sagte Norbert.
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Kavure´i
 

Beitragvon Kavure´i » 26.05.2016, 19:50

"Wohin ist der Kalif mit seiner Hauptstreitmacht?" fragte Pia. "So viele Leute können sich doch nicht in Luft auflösen. Und unsichtbar machen auch nicht. Also, wo könnten sie hin sein?"
Ich zuckte mit den Schultern.
"Er hat eine Drittel seiner Leute zum Aufräumen zurückgelassen, die sollten sicherlich nachkommen. Schade, dass wir keinen Überlebenden haben, den wir befragen können." sagte Miriam.
Ich dachte angestrengt nach. Nach dem Verlust so vieler Fahrzeuge und Ausrüstung müssen sie sich doch irgendwie und irgendwo neu ausstatten. Und wo sollten sie sich als erstes hinwenden, wenn nicht nach Füssen, wo sie Fahrzeuge, Lebensmittel, Ausrüstungsgegenstände und einen Großteil ihrer Beute vorzufinden glaubten.
Ich teilte meine Überlegungen den Anderen mit und sie stimmten mit mir überein.
"Lass uns nachschauen gehen." forderte Sonja Oleg auf. Der nickte zustimmend, wollte aber zuerst die Bunkerbewohner in Sicherheit bringen. Er wollte seine Truppe nicht aufteilen um Hubschrauber und Soldaten zu deren Schutz zurücklassen. Also wurde eine Versammlung einberufen und dies den Leuten mitgeteilt. Keiner von ihnen wollte jetzt noch im Bunker zurückbleiben, zur Kaserne wollten sie allerdings auch nicht, wegen der Kinder votierten sie für Tübingen. Den Russen war es egal. Sie forderten die Leute auf, das Nötigste zusammenzupacken. Sieben der Helikopter würden ausreichen, alle Bewohner und deren Gepäck zu transportieren.
"Was machen wir mit unseren Tieren?" fragte Ruth. "Wir können sie doch nicht einfach hier lassen. Sie überleben ohne uns nicht."
"Es tut uns leid, aber die Tiere können wir nicht auch noch ausfliegen. Ihr solltet sie freilassen."
"Dann bleibe ich hier. Wer leistet mir Gesellschaft? Wir haben genügend Vorräte, das Gemüse von den Beeten und das Grünfutter für die Tiere reicht noch eine ganze Weile und wenn es sicher ist, holt ihr uns ab. Wir schließen den Bunker und bleiben drinnen, bis ihr uns holt."
Es meldeten sich noch fünf Bewohner und es war abgemacht.

Gegen Abend kamen die Hubschrauber zurück. Max, der mitgeflogen war, erzählte uns, dass die Neckartaler die Neuankömmlinge aufgenommen und untergebracht hätten. Und richtete liebe Grüße von Karola aus. Er gab mir ein Blatt Papier mit das Karola sich selber, Askari und Emma gemalt hatte. Und sie hatte darunter geschrieben: Kommt bald zu uns, wir vermissen euch.
Ich faltete das Blatt vorsichtig zusammen und steckte es in eine Außentasche meines Rucksacks.
Ich vermisste sie alle, und ich musste an unsere Freunde denken, die in Hugoldsdorf zurückgeblieben waren. Ob es ihnen gut ging?

Sonja kam und berichtete, dass sich der Pilot des Hubschraubers gemeldet hatte, der nach der Schlacht den Helikopter der Arabs verfolgt hatte.
Der war Richtung Berge geflüchtet und hatte versucht, sie so nah über dem Boden wie möglich fliegend, abzuschütteln.
Das war ihm einige Male beinahe gelungen, weil er kleiner und wendiger als die Mil war. Und plötzlich war ein zweiter aufgetaucht und vereint hatten sie die Russen angegriffen. Es hatte einen kurzen, aber heftigen Kampf gegeben und am Ende waren die beiden kleineren Maschinen getroffen abgestürzt und an den Berghängen zerschellt.
Leider war auch die Mil nicht ohne Schäden davongekommen. Ein Schuss hatte einen der Motoren getroffen und sie mussten landen. Der Bordmechaniker hatte den Schaden soweit beheben können, dass sie wieder fliegen konnten.
Aber der Treibstoff hatte nur soweit gereicht, dass sie aus den Bergen herausgekommen waren und sich jetzt in einer Ortschaft befanden, von wo aus sie sich Fahrzeuge beschaffen wollten um sich zur Kaserne durchzuschlagen.
Sie hatten sich bisher nicht per Funk melden können, da die Berge das nicht zugelassen hatten.
Wenigstens mussten wir uns um sie keine Sorgen mehr machen und wir hofften, dass dies die letzten beiden Fluggeräte der Arabs gewesen waren.

Inzwischen war es völlig dunkel geworden. Die Zurückgebliebenen luden uns ein, im Bunker zu übernachten. Dieses Angebot nahmen wir dankend an. Die Soldaten teilten Wachen ein, die sich bei den Mils ablösen würden.
Wir freuten uns, mal wieder in einem richtigen Bett schlafen zu können.
Gleich nach dem Abendbrot und einem kurzen Aufenthalt im Waschraum ging ich schlafen. Ich bekam nicht mehr mit, wann Marc zu mir unter die Decke schlüpfte. Trotz der schrecklichen Erlebnisse der letzten Tage schlief ich tief und traumlos. Jedenfalls konnte ich mich an keinen Traum erinnern.

Wir saßen gerade beim Frühstück, als einer der Wächter hereinkam und etwas zu Sonja sagte. Die stand auf und ging mit ihm hinaus. Nach einer Viertelstunde kam sie zurück und sagte: "Wir bekommen Besuch."
Oleg schaute auf. "Von wem?"
"Von einer Abordnung der Schweizer Armee. Jedenfalls nennen sie sich so. Sie haben sich per Funk gemeldet und bitten um die Erlaubnis näher kommen zu dürfen. Sie wollen mit uns reden. Ich habe ihnen erlaubt, mit fünf Mann bis zum Bunker zu kommen."
Eine halbe Stunde später führte die Wache die Schweizer in den Speisesaal. Oleg stellte sich und einige von uns vor, bat sie, sich zu setzen und die Ordonnanz stellte unaufgefordert jedem von ihnen einen Becher Kaffee hin.
Sie trugen Uniformen, ihre Waffen hatten sie draußen abgeben müssen, der Anführer stellte sich als Oberst Bürli vor.
Wir musterten uns gegenseitig. So richtig trauten sie uns und wir ihnen nicht. Es war schon ein seltsamer Haufen, der da am Tisch zusammensaß. Amerikaner, Deutsche, Russen, und jetzt noch Schweizer.
Bürli konnte seine Nationalität nicht verleugnen. Er hatte solch einen ausgeprägten Akzent, dass es uns teilweise sehr schwer fiel, ihn zu verstehen, obwohl er sich große Mühe gab, Hochdeutsch zu reden.
Er tat sich anfangs etwas schwer damit, sich zu entscheiden, ob und was er uns erzählen sollte, aber nachdem Sonja ihm von den Vorgängen in Russland und Perpignan erzählt hatte, gab auch er Informationen preis.
Der Schweiz war ähnlich übel mitgespielt worden wie Deutschland.
Aber da die meisten Schweizer eine Waffe im Haus gehabt hatten, und auch damit umgehen konnten und alle älteren Häuser einen Bunker hatten, war es der Bevölkerung gelungen, sich gegen die Moslems zur Wehr zu setzen.
Zuerst hatte es viele Tote unter den Schweizern gegeben. Auch in der Schweiz hatten sie die "Ungläubigen" zu Tausenden abgeschlachtet. Nach dem ersten Schock hatten die Schweizer gnadenlos zurückgeschlagen. Es hatte keine drei Monate gedauert, da waren die Muslime entweder geflohen oder tot.
Allerdings waren in all den Jahren immer wieder kleinere und größer Verbände von Muslimen und Amerikanern in das Land eingedrungen um zu morden, zu plündern und Sklaven zu machen.
Inzwischen ging kaum noch ein erwachsener Schweizer unbewaffnet aus dem Haus. Männer wie Frauen waren an der Waffe ausgebildet, Jugendliche ab 14 mussten am Schiesstraining teilnehmen, ab 16 durften sie Waffen tragen.
Bürli und seine Leute hatten einen Trupp der Arabs verfolgt, der von Liechtenstein kommend in die Schweiz eingedrungen war, dort einige Dörfer überfallen und dem Erdboden gleich gemacht und Frauen und Kinder weggeschleppt hatte. Die Arabs waren über die Grenze nach Österreich gezogen. Dort hatten die Schweizer ihre Spur verloren und sie trotz intensiver Suche nicht wiederfinden können.
Vorgestern waren sie in Füssen angekommen. Sie hatten die Stadt beobachtet und einige Männer beobachtet, die Gebäude durchsuchten und Waren herausbrachten, die sie auf LKWs luden. Nachdem sie festgestellt hatten, dass es sich insgesamt nur um 17 Personen handelte, hatten sie die kurzerhand gefangengenommen. Nach dem Verhör hatten sie alle bis auf zwei, die anscheinend mehr wussten, an die Wand gestellt und exekutiert.
Die beladenen Laster hatten sie mitgebracht. Sie enthielten wohl alle Waffen und Lebensmittel, die unsere ehemaligen Sklaven bei ihrem Aufbruch nach Tübingen nicht hatten mitnehmen können. Auch die Kanister mit Betäubungsgas. Jetzt war in Füssen nichts mehr zu holen, was für uns interessant war.
Bürlis Trupp bestand aus 36 Männern und Frauen, alle gut ausgebildet und schwer bewaffnet.
Sie hatten von Weitem mit angesehen, wie die Mils das Lager des Kalifen angegriffen hatten, waren aber zu spät gekommen, sich uns noch am gleichen Tag zu nähern.
Unter seinen Leuten war eine Russin, die die Funksprüche verstehen konnte und so waren sie uns zum Bunker gefolgt.
Er bat darum, dass einer der Hubschrauber Aufklärungsflüge über dem österreichischen Gebiet machen sollte, wo sie die Spur der Marodeure verloren hatten. Aus der Luft konnten sie vielleicht entdeckt werden.
Oleg stimmte zu. Da wir sowieso nach dem Kalifen und seinen Männern suchen wollten, konnte die Suche auch auf diese Gruppe ausgedehnt werden.
Die Schweizer schätzten, dass es sich um insgesamt fünfzig Moslems handelte, die etwa zwanzig bis dreißig Frauen und Kinder als Gefangene mitführten.
Eine Stunde später waren zwei Mils mit den Schweizern und hundert Russen auf dem Weg.
Unsere guten Wünsche begleiteten sie.
Die beiden Gefangenen überließen sie uns zwecks Befragung.
Danach teilten Sonja und Oleg die übrigen Helikopter ein. Jeder bekam einen Bereich zugewiesen, den sie nach Anzeichen der Kalifenarmee absuchen sollten. Vier Hubschrauber samt Besatzung und fünfzig Soldaten blieben beim Bunker, der als Operationsbasis bestimmt worden war. So blieben die Hirten und Gärtner doch nicht unbeschützt zurück und im Falle eines Falles konnte man sich hinter sichere Mauern zurückziehen.

Schon am ersten Abend kam einer der Hubschrauber mit der Information zurück, sie hätten Anzeichen dafür entdeckt, dass sich die Gotteskrieger auf dem Weg nach Norden befanden. Allerdings nicht als Konvoi, sondern in kleineren und größeren Trupps, die versuchten, sich auf Nebenstraßen möglichst unauffällig zu bewegen. Sie waren weit auseinandergezogen, viele sogar zu Fuß. Sie hatten wohl zu wenig funktionsfähige Fahrzeuge übrigbehalten und noch nicht alle hatten sich mit neuen versorgen können.
Einer der Helikopter hatte in den Bergen eine niedergebrannte Hütte entdeckt. Da sie auch ein Massengrab entdeckten, gingen sie davon aus, dass es sich bei den Toten um Einheimische gehandelt hatte und dass zumindest eine Person überlebt und die Toten begraben hatte. Denn die Arabs beerdigten ihre Toten grundsätzlich in Einzelgräbern und ließen die Leichen von Ungläubigen einfach liegen. Sie waren noch in größeren Kreisen um die Hütte geflogen um den oder die Überlebenden zu finden, konnten aber niemanden entdecken.

Die nächsten Tage werden wohl als die "Blutwoche" in die Geschichte eingehen.
Die Helikopter spürten die Trupps auf und griffen sie an. Es blieb keiner am Leben. Jedenfalls nicht, dass wir wüssten.
Wir verloren zwei weitere Libellen, es gab jedoch nur wenige Tote unter den Besatzungen, da sie jeweils aus geringer Höhe abstürzten und keine der Maschinen explodierte.
Als die Soldaten sicher waren, dass sie alle Trupps entdeckt und vernichtet hatten, brachen sie die Suche ab.
Wir alle waren des Tötens überdrüssig und wollten nur noch einen ruhigen sicheren Platz zum Ausruhen.

Zurück in der Kaserne fielen wir völlig erschöpft in unsere Betten.
Und dann kamen die Alpträume.
Ich befand mich in einem Wald, Nebel wallte um die dunklen Stämme, ich hörte Schritte, Stimmen, konnte aber niemanden sehen. Nur aus den Augenwinkeln konnte ich dunkle huschende Schatten sehen. Wandte ich mich ihnen zu, waren sie verschwunden. Eine Stimme flüsterte mir Worte ins Ohr, die ich nicht verstehen konnte, Hände zupften an mir, die ich nicht sehen konnte, ich stolperte über unsichtbare Hindernisse. Ich wollte nach Marc, Oleg, Max und den Anderen rufen, aber kein Laut kam über meine Lippen.
Ich wusste, ich war allein.
Ich fiel und starrte in ein blutverschmiertes Gesicht, dessen tote Augen mich anklagend anstarrten. Als ich mich aufgerappelt hatte, klebte Blut an meinen Händen und an meiner Kleidung. Ich wollte nur noch raus aus diesem Gespensterwald. Unter meinen Füßen knirschten Knochen und ich rutschte immer wieder in Blutlachen aus.
Endlich erreichte ich den Waldrand. Aufatmend trat ich ins Freie, nur um auf dem Schlachtfeld bei Halblech zu stehen.
Ich überquerte es, versuchte, nicht auf die Leichen zu treten und erreichte schließlich den Ort. Ich näherte mich dem Rathaus. Der "Schwede", der seine Mitgefangenen und am Ende sich selbst getötet hatte, kam aus der Tür. Obwohl ihm die Hälfte des Kopfes fehlte, kam er auf mich zu. Seine Stimme war ein grässliches Röcheln: "Ihr werdet alle sterben! Das ist Allahs Wille, das ist Allahs Wille, das ist Allahs Wille….."
Wieder einmal wachte ich schweißgebadet auf. Ich schaute auf die Uhr. Obwohl ich meinem Empfinden nach stundenlang durch den Nebelwald geirrt war, hatte ich kaum eine halbe Stunde lang geschlafen. Ich konnte und wollte mich nicht wieder hinlegen. Leise, um Marc nicht aufzuwecken, stand ich auf, stellte mich unter die Dusche und zog mich an. In der Messe holte ich mir einen Kaffee und setzte mich an einen Tisch.
Der Traum hallte immer noch in meiner Erinnerung nach.
Jemand setzte sich zu mir. Ich schaute auf und sah dass es die Mutter Oberin war. Sie stellte ihren Kaffeebecher vor sich auf den Tisch und leistete mir schweigend Gesellschaft.
Nach einer Weile stand sie auf und kam mit zwei vollen Bechern zurück.
"Willst du reden?" fragte sie mich. Ich schüttelte den Kopf. Damit musste ich schon selber fertig werden.
Langsam verblassten die Traumbilder, ich schaute in meinen Kaffeebecher und muss darüber eingenickt sein. Denn der Becher hatte plötzlich die Größe eines Kinderplanschbeckens und es schwamm eine Schlange in dem Getränk. Sie richtete sich auf und zischte mich an. Ich zog meine Machete und hackte ihr den Kopf ab. Während der zuckende Leib versank, schwamm der Kopf oben auf dem Kaffee und zischte: "Den Körper konntet ihr vernichten, aber nicht den Kopf."
Ich schreckte hoch und stieß den Becher vom Tisch.
"Was ist los?" fragte die Mutter Oberin.
"Der Kalif. Er ist noch am Leben."
"Woher willst du das wissen?"
Ich erzählte ihr meinen Traum. Sie gab zu bedenken, dass mir meine überreizten Nerven diese Träume eingaben. Ich wollte das gerne glauben. Konnte es aber nicht.
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Beitragvon Kavure´i » 02.06.2016, 04:56

Danach hielt ich mich mit viel Kaffee wach und wir unterhielten uns über alles Mögliche.
Zur Frühstückszeit füllte sich die Messe.
Miriam kam an unseren Tisch, begleitet von Karsten und Lukas. Die beiden Brüder waren überglücklich, nach all den Jahren wieder mit ihrer Mutter zusammen zu sein.
Karsten hatte Lukas alles über ihren Vater und seine neue Frau erzählt. Und der wär am liebsten gleich zu ihm gegangen, um ihm seine Wut und Verachtung ins Gesicht zu schleudern.
Miriam hatte ihn davon abgebracht.
"Lass es einfach ruhen. Es ist wie es ist. Er lebt sein Leben und ich will meines leben. Mit euch und mit Max."
Schließlich hatte Lukas genickt. "Er ist es gar nicht wert, dass ich auch nur einen weiteren Gedanken an ihn verschwende."

In den darauffolgenden Wochen wurde die Umsiedlung ins Neckartal vorbereitet und durchgeführt.
Kolping hatte eine Versammlung einberufen und allen Soldaten und Zivilisten die Einladung der Tübinger, sich ihnen anzuschließen, weitergegeben.
Bis auf ganz Wenige waren Alle sofort einverstanden gewesen.
Wäre es nur darum gegangen die Menschen ins Neckartal zu bringen, wäre das schnell und problemlos mit einigen Flügen mit den Hubschraubern zu bewerkstelligen gewesen.
Aber da alles Brauchbare zusammengepackt und mitgenommen werden sollte, das transportabel war, stellte das Unternehmen eine logistische Herausforderung dar.
Zuerst wurden Trupps ausgesandt, die geeignete Fahrzeuge und Treibstoff beschaffen sollten.
Allein das dauerte eine ganze Weile.

Zwischenzeitlich kamen die beiden Helikopter zurück, die mit den Schweizern auf die Suche gegangen waren.
Sie kamen mit guten Nachrichten zurück.
Von der Luft aus hatten sie das Versteck der Marodeure schnell gefunden, waren gelandet und hatten sie überwältigt.
Bei der Befreiungsaktion waren zwei Schweizer getötet und fünf leicht verletzt worden. Die Russen hatten keine Toten zu beklagen, aber insgesamt elf mehr oder weniger schwer Verletzte.
Die Frauen und Kinder hatten sie befreien können.
Die Schweizer hatten mit den überlebenden Moslems kurzen Prozess gemacht. Bis auf die beiden Anführer, die sie zu Verhörzwecken mitnehmen wollten, hatten sie alle erschossen.
Die Russen hatten sie nach Hause geflogen, die drei Schwerverletzten in der Obhut der schweizer Ärzte zurückgelassen und hatten sich auf den Rückflug gemacht, nachdem sie sich drei Tage lang ausgeruht hatten.
Während die zwölf verbliebenen Mil nach Frankreich zurückkehrten um Bericht zu erstatten und neue Aufgaben zu übernehmen, hatten Sonja, Oleg und ihre Leute den Befehl erhalten, weiterhin bei uns zu bleiben.
Der havarierte Helikopter war inzwischen repariert worden und wieder einsatzfähig.
Oleg schickte zwei der Maschinen nach Tübingen um dort von der Luft aus die Gegend zu überwachen und eine dritte nach Sigmaringen um dort den Konvoi Richtung Neckartal zu begleiten.
Auch die Bewohner von Sigmaringen und Stetten am Kalten Markt hatten die Einladung zur Übersiedlung angenommen.
Die letzten beiden Libellen unter der Führung von Oleg und Sonja würden bei uns bleiben.

Es wurden ebenfalls Fahrzeuge und Soldaten zum Bunker geschickt. Sie hatten die Aufgabe, die Dortgebliebenen zu beschützen und ihnen beim Packen zu helfen.
Sobald genügend LKWs zur Verfügung standen, wurde geladen.
Der Stauraum in jedem Transporter wurde bis auf den letzten Quadratzentimeter ausgenutzt.
Dann kam der Abreisetag.
Auf der A 6, A 81 und die B 27 über Heilbronn, Ludwigsburg, Leonberg und Filderstadt wäre es der kürzeste Weg gewesen. Aber wir wollten Stuttgart meiden, da wir ja erfahren hatten, dass dort ein Hauptquartier der Arabs und der Amis war.
Wir fuhren über die A 9 nach München, von dort auf die A 96 nach Landsberg, wo sich uns die Fahrzeuge vom Bunker anschlossen.
Weiter ging es nach Memmingen und Biberach an der Riß.
Dort machten wir zwei Tage Pause um die Tiere grasen zu lassen und Reparaturen an den Fahrzeugen durchzuführen.
Die häufigsten Probleme hatten wir mit den Reifen. Die meisten waren alt und abgenutzt und die "neuen", die wir gefunden hatten, waren selten fachgerecht gelagert gewesen und eben auch schon Jahre alt.
Überall hielten wir nach nicht geplünderten Autohäusern, Ersatzteillagern und Reifenherstellern Ausschau. In vorausschauend mitgeführte leere LKWs luden wir alles ein, was uns nützlich und brauchbar erschien.
Unterwegs vergrößerte sich unser Konvoi immer mehr. Jeder Traktor, jede Baumaschine, jede Erntemaschine die die Mechaniker zum Laufen bringen konnten, wurde mitgenommen. Und sie führten Buch über die Orte, in denen welche zurückgelassen wurden, die mit etwas mehr Zeit und Aufwand repariert werden konnten. Vielleicht würde man sie später holen.
Ab und zu sahen wir Herden von Rindern, Pferden, Ziegen und Schafen. Ab und zu auch Schweine. Auch das wurde notiert.
Die Hunde und Katzen, die wir sahen, waren wild und beobachteten uns aus sicherer Entfernung.

Es ging quälend langsam voran. Immer wieder blieben Fahrzeuge liegen, mussten repariert werden, ab und zu musste eins umgeladen werden, weil nichts mehr zu machen war.
Bis Ehingen an der Donau brauchten wir eine ganze Woche, in Münsingen pausierten wir wieder zwei Tage lang.
Bad Urach erreichten wir nach nur zwei Tagen.
Dort sah es übel aus. In der Innenstadt hatte es gebrannt. Kaum ein Haus war verschont geblieben. Die ehemaligen Hotels und Kurhäuser waren geplündert und verwüstet worden, ebenso das Thermalbad.
Wir fuhren weiter nach Dettingen und übernachteten dort.
Wir saßen gerade beim Frühstück als wir Schüsse und Detonationen hörten. Sie schienen aus Richtung Metzingen zu kommen.
Oleg und seine Mannschaft rannten zu den Helikoptern und stiegen auf.
Kolping und etwa zwanzig seiner Soldaten flogen mit.
Uns anderen blieb nichts anderes übrig als auf ihre Rückkehr zu warten.
Kurz darauf hörten wir, dass die Bordgeschütze abgefeuert wurden. Das Gewehrfeuer wurde stärker, verstummte aber schnell. Danach hörten wir die Explosionen einiger Handgranaten, vereinzelte Schüsse und dann war Ruhe.
Es dauerte keine Stunde bis einer der Hubschrauber zurückkam.
Er landete nur so lange, dass Kolping und die Soldaten aussteigen konnten und hob wieder ab. Er verschwand wieder in Richtung Metzingen.
Der General informierte uns, dass sie auf einen Trupp Arabs gestoßen waren, die versucht hatten ein Haus zu stürmen.
Die sich darin befanden, hatten sich tatkräftig gewehrt und schon über die Hälfte der Angreifer eliminieren können bevor die Bordkanonen der Hubschrauber den Übrigen den Garaus gemacht hatten.
Es hatte einige Minuten gedauert bis einer der Verteidiger aus dem Gebäude gekommen war. Vertrauen war in der heutigen Zeit selten geworden.
Nachdem er sich einige Zeit mit Kolping unterhalten hatte, gab er ein Zeichen und die anderen kamen dazu.
Im Haus hatten sich acht Menschen verschanzt gehabt. Fünf Männer und drei Frauen.
Sie alle waren schwer bewaffnet, in der Garage stand ihr Fahrzeug, ein umgebauter Geldtransporter.
Wie die Arabs sie in dem Haus entdeckt hatten, konnten sie nicht sagen.
Sie waren aufgetaucht, kaum dass sie das Garagentor geschlossen hatten.

Der Konvoi setzte sich wieder in Bewegung.
Wir fuhren zusammen mit Kolping voraus. Wir, das waren Max, Marc, die Mutter Oberin, Schwester Irmengard und ich in einem Fahrzeug, Miriam, Calvin, Karsten und zwei seiner Soldaten im zweiten.
Schnell ließen wir die langsameren Fahrzeuge hinter uns und näherten uns der Stadt. Schon von Weitem sahen wir die Hubschrauber und die Russen. Vor einem Haus lagen die Leichen der Arabs, ich zählte insgesamt fünfzehn. Einige Personen, die keine Uniformen trugen, waren damit beschäftigt, die Leichen zu durchsuchen und die Waffen einzusammeln. Das mussten die Überfallenen sein.
Eine der Frauen rief ihren Kameraden zu: "Der hier lebt noch, er hat nur einen Streifschuss am Kopf." Sie schaute Kolping an: "Braucht ihr ihn noch oder soll ich ihn gleich erledigen?"
"Wir wollen ihn vorher befragen." sagte Kolping.
"Aus denen ist nichts rauszubringen. Die sagen nichts."
"Überlass das mal ruhig mir." sagte Miriam.
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Beitragvon style1977 » 06.06.2016, 08:21

@ Kavure´i @Mankei. Wann gehts denn nun weiter bei Euch beiden. Ich bin schon ganz gespannt und schaue jeden Tag voller Vorfreude in das Forum hier.

L.G.
style1977
 

Beitragvon Kavure´i » 07.06.2016, 01:01

Hola Style

ich bin dran.
Momentan haben wir ein Problem mit dem elektrischen Strom.
Bei uns werden die Strommasten ausgewechselt. Dafür schalten sie tagsüber den Strom ab. Ab 17 Uhr arbeiten wir deshalb dann
das nach, was wir tagsüber nicht machen können.
Und danach bin ich müde :mrgreen:

Kavure´i
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Beitragvon Kavure´i » 07.06.2016, 04:32

Kolping schickte mehrere Soldaten auf Motorrädern in Richtung Nürtingen, Neckartenzlingen, Reutlingen und auch auf einige Nebenstraßen, um zu erkunden, ob außer den Arabs, die hier getötet worden waren, noch andere unterwegs waren.
Die Frau und einer der Russen schleppten den bewusstlosen Arab zum Haus während die anderen ihrer Gruppe die Gegenstände, die sie den Toten abgenommen hatten auf einen Haufen legten.
Zum größten Teil waren das Maschinengewehre, Pistolen, Messer und Munition. Dann persönlicher Kram, einige Gold- und Silbermünzen, zwei Armbanduhren und eine Funkgerät.
Es waren auch sechs Autoschlüssel dabei, so dass sich zwei der Männer in Begleitung einiger Soldaten auf die Suche nach den Fahrzeugen machten.
Derjenige, der nach dem vereitelten Angriff als erster aus dem Haus gekommen war, schien der Sprecher der Gruppe zu sein. Er stellte sich als Kurt vor und meinte, er hätte viele Fragen, vor allem wegen des unbestreitbar militärischen Charakters unsere Gruppe, den Russen, den Hubschraubern, und, und , und.
Kolping stellte sich ebenfalls vor und erklärte ihm, dass er zuerst wissen wollte, wer sie waren, woher sie kamen und was sie hier machten.
Kurts Gesichtsausdruck verhärtete sich.
"Ich weiß nichts von euch, wir kennen euch nicht, wir wissen nicht, ob wir euch vertrauen können."
Die Frau, die den verletzten Arab entdeckt hatte, trat neben ihn und nahm seine Hand.
"Sie haben uns geholfen, obwohl sie uns nicht kannten, nichts von uns wussten, ich glaube, wir können ihnen trauen."
"Was meint ihr?" fragte er seine Freunde, die neben ihnen standen.
"Erzähl es ihnen." meinte einer von ihnen, die anderen nickten.
"Wir sind Jäger." sagte er.
"Jäger?"
"Wir jagen die da." Die Frau zeigte auf die toten Moslem.

Lautes Motorengeräusch kündete von der Ankunft unseres Konvois.
Die "Jäger" staunten nicht schlecht, als sie den endlos erscheinenden Lindwurm an Fahrzeugen aller Art sahen, der sich die Straße entlang schlängelte.
Kolping gab Befehl, dass sie Richtung Reutlingen weiterfahren sollten, wir wollten auf die Kradmelder warten und dann nachkommen.
Armbruster saß auf dem Beifahrersitz des ersten Fahrzeugs, salutierte lässig und gab seinem Fahrer ein Zeichen, weiterzufahren.
"Was haltet ihr von einem Frühstück im Haus?" fragte Kurt.
"Das halte ich für die beste Idee seit dem Aufstehen." sagte ich. "Die zwei Schluck Kaffee die ich hatte, sind schon so lange her, und mein Magen hängt mir in den Kniekehlen."
"Hoffentlich habt ihr genug Proviant da." Marc grinste mich frech an. Max lachte schallend und Miriam kicherte.
Kurt und seine Freunde schauten uns leicht irritiert an.
Ich grinste sie an. "Meine Freunde halten mich für verfressen. Dabei würde mir momentan ein halbes gegrilltes Schwein im Doppelwecken reichen."
Jetzt lachten sie auch.
"Dann kommt rein, Kaffee, Tee und Lebensmittel haben wir reichlich. Du wirst dich allerdings mit Brot und Wurst aus der Dose begnügen müssen."
"Das hört sich doch gut an." erwiderte ich.

Wir betraten das Haus, gingen durch einen Flur und betraten eine große Wohnküche.
Auf den Arbeitsplatten stapelten sich Kartons, Gläser und Dosen.
Kurz darauf kochte das Wasser für den Kaffee. Brot wurde aufgeschnitten, Wurstdosen geöffnet. Dazu gab es eingelegtes Gemüse, aus Tuben Senf und Meerrettich.
Was wollte man mehr?

Wir waren bei der zweiten Tasse Kaffee als Kurts Gefährten und die Soldaten zurückkamen. Sie brachten vier Transporter und zwei Geländewagen mit.
Während sie sich zum Essen hinsetzten, erzählten sie, dass sie die Fahrzeuge in einer Fabrikhalle gefunden hatten.
Dort waren sie gut versteckt gewesen, die Arabs hatten sich dem Haus zu Fuß genähert.
"Sie müssen uns gefolgt sein." meinte einer der "Jäger".
"Das glaube ich nicht." wehrte Kurt ab. "Nicht mit vier LKWs im Schlepptau."
"Ich vermute, sie waren hier auf Erkundungstour und haben uns zufällig zum Haus fahren sehen. So schnell, wie die nach unserer Ankunft aufgetaucht sind, haben die sich in der Nähe herumgetrieben."
"Das denke ich auch, Ruth, so wie es aussieht, waren sie gerade dabei, eine Apotheke auszuräumen. Es standen einige Kartons davor. Nachher schauen wir nach, ob drinnen noch mehr zu finden ist. Der Stadtrat von Sigmaringen nimmt uns die sicherlich wieder ab."
Das war das dann der Zeitpunkt, an dem wir ihnen erzählten, woher wir kamen und wohin wir wollten. Und dass sie zukünftig ihre Beute ins Neckartal bringen müssten, weil Sigmaringen und Stetten am Kalten Markt aufgegeben wurden.
"Dort waren wir bisher nicht. Wir sahen die bewaffneten Posten und wussten nichts über die sozialen Strukturen dort."
Sie waren in den sechs Jahren seit dem Fall der Bombe durch ganz Deutschland gekommen. Sie hatten sich innerhalb der ersten sechs Monate zusammengefunden, waren zusammengeblieben und wie durch ein Wunder alle am Leben geblieben. Und das, obwohl sie mehr als einmal in gefährlichen Situationen, ähnlich wie heute, gesteckt hatten.
Normalerweise kundschafteten sie die Lager der Arabs aus, beobachteten sie und warteten auf Gelegenheiten sie anzugreifen. Sie schlugen zu, wenn ein Stützpunkt bis auf eine Wachmannschaft verlassen war, wenn sich kleinere Trupps auf den Weg machten um nach Beute zu suchen.
Ab und zu hatten sie ihnen Gefangene abjagen können, die sie dann zur nächsten ihnen bekannten Gemeinschaft von Deutschen brachten.
Sie erzählten aber auch von Gemeinschaften, die eher Gefangenenlagern ähnelten. Dort hatten sich einige zu Herrschern aufgeschwungen, die ihre Mitmenschen nicht weniger brutal knechteten wie die Arabs.
Die mieden sie und natürlich brachten sie auch keine Befreiten dorthin.

Auf der Straße fuhren die letzten Fahrzeuge des Konvois vorbei.
Kolping und die Russen wollten sich dann auch so langsam wieder auf den Weg machen.
"Was habt ihr jetzt vor?" fragte er Kurt.
"Das kommt darauf an, was die Kradmelder zu berichten haben. Ich vermute, die Angreifer kamen von Stuttgart, sollte das stimmen, werden keine Weiteren in der Nähe sein. Aber es könnten die nächsten Tage welche kommen um nachzuschauen, wo ihre Glaubensbrüder geblieben sind. Wir werden die Leichen verschwinden lassen. Wenn ihr nichts dagegen habt, werden wir mit euch nach Tübingen fahren und die Fahrzeuge mitnehmen. Wir könnten ein paar Tage in Ruhe und Sicherheit vertragen."
"Ihr seid eingeladen, euch uns anzuschließen." sagte Sonja.
"Lasst uns die Apotheke ausräumen." forderte Ruth uns auf. "Eine zu entdecken, die noch nicht geplündert wurde, ist fast wie ein Sechser im Lotto."
Die erbeuteten Transporter waren voll beladen. Wir wollten uns nicht die Zeit nehmen nachzuschauen womit. Wir gingen davon aus, dass es sich überwiegend um nützliche Dinge handeln würde.
In der Apotheke waren nicht nur die Regale im Verkaufsraum voll, sondern auch das Lager. Alles wurde in einen der Hubschrauber geladen und sollte direkt nach Tübingen geflogen werden.
"Was machen wir mit dem Gefangenen?" wollte Oleg wissen. "Verhören wir ihn gleich hier oder nehmen wir ihn mit nach Tübingen?"
"Erledigen wir es gleich hier. Bringt ihn her." Dieser Befehl ging an zwei der Soldaten und kurze Zeit später saß der Gefangene an einen Stuhl gefesselt in der Küche.
Zuerst wollte er nicht reden, aber Miriam "überredete" ihn schnell. Mit einer gekonnten Mischung aus Drohungen und Beleidigungen brachte sie ihn dazu, uns zu sagen, was wir wissen wollten.
Er und seine Kumpane kamen tatsächlich aus Stuttgart und waren von dort ausgeschickt worden, in der Umgebung gezielt nach Medikamenten, Stoffen, Garnen, Nähzubehör und Tretnähmaschinen zu suchen.
Wir staunten. Medikamente konnten wir ja noch verstehen, aber das Andere?
Wir wurden darüber aufgeklärt, dass all diese Dinge in den Norden geschickt wurden. Dort wo Muslime mit ihren Familien lebten.
Wir erinnerten uns an Plau am See und all die verschleierten Frauen dort.
Sie hatten von Allem reichlich gefunden, aber nur die vier Transporter füllen können. Den Fundort erfuhren wir genauso wie den Standort des Hauptquartiers in Stuttgart und die Anzahl der Amis und der Arabs.

Die Soldaten schleppten die Leichen in den Keller eines der Häuser und beseitigten so gut als möglich alle Spuren des heutigen Kampfes. Beschädigungen an Mauern und Straßen durch Schusswaffen waren so häufig, dass die nicht unbedingt auffallen würden.

Die Kundschafter kamen einer nach dem anderen zurück.
Weit und breit war keine Spur von weiteren Arabs zu finden gewesen.
So konnten wir hoffen, unbehelligt bis zu unserem Ziel zu kommen.

"Wer kümmert sich um den da?" fragte Ruth.
"Das übernehme ich." sagte Kurt und zog seine Pistole.
"Allah wird euch strafen, ihr ungläubigen Schweine!" rief der Arab. "Der Kalif wird über euch kommen wie Azrael der Würgeengel! Er und meine Brüder werden dieses Schlangennest vor ihrer Haustür vernichten. Genießt eure letzten Tage, ihr räudigen Hunde."
Indem ihn Miriam wieder provozierte, plauderte er die Pläne des Kalifen aus.
Er war tatsächlich nicht unter den Toten bei Halblech gewesen. Und auch nicht bei den Trupps, die während der "Blutwoche" aufgespürt und eliminiert worden waren. Mit einigen seiner Männer hatte er sich nach Stuttgart durchgeschlagen und sofort damit angefangen, neue Truppen zusammenzuziehen.
"Ihr werdet alle sterben. Allah wird uns den Sieg über die Ungläubigen schenken."
Kurt löste die Fesseln des Arabs, trieb ihn aus dem Haus und in den Keller, wo schon die anderen Toten lagen. Ein Schuss fiel.

Oleg schickte einen der Helikopter nach Tübingen um die Menschen zu warnen.
Kurze Zeit später saßen wir in den Fahrzeugen und folgten dem Konvoi.
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Beitragvon style1977 » 07.06.2016, 13:49

@Kavure´i Das mit dem Strom ist ganz schön nervig um so mehr freue ich mich und die anderen Leser bestimmt auch wenn Du uns weiter an deiner spannenden Geschicht teilhaben lässt. Danke und weiter so.
style1977
 

Beitragvon Kavure´i » 10.06.2016, 02:26

Wir saßen am Ufer des Neckars und genossen den Schatten der alten Platanen des sogenannten "Seufzerwäldchens" auf der Neckarinsel.
Karola und einige andere Kinder vergnügten sich damit, bei dem Versuch einen Stocherkahn zu staken, immer wieder ins Wasser zu fallen, was regelmäßig mit lautem Lachen und Geschrei vor sich ging.
Wir, das waren Miriam, Max, Helga, Hannes, Marc und ich, hatten eine Decke ausgebreitet und machten ein altmodisches Picknick.
Emma stand am Ufer und schaute aufmerksam zu, Askari lag leicht schnarchend neben mir, öffnete ab und zu ein Auge, in der Hoffnung, es könnte ein Happen für ihn abfallen.

Es war ein Sonntagnachmittag im Juli. Es war heiß, die Sonne schien aus einem tiefblauen Himmel, der mit Schäfchenwolken bedeckt war.
Drei ganze Monate war es her, seit wir mit dem Konvoi von Reutlingen kommend die Steige hinab in die Stadt eingefahren waren.
Da wir schon seit Tagen erwartet worden waren, war alles für unsere Unterbringung vorbereitet gewesen.
Die ersten vierzehn Tage verbrachten wir im Klinikum auf dem Schnarrenberg.
Nach und nach wurden es weniger Bewohner, denn immer mehr zogen in eigene Wohnungen oder Häuser um.
Zwischen Tübingen und Eyach fuhren Schienenbusse, die alten Haltestellen gab es auch noch und so konnten sich die neu Angekommenen per Bahn die Ortschaften, die als zukünftige Heimat in Frage kamen, anschauen.
Auch wir waren bei der Ankunft registriert worden.
Gefragt wurde nach Namen, Alter, Beruf und/oder Talenten und Fähigkeiten.
Wir hatten uns allerdings noch nicht dazu entschlossen zu bleiben. Obwohl wir ständig von unseren Freunden darauf angesprochen wurden, die unbedingt wollten dass wir blieben.

Kolping hatte seine Soldaten noch nicht entlassen, Calvin trainierte weiterhin seine Leute. Oleg, Sonja und ihre Leute waren immer noch bei uns. Ihr Befehl lautete, weiterhin im Neckartal zu bleiben um die Gemeinschaft mit ihren Hubschraubern zu unterstützen.
Anfangs waren sie täglich aufgestiegen um sich die Umgebung aus der Luft anzuschauen und nach den Truppen des Kalifen Ausschau zu halten.
Alles blieb ruhig.
Mitte Mai hatte der Stadtrat darum gebeten, nach Stuttgart zu fliegen um eventuelle Bewegungen auszumachen. Oleg stimmte zu und zusammen mit einigen Stadträten waren sie losgeflogen.
Der Gefangene hatte erzählt, dass sich seine Glaubensbrüder in den Kasernen aufhielten, in denen ehemals die Amerikaner stationiert gewesen waren. Dorthin ging der Erkundungsflug. Geplant war, dass einer der Helikopter einmal über die Kasernen fliegen sollte um sich einen kurzen Überblick über die Anzahl der Arabs zu verschaffen.
Wie groß war die Überraschung, als der Funker meldete, die Kasernen seien verlassen.
Alle Maschinen landeten und die Soldaten schwärmten aus.
Keine lebende Seele hielt sich dort auf.
In einem der Fahrzeughangars machten sie eine grausige Entdeckung. Dort lagen hunderte von Leichen in verschiedenen Stadien der Verwesung. Man konnte sehen, dass sie dort niedergemacht worden waren, wo sie gestanden hatten. Wie es aussah, waren sie in die Halle getrieben und mit Maschinengewehrsalven niedergemacht worden.
Trotz des grässlichen Gestanks hatte sich der Arzt einige der Leichen direkt am Eingang angesehen. Soweit er das beurteilen konnte, handelte es sich ausschließlich um Kaukasier. Also hatten die Araber schlussendlich ihre amerikanischen Verbündeten umgebracht.
In zwei weiteren Hangars fanden sie weitere Leichen. Sie schätzten, dass es alles in allem um die zweitausend Tote waren.
Von den Arabern fanden sie keine Spur.
In den Gebäuden entdeckten sie große Lager mit Kunstgegenständen und Antiquitäten aller Art, verlassene Packstationen, auf den Tischen lagen fertig gepackte und offenen Kartons, Klebebänder, Scheren und Packzettel, Adressaufkleber, usw.
Aber nirgendwo gab es Lebensmittel, Waffen oder Munition.
Alle noch vorhandenen Autos und Laster waren fahruntüchtig, Treibstoffe fanden sie auch nicht.
Oleg und seine Leute erkundeten die nähere und weitere Umgebung.
Nichts.
Die Araber blieben wie vom Erdboden verschluckt.

Nach dem Essen setzten wir uns näher ans Ufer.
"Was machen wir jetzt?" fragte Marc.
"Wie wär´s mit Baden gehen?" fragte ich und schubste ihn in den Neckar. Laut prustend kam er wieder hoch und begann, mich mit Wasser zu bespritzen. Ich sprang auf und wollte weglaufen, als ich selber einen Stoß in den Rücken bekam und neben Marc im Wasser landete.
Helga stand am Ufer und lachte schallend, bis Hannes sie am Arm packte und mit ihr zusammen ins Wasser sprang.
Da gab es auch für Miriam und Max kein Halten mehr und am Ende spritzten und kreischten wir genauso wie die Kinder, die uns zuerst überrascht anstarrten um dann begeistert mit uns zusammen im Wasser herumzutoben.
Um das Chaos perfekt zu machen, sprangen auch noch die Hunde in den Fluss um laut bellend um uns herumzuschwimmen.
Später saßen wir klatschnass am Ufer und ließen uns von der Sonne trocknen.
Ich überlegte, wann wir das letzte Mal so unbeschwert und ausgelassen gewesen waren.
Ich konnte mich nicht erinnern.
Als wir wieder trocken waren, gingen wir zu unseren Unterkünften im ehemaligen "Hotel am Bad". Da wir noch unentschlossen waren, ob wir bleiben sollten oder nicht, hatten wir uns bisher weder eine Wohnung noch ein Haus ausgesucht.
Wir stellten Stühle vor das Haus und schauten den Menschen zu, die ihren Geschäften nachgingen oder einfach den schönen Tag bei einem Spaziergang genossen.
"Ich würde gerne hier bleiben." sagte Miriam. "Lukas und Karsten gefällt es auch." Sie stieß Max mit dem Ellenbogen an. "Hast du bemerkt, dass Karsten verliebt ist?"
Max grinste. "Die Tochter vom Stadtbäcker? Ich glaube, er gefällt ihr auch."
"Und was meinst du?"
"Ich denke, wir sollten so langsam daran denken zu unseren Freunden in Hugoldsdorf zurückzukehren um sie zu fragen, ob sie auch hierherkommen wollen."
Darüber hatten wir schon einige Male gesprochen. Aber wir hatten Erholung gebraucht.
Wir hatten erst bemerkt, wie erschöpft an Geist und Körper wir waren, als wir hier in Sicherheit zur Ruhe gekommen waren.
"Du hast Recht." sagte ich. "Morgen sollten wir mit dem Bürgermeister sprechen und uns dann überlegen, welche Route wir nehmen wollen um den Arabs aus dem Weg zu gehen."
"Wenn wir einen der großen SUVs nehmen, können wir alle sechs in einem Fahrzeug fahren." meinte Hannes.
"Du und ich, wir werden uns Enduros nehmen und das Auto begleiten." bestimmte Max. "Ich denke, so kommen wir am schnellsten voran."
"Am schnellsten kommen wir zu euren Freunden, wenn wir euch hinfliegen." ertönte die Stimme von Sonja hinter unserem Rücken. "Wie viele sind es denn?"
"Fünfzehn. Acht Erwachsene, sieben Kinder, zwei Hunde und zwei Katzen. "
"Dafür brauchen wir ja nur einen Hubschrauber. Ich werde mit Oleg reden, was er denkt, wann wir aufbrechen können."
Wir sprangen auf um sie zu umarmen und uns zu bedanken. So würde es ein Sonntagsausflug werden.

Später gesellten sich Kurt, Ruth und ihre Kameraden zu uns.
Auch ihnen hatte die Ruhe der letzten Monate gut getan. Alle hatten etwas zugenommen, ihre Haut hatte das ungesunde Grau verloren und ihre Bewegungen waren ruhiger geworden.
"Wir werden uns bald wieder auf den Weg machen." begann Ruth.
"Warum wollt ihr nicht hier bleiben, die Menschen würden euch mit Freuden aufnehmen."
"Wir haben mit der Bürgerrat gesprochen. Sie haben uns in der Neckarhalde ein Haus gegeben. Das werden wir als Basis benutzen und als Heim, in das wir zurückkommen können. Wir haben eine Vereinbarung getroffen, dass wir als eine Art Kundschafter unterwegs sein werden. Wir suchen wie bisher die nähere und weitere Umgebung nach Arabs und überlebenden Deutschen ab. Die Arabs schicken wir in die Gehenna und die Deutschen hierher. Außerdem tragen wir in eine Karte ein, wenn wir irgendwo etwas Nützliches finden, so dass die Bürger es holen können ,wenn sie es brauchen oder wollen."
Sie würden in den angenehmen Monaten unterwegs sein und im Neckartal überwintern. Und sich auch ansonsten immer wieder Auszeiten nehmen um hier zu leben.
"Jetzt sind wir nur noch Halbnomaden." lachte eine der Frauen.

Am nächsten Morgen beim Frühstück kam Sonja um uns mitzuteilen, dass der geplante Flug in der nächsten Woche stattfinden könnte, sollte uns der Termin passen.
"Ich schau mal in meinem Terminkalender nach, ob wir die Aktion zwischen die vielen Verpflichtungen einschieben können, die wir haben." witzelte Marc.
So war es beschlossene Sache.
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Beitragvon Kavure´i » 16.06.2016, 02:18

Fünf Tage später stand unsere Libelle startbereit auf dem Hubschrauberlandeplatz des ehemaligen Klinikums.
Sonja und Oleg wollten uns begleiten, ebenso Sascha, und zwei weitere Besatzungsmitglieder.
Calvin ließ es sich nicht nehmen, seine "Sozusagen-Cousine" zu begleiten, Irwin und John waren ebenso mit von der Partie wie Armbruster, Diebold und Lechner, die die Genehmigung dazu vom General erhalten hatten.
Er hatte uns zusätzlich noch zehn Soldaten, alles Freiwillige, mitgegeben.
An Zivilisten kam außer uns noch ein Arzt mit.
Für alle Fälle, wie sich der Stadtrat ausgedrückt hatte.
Der Stadtrat und General Kolping hatten uns den Auftrag gegeben, unterwegs die Augen offen zu halten und nach Konvois oder Lagern der Feinde Ausschau zu halten.
Ich hatte mich dazu bereit erklärt, alles was interessant sein könnte, in Karten, die mir vom Vermessungsamt ausgehändigte worden waren, einzutragen.
Außer reichlich Lebensmitteln, Schlafsäcken und unseren Rucksäcken mit den persönlichen Sachen, hatten wir noch genügend Waffen und Munition an Bord um einen kleinen Krieg beginnen zu können.
Für alle Fälle, hatte Sonja augenzwinkernd gemeint.

Es war vier Uhr früh und am Horizont wurde der Nachthimmel gerade eben etwas heller als wir uns von der Mutter Oberin, Schwester Irmengard, Pia Armbruster und Karola und den Hunden verabschiedeten.
Wir versprachen den Nonnen, kurz in Heiligengrabe vorbeizuschauen und Karola, dass wir so schnell als möglich wiederkommen würden.
Miriam umarmte ihre Söhne, die gerade noch rechtzeitig gekommen waren um uns zu verabschieden.
Oleg gab uns ein Zeichen, wir stiegen ein. Sascha schloss die Tür und kurze Zeit später stiegen wir auf.
Bevor es richtig hell war, hatten wir schon Stuttgart erreicht.
Ein kurzer Rundflug über den Kasernen zeigte uns, dass sich dort seit unserem letzten Besuch nichts verändert hatte.
Als wir kurz zuvor über Waldenbuch geflogen waren, hatte ich sehnsüchtig an die Schokoladenfabrik gedacht, die dort ansässig gewesen war.
Natürlich lachten wieder alle, als ich davon erzählte.

In Ludwigsburg sahen wir erstmals Anzeichen von menschlichem Leben.
Oleg hatte unbedingt beim Schloss vorbeischauen wollen, obwohl er natürlich wusste, dass nach über sechs Jahren Vernachlässigung von den Gartenanlagen nichts mehr übrig sein würde.
Wie erwartet war alles dicht mit Gestrüpp zugewachsen. So sah es wenigstens aus, wenn man sich dem Schloss von Seiten der Straßen näherte. Aus der Luft konnten wir kleine Anpflanzungen und Beete zwischen den wuchernden Sträuchern erkennen. Wir vermuteten, dass das Schloss bewohnt war.
Ich trug es in die Karte ein und schrieb es in meine Agenda.
Sonja und Oleg erwogen kurz, in der Nähe zu landen und nach den Bewohnern zu suchen, aber ich meinte, das könnten wir auf dem Rückweg immer noch machen, sollten jetzt keine unnötigen Risiken eingehen.
Wir wussten schließlich nicht, wie wehrhaft die Bewohner waren und wie sie auf uns und den Helikopter reagieren würden.
Jetzt, wo wir wussten, worauf wir achten mussten, entdeckten wir sie überall.
Kleine unauffällige Äcker, Wiesen und Gärten, stets im Innern von dichtem Gestrüpp oder kleinen Wäldchen. Meist in der Nähe von Gehöften oder kleinen Ortschaften, abseits der Autobahnen und Überlandstraßen. Ab und zu sahen wir sogar Menschen, die sehr schnell in Deckung gingen sobald sie den Fluglärm hörten.
Kurz vor Würzburg überflogen wir wieder einen Aussiedlerhof, die ehemaligen Felder scheinbar zugewachsen, allerdings nur an den Rändern.
Auf einem der Äcker ging ein Mann hinter einem Pferd und brach die Erde auf um die Kartoffeln freizulegen. Andere, Männer und Frauen und auch etliche Kinder, waren damit beschäftigt, die Kartoffeln aufzuklauben und in Körbe zu füllen.
Sie waren zu weit entfernt vom Hof und hätten auch das Pferd samt Pflug nicht mehr rechtzeitig verstecken können als wir auftauchten.
Einer der Männer riss ein Gewehr vom Rücken und legte auf uns an. Ein anderer drückte ihm den Lauf nach unten und winkte zu uns hoch. Er bedeutete uns, beim Hof zu landen.
Nach kurzer Beratung beschlossen wir, seiner Einladung zu folgen.
Wir landeten und warteten bis die Bewohner kamen.
Zuerst kamen drei der Männer, die Hände an den Waffen aber die Neugierde war stärker als das Misstrauen.
Wir hatten beschlossen, dass zuerst wir Frauen aussteigen würden. So würden sie sofort erkennen, dass wir keine Arabs waren.
Der Mann, der seinen Kameraden am Schießen gehindert hatte, rief etwas zu uns herüber. Es sprach nicht Deutsch, ich verstand kein Wort, erkannte die Sprache aber als Russisch.
Und Sonja trat sofort vor und antwortete ihm in der gleichen Sprache.
Oleg und die anderen Russen stiegen ebenfalls aus und unterhielten sich einige Zeit mit dem Bauern.
Der drehte sich zu seinen Begleitern um und sagte: "Hol die anderen, alles ist gut, es sind Landsleute von mir. Ihr müsst keine Angst haben. Schnell, hol sie alle her. Wir werden Neuigkeiten erfahren."

Kurze Zeit später saßen wir vor dem Bauernhaus. Die Leute hatten Biertischgarnituren aufgestellt und wir saßen alle an den Tischen und aßen Pellkartoffeln mit Quark, dunkles Brot mit Griebenschmalz und Leberwurst.
Wir hatten von unseren Vorräten beisteuern wollen, aber sie hatten gesagt, wir sollten unseren Proviant sparen.
Aber die beiden Gläser mit löslichem Kaffee nahmen sie mit Freuden.
Es wurde sehr spät, bis wir mit Erzählen fertig waren.
Sie erfuhren von Tübingen und dem Neckartal, wir davon, dass sie nicht die Einzigen waren, die so lebten, sondern im Umkreis sehr viele kleine Gemeinschaften auf die gleiche Art und Weise ein Auskommen hatten.
"Wir verstecken uns, die Felder und die Tiere, indem wir Gestrüpp und Gebüsch angepflanzt haben und dafür sorgen, dass wir von den Straßen aus nicht zu sehen sind. Bis vor einem halben Jahr kam auch ab und zu ein Hubschrauber in die Nähe, aber die orientierten sich an den Autobahnen und machten keine Erkundungsflüge. Seit einigen Monaten haben wir keinen mehr gehört oder gesehen. Bis ihr aufgetaucht seid. Ich habe sofort gewusst, das können keine Feinde sein. Nicht wenn sie in Mils kommen."
"Sie haben wahrscheinlich keine Helikopter mehr." sagte ich.
"Wie das?"
"Wir haben sie vernichtet. Zusammen mit vielen Panzern, Tankfahrzeugen, LKWs und anderen Fahrzeugen." erklärte ich.
"Und es gibt inzwischen etwa zwanzigtausend weniger von ihnen."
"Habt ihr die erledigt?"
"Zum Großteil." sagte Oleg. "Aber es sind auch ungefähr vier- bis fünftausend von ihnen bei diesem schlimmen Wintersturm umgekommen. Erfroren."
Die Bauern jubelten und freuten sich.
"Leider konnten wir ihren Anführer, den Kalifen, nicht erwischen. Laut Aussage eines Gefangenen, sollte er in Stuttgart sein und neue Truppen zusammenziehen. Anschließend wollte er uns im Neckartal überfallen. Aber sie haben dort nur ihre amerikanischen Verbündeten umgebracht und sind seither wie vom Erdboden verschluckt."
"Vor circa vier Monaten zog eine ziemlich abgerissene Truppe von Moslems auf der Autobahn Richtung Norden." erzählte Mikhail, der russische Bauer.
"Wie viele waren es denn?" fragte Calvin.
"Wir schätzen, es waren ungefähr fünftausend."
"Das sind dann wohl alle, die in Stuttgart stationiert waren. Der Kalif konnte allerhöchstens mit einer Handvoll seiner Männer entkommen sein. Vermutlich reist er nach Norden um dort seine Wunden zu lecken." vermutete Max.
"Es interessiert mich immer noch brennend, warum sie plötzlich alle Amis ermordet haben." sagte ich.
"Mich auch, aber das werden wir wohl nie erfahren." meinte Miriam.

Mikhail setzte sich später mit unseren russischen Freunden zusammen und sie unterhielten sich in ihrer Sprache.
Wir anderen tauschten weiter Informationen aus. Die Bauern freuten sich darüber, Neuigkeiten von außerhalb ihrer kleinen Welt zu erfahren und wir waren froh zu hören, dass Deutschland wohl doch nicht ganz so menschenleer war, wie wir befürchtet hatten.

Es war schon weit nach Mitternacht als wir unsere Schlafsäcke im Heu der Scheune ausbreiteten.
Meinem Empfinden nach hatte ich gerade erst die Augen geschlossen, als mich Hannes weckte.
Die Sonne ging gerade auf, aber die Tische vorm Haus waren schon fürs Frühstück gedeckt.
Nach einem Frühstück mit Butterbrot und Rührei, packten wir unsere Sachen in den Hubschrauber und verabschiedeten uns von unseren neuen Freunden.
"Kommt uns auf dem Rückweg besuchen, damit wir erfahren, ob ihr erfolgreich wart."
"Das machen wir." versprach Oleg. "Braucht ihr etwas, das wir euch mitbringen können?"
"Hast du zwei Tage Zeit um die Liste zu schreiben?" witzelte Mikhail.
"Im Ernst, wenn ihr dran kommt, Stoffe, Nähzeug, eine Nähmaschine die ohne Strom funktioniert. Einen Pflug fürs Pferd und eine Egge. Wir bräuchten tausend Sachen, aber wir kommen auch so zurecht. Danke fürs Fragen."

Wir stiegen ein und weiter ging es Richtung Berlin. Wir wollten an diesem Tag zumindest bis Leipzig oder Halle an der Saale kommen.
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Beitragvon style1977 » 16.06.2016, 05:14

Super es geht weiter. :) :) :)
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Beitragvon Andiamos » 16.06.2016, 07:12

style1977 hat geschrieben:Super es geht weiter. :) :) :)

Dem schließe ich mich gerne an! :D

LG
Angelika
Andiamos
 

Beitragvon Schwarzdax » 16.06.2016, 22:10

Ich auch. Danke!! Tolle Geschichte!!!!

Gruß
Schwarzdax
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Beitragvon Kavure´i » 23.06.2016, 02:01

Wir überflogen dichte Wälder, mit Gestrüpp und kleinen Bäumen zugewachsene ehemalige Felder. Auf Lichtungen und Wiesen weideten verwilderte Rinder, Ziegen und Schafe gemeinsam mit Rehen und Hirschen.
Auch hier sahen wir immer wieder versteckt angelegte Äcker, ab und zu Menschen, aber wir landeten nicht mehr. Meine Karten wurden bunt.
Einmal sahen wir sogar Reiter, die aber schnell in ein Waldstück galoppierten, um sich im Unterholz zu verstecken.
Nicht alle waren auf einen niedrigen Stand zurückgefallen, denn vor einigen Bauerhäuser standen Traktoren und andere landwirtschaftliche Maschinen, auch Autos und LKWs, von denen wir öfter welche fahren sahen.
Wir kamen lange vor Dunkelwerden in die Nähe von Leipzig.
Schon von Weitem sahen wir die Seen in der Sonne blinken. Calvin schlug vor, an einem von ihnen das frühzeitige Nachtlager aufzuschlagen. Wir könnten dort vielleicht sogar schwimmen gehen.
Wir waren alle einverstanden und Oleg flog in Kreisen über den Seen, die von Nahem leider nicht mehr so schön waren wir aus der Entfernung.
Wir überflogen die Stadt, die wie gewohnt menschenleer war, und entschieden uns für einen der Seen in der Nähe des Flughafens.
Auf den Startbahnen und in der Parkzonen standen Flugzeuge, die wollten wir uns aus der Nähe anschauen. Aber erst am nächsten Tag.
Oleg landete den Hubschrauber auf einer der kleinen Inseln in dem See, der auf meiner Karte als Werbeliner See eingezeichnet war.
So konnten wir höchstens aus der Luft überraschen angegriffen werden. Die Insel war zugewachsen, so dass man uns vom Ufer aus gar nicht sehen konnte.
Kaum hatten die Rotoren aufgehört sich zu drehen, waren wir auch schon alle im Wasser.
Ausgelassen spritzten wir uns gegenseitig nass, tauchten uns unter und führten uns auf wie Kinder.
Es war einfach nur schön. Wir genossen sorglose Momente wie diese, die letzten Jahre hatten wir einfach viel zu wenige davon gehabt. Es war ein gutes Gefühl, mit Freunden einige Stunden unbeschwert zubringen zu können, so dass man sich beinahe einbilden konnte, alles sei wie früher.
Nach dem Baden entzündeten wir kleine Lagerfeuer und machten uns ein paar Konserven heiß.
Den unvermeidlichen Becher heißen Tee in der Hand machten wir Pläne für den nächsten Tag.
Die Russen wollten den Flughafen besichtigen, sich die Flugzeuge anschauen. Danach wollten wir weiter Richtung Berlin um uns dort vielleicht ein wenig umzuschauen. Auch wir anderen waren mit diesem Plan einverstanden.
Die Nacht versprach warm zu werden und so verzichteten wir darauf, die Zelte aufzustellen. Wir breiteten unsere Schlafsäcke aus und sobald es dunkel war, krochen wir hinein.
Kurz nach Sonnenaufgang weckte uns Boris, indem er mit einem Löffel an den Wasserkessel schlug.
Eine Stunde später starteten wir und landeten wenige Minuten später auf dem Flugplatz Leipzig/Halle, direkt auf der Startbahn im nördlichen Teil, auf der einige Flugzeuge standen. Wir hängten uns unsere Waffen um und stiegen aus, Oleg ließ eine Wache an Bord zurück, zur Vorsicht, wie er sagte.
Schon beim ersten Flieger, dem wir uns näherten, sahen wir die Einschusslöcher in der Außenhaut. Die Tür im vorderen Bereich stand offen, ebenso der Notausstieg. Eine fahrbare Treppe stand davor und Calvin und Irwin kletterten sie hinauf und verschwanden im Inneren der Maschine. Nach nur einer Minute kamen sie zurück.
"Das ist grauenhaft, die Maschine ist voller Toter." rief Irwin.
Wir anderen erklommen die Treppe, ein Bild wie aus einem Horrorfilm bot sich mir. In den Sitzen hingen, teilweise noch angeschnallt, Skelette, an manchen haftete noch etwas vertrocknete Haut und Haarbüschel, die Kleidung hing in vermoderten Fetzen an ihnen.
Calvin hob etwas vom Boden auf. Patronenhülsen. Aber auch ohne diese hätten wir gewusst, wie diese Menschen ums Leben gekommen waren.
Die Gepäckfächer standen offen, einige Gepäckstücke befanden sich noch darin, andere lagen in den Gängen oder auf den Leichen.
Wir stiegen aus und umrundeten das Flugzeug. Der Frachtraum stand offen und ein Blick ins Innere offenbarte uns, dass er geplündert worden war.
Nach drei weiteren Maschinen hatten wir genug gesehen. In allen erwartete uns der gleiche Anblick.
Auch das Flughafengebäude betraten wir nicht, nachdem wir schon vom Eingang aus die Toten sehen konnten, die überall dort lagen, wo sie gefallen waren.
Wir vermuteten, dass sie gestorben waren, als sie sich schon in Sicherheit wähnten.
Sie hatten es noch zum Flughafen geschafft, viele sogar bis in die Flieger. Aber dann hatte sie das Glück verlassen und die Arabs hatten sie alle ermordet.

Kurze Zeit später waren wir wieder unterwegs.
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Beitragvon style1977 » 23.06.2016, 09:19

Super es geht in meine Richtung. In den Molloch der Nation. Vielleicht versuch ich eine Nebenstory wie Mankei reinzubinden. Leider hab ich nicht das Tallent wie Du. Einfach nur geil. Mach weiter so. :)
style1977
 

Beitragvon Pleitegeier » 23.06.2016, 10:57

Hallo!
Die Geschichten berühren mich sehr und sind sehr gut geschrieben.

Man hat das Gefühl dabei zu sein!
LG
Pleitegeier
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Beitragvon Andiamos » 23.06.2016, 20:19

Hallo style1977,
trau dich ruhig. Kann nur bereichernd sein! :D

LG
Angelika
Andiamos
 

Beitragvon Kavure´i » 24.06.2016, 01:15

Style

ja, trau dich. Es wird schon werden.

Ich möchte schon gerne unsere Erlebnisse in Berlin schildern.
Leider war ich niemals dort. Ausser in Baden-Württemberg eh nirgendwo. Muß mich halt mit Google Earth, Deutschlandkarte und Reiseführer begnügen. :lol:

Hat jemand bestimmte Wünsche oder Vorschläge?

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Beitragvon style1977 » 24.06.2016, 06:13

OK ich mach mir mal ein paar Gedanken wie ich anfangen werde.

@Kavure´i hast Du wenn Du Deine Geschichte schreibst schon den Verlauf der Story im Kopf oder läßt Du Dich sagen wir mal "treiben"?
style1977
 

Beitragvon Kavure´i » 25.06.2016, 03:12

Style

ich habe die eine oder andere Idee, um die herum "bastle" ich dann die Geschichte.
Aber im Großen und Ganzen kommen mir die Ideen während des Schreibens.

Kavure´i
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Beitragvon Kavure´i » 26.06.2016, 05:28

Während des Fluges gingen mir die schrecklichen Bilder des Morgens nicht aus dem Kopf.
Im Geiste sah ich die schreckgeweiteten Augen der Menschen in der Abflughalle und in den Flugzeugen, sah sie, wie sie versuchten zu fliehen oder sich zu verstecken, sah die Bewaffneten, die das Gebäude und die Maschinen stürmten, hörte das Stakkato der Maschinenpistolen, die Schreie der Passagiere.
Ich versuchte, diese Gedanken aus meinem Kopf zu bekommen, schaffte es aber nicht.
An der Art, wie Marc seine Finger verschränkt hatte, seine Knöchel weiß hervortraten, sah ich, dass es ihm genauso ging. Auch den Anderen schienen die gleichen oder ähnliche Szenarien durch den Kopf zu gehen.
Ich fragte mich, wohin diese Menschen unterwegs gewesen waren, wohin hatten sie sich flüchten wollen, hatten sie geglaubt, sich in Sicherheit bringen zu können. Wie vielen war die Flucht gelungen, bevor der Flughafen gestürmt worden war. Wohin waren sie geflohen? Waren sie dort angekommen? Hatte man sie dort gut aufgenommen?
So viele Fragen. Würde ich darauf je eine Antwort bekommen?
Seltsamerweise hatte ich mich bisher wenig Gedanken darüber gemacht, wohin all die Menschen verschwunden waren.
Wir hatten zwar erfahren, dass in den ersten Wochen hunderttausende, wenn nicht Millionen, Deutsche einfach abgeschlachtet worden waren, aber wenn man von 60 Millionen Deutschen am Tag der Bombe ausging, dann die wenigen tausend Menschen abzog, die wir auf unserer Reise durch ein postapokalyptisches Deutschland getroffen hatten, konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Arabs es geschafft hatten, so viele Menschen umzubringen.
Bei unseren "Einkaufsfahrten", korrekt müsste es natürlich Plünderungen heißen, hatten wir menschenleere Dörfer und Städte vorgefunden, aber so gut wie keine Leichen.
Wohin also waren all die Menschen verschwunden?

Gegen Mittag setzte Oleg den Mil auf dem Marktplatz von Wittenberg auf. Schon von oben hatten wir erkennen können, dass diese Stadt völlig intakt war.
Wir stellten Klapptische und -stühle auf und setzten uns zum Mittagessen vors Rathaus.
Danach wollten wir uns ein wenig umschauen.
Oleg ließ wie gehabt eine Wache beim Helikopter zurück, alle anderen schwärmten aus.
Wir gingen durch die Straßen, immer auf der Hut. Obwohl alles ruhig war und sich kein Mensch blicken ließ, wollten wir doch nicht den Fehler machen, uns überraschen zu lassen.
Aber man konnte deutlich erkennen, dass in den Häusern schon seit Jahren niemand mehr wohnte.
In den Hauseingängen hatte sich der Unrat von Jahren angesammelt, die Fenster waren blind vor Dreck, viele Scheiben waren auch zerbrochen. Manche Haustüren waren offen, hingen schief in den Angeln oder fehlten ganz.
Neugierig betraten wir das eine oder andere Gebäude und sahen uns um.
Dort wo die Elemente Zutritt erhalten hatten, waren die Möbel verrottet, die Fußböden schmutzig, die Tapeten hatten sich in Bahnen von den Wänden gelöst, die schwarz verschimmelt waren. Von den Decken hingen dichte Vorhänge von Spinnweben und es roch streng nach Ratten und anderem Ungeziefer.
In den Häusern deren Fenster und Türen intakt und geschlossen waren, fanden wir die Einrichtung mit dichten Staubschichten bedeckt vor, aber auch hier hatten sich Ratten und Mäuse eingenistet, Löcher in die Polster genagt und sich dort ihre Nester gebaut. Es roch muffig und staubig, nach Mäuse-und Rattenkot.
Wir fanden nichts, was wir hätten brauchen können.
Wir beschlossen, nur noch ein Haus zu durchsuchen und dort wurden wir fündig.
Darin entdeckten wir einen Raum voller Metallschränke, in denen Stoffe, Garne und anderes Nähzubehör gelagert war. Dort hatten die Ratten und Mäuse nicht eindringen können, so dass zwar alles leicht muffig roch, aber unversehrt war.
Auch die gewünschte Nähmaschine ohne Strom war vorhanden, sogar drei Stück davon.
Sorgfältig verschlossen wir die Schränke wieder. Ich notierte mir Straße und Hausnummer in meiner Agenda.
Nach einem Blick zum Himmel beschlossen wir, zum Marktplatz zurückzugehen, denn der Nachmittag war schon weit fortgeschritten.
Außerdem wollte ich noch einen Blick in die Marienkirche werfen. Wenn man schon in der Lutherstadt war………..
Beim Hubschrauber angekommen, sahen wir, dass die Wachmannschaft abgelöst worden war.
Auch stapelten sich auf dem Platz davor einige Kisten und Kartons.
Den Aufschriften zufolge enthielten sie Arznei- und Lebensmittel.
Wir gingen durch den schmalen Durchgang zwischen zwei Häusern und standen vor dem Eingangsportal der Kirche.
Schon draußen hörten wir die Musik und schauten uns erstaunt an.
"Da spielt jemand die Orgel." sagte ich.
Wir betraten das Kirchenschiff und die Musik wurde lauter. Ich hörte, dass das Instrument leicht verstimmt war, aber es wurde virtuos gespielt.
Ich erkannte das Ave Maria von Reger, das übergangslos in eine Improvisation von Nights in White Satin überging.
Als sich meine Augen an das Dämmerlicht der Kirche gewöhnt hatten, sah ich, dass fast alle von uns hier versammelt waren und andächtig der Musik lauschten.
Ich stellte mich neben Calvin und fragte ihn: "Wer spielt da?"
"Hannes."
Wir saßen in den alten Kirchenbänken und hörten andächtig zu. Nach zwei weiteren Stücken brach die Musik ab und Hannes gesellte sich zu uns.
Wir applaudierten begeistert und gratulierten ihm. Er winkte ab und meinte: "Ich bin total aus der Übung, kein Wunder nach so vielen Jahren."
Ich staunte. Wenn er jetzt aus der Übung war, hätte ich ihn gerne zu seinen besten Zeiten spielen gehört.

Wir verließen das Gotteshaus, verschlossen das Portal und gingen zu unserem Transportmittel zurück.
Die Kisten und Kartons wurden eingeladen und wir berieten darüber, ob wir zum Übernachten einfach auf dem Marktplatz stehen bleiben oder uns außerhalb der Stadt einen Platz suchen sollten.
Wir entschieden uns fürs Bleiben. Nach einem frugalen Abendessen aus aufgewärmter Dosenkost und Tee erzählten wir, was wir gesehen und gefunden hatten,
Dann wurde entschieden, was sofort geholt und mitgenommen werden würde, und was auf dem Rückweg geholt werden sollte. Unter den Dingen, die wir erst einmal zurücklassen würden, waren auch die Stoffe und die Nähmaschinen.
Da keiner Lust hatte, sich in einem der Häuser in staubige und schimmlig riechende Betten zu legen, breiteten wir unsere Schlafsäcke im Hubschrauber aus. Sonja teilte die Nachtwache ein und sobald es dunkel war, gingen wir schlafen.

Es war noch stockdunkel als mich eine Hand an der Schulter berührte. Ich war sofort hellwach und flüsterte: "Was ist los?"
"Da draußen ist was. Setz dich auf deinen Platz und schnall dich an. Ihr anderen auch!" Saschas Flüstern war gerade so laut, dass es im ganzen Helikopter zu hören war. Ich tastete mich zu meinem Sitz und befestigte den Gurt. Ich konnte hören, dass meine Gefährten das Gleiche taten.
"Alle auf ihrem Platz?" fragte Sascha. Alle murmelten ein leises Ja. Eine Minute später heulte der Motor auf, die Rotoren begannen sich zu drehen und die Maschine hob ab.
Trotz des lauten Motorengeräuschs konnten wir ein zorniges Heulen aus vielen Kehlen hören. Die Crew richtete einen Suchscheinwerfer nach unten und wir konnten eine große Menschenmenge auf dem Markplatz sehen, die nach oben schaute und wütend die Fäuste schüttelte. Als eine der Gestalten einen länglichen Gegenstand vom Rücken nahm und ihn nach oben richtete, zog Oleg die Libelle in eine scharfe Kurve und entfernte sich schnell von der Stadt.
Zwei Stunden später wurde es langsam hell.
Oleg landete den Hubschrauber auf einem kleinen Flugplatz. Laut meiner Karte hieß er Schönhagen.
Wir hatten Glück und fanden Treibstoff, so dass wir unsere Reserven nicht angreifen mussten und die leeren Kanister auffüllen konnten.
Dort standen zwei kleinere Flugzeuge, aber entgegen unserer Befürchtungen waren sie leer, ebenso das Flughafengebäude. Wir atmeten auf.
Beim Frühstück rätselten wir, wer die nächtlichen "Besucher" gewesen sein könnten.
"Arabs waren es sicherlich nicht." meinte einer der Soldaten. "So wie es aussah, hatten sie nur ein Gewehr."
"Und ich glaube, ich habe auch Frauen gesehen, soweit man im Dunkeln überhaupt etwas erkennen konnte." sagte Sascha.
"Wo die sich den Tag über versteckt gehalten haben?" fragte Irwin.
"Seltsam, dass sie uns nicht angegriffen haben, als wir nur in kleinen Gruppen oder sogar nur zu zweit unterwegs waren." wunderte sich Marc.
"Wir sind bewaffnet, sie scheinen keine oder nur wenige Schusswaffen zu haben." sagte ich. "Sie dachten sicherlich, sie könnten uns einfacher im Schlaf überwältigen. Ein Glück, dass die Wache sie gehört hat."
"Eigentlich weniger gehört, als gespürt. Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass wir nicht mehr alleine waren." Das kam von dem Soldaten, der die Wache gehabt hatte. Er hatte Sascha geweckt und der uns.
Diese Art siebten Sinn entwickeln viele Menschen im Laufe der Jahre, wenn sie permanent auf der Hut sein müssen.
Es hatte uns wahrscheinlich das Leben gerettet, denn wir gingen davon aus, dass uns diese Leute ohne zu fragen, wer wir waren und was wir dort wollten, getötet hätten. Schon um unserer Waffen und der Ausrüstung wegen.
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Beitragvon style1977 » 01.07.2016, 16:06

Hallo Kavure´i

danke für die ermutigenden Worte. Ich hab mal angefangen. Sind schon so ca. drei Seiten geworden aber alles sehr düster. Vielleicht zu düster.

Wie schauts mit Deiner Fortsetzung aus?

Style
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Beitragvon Kavure´i » 02.07.2016, 03:30

Hola Style

es ist deine Version, egal wir düster oder lustig. Schreib das, was deine Vision ist.

Ich bin dran, momentan sind wir in Berlin.
Aber wie gesagt, ich war nie dort, muß mir das über Google Earth anschauen und improvisieren.

Kavure´i
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Beitragvon Kavure´i » 03.07.2016, 03:47

Wir landeten direkt auf dem freien Platz vor dem Brandenburger Tor.
"Wenn schon, denn schon." hatte Oleg grinsend gesagt, während wir das Stadtgebiet überflogen.
Wir stiegen aus und sahen uns neugierig um.
Mein Wissen über die deutsche Hauptstadt hatte ich nur aus alten Reiseführern.
Obwohl ich es nach unserer Reise durch ein menschenleeres Deutschland hätte besser wissen müssen, war ich auf die Verwahrlosung und Zerstörung, die aus der Nähe sichtbar wurde, nicht vorbereitet.
Irgendwie hatte ich wohl gehofft, dass es in Berlin irgendwie anders gelaufen war als im Rest des Landes.
Und das, obwohl ich wusste, dass gerade die Hauptstadt die Hochburg des Multikulti gewesen war.
Das Tor war schwer beschädigt. Man konnte deutlich erkennen, dass es als Ziel für Schießübungen hatte herhalten müssen. Die Statue der Minerva im linken Torhaus war total zerstört worden, der des Mars im rechten Torhaus hatte man den Kopf abgeschlagen.
Die Victoria der Quadriga lag auf dem Pariser Platz, direkt neben einem der Pferde. Dem Wagen fehlte ein Rad, einem der oben verbliebenen Pferde der Kopf.
Bei den Gebäuden, die den Pariser Platz säumten, war nicht eine Fensterscheibe ganz geblieben.
Wir bildeten zwei Gruppen, eine, die beim Helikopter blieb um ihn zu bewachen und eine, die zuerst das nähere Umfeld erkunden sollte.
Zur ersten Gruppe gehörten die Soldaten, der Arzt, der Copilot und der Bordschütze. Zu ihrem größten Bedauern mussten auch Diebold und Lechner zurückbleiben.
Wir anderen rüsteten uns mit einem Funkgerät und Waffen aus und machten uns auf den Weg.
Beim Anflug hatten wir schon gesehen, dass die Glaskuppel des Reichtags fast gänzlich zerstört, das Gebäude brandgeschwärzt war. Es war nur ein verbogenes Stahlskelett übrig geblieben, die Glasscheiben fehlten. Die Überreste davon fanden wir im Innern.
Die Inneneinrichtung war total verbrannt. Es musste eine infernalische Hitze geherrscht haben, denn Lachen geschmolzenen Glases bedeckten den Fußboden, die Wände waren geborsten, waren stellenweise zusammengebrochen und wir gingen schnell wieder nach draußen, da wir den Eindruck hatten, die Ruine könnte jeden Augenblick über uns zusammenbrechen.
Auch die anderen Regierungsgebäude waren stark zerstört worden. Man konnte deutlich sehen, dass sich da ein glühender Hass auf alles Deutsche manifestiert und ausgetobt hatte.
Gegenüber begann die Wildnis, die früher einmal der große Park Tiergarten gewesen war.
Durch ein Loch in einer Mauer betraten wir eine kleine freie Fläche und standen vor einem kleinen kreisrunden Teich. Das Wasser darin war eine grüne Algenbrühe und stank. Der Boden, der aus Steinplatten zu bestehen schien, war mit Moos bedeckt. Oleg erzählte uns, das sei das Mahnmal für die im Dritten Reich verfolgten Zigeuner.
Wir umrundeten den Teich, zwängten uns durch einige Büsche und standen wieder auf Asphalt mit Blick auf das Tor und unseren Hubschrauber.
Marc schlug vor, der Straße in die entgegengesetzte Richtung zu folgen und nach kurzer Zeit standen wir auf der breiten Straße, die am Reichstag vorbeiführte.
An der Ruine vorbei marschierten wir Richtung Spree. Die kleine überwucherte Grünfläche daneben erregte Johns Interesse. Er gab uns ein Zeichen, kurz zu warten und begann, sich die Pflanzen dort aus der Nähe anzuschauen.
Er rief uns zu sich und machte uns auf einige Gewächse aufmerksam. Eine Tomatenpflanze, die ohne künstliche Stütze naturgemäss am Boden kroch, das Grün einiger Karotten, ein paar Kartoffelpflanzen….
Überall im Gestrüpp verteilt wuchsen Kulturpflanzen.
Wir kannten das ja schon mit größeren Anbauflächen, aber sie hier in der Stadt, versteckt zwischen Sträuchern und hohem Unkraut, zu finden, war etwas anderes.
"Es gibt also doch Menschen hier." sagte ich.
"Das kann doch auch wild gewachsen sein." warf Hannes ein.
"Nein, das glaube ich nicht. Vielleicht wenn es nur ein oder zwei Pflanzen wären, aber nicht bei dieser Menge und Vielfalt." entgegnete ich.
"Ich denke, du hast recht." stimmte Sonja zu. "Jetzt würde mich nur noch interessieren, wo die Menschen sind, die das angepflanzt und eingesät haben. Lasst uns auf die Suche nach ihnen gehen."

Wir drangen bis zum Spreebogen vor, schauten zum Hauptbahnhof hinüber und beschlossen, über die Kanzlerbrücke hinüberzugehen und uns dort umzuschauen.
Wir überquerten sie und näherten uns dem Bahnhofsgebäude. Auf dem Parkplatz standen viele Autos, einige ausgebrannt, die anderen mehr oder weniger stark verrostet. Wir näherten uns dem ehemals imposanten Bau. Viele Scheiben waren zu Bruch gegangen, das riesige Vordach hing halb herunter.
Die meisten Scheiben der beiden flankierenden Gebäude und der Überdachung waren beschädigt, viele fehlten ganz. Der Boden war übersät mit Glassplittern, die unter unseren Sohlen knirschten.
Im Inneren hatte sich Schmutz angesammelt, in manchen Ecken lag er meterhoch.
Die Geschäfte waren geplündert, in einigen lagen die Skelette von Menschen, ebenso in den Gängen, auf den Treppen und als wir zu den Bahnsteigen kamen, fanden wir sie auch dort.
Weiter hinab kamen wir nicht, denn der Zugang zur U-Bahn war verschüttet.
Seit wir die stillstehende Rolltreppe hinuntergeklettert waren, fühlte ich mich unbehaglich. Ich hatte das Gefühl beobachtet zu werden. Hier gab es kaum Licht und die Dunkelheit erschien mir wie ein lauerndes Raubtier.
"Lasst uns hier weggehen." bat ich die anderen.
Marc schaute mich an, zog seine Waffe und entsicherte sie.
"Was ist los?" fragte Miriam.
"Ich habe das Gefühl, dass wir hier nicht allein sind. Wir werden beobachtet."
Alle ahmten Marc nach. Mit den Waffen im Anschlag erklommen wir die Treppe und waren erleichtert, als wir wieder auf dem Vorplatz standen.
"Lasst uns zum Hubschrauben zurückgehen." sagte Hannes. "Für heute habe ich genug gesehen."
Wir waren einverstanden und machten uns auf den Rückweg.

Beim Brandenburger Tor angekommen, bereiteten wir uns etwas zu Essen zu.
Diejenigen, die hatten zurückbleiben müssen, bekamen die Erlaubnis, sich in der Umgebung umzuschauen. Oleg und Calvin gaben den Befehl aus, dass sie zusammenbleiben und sich vom Hauptbahnhof fernhalten sollten.
Auch dass sie auf der Hut sein sollten, da wir vermuteten, dass die Stadt nicht so menschenleer war, wie es den Anschein hatte.
Sie sollten spätestens bei Einbruch der Dunkelheit zurück sein.
Sonja übergab das Funkgerät an Diebold und die Gruppe marschierte los. Sie wollten sich natürlich zuerst den zerstörten Reichstag anschauen und dann ein wenig in den Straßen herumwandern.

Wir saßen in der Sonne und ließen uns Brot und Wurst aus der Dose schmecken.
Ich holte mir gerade den dritten Becher Kaffee, als es mir zwischen den Schulterblättern kribbelte.
Wieder hatte ich das Gefühl, als würde mich jemand anstarren. Langsam drehte ich mich um, konnte aber niemanden sehen. Die Bäume und Büsche des verwilderten Tiergartens sahen aus wie eine grüne Wand. Dort könnte sich eine ganze Armee verstecken ohne gesehen zu werden.
Meine Hand wanderte zu meiner Waffe und ich glaubte zu sehen, wie sich einige Zweige in Bodenhöhe bewegten. Ich bewegte mich unauffällig in Richtung Waldrand und beobachtete ihn. Nichts rührte sich mehr und so ging ich zu den Anderen zurück und schob meine Beobachtung auf meine überreizten Nerven.
Oleg hatte mich beobachtet und wollte wissen, warum ich Richtung Park gegangen wäre.
"Ich hatte schon wieder das Gefühl beobachtet zu werden und ich meine, die Zweige in diesen Büschen dort hätten sich bewegt. So langsam werde ich paranoid."
In diesem Moment knackte das Funkgerät. Diebold gab seine Position durch und meldete, dass sie bisher keine Anzeichen menschlicher Anwesenheit entdeckt hätten. Sie befanden sich bei der Französischen Kirche am Gendarmenmarkt und Diebold fand es erwähnenswert, dass sie einen völlig intakten Eindruck mache.
"Wir gehen dann mal weiter."
Eine Stunde später meldete er sich wieder.
"Wir sind beim Checkpoint Charlie und sind auf dem Weg zu euch. In spätestens einer Stunde sind wir da. Setzt schon mal das Teewasser auf."
Zwei Stunden später waren sie immer noch nicht zurück. Es dämmerte schon und wir begannen uns ernsthaft Sorgen um sie zu machen.
Calvin marschierte nervös vor dem Tor auf und ab, schaute in die Richtung, aus der die Männer kommen mussten.
"Wo bleiben sie nur?" Er ging durch das Tor, über den Pariser Platz bis zur Wilhelmstraße und schaute, ob sie schon zu sehen waren.
Ich folgte ihm und suchte die Straße mit meinem Fernglas ab.
Bis auf verrostete Autos und einige Trümmer verfallender Häuser war nichts zu sehen.
"Wir müssen sie suchen gehen." forderte er, als wir zurückkamen.
"Es ist schon fast Nacht, in wenigen Minuten wird es völlig dunkel sein. Keine Chance sie zu finden." wandte Sonja ein.
"Sie sind fünfzehn Mann und schwer bewaffnet. Wenn sie Probleme hätten, würden sie uns anfunken."
"Genau das macht mir Sorgen. Warum melden sie sich nicht?"
"Vielleicht hat die Batterie den Geist aufgegeben."
"Das würde sie aber nicht daran hindern zurückzukommen."
Während der Diskussion war die Sonne vollends hinter den Gebäuden verschwunden und wir konnten nur noch wenige Meter weit sehen.
"Schalte die Außenscheinwerfer ein." befahl Oleg. Sascha kletterte in den Mil und Sekunden später war die Umgebung des Helikopters taghell erleuchtet.
Und wieder glaubte ich, dass sich die Zweige der Büsche des Waldrands bewegt hätten.
Wir packten alles zusammen und verstauten es im Frachtraum.
Keiner hatte Lust, die Nacht draußen zu verbringen und deshalb wurden die Schlafsäcke im Frachtraum ausgebreitet.
Sonja teilte die Wachen ein und legte sich schlafen.
Marc und ich unterhielten uns noch eine Weile, dann krochen auch wir in unsere Schlafsäcke.

Unsere Gruppe marschierte durch einen düsteren Tunnel. An den Wänden verbreiteten in unregelmäßigen Abständen trübe flackernde Lampen ein diffuses Licht. Weit sehen konnte man nicht, aber man sah zumindest wohin man die Füße setzte.
Die Schritte hallten, unter den Sohlen knirschte es. Immer wieder huschten nur schattenhaft wahrnehmbare Lebewesen außer Sicht.
Wir schwitzten, die Luft roch abgestanden und verbraucht. Ab und zu passierten wir Stellen, wo andere Tunnel einmündeten oder den unseren kreuzten. Dort war die Luft in leichter Bewegung und brachte seltsame Gerüche und Geräusche mit.
Immer wieder glaubten wir Stimmen zu hören, weit entfernt, die Worte unverständlich.
Der Tunnel schien kein Ende zu nehmen und wir marschierten Stunde um Stunde.
Plötzlich traten wir aus ihm heraus und standen in einer großen Halle. Ein ehemaliger unterirdischer Bahnhof. Auch er trübe erleuchtet von wenigen noch funktionierenden Lampen.
Es gab viele dunkle Stellen und von dort hörten wir leises Rascheln und Flüstern.
Und dann sahen wir sie.
Zerlumpte bleiche Gestalten schälten sich aus dem Dunkel, kamen langsam aber zielstrebig auf uns zu.
Tief eingesunkene Augen sahen uns aus fahlen Gesichtern an. Alle waren sie dünn und ausgemergelt, die Kleidung bestand nur noch Fetzen.
Aber alle waren sie mit Messern, Macheten und Eisenstangen bewaffnet.
Wir bildeten mir gezogenen Waffen einen Kreis, Rücken an Rücken.
"Ganz ruhig!" sagte Max. "Wir wollen euch nichts tun."
"Aber wir euch." entgegnete eine der Vogelscheuchen. Er oder sie, das war nicht festzustellen, begann zu lachen. Es hörte sich an wie das Röcheln eines Sterbenden.
Sie kamen näher.
Ich hob meinen Revolver und zog den Hahn zurück.
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Beitragvon Pleitegeier » 03.07.2016, 11:27

Wunderbar beschrieben liebe Kavure und ich bemerke gerade das ich "Ungeziefer" bisher etwas zuwenig Beachtung bei der Vorratshaltung schenke.
LG an die Schreiberlinge! Toll durchdacht!
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon style1977 » 04.07.2016, 11:47

Ich versuch es mal. Mal Schauen was ihr so sagt. Achtung alles ziemlich düster. Ich denke dafür aber recht realistisch

Mein knurrender Magen weckt mich. Kein Hunger wie man Ihn kennt, wenn man früher mal das Frühstück ausgelassen hatte. Oder um mal wieder abzunehmen einen Tag versucht hat auf Essen zu verzichten. Nein ein Hunger der einen verrückt zu machen scheint. Mein Magen krampft sich zusammen, mir ist schlecht und mein Kopf dröhnt wie nach einer Sauftour in den Kneipen von Berlin Kreuzberg, damals. Nur langsam komme ich zur Besinnung und realisieren das es nie wieder so sein wird. Mein Unterkiefer schmerzt noch immer, aber ich kann wieder reden und kauen, wenn es nur was zu Essen gäbe. Die Wunde am Arm sifft schon wieder, aber das gestreckte Antibiotikum scheint nun doch anzuschlagen. So hoffe ich wenigstens. Ich weiß nicht was mich mehr beunruhigt, die Notwendigkeit endlich eine sichere Zuflucht und Essen zu finden oder die ständige Panik wieder angegriffen zu werden und diesmal den Kürzeren zu ziehen. Diese ständige innere Unruhe die Ungewissheit ob man den nächsten Tag, die nächste Stunde oder den nächsten Augenblick erlebt.
Nicht dass, ich es besonders schlimm finden würde, wenn ich ins Gras beiße. Mein Leben ist mir egal. Manchmal würde ich einen sauberen Kopfschuss von einem der zahlreichen Outlaws begrüßen. Outlaws, ein irres Grinsen huscht über mein Gesicht. Kann es Gesetzlose geben, wenn es keine Gesetze, keinen Staat, keine Polizei mehr gibt. Gedankenspiele- nutzlos und gefährlich. Sie binden nur meine Aufmerksamkeit Das einzige was mich am Leben am Überleben hält sind Mia, Leon und meine Frau Chrissi. Manchmal frage ich mich: warum wir nicht alle den Freitod gewählt haben, damals als es losging, wie viele der andere, vornehmlich Alte, Kranke und Träumer. Gute Frage. Ich denke es war zunächst der Gedanke meine Familie und dann mich selbst zu richten der mir unerträglich war. Schon allein diesen Gedanken sich in meinen Kopf entfalten zu lassen, bescherte mir ein unerträgliches Grauen. Dieses Grauen ist nun da draußen. Es wurde Alltag für die Überlebenden. Nachdem meine humanistisch Weltsicht durch Blut, Blei und Gewalt geradezu pulverisiert wurde, war der erweiterte Suizid plötzlich wieder eine Option. Was mich heute davon abhält ist eine Mischung aus Trotz, unbändigem Hass und zärtlicher Liebe. Geht sowas? Ja heutzutage schon. Das wichtigste war und ist meine Familie. Sie gab und gibt mir vor allem jetzt Halt und emotionale Stabilität. Hass auf alles und jeden der meine schöne kleinbürgerliche Welt hat zerplatzen lassen. Und den Trotz mir weder direkt noch indirekt vorschreiben zu lassen was ich wann und wie tue. Das war vor dem Kollaps häufig ein Problem. Querulanten, Selbstdenker, Meinungshaber waren in der DDR schon nicht erwünscht, aber in der BRD geradezu verachtet. Jeder der eine andere Meinung hatte, als die vom Staat ausgebeben Parole „wir schaffen das“ wurde anfänglich noch ignoriert. Rassist, Psychopat, Nazi waren da noch die harmlosen verbalen Entgleisungen. Heute sichert dieser Trotz unser Überleben.
Meine kleine süße Mia sitzt immer noch da, in sich zusammengekauert, die viel zu dünnen Ärmchen um Ihre angezogenen Knie geschlungen. Das leise Schluchzen beruhigt mich. Es sagt mir das sie noch lebt und wenigstens noch irgendetwas fühlt.
Sie merkt wie ich sie ansehen und dreht langsam den Kopf zu mir. Ihre großen blauen Augen schauen mich verweint an, als sie fragt: „wie konnte das passieren?“ Und sie beginnt wieder zu schluchzen. Ich rutsche leise zu ihr rüber, nehme sie in den Arm drücke sie sanft an mich und erkläre ihr das alles wieder gut wird. Wir beide wissen das es eine Lüge ist, aber es beruhigt uns beide. Niemand kann den Wahnsinn wieder gut geschweige denn ungeschehen machen.

Ich frage mich selbst wie alles so weit kommen konnte?
Damals, es scheint eine Ewigkeit her zu sein dabei ist es gerade mal zwei oder drei oder vier Jahre her. Ich weiß es nicht. Wenn man jeden Tag, jede Stunde um sein Leben und das der seinen kämpft hat eine Woche, ein Monat, ein Jahr keine Bedeutung Man verfällt in eine Art Trance in einen Fiebertraum der sich nur um die existentiellen Grundbedürfnisse dreht. Maslows Bedürfnispyramide fällt mir wieder ein. Seltsam wie dumm der Mensch ist in seinem hedonistischen Streben nach Selbstverwirklichung ist, wenn die Grundbedürfnisse im Überfluss vorhanden sind. Wenn man den vermeintlichen Hunger durch ein bisschen Metallabgabe im Supermarkt stillen kann. Das dies jeden Tag gefährdet war, wir in einer Luxusblase lebten und Frieden nun Mal nicht zum Nulltarif zu haben ist, hatten wir alle vergessen. Hatten wir die Türken vor wenigen Jahrhunderten vor Wien noch geschlagen, so ließen wir noch viel schlimmere Kulturen nun unmerklich in unseren Lebensraum einsickern, nur weil er ich unbewaffnet und mittellos gab.

Wir lebten in einem bürgerlichen Viertel in Berlin Charlottenburg. Eine kleine viel zu teure Drei-Zimmer Altbauwohnung, ein einfaches Auskommen als Handwerker bzw. Buchhalter im öffentlichen Dienst, ein gebrauchter Kombi und jedes Jahr ein drei Wochen Sommerurlaub an der Ostsee. Wir waren glücklich mit bzw. wegen unserer Kinder. Unser kleiner Leon war gerade sechs Monate alt und entwickelte sich prima. Ein lieber und freundlicher kleiner Kerl. Der ganze Stolz seines Papas. Unsere Tochter kümmerte sich rührend um ihren kleinen Bruder. Manchmal mehr als es diesem lieb war, sodass wir Eltern sie öfter liebevoll bremsen mussten. Beim Gedanken an die schönste Zeit in unserem Leben laufen mir die heißen Tränen über die Wangen. Unser Familienglück war perfekt. Das einzige was mich damals ärgerte waren die fehlenden Parkplätze wenn gerade mal wieder irgendeine Messe am Funkturm war, eine gesperrte Avus für irgendwelche bekloppten Radfahrer die ihre Sternfahrt unbedingt über die meistbefahrene Autobahn Deutschlands fahren mussten oder die Handtaschenkriminalität vom ZOB, dem Zentralen Omnibusbahnhof Berlin.

Wenn ich mich recht erinnere nahmen wir die schleichenden Veränderungen gar nicht wahr, oder ignorierten sie einfach.

Eine Flut von knapp 1,5 Mio Flüchtlingen war der Anfang vom Ende, damals. Unsere Kanzlerin stellte sich vor die Presse und erklärte „Wir schaffen das“. Zunächst schien das auch so. Es gab vereinzelt Stimmen, die die Mehrbelastung der Sozialsysteme anprangerten, doch hohe Subventionen des Staates für Unterkunft und Verpflegung der Flüchtlinge kam auch einigen in der Bevölkerung zu Gute. Die Meinungsmache der Presse sorgte für eine schönfärbende Staatspropaganda von integrierten Flüchtlingen die in Jobs in der Verwaltung, der Polizei dem Militär, in der Altenpflege oder der Großindustrie als Lagerarbeiter/Reinigungskräfte unterkamen. Die Wahrheit war, dass 90% der Flüchtlinge nur langfristig mit hohem Aufwand oder gar nicht auf dem Arbeitsmarkt integrierbar waren und die wenigen Integrationsjobs hoch subventioniert wurden. Der Staat verschuldete sich für das Flüchtlingsprojekt mehr und mehr. Er bediente sich aus den Rücklagen der Renten und Krankenkassen. Die Kommunen wurden mit der Aufgabe der Flüchtlingsunterbringung allein gelassen und waren dank fehlender Mittel vom Bund auf die ehrenamtliche Unterstützung vieler Bürger angewiesen.
Diese kam anfänglich auch zu Hauf. Das Rote Kreuz beschwerte sich darüber, dass die gespendeten Sachen gebraucht oder nicht mehr modisch waren. So vereinbarte die Kommune mit den großen Kaufhäusern, dass sich die Flüchtlinge bei Ihnen eindecken durften und die Rechnungen an die Kommunen gegeben wurden. Freiwille Helfer reinigten die Flüchtlingsunterkünfte, da muslimische Männer aus religiösen Gründen das verweigerten und sich unter den Flüchtlingen nur wenige Frauen befanden. Schulklassen machten Arbeitseinsätze in den Flüchtlingsheimen anstatt zu lernen. Fast jeder wollte helfen.
Die Monate vergingen. Wir schrieben das Jahr 2017. Der Strom der Zuwanderer nun vermehrt aus Nigeria und dem Sudan riss nicht ab. Er sprengte die magische 5 Millionen-Grenze die Altkanzler Schmidt 1984 anpeilte. Er meinte Deutschland sei bereits zu eng besiedelt um ein Einwanderungsland zu sein. Ab 5 Millionen sei die innere Sicherheit gefährdet. Wie Recht er hatte.

Es fing langsam an. Konnte man die zertrümmerten Unterkünfte 2015 noch vertuschen und als Einzelfälle tarnen, war die Massenvergewaltigungen in Köln nicht mehr zu leugnen. Erstes Unbehagen und Abneigung machte sich unter den Einheimischen breit. Die Spenden gingen zurück und die freiwilligen Helfer reduzierten sich auf die der christlichen Kirchen. Warum die Glaubensbrüder der vielen jungen muslimischen Männer nicht Hilfe leisteten und ihre Moscheen nicht öffneten interessierte damals niemanden. Nur einige kritische wie ich hinterfragten die Situation, ohne zu einer zufriedenstellenden Antwort zu kommen. Heute weiß ich es besser.
Durch die fehlende Unterstützung in der Bevölkerung, fehlten den Kommunen die finanziellen Mittel um wichtige Einrichtungen, wie Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und die Infrastruktur zu unter bzw. zu erhalten.
Als erstes machten die kommunalen Schwimmhallen und Theater zu, die es auf dem Land wegen des Sparzwangs und der ungewollten Neuverschuldung schon lange nicht mehr gab. Dann folgten die Kindergärten. Viele Eltern, so auch wir arbeiteten anfangs im schlechter bezahlten Job dann nur noch in Teilzeit und später dann gar nicht mehr. Kurz darauf schlossen die staatlichen Schulen, die dank schlechter Arbeitsmarktpolitik schon seit Jahren mit hohem Stundenausfall und schlecht ausgebildeten Lehrer zu kämpfen hatten. Unsere Tochter jedenfalls war am Boden zerstört. Sie hatte sich so auf das Lesen und Schreiben lernen gefreut. Endlich erwachsen sein und selber Geschichten lesen können. Das war ihr größter Wunsch vor dem Kollaps. Das war das erste Mal dass ich die Regierung hasste. Die wie immer Ihre Durchhalteparolen propagierten. Wir integrieren die Flüchtlinge, die haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Dasein…. Das stimmt, aber um welchen Preis. Das sollten wir schon noch sehen. Mittlerweile war Frau Merkel vom „Forbes“ Magazin zur Mutter Theresa der Neuzeit ausgerufen und geehrt worden, sodass eine radikale Wendung in der Flüchtlingsfrage nicht in Frage kam.

Vielen anderen Staaten versuchten aus der EU Falle zu entkommen, die Ihren Mitgliedern die Aufnahme und Verteilung der Flüchtlinge vorschrieb. Der erste Aussteiger war England 2016. Der Binnenmarktboykott der verbleibenden EU Staaten richtete England bald dahin. Ihnen erging es so wie den anderen. Nur sie durften als Engländer untergehen.
style1977
 

Beitragvon Pleitegeier » 04.07.2016, 13:19

Hallo Style !
Ich finde Deine geschriebenen Worte STARK!

Du hast wichtige Dinge und Gefühle sehr gut beschrieben!

Etwas aus dem Realen Leben in unserer Nähe!
In einer Kirche wurde beim Altar die Notdurft verrichtet und Gebetsbücher zerrissen und in der Kirche verstreut!

4 Flüchtlinge haben Demonstriert weil Sie wo anders untergebracht werden wollen und die Gemeinde hat sich gefügt mit der Erklärung!:Die Männer zeigten ein äußerst Agressives Verhalten so das die Gemeinde aus Sicherheitsgründen nachgab!
Stand vor Tagen in der Tageszeitung und man konnte keinen Leserbrief dazu einsetzen.

Die Wirklichkeit wird sehr Grausam werden und Ihr Schreiber habt das sehr gut erkannt und umgesetzt!
LG
Pleitegeier :oops:
Pleitegeier
 

Beitragvon Kavure´i » 04.07.2016, 23:24

Hola Style

super.
Schreib weiter. Vielleicht lesen wir euch ja irgendwo in Berlin auf.

Kavure´i
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Kavure´i
 

Beitragvon Kavure´i » 05.07.2016, 05:38

Marc berührte mich am Arm und sagte: "Wach auf. Der Kaffee ist fertig."
Das Röcheln war das Geräusch der Kaffeemaschine gewesen. Es hatte perfekt zu meinem Traum gepasst und war in ihn eingebunden worden.
Erleichtert schälte ich mich aus dem Schlafsack und folgte Marc nach draußen.
Es war noch sehr früh, die Sonne war noch nicht über den Horizont geklettert und das Tor und die Häuser warfen lange Schatten.
Mich fröstelte. Mein Traum ließ mich nicht los.
"Wer begleitet mich auf meiner Suche?" fragte Calvin.
Alle wollten natürlich mit auf die Suche gehen, aber es mussten natürlich Wachen beim Mil zurückbleiben.
Dieses Mal traf es Sonja, Sascha und den Funker, die zur Not den Helikopter starten und fliegen konnten, und Calvin bestimmte John und Irwin dazu, die Russen zu unterstützen.
Sie sollten in oder zumindest dicht bei der Maschine bleiben. Ihre geringe Anzahl könnte eventuelle Beobachter dazu verleiten, sie anzugreifen.
Marc sah mir erstaunt dabei zu, wie ich mich statt des gewohnten Taurus mit einer MP, einigen Magazinen, einer Machete, zwei Stiefelmessern und einem Dolch bewaffnete.
"He, für das ganze Zeug wirst du einen Sherpa brauchen." lachte er.
Als ich nicht mitlachte, sondern nur "Ich hab so eine Ahnung." murmelte, steckte er wortlos noch einige Zusatzmagazine für seine Mauser ein, legte seinen Gürtel mit den Shuriken an und suchte sich ebenfalls einen Dolch aus.
Unsere Freunde bewaffneten sich ebenfalls. Für Oleg und Calvin war es normal, nie unbewaffnet zu sein.
Wir bestückten unsere Rucksäcke mit Wasserflaschen und Notrationen, Taschenlampen und Ersatzbatterien.
Sonja gab Oleg das dritte Funkgerät und bat ihn um regelmäßige Berichterstattung.

Wir gingen durch das Tor, umrundeten die Teile der Victoria und des Pferdes, überquerten den Platz und bogen nach rechts in die Wilhelmstraße ein.
Ich suchte sie nach beiden Seiten hin mit dem Fernglas ab, aber es war immer noch kein Mensch zu sehen.
Wir gingen sie entlang bis zur Kochstraße, denn vom Checkpoint Charlie aus hatte sich Diebold zuletzt gemeldet.
Dort wollten wir mit der Suche beginnen.
Vorbei an der britischen Botschaft, deren vorkragende Kanzel wohl zerschossen worden war, ebenso wie die meisten Fenster. Die Absperrpoller waren abgebrochen, nur jeweils zwei an jeder Seite standen noch.
Die hochaufragenden Gebäude auf beiden Seiten waren alle mehr oder weniger beschädigt. Alle Türen waren aufgebrochen, hingen schief in den Angeln oder lagen ganz am Boden.
Und die Fenster waren anscheinend beliebte Ziele von Vandalen aller Art gewesen.
Es war ruhig, außer uns bewegte sich nichts.
Und wieder hatte ich das Gefühl beobachtet zu werden.
An der Ecke Wilhelmstraße-Mohrenstraße sahen wir uns um. Ich bemühte wieder mein Fernglas. Aber weder in der Mohren- noch in der Voßstraße gab es Anzeichen menschlichen Lebens.
Wir gingen einige Schritte in die Mohrenstraße hinein, dort gab es einen Zugang zur U-Bahn.
"Schaut mal, da liegt eine Puppe." Miriam hob sie auf. Sie lag direkt auf der obersten Stufe der Treppe, die in den Untergrund führte. In dem Dreck, der die Stufen bedeckte, war eine Spur zu erkennen. Dort war jemand hinuntergegangen.
"Da unten müssen Menschen sein. Zumindest ein Kind. Wir müssen es suchen gehen." Miriam war schon einige Stufen hinuntergestiegen, als ich sie mit meinem Ruf : "Nicht! Bleib hier!" aufhielt.
Sie sah mich erstaunt an und fragte: "Was ist los mit dir? Da unten ist ein Kind das vielleicht unsere Hilfe braucht."
"Sieh dir mal den Draht an, über den du beim nächsten Schritt gestolpert wärst."
Vorsichtig ging sie in die Hocke und schaute erst nach rechts und dann nach links.
"Ich fasse es nicht! Den hat jemand gespannt. Ich hab ihn gar nicht gesehen."
"Ich auch nur, weil er kurz in der Sonne geglänzt hat. Da hat jemand eine raffinierte Falle aufgestellt."
"Aber für wen denn?"
"Für Leute wie uns zum Beispiel."
Der Draht lief von einer Seite des Schachts zur anderen und von dort aus direkt nach unten. Sollte jemand über den Draht stolpern oder fallen, wurde unten irgendwo ein Alarm ausgelöst.
"Los, verschwinden wir von hier." sagte Hannes.
"Und wenn nun unsere Kameraden in diese Falle getappt sind?" Dieser Einwand kam von Calvin.
"Du könntest Recht haben." stimmte ihm Oleg zu.
"Aber was tun wir jetzt? Wir können doch nicht einfach da hinuntersteigen. Ich denke, diejenigen, die diese Falle gestellt haben, werden dort unten lauern. Und wir wissen nicht, wer und wie viele sie sind, und auch nicht, wie sie bewaffnet sind." Das war der praktisch veranlagte Max.
Und er hatte auch gleich eine Idee. "Wir gehen in dieses Haus." Er zeigte auf das Eckgebäude zu unserer Linken. "Wir verstecken uns dort und warten, bis jemand die Treppen heraufkommt. Und dann schnappen wir uns ihn."
"Das kann lange dauern." wandte Hannes ein als wir uns in dem Haus hinter die Fenster gestellt hatten, und einen guten Blick auf den Zugang hatten.
"Ich denke, das können wir beschleunigen." sagte ich und lief nach draußen.
Ich ging die Stufen hinab und rüttelte am Draht. Danach rannte ich wieder ins Haus zurück.
Wir warteten gespannt, was passieren würde.
Es dauerte nur wenige Minuten, bis eine Gestalt auf der Treppe erschien. Sie kroch vorsichtig die Stufen herauf und hob den Kopf langsam über das Straßenniveau. Dann stand sie auf und schaute sich verwundert um.
Wir musterten sie durch die Fensteröffnung. Es war ein Mann, gekleidet in mehrere Lagen zerrissener Kleidung, die Haare trug er lang und zu einem schlampigen Pferdeschwanz gebunden. Bewaffnet war er mit einer Eisenstange, an deren einem Ende ein Messer festgebunden war.
"Los! Den holen wir uns!" flüsterte Max.
Oleg legte ihm eine Hand auf den Arm. "Warte! Der ist bestimmt nicht allein."
Genau in diesem Moment drehte sich der Mann um und gab ein Zeichen nach unten.
Zwei weitere Männer kamen ans Tageslicht. Einer trug eine Machete in der Hand, der andere hatte ebenfalls einen improvisierten Speer. Gekleidet waren auch sie in Lumpen.
"Was hat den Alarm ausgelöst? Hier ist niemand." sagte der Erste.
"Vielleicht war es eine Ratte oder eine Katze." meinte der Zweite.
"So heftig, wie das geklingelt hat, war es was Großes. Nur, wo ist es hin?" Das war wieder der Erste.
"He! Die Puppe ist weg!" rief der Dritte. "Da war ein Mensch. Tiere tragen keine Puppen weg."
"Mit etwas Glück eine Frau mit Kind. Mit denen werden wir leicht fertig."
"Ich nehme mir dieses Haus vor." Er zeigte auf das Gebäude, in dem wir uns versteckten. "Du suchst in der Tschechischen Botschaft. Und du gehst ein Stück die Voßstraße entlang."
Die Beiden wandten sich ab und kamen dem Befehl des Ersten nach. Er selber betrat "unser" Haus.
Oleg und Calvin hatten sich rechts und links neben den Eingang gestellt. Miriam und ich standen so, dass uns der Mann sehen konnte, sobald er den Raum betrat. Miriam hielt immer noch die Puppe in der Hand. Unsere Schusswaffen hatten wir im nächsten Raum abgelegt, die Stichwaffen trugen wir so, dass sie nicht zu sehen waren.
Als er durch die Tür kam und uns sah, begann er zu grinsen. "Na, was haben wir dann da? Zwei Täubchen, die uns direkt ins Netz geflogen sind."
Er hob seinen Speer und kam drohend auf uns zu. "Ihr kommt mit mir! Macht ja keine Zicken, sonst steche ich euch gleich hier ab."
Calvin schlug ihm den Lauf seiner MP auf den Hinterkopf und er ging mit einem Grunzen zu Boden.

Hannes und Max schleppten ihn in den angrenzenden Raum und fesselten ihm mit Kabelbindern die Hände auf den Rücken und die Füße zusammen. Helma riss ihm ein Stück seiner Lumpen ab und knebelte ihn damit.
Sie zog eine angewiderte Grimasse und wischte sich die Hände an ihrer Hose ab.
Der Typ stank furchtbar. Aber er sah gesund und wohlgenährt aus.
Wir nahmen unsere Plätze wieder ein und warteten.
Es dauerte nicht lange, da kam Nummer Zwei durch die Tür. Auch er war sehr erfreut darüber, uns Frauen zu sehen, kam aber erst gar nicht dazu, etwas zu sagen bevor Calvin ihn ins Reich der Träume schickte.
Auch Nummer Drei erlitt das gleiche Schicksal und nun mussten wir nur noch darauf warten bis sie aufwachten um an Informationen zu kommen.
"Wer die wohl sind und was sie von uns wollten?" fragte sich Miriam.
"Nichts Gutes, das war offensichtlich."
"Nun, sie werden es uns erzählen, sobald sie wach sind." kam es von Oleg.
Nach einer geschätzten Stunde fing Nummer Zwei an, sich stöhnend zu rühren. Entweder hatte Calvin nicht so stark zugeschlagen wie bei den Anderen, oder er hatte den härtesten Schädel.
Er versuchte, sich an den Kopf zu fassen und riss die Augen auf, als er bemerkte, dass er sich nicht bewegen konnte.
Ihm quollen fast die Augen heraus, als er uns Frauen nun schwer bewaffnet vor sich sah.
Unsere Männer hatten sich mit den beiden anderen Gefangenen in einen Nebenraum zurückgezogen.
Miriam nahm ihm den Knebel heraus und fragte ihn: " Wer bist du, woher kommst du und was hattest du mit uns vor?"
"Das werdet ihr mir büßen!" spie er heraus. "Ich mache euch fertig, ihr Schlampen, ihr werdet darum betteln, dass ich euch töte, ihr dämlichen Huren!"
"Wie wird er das wohl machen?" fragte ich Miriam. "Uns so lange beschimpfen, bis wir vor Langeweile sterben oder uns mit seinen Blicken töten?"
"Wir werden wohl eher an seinem Gestank ersticken." lästerte Miriam.
"Du wirst schon sehen, du Miststück!" giftete er.
"Genug Nettigkeiten ausgetauscht. Jetzt wirst du reden!"
"Leck mich!"
"Wohl kaum." Blitzschnell hatte Miriam ihr Messer gezogen und ihm die Lumpen über der Brust aufgeschnitten.
Er zog erschrocken die Luft ein und starrte auf die blitzende Klinge.
"Wer bist du, woher kommst du und was hattest du mit uns vor?" wiederholte sie ihre Frage.
Er spuckte nach ihr und schrie gleich darauf vor Schmerz laut auf. Sie hatte ihm eine Brustwarze abgetrennt.
"Also." forderte sie ihn auf.
Trotzig presste er die Lippen aufeinander, nur um ein weiteres Mal aufzuschreien.
"Als nächstes ist dein linkes Ohr an der Reihe." sie nahm es in die Hand und setzte das Messer an.
"Ich heiße Klaus, wir leben in der U-Bahn und ich wollte euch mitnehmen."
"Warum?"
"Weil wir nicht genug Frauen haben."
"Warum glaube ich dir das nicht?"
Ich bemerkte, dass er immer wieder verstohlen zum Eingang sah.
Ich gab den Männern im Nebenraum ein Zeigen und sie schleppten seine Kumpane herein.
"Wartest du auf deine Freunde hier?" fragte ich ihn.
"Warum habt ihr uns gefangen genommen? Wir haben euch nichts getan."
"Ja, weil wie es nicht zugelassen haben. Leider sind wir nicht nur eine Frau mit Kind, mit denen ihr leicht fertig werden könnt."
Da wusste er, dass er uns nichts vormachen konnte. Wir hatten sie belauscht.
"Und jetzt sag uns, wo unsere Freunde sind." forderte ich ihn auf.
"Ich weiß nichts von euren Freunden." Wieder schrie er auf. Sein linkes Ohrläppchen fehlte.
"Sie sind in unserem Versteck. Unser Anführer wollte Informationen von ihnen und hat sie eingeladen, eine Weile bei uns zu bleiben. Ich führe euch zu ihnen. Bitte, tu mir nichts mehr." Er hatte immer schneller und mit immer schrillerer Stimme gesprochen.
"Warum hast du das nicht gleich gesagt, dann hättest du dir das ersparen können."
Miriam gab uns ein Zeichen und wir gingen ins andere Zimmer.
"Der lügt wie gedruckt." flüsterte sie. Wir Anderen nickten.
"Was tun wir jetzt?" fragte Max.
"Wir gehen mit ihm nach unten. Wir müssen unseren Freunden helfen."
"Was sie wohl wirklich von ihnen wollen? Um an ihre Waffen und die Kleidung zu kommen, hätten sie sie nicht mitschleppen müssen. Und für Informationen hätte einer von ihnen ausgereicht. Das Ganze stinkt zum Himmel." überlegte Hannes. Helma stimmt ihm nickend zu.
"Wir können ihm nicht trauen." meinte Calvin.
"Ich denke, er wird uns zu ihrem Versteck führen, weil er denkt, dass seine Leute uns unterwegs oder dort überwältigen werden. Sie werden uns eine Falle stellen. Wahrscheinlich werden sie uns freundlich aufnehmen um uns dann gefangen zu nehmen, wenn unser Misstrauen eingeschlafen ist." überlegte ich.
"Also gut, dann spielen wir die naiven Tölpel und lassen uns von ihm führen." bestimmte Oleg.
"Was machen wir mit den anderen beiden?"
"Die lassen wir wo sie sind."

Zurück bei unseren Gefangenen, schnitt Miriam unserem unfreiwilligen Führer die Fußfesseln durch. Max und Hannes zogen ihn hoch und Hannes gab ihm einen Stoß in den Rücken. "Auf geht´s! Zeig uns den Weg."
"Was ist mit meinen Freunden?"
"Die bleiben erst einmal hier. Ihr könnt sie ja später holen."
Er öffnete den Mund um zu protestieren. Miriam zeigte ihm das Messer und er klappte den Mund wieder zu.
"Einen Moment noch." sagte ich und schob ihm den Knebel wieder zwischen die Zähne.

Wir stiegen vorsichtig über den Stolperdraht und Max und Hannes hoben unseren Gefangenen vorsichtshalber drüber, damit er nicht "aus Versehen" Alarm auslöste.
Am Fuße der Treppe blieben wir stehen um die Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen. Nach einiger Zeit konnten wir die alten Bahnsteige und die Gleise erkennen. Je weiter wir vordrangen, um so dunkler wurde es.
Unser Führer hatte damit keine Probleme. Er fand den Weg blind.
Hannes kramte seine Taschenlampe heraus und wir konnten etwa sehen.
Wir hatten erwartet, dass wir auf die Gleise hinuntersteigen würden, um durch die Tunnel zu gehen. Aber dieser Klaus führte uns zu einer Metalltür, hinter der die Wartungstunnel lagen. Calvin nahm ein Stück Seil aus seinem Rucksack und zog es durch die Handfesseln auf dem Rücken des Mannes.
"Nur damit er uns nicht zufällig verlorengeht."

Unsere Gruppe marschierte durch einen engen, düsteren Tunnel, der zu unserem Erstaunen von vereinzelten Lampen trübe erleuchtet wurde, so dass wir die Taschenlampe nicht mehr brauchten.
Die Luft roch schal und staubig und wir schwitzten in der schwülen Enge des Ganges.
Unter unseren Stiefelsohlen knirschte es ekelhaft. "Kakerlaken." sagte Max. "Die fühlen sich in der feuchten Wärme hier unten wohl."
In regelmäßigen Abständen führten kurze Seitengänge zu den U-Bahntunneln. Die ersten paar Male hielten wir an und Hannes leuchte mit der Taschenlampe in den Tunnel. Aber außer den rostigen Gleisen, die nach beiden Seiten in die Unendlichkeit zu führen schienen, gab es nichts zu sehen.
Wir marschierten, wie es uns vorkam, stundenlang.
Dejavú.
Plötzlich roch es nach Essen. Ein köstlicher Duft nach gebratenem Schweinefleisch lag in der Luft. Auch leises Stimmengemurmel war zu hören.
"Wir kommen anscheinend gerade richtig zum Essen." sagte Marc und wollte weiter. Ich hielt ihn zurück und wollte gerade eine Warnung aussprechen, als unser Führer einen Satz nach vorne machte und sich beinahe losgerissen hätte. Aber Calvin hatte sich den Strick um die Hüfte gebunden um die Hände frei zu haben und so blieb es bei dem Versuch. Oleg schlug ihm mit der Pistole auf den Kopf und er sank lautlos zusammen. Calvin machte die Schnur los und fragte leise: " Wie gehen wir weiter vor?"
"Wir schleichen uns vorsichtig weiter. Da vorne werden wir zu einem Bahnhof kommen wo sie hausen. Lasst sie uns beobachten, so dass sie uns nicht sehen." bat ich eindringlich.
"Woher weißt du das mit dem Bahnhof?" wollte Max wissen.
"Ich war schon dort. Im Traum."
Oleg und Calvin stiegen über den am Boden Liegenden hinweg und schlichen lautlos in Richtung der Stimmen. Wir Anderen folgten ihnen und erreichten schließlich das Ende des Ganges. Wir gelangten in einen kleinen Raum, er früher wahrscheinlich der Aufenthaltsraum der Wartungsarbeiter gewesen war, denn an einer Wand standen ein paar Spinde und durch eine offene Tür konnte man ein Waschbecken, ein Pissoir und eine Toilettenschüssel sehen. Durch das schmutzige, vergitterte Fenster konnte man auf den Bahnhof hinausschauen.
Was wir dort sahen, war so entsetzlich, dass wir wie versteinert dastanden und voller Grauen auf das Treiben da draußen starrten.
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Kavure´i
 

Beitragvon style1977 » 05.07.2016, 13:51

@Kavure´i wie immer spannend und schön detailreich geschrieben.
@Mankei mach mal bitte weiter mit Deiner Story.
style1977
 

Beitragvon Kavure´i » 10.07.2016, 22:59

Auf dem Bahnsteig waren jede Menge Metalltonnen aufgestellt worden, auf denen Grillroste lagen. Darauf brutzelten viele Fleischstücke.
An einem Haken, der an einer an der Decke angebrachten Kette baumelte, hing, an den Füßen aufgehängt, ein ausgeweideter menschlicher Körper. Zwei Männer waren damit beschäftigt, ihn fachgerecht zu zerlegen. Die abgetrennten Teile warfen sie in Wannen, aus denen sich Frauen und Männer bedienten, die die Stücke auf die Roste legten.
Sie saßen auf Bänken und Hockern um Tische, unterhielten sich und lachten während des Essens. Die gruselige Parodie eines Grillfestes.
Das Bild des Kindes, das genüsslich eine Hand abnagte, wird mich den Rest meines Lebens verfolgen.
Wir hatten kaum realisiert, was sich dort tat, als zwei der Kannibalen aus dem Dunkel des Hintergrunds kamen. Sie zerrten einen jungen Mann hinter sich her, der sich aus Leibeskräften wehrte. Bei den Anderen angekommen, trat ein Dritter hinter ihn und schnitt ihm blitzschnell die Kehle durch. Sie legtne die Schlinge eines Stricks um seine Füße, hakten einen Karabiner ein und zogen ihn hoch.
Calvin lud seine Pistole durch. Sein Gesicht war wie versteinert und als er zu uns sprach bewegte er kaum die Lippen. "Macht eure Waffen bereit! Auf mein Kommando gehen wir da raus und machen diesem Horror ein Ende. Seid ihr bereit?"
Wir nickten nur, überprüften unsere Waffen, schoben weitere Magazine griffbereit in die Taschen und sahen ihn an. Er ging als Erster und winkte uns.
Leise traten wir aus der Tür und schlichen uns in Richtung Treppe. So wollten wir verhindern, dass sie auf diesem Weg entkommen konnten. Sie konnten uns nicht sehen, weil wir uns im Dunkeln bewegten. Calvins erster Schuss sollte unser Signal zum Feuern sein.
Plötzlich spürten wir einen starken Luftzug, ein leises Grollen und Zischen war zu hören.
Die Kannibalen, die eben noch fröhlich geschmaust hatten, sprangen auf und schrien wild durcheinander.
Zu unserer großen Überraschung fuhr eine U-Bahn ein. Ihre Fenster hatten keine Scheiben und an jedem standen Bewaffnete, die sofort das Feuer eröffneten, sobald der Zug hielt. Ein auf dem Dach montierter Scheinwerfer tauchte den vorderen Teil des Bahnhofs in grelles Licht.
In ihrer Hast, dem Kugelhagel zu entkommen, warfen die Kannibalen Tische und Stühle um, rannten sich gegenseitig über den Haufen, trampelten ihre Kumpane nieder und liefen in Richtung Treppenaufgang.
Dort kamen sie vom Regen in die Traufe. Wir empfingen sie mit einer Salve aus unseren Waffen.
Nach wenigen Minuten war es vorbei. Wir zogen uns wieder in den Wartungsraum zurück. Vorsichtshalber.
Die Bewaffneten, Männer und Frauen, stiegen aus.
"Dieses Mal haben wir einen ihrer Schlupfwinkel gefunden." sagte einer. "So viele auf einmal haben wir noch nie erwischt."
"Lasst uns nachschauen, wohin der Rest geflohen ist." meinte ein anderer.
Mit großen Taschenlampen leuchteten sie in Richtung Treppe.
"Schaut euch das an!" rief der Erste, der sie erreichte. Alle rannten zu ihm hin und sahen die Toten an.
"Sie sind nicht einmal bis zur ersten Stufe gekommen und auf der Treppe liegt keiner. Und seht euch das an! Sie wurden alle von vorne getroffen! Versteht ihr das?"
"Das kann nur eins bedeuten: Außer uns ist noch jemand hier. Die Kannibalen haben keine Schusswaffen und warum hätten sie ihre eigenen Leute umbringen sollen?" Der Sprecher hob seine Waffe und sah sich alarmiert um.
"Bleib ruhig!" Eine der Frauen legte ihm die Hand auf den Arm. "Wären die, die geschossen haben, unsere Feinde, lebten wir schon nicht mehr."
"Oder sie sind schon nicht mehr da." sagte einer.
Während die drei sich unterhielten, ertönten immer wieder Schüsse. Die Bewaffneten erledigten die Menschenfresser, die noch Lebenszeichen von sich gaben.
Aber das hörte schnell auf.
"Wer ihr auch seid, wenn ihr noch in der Nähe seid, kommt bitte heraus! Wir wollen mit euch reden!" rief der, der anscheinend der Anführer der U-Bahnfahrer war.
"Ich geh als Erste raus." sagte Miriam.
"Ich geh mit." schloss ich mich an.
Helma nickte nur.
"Wir kommen jetzt!" rief Miriam. "Also bitte keine nervösen Zeigefinger."
Sofort richteten sich die Lichter der Taschenlampen auf uns. Wir hatten die Hände sichtbar nach vorne gestreckt und gingen langsam auf die Wartenden zu.
"Könntet ihr bitte die Lampen ausmachen?" fragte ich. " Ihr blendet uns."
Sie knipsten sie aus und sahen uns genauso neugierig an wie wir sie.
"Wer seid ihr?" fragte ich.
"Wer seid IHR?" kam die Gegenfrage.
"Ich habe zuerst gefragt." entgegnete ich. "Aber um die Sache abzukürzen: ich bin Lea und das sind meine Freundinnen Miriam und Helma. Jetzt seid ihr dran."
Der Anführer fragte: "Und was tut ihr hier?"
"Das Gleiche wie ihr. Kannibalen umbringen."
"Wie habt ihr sie gefunden?"
"Wir hatten einen Führer. Einer von ihnen hat uns hergebracht."
"Was?" dem Anführer klappte fast die Kinnlade herunter.
"Nicht ganz freiwillig, das gebe ich zu." grinste Miriam.
"Bevor wir mit dem Frage- und Antwortspiel weitermachen - sie haben Freunde von uns entführt und ich will wissen, ob sie noch leben. Reden können wir später noch. Können unsere Freunde, die mitgeholfen haben, diese Unmenschen auszurotten, aus ihrem Versteck kommen, ohne dass ihr sie erschießt?" wollte ich wissen.
"Ja natürlich." versicherte die Frau. "Ich bin Jutta. Und das sind Florian und Jürgen."
Jürgen war noch immer misstrauisch. "Wie viele sind es noch?"
"Noch fünf."
"Gut. Sie sollen kommen. Aber langsam und keine falsche Bewegung."
Die Männer kamen und gesellten sich unter den wachsamen Blicken der U-Bahnfahrer zu uns.
"Lasst uns jetzt bitte nach unseren Kameraden suchen." bat Calvin.
Wir hatten gesehen woher die Kannibalen mit dem jungen Mann, ihrem letzten Opfer, gekommen waren. Dorthin wandten wir uns und die Fremden begleiteten uns mit ihren Taschenlampen.
Nur einige Schritte weit im Dunkeln entdeckten wir einen großen Käfig aus starken Eisengittern.
Und darin saßen und lagen Menschen. Männer, Frauen und sogar Kinder.
Alle waren gefesselt und geknebelt, so dass sie weder hätten rufen noch fliehen können.
Schnell wurden die Knebel entfernt, die Fesseln gelöst und die Gefangenen aus dem Käfig geholt.
Einige waren schon sehr schwach.
Insgesamt waren es 37 Menschen.
Von unseren Freunden fanden wir Lechner, den Copiloten, den Arzt und sechs der Soldaten.
Armbruster kniete sich neben Lechner und fragte nach den fehlenden Kameraden, obwohl wir die Antwort schon kannten.
"Sie haben sie abgestochen wie ein Stück Vieh." erzählte er mit kaum hörbarer Stimme.
"Einfach abgeschlachtet und aufgefressen." In seinen Augen stand der blanke Horror. "Vor unseren Augen haben sie sie aufgefressen." Er fing an zu schluchzen.
Armbruster zog ihn in seine Arme und wiegte ihn wie ein Kind. Die überlebenden Soldaten weinten ebenfalls und trauerten um ihre ermordeten Kameraden.
Der Arzt saß völlig apathisch an der Stelle, an der man ihn abgesetzt hatte. Helma und Hannes kümmerten sich um ihn, aber er reagierte nicht auf ihre Bemühungen.
Oleg und der Copilot unterhielten sich leise auf Russisch. Sie weinten beide, ohne sich ihrer Tränen zu schämen.
Die U-Bahnfahrer bemühten sich um die anderen Befreiten. Einige von ihnen waren fähig, Fragen zu beantworten, die Mehrzahl war jedoch genauso apathisch wie der Arzt und nicht ansprechbar. Einer der Männer lachte leise vor sich hin. Er war wahnsinnig geworden. Eine der Frauen wiegte ein unsichtbares Kind in ihren Armen und summte leise ein Wiegenlied. Eine andere erklärte uns, dass ihr Kind vor zwei Tagen geholt worden war und sie mitansehen musste, wie es getötet und gefressen wurde.
Uns allen standen bei den Erzählungen der Befreiten die Haare zu Berge. Diese Menschen hatten über das erträgliche Maß hinaus leiden müssen.
Selbst Jürgen standen die Tränen in den Augen.
Seit wir die Gefangenen gefunden hatten, war jegliche Feindseligkeit uns gegenüber verschwunden.
"Lasst uns von hier verschwinden." schlug er vor. "Wir fahren in unser Quartier zurück. Wenn ihr wollt, nehmen wir euch mit."
"Und was ist mit den Leichen?" fragte Oleg.
"Wir lassen alles wie es ist. Was sollen wir sonst tun?"
Wir führten die Freunde und die uns Unbekannten zu den Waggons.
"Bevor wir losfahren sollten wir uns ansehen, wohin sie fliehen wollten." schlug Oleg vor. Zusammen mit dem uns jetzt namentlich bekannten Trio stiegen wir die Treppen hinauf. Zuerst sah es aus, als gäbe es keinen Ausgang, denn er war völlig verschüttet. Aber nach einigem Suchen entdeckte Jutta einen schmale Spalt der nach draußen führte.
Die Sonne war bereits wieder am Untergehen.
"Wo sind wir?" fragte Hannes.
"An der U-Bahnstation Stadtmitte in der Friedrichstrasse" antwortete Florian.
"Unsere Freunde beim Mil werden sie schon Sorgen machen." sagte Max.
Oleg stieß einen langen Fluch auf Russisch aus. "Verdammt! Wir haben ihnen noch nicht einmal Bescheid gegeben wo wir sind, bevor wir in den Untergrund gegangen sind. Wir hätten genauso spurlos verschwinden können wir unsere Kameraden."
Er schaltete das Funkgerät ein und sofort erklang die aufgeregte Stimme Sonjas. "Verdammt nochmal! Wo seid Ihr? Ich versuche schon den ganzen Tag über euch zu erreichen. Geht es euch gut?"
"Uns geht es gut, aber wir haben Marusch, Diebold und vier unserer Soldaten verloren."
Natürlich wollte sie Einzelheiten wissen, aber er vertröstete sie auf später. "Nein, jetzt kann uns nichts mehr passieren, wir haben neue Verbündete gefunden und wir sind viele. Wir kommen so schnell als möglich zu euch." Damit schaltete er das Gerät wieder aus.

Jürgen sah ihn fragend an.
"Einige unserer Kameraden sind beim Brandenburger Tor und bewachen unseren Helikopter." erklärte er.
"Ihr habt einen Hubschrauber? Den muss ich sehen! Los kommt! Wir bringen die Befreiten in unser Hauptquartier und anschließend fahren wir zum Bahnhof beim Tor."
Zurück im Untergrund sahen wir zu unserem Erstaunen, dass vor der U-Bahn eine größere Anzahl Kinder auf dem Boden saß, bewacht von den Kameraden Jürgens.
"Was machen wir mit ihnen? Wir fanden sie in einem Versteck hinter dem Käfig."
Der Anführer musterte die Kinder, die im Alter von etwa einem bis 10 Jahre waren. Eins der Mädchen war älter. Sie waren in schmutzige Fetzen gekleidet, sahen aber ebenso gut genährt und gesund wie die Erwachsenen aus.
Jutta nahm sich das älteste Mädchen vor und befragte es.
Die Kinder waren gut gedrillt worden. Beim ersten Anzeichen von Gefahr waren sie in ihr Versteck gerannt und hätten dort so lange ausgeharrt, bis sie von den Erwachsenen geholt worden wären. So hatten sie überlebt.
"Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder wir machen kurzen Prozess mit ihnen oder wir nehmen sie mit." sagte einer der Männer.
"Nein, es gibt nur eine Möglichkeit. Wir nehmen sie mit." Jürgen sah den Sprecher finster an. "Das sind Kinder! Sie haben keine Schuld."
"Los! Steigt ein!" befahl er ihnen und sie kletterten gehorsam in die Waggons.
"Kommt, wir wollen hier weg."

Kurz bevor Jürgen den Befehl zur Abfahrt gab, fiel uns unser Gefangener ein. Calvin und Armbruster holten ihn. Er war inzwischen zu sich gekommen und Calvin stieß ihn grob vor sich her. Auch er musste einsteigen.
"Im Haus neben der Station in der Mohrenstraße liegen noch zwei von denen." informierten wir Jürgen.
"Die holen wir später."

Nur wenige Minuten später fuhren wir in einen hell erleuchteten U-Bahnhof ein. Unter den Linden - Friedrichstraße, wie uns erklärt wurde.
Dort sah es ganz anders aus als bei den Menschenfressern.
Entlang der Wände waren kleine Häuser gemauert worden, auch welche aus Holz waren zu sehen. Ein Dach hatten sie nicht, denn die Mauern dienten nur dazu, eine Privatsphäre herzustellen.
In der Mitte gab es einen freien Platz. Dort gab es ebenfalls Grillstellen, aber auch Elektro- und Gasherde. Daneben stapelten sich Kisten mit Gemüse und Säcke mit Kartoffeln und Rüben.
Kurz vor der Einfahrt hatte der Fahrer zwei Mal kurz gehupt und den Zug stark abgebremst. Langsam fuhren wir ein und wurden von wachsamen Männern und Frauen mit der Waffe im Anschlag empfangen.
Die senkten sie erst, als sie ihre Freunde deutlich erkennen konnten.
Die Befreiten wurden von herbeieilenden Menschen in Empfang genommen und an ruhige Plätze geführt.
Die Kinder standen zuerst etwas verloren auf dem Bahnsteig und sahen sich ängstlich um. Die Erwachsenen, die zum Zug gekommen waren, schienen zuerst nicht zu wissen, was sie mit dieser Bande Schmutzfinken anfangen sollten. Sie musterten sie nicht sonderlich freundlich.
Dann ging eine der Frauen zu ihnen hin, nahm das Kleinste auf den Arm und sagte: "Als erstes gibt es ein warmes Bad und frische Kleidung. Du meine Güte, ihr stinkt!"
Damit war der Bann gebrochen. Frauen und Männer nahmen die Kinder auf den Arm oder an die Hand und führten sie zu den Waschräumen. Kurze Zeit später hörten wir das Protestgebrüll von kleinen Menschen, die wahrscheinlich noch nie in ihrem Leben mit Waschwasser und Seife in Berührung gekommen waren.
Trotz der schrecklichen Erlebnisse dieses Tages stahl sich ein Lächeln auf meine Lippen. Daran würden sie sich wohl gewöhnen müssen.

Man bot uns Wasser und Essen an, aber wir wollten so schnell als möglich zu unseren Freunden und ich hatte auch keinen Appetit. Mein Magen saß mir immer noch knapp unter dem Kehlkopf und ich glaube, meinen Freunden ging es genauso.
Lechner wollte uns unbedingt begleiten, ebenso Ilja, der Copilot. Der Arzt reagierte immer noch nicht, wenn man ihn ansprach, aber die überlebenden Soldaten waren ebenfalls nicht davon abzuhalten, mit uns zu gehen.
Jürgen führte uns zu einer anderen Bahn und kaum waren wir abgefahren, waren wir auch schon am Ziel.
Beim Bahnhof Brandenburger Tor hielten wir an und begaben uns an die Oberfläche.
Den Rest des Weges gingen wir zu Fuß.
Oleg funkte Sonja an und sie erwarteten uns mit eingeschaltetem Scheinwerfer. Wir begrüßten uns mit Umarmungen und Tränen in den Augen.
Jürgen und seine Leute standen zuerst abseits, dann gesellten sie sich zu uns und wir stellten sie vor.
"Eure Maschine ist hier nicht sicher." erklärte er Oleg und Sonja ."Im Hauptbahnhof gibt es eine große Siedlung der Kannibalen und sobald sie genug Mut gesammelt haben, werden sie euch angreifen."
"Ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl beobachtet zu werden. Und ich bin sicher, sie beobachten uns auch jetzt."
"Darauf kannst du wetten." gab mir Jürgen recht, drehte sich blitzschnell um und feuerte in das Gebüsch am Rande des Parks.
Laute Schreckens- und Schmerzensschreie erklangen und wir hörten sie wegrennen. Jutta und Florian gingen zu dem Gebüsch und zogen einen Mann heraus, der genauso dreckig war und stank wie die im Bahnhof Friedrichstraße. Er blutete aus drei Wunden und starb binnen weniger Minuten.
"Wir müssen hier weg. Sie werden mit Verstärkung zurückkommen. Setzt den Helikopter beim Einstieg Unter den Linden auf. Dort können wir uns verteidigen."
"Dann steigt ein, wir fliegen sofort ab."
Kaum waren wir in der Luft, sahen wir sie im Licht der Außenscheinwerfer in Richtung Tor strömen sahen. Es waren wirklich viele.
Und sie schienen zu wissen, wohin wir wollten, denn sie marschierten über den Pariser Platz in Richtung Unter den Linden.

"Was ist mit dem Fahrer?" rief Miriam.
"Keine Sorge, sobald der Erste auf der Treppe erscheint, fährt er los."
"Und wenn sie ihm durch den Tunnel zu euch folgen?"
"Soweit kommen sie nicht. Da haben wir die eine oder andere Überraschung für sie vorbereitet." grinste Jutta.

Die Russen setzten den Hubschrauber neben dem Eingang zum Bahnhof auf. Die Nase zeigte Richtung Brandenburger Tor.
Jürgen und seine Leute sprangen heraus und rannten die Treppen hinunter.
Nach einigen Minuten kamen sie mit Verstärkung zurück. Maschinengewehre wurden auf Dreibeine montiert, Munition bereitgelegt. Scheinwerfer aufgestellt, aber noch nicht eingeschaltet.
Die Zeit reichte kaum für die Vorbereitungen, als der Mob der Menschenfresser laut brüllend und ihre improvisierten Speere schwingend, die Allee entlang auf uns zu stürmten.
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Beitragvon style1977 » 12.07.2016, 10:49

Anfangs hatten die Flüchtlinge noch gefordert was die Autonomen, sozialistischen Schmarotzer, ihnen schon vorlebten. Ein eigenes Haus und ein bedingungsloses Grundeinkommen sollte es nun schon sein. Kostenlose Bildung für Ihre Kinder , die seltsamerweise sehr unterrepräsentiert waren und so weiter. Als der Steuerzahler seien Unmut darüber bekundete, wurden Häuser besetzt, Kirchen geschändet, Supermärkte überfallen und auch der allseits bewährte Mundraub war an der Tagesordnung. Die Sache verselbstständigte sich mehr und mehr. Wegelagerei anfangs noch heimlich in der U-Bahn oder nachts wurden später von gut organisierten Banden von Flüchtlingen tagsüber auf Nebenstraßen durchgezogen. Zu allem Überfluss schenkte man den Flüchtlingen die besetzten Häuser weil man mehr Angst hatte vor der linksautonomen Hetzpresse mit ihren kommunistischen Hirngespinsten, als vor dem braven Steuerzahler. Einige setzten ihre Hoffnung in die rechtspopulistischen Politiker und Vereine, welche aber die Situation weder richtig einschätzen, geschweige denn händeln konnten. Alles was sie konnten war weiter Chaos zu stiften, ihren eigenen Bedürfnissen zu dienen und die Bevölkerung weiter zu entzweien.


Krankenhäuser arbeiteten nur noch gegen Bargeld, später nur noch gegen Lebensmittel. Die Medikamente mußte man selber mitbringen. Der Staat setzte die Mehrwertsteuer hoch und zog die Sozialabgaben an. Viele Investoren und Think-Tanks verließen Deutschland, das einstmals das Land der Erfinder und Ingenieure war. Nun ging es steil bergab. Das Bundesleistungsgesetz wurde verschärft. Der Staat konnte nun alles und jeden gegen Ausstellung einer Quittung von seinem Hab und Gut „ befreien“. Das trieb die Menschen in den Schmuggel und Schwarzhandel. Viel bunkerten was sie nur konnten. Lebensmittel wurden dank fehlender Investoren knapp, mein Insulin bekam ich nur noch auf dem Schwarzmarkt. Der Strom wurde abgeschaltet, anfangs nur für die Nacht, später auch am Tag bis auf die Mittagsstunden bis er ganz weg war. In den Supermärkten wurden noch wenige rationierte Grundnahrungsmittel gegen ID mittels Daumenscanner zu Mondpreisen verkauft. Man sammelte Regenwasser. Sprit gab es kaum mehr. Es störte mich nicht weiter, da die Regierung mein Kombi bereits vor einem Jahr von mir „befreite“. Er war ja auch nicht mehr nötig um zur Arbeit oder zum Einkaufscenter zu fahren. Anfangs wurde Kurzarbeit angeordnet nur um kurz darauf alle Angestellten zu beurlaubt. Die Polizei hielt überall die Hand auf, wenn sie wegschauen sollte. Die wenigen Vorräte die einige angelegt hatten schmolzen wie Schnee in der Frühlingssonne.
Der Unmut unter den Bürgern war vorhanden, aber jeder klammerte sich an das was er hatte. Wer sollte auch für ein Tag als Löwe die Sicherheit seine Familie riskieren. Mittlerweile machten inoffizielle Polizeikräfte schwer bewaffnet auch gerne nächtliche Hausbesuche bei sogenannten Terroristen, Kollaboratören und subversiven Elementen. So wurden Querdenker und Kritiker im Polizeijargon genannt. Sie zerrten Familienväter die öffentlich die Versorgung der Bevölkerung und Ihrer Familien anprangerten an den Haaren oder Füßen aus dem Haus. Schwer misshandelt landeten sie in irgendwelchen Geheimgefängnissen oder kamen als gebrochene Menschen Monate später nach Hause zurück. Mütter wurden vor den Augen ihrer Kinder verprügelt, nur weil sie eine Büchse Erbsen auf dem Schwarzmarkt erworben hatten und denunziert wurden, während der Mann mit einer Waffe in Schach gehalten zuschauen musste. Die erworbenen Waren wurden selbstverständlich als Beweismittel beschlagnahmt. Ich vermute dass die Asservatenkammern dennoch leer blieben. Der Polizeiterror funktionierte. Die Bevölkerung duckte sich und hielt still. Während die Politiker weiterhin von einer Umverteilung des Wohlstands von oben nach unten faselten, sorgte die Exekutive genau für das Gegenteil.

Vor einigen Monaten hatte der Staat nun das Grundgesetz der BRD endgültig aufgehoben und sogenannte Notstandsgesetze erlassen. Nur wenige Juristen trauerten diesem Umstand nach, hauptsächlich aus sentimentalen Gründen. Das wichtigste Abwehrrecht des Bürgers gegen Eingriffe des Staates war sowieso über einen langen Zeitraum pervertiert worden. Damals nannte man diesen Vorgang noch sperrig Anpassung an den gesellschaftlichen Wandel. Als Folge gilt nun das Landesrecht der Bundesländer. Da Bayern sein eigenes Ding machte und die Todesstrafe in ihrer Landesverfassung nie abgeschafft hatte, wurde diese anfangs nur dort, heute Dank des ausgerufenen Kriegsrechtes bundesweit öfters verhängt.


Die vielen jungen Flüchtlinge, hauptsächlich Muslimen die selbst vor Hunger, Gewalt und Tod geflohen waren, brachten diese „Seuche“ mit. Sie verachteten uns, die Kuffar, die Ungläubigen schon seit ihrer Ankunft in Deutschland für unsere liberale und freundliche Grundhaltung. Sie sahen sie als Schwäche an. Sie lehnten den Westen und gleichzeitig unsere Zivilisation ab, nur um dann mit dem im Westen erfundenen Handy ihre Bomben fern zu zünden. Dummheit statt Wissen, Faulheit statt Fleiß, Dreistigkeit statt Dankbarkeit, Gewalt statt Frieden, so sahen ihre Mitbringsel aus. Dumme linke Aktivistenweiber hatten damals noch forcierte Geschlechtsverkehr mit den Flüchtlinge im Camp auf dem Oranienplatz in Berlin Kreuzberg, nur um durch eine Schwangerschaft der Gesellschaft ein Bleiberecht für die Invasoren ab zu ringen. Schulen führten reihenweise „Praktika“ in Flüchtlingsheimen durch. Sie putzten die Toiletten da muslimische Männer das wegen ihres Glaubens ablehnten, machten Betten und referierten über ihre christlichen Wertvorstellungen. Der dazu erfolgte Protest einiger Eltern wurde unter dem Hinweis auf die Schulpflicht abgeschmettert. Linke Chaoten schossen mit ihren Pumpguns auf einen vermeintlichen Nazisanwalt in der Rigaer Straße in Berlin. Stattdessen trafen Sie eine junge Mutter in den Bauch die noch an Ort und Stelle vor den Augen Ihres dreijährigen Sohnes verblutet. Zeitgleich bewachte der Vater als Objektschützer eines der örtlichen Flüchtlingsheime keine 500 Meter entfernt. Islamisten lauerten anfänglich nur den Polizeibeamten und deren Frauen zu Hause auf. Ihr Vorgehen war immer gleich. Der Mann wurde gefesselt seine Frau vor dessen Augen vergewaltigt und anschließend aufgeschlitzt. Er musste hilflos zusehen wie seine Kinder misshandelt wurden, nur um dann anschließend mit durchschnittener Kehle im eigenen Blut zu ersticken. Für die Kinder erhielten die Mörder Lösegeld das dann den weiteren Terror finanzierte. In Frankreich begannen diese Übergriffe und breiteten sich bald auf ganz Westeuropa aus. Keiner von uns konnte sich soviel Gewalt, Hass und Grausamkeit vorstellen. Seit dem zweiten Weltkrieg hatten linksautonome Weiber und deren Protegés Deutschland in ein rosa Barbieluftschloss verwandelt, wo jeder willkommen ist, ob er nun in unsere Gesellschaft passt und unsere Gesetze akzeptiert oder eben nicht. Strafverfahren gegen kriminelle Asylanten sind doch rassistisch und wurden daher nicht in aller Konsequenz durchgezogen. Kann man es dem Wolf verübeln, wenn er das beschränkte rosa Schaf das sich zu seinen Füßen hinlegt, reißt? Wir haben es nicht besser verdient. Die Invasoren waren nur der Revolver in der Hand einer sterbenden, hedonistischen Gesellschaft.
style1977
 

 


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