infoportal onlineshop

Die neue Welt

« Videos    •   

Re: Die neue Welt

Beitragvon Andiamos » 16.07.2016, 08:32

Style, deine Geschichte macht sehr betroffen und ist in Realität, so wie du ja auch geschrieben hast, kaum vorstellbar. Aber wer weiß, was uns noch blüht, sollte diese Willkommenspolitik so weitergehen...
Vielen Dank dafür und schreib bitte weiter.

LG
Angelika
Andiamos
 

Beitragvon Pleitegeier » 16.07.2016, 13:14

Hallo Style!
Ich habe mir Deine neue Geschichte erst angeschaut nachdem ich heute von Angelika Ihre Einschätzung gelesen habe.

Viele Geschichten entstehen aus selbst Erlebten,Erfahrungen und Beobachtungen.

Ich glaube das Du dies alles verbindest!

Zumindest geht es mir so beim Geschichten schreiben dieses Einfließen zu lassen.
Du schreibst das wozu mir inzwischen die Kraft fehlt jedoch sehe ich genau diese Dinge vor meinem Geistigen Auge.

Selbst erleben wir derzeit ein Umfeld der Drei Affen und geschützt werden wir noch durch unsere Erkrankung und Rentnerdasein.
Jedoch spüren wir immer mehr das es besser ist seine Meinung für sich zu behalten oder andere zum Denken zu bringen oder eine gemeinsame Vorsorge zu treffen.

Wir fühlen uns nicht mehr zugehörig und sehen einen kontiuierlichen Untergang um uns herum.
Das meiste ist nur noch Schein!
Deshalb glauben wir an ein grausames Erwachen!
LG
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon Kavure´i » 17.07.2016, 18:40

Hola

Pleitegeier
ich denke, jeder der Geschichten schreibt, läßt wissentlich oder unterbewußt eigene Erfahrungen mit einfliessen.
Man schreibt und beschreibt natürlich das am besten und realistischten, was man kennt.

Wo steckt eigentlich Mankei?
Ich warte schon lange auf einen neuen Beitrag von ihm.

Kavure´i
Benutzeravatar
Kavure´i
 

Beitragvon Kavure´i » 17.07.2016, 21:08

"Wartet, bis sie nahe genug herangekommen sind." befahl Jürgen.
Als die Vordersten noch etwa dreißig Meter entfernt waren, schalteten sie Scheinwerfer ein.
Die Maschinengewehre begannen zu hämmern, der Helikopter stieg auf, und Sascha, der den Platz des toten Bordschützen eingenommen hatte, nahm die Bordgeschütze in Betrieb.
Die MGs mähten die ersten Reihen nieder, während Sascha die weiter entfernten Angreifer ins Visier nahm.
Nach kurzer Zeit war die Allee mit Toten übersät. Die Überlebenden machten kehrt und rannten dahin zurück, woher sie gekommen waren.
Aber die U-Bahnfahrer waren nicht untätig gewesen und hatten weitere MGs per Bahn zum Bahnhof beim Brandenburger Tor geschafft. Dort empfingen sie die Fliehenden mit einem weiteren Kugelhagel.
Keiner der Kannibalen schaffte es auch nur in die Nähe des Einstiegs.
Und nur Wenige entkamen und erreichten den Hauptbahnhof.

"Wir leben seit gut fünf Jahren in der U-Bahn." erzählte Jürgen.
Wir saßen in ihrer "Küche" und stärkten uns mit Kaffee, Tee und Gemüseeintopf. Obwohl ich geglaubt hatte, nach dem Anblick in der Kannibalen-Unterkunft wochenlang nicht mehr essen zu können, belehrte mich mein knurrender Magen eines Besseren.
Auch die Anderen ließen sich das Essen schmecken. Als Sascha misstrauisch die Fleischstückchen begutachtete, erklärte ihm Jutta lachend, es sei Rattenfleisch.
"Es gibt Unmengen von ihnen in den Schächten."
Zuerst schoben einige von uns die Teller zurück, aber dann löffelten sie den Eintopf doch aus. "Was ist an Ratte schlimmer als an Schwein oder Huhn? Sind alle Omnivoren. So wie wir." sagte Max mit vollem Mund.

In Berlin schien alles viel schlimmer gewesen sein als im Rest des Landes.
Da hier der Multikulti-Wahn noch ausgeprägter grassiert hatte, hatte es dort auch die meisten Opfer gegeben. Die U-Bahnmenschen erzählten, dass sich in den Straßen die Leichen getürmt hätten, es gab keinen unter ihnen, der nicht Familienmitglieder, Verwandte, Freunde, Nachbarn, verloren hatte.
Und zwar nicht erst in der Zeit nach der Bombe.
Es war schon Monate vorher losgegangen.
Unter tätiger Mithilfe der Behörden waren die autochthonen Deutschen ausgeplündert worden. Man hatte sie von allem "befreit", was der Staat als für sie überflüssig ansah.
Zuerst wurden die Steuern derart angezogen, dass den Arbeitnehmern nichts mehr zum Leben blieb. Dann wurden ihre Konten geplündert, die Geldkarten gesperrt, lange Schlangen bildeten sich an den Schaltern, an denen den Menschen minimale Geldbeträge ausbezahlt wurden, von denen sie kaum das Allernötigste zum Überleben kaufen konnten.
Man nahm ihnen zuerst die Zweitfahrzeuge, dann auch die anderen ab. Die Polizei durchsuchte die Wohnungen nach Geld und Wertgegenständen, plünderten nach Lust und Laune. Gegenwehr wurde ihm Keim erstickt. Wer auch nur mit den Augenlidern zuckte, wurde schwer verprügelt oder einfach erschossen.
Niemand hielt diese Soldateska im Zaum.
Auf der anderen Seite wurden die Migranten weiterhin mit allem versorgt, was sie brauchten. Und was sie wollten, holten sie sich bei den Deutschen, die sich auch gegen diese Übergriffe weder wehren durften noch konnten.
Die Bevölkerung was systematisch entwaffnet worden, am Ende durften die Deutschen noch nicht einmal mehr Pfefferspray in ihrem Besitz haben.
Jeder Gegenstand, der als Waffe gebraucht werden konnte, wurde konfisziert, die Eigentümer bestraft.
Am Ende nahmen sich die gewaltgewohnten jungen Einwanderer alles was sie wollten, unter den wohlwollenden Blicken der Politiker, Polizisten und Militärs.
Die Häuser, die Wohnungen, die Frauen, die Mädchen, die Jungs.
Männer, die ihre Familie und ihre Habe verteidigen wollten, wurden umgebracht.

Dann fiel die Bombe und das Schlachten begann.

Die hochrangigen Politiker ließen sich ins sichere Ausland ausfliegen, die Lokalpolitiker verschwanden mit ihren Familien und den Angehörigen der Polizei- und Streitkräfte samt deren Familien im unterirdischen Berlin.
"Wir kennen inzwischen vier Einstiege, aber die sind hermetisch abgeriegelt, da kämen wir noch nicht mal mit einer Bombe rein." erklärte Jutta. "Sie haben überall Beobachtungmonitore und Mikrofone installiert. Wir zerstören alle, die wir finden. Wenn sie etwas über die Welt hier draußen wissen wollen, dann sollen sie gefälligst rauskommen."

Die ersten Deutschen zogen sich in die U-Bahntunnel und die Kanalisation zurück. Hunderttausende verhungerten dort, der Kampf um die knappen Lebensmittel war brutal.
Die ersten Fälle von Kannibalismus traten auf.
Die unterirdische Gesellschaft spaltete sich in zwei Lager: Die Kannibalen und die Nichtkannibalen.
Und dann gab es noch die Oberirdischen. Sie lebten in größeren Gemeinschaften, meist in Häuserkomplexen mit großen Innenhöfen. Dort bauten sie Gemüse an, hielten Hühner.
Sie gingen auch in Gruppen zum Jagen und Sammeln in den urbanen Dschungel. Immer bedroht und auf der Hut vor den Kannibalen. Sie versorgten die U-Bahnfahrer mit Obst und Gemüse und die gaben ihnen dafür Waffen und Munition und stellten ab und zu Bewaffnete, die sie auf ihren Sammelausflügen begleiteten.
Dann gab es die Einzelgänger, die sich versteckt hielten, meist nicht wussten, dass es Gemeinschaften gab, die sie aufnehmen würden oder kleine Gruppen, die von selbsternannten Anführern wie Sklaven gehalten wurden und ein jämmerliches Dasein fristeten. Dazu gehörten auch Viele, die aus dem Umland in die Stadt kamen, weil sie hofften, hier Umstände vorzufinden, die ihnen ein Überleben gestatten würden.

"Woher habt ihr die Waffen und die Munition? Und woher kommt der Strom?" fragte Sonja.
Die Regierung hatte viele unterirdische Depots anlegen lassen, die Berliner vermuteten, für den Fall, dass sie ihre unterirdische Stadt verlassen müssten.
Dort befanden sich nicht nur Waffen und Munition, sondern auch Medikamente, haltbare Lebensmittel, Kleidung, Funkgeräte, Batterien, usw.
Sie waren allesamt sehr gut getarnt, aber nachdem die U-Bahnleute einige davon durch Zufall entdeckt hatten, wussten sie inzwischen, worauf sie achten mussten.
Sie hatten entdeckt, dass diese Verstecke an eine Stromversorgung angeschlossen waren, vermutlich an das von U-Berlin, wie sie die Politikerstadt nannten.
Die Elektriker unter ihnen nutzten diesen Umstand aus, indem sie Teile der Tunnel wieder elektrifizierten und somit die vorher nutzlosen U-Bahnzüge wieder in Gebrauche nehmen konnten. Ebenso schlossen sie ihre Unterkünfte wieder an. So kam wieder Licht ins Dunkel.
Als nicht erwünschten Nebeneffekt profitierten leider auch einige der Kannibalen-Bahnhöfe davon.
Strom hatten sie jetzt seit ungefähr drei Jahren. Und machten seither Jagd auf die Menschenfresser. Sie hatten schon viele ihrer Unterschlupfe ausgehoben, viele von ihnen getötet, aber sie waren scheinbar nicht auszurotten.
Sie gingen vorwiegend nachts auf Beutefang und erwischten vorwiegend die Einzelgänger, machten Gefangene unter den Kleingruppen und stellten den unerfahrenen neu Angekommenen Fallen. So wie uns mit der Puppe.
"Apropos Puppe." warf Hannes ein. "In der Mohrenstraße warten immer noch zwei von denen darauf, dass ihr sie abholt. Vielleicht bekommt ihr noch Informationen aus ihnen heraus."
Eine Gruppe, unter der Führung von Oleg, machte sich kurz nach Sonnenaufgang auf den Weg. Sie gingen zu Fuß, aber es dauerte trotzdem nicht lange, bis sie mit den beiden Gefangenen zurückkamen. Sie hatten sie bewusst an den vielen Toten, die noch in der Allee lagen, vorbeigeführt. Außerdem hatte man ihnen schon erzählt, dass außer den Kindern keiner ihres Clans überlebt hatte. Sie wurden in einen kleinen Raum eingesperrt und ihnen vorsichtshalber auch die Fußfesseln wieder angelegt.
Oleg erzählte uns, dass nur noch die Hälfte der toten Kannibalen dort draußen lag.
"Das war zu erwarten. Die holen sie alle. Morgen früh liegt da keiner mehr." sagte Jürgen.
Mir wurde schon wieder übel.
"Wenn wir nur endlich die Gruppe im Hauptbahnhof ausräuchern könnten." klagte Claudia, eine der Bewaffneten, die bei der Aktion gestern dabei gewesen war.
Aber da diese Gruppe von den U-Bahnleuten wusste, hatte sie die Zugänge und Tunnel verbarrikadiert, Züge konnten dort keine fahren und ihre Anzahl war zu hoch, um sie zu Fuß direkt angreifen zu können.
Obwohl sie sich seit gestern um gut 200 Personen verringert hatte.

Helma gab Sonja ihren Block. Auf dem Blatt stand: Gaskanister?
Sonja schlug ihr auf die Schulter. "Natürlich hast wieder DU die zündende Idee!" strahlte sie.
Die Berliner schauten sie fragend an, während wir anfingen zu grinsen.
Wir erzählten ihnen von den Gaskanistern, die wir im Fundus des Kalifen gefunden hatten. Und "zufällig" hatten wir zehn davon im Frachtraum des Mil verstaut.
Nun sollten wir nur noch wissen, wo sie sich aufhielten, um in etwa ausrechnen zu können, ob die Menge ausreichte, sie alle, oder zumindest den größten Teil von ihnen zu betäuben.
"Da kann ich euch weiterhelfen. Ich war ihre Gefangene und konnte entkommen." Eine Frau mittleren Alters kam zu uns an den Tisch. Sie nahm Helmas Block und Stift und skizzierte einen Plan des Bahnhofs.
"Sie leben alle im untersten Bereich. Nur hier funktionieren die Lampen. Nachdem im oberen Teil der Blitz eingeschlagen hat, gibt es im oberirdischen Bahnhof und in den Geschäften kein Licht mehr. Außerdem können sie so die Barrikaden in den Tunnel besser bewachen."
"Auf wie viele Personen schätzt du die Gruppe?" fragte Oleg.
"Als ich dort war, waren es um die vierhundert, die Kinder mit gerechnet. Davon haben sie viele, ich schätze mal, so um die hundert, hundertzwanzig."
"Dann dürften also kaum noch hundert Erwachsene dort unten sein." rechnete Sonja.
"Aber die werden auf der Hut sein." meinte ich.
"Das glaube ich kaum. Die werden wahrscheinlich alle vollgefressen schlafen. Sie haben ja gerade mehr Fleisch, als sie essen können, bevor es verdirbt. Und ich denke, es werden mehr sein, als die hundert, denn es spricht sich bei ihnen sehr schnell herum, wenn viel Essen da ist und dann kommen andere Gruppen und beteiligen sich."
Mein Magen schlug Salti.
"Umso besser." meinte Armbruster. "Je mehr wir von denen erwischen, umso lieber ist es mir." Seine Augen funkelten vor Hass.
Er meldete sich freiwillig zum Auskundschaften der Gegebenheiten, aber Jürgen wollte lieber selber gehen, begleitet von zweien seiner Leute.
"Wir kennen uns hier aus und sei mir nicht böse, aber in dieser Sache traue ich dir zu, dass du Dummheiten machst und unseren Plan gefährdest."
Zuerst wollte Armbruster auffahren, dann nickte er. "Du hast recht, ich traue mir da selber nicht. Aber beim Angriff später bin ich dabei."
"Natürlich."
Nur eine halbe Stunde später machten sie sich auf den Weg.

Unterdessen erzählte und Eliane, wie sie den Kannibalen entkommen war.
Sie war mit zwei weiteren Frauen in die Stadt gekommen und gleich am ersten Abend von den Menschenfressern gefangen worden.
Sie verbrachte ungefähr zwei Wochen in dem Käfig, zusammen mit anderen "Langschweinen". Beinahe jeden Tag wurden einer oder mehrere von ihnen geholt, neue kamen hinzu. Warum man sie so lange nicht auswählte, konnte sie sich nicht erklären, da Viele noch am gleichen Tag ihrer Gefangennahme geschlachtet wurden.
Gnädiger weise stand ihr Käfig so, dass sie nicht mit ansehen mussten, wie ihre Leidensgenossen starben und gefressen wurden, aber ihre Schreie klangen ihr noch heute in den Ohren.
Dann kam der Tag, als die Menschenfresser ein Depot mit Alkohol entdeckt hatten. Sie hielten erst ein Festmahl und betranken sich anschließend sinnlos.
Dabei fiel ihr Wächter direkt vor dem Käfig hin.
Einer der Männer konnte seinen Fuß erreichen und zog ihn ans Gitter. Er hatte den Schlüssel um den Hals und sie konnten sich befreien.
Sie schloss sich den U-Bahnfahrern an, auf die sie kurz darauf stieß, von den anderen elf gingen sechs zu den Oberirdischen und der Rest verließ die Stadt so schnell als möglich.

"Wo bleiben die nur?" fragte Jutta beunruhigt, jetzt sind sie schon vier Stunden fort.
"Wir warten noch eine halbe Stunde, dann gehen wir nachschauen." bestimmt Oleg.
Die Minuten schlichen dahin.
Benutzeravatar
Kavure´i
 

Beitragvon Mankei » 17.07.2016, 23:02

Mein Kampf gegen die Ungläubigen.

Mein Name ist Sinan Al-Basir und ich erzähle euch von meinem Leben als Krieger.
Wie schön es doch war als der Krieg begann, endlich konnten wir euch Ungläubige töten und für all das Rache nehmen.
Es fühlte sich gut an und umso mehr Ungläubige wir töteten desto besser ging es uns.
Die Anfänge waren schwierig, es fehlte an allem, kein Geld, keine Waffen, keine Ordnung. Was uns Gotteskrieger aber alle vereinte war der Hass auf euch und die Liebe zu Allah. Eure Überheblichkeit und Arroganz wird euer Verderben sein und es wird mir und meinen Brüdern eine Freude sein euch nach einer qualvollen Folter zu töten.
Wir konnten es nicht mehr hören, ihr wart immer die Guten, wir immer die schlechten!
Ihr wundert euch warum all das geschah, öffnet eure Augen und ihr werdet es verstehen.
Meine Vater, meine Mutter, sowie drei meiner Schwestern und zwei meiner Brüder wurden an einem Nachmittag durch einen Bombenangriff der Amerikaner getötet, ich überlebte als ältester weil ich nach Arbeit suchte.
Den Bombenangriff gibt es offiziel, wie viele andere auch – nicht. Es wurde nirgends davon berichtet und warum mein Elternhaus überhaupt angegriffen wurde wird auf immer ein Geheimnis bleiben.
Als ich am Abend zu Hause ankam sah ich den Rauch schon von weitem, ich suchte Stundenlang nach meiner Familie, alles was ich fand waren verbrannte Körper und Knochen. An diesem Tage nahm ich mir fest vor euch dafür zur Rechenschaft zu ziehen, früher oder später wird mir Allah diesen Wunsch erfüllen.
Nachdem die Beerdigung beendet war machte ich mich auf den Weg nach Europa, die Reise war voller Strapazen und das eine oder andere Mal habe ich nur durch Allahs großer Güte überlebt.
Nach einer schier nicht enden wollenden Reise kam ich dann doch irgendwann in Deutschland an.
Dort kümmerte man sich um mich, gab mir Essen und Trinken, etwas neues zum Anziehen und nach einiger Zeit eine Aufenthaltsgenehmigung. Die ersten zwei Jahre hielt ich mich von allem fern, einige meiner Brüder begingen kleinere Straftaten und verspielten so ihre Anerkennung. Ich hielt mich aus allem heraus, lernte eifrig Deutsch, passte mich an, bekam eine Arbeitsstelle in einem Großmarkt und kam sogar ins Fernsehen weil ich als ein sehr gutes Beispiel dafür galt wie gut die Integration funktioniert.
Ihr Heuchler, denkt ihr ich habe vergessen was ihr meiner Familie zugefügt habt.

Ihr sagt immer das ihr mit dem ganzen nicht zu tun haben wollt, es nicht eure Angelegenheit ist aber das stimmt nicht, ihr habt die Politiker gewählt die meine Familie ohne Grund getötet haben also seid auch ihr schuldig. Ihr wollt nur in Ruhe leben, ein kleines Haus besitzen, ein oder zwei Kinder in die Welt setzen, gute Arbeit und hier und da mal eine Feier mit euren Verwandten und Freunden machen, genau das wollte auch ich doch ihr habt es mir genommen also nehme auch ich euch alles was euch lieb und teuer ist.
Warum konntet ihr uns nicht unser Leben leben lassen, ihr musstet unbedingt McDonalds, Kino, Internet und viele andere Sachen zu uns bringen obwohl wir das nicht wollten.
Aber in euren Augen sind wir nur Abfall, Menschen dritter Klasse die nicht wissen was gut für sie ist. Wir waren glücklich, wir hielten zusammen, natürlich mussten wir viel arbeiten und leicht war es oftmals nicht aber wir waren es so gewohnt und akzeptierten es.

Die ersten Anschläge machten mich Stolz, ich wusste auch ich werde bald ein Teil der Zerstörung Europas sein.

Als es dann schließlich passierte und der Krieg ausbrach war es Zeit meinen Schleier der Täuschung fallen zu lassen, endlich durfte ich Rache nehmen.

Einer meiner Nachbarn, eine Familie die mir öfters geholfen hatte wurde mein erstes Ziel, ich klingelte damals an ihrer Türe, voller Angst öffneten sie die Türe und stellten erleichtert fest das ich es war, sie baten mich einzutreten und mit in die Küche zu kommen, sie wollten gerade Abendessen. Als ich Platz nahm redeten sie unentwegt über die Geschehnisse die da jetzt überall passieren. Sie wollten von hier weg, Freunde die einen Bauernhof haben sagten das sie zu ihnen kommen sollten, es sei dort sicherer und außerdem gibt es genügend zu Essen.
Ich bekam reichlich zu essen und trinken und nachdem ich mich ausreichend gestärkt hatte nahm ich das große Brotmesser vom Tisch und brachte einen nach dem anderen um.
Es war ein befreiendes Gefühl, meine Rache hatte begonnen, "Allahu kabir"
Benutzeravatar
Mankei
 

Beitragvon Pleitegeier » 18.07.2016, 07:27

Es ist alles hier nur eine Geschichte!

Doch es steckt sehr viel Wahrheit darin! Manchmal zeigt es ihr wahres Gesicht wie bei den Demonstrationen von Türken in unseren Städten.
Manche werden es nie erkennen weil Verdrängung die einfachere Form des Zusammenlebens ist!
LG
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon style1977 » 19.07.2016, 09:39

Hört ihr auch mal Nachrichten? Afganischer Islamist (17 Jahre) sticht in Pendlerzug wild um sich. Mehrere Menschen schwer verletzt. Terroristischer Hintergrund bestätigt. So und nun die Story von Mankei dazu und viel Spaß beim Summieren der Tatsachen. Und kommt mir jetzt bloß nicht mit"aber es sind nicht alle so, mein Nachbar blablabla" Das Saudische Königshaus zahlt den Dshiahdisten Geld um nicht als abgefallene Gläubige selbst an den Henker zu geraten. Dshihad bedeutet das die nicht kämpfenden logistische Unterstützung leisten müssen um nicht selbst (und deren Familien Sippenhaftung falls das noch jemand kennt) abgeschlachtet zu werden. Verbunden mit dem Glauben die Welt von ungläubigen Schweinen zu befreien tut der Dshihadist in seinen Augen auch was Gutes und nur darauf kommt es an, wenn man Leute zum kämpfen bzw. abschlachten anderer bewegen will.
style1977
 

Beitragvon Pleitegeier » 19.07.2016, 12:07

style1977 hat geschrieben:Hört ihr auch mal Nachrichten? Afganischer Islamist (17 Jahre) sticht in Pendlerzug wild um sich. Mehrere Menschen schwer verletzt. Terroristischer Hintergrund bestätigt. So und nun die Story von Mankei dazu und viel Spaß beim Summieren der Tatsachen. Und kommt mir jetzt bloß nicht mit"aber es sind nicht alle so, mein Nachbar blablabla" Das Saudische Königshaus zahlt den Dshiahdisten Geld um nicht als abgefallene Gläubige selbst an den Henker zu geraten. Dshihad bedeutet das die nicht kämpfenden logistische Unterstützung leisten müssen um nicht selbst (und deren Familien Sippenhaftung falls das noch jemand kennt) abgeschlachtet zu werden. Verbunden mit dem Glauben die Welt von ungläubigen Schweinen zu befreien tut der Dshihadist in seinen Augen auch was Gutes und nur darauf kommt es an, wenn man Leute zum kämpfen bzw. abschlachten anderer bewegen will.


Ich wiederspreche Dir nicht!
Auch wurde deren Handeln mehrmals im Forum erörtert!
LG
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon style1977 » 19.07.2016, 13:35

Die Deutschen hatten sich selbst belogen. In einer Überflussgesellschaft die von Humanisten wie Hegel, Kant und Schiller geprägt wurden, konnte sich keiner mehr vorstellen, dass ein Menschenleben wertlos ist. Doch Menschen gab es in der sogenannten dritten Welt viele. Dort töteten die Mütter Ihre neugeborenen Kinder, wenn der Mann es verlangte ohne Gewissensbisse. Ein Stamm tötet die Männer des Nachbarstammes und zertritt die Köpfe der männlichen Kinder nur um anschließend die verbliebenen Frauen selbst besamen zu können und deren Vorräte zu stehlen. Männer finden sich zu Kriegsspielen zusammen, um mit Stöckern aufeinander einzuschlagen bis einer stirbt. Nur wenigen hier in Mitteleuropa war sich dieser Umstände bewusst. Linke Berufpolitiker in Presse und Rundfunk wurden nicht müde dem einfachen Bürger ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn er nicht regelmäßig spendete, nur um sich selbst dadurch moralisch überlegen zu fühlen. Wenn man sein eigen Fleisch und Blut und die Nachbarn in seinem Heimatland so leichtfertig töten kann, wie kann man dann erwarten das diese Neubürger das Leben ihrer Gastgeber wertschätzen würden. Nur ganz wenige hatten die Mittel und den Mut sich selbst zu schützen. Sie durften es ja auch nicht. Jahrelang schränkte man den Bürger zu seiner eigenen Sicherheit ein. Willi Brandt begann im Zuge des RAF Terrors die Waffengesetze zu verschärfen. Später wurde die Wehrpflicht ganz abgeschafft. Unsere unmittelbaren Nachbarn konnten darüber nur ungläubig den Kopf schütteln. Doch in Folge der Gesetze der EU-Geiselnehmer saßen sie bald mit im gleichen Boot. Die inflationär angebrachten Sicherheitskameras und die beliebten RFiD Chips in allen wichtigen Dokumenten erlaubten die Kontrolle der Bürger, um auch den letzten Systemaussteiger zu finden und wieder in die Steuerherde einzugliedern. Bundesweit krebste die Einbruchsaufklärungsquote wegen Personalmangel seit Jahren bei 8% rum, Beim alljährlichen Blitzermarathon waren aber auf einmal 1500 Polizisten auf der Straße. Da konnte der Staat ja auch Einnahmen für noch utopischere Sozialprojekte abpressen. Der Unmut un die Unsicherheit in der Bevölkerung ließen die Geburtenraten in den Keller fallen. Kinder bekamen nur noch die sozial gepamperten. Die fleißigen und intelligenten arbeiteten viel zu viel für den Staat um selbst an Kinder denken zu können. Seit 1970 reichten die Geburten daher nicht mal mehr zum Selbsterhalt. Die Bürger wählten ihre Regierung und übertrug somit ihre Selbstschutzaufgabe, ein elementares Menschenrecht, dem staatstreuen Polizeibeamten der im Jahr gerade mal 50 Patronen für Schießübungen ausgehändigt bekamen. Die Bildung und Erziehung seiner Kinder erfolgte an schlecht ausgestattete Schulen. Jungs wurden von linksautonomen Junglehrerinnen zum Teilen, Kompromiss finden und zur Gewaltlosigkeit erzogen, mit der Folge das sie nun nicht mal mehr in der Lage sind einen Regenwurm zu töten, geschweige denn ihre Familien zu schützen. So mussten wir die folgende Lektion nun auf die harte Tour lernen.


Vielen Flüchtlinge hatten nichts zu verlieren. Es war an einem Freitag. Ein schwarzer Freitag könnte man sagen, in doppelter Bedeutung.
Die vielen Flüchtlinge in Deutschland wurden ebenso wie die eigenen Bedürftigen nur noch notdürftig versorgt. Wie sollte es denn auch anders gehen, wenn das eigene Steuervieh keine Steuern mehr zahlen konnte und man die Investoren mit einer überbordenden Sozialabgabenindustrie vergrault hatte. Ein Schwarzer, der schon vor mehreren Jahren als einer der ersten Flüchtlinge, sorry Neubürger, kam und noch immer nicht integriert werden konnte, trotz vieler Sprachkurse, drohte einem Polizeibeamten er werde sich selbst anzünden. Er forderte eine zusätzliche Essensration für sich. Auf die Misshandlung eines Flüchtlings auch durch Unterlassen stand mittlerweile die Todesstrafe. Der Beamte wollte kein Risiko eingehen. Ein Nachgeben seiner Forderungen war dank der angespannten Versorgungslage und der eventuellen Vorbildwirkung keine Option. Also entschloss sich der Polizist den Eritreer in Schutzgewahrsam zu nehmen. Dieser wehrte sich mit lautem Geschrei von Polizeiwillkür und Rassismus. Kurz darauf erhängte er sich oder vermutlich einer seiner Mitinsassen ihn in dessen Zelle. Das Gerücht die Polizei hätte einen Nigger aufgeknüpft machte die Runde. Linke Chaoten und deren Presse verbreiteten das Gerücht bundsweit. Es wurde unruhig in der völlig überfüllten Unterkunft in der Messe Berlin, in der mittlerweile ca. 3500 Flüchtlinge notdürftig zusammengepfercht waren. Als dann noch mehrere Polizeiwagen an dem Gebäude entlangfuhren, dachten viel der Neubürger die Polizei käme nun, um sich des Flüchtlingsproblems auf ihre Weise zu entledigen. Tatsächlich führte der Weg die Hundertschaft nur zufällig am ICC vorbei. Sie fuhren über den Abzweig Funkturm, um über die Avus nach Magdeburg zu einer der vielen blutigen Demonstration der parasitären Linken gegen Fremdenhass zu gelangen. Ab da endete das Leben so wie wir es kannten. Das Morden begann.


Zuerst erwischte es die Leute vom privaten Sicherheitsdienst. Die meisten wurden aus dem Fenster des ICC geworfen. Denen welche beim Aufprall nicht das Genick brach, platzte der Schädel auf und sie erstickten an ihrem eigen Blut, während hunderte schwarze Augen amüsiert zuschauten.


Danach besetzten die Neubürger das ICC und feierten ihre neue Freiheit mit vielen Salven aus den Dienstwaffen des getöteten Sicherheitspersonals. Die vielen Studenten, die am Freitagabend mit völlig überfüllten altersschwachen Bussen aus Ihren maroden Unis nach Berlin kamen um mit ihren Eltern und Verwandte gemeinsam den Lebensunterhalt der nächsten Woche auf dem Schwarzmarkt zu erwirtschaften, riefen entsetzt nach der Polizei. Die nicht kam. Es ist und war bekanntermaßen auch noch nie die Aufgabe der Polizei den einzelnen Bürger, sondern nur die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu schützen.
Das musste eine Gruppe von sieben Studenten nun am eigenen Leibe erfahren. Viel der Schwarzen war mit improvisierten Messern bewaffnet. Sie rannten auf die Gruppe zu, die unschlüssig und wie gelähmt ihrem Martyrium entgegenstarrten. Wild stachen sie einem der drei Jungen aus der Gruppe in den Hals und die Brust. Dieser brach röchelnd zusammen. Die beiden anderen waren zu geschockt um wegzurennen oder Gegenwehr zu leisten. Dutzende von Fäusten prasselten auf sie ein. Am Boden liegend übten viele der Aggressoren ihren Elfmeterpass, wie sie es später lachend nannten. Mit zertrümmertem Gesicht und winselnd ließ man sie auf dem grauen Asphalt sterbend liegen. Die vier Studentinnen sahen sich plötzlich einer Meute gierig Neubürger gegenüber. Schwarze Augen musterten die jungen Frauen. Der erste versuchte eine der Frauen an den Arsch zu grabschen, was sie mit einem Schlag auf den Unterarm des Angreifers quittierte. Das war das Startsignal für die anderen. Die Schwarzen warfen sich wie geifernde Hyänen auf die Frauen, rissen Ihnen die Kleider vom Leib und vergingen sich einer nach dem anderen an ihnen. Rumgereicht wie ein Stück Fleisch versiegte die anfängliche Gegenwehr und machte einem stumpfsinnigen Wimmern Platz. Nachdem fast jeder der Angreifer die verheulten, verdreckt und völlig verängstigt Frauen vergewaltigt hatten, nahmen die vier letzten sie, rissen ihnen den Kopf an den Haaren nach hinten und schnitten stöhnend vor Ekstase ihnen die Kehlen durch. Noch in ihnen steckend ergötzten sie sich an den röchelnden Todeszuckungen der vier Frauen.
Den Opfern schnitten sie die Ohren ab und nahmen sie als Trophäe mit.

Womit hatten wir das alles nur verdient? Der Schock saß tief.

Die kurz darauf vom Kaiserdamm her eintreffende Polizei zog hoffnungslos unterlegen sich im Angesicht des wütenden Mobs umgehend zurück. Das war absolutes Glück für mich und meine Familie. Die Neubürger verfolgten im Mob randalierend die Polizei Richtung Kaiserdamm. So blieb die parallel verlaufende Soorstraße zunächst unbehelligt. Wir waren also gewarnt Auf dem Kaiserdamm teilten sie sich auf. Eine Gruppe von ca. 500 Mann zog Richtung Innenstadt zum Ernst Reuter Platz. Der Rest wand sich Richtung Theodor Heus Platz. Ihr Ziel waren die Polizeidirektion 22 und die Landespolizeischule in der Charlottenburger Chaussee.
Irritierend war anfänglich der chaotische Ausbruch der Gewalt. Doch das fast schon taktische Vorgehen gegen die einzelnen Polizeidirektionen lassen einen wohldurchdachten Plan und umfassende Ortskentnisse vermuten. Der Gewaltausbruch war also alles andere als der spontane Versuch hungernder Neubürger ihre Grundbedürfnisse zu sichern. Später erfuhren wir, dass diese Aktionen zeitgleich auch in den Bezirken Friedrichshain- Kreuzberg, Pankow, Tempelhof, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Reinickendorf erfolgten. Nur Mitte, Köpenick, Steglitz und einige kleinere Randbezirke waren nicht betroffen.
Mitte, mit seinem Regierungssitz war schon seit Jahren zu einer Festung ausgebaut worden. Ein fünf Meter hoher Elektrozaun war vor einiger Zeit um das Regierungsviertel gezogen worden. Die wenigen Kontrollpunkte wurden von Militär und Polizei bewacht. Der anfänglichen Skepsis der Bürger begegnete man damals mit dem gesteigerten Sicherheitsbedürfnis nach den Anschlägen von Paris, Brüssel, London und Athen.
In Steglitz speziell in Grunewald hatten die wohlhabenden Anwohner bereits früher mit Personenschützern und dem Ausbau ihrer bis dahin schon vorhandenen Sicherheitsanlagen für einen gewissen Schutz gesorgt. Da dort auch viele Prominente und Politiker Ihre teuren Villen stehen hatten, waren nur vereinzelte handverlesene Neubürger, als Alibi gegenüber dem Volk dort angesiedelt worden. Diese waren in Folge Ihres gehobenen Bildungsniveaus schnell integriert.
Köpenick war bereits bei der Einweisung der Neubürger durch den Bund Sturm gelaufen und hatte viele bis dahin leerstehende Gebäude abgerissen, abgebrannt oder ausgebaut und neu vermietet. So waren vor der Krise nur wenige Flüchtlinge dort untergebracht worden. Eine Bürgerwehr sorgte zusätzlich für die Unattraktivität des Standortes. Ein Engagement das den Bewohnern nun zu Gute kam.
Das Militär war in „Friedensmissionen“ auf der ganzen Welt verstreut. Die Umstrukturierung von einer Schutz- zu einer Berufsarmee war Jahre zuvor unter dem Deckmantel der Steuereinsparung erfolgt. So waren die wenigen Soldaten für den Einsatz im Ausland gut gerüstet, aber der Verteidigungsfall nach innen ließ sich damit nicht bewältigen. Die wenigen Hubschrauber wurden zur Evakuierung der mittleren Führungsriege in die ländlichen Bunker gebraucht. Die hohen Regierungsbeamten flogen bequem vom Flughafen Schönefeld aus Richtung Paraguay, Moskau, Finnland und Israel. Von eben jenem Flughafen welcher seit 2012 angeblich nicht fertiggestellt werden konnte. So konnte sie, wie geplant, das flüchtende Volk von dort fernhalten.
style1977
 

Beitragvon Mankei » 26.07.2016, 23:12

Wie leicht Deutsche doch zu durchschauen sind, spiele ihnen etwas trauriges vor und sie machen alles für dich. Mein zweiter Anschlag kostete mich etwas Vorbereitungszeit, er galt dem Fernsehsender die mich damals interviewten. Der Eingang war gut gesichert und die zwei Männer hinter der Türe waren ein unüberwindbares Hindernis, zumindest Augenscheinlich.
Ich nahm mein Messer heraus und schnitt mir in den linken Arm, nicht tief aber es blutete sehr stark, nun verstrich ich das Blut quer über mein Hemd und machte mich zur Türe des Senders. Ich hämmerte wie wild gegen die Türe, schrie um Hilfe und sagte immer wieder zwischen meinen Hilfeschreien „sie kommen, es wird nicht mehr lange dauern dann werden sie mich töten“.
Einer der Männer deutete mehrmals an das ich gehen soll, er lässt mich nicht hinein.
Da ich aber immer mehr schrie kamen nach einiger Zeit andere aus dem Gebäude um nachzusehen.
Dann geschah das was ich erhoffte, eine Frau erkannte mich und nun ging alles sehr schnell. Die Türe ging auf und man half mir hinein. Ich wurde in einen großen Raum gebracht der voll mit Menschen war, eine andere Frau kam mit einem Verbandskasten zu mir, sie lächelte mich an und sagte das es schon wieder wird, ich bin hier in Sicherheit. Sie wollte meine Wunden verbinden doch ich sagte das ich sie zuerst mit etwas Wasser reinigen wollte. Sie nickte und so gingen wir auf die Toilette, dort angekommen wusch ich mich sauber und als die Frau sah das ich nur eine kleine Wunde hatte fragte sie überrascht wo das ganze Blut her kommt. Sie war gerade mit ihrem Satz fertig da stach ich ihr das Messer in den Hals, in ihren Augen sah ich die Angst in ihr, es dauerte nicht lange und sie war Tod. Ich kümmerte mich nicht mehr um sie, sie blutete aus, es war mir egal.
Nach ein paar Minuten hatte ich mehrere Verbände zum Schein angelegt und machte mich nun auf den Weg zurück in das Zimmer. Einige schauten mich mitleidig an, andere waren mit sich selbst beschäftigt. Ich zählte 18 Ungläubige, zwölf Frauen und sechs Männer, dazu noch die zwei die in der Nähe der Eingangstüre standen. Zuerst wollte ich aber etwas essen und trinken, sie gaben mir reichlich. Eine Frau die sich mir als Claudia vorstellte fragte wo denn Bettina bleibt. Ich antwortete darauf das sie sich etwas frisch machen wollte, sie nahm es ohne Einwand zur Kenntnis. Die Zeit verging und selbst nach einer halben Stunde fragte sich anscheinend niemand warum Bettina nicht zurück kommt. Ich ging an das Fenster, zwei Männer standen dort und unterhielten sich über belangloses, ich schaute mich kurz um und stach beiden mit dem Messer in den Hals. Schreiend fielen sie zu Boden und rangen nach Luft, nun fingen auch die anderen an zu schreien, ein Mann rannte schreiend auf mich zu und gerade als er abbremsen wollte traf in eines meiner Messer mit voller Wucht. Meines Sieges sicher ging ich langsam auf die noch verbleibenden drei Männer zu, einer sagte „komm nur her, wir machen dich fertig. Sie umkreisten mich und merkten nicht was sie mir damit für einen Gefallen taten. Blitzschnell ging ich zu Boden und drehte mich schnell im Kreis herum, ich durchtrennte allen ihre Achillesfersen. Jetzt gingen sie zu Boden während ich aufstand und einen nach dem anderen in die Dschahannam schickte. Jetzt schaute ich mich um, drei Frauen waren wie versteinert im Zimmer geblieben, sie leisteten mir keine Gegenwehr und es war mir eine Freude sie ebenfalls zu töten. Etwas abwartend und neue Kräfte sammelnd führte mich mein Weg nach unten, ich rechnete und hoffte das die beiden Männer auf mich warteten doch als ich ankam war niemand mehr zu sehen. Etwas enttäuscht durchsuchte ich alle Räume und fand eine Frau die sich in einem Schrank versteckte und mir durch ihr leises weinen ihren Aufenthalt verriet.
Es war eine schöne Frau, nicht älter als 25 und hatte tief schwarzes Haar, ihre Augen sahen mich unentwegt an, sie wusste was nun mit ihr geschah. Als ich mich fertig an ihr vergnügt hatte nahm ich mein Messer heraus legte es sanft auf ihre unbekleidete Brust und stach langsam zu. Während ich ihr Leben nahm sagte ich noch – stirb du Ungläubige, du hast es nicht verdient zu leben.
„Allahu akbar“, danke das ich dein Werkzeug sein darf.
Die anderen waren weg, ich suchte sie auch nicht, früher oder später werden sie durch meine Brüder oder durch mich ihrer gerechten Strafe nicht entgehen.

Ununterbrochen tötete ich Ungläubige, in nahezu jedem Haus verschanzten sich welche die mich immer wieder anflehten sie doch zu verschonen, es langweilte mich derart und hätten sie nur einmal den Mut gehabt mir in die Augen zu sehen so hätten sie sofort gewusst das es zwecklos war.
Meine Brüder verbündeten sich, immer mehr kamen zusammen um ganz Europa zu besetzen.
Irgendwann sollte auch ich ein Teil von ihnen werden doch ich zog es vor alleine zu jagen.
Viel Gegenwehr erlebte ich nicht und meine Feinde fügten sich ihrem Schicksal, 60 Jahre Frieden hatten ihr übriges getan, es hatte den Anschein sie hatten jeden Lebenswillen verloren und nahmen ihr Ende ohne Widerstand hin. Verschont habe ich niemanden, mir war es egal ob es Kinder, Erwachsene oder Alte und Kranke waren, ich tötete sie damit meine Rache leben konnte. Mit dem zählen hörte ich irgendwann auf es waren einfach zu viele die ich umbrachte. Wenn ich einen oder mehrere meiner Brüder traf machten wir Witze über die Deutschen, wie armselig sie sich doch verhielten, verweichlicht durch Politik und schöne Welt Gerede. Allah befahl uns Gotteskrieger sie zu töten und wir taten was er uns befahl. Allahu akbar, Allahu akbar.
Benutzeravatar
Mankei
 

Beitragvon Kavure´i » 27.07.2016, 05:05

Wir kontrollierten unsere Waffen, packten zusätzliche Magazine in die Taschen und machten uns zum Aufbruch bereit.
Oleg ließ fünf der Gaskanister ausladen. "Diese Menge sollte reichen." meinte er.
Es war eine große Gruppe, die sich freiwillig für die anstehende Aktion gemeldet hatte.
Von den sechs überlebenden Soldaten waren drei mit von der Partie, Lechner, Armbruster, Calvin, wir sechs und Oleg.
Wir würden die Gruppe begleiten, die wir schon kannten. Jutta als Stellvertreterin Jürgens würde uns anführen.
Wir stiegen die Treppe hinauf und Sonja, die zusammen mit Sascha und den anderen drei Soldaten die Stellung im Helikopter halten musste, schaltete den Bugscheinwerfer ein um die Allee zu erleuchten.
Inzwischen waren alle Leichen verschwunden, die Wächter berichteten, dass die letzte schon vor über zwei Stunden weggeschleppt worden war.
Seither war alles ruhig geblieben.
Auf ein Zeichen Olegs erlosch der Scheinwerfer und wir warteten, bis sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten.
Je zwei Personen trugen einen der Kanister und wir machten uns auf den Weg zum Bahnhof.
Jutta und ihre Leute gingen voraus, da sie sich auskannten, dann kamen die Kanister-Träger, flankiert von uns, die wir die Seiten sicherten.
Die Nachhut machten Calvin, Armbruster, Lechner und die Soldaten.
Obwohl es Nacht war, hielten wir uns im dunkleren Bereich unter den Bäumen und versuchten, so wenig Geräusche als möglich zu machen.
Wir überquerten den Pariser Platz, traten durchs Brandenburger Tor und kamen gerade am Reichstag an, als uns eine geflüsterte Warnung anhalten ließ. Wir drückten uns tiefer in den Schatten des Gebäudes und vermieden jeden Laut.
Wir hörten ein leises Stöhnen, jemand stolperte, ein unterdrückter Fluch, Flüstern.
Jutta gab ein Handzeichen und ihre Gruppe rückte leise vor.
Vier gingen vor, die anderen sicherten. Einer schaute vorsichtig um die Ecke des Gebäudes-
Ein überraschter Ausruf. "Es sind unsere Leute."
Jürgen und einer seiner Männer trugen mehr, als dass sie ihn stützten, den dritten zwischen sich.
"Werdet ihr verfolgt?" fragte Jutta.
"Nein. Unsere Verfolger sind tot. Aber Alwin hat es erwischt."
"Reden können wir später. Achim, Peter, Inge und Ferdi, ihr bringt Alwin nach Hause." bestimmte Jutta und sofort kamen die vier Genannten um ihren verletzten Kameraden aufzuheben und ihn Richtung Bahnhof zu transportieren. Jutta hatte inzwischen die Basis angefunkt, damit sie beim Bahnhof Reichstag abgeholt wurden.
"Was ist passiert?"
"Später! Habt ihr die Kanister dabei? Gut! Kommt mit. Sie feiern da unten ein Gelage mit Riesenmengen an Fleisch und Alkohol. Es sind mindestens zweihundert dort unten. So eine Gelegenheit bekommen wir so schnell nicht wieder."
Fast im Laufschritt eilte Jürgen voraus und wir hasteten hinterher.
Die Brücke überquerten wir geduckt und immer zu zweit.
Sobald wir drüben waren, versteckten wir uns hinter den Autowracks. Als Alle wieder beisammen waren, führte uns Jürgen in den dunklen Bahnhof, vorbei an den verlassenen Geschäften, eine der Treppen hinunter. Dort sahen wir Licht, das einen den Treppenaufgänge trübe erleuchtete. Er winkte uns daran vorbei zu einem Loch im Boden. Vorsichtig näherten wir uns, das letzte Stück auf Händen und Knien.
Direkt unter uns waren große Feuer entfacht worden, auf den Grillrosten lag Fleisch in Riesenmengen. Um die Feuerstellen herum saßen und standen die Kannibalen und feierten ausgelassen.
Wir zogen uns zurück, Armbruster gab den Männern, die die Kanister trugen, das vereinbarte Zeichen.
Je zwei von ihnen trugen ihre Kanister zu den Treppenaufgängen, die anderen drei ließen sie durch das Loch nach unten fallen.
Als das Gas sich ausbreitete, versuchten diejenigen, die sich weiter entfernt aufgehalten hatten und sahen, wie ihre Kumpane umfielen, über die Treppen zu entkommen. In diesem Moment wurden die verbliebenen Behälter die Treppen hinabgeworfen.
Wir warteten einige Minuten lang, dann stiegen wir nach unten.
Sie lagen kreuz und quer durcheinander, so wie sie hingefallen waren. Dieses Betäubungsgas wirkte wirklich sehr schnell. Und es verflüchtigte sich sehr schnell wieder.
Da wir wussten, dass die Wirkung mehrere Stunden anhalten würde, sahen wir uns zuerst einmal um.
Ich vermied es, soweit möglich, den Blick auf die Grillroste zu richten und sah, dass die Anderen es genauso hielten.

Auf einem der Gleise standen U-Bahnzüge die völlig intakt wirkten. Die Fensterscheiben waren ganz, die Türen geschlossen.
Neugierig trat ich näher und drückte auf den Türöffner.
Zu meiner nicht geringen Überraschung öffnete sich die Tür mit einem leisen Zischen.
Ich zog meine Waffe und betrat den Waggon. Männer, Frauen und Kinder sahen mich aus angstgeweiteten Augen an und einige versuchten, sich unauffällig in den hinteren Bereich zu begeben.
Dadurch, dass Fenster und Türen geschlossen waren, hatten sie nichts vom Gas abbekommen.
Ich stieg schnell wieder aus und rief Jürgen und Jutta zu mir.
Sie schauten kurz hinein, dann riefen sie ihren Leuten zu, die anderen Waggons zu öffnen.
In allen saßen, standen und lagen Menschen jeglichen Alters. Es dauerte einige Zeit, sie davon zu überzeugen, dass ihnen von uns keine Gefahr drohte.
Calvin meinte: "Schaffen wir sie hier raus, bevor wir anfangen aufzuräumen."
Er und einige von Jürgens Leuten führten sie nach oben.
Einer von ihnen fragte: "Was macht ihr mit denen da?"
"Was glaubst du?"
"Lasst mich euch helfen."
"Zuerst sammeln wir die Kinder ein und bringen sie nach oben." bestimmte Jürgen.
"Warum? Vernichtet die Brut mit Stumpf und Stiel!" forderte einer der Geretteten.
"Wir sind keine Unmenschen. Es sind Kinder. Sie haben sich ihre Eltern nicht ausgesucht."
Der andere senkte beschämt den Kopf und war einer der Ersten, der zwei Kleinkinder aufhob um sie die Treppe hinaufzutragen.
Wir waren noch auf der Suche nach weiteren Gefangenen und Kindern, als plötzlich ein lauter Ausruf durch die Halle gellte.
"Hannes! Hinter dir!"
Der ließ sich sofort fallen, und der Speer, der ihm gegolten hatte, flog über ihn hinweg.
Ein Schuss peitschte und der Angreifer taumelte noch ein paar Schritte weit, bevor er zusammenbrach.
Hannes rappelte sich auf und Helma flog in seine Arme.
"Bist du verletzt?" Sie schob ihn auf Armlänge von sich und musterte ihn genau.
Wir schauten sie alle verwundert an.
Vor lauter Angst um ihren Geliebten hatte sie die Sprache wiedergefunden.
Und in der Aufregung war es ihr noch nicht einmal gleich aufgefallen.
Warum das Gas bei diesem Einen nicht gewirkt hatte, konnten wir uns nicht erklären.
Max brachte noch zwei Kinder, drückte sie den Beiden in die Arme und schickte sie nach oben.
Armbruster sah uns an. "Seid ihr bereit?" Seine Augen lagen tief in den Höhlen und sein Gesicht war aschfahl.
Wir nickten.

Im Bahnhof Unter den Linden wurden wir mit einem kräftigen Frühstück empfangen.
Die Geretteten und die Kinder waren schon zwei Stunden vor uns dort angekommen und versorgt worden.
Wir saßen stumm an den Tischen, keinem war es nach Feiern zu Mute.
Ich hielt mich an einem Becher mit starkem Kaffee fest und versuchte mich zum Essen zu zwingen.
Vor meinem inneren Augen sah ich immer wieder die gefüllten Grillroste und jeder Bissen blieb mir im Hals stecken. Ich schob den Teller weg.
Man wies uns Schlafabteile zu und nachdem wir geduscht hatten, zog ich mich mit Marc in unser "Zimmer" zurück.
Obwohl ich todmüde war, wollte der Schlaf nicht kommen. Ich hatte mich in Marcs Arme geschmiegt und an seiner festen Umarmung konnte ich spüren, dass er meine Nähe genauso dringend brauchte, wie ich seine.
Irgendwann war ich dann doch eingedöst, schrak wieder auf, driftete wieder hinüber, wachte erneut auf, konnte keine Ruhe finden.

Ich erwachte in einem Käfig.
Meine Hände waren gefesselt, aber ich konnte aufstehen und trat ans Gitter.
Einige Meter entfernt standen und saßen viele Gestalten um ein Feuer und grillten Fleisch. Wieder roch es köstlich nach Schweinefleisch. Aber ich wusste jetzt, dass es Menschenfleisch war.
Einer der Männer stand auf und kam zu mir.
"Du bist wach. Das ist gut. Du sollst wach sein, wenn du deine Strafe bekommst."
Er öffnete den Käfig und zog mich heraus. Obwohl ich mich nach Kräften wehrte, zerrte er mich immer näher ans Feuer.
Ein weiterer erhob sich, fesselte meine Füße, hakte einen Karabiner ein und sie zogen mich, kopfunter, nach oben.
"Du hast unsere Freunde umgebracht. Dafür wirst du büßen. Zuerst werde ich dir die Hauf abziehen und dir dann das Fleisch bei lebendigem Leib in kleinen Stücken von den Knochen schälen. Und glaub mir, ich bin ein Meister darin, meine Opfer sehr lange am Leben zu erhalten."
Er zog ein Messer aus dem Gürtel und näherte sich langsam. Mit einem Schnitt trennte er mein Hemd auf.

Mit einem lauten Schrei fuhr ich hoch. Ich zitterte am ganzen Leib und war schweißgebadet.
Marc nahm mich in die Arme und streichelte mich, ich fing an zu weinen.
"Es ist alles gut." flüsterte er mir ins Ohr.
"Nein, ist es nicht. So viel Angst und Schrecken, so viel Unglück, so viele Tote."
"Du hast ja recht, aber wir haben überlebt."
"Bis jetzt."
"Und wir werden auch weiterhin überleben." Er drückte mich an sich. "Du und ich, wir beide, wir werden das durchstehen. Du bist stark, du schaffst das."
"Es ist so ungerecht. Die Menschen leiden und sterben. Und diejenigen, die dieses Unheil angerichtet haben, sitzen sicher und bequem in ihren Fluchtburgen."
"Sicher, aber weder du noch ich können daran etwas ändern."
"Man müsste sie zwingen, herauszukommen um zu sehen und zu erleben, was sie den Menschen angetan haben."
"Gute Idee, aber undurchführbar."
"Ja, leider."
Inzwischen hatte mein Herz aufgehört zu Rasen, der Schweiß war getrocknet. Mein Kopf lag auf Marcs Brust und ich lauschte seinem Herzschlag und seinen regelmäßigen Atemzügen.
Und obwohl ich geglaubt hatte, ich würde nach diesem Traum nicht wieder einschlafen können, tat ich es doch. Und ich schlief tief und traumlos.

Sie weckten uns zum Abendessen.
Ich ging noch einmal unter die Dusche und kramte frische Kleidung aus meinem Rucksack.
Angewidert roch ich an denen, die ich jetzt drei Tage und Nächte am Stück getragen hatte. Sie stanken nach Schweiß und ich entdeckte Blutflecken an der Hose und an einem Hemdärmel.
Am liebsten hätte ich sie weggeworfen, aber so viel Kleidung besaß ich nicht.
Ich fragte eine der Frauen nach Wasser und Seife. Sie nahm mir die Klamotten lächelnd ab und meinte: "Die stecke ich in die Waschmaschine und morgen bekommst du sie zurück. Wenn du noch mehr hast, bring es mir."
Also bekam sie noch Marcs Sachen.
Was für ein Luxus!
Als wir zum Essen kamen, lernten wir einige der Oberirdischen kennen. Sie hatten Obst und Gemüse gebracht und beim gemeinsamen Abendbrot wurden sie über die jüngsten Ereignisse informiert.
Vom Angriff des Vorabends hatten sie schon erfahren, von der gestrigen Aktion hörten sie jetzt.
Zuerst erzählte Jürgen, was beim Ausspähen der Menschenfresser geschehen war.
Benutzeravatar
Kavure´i
 

Beitragvon style1977 » 28.07.2016, 10:02

@ Mankei: Prima das Du wieder dabei bist. Ich bekomme immer eine Gänsehaut, wenn ich deine Geschichte lese. Die könnte sich so eins zu eins auch zutragen.
@Kavure'i: wie immer spannend. Warte schon ganz ungeduldig auf die Fortsetzung
style1977
 

Beitragvon style1977 » 28.07.2016, 16:49

Die ersten Wochen verstrichen wie im Flug, bevor Deutschland Notiz davon nahm, was nun mittlerweile landesweit vorging. Der Freitag war perfekt gewählt. Über das Wochenende waren viele Soldaten und Polizisten nicht im Dienst. Die Hinzuziehung zum Kriseneinsatz brauchte seine Zeit. Zeit die die Neubürger zu nutzen wussten. Sie griffen koordiniert die Polizeidienststellen im ganzen Land einzeln an. Der Umstand dass diese völlig unvorbereitet waren, machte es den Angreifern leicht. Hunderte potenzielle Märtyrer gegen zumeist zwanzig bis dreißig Polizisten in den städtischen Dienststellen war ein ungleicher Kampf. Nachdem sie anschließend die Landespolizeischule Berlin, Brandenburg, Hamburg Bremen und Dresden gestürmt hatten, konnten die Neubürger über ein ansehnliches Waffenarsenal verfügen. Die Asservatenkammer hielt für jeden was Schönes bereit. Angefangen von der Suhl Querstromflinte nebst 12/70er Munition über verschiedene AK47 und 74M, G3 und G36 bis zum M16 Sturmgewehr war alles vorhanden. Drogen und konfiszierter Sprengstoff waren eine willkommene Ergänzung. Nun traten auch die eigentlichen Initiatoren auf den Plan. Die seit Jahrzehnten integrierten muslimischen Familien hatten sich unter dem radikalen Hasspredigern Sheikh Abdel Moez al-Eila zusammengetan. Dieser war in der Al Nur Moschee in Berlin Neukölln bereits seit 2015 mehrfach von der Polizei wegen Volksverhetzung und Anstiftungen zu gemeingefährlichen Straftaten verhaftet worden.
Sheikh Abdel Moez al-Eila von vielen auch Kalif von Berlin genannt rief den Dschihad aus. Alle Ungläubigen müssten sterben. Nur Frauen und Handwerkspersonal seien wenn möglich zu verschonen und dem Sklavenheer einzugliedern.
Was nun folgte war eine ethnische Säuberung gegen die, die Straftaten der Nazis in der Reichsprogromnacht wirkten wie die Einladung zum Nachmittagstee. Banden von zehn bis zwanzig Schwarzen geführt von fünf Moslems durchkämmten die Straßen. Die Sturmgewehre im Anschlag stürmten sie in die Häuser. Kurze Gewehrsalven gefolgt von schreienden und weinen Kindern, die nach ihren Vätern, Brüdern , Onkeln Opa oder Omas riefen. Frauen zwischen 12 und 25 wurden aus den Häusern geschleift, geschlagen und meist schon an Ort und Stelle zum ersten Mal vergewaltig, nur um dabei das erstickenden Wimmern Ihrer brennenden Kinder und Familien hören zu müssen. Babys schmiss man mit Vorliebe vom Dach der Häuser und machte sich daraus einen Spaß. Wer die wimmernden Mäuse am weitesten, höchsten oder am schnellsten auf die Straße schmettern konnte, durfte die verzweifelt weinenden Müttern zuerst vergewaltigen, nur um ihnen anschließend langsam mit einer Drahtschlinge den Hals zuzudrehen, bis die Augen rotunterlaufen hervortraten und ihre Schreie immer leiser wurden.
Männern die im Kampf versuchten ihre Familien zu schützen, schoss man einzeln in die Arme und Beine, entmannte sie und schnitt ihnen langsam bei lebendigem Leib den Kopf ab.

Die vielen Leichen ließ man einfach liegen. Erste Seuchen traten auf. Die Pest breitete sich vom Süden kommend, wieder aus. Mir verschaffte dies eine gewisse Genugtuung, da eine Seuche keinen Unterschied zwischen Moslem und Christen macht.

Eine Religion die seit dem Mittelalter keine großen Denker oder Erfinder hervorbringen konnte, die Frauen als Besitz betrachtet, die jahrhundertelang bis zur Entdeckung des Erdöls nur durch Krieg und Terror überleben konnte und die immer mit Hass und Neid auf den bösen innovativen Westen starrte, bekommt nun eine mittelalterliche Plage zu spüren. Eine Ironie die mich innerlich jubilieren lässt.

Meine Tochter schaut mich an. Wie kannst Du dich freuen, fragt sie mit vorwurfsvollem Blick. Was meinst Du, frage ich irritiert. Du grinst vor dich hin. Ich fühle mich wie von der rechten Gerade eines Preisboxers, in die grausame Realität zurückgeschmettert.

Ich gebe eine ausweichende Antwort das die Islamisten nun auch ihre gerechte Strafe bekämen und wende mich meinem kleinen Sohn zu. Seine Augen sind geschlossen und er schläft nun ruhiger. Ein voller Bauch wirkt doch Wunder. Ich erinnere mich noch genau an den Tag als er geboren wurde. Er war ein süßer kleiner Wonneproppen, 3900g und 54cm. Etwas Wahrhaftiges und Schönes in einer Welt aus Lügen und Gewalt. So hat er mal was zuzusetzen in schlechten Zeiten witzelten die Großeltern oft, wenn seine dicken Beinchen unbeholfen durch das kurzgemähte Gras in ihrem Garten tapsten. Wie lang ist das jetzt her.
Als der erste Mob wütender Flüchtlinge vor mehr als einem Jahr nur knapp an unserer Straße vorbeimarodierte, war meine Frau noch zuversichtlich.
Die Polizei wird die alle verhaften und dann kommen sie ins Gefängnis. Abgesehen, davon dass denen unsere Gefängnisse wie ein Naherholungsheim in Disneyland vorkommen mussten, passiert eben gar nichts. Noch immer war meine Frau nicht von der Ersthaftigkeit der Lage zu überzeugen. Ich allerdings war nun alarmiert. Ich hatte schon 2015 angefangen, erst sporadisch und dann mit immer mehr Eifer doch leider wenigen Ressourcen mich vorzubereiten. In den ersten Monaten hatte ich noch versucht andere von der bevorstehenden Katastrophe zu warnen, nur um von ihnen als Spinner und Schwarzmaler betitelt zu werden. Meine Frau attestierte mir eine depressive Stimmung und fragte ob ich mit meinem Leben, mit ihr und unseren Kindern nicht glücklich sei. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Wie konnte sie mir so etwas Absurdes unterstellen. Ihre Einstellung hatte sich vom ersten Anschlag in Bayern bis dato nicht geändert. Sie konnte sich einfach das kommende nicht vorstellen.
Das war mir eine Lehre. Ich hielt ab sofort meine Vorbereitungen geheim. Gedanklich beschäftigte ich mich damit, ob ich mich einer der vielen Gruppen im Netz anschließen sollte, verwarf den Gedanken aber schnell wieder. Man hört immer, dass es Einzelgänger nicht schaffen. Ich aber war zum einen nicht allein und zum anderen konnte mir keiner garantieren, ob die vermeintliche Gruppe nicht auf einmal meine Vorsorge besser für sich alleine nutzen wollte.
Eine überlebensfähige Gruppe würde sich auch oder gerade erst in einer Krise finden lassen. Aus was für einem Holz ein Mann geschnitzt ist sieht man erst wenn Reden nichts mehr hilft.

So legte ich ein eigenes Lager mit Lebensmitteln, Hygieneprodukten, Kleidung und verschiedenen anderen wichtigen Dingen wie Werkzeuge und ja auch Büchern und Blaupausen an. Ich war schon in meiner Jugend faszinieret von Robinson Crusoe. Seine wenn auch fiktiven Abenteuer motivierten mich. Da ich in Berlin kein Wohneigentum besaß und auch ein Überleben im Asylhauptslum mir nicht möglich erschien, mietete ich mir im Umland einen Hobbyraum. Diesen nutzte ich zunächst als kleine KFZ Werkstatt. Ich kaufte mir ein Bugout fähiges Fahrzeug und baute monatelang an diesem rum. Mir war klar, dass ein auffälliger neuer SUV nicht das richtige sein konnte um im Krisenfall aus Berlin rauszukommen. So entschied ich mich für einen einfachen Geländewagen aus amerikanischer Produktion. Er war in dem Zustand verhältnismäßig billig gewesen. Das machte mir jedoch nichts, da ich ihn sowieso für meine Zwecke umbauen wollte. Neben einem serienmäßigen Allradantrieb und einer großen Bodenfreiheit, hatte er auch einen bärenstarken V8, simple Technik, einen stabilen Kastenrahmen und vor allem viel Platz. Alles beste Voraussetzungen für ein BugOut Fahrzeug. Klar hätte es auch billigere Fahrzeuge geben können, wie z.B. ein alter Passat syncro oder eine alte BMW Limousine aber deren Technik ist wesentlich komplizierter und im Vergleich zum Ami verspielt und filigran. Im Krisenfall bedeutet ein Technikausfall den man nicht selbst mit einfachen Mitteln beheben kann den sicheren Tod und irgendwie hing meine Herz und meine Motivation eher an dem Ami. So reparierte ich zunächst die vielen Durchrostungen, setzte das Interieur instand, verlegte neue Kabel und baute die Elektrik auf Relais um. Neue Reifen, Stoßdämpfer ein modernen Vergaser, neue Bremsen und Flüssigkeiten stellten die Betriebsbereitschaft wieder her. Ich besorgte mir damals noch zwei zusätzliche Benzinkanister und brachte zusätzlich Suchscheinwerfer an. Nun ging es um die Krisenmodifikationen. Nach langem Überlegen verwarf ich viele Umbauten. Hatte ich zunächst noch eine militärische Lackierung, schwere Stoßstangen, Panzerung und Überschlagsschutzeinbauten geplant, verwarf ich die alle wieder. In einer Krisensituation kommt man zwangsläufig in eine Kontrollsituation. Ein Teil des verbliebenen Militärs der Polizei oder die Islamisten selbst würden entlang der Ausfallstraßen Kontrollposten errichten und auf alles was irgendwie militärisch aussehen würde, prophylaktisch das Feuer eröffnen. Gegen eine AK74 oder AK 100 mit 7,62er panzerbrechender Munition hätte mein Umbau gar keine Chance. Zusätzlich wär der Wagen zu schwer geworden. So beließ ich es bei der roten Lackierung und fügte lediglich eine Seilwinde hinzu. Ein Tarnnetz in 3D Optik würde zu gegebener Zeit seinen entsprechenden Dienst tun.
style1977
 

Beitragvon Kavure´i » 29.07.2016, 01:12

Style
super, daß du so fleissig mitschreibst.

Mankei
du triffst die Mentalität deines "Gotteskriegers" zu 100%. Genau so ticken die.
Schön, daß du wieder dabei bist.

Kavure´i
Benutzeravatar
Kavure´i
 

Beitragvon Kavure´i » 01.08.2016, 05:09

Es war alles gut gegangen, bis sie den Bahnhof erreichten.
Sie schlichen sich über den Parkplatz, nutzten die Autowracks als Deckung und drangen bis zur Eingangshalle vor.
Es war stockdunkel im Inneren und sie kamen nur langsam vorwärts.
Dann sahen sie einen schwachen Lichtschein und entdeckten das Loch im Fußboden. Während sie dort auf dem Bauch lagen und die Szenerie einen Stock tiefer beobachteten, brachten Gruppen von Kannibalen die Leichen ihrer getöteten Kumpane, schleiften sie bis zur Treppe und warfen sie einfach hinunter. Dort wurden sie in Empfang genommen und zu den Feuern gebracht und an den Haken hochgezogen.
Den Anblick des Ausnehmens und Zerteilens ersparten sie sich und sie begaben sich Richtung Ausgang.
Vorsichtig, um nicht einer zurückkehrenden Gruppe zu begegnen, verließen sie die schützende Dunkelheit des Bahnhofs und wollten sich gerade wieder zur Brücke begeben, als eine größere Anzahl von Menschenfressern, beladen mit weiteren Leichen, über den Parkplatz marschiert kam und ihnen den Weg abschnitt.
Sie waren in ausgelassener Stimmung, unterhielten sich laut, lachten viel und freuten sich augenscheinlich auf das "Grillfest".
Die Drei waren schockiert über so viel Gefühllosigkeit, waren es doch ihre eigenen Leute, die sie da anschleppten.
Auch wir fragten uns, wie es möglich war, dass Menschen binnen so weniger Jahre derart verrohen konnten.
Dabei ging mir durch den Kopf, wie sehr auch ich mich verändert hatte.
Hätte mir vor sieben oder acht Jahren jemand gesagt, dass ich ohne mit der Wimper zu zucken, verletzte Moslems, fliehende oder bewusstlose Menschen, auch wenn sie abscheuliche Kannibalen waren, einfach erschießen würde, ich hätte mich vehement dagegen verwahrt.
Ich doch nicht!
Heute wusste ich es besser.
Sie wandten sich also nach rechts, beschlossen, die Moltke-Brücke nehmen. Sie wollten sie gerade überqueren, als sie Schritte hörten. Schnell versteckten sie sich unter dem ersten Brückenbogen.
Eine Gruppe von drei Kannibalen kam von der anderen Seite herüber. Sie hatten das diesseitige Ufer beinahe erreicht, als aus Richtung Bahnhof ein zweiter Trupp herbeieilte. Sie trafen sich, und die vom Bahnhof Kommenden fragten, ob die Anderen niemanden gesehen hätten.
Diese verneinten und wollten wissen, was los sei.
"Es sind Spione der Unterirdischen unterwegs. Da, schaut! Das haben wir in der Vorhalle gefunden."
Unsere Freunde konnten natürlich nicht sehen, was der Sprecher herumzeigte, aber sie verstanden jedes Wort, das gesprochen wurde.
"Wenn sie euch nicht begegnet sind, müssen sie noch hier sein. Über die Kanzlerbrücke konnten sie nicht, da waren wir. Suchen wir sie."
Da wussten Jürgen und seine Freunde, dass es nicht mehr lange dauern konnte, bis man sie fand.
Sie zogen ihre Messer.
Unter dem Brückenbogen suchten die Jäger natürlich zuerst.
Gegen die Schusswaffen unserer Freunde hätten sie keine Chance gehabt, aber sie wagten nicht, sie einzusetzen. So entbrannte ein erbitterter Kampf Mann gegen Mann, den sie nur mit knapper Not gewannen.
Einer von ihnen verletzte Alwin an der Hüfte.
Sie zählten sechs Tote und waren überrascht, den Kampf überlebt zu haben.
Und dann hörten sie, wie noch mehr von ihnen kamen. Sie rannten über die Brücke und schienen zu glauben, dass ihre Kumpane schon am anderen Ufer waren.
Jürgen und Fabian verbanden Alwin, so gut sie das im Dunkeln bewerkstelligen konnten, legten ihn dicht an der Wand der Unterführung vorsichtig auf den Boden und durchsuchten die toten Kannibalen.
In der Tasche eines von ihnen fand Jürgen ein Magazin für eine Pistole. "Mist! Das muss mir beim Anschleichen aus der Tasche gerutscht sein."
Sie ließen die Toten vorsichtig ins Wasser gleiten und setzten sich zu Alwin.
Die nächsten beiden Stunden überquerten immer wieder kleinere Gruppen die Brücke, bis sie sich endlich alle am Brückenkopf versammelten.
"Die sind längst über alle Berge." meinte einer.
"Ja, das denke ich auch. Ich hab keine Lust mehr weiter zu suchen." erklärte ein zweiter.
"Los! Gehen wir essen." Dieser Vorschlag wurde mit beifälligen Gemurmel quittiert und der ganze Haufen zog Richtung Bahnhof ab.
Endlich konnten die Drei sich auf den mühsamen Heimweg machen.

Alwins Wunde war nicht lebensbedrohlich, aber tief und schmerzhaft.
Als die Unterirdischen ihren Kameraden aus der U-Bahn trugen, sie waren das kurze Stück gefahren, und ihn auf einen der Tische legten, war unser Arzt, der bis zu diesem Zeitpunkt auf nichts und niemanden reagiert hatte, plötzlich aufgestanden.
Er schickte eine der Frauen zum Helikopter, damit sie sich von Sonja seine Tasche geben ließ, und versorgte Alwin.
Danach verlangte er etwas zu essen und legte sich schlafen.
Bei Jürgens Erzählung saß er mit uns am Tisch.
Er fragte dann, wie er hier her gekommen sei, denn das Letzte, woran er sich erinnerte, war der Anblick Diebolds, der am Haken hing und ausblutete.
Armbruster übernahm die Aufgabe ihn aufs Laufende zu bringen.

Obwohl wir nur ein paar Stunden auf gewesen waren, fingen wir bald wieder an zu gähnen.
Ich war todmüde.
Die Ereignisse der letzten Tage waren einfach zu viel gewesen und in der letzten Nacht war mein Schlaf zu kurz und wenig erholsam gewesen.
In dieser Nacht schlief ich wie ein Stein.
Marc musste mich wachrütteln, sonst hätte ich das Frühstück verschlafen.

Von den Geretteten wollte keiner bei den Unterirdischen bleiben.
Einer von ihnen brachte es auf den Punkt: "Ich werde den Rest meines Lebens Tunnel und U-Bahnen meiden."
Die Oberirdischen würden diejenigen bei sich aufnehmen, die bleiben wollten.
Sie wollten alle. Sie waren ja nach Berlin gekommen, um nach Menschengemeinschaften zu suchen.
"Wir werden euch morgen abholen. Wir müssen zuerst Unterkünfte für euch bereit machen.

"Was machen wir mit den Kindern?" fragte Jutta.
"Ich fände es am besten, sie würden nach oben gehen. Sie sollen ihr bisherigen Leben vergessen und das gelingt sicherlich am Schnellsten in einer ganz neuen Umgebung. Ich denke, wir nehmen sie mit nach oben." Das kam von Ingetraut, einer der Oberirdischen. Ihre beiden Begleiter nickten.
"Kinder sollten nicht im Dunkeln aufwachsen."
Die kleinen Kannibalen, die wir gestern aufgelesen hatten, waren zusammen mit denen, die wir vom anderen Bahnhof mitgebracht hatten, in einem abgeteilten Bereich untergebracht.
Sie waren, wie die anderen, unter lautem Protestgeschrei gebadet worden. Dann hatte man ihnen die Haare und die Nägel geschnitten und in saubere Kleidung gesteckt.
Die Kleinsten waren bei Familien untergebracht, die Größeren saßen still auf dem Fußboden und sahen den Fremden, die sich ihnen näherten, ängstlich entgegen.
"Steht auf und kommt mit!" befahl Jutta.
Das älteste Mädchen, sie sagte sie wäre zwölf, fragte: "Werdet ihr uns jetzt töten und essen?"
"Nein, natürlich nicht! Wir essen keine Menschen." sagte Ingetraut.
Das Mädchen sah sie an und man konnte genau sehen, dass sie ihr nicht glaubte.
"Was esst ihr denn dann?"
"Das zeigen wir euch später, jetzt gehen wir erst einmal nach oben und wir bringen euch zu unserem Zuhause."
"Werden wir da die Sonne sehen?" fragte ein kleiner Junge.
"Natürlich, wieso fragst du?"
"Weil ich sie noch nie gesehen habe. Meine Mama hat mir erzählt, dass das ein großer gelber Ball am Himmel ist. Aber ich weiß auch nicht, was ein Himmel ist. Oder ein Ball."
Mir kamen die Tränen. Da stand ein Kind, so um die sechs Jahre alt, und war noch nie an der Oberfläche gewesen.
Er kannte die Sonne nicht, hatte Mond und Sterne noch nie gesehen, wusste nicht, dass der Himmel blau war und wie Wolken aussahen. Und Spielzeug kannte er auch nicht.
Was hatten die sogenannten Eliten nur aus dieser Welt gemacht?
Früher ganz normale Menschen fanden es inzwischen normal, bis an die Zähne bewaffnet herumzulaufen.
Früher ganz normale Menschen machten Jagd auf Muslime und töteten sie.
Früher ganz normale Menschen lebten im Untergrund.
Früher ganz normale Menschen waren zu Kannibalen geworden und machten Jagd auf andere Menschen.
Früher ganz normale Menschen verkauften ihre Landsleute an die Moslems.

Ich weinte um die Kinder und um den Menschen, der ich früher einmal gewesen war.
Und um die Welt und das Leben, das wir verloren hatten.
Marc legte mir den Arm um die Schultern und drückte mich an sich.
"Wir sollten uns zusammensetzen und uns überlegen, wann wir weiterfliegen wollen."

Kurze Zeit später saßen wir alle gemeinsam an einem Tisch und berieten uns.
Oleg und Armbruster beschlossen, dass wir noch zwei Tage bleiben und uns ausruhen würden um dann unsere Reise fortzusetzen.
Oleg fragte die überlebenden Soldaten, ob einer von ihnen Erfahrung als Bordschütze hätte.
Alle sechs verneinten.
Da trat einer der Männer, die wir aus der U-Bahn gerettet hatten an den Tisch.
"Entschuldigt, dass ich mitgehört habe, aber ihr habt ja laut genug gesprochen, so dass ich euch da drüben hören konnte."
Armbruster sah ihn fragend an.
"Ich bin Hubschrauberpilot, ich bin kein Militär, ich habe Frachthubschrauber geflogen. Vielleicht könnt ihr mich gebrauchen."
Oleg, Sonja, der Copilot und Sascha verwickelten den Mann in ein Fachgespräch und kurze Zeit später war es ausgemacht, dass er uns begleiten würde.
Der Copilot, Marek, würde dann bei Bedarf Sascha ablösen und der konnte die Bordgeschütze bedienen.

Abends unterhielten wir uns mit einigen der Geretteten.
Einer von ihnen behauptete, er käme aus der Unterirdischen Stadt.
"Was?" Jürgen sah ihn entgeistert an. "Wir suchen seit Jahren einen Zugang und haben bisher keinen gefunden. Wie bist du herausgekommen?"
"Durch den Eingang beim Kanzleramt."
"Wie hast du das geschafft? Wie konntest du ihn öffnen? Bist du alleine geflohen?"
"Ich bin nicht geflohen, sie haben mich rausgebracht und einem ihrer Agenten hier draußen übergeben."
"Sie haben Agenten hier draußen? Und wie bist du zu den Menschenfressern gekommen?"
"Jürgen, ich denke, es ist am besten, wenn er ganz von vorne anfängt." unterbrach ihn Claudia.
"Richtig! Erzähl uns zuerst, wie es dort unten aussieht."
"Ich heiße Manfred Ahlborn, bin 41 Jahre alt und war Polizeihauptkommissar in Berlin-Moabit." begann er.
Am Tag, als die Bomben fielen, und die höchsten Regierungsmitglieder sich in ihren gepanzerten Limousinen zum angeblich nicht fertiggestellten Flughafen BER fahren ließen, wurde der Transport der Regierungsmitglieder und deren Familien zur Unterirdischen Stadt organisiert.
Sie waren Tage zuvor darüber informiert worden, dass sie sich samt Gepäck bereithalten sollten. Jeder bekam die Uhrzeit mitgeteilt, zu der die Familie abgeholt werden würde.
Das geschah mit großen Bussen. Alles lief genau nach Plan.
Zuerst wurden die Regierungsmitglieder und die Bediensteten der Behörden abgeholt, danach die Angehörigen der Sicherheitskräfte und Leibwächter. Zum Schluss die Familien der Polizisten, die die Wege der Limousinen und der Busse bewachten und freihielten und ihnen Geleit gaben.
Die hochrangigen Polizisten begleiteten die Busse, die einfachen Streifenpolizisten die Limousinen.
Ahlborn hatte sich darüber gewundert, als er die Befehle erhielt, gehorchte aber, wollte er doch sich und seine Familie in Sicherheit wissen.
Unterwegs zum Haupteingang beim Potsdamer Platz hatten sie mitangesehen, wie verzweifelte Menschen versuchten, sich vor den entfesselten Horden der Moslems in Sicherheit zu bringen und von ihnen niedergemacht wurden.
Sie mussten ab und zu einen Schuss abgeben, um sie von den Bussen fernzuhalten und die suchten sich lieber Opfer, die nicht bewaffnet waren.
Als sie am Haupttor ankamen, stand dieses offen, beschützt von einer Einheit schwer bewaffneter Soldaten, die auf Jeden schossen, der sich zu nahe heranwagte.
Die Busse fuhren einer nach dem anderen durch das Tor, ebenso die Autos und Motorräder der Polizisten.
Dann stoppten die Soldaten plötzlich die Kolonne, zogen sich ins Innere zurück und schlossen den Eingang.
Zurück blieben draußen die Busse mit den Familienangehörigen der einfachen Polizisten.
Ahlborn und einige seiner Kollegen wollten das Tor wieder öffnen, wurden aber von den Soldaten daran gehindert.
Auf einem Monitor, der den Platz vor dem Eingang zeigte, mussten sie mit ansehen, wie die Marodeure die Menschen aus den Bussen zerrten, die Frauen und Kinder erst vergewaltigten und sie dann abschlachteten.
Sie hatten die Soldaten angeschrien und beschimpft, wurden aber von ihnen in Schach gehalten.
Als einer der Polizisten sie nach dem Grund fragte, bekam er zur Antwort: "Unnütze Fresser. Und nun macht, dass ihr weiterkommt, sonst schmeißen wir euch raus."
Nach wenigen Metern wurden sie abgefangen und in ein Büro gebracht.
Dort saß der Polizeipräsident von Berlin und verdonnerte sie zum Schweigen.
"Und wenn wir nicht schweigen?" hatte Ahlborn gefragt.
"Ihr älteste Tochter ist doch gerade vierzehn geworden, wenn ich richtig informiert bin." hatte sein Vorgesetzter gesagt. "Die da draußen hätten bestimmt ihre helle Freude an ihr, glauben sie nicht?"
Er und seine Kollegen hatten den Mund gehalten.
Benutzeravatar
Kavure´i
 

Beitragvon norge » 05.08.2016, 05:30

Hallo,

wann geht es weiter, warte schon gespannt auf die Fortsetzung.

Gruss norge
norge
 

Beitragvon Kavure´i » 06.08.2016, 03:31

Hola Norge

momentan bin ich abends zu müde, wir haben einfach zu viel zu tun.
Und gestern kam noch ein größerer Auftrag rein.........
Aber ich schreib dann schon noch weiter.

Jetzt wäre Style mal wieder dran. :wink:

Kavure´i
Benutzeravatar
Kavure´i
 

Beitragvon Pleitegeier » 06.08.2016, 04:54

Ich möchte Euch Schreiber meine Hochachtung aussprechen!

Sehr Treffend und Realistisch! Ja die Zukunft wird Grausam und der größte Teil wird auf sich alleine Gestellt sein aber nicht erkennen.
Beängstigend jedoch umklamert uns Machtlust und Naivität!
Pleitegeier
 

Beitragvon Sunnyboy12 » 08.08.2016, 11:20

Hallo liebes Forum!
Bin jetzt mit dem ersten Teil von Mankei´s Geschichte durch.
Ich muss sagen "Hammer" !!!! Habe immer in der Mittagspause einen Teil gelesen und mir dann den ganzen Tag ausgemalt wie es weitergehen könnte. Also echt großes Lob! Das perfekte Drehbuch für den nächsten Endzeit-Film ^^
..so, jetzt zur nächsten Geschichte...Bis dann!
Grüße!!
Sunnyboy12
 

Beitragvon Kavure´i » 12.08.2016, 05:48

"Was ist aus den einfachen Polizisten geworden, die die Limousinen begleitet haben?" fragte ich.
"Ich weiß es nicht. Ich bin nie wieder in die Nähe des Eingangs gekommen. Bis zu dem Tag, als ich in die Schleuse gesteckt und abgeholt wurde."
"Warum?" fragte Jürgen.

Gleich nach der Ankunft in der Unterirdischen Stadt waren sie aufgeteilt worden.
Die Polizisten waren mit ihren Fahrzeugen in eine andere Halle gelotst worden, wo sie von Soldaten empfangen und in Schach gehalten wurden.
Es wurde ihnen befohlen, ihre Waffen auf den Boden zu legen und sich einzeln durch eine Drehtür in einen anderen Bereich zu begeben.
Auf ihre Fragen bekamen sie keine Antworten und als ein junger Beamter sich weigerte, wurde er ohne Vorwarnung erschossen.
Daraufhin gehorchten die Anderen.

Die Busse mit den Regierungsangehörigen waren noch weitergefahren, die anderen reihten sich in der riesigen Eingangshalle auf.
Auch hier marschierten Soldaten auf, mit den Waffen im Anschlag.
Immer nur ein Bus öffnete die Tür, die Fahrgäste mussten aussteigen.
Der Busfahrer übergab die Passagierliste und anhand derer wurden die Familien aufgerufen, bekamen ihr Gepäck ausgehändigt und wurden aus der Halle geführt.
Auch ihre Fragen wurden ignoriert.

Stunden später durften Ahlborn und seine Kollegen endlich zu ihren Familien.
Sie wurden in einen Teil der Stadt gebracht, in der jeweils vier Baracken ein Quadrat bildeten, in dessen Mitte sich eine weitere befand.
Jede Familie bekam drei Zimmer zugeteilt. Eins für die Erwachsenen, eins für die Kinder, ein Aufenthaltsraum. Und eine Toilette.
An Möbeln gab es für jeden ein Bett und einen Schrank.
Im Aufenthaltsraum ein Sofa, Sessel, einen Tisch und Stühle.

Im Mittelbau befanden sich die Waschräume und eine Kantine.
Diese Konstruktion wurde Quader genannt.
Jeder bekam eine Karte ausgehändigt, auf der sein Name stand, seine Registriernummer, Quader- und Hausnummer, sowie ein Buchstabe. Der bezeichnete seinen Aufgabenbereich. Ohne diese Karte ging gar nichts. Sie musste bei Arbeitsbeginn und -ende vor ein Lesegerät gehalten werden, bei der Essensausgabe, am Wohnungseingang, bei Abgabe und Abholung der Wäsche, bei der Materialausgabe, beim Arztbesuch, usw.
Alles war von langer Hand vorbereitet und ausgearbeitet worden.
Ihr erstes Abendessen bestand aus belegten Broten, die in der Kantine ausgeteilt wurden. Dazu gab es Wasser zu trinken.
Danach wurden sie den Buchstaben auf ihrer Karte entsprechend aufgerufen und bekamen mitgeteilt, was und wo sie zukünftig zu arbeiten hatten.
Kinder unter 6 Jahren würden in Krippen betreut werden, ältere Kinder mussten ihren Fähigkeiten entsprechend arbeiten.
Schulen gab es nicht.
Die erste Nacht in ihrem neuen Heim schliefen sie kaum. Sie saßen noch lange zusammen und redeten.
Sie waren verwirrt.
So hatten sie sich ihr Leben im Untergrund nicht vorgestellt.
Ihn hatte man zur Arbeit in den Treibhäusern eingeteilt, seine Frau kam als gelernte Krankenschwester ins Hospital und seine beiden Töchter wurden dort als Helferinnen beschäftigt.
Jeden Morgen fuhren Busse durch die Barackenstraßen und holten die Arbeiter ab. Abends brachten sie sie zurück.
Wobei Morgen und Abend von den Stechuhren bestimmt wurden, denn Tageslicht gab es ja nicht.
Die Quader wurden von großen Deckenlampen erhellt, die "nachts" ausgeschaltet wurden. Dafür brannten kleine Lampen über den Eingängen der Baracken.
"Morgens" wurden die Lampen langsam immer heller, "abends" wurden sie langsam gedimmt bis sie erloschen.
Sie mussten sechs Tage arbeiten und hatten dann einen Tag frei. Familien hatten gemeinsame freie Tage, aber nicht alle hatten an den gleichen Tagen frei. So wurde immer gearbeitet.
Als Freizeitvergnügen wurde Sport und Spiel angeboten, die Teilnahme war Pflicht.
So wurden die Menschen ständig beschäftigt und bekamen keine Zeit zum Nachdenken.
Wer es trotzdem tat und zu viel darüber redete, wurde abgeführt und öffentlich hingerichtet.
Alle Mitglieder seines Quaders mussten bei der Exekution persönlich anwesend sein, für die Arbeiter der anderen Quader wurde sie auf großen Leinwänden übertragen. Keiner durfte sich weigern, dem blutigen Schauspiel zuzuschauen.
So lernten die Menschen den Mund zu halten.
Keiner traute dem anderen, weil niemand wusste, wer die Zuträger und Spitzel waren.
Alle hatten Angst.

Die Politiker und deren Hofstaat lebten im Luxus. Sie hatten Häuser oder große Wohnungen, Schwimmbäder, Fitnesseinrichtungen, Bibliotheken, es gab Cafés, Kinos, Theater, Schönheitssalons, Butiken, Spielhallen, usw. Ihre Kinder gingen selbstverständlich zur Schule und mussten auch nicht arbeiten. Keiner von ihnen arbeitete.
Das erledigte ihr persönliches Personal.
Ihre Residenzen waren durch hohe Mauern von den Arealen der Arbeitssklaven getrennt, die wenigen Tore schwer bewacht.
Die Familien der Soldaten lebten ebenfalls in einem eigenen Viertel, sie hatten kleinere Häuser, verwalteten und versorgten sich selber. Die Familienmitglieder arbeiteten in den Verwaltungen und im Politikerviertel. Sie wurden bei Laune gehalten, damit sie loyal blieben.

Es gab ausgedehnte Anbauflächen in der Unterirdischen Stadt. In tunnelartigen Gewächshäusern wurde Obst und Gemüse angebaut. Jeder Quadratzentimeter wurde genutzt. Der Boden, die Wände, die Decken. Spezielle Pflanzenlampen sorgten für Licht und Wachstum.
Die Arbeitssklaven mussten säen, pikieren, umpflanzen, die Böden lockern, Pflanzen aufbinden, ernten.
In der Mitte der Tunnel waren Schienen verlegt, auf denen liefen die Erntewagen, die zu den Verarbeitungsfabriken geschoben werden mussten.
Man hätte sie natürlich elektrisch betreiben können, aber man wollte die Arbeiter müde machen.
In den Verarbeitungsfabriken standen hunderte Männer, Frauen und Kinder an langen Tischen, putzten und schnitten die Früchte und Gemüse.
Das Beste von Allem ging ins Politikerviertel, das Gute in die Wohnareale der Hofschranzen und Wächter, der Rest in die Kantinen der Arbeiter.
Ahlborn und seine Leidensgenossen schufteten von morgens bis abends, be- und überwacht von bewaffneten Soldaten.
Anfangs kam es noch zu Aufständen, die jedoch blutig niedergeschlagen wurden.
Danach wurden, wie gesagt, die Unzufriedenen, die Rebellischen und die Aufrührer hingerichtet.

"Warum haben sie dann dich nicht hingerichtet?" fragte Jutta.
"Seit etwa zwei Jahren haben sie sich eine perfidere Hinrichtungsmethode ausgedacht."

Nach den ersten beiden Jahren gab es immer weniger Arbeiter, die es wagten, sich gegen das Schreckensregime aufzulehnen oder wagten es, ihren Unmut laut zu äußern.
Dann begannen die Wächter damit, Mädchen und Jungen mitzunehmen.
Sie holten sie vom Arbeitsplatz weg, oder nahmen sie aus der Kantine mit.
Wohin sie gebracht wurden, erfuhren die Menschen nicht. Auf Fragen antworteten die Wächter nicht.
Es kam wieder vermehrt zu Hinrichtungen, weil sich die verzweifelten Eltern nicht einfach mit dem spurlosen Verschwinden ihrer Kinder abfinden wollten.

"Eines Tages mussten wir uns mal wieder vor der Leinwand versammeln. Eine weitere Exekution war angekündigt worden. Aber das, was wir an jenem Tag anzuschauen gezwungen wurden, übertraf alles, was wir uns an Grausamkeit je hätten vorstellen können."

Dieses Mal gab es keine Übertragung vom Hinrichtungsplatz.
Den Arbeitern wurde ein U-Bahnhof gezeigt.
Dort saßen und standen Menschen um große Grilltonnen herum, auf dem viele Fleischstücke lagen.
Aus der Dunkelheit eines Tunnels erschienen zwei Männer, die einen dritten mit sich zerrten.
Das Licht im Bahnhof war trübe, aber hell genug um alles genau erkennen zu können.
Die Kamera zoomte auf das Gesicht des Mannes in der Mitte und alle konnten die Identitätskarte sehen, die er um den Hals trug. Die Angehörigen seines Quaders erkannten ihn natürlich auch so.
Voller Entsetzen mussten die Arbeiter mit ansehen, wie ein Haken in seine Fußfesseln eingeklinkt und er an die Decke gezogen wurde.
Sie schrien, als ihm die Kehle durchgeschnitten und er ausgeweidet wurde.
Und alle übergaben sich, als sein zerteilter Körper auf den Grill geworfen wurde.
Sie durften ihren Platz an der Leinwand erst verlassen, als die Kannibalen ihn aufgefressen hatten.

"Ich war wie gelähmt. Viele hielten sich die Augen zu, aber die Wächter schlugen sie, bis sie die Hände herunternahmen, auch wer sich abwandte, wurde geprügelt. Viele schrien ihr Entsetzen heraus. Zwei meines Quaders gingen auf die Wächter los. Sie waren die Nächsten, die wir am Haken der Kannibalen hängen sahen. In anderen Quadern hatte es wohl auch Angriffe auf die Wachen gegeben, denn in den nächsten Wochen wurden wir gezwungen, uns viele Exekutionen anzuschauen."
Danach gab es kaum noch Proteste.

"Vor etwa vier Monaten holten sie meine ältere Tochter, kurz darauf verschwand die jüngere. Meine Frau protestierte bei der Klinikverwaltung. Dort gab man ihr zu verstehen, sie solle sich ruhig verhalten oder sie würde bald am Haken hängen. Sie spuckte dem Direktor ins Gesicht und dessen Leibwächter nahm sie fest und wollte sie wegbringen. Sie wehrte sich gegen ihn und bekam sogar seine Waffe zu fassen. Sie erschoss sowohl ihn als auch den Direktor. Von den herbeieilenden Wachen konnte sie noch drei erledigen bevor sie selber erschossen wurde. Mir wurde mitgeteilt, meine Frau sei bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen und ich hätte wahrscheinlich nie die Wahrheit erfahren, hätte nicht zufällig eine Putzfrau alles mit angesehen. Zu ihrem Glück hatte keiner bemerkt, dass sie sich im Labor nebenan befunden und alles durch das Guckloch in der Tür beobachtet hatte. Es dauerte mehrere Wochen bis sie mir die Nachricht zukommen lassen konnte."

Ahlborn begann seine Fühler auszustrecken. Es war nicht einfach an Informationen zu kommen, denn es herrschten Misstrauen und Angst.
Er hörte dies und jenes, einer wusste etwas, ein anderer auch und nach und nach konnte er aus lauter kleinen Puzzleteilen ein größeres Ganzes zusammensetzen, wenn auch nur in groben Umrissen.
So wie es aussah, wurden die Mädchen und Jungen in die Politikerenklave gebracht. Die Machthaber sahen sich Bilder von den Überwachungskameras an und suchten sie sich aus wie aus einem Katalog.
Waren sie ihrer überdrüssig, wurden sie an die Höflinge und die Wächter weitergegeben.
Es wurde gemunkelt, dass viele von ihnen zu Tode gequält wurden oder sich selbst das Leben nahmen.
Dass sie den Eliten als Sexsklaven dienen oder deren abartige Gelüste befriedigen mussten, galt als gewiß.
Immer wieder tauchten Identitätskarten von Verschwundenen im Arbeiterviertel auf. Keiner konnte sagen, wie sie dorthin gelangten.
Sie gingen von Hand zu Hand und erreichten irgendwann einen Angehörigen der Verschwundenen.
Vor zwei Wochen kam die Karte Julias, der jüngeren Tochter, zu Ahlborn. Auf die Rückseite hatte jemand gekritzelt: verstümmelt, viele Knochenbrüche, totgeprügelt.
Noch in der gleichen Nacht überwältigte er die beiden Wachen seines Quaders, nahm ihnen die Waffen ab und schlich sich zur Mauer des Bonzenviertels.
In all den Jahren hatte noch nie einer der Arbeiter versucht dort einzudringen. Entsprechend nachlässig wurden die Zugänge bewacht.
Wider Erwarten fand er an dem Tor, das er sich ausgesucht hatte, nur eine Wache vor, die auch noch tief und fest schlief. Der Mann sollte nie wieder aufwachen.
Er war mit der vagen Vorstellung aufgebrochen, sollte er es tatsächlich schaffen, die Mauer zu überwinden, möglichst viele der Unterdrücker zu töten, bevor er selber getötet wurde, stand er nun, da er es geschafft hatte, vor dem Problem, dass er gar nicht wusste, wer in welchem der Häuser wohnte.
Er hatte den Gedanken, dass, je wichtiger die Leute waren, sie weiter weg von der Mauer wohnen würden.
Ohne einen Plan zu haben, arbeitete er sich in die Richtung vor, von der er annahm, dass dort die höchsten Regierungsmitglieder residierten.
Auch im Politikerviertel herrschte Nacht. Die war allerdings nicht so dunkel wie in den Quadern.
Zu seiner großen Überraschung gab es Bäume und Sträucher, viele Häuser waren von Hecken umgeben.
Und es gab Parks. Auch die mit Bäumen und Sträuchern, Wasserbecken, Springbrunnen, Bänken.
Bei vielen Häusern waren einige Fenster noch erleuchtet und er konnte Menschen in den Zimmern sitzen oder herumgehen sehen.
Immer wieder musste er sich hinter einen Strauch ducken, weil ihm Gruppen von Leuten entgegenkamen.
Zumeist waren es gut aufgelegte junge Leute in schicken Kleidern, aber auch Ältere in konservativen Anzügen und Abendkleidern. Auch sie waren gut gelaunt und unterhielten sich angeregt. Alle sahen wohlgenährt und gesund aus und schienen keine Sorgen zu haben.
Je näher er seinem anvisierten Ziel kam, umso lebhafter wurde es.
Bei einem großen Gebäude waren im Garten Pavillons aufgebaut worden. Alle Fenster waren hell erleuchtet, bunte Partylichterketten hingen in den Bäumen und den Pavillons und sorgten dort für gedämpftes Licht.
Es waren Buffets angerichtet worden und eine Kapelle spielte Livemusik.
In zwanglosen Grüppchen standen die Leute mit gefüllten Tellern, führten sich die Häppchen zu Gemüte, tranken, redeten, lachten.
Einige Paare tanzten zur Musik.

"Sie sahen alle so gesund und glücklich aus, hatten schöne bunte Kleidung an. Ich dachte an unsere Kinder und Jugendlichen in ihren grauen Arbeitsklamotten.
Hier die Schmetterlinge. Dort die grauen Mäuse. Hier Unterhaltung und exzellentes Essen bis spät in die Nacht. Dort Erschöpfung, Resignation und lieblos zusammengekochter Fraß. Sie lebten und prassten auf unsere Kosten, sogen uns die Lebenskraft aus und brachen unseren Willen. Plötzlich sah ich einen früheren Minister aus er Haustür kommen. Er winkte mit der Hand und die Musik verstummte. Alle Anwesenden wandten sich ihm zu. Er begann eine Rede zu halten. So erfuhr ich, dass ich mir den sechsten Jahrestag unserer Ankunft in der Unterirdischen Stadt ausgesucht hatte, um dort einzudringen."

Der Minister feierte sich selbst und das Regime.
Wie reibungslos alles funktionierte, wie schön die Parks und Gärten geworden waren, wie sauber das Viertel war.
Durch neue, leistungsstärkere Pumpen konnte mehr Wasser aus den Tiefbrunnen gepumpt werden, und deshalb sei ein neues Schwimmbad im Bau.
Die Leute klatschten und jubelten.
Ein kleiner Vergnügungspark sei in der Planung.
Erneuter Jubel.
"Und nun kommen wir zum Höhepunkt des Abends." rief der Minister. Er schnippte mit den Fingern und einer der Bediensteten brachte ihm eine Schale.
"Jeder von euch hat bei der Ankunft eine Marke bekommen. Ihr wisst ja, dass ihr damit an einer Verlosung teilnehmt. Heute verlosen wir etwas ganz Besonderes. Ich habe persönlich zwanzig Plebs ausgewählt, meine Leute haben sie geholt und jeder von ihnen bekam eine Nummer. Hier und jetzt wird meine Tochter aus dieser Schale die Nummern der zwanzig Glücklichen ziehen, die einen oder eine davon gewinnen."
Die Gäste klatschten und trampelten vor Begeisterung.

"Mir war sofort klar, was er mit Plebs meinte. Ich hob eine der erbeuteten Pistolen und zielte sorgfältig. Der Kopf des Kerls platzte wie eine reife Melone. Diese Dreckskerle luden ihre Waffen mit Dumdumgeschossen. Der Knall war im Jubelgeschrei der Feiernden fast untergegangen. Als Blut und Gehirnmasse auf die am nächsten Stehenden spritzte, schrien sie wieder. Dieses Mal allerdings vor Entsetzen. Ich schoss erneut und einer der Gäste fiel. Ich zielte und schoss, zielte und schoss, bis ich das Magazin geleert hatte. Ich ließ die Waffe fallen, zog die nächste und schoss auch diese leer. Die Gäste kreischten vor Angst und versuchten sich in Sicherheit zu bringen. Ich hörte laute Kommandos und wusste, dass Wachen im Anmarsch waren. Ich drehte mich um und wollte weglaufen. Im Augenwinkel bemerkte ich noch eine Bewegung, wandte mich um, und dann wurde es dunkel."

Zu Ahlborns Pech hatte sich einer der Wächter an ihn heranschleichen können und ihn mit dem Schaft seines Gewehrs bewusstlos geschlagen.
Als er wieder zu sich kam, war er an Händen und Füssen gefesselt und lag auf dem Boden einer Gefängniszelle.
Er wurde misshandelt und verhört. Sie wollten wissen, ob er alleine gekommen war und wer noch von seiner Aktion gewusst hatte. Zwei Tage und Nächte lang prügelten sie auf ihn ein, verweigerten ihm Nahrung, Wasser und Schlaf.
Aber er konnte durchhalten und schließlich konnte er sie davon überzeugen, dass niemand anderes etwas wusste.
Ein Mann betrat seine Zelle, stellte sich als Richter vor, verlas seine Vergehen und sein Urteil.
Wie das lautete, war ihm von vornherein klar gewesen.
Er hatte den Minister und vierzehn seiner Gäste getötet. Kein schlechter Schnitt bei achtzehn Schüssen.

Am nächsten Tag brachten sie ihn zur Schleuse, legten ihn darin gefesselt auf den Boden und schlossen die Innentür. Danach wurde die Außentüre geöffnet. Und er sah zum ersten Mal nach über sechs Jahren das Sonnenlicht wieder.
Und den Agenten, der ihn den Kannibalen übergab.
Der machte ihm die Fußfesseln los und zog ihn auf die Beine. Dann stieß er ihn aus der Schleuse, die sich sofort hinter ihnen schloss.
Er brachte ihn zum Hauptbahnhof und gab den Menschenfressern genaue Instruktionen, wann und wie er hinzurichten sei. Sie versprachen es lachend und bedankten sich für die Lieferung.

"Zu meinem Glück seid ihr aufgetaucht und habt dem Spuk ein Ende bereitet. Übermorgen wäre ich dran gewesen. Ich hoffe, die Dreckskerle haben genau beobachtet, wie ihr ihre Handlanger erledigt habt. Und ich werde nicht ruhen, bis ich diesen Mistkerl von Agenten gefunden und erledigt habe."

Inzwischen war es sehr spät geworden und trotz der aufwühlenden Geschichte gingen die Zuhörer nach und nach zu Bett.
Marc und ich unterhielten uns noch lange, es musste schon fast Morgen gewesen sein, als wir endlich einschlafen konnten.
Wir wurden von lautem Geschrei geweckt.
Ich warf die Decke weg und stürmte aus unserer Unterkunft.
Auf dem Boden vor dem langen Esstisch wälzte sich Ahlborn mit einem mir unbekannten Mann am Boden. Er hatte ihn am Hals gepackt und versuchte ihn zu erwürgen. Der andere wehrte sich aus Leibeskräften, hätte aber sicherlich den Kampf verloren, wären die Beiden nicht von den Umstehenden getrennt worden.
Sobald sich der mir Unbekannte frei sah, rannte er in Richtung Treppe.
"Haltet ihn auf!" schrie Ahlborn. "Das ist der Agent der Unterirdischen Stadt."
Fast hätte der es zum Ausgang geschafft, als ihm eine Frau ein Bein stellte und er lang hinschlug.
Bevor er sich wieder aufrappeln konnte, hatten ihn einige Männer und Frauen gepackt und brachten ihn zurück zum Tisch.
Benutzeravatar
Kavure´i
 

Beitragvon Beobachter » 13.08.2016, 17:01

Kurz eingeworfen - ein alter Clip der einiges zum Thema Beitragen kann
Links sind nur für registrierte User sichtbar.
Beobachter
 

Beitragvon Mankei » 18.08.2016, 23:22

Langsam schob ich mein Messer in sein Herz während er mir noch leise zuflüsterte „please, please, i do not wanna die, i will spare please.
İnna Lillâhi ve İnnâ İleyhi Raciûn gab ich ihm mit auf seinem Weg.
Es hat sich alles sehr verändert, seit ein paar Wochen kämpfen meine Brüder gemeinsam mit Amerikanern Seite an Seite. Ich verstehe das nicht, wie können mich meine Brüder nur so verraten.
Ich kämpfe jetzt gegen alles und jeden, meine Rache lebt in mir und ich habe dem ganzen sogar etwas positives abgewonnen. Am liebsten töte ich immer noch Deutsche, aber sie sind rar geworden. Wenn ich dann mal einen erwische läuft es immer gleich ab, er oder sie fleht um Gnade, ich lache mein Opfer an und erlöse es. Als ich heute morgen meinen ersten Amerikaner tötete hoffte ich anfangs auf etwas Abwechslung, mehr Gegenwehr oder wenigstens mehr Ehre, aber ich wurde enttäuscht obwohl es sich um einen Soldaten handelte, aber er winselte genauso wie alle anderen. Immer öfter frage ich mich wie es weiter gehen wird, Essen und Trinken wird ein immer größer werdendes Problem und auch das töten verliert immer mehr an Reiz, meine Rache ist der Normalität gewichen.

Diese Welt kann mir nichts mehr geben!

Als ein neuer Tag beginnt bete ich ein letztes Mal zu Allah, ich weiß das ich bald bei ihm sein werde.
„Doch keine Seele weiß, was für Augenweide für sie verborgen ist als Lohn für ihre Taten“.

Als Lohn für meine guten Taten hier auf Erden werden mich 72 Jungfrauen empfangen.
Allahu Akbar.

Es dauerte den ganzen Tag bis ich ein geeignetes Ziel fand um meine Mission auf Erden zu beenden. Ein Laster fuhr an mir vorbei, voll mit Sklaven, ich schrie den Fahrer an er solle mich mitnehmen, wir sind doch Verbündete.
Er hielt sofort an, ich durfte neben zwei anderen vorne im Laster mitfahren, nach einigen Kilometern fuhren wir über eine Brücke die über eine Bahnstrecke führte, nachdem ich die Höhe für ausreichend einschätzte und sicher war das alle sterben würden wartete ich kurz ab und riss ohne Vorwarnung das Lenkrad so stark herum das der LKW ins trudeln kam und über den kleinen Schutzwall in die Tiefe stürzte, als alle bemerkten was geschah fingen sie wie wild zu schreien an, ich schloss die Augen und konnte es nicht erwarten endlich zu meinem Gott zu kommen.
Allahu Akbar
Benutzeravatar
Mankei
 

Beitragvon norge » 19.08.2016, 06:46

Hallo Mankei,

gut geschrieben. Also machst Du mit diesen Teil der Geschichte Schluss?
Ich glaube Du hattest einmal geschrieben das Du in Deine erste Geschichte wieder einsteigen willst, wo es 25 Jahre in der Zukunft weiter geht, wie steht es damit? Ist das noch aktuell?

Was ist mit Style 1977? Bist Du noch mit beim schreiben?

Warte schon gespannt wie es hier weiter geht.

An alle Schreiber, absolut spannend gemacht und gut geschrieben.

Gruss norge.
norge
 

Beitragvon Mankei » 19.08.2016, 12:05

Hallo

Danke Norge.
Ja, die Geschichte mit dem Isalamfuzzi ist abgeschlossen, es war ein Versuch aber es hat nicht geklappt, irgendwie wurde ich mit dem Charakter nicht richtig warm.

norge hat geschrieben:Hallo Mankei,

gut geschrieben. Also machst Du mit diesen Teil der Geschichte Schluss?
Ich glaube Du hattest einmal geschrieben das Du in Deine erste Geschichte wieder einsteigen willst, wo es 25 Jahre in der Zukunft weiter geht, wie steht es damit? Ist das noch aktuell?

Gruss norge.


Die Geschichte wo es dann 25 Jahre später weiter geht ist fertig, allerdings warte ich auf Kavure´i.
Wenn ich jetzt diesen Teil rein stelle dann greife ich zu weit vor, diktiere somit ja auch den anderen damit ihren Schluss und das will ich nicht. Nur so viel sei gesagt, meine Lebenspartnerin fand diese Geschichte viel besser als den ersten Teil, wahrscheinlich aber auch weil es da so viele Tote gab.

Schönen Tag an alle
Mankei
Benutzeravatar
Mankei
 

Beitragvon Andiamos » 19.08.2016, 14:09

Hallo Mankei,
Mankei hat geschrieben:irgendwie wurde ich mit dem Charakter nicht richtig warm.

Na, gottseidank !!! :mrgreen:
Der Kerl hat mir so gar nicht gefallen... :lol: :lol:

Freue mich schon auf deine Fortsetzung. Womit ich allerdings keinesfalls Kavure drängeln, oder gar abkürzen will. Ihre Geschichte ist auch gnadenlos gut und ich warte immer schon auf die nächste Folge.

LG
Angelika
Andiamos
 

Beitragvon Kavure´i » 20.08.2016, 02:51

Hola

Mankei
der Typ war ja auch gruselig, aber leider auch sehr authentisch.

Style baut wohl noch sein Fluchtfahrzeug aus und ich hoffe, wir erfahren noch mehr.

Angelika
zur Zeit schaffe ich es abends gerade noch, hier im Forum zu lesen und mitzuschreiben, wir haben zur Zeit echt viel Arbeit.
Und dazu kommt, daß es gerade die Zeit ist, wo das Gemüse wächst und ich schaue, daß ich noch einige Gläser voll bekomme.
Im Frühjahr läßt es mit dem Gemüse nach und im Sommer und im Herbst gibt es nichts.
Meine Straucherbsen hängen soooooo voll, die sind nächste Woche dran.
Keine Angst, die Ideen gehn mir noch nicht aus, da wird Mankei mit seinem Schluß wohl noch etwas warten müssen :lol:
Aber vielleicht fällt ihm ja noch ein anderer Typ ein?
Z.B. Warum die Amis sich plötzlich auf die Seite der Arabs geschlagen haben?

Kavure´i
Benutzeravatar
Kavure´i
 

Beitragvon Mankei » 21.08.2016, 14:11

Hallo

Kavure´i hat geschrieben:
Keine Angst, die Ideen gehn mir noch nicht aus, da wird Mankei mit seinem Schluß wohl noch etwas warten müssen :lol:
Aber vielleicht fällt ihm ja noch ein anderer Typ ein?
Z.B. Warum die Amis sich plötzlich auf die Seite der Arabs geschlagen haben?

Kavure´i


Lasse Dir nur Zeit, ich habe ja geschrieben das ich auf Dich/Euch warten werde.
Eine neue Geschicht wird nicht einfach sein, mal schauen, über die Amis schreibe ich aber sicher nicht!
Die mag ich nicht weil sie letztlich..., egal persönliche Meinung und zu viel Politik.
Eine kleine Idee hätte ich aber vielleicht wirklich!

Schönen Sonntag
Mankei
Benutzeravatar
Mankei
 

Beitragvon Mankei » 21.08.2016, 18:58

Alle versammelten sich im großen Haus, es regnete wie aus Kübeln, das Gewitter kam immer näher und der Wind erreichte Orkanstärke. Wie bei jedem Problem das für die Gruppe aufkam, egal aus welchem Grund auch immer, war dies der Ort wo alle zusammen kamen. Neben den Erwachsenen und den Kindern wurden nach und nach auch die Kranken herbei geholt. Sicher wäre es nicht immer nötig gewesen so zu reagieren aber es wurde vor langer Zeit so beschlossen.
Vor langer Zeit?
Paul dachte an damals, wie lange es schon her ist, Jahre, Jahrzehnte, um so genauer er darüber nachdachte merkte er wie egal es ihm eigentlich war.
Ein gewaltiger Donner über ihnen lies die Kinder aufschreien, Claudia die als erste reagierte stand auf und fragte ob sie nicht ein Spiel zur Abwechslung spielen wollten. Aber wen sie auch anschaute, keiner hatte so richtig Lust dazu, erst als sie mit Nachdruck ihren Blick in die Runde kreisen lies standen einige lachend auf und machten Vorschläge. Nach einem heillosen hin und her entschieden sie sich für „ich sehe was was du nicht siehst“. Schon nach kurzer Zeit wurde gelacht und das Unwetter vergessen. Die Nacht verbrachten sie gemeinsam im Haus und irgendwann schliefen alle ein, einige schliefen auf dem Boden, einige machten es sich auf den Bänken bequem und die Kinder wurden zu den Kranken auf die Tragen gelegt.
So merkten sie es nicht wie das Unwetter weiter zog und ein neuer Tag anbrach.

Die Männer schauten zuerst nach Schäden an den anderen Häusern doch bis auf kleine Verwüstungen durch abgebrochene Zweige war alles in Ordnung gewesen.
Als sie in Richtung Feld gingen änderte sich aber ihre Freude, das Gewächshaus war ohne Dach, die größte Fläche des Mais war zerstört, ebenso wie beim Weizen. Fluchend darüber brachte Thomas seinen Unmut über das zerstörte zum Ausdruck, er war derjenige der zusammen mit Katrin die meiste Zeit dort verbrachte. Nachdem sie sich alle einen Überblick verschafft hatten gingen sie betrübt zur Haupthütte zurück wo alle anderen noch auf sie warteten.

Ein weiteres Problem war der hohe Wasserspiegel der durch das Unwetter entstand, natürlich war es nicht das erste mal und sicher auch nicht das letzte mal aber immer wieder wurde dieser Umstand mit Besorgnis registriert.

Bernd, Kasper und Bea nahmen sich das Boot und wollten fischen, bei Hochwasser fingen sie immer besonders viele Fische und sie waren eine begehrte Abwechslung auf dem sonst doch eintönigen Speiseplan, vor allem seit sich keiner mehr ans Festland traut um dort jagen zu gehen.

Alle, bis auf die Kranken, halfen mit beim aufräumen der Siedlung, ein Teil machte sich über die Hütten, der andere über die Felder her. Sie wussten alle was sie machen mussten denn es war ihre wenn auch kleine Heimat. Nach ein paar Stunden machten sich Gabi, Theresa und ihre drei Kinder auf um das Mittagessen vorzubereiten und gerade als sie mit dem Kochen anfangen wollten kamen Bea und Kasper freudestrahlend herein, legten über ein Dutzend Fische auf Tisch.
Endlich konnten sie alle wieder einmal ausgiebig essen, etwas das nur noch sehr selten vorkam.
Die anderen kamen ohne das man sie rufen musste, den Geruch des Fisches konnte niemand widerstehen. Wie immer nahmen sie am großen runden Tisch Platz, gaben sich die Hand und bedankten sich für diese reichhaltige Mahlzeit.
Jeder nahm mehrmals aus dem bis oben gefüllten Topf und hätte nicht Michael etwas für die Kranken vorher heraus genommen, wer weiß ob sie nicht vergessen worden wären.

Nach über einer Stunde gingen sie alle wieder an ihre Arbeit. Da die arbeiten an den Häusern abgeschlossen waren machten sich nun daran Gewächshaus und die beiden Ackerfelder wieder herzurichten.

Am Abend gab es dann noch den Rest vom Mittag und ehe sie sich versahen war der einst so volle Topf leer.

Bea und Paul redeten noch leise im Bett über das immer schlimmer werdende Problem mit der Lebensmittelversorgung, wir müssen etwas dagegen machen, ich weiß antwortete Paul darauf, wir müssen wieder an Land nach Essen suchen, vielleicht finden wir ja dann auch endlich mal ein paar Tiere. Bea schmiegte sich an Paul, küsste ihn und sprach ihm leise ins Ohr das dies die einzige Möglichkeit sein wird. Aber wir müssen vorsichtig sein, du weißt was sie mit Karl, Heinz und Steffen gemacht haben.
Benutzeravatar
Mankei
 

Beitragvon Mankei » 27.08.2016, 22:29

Der nächste morgen begann mit einer Versammlung die Bea veranlasst hatte. Nach dem guten Essen von gestern fordert sie das endlich wieder an Land nach Nahrung gesucht wird.
Sofort wurde es laut und viele schüttelten den Kopf auch wenn sie im innersten wussten das sie recht hatte.
Bert der mit Abstand der stärkste in der Gruppe war stand auf und sagte das er gehen würde, aber eben nicht alleine. Er suchte, wie auch Bea nach Freiwilligen doch niemand wollte sich auf dieses Risiko einlassen. Katharina, sie war die älteste Frau im Lager stand nun auf und erinnerte alle daran das sie vor langer Zeit darüber abgestimmt hatten niemals mehr an Land zu gehen.
Bea und Paul antworteten gleichzeitig das es unter normalen Umständen auch nicht nötig sei sich dieser Gefahr auszusetzen aber durch das Unwetter haben sie fast alle Lebensmittel verloren.
Erneut meldete sich Bert, wollt ihr hier verhungern, vielleicht ist der Krieg mittlerweile auch vorbei und alle außer uns leben wieder in Frieden zusammen.
Ich begleite Bert, aus der hinteren Reihe stand Claudia auf, ihr habt mich damals aufgenommen ohne mich zu kennen, nun ist es an der Zeit das ich mich dafür erkenntlich zeige.
Dann sind wir zu viert, es reicht, Paul stand auf und sagte das es in einer Stunde los geht.
Niemand legte Widerspruch ein, es hatte den Anschein das alle anderen froh waren das sie nicht gehen mussten.
Bert machte das kleine Boot startklar, es war seit Jahren nicht mehr in Gebrauch gewesen, als er es ins Wasser lies hoffte er das es kein Leck hatte. Claudia sprang mutig hinein, schaukelte so stark herum das Bert Angst hatte das sie kentere. Mit einem gekonnten Satz sprang sie wieder aus dem Boot, alles klar, es ist dicht. Bea und Paul warteten derweil schon im großen Boot, sie hatten alles wichtige bereits verstaut und schauten gespannt auf Claudia und Bert.
Als sie los rudern wollten kamen noch Katharina, Gabi und Thomas um ihnen viel Glück zu wünschen, kommt gesund wieder, bleibt nicht zu lange, seid vorsichtig, bringt etwas gutes mit, Paul und Bert paddelten los, sie hatten genug gehört.
Nach einigen Metern drehten sie sich fast alle gleichzeitig um und schauten auf ihre Insel, sie war gut geschützt durch eine große Anzahl Bäume, nur Katharina war noch sichtbar, sie stand immer noch dort von wo sie losfuhren, sie winkte ohne Pause.

Das Wasser war ruhig, einige Fische sprangen aus dem Wasser hervor, schnappten nach Fliegen und verschwanden so schnell wie sie kamen auch wieder im Wasser.

Claudia sagte zu den andern das es vielleicht reichen würde wenn wir nur angeln würden.
Hast du Angst fragte Bea.
Angst nicht aber etwas komisch ist mir schon zumute erwiderte sie.
Geht uns allen so sagte Paul.
Alle nickten gleichzeitig.

Sie ruderten Richtung Herreninsel, dort gab es vor langer Zeit einige Kämpfe, genauso wie auf der Fraueninsel, anscheinend hatten sich dort Menschen versteckt und wurden umgebracht oder Gefangen genommen, jedenfalls wurden dort alle Gebäude zerstört, sie hatten Glück, auf ihre kleine Krautinsel die zwischen den beiden großen und bekannten Inseln lag kam niemand.

Paul gab Bert ein Zeichen, das sie dort seitlich anlegen und etwas abwarten sollten.
Claudia und Bea nutzten die Zeit um das ehemalige Schloss Herrenchiemsee zu besuchen.
Es war ein so schönes Schloss und wurde einfach zerstört, wohin sie auch schauten sie sahen nur Zerstörung. Claudia fragte ob es hier denn keine Tiere gab und Bea fing an zu lachen. Nein Tiere gab es hier nie, das war eine Hochburg des Tourismus, alles wurde schon fertig geliefert.
Bea kannte sich gut aus auf Herrenchiemsee, sie hatte dort öfters als Kind ihre Mutter besucht die als Reinigungskraft dort angestellt war.

Sie warteten eine Stunde, in ihrem kleinen Versteck waren sie gut geschützt konnten aber das Gebiet weitflächig überblicken. Sie schauten oft nach Prien, es war der Ort wo Bea und Paul wohnten, aber es war kein Mensch zu sehen. Sie wollten aber nicht nach Prien, ihr Augenmerk galt dem Kühwampenmoor einem Naturschutzgebiet, dort hofften sie auf Erfolg was ihre Nahrungssuche betraf.

Sie ruderten weiter und kamen nach einigen Minuten seit langer Zeit wieder an Land an.
Ein großer Baum der umgestürzt war und weit ins Wasser hinein ragte eignete sich perfekt als Versteck für die Boote.
Bert und Paul bewaffneten sich mit Pfeil und Bogen, Claudia und Bea nahmen die Rucksäcke und Fallen. Ihr Weg führte sie an die Autobahn wo früher reger Verkehr herrschte, heute war davon nichts mehr zu erkennen, alles war still, kein Auto, kein Mensch, man hörte nur ein paar Vögel zwitschern. Ohne Pause gingen sie zielstrebig voran und kamen nach nur wenigen Minuten am Kühwampenmoor an, ein paar Schilder zeigten ihnen den richtigen Weg.

Wir sollten uns teilen schlug Bea vor aber Paul sagte das es besser sei wenn wir alle zumindest am Anfang zusammen bleiben, Claudia und Bert kannten sich hier nicht aus, Bert war aus München, er war bevor alles losging Fitnesstrainer, Claudia war in einer Bank in Rosenheim angestellt.

Kein Tier war zu sehen, was hatten wir auch erwartet kam es aus Bea heraus, das alle Tiere hier auf uns warten und sie bereitwillig mit uns mitkommen. Paul lachte und sagte ihr das sie nicht so ungeduldig sein soll wir sind gerade einmal zehn Minuten hier.
Nach über einer halben Stunde teilten sie sich doch in zwei Gruppen, Bea und Bert, Paul und Claudia. Bert ging mit Bea entlang eines Zaunes der diesen Namen eigentlich nicht mehr tragen durfte, sie wollten weiter ins Moor hinein gehen, Paul und Claudia machten sich auf den Weg nach Prien, sie wollten dort in den verlassenen Häusern nach nützlichem suchen.

Als die beiden in Prien ankamen waren sie sich nicht mehr sicher ob ihr Vorhaben von Erfolg gekrönt werden konnte, überall zerstörte Gebäude und ein Geruch wie auf einer verlassenen Müllhalde. Claudia fühlte sich unwohl und auch Paul war es anzusehen das er sich nicht gerade wohl dabei fühlte. Ein paar Straßen weiter und sie kamen am Haus von Paul an, er lebte hier bis der Krieg anfing mit seinen Eltern. Claudia fragte vorsichtig wo denn seine Eltern seien, Paul drehte sich um und sagte das sie Tod sind. Es war damals das zweite Jahr des Krieges und eigentlich dachten wir das Prien verschont wird, doch eines Tages fuhren früh am morgen die Laster durch den Ort, es waren Hunderte dieser sogenannten Gotteskrieger. Sie trieben uns wie Tiere zusammen und fingen sogleich mit dem aussortieren an, ich wurde in die Gruppe der Arbeitsfähigen gelotst, meine Eltern in die Gruppe der Alten und Kranken. Mein Vater war an Alzheimer erkrankt und wollte gegen ihr Vorgehen angehen, nachdem er laut zu schreien begann kam einer dieser Bastarde zu ihm, lachte ihm ins Gesicht und drückte zweimal ab, meine Mutter rannte weinend zu ihm und als er sah das sie zu ihm wollte schoss er ebenfalls zweimal auf sie, ich sah noch wie sie schwer verletzt auf dem Boden kriechend zu meinem Vater wollte aber etwa einen Meter vor ihm schoss er ein drittes mal auf meine Mutter und sie war Tod. Ich schrie damals auf und wollte zu ihnen doch mehrere Männer hielten mich zurück, ich hatte keine Chance mich von ihnen zu verabschieden.
Claudia hatte Tränen in den Augen, sie sagte das diese Schweine hoffentlich alle einmal für ihre Taten büßen müssen.

Bea und Bert stellten Fallen auf, es wäre nur gut gewesen wenn ihnen vor ihrer Abfahrt jemand gezeigt hätte wie Fallen richtig aufgestellt werden. Sie verzweifelten und nach unzähligen Versuchen gaben sie es schließlich ganz auf. Sie wollten zu Paul und Claudia, dort rechneten sie sich bessere Chancen aus.

Paul suchte in einem Keller nach Nahrung aber er war ebenso wie Claudia die oben suchte nicht fündig geworden. Lass uns das nächste Haus durchsuchen sagte Paul und sah gerade als er die Haustüre öffnen wollte zwei bewaffnete Männer. Runter auf den Boden, schnell, er wedelte wie wild mit den Armen und Claudia gehorchte ihm sofort.
Paul konnte nicht erkennen ob es Freund oder Feind war aber um so mehr er darüber nach dachte war er sich sicher das es in dieser Zeit nur noch Feinde gibt.
Paul kroch langsam zu Claudia, komm wir versuchen in den Keller zu kommen, ich denke nicht das sie uns gesehen haben. Sie erreichten den Keller und verbarrikadierten sich dort.
Sie gaben keine Ton von sich und hofften das es Bea und Bert gut geht.

Seit etwa einer Stunde hocken sie nun hier unten, niemand kam ins Haus, also stand Paul auf und schaute vorsichtig nach. Ich glaube sie sind weg, wir sollten versuchen Bea und Bert zu finden und dann so schnell wie möglich von hier weg zu kommen. Claudia stimmte lautlos zu, sie gingen nach oben, Hand an Hand und waren darauf bedacht keinen Laut von sich zu geben. Oben angekommen schauten sie gespannt auf die Straße, niemand war zu sehen und nach etwa zwei Minuten des Wartens öffnete Paul die Türe. Er ging langsam aus dem Haus, schaute dabei mehrmals in alle Richtungen, dann gab er Claudia ein Zeichen das sie nachkommen soll. Claudia rannte zu ihm, suchte die Hand von Paul, Rücken an Rücken gingen sie zum Ortsende.
Sie marschierten schnell und immer nahe an den Häusern, so konnten sie falls jemand kommt schnell reagieren. Sie hatten es geschafft, Prien lag hinter ihnen, jetzt mussten sie nur noch Bea und Bert finden. Sie bogen auf die Straße ein die zum Kühwampenmoor führte und nach einigen Metern vernahmen sie ein leises Pfeifen, Bert kroch aus einem Versteck hervor und deutete den beiden die Richtung. Sie waren wieder zusammen, Bea fiel Paul um den Hals, Claudia bediente sich bei Bert.
Habt ihr sie auch gesehen fragte Paul, natürlich sagte Bea, es waren zwei Bartträger, so nannte Bea sie immer, weißt du von wo sie kamen. Paul zuckte mit den Schultern, keine Ahnung, auf einmal waren sie da, wir waren in einem Haus um nach Nahrung zu suchen ehe wir sie sahen und uns gerade noch verstecken konnten.

Was machen wir jetzt fragte Claudia, zurück zu den anderen.
Das ist zu gefährlich sagten die anderen drei, wir müssen warten bis es dunkel wird, dann gehen wir.

Die Zeit verging nur sehr langsam außerdem hatten sie Hunger und Durst.

Bea und Paul diskutierten leise vor sich hin, Bert war eingeschlafen, nur Claudia schaute immer wieder nach ob sie jemanden sah.

Claudia fiel in die Vergangenheit zurück, jetzt da sie sich wieder in Gefahr sah rissen alte Wunden auf. Als der Krieg begann war Claudia 19 Jahre, sie hatte einen Freund und ihr Leben war eigentlich klar abgesteckt, Heiraten, Kinder kriegen, Haus bauen, glücklich sein.
Doch es kam anders, anfangs dachten alle das es nur ein kurzes Strohfeuer sein würde, wie sollten ein paar Durchgeknallte Moslems Deutschland gefährlich werden. Man machte Witze über sie, doch die Witze verstummten sehr schnell. Rosenheim war gleich zu Anfang von der Invasion betroffen, ob es die Nähe zu Österreich, zu München oder was auch immer war, niemand wusste es genau und heute spielt es auch keine Rolle mehr. Claudia die damals gerade mit der Ausbildung zur Bankkauffrau fertig war freute sich auf ihre neue Tätigkeit in der Bank, noch mehr freute sie sich aber über Patrick, ihre große Liebe den sie schon seit dem Kindergarten kannte. Sie waren ein tolles Paar und in Rosenheim galten sie als das Vorzeigepaar schlechthin. Bei jedem Anlass mussten sie dabei sein, sie waren der Stolz des Ortes. Manche sagten – vielleicht auch nicht ganz zu Unrecht – das Patricks Vater der Bürgermeister war hier seine Strippen zog, aber Claudia war es egal, sie liebten sich und nur das war wichtig für die beiden. Um so mehr traf es sie als die Invasoren kamen, alles veränderte sich innerhalb einer Minute, nichts war mehr so wie es war. Zuerst hatten sie dank Patricks Vater das Privileg zusammen bleiben zu dürfen doch nach etwa einem Monat änderte sich dieser Umstand. Schuld daran waren das plötzlich Amerikaner in den Ort kamen die gemeinsame Sache mit den Arabern machten. Das verstand niemand im Ort und am wenigsten Patricks Vater der aus Amerika kam. Es wurde dann immer schlimmer, die jungen Menschen wurden in Arbeitslager gebracht und die Mädchen wurden vergewaltigt. Suchten sie sich anfangs nur die Mädchen aus die Jungfrauen waren, vergewaltigten die Amerikaner lieber junge Frauen zu denen auch Claudia zählte. Zwei Tage nachdem Patricks Vater getötet wurde kamen sie in unser Haus, Patrick war gerade aufgestanden und bereitete das Frühstück vor. Sie schlugen Patrick zusammen und als er sah was sie ihr antaten und zur Hilfe kommen wollte verpassten ihm zwei der fünf Amerikaner jeweils ein paar Kugeln. Während Claudia schreiend und weinend versuchte zu Patrick zu kommen fielen die fünf Amerikaner mehrmals über sie her. Als sie fertig waren ließen sie Claudia einfach liegen, einer sagte noch, do not go away, we will be back soon. Claudia nahm nichts mehr um sich herum wahr, die nächsten Tage war sie so etwas wie die beste Adresse von Rosenheim. Immer mehr Amerikaner kamen und sie wurde durchgereicht bis sie eines Tages den entscheidenden Satz hörte, when you're done, they'll kill, nobody wants this bitch to fuck.
Ihr Vergewaltiger war offenbar kurz vor dem Ende, jedenfalls verdrehte er seine Augen und atmete schwer also nahm Claudia sein Messer aus der Scheide und stach es ihm in den Hals. Sie sprang auf und rannte nach draußen, sie lief einfach die Straße entlang und scherte sich nicht um einen der sie anschrie. Irgendwie schaffte es Claudia lebend zu entkommen und seit dieser Zeit lebte sie im Wald. Das Kind das irgendwann aus ihr heraus kam starb noch am selben Tag und hätte sie nicht irgendwann Katharina durch Zufall getroffen, sie hätte bestimmt schon längst Schluss gemacht.

Claudia, Claudia, Bea schüttelte sie, was ist los mit dir, du weinst. Nichts, alles in Ordnung, habe nur schlecht geträumt.
Mit offenen Augen merkte Paul an.
Komm es ist dunkel, wir wollen aufbrechen, es ist Zeit.
Nein sagte Claudia, Wir bleiben, suchen sie und klauen alles was sie haben.
Wie bitte, du willst was!
Benutzeravatar
Mankei
 

Beitragvon Mankei » 30.08.2016, 22:56

Warum nicht fragte Claudia, vielleicht haben sie hier in der Nähe ein Lager.
Die anderen waren sichtlich geschockt, Bea schluckte mehrmals bevor sie Claudia antwortete, was sollen wir denn mit ihnen.
Paul ergänzte, du weißt was unser oberster Grundsatz war, keine Konflikte mit ihnen, keine Konfrontationen.
Aber vielleicht haben sie Lebensmittel legte Claudia nach, wir finden doch eh nichts, überall wurde schon geplündert und Tiere gibt es auch keine, habt ihr doch selbst gesehen.
Bert grübelte und spielte mit seinem Bart, es hat schon was, die Leben sicher nicht schlecht, warum es also nicht versuchen.
Minutenlang diskutierten sie hin und her, je länger sie redeten desto klarer wurde ihnen das Claudia recht hatte, sie brauchten Nahrung. Wir brauchen einen Plan kam es schließlich aus Bea heraus, wenn sie was zu Essen haben holen wir es uns. Nachdem alle zustimmten bemerkten sie erst das niemand von ihnen wusste wo ihr Lager war, geschweige denn ob sie überhaupt eines haben.

Paul erinnerte alle an ihren Schwur, er wollte sicher gehen das er nicht gebrochen wird.

Vor vielen Jahren als sie den Entschluss fassten mit einer kleinen Gruppe auf die Krautinsel zu ziehen haben sie sich alle am ersten Abend in ihrer neuen Heimat geschworen niemals einen Menschen zu töten, egal was dieser Abschaum auch anrichtet, welche Gräueltaten sie auch begehen.

Natürlich wissen wir das sagte Bert und wir werden uns daran halten.
Man merkte Claudia an das sie nur zu gerne diesen Schwur über Bord geschmissen hätte, ihre alten Wunden forderten Genugtuung, aber sie nickte ebenfalls.

Lasst uns zuerst nach Prien zurück gehen und schauen ob sie vielleicht dort patrouillieren.
Wir können uns in dem Haus auf die Lauer legen und warten einfach ab, wenn sie kommen folgen wir ihnen. Kurze Zeit später erreichten die vier das Haus, alles war ruhig und so bezogen sie Stellung. Bert klagte über Hunger und Durst, den anderen ging es genau so, sie hatten den ganzen Tag nichts zu sich genommen also machte er den Vorschlag in den anderen Häusern zusammen mit Bea nach essbarem zu suchen.
Und wenn sie kommen, Claudia protestierte energisch, sollen wir euch dann rufen.
Wir bleiben nicht lange versprach Bert aber ich brauche was im Magen und euch würde etwas zu essen sicher auch gut tun.
Schließlich machten sich Bert und Bea auf den Weg, Bea kannte sich gut aus also marschierte sie vornweg. Sie erzählte Bert das es am nördlichen Seeufer einige Restaurants gab, vielleicht werden wir da noch fündig. Als sie dort ankamen empfing sie ein Ort des Schreckens, alles wurde zerstört und bestimmt schon mehrmals auf Nahrung durchsucht. Beim „zum Fischer am See“ versuchten sie ihr Glück, Bert kämpfte sich durch kaputte Tische und Stühle ehe er die Küche erreichte.
Es riecht nach Fisch sagte er zu Bea, die mit Schweißperlen auf der Stirn kurz nach Bert ankam.
Bea atmete durch, stimmt sagte sie, aber es stinkt auch nach vielen anderen Dingen.
Jeder Schrank wurde durchsucht, der Ofen, der Grill, nichts. Es hatte den Anschein das hier Menschen wirklich alles mehrmals nach Nahrung inspiziert hätten. Lass uns gehen sagte Bea, es gibt einfach nach so langer Zeit nichts mehr. Bert wollte noch nicht aufgeben, es muss doch einen Keller geben, vielleicht ist dort etwas. Die Türe zum Keller war heraus gebrochen, kleine steile Stufen markierten den Weg in ein dunkles Loch, da willst du ohne Licht runter fragte Bea, viel Spaß, ich bleibe hier und halte die Stellung. Angsthase sagte Bert, drehte sich wieder um und verschwand ins dunkle. Bea hörte Bert mehrmals lauf fluchen, sie konnte sich ein lachen nicht verkneifen.
Einige Minuten später kam Bert zurück, sein Gesichtsausdruck sprach Bände und er blutete an den Armen und Beinen. Nichts gefunden fragte Bea, nichts kam es enttäuscht aus Bert.
Brechen wir ab und gehen zu den anderen zurück sagte Bert mit trauriger Mine.
Als sie wieder am Haus ankamen hatte sich nichts neues ergeben, alles war wie vor ihrem Aufbruch. Wenn wir abbrechen wollen wäre es jetzt an der Zeit, Paul deutete mit dem Arm in Richtung Himmel, es wird dunkel.
Wir bleiben sagte Claudia und auch die anderen wollten nicht ohne Nahrung zurück kehren.
Etwa eine Stunde später war die Nacht da, die vier saßen jeder an einem Fenster und hofften das etwas passiert. Die Stunden vergingen und irgendwann schliefen sie alle erschöpft und hungrig ein.

Sei leise, behutsam rüttelte Bert Pauls Schulter, da sind welche, Paul rieb sich die Augen, wo sind welche. Paul robbte vorsichtig mit Bert ans Fenster, er konnte nur sehr wenig sehen, die Nacht war voller Wolken, er sah drei Männer die sich unterhielten. Kamen die zu Fuß oder mit dem Auto fragte er Bert, keine Ahnung, ich wollte eigentlich auf die Toilette, da habe ich sie gerade noch rechtzeitig gesehen. Verdammt kam es aus Pauls Mund, wenn wir doch nur hören könnten was sie gerade besprechen.
Bea und Claudia schliefen noch immer und die Männer wollten daran zumindest vorerst auch nichts ändern. Einer der Männer zündete sich eine Zigarette an, für einen kurzen Augenblick konnte man die drei besser sehen. Zwei von ihnen waren anscheinend Araber sie hatten lange dichte Bärte, der andere hatte keinen Bart und war dem Anschein nach ein Amerikaner. Machen sie noch immer gemeinsame Sache, Paul konnte es nie richtig glauben das ausgerechnet Araber und Amerikaner zusammen arbeiten. Gerade als sich Paul einen besseren Standort suchen wollte drehten sich die Männer in seine Richtung, haben sie mich gesehen fragte er Bert, ich denke nicht, sie gehen die Straße hoch. Wenn es doch nur heller wäre, wie sollen wir sie bei dieser Dunkelheit verfolgen ohne das sie und bemerken. Gar nicht Paul, wir warten ab bis es hell wird und gehen dann in die selbe Richtung, so hat es keinen Sinn. Sie einigten sich darauf und legten sich wieder hin.

Mit einem sanftem Kuss wurde Paul geweckt, Aufstehen du Schlafmütze, es wird Zeit.
Die anderen waren schon wach, Bert hatte bereits erzählt was in der Nacht passierte und sogleich wollten sie sich auf den Weg machen.

Sehr vorsichtig marschierten die vier durch Prien, an jedem Haus machten sie halt und schauten nach verdächtigem. Wenn wir so weiter gehen brauchen wir ein Jahr bis wir aus Prien heraus sind, Claudia hatte keine Geduld mehr, sie ging schnellen Schrittes voran und machte so Meter um Meter. Die anderen folgen mit einigem Abstand, man merkte das keiner Erfahrung mit solchen Aktionen hatte. Bea und Paul unterhielten sich darüber was zu machen ist wenn sie ein Lager finden sollten, Bert der aufmerksam zuhörte sagte lachend, einfach alles nehmen und abhauen.
Claudia kam am Ortsende an, sie wartete ungeduldig auf die anderen, nun kommt doch endlich, hier ist keiner. Wohin jetzt, wir haben hier drei Straßen zur Auswahl fragte Claudia Bea und Paul. Siehst du Spuren, Bert schaute jeden der Wege an und an einer Abzweigung fand er tatsächlich Spuren, da sind welche, wenigstens schaut es so aus, ich bin ja kein Spurenleser. Die anderen kamen zu ihm, könnte wirklich sein meinte Bea, dort geht es zum Golfplatz den können wir auch gut überblicken und sind selbst geschützt.

Unterwegs zu ihrem Ziel redete niemand, jeder machte sich anscheinend seine eigenen Gedanken und als sie endlich ankamen mussten sie dem Marsch und dem fehlenden Essen und Trinken erst einmal Tribut zollen, sie ließen sich in einer Düne erschöpft auf den Boden fallen.

Nach einer Verschnaufpause war es Claudia die zuerst nachschauen ging, kurze Zeit später kam sie wieder, da ist nichts, da war auch noch nie jemand. Bea und Paul atmeten tief durch, beide waren froh denn sie hatten Angst vor einer Auseinandersetzung mit diesem Abschaum, sie wussten genau das sie bei einem Aufeinandertreffen keinerlei Chancen gegen diese kampferprobten Männer hätten. Ich brauche etwas zu trinken, mein Magen hat sich anscheinend jetzt daran gewöhnt das er nichts zu essen bekommt aber mein Mund ist wie eine Sandwüste, selbst das reden fällt mir schon schwer. Die anderen pflichteten Bert zu, es muss was her zum trinken. Kommt mit fing Bea an, am Golfplatz ist ein Restaurant und dahinter ein Gartenhaus, vielleicht finden wir dort Wasser. Sie standen auf und gingen zuerst zum Haupthaus das als Clubgebäude fungierte, gleich daneben das Restaurant und dahinter wie es Bea beschrieben hatte das Gartenhaus. Ohne die beiden Gebäude zu beachten gingen sie zielstrebig zum Gartenhaus und als sie neben der Eingangstüre einen Wasserhahn fanden rannten sie mit letzter Kraft dorthin.
Bert kam als erster an und drehte den Wasserhahn auf doch obwohl er sich drehen lies kam kein Wasser aus dem Hahn, er sackte zusammen und schrie laut „Scheiße“, ich kann nicht mehr.
Den anderen verging auch der letzte Funken Hoffnung, sie sackten alle neben dem Wasserhahn zusammen und resignierten. Es dauerte über eine halbe Stunde bis sich Bea alleine aufmachte sich etwas genauer umzuschauen.

Bea ging zum Restaurant und dann bemerkte sie es, hier war alles in Ordnung, kein Fenster war eingeschlagen, keine Türe war offen und als sie am Rückgebäude des Restaurants ankam sah sie das dort zwei wuchtige Sicherheitsschlösser zusätzlich angebracht wurden. Sie ging zum Clubhaus und auch dort war alles unzerstört, die große Eingangstüre war auch hier verschlossen aber nicht zusätzlich gesichert.
Kommt alle her schrie Bea, schnell kommt doch endlich. Paul kam als erster an, Claudia und Bert nur etwas später.
Was ist los fragte Paul.
Fällt euch denn nichts auf?
Die anderen schauten sich um, es dauerte etwas dann begannen sie zu lachen.
Hier wurde nichts zerstört, seht ihr alles ist so wie es gehört.
Paul umarmte Bea, du hast recht.
Bert nahm einen Stein auf und gerade als er ausholen wollte um damit eine Scheibe einzuschmeißen stellte sich Paul vor ihn, bist du verrückt, wir müssen es so machen das keiner etwas merkt.
Claudia verstand es nicht, sie fragte Paul nach dem warum, er antwortete das er auch nicht genau wisse warum aber es ist sicher besser wenn wir versuchen vorsichtig ins innere der Häuser zu kommen. Sie überlegten lange bis Bert die passende Idee hatte, lasst uns versuchen über das Dach reinzukommen, so wird niemand merken das jemand im Haus war.

Claudia fand im Gartenhaus eine Leiter, sie war aus Holz und hatte die besten Zeiten schon lange hinter sich. Die anderen drückten sich so gut es ging, keiner wollte sich dieser Leiter anvertrauen.
Wieder war es Claudia die diese Warterei nervte, sie nahm die Leiter stellte sie ans Haus und stieg hoch ohne Rücksicht auf die Sprossen zu nehmen. Als Claudia oben ankam triumphierte sie lautstark, sofort erspähte sie eine Luke und ging dort hin. Das Dach war nur sehr leicht geneigt so konnte Claudia problemlos zu der Luke gehen die allerdings, das konnte sie sehen, von innen verriegelt war. Sie schaute sich um aber sie war unter den Duschen, sie sah aber sorgfältig zusammen gelegte Handtücher und in ordentlicher Reihe stehende Waschkörbe. Claudia ging zu dem anderen Fenster das etwa fünf Meter entfernt war und was sie nun sah konnte sie nicht glauben.
Die anderen konnten Claudia nicht mehr sehen, neugierig warteten sie auf ein Zeichen von ihr.

Claudia hatte sich bei dem Anblick setzen müssen, es kamen ihr sogar ein paar Freudentränen, immer wieder schaute sie nach unten, der Raum war voll mit Obst das in Wäschenetzen aufgehängt dort baumelte. Zuerst wollte sie die anderen informieren doch es gab noch ein drittes Fenster was sie zuerst noch begutachten wollte. Dort angekommen sah sie allerdings nur Wäsche, aber wie die Handtücher war die Wäsche, es handelte sich um Armeekleidung in verschiedenen Farben, äußerst sauber gestapelt. Das ganze kam Claudia sehr komisch vor, sie konnte keinen Menschen entdecken der dafür verantwortlich war. Sie wollte nun die anderen informieren die sicher schon sehnsüchtig auf sie warteten. Sie ging bis knapp an die Dachkante, setzte ihr bestes Lächeln auf und schrie Obst, da ist alles voller Obst. Bea, Paul und Bert waren sprachlos, es dauerte bis Paul sich fing und Claudia ermahnte nicht zu lügen. Claudia wiederholte mehrmals, da ist wirklich Obst, kommt rauf und sieht selber. Bert hechtete an die Leiter doch dann fiel ihm der Zustand der Sprossen ein und zog zurück, auch Paul wäre zu gern nach oben doch auch er hatte kein Vertrauen in die Leiter.
Bea die in etwa so leicht wie Claudia war drängelte sich vorbei und sagte zu den Männern das sie nachschauen geht, sie hielt es immer noch nicht für möglich das Claudia die Wahrheit sagte.
Oben angekommen fiel Claudia Bea um den Hals, komm mit es ist so viel Obst.
Als Bea ankam musste auch sie sich erst einmal setzen und tief Luft holen.
Das erste was Bea sagen konnte war, wir müssen da rein, jetzt!
Unten schrien die Männer, sie wollten Bescheid wissen.

Seit etwa einer Stunde hocken die vier versammelt vor dem mittleren Fenster, schauten immer wieder nach unten nur um dann festzustellen das sie niemals ohne Spuren zu hinterlassen an das Obst kommen werden. Mehrmals hatten sie alle versucht das Fenster aufzuhebeln, wenigstens einen Spalt weit zu öffnen doch was immer sie unternahmen, sie scheiterten.

Was wohl im Restaurant ist fragte Bea auf einmal, alle fingen an zu lachen, die Aussicht auf frisches Obst lies sie das andere Gebäude gänzlich vergessen.

Sie machten sich sofort auf den Weg zum Restaurant, in Gedanken hoffte jeder auf Nahrung.
An beiden Türen waren je zwei Sicherheitsschlösser angebracht, die Fenster hatten Gitter was laut Bea aber schon immer so war, auf dem Dach gab es keinerlei Möglichkeiten ins innere zu kommen. Erneut mussten sie feststellen das sie nicht ohne Spuren zu hinterlassen ins Haus kommen.

Der zweite Tag neigte sich dem Ende, sie hatten auch heute weder etwas getrunken noch gegessen, ihre Freunde auf der Insel würden bestimmt auch schon mit dem schlimmsten rechnen.

Als es dunkel wurde hockten sie noch immer vor dem Restaurant, alle Energie hatte sie verlassen.
Bea fragte ob es nicht besser sei wenn sie einfach mit roher Gewalt und ohne Rücksicht auf Spuren in die Häuser einbrechen würden, sollten sie etwa so lange warten sie vor einem Haus voll mit Nahrung sterben nur weil sie vor den Konsequenzen die vielleicht geschehen könnten Angst hatten.
Alle stimmten Bea zu also gingen sie gemeinsam in das Gartenhaus und bewaffneten sich mit Werkzeug. Bert und Paul wollten sich das Restaurant vornehmen, Bea und Claudia das Clubhaus.
Bert und Paul gingen noch mit zum Clubhaus da sie den beiden Frauen beim Aufstieg behilflich sein wollten. Diese Nacht war deutlich heller als die letzte und so hatten sie auch etwas Licht.
Als Claudia ankam zog sie zuerst eine Schaufel und einen Pickel das an sie an einem Seil befestigt hatten nach oben, dann kam Bea nach. Gerade als Bert und Paul sich auf den Weg zum Restaurant machen wollten schrie Bea laut los, Scheinwerfer, da hinten kommen zwei Autos in unsere Richtung. Bist du sicher fragte Bert und sowohl Bea als auch Claudia bejahten die Frage.
Kommt schnell herunter schrie Paul leise.
Claudia sagte zu Bea sie solle gehen, sie bleibe hier und beobachte vom Dach aus das Geschehen.
Du bist verrückt kam es aus Bea das ist zu gefährlich.
Wertvolle Zeit verging, die Autos, nein jetzt konnten sie erkennen das es LKW's waren die immer näher kamen. Paul schrie erneut das die beiden endlich vom Dach runter kommen sollen doch niemand kam. Verschwindet rief Bea, wir bleiben beide auf dem Dach und beobachten das ganze von hier aus. Bert und Paul flehten Bea und Claudia mehrmals noch an doch sie hatten sich schon auf dem Dach positioniert. Die Laster waren fast da, Paul und Bert liefen etwa fünfzig Meter zu einer künstlich angelegten Erhöhung um sich dort zu verschanzen. Die Lkw's bogen auf das Golfgelände ein und parkten jeweils vor einem der Gebäude. Drei Männer stiegen aus jedem Fahrzeug aus, da sie die Lichter anließen konnte man alles gut sehen. Die Männer waren im Wesen nach arabischer Herkunft, was Paul und Bert nun sahen löste bei beiden Gelächter aus, einer der Männer ging zur Türe am Restaurant, streckte sich und nahm dort den Schlüssel herunter und sperrte auf, am Clubhaus wiederholten sie die Prozedur. Sie nahmen aus beiden Gebäude eine große Anzahl an Kartons und Obst in den Netzen mit. Das ganze dauerte etwa eine halbe Stunde und so schnell sie kamen verschwanden sie auch wieder. Als es wieder ruhig wurde warteten sie noch ab um sicher zu gehen das auch wirklich alles in Ordnung ist. Bea lief leise rufend herum und als Bert und Paul auf ihr Rufen antworteten fielen sie sich in die Arme. Bert fing an zu laufen und machte erst am Clubhaus halt, streckte sich wie es sein Vorgänger machte und hielt triumphierend einen Schlüssel in der Hand. Bea konnte nicht glauben was ihr Paul unterwegs erzählte. Bert sperrte die Türe auf und verschwand, Bert, Bea und Claudia die gerade vom Dach herunter kam folgten ihm.
Benutzeravatar
Mankei
 

Beitragvon Kavure´i » 31.08.2016, 05:15

Dort wurde er auf einen Stuhl gedrückt, einige der Unterirdischen hatten ihre Waffen gezogen und auf ihn angelegt.
Er sah sich voller Panik nach einem Fluchtweg um, erkannte aber schnell, dass er keine Chance hatte zu entkommen.
Ahlborn baute sich vor ihm auf. "Schau mich an, du Stück Dreck!" schrie er ihn an.
"Was willst du von mir? Ich kenne dich nicht. Ich habe dich noch nie in meinem Leben gesehen."
"Du bist nicht nur ein Stück Dreck, du bist auch noch ein Feigling."
"Du irrst dich, du musst mich mit jemandem verwechseln."
"Glaubst du im Ernst, ich könnte deine Fratze je vergessen?"
Der Beschuldigte sah sich hilfesuchend um.
"Ingetraut, bitte, du kennst mich doch. Sag ihnen, dass ich unschuldig bin!" flehte er die Oberirdische an.
"Unschuldig woran?" fragte sie ihn.
"Ich habe ihn nicht zu den Kannibalen gebracht und ihnen ausgeliefert. Bitte!"
Es wurde ganz still. Alle schauten ihn an.
"Davon hat er kein Wort gesagt. Er beschuldigte dich bisher nur, ein Agent der Unterirdischen Stadt zu sein."
Er schlug die Hände vors Gesicht.
In seiner Panik hatte er sich verraten.
Jürgen begann ihm Fragen zu stellen, aber er presste die Lippen aufeinander und schwieg.
Nach kurzer Zeit gab er es auf und gab den Befehl, den Gefangenen in eine der Zellen zu sperren.
Ahlborn protestierte, aber Jürgen gab ihm ein Zeichen, dass er schweigen solle.
Der Mann wurde weggebracht.

"Wir lassen ihn ein paar Tage in der Zelle schmoren, irgendwann wird er schon reden." meinte er.
"Überlasst ihn mir und er wird singen wie ein Kanarienvogel. Der Drecksack hat gelacht als er mich den Menschenfressern übergab und gemeint, ich solle bei meiner Hinrichtung nicht vergessen zu lächeln, schließlich würde ich gefilmt werden. Und dann sagte er noch etwas, was ich nicht kapiert habe. Nun fehlen mir nur noch vier."

Ingetraut und ihre Gefährten saßen am großen Tisch und redeten leise miteinander.
"Wie lange lebt er schon bei euch?" fragte Max.
"Schon ziemlich lange, mindestens drei Jahre."
"Eher vier Jahre." sagte einer von Ingetrauts Begleitern. "Er erzählte uns, er käme aus Frankfurt, hätte dort seine gesamte Familie verloren und sich alleine bis zu uns durchgeschlagen. Wir hatten keine Veranlassung, ihm nicht zu glauben."
"Es macht euch niemand einen Vorwurf." versicherte ihnen Claudia.
"Er ist uns nur als guter Finder aufgefallen. Er brachte oft Medikamente, elektrische Geräte und Bauteile, Stoffe, und andere nützliche Dinge, die er irgendwo gefunden hatte. Er hatte ein gutes Auge für Verstecke."
"Wir müssen von ihm erfahren, wie er mit denen in der Stadt Kontakt aufnimmt, ob es noch andere wie ihn gibt und warum sie solche wie ihn hinausschicken." Jutta sprach aus, was ich gedacht hatte.
Die Unter- und Oberirdischen hatten Gruppen gebildet, es wurde lebhaft diskutiert, viele Vorschläge gemacht und wieder verworfen.
Schließlich kamen sie zu dem Ergebnis, dass sie ohne weitere Informationen des Agenten zu wenig wussten um etwas zu unternehmen.
"Wir werden weitermachen wie bisher und wachsam sein."

Ingetraut lud uns ein, sie zu den Höfen der Oberirdischen zu begleiten.
Sie hatten die Innenhöfe einiger Blocks zu Gärten gemacht.
Zum Beispiel den Garten des ehemaligen Westin Grand Hotels. Oder den Innenhof der Russischen Botschaft. Die Zierbäume hatten sie durch Obstbäume ersetzt und sie zeigten uns stolz kleine Apfel-, Birnen-, und Zwetschgenbäumchen, von denen einige bereits groß genug waren um Früchte zu tragen. Die Blumenbeete waren in Gemüsebeete umgewandelt worden.
"Und wir streuen überall in der Stadt an geeigneten Plätzen Samen aus und schauen uns zur Erntezeit an, ob und was gewachsen ist."
Daher kamen also die Gemüsepflanzen die wir nahe des Reichtags gesehen hatten.
Wir wurden zum Essen eingeladen und saßen anschließend an Tischen neben der Leninbüste und unterhielten uns.
Die Oberirdischen erzählten von ihrer Arbeit, wie sie sich gefunden hatten, wie sie mit den U-Bahn-Leuten zusammengekommen waren und ihrem Kampf gegen die Kannibalen.
Im Gegenzug berichteten wir von unserer Odyssee quer durch Deutschland, den Kämpfen gegen die Arabs, von Roth und Tübingen im Neckartal, von Mikhail und den kleinen Gemeinschaften, die überall verstreut lebten.
Darüber freuten sie sich am Meisten. Es bestärkte sie darin, weiterzukämpfen und zu überleben.
Sie hatten sich in den Gebäuden der Russischen Botschaft und des Hotels eingerichtet.
Im Speisesaal des Hotels hatten sie für die Kinder ein Spiel- und Lernzimmer eingerichtet. Es gab dort Spielzeug und Bücher. Während wir uns umsahen, trugen einige Männer Tische und Stühle herein und stellten sie zu den bereits vorhandenen dazu.
"Die sind für unsere neuen Kinder." erklärte man uns. "Insgesamt habt ihr einhundertvier Kinder gebracht. Davon bleiben fünfundzwanzig bei uns, die anderen wurden auf andere Gemeinschaften verteilt. Wir selber haben dreiundvierzig Kinder. So ist unsere Gemeinschaft stark angewachsen. Wir haben die anderen gefragt, wie viele Kinder sie aufnehmen und versorgen können oder wollen. Wir müssen sie ja ernähren und erziehen können."
Man konnte genau erkennen, welche die neuen Kinder waren. Sie saßen zusammen in einer Ecke und wagten es nicht, herumzugehen und sich die Sachen anzuschauen. Sie hatten sich die dunkelste Ecke ausgesucht und blinzelten in der ungewohnten Helligkeit. Die anderen Kinder beäugten sie neugierig, gingen aber nicht zu ihnen hin.
"Das wird schon noch." sagte Helma. Dann wandte sie sich an Ingetraut und fragte: "Soll ich sie untersuchen? Wir bleiben ja noch zwei Tage und ich könnte auch meinen Kollegen fragen, ob er mitmacht."
"Ja, prima. Leider haben wir nämlich keinen Arzt hier."
Hannes bot sich an, den Arzt zu holen und kurze Zeit später waren er und Helma dabei, die Kinder zu untersuchen.
Wir anderen gingen zum U-Bahnhof zurück.
Dort erwartete uns Oleg mit der Nachricht, dass wir wohl noch einige Tage länger als geplant die Gastfreundschaft der Berliner in Anspruch nehmen mussten.
Beim Durchchecken des Helikopters hatten sie entdeckt, dass sie einige Wartungsarbeiten vornehmen und den Bordcomputer konfigurieren mussten.
Oleg setzte dafür mindestens vier Tage an, rechnete aber mit mehr.
Unsere Gastfreunde freuten sich darüber, denn sie wollten noch mehr über unsere Reisen hören.

Jutta erzählte uns beim Abendessen, dass am nächsten Morgen ein Trupp zum Hauptbahnhof gehen und die Gleisblockaden abbauen und entfernen wollte.
"Außerdem wollen wir in diesem Fall die Leichen wegschaffen, dort können wir sie nicht liegenlassen. Wir laden sie in Waggons und fahren sie zu dem Bahnhof, wo wir uns kennen gelernt haben und legen sie in den Zugangstunnel. Den werden wir dann vermauern. Die Oberirdischen werden uns dabei unterstützen"
Wir boten unsere Hilfe an, obwohl nicht nur mir vor dieser Aufgabe graute.

Zum Frühstück nahm ich nur Kaffee, essen wollte ich vorsichtshalber lieber nichts.
Es war ein sehr großer Trupp, der sich zu Fuß in Richtung Bahnhof auf den Weg machte. Es wurde kaum gesprochen und die Stimmung war gedrückt.
Als wir die Halle betraten, verstummten die Gespräche völlig.
An der Treppe blieben wir stehen, zögerten, dann holte Claudia tief Luft und sagte: "Bringen wir es hinter uns."
Wir stiegen die Stufen hinab, wappneten uns gegen den Anblick der Leichen und standen schließlich sprachlos auf dem leeren Bahnsteig.
Nicht ein Toter war zu sehen, die Feuerstellen waren verschwunden, ebenso alle Habseligkeiten der Kannibalen.
Wären da nicht die eingetrockneten Blutlachen auf den dreckigen Fliesen gewesen, wir hätten uns ernsthaft gefragt, ob wir das Massaker nicht geträumt hatten.
"Irgendwo wird wieder eine Orgie gefeiert." sagte ich zu Marc.
"Diese Pest ist scheinbar nicht auszurotten." sagte Jürgen grimmig. "Ich komme mir vor wie Don Quijote."
"Auf der anderen Seite bin ich froh, dass wir die Leichen nicht fortschaffen müssen." kam es erleichtert von einer der Frauen.
"Das kannst du laut sagen." stimmte einer der Oberirdischen zu.
Ich konnte sehen, dass alle Anwesenden das Gleiche dachten und fühlten.
"Gut. Räumen wir die Hindernisse von den Gleisen. Aber passt auf, dass ihr nicht an die stromführende Schiene kommt."
Es war eine langwierige und schweißtreibende Arbeit, aber wir schafften es, das Gerümpel wegzuschaffen und am gegenüberliegenden Bahnsteig aufzustapeln.
Als beide Zugänge frei waren, testeten die U-Bahnfahrer die Bahn, in der die Gefangenen eingesperrt gewesen waren. Ohne Probleme ließ sie sich starten.
"Was tun wir als Nächstes? Gehen wir zurück zu unserem Stützpunkt oder fahren wir noch ein Stück in die andere Richtung um zu sehen was es dort gibt?"
"Also ich für meinen Teil bin für heute lange genug hier unten gewesen. Ich möchte nach Hause."
Die Mehrheit der Oberirdischen stimmte ihrem Gefährten zu und sie begaben sich nach oben und auf den Heimweg.
Auch viele U-Bahnfahrer wollten zurück und Jürgen funkte seinen Bahnhof an. Kurze Zeit später sahen und hörten wir die Geräusche einer sich nähernden Bahn und die bekannten Wagen fuhren ein.
Nach einem kurzen Bericht stiegen diejenigen, die genug hatten, ein und der Zug verschwand zischend in der dunklen Röhre.
Zurück blieben Jürgen und Claudia, Max und Hannes, Ahlborn und vier weitere Männer und Frauen, deren Namen wir nicht kannten.
"Heute ist mein Hinrichtungstag." sagte Ahlborn plötzlich.
"Was?"
"Heute hätten sie mich schlachten sollen. Irgendwo muss die Kamera sein, die das filmen sollte." Er fing an, die Decke und die Wände abzusuchen. Wir halfen ihm dabei.
"Dort oben ist der Haken, an dem die Kette hing." Ich zeigte nach oben. "Die Kamera müsste von hier aus sichtbar sein, damit sie die Szene aufnehmen kann."
Langsam drehten wir uns um uns selbst. Und entdeckten insgesamt vier Kameras.
"Welche es wohl ist?"
"Lasst mich mal sehen." Einer der Männer trat näher, untersuchte eine nach der anderen und deutete schließlich auf eine, die an dem Pfeiler angebracht war, der am nächsten am Haken war.
"Das ist die einzige, die noch funktioniert, die anderen sind alle tot."
"Zerstör sie." befahl Jürgen.
"Nein. Dreh sie einfach zur Decke. Sollen sie sich Gedanken machen, was passiert sein könnte." intervenierte Hannes.
"Auch gut."

Einige Minuten später saßen wir im Zug und wenige Minuten später erreichten wir den Bahnhofs Friedrichstraße.
Ab dort sollte es unterirdisch weitergehen.
"Alt-Tegel oder Alt-Mariendorf? " fragte der Fahrer. Nach kurzer Beratung entschieden sich die Berliner für die Richtung Alt-Tegel. Uns war es egal.
Schnell passierten wir die Bahnhöfe Oranienburger Straße, Naturkundemuseum, Schwartzkopfstraße und Reinickendorfer Straße.
Als wir in den Bahnhof Wedding einfuhren, endete unsere Reise fürs Erste.
Dort standen Waggons auf dem Gleis und versperrten uns die Weiterfahrt.
Wir konnten sie nur im Scheinwerferlicht unseres Gefährts erkennen, denn in diesem Bahnhof gab es kein Licht.
Jutta bedeutete dem Fahrer und einer der Frauen in der Bahn zu bleiben. Wir anderen stiegen aus und näherten uns den Wagen.
Der vorderste war völlig ausgebrannt, der mittlere schwer in Mitleidenschaft gezogen, der dritte sah unversehrt aus. Die Türen standen offen und Max stieg in den unversehrten Waggon ein, nur um ihn sofort wieder zu verlassen.
"Was ist los?" wollte ich wissen.
"Tote. Sie müssen bei dem Brand ums Leben gekommen sein. Allerdings schon vor längerer Zeit. Wahrscheinlich gleich zu Anfang. Es sind nur noch Skelette und ein paar vermoderte Lumpen übrig."
Keiner von uns hatte das Bedürfnis, es Max nachzumachen.
Auch der Bahnhof war durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Stützpfeiler waren rauchgeschwärzt, die Fliesen gesprungen, die Lampenschächte ausgebrannt.
"Sehen wir uns mal an der Oberfläche um?" fragte Marc.
"Warum nicht." Jutta ließ noch einen der Männer bei der Bahn, schärfte den Zurückbleibenden ein, wachsam zu sein. "Wir bleiben über Funk in Kontakt. Bei Gefahr gebt ihr uns Bescheid und fahrt sofort weg. Wir können es uns nicht leisten, das Fahrzeug zu verlieren. Und vor allem wollen wir nicht, dass Fremde sich damit Zutritt zu unserem Hauptquartier verschaffen und unsere Leute überraschen. Sollten wir in Gefahr geraten, funken wir euch an und ihr verschwindet ebenfalls. Wir schlagen uns dann zu Fuß durch. Wichtig ist, dass unsere Leute nicht in Gefahr gebracht werden. Habt ihr das verstanden`"
"Natürlich. Alles klar."

Das Licht des Scheinwerfers reichte gerade bis zum Fuß der nächstgelegenen Treppe. Vorsichtig stiegen wir die beschädigten Stufen hinauf.
Oben angekommen, spähten wir vorsichtig über die Mauer des Schachts. Die Straße war leer, nichts regte sich.
Hier schien sich die Wut eines rasenden Mobs ausgetobt zu haben. Die Gebäude, die nicht brandgeschwärzt waren, die Fensterhöhlen gähnten leer. Die Türen waren aus den Angeln gerissen worden, zerbrochenes und vermodertes Mobiliar lag vor den Gebäuden. Die Geschäfte waren geplündert und anschließend verwüstet worden. Bei einem der Gebäude hingen über dem Eingang noch zwei Buchstaben. Ein o und ein f.
Einige der Bäume standen noch, waren gewachsen, ihre Wurzeln hatten das Pflaster gehoben. Andere waren nur noch verkohlte Stümpfe.
In den Ritzen und Löchern des Straßenbelags wuchsen Gras und kleine Sträucher.
An den Fahrradständern hingen, immer noch angeschlossen, verrostete und verbogene Fahrräder in allen Stadien des Zerfalls.
"Fahren wir heim. Die Sonne geht gleich unter und da möchte ich nicht mehr hier sein." Claudia drehte sich um und begann, die Stufen wieder hinunterzusteigen.
Ich war der gleichen Meinung und die Anderen hatten auch nichts einzuwenden.
Wir setzten gerade unseren Vorsatz in die Tat um, als plötzlich einige Männer in Uniform um die Ecke kamen und überrascht stehen blieben.
Wir starrten einander an, mehr erstaunt als erschrocken.
Einer rief uns an: "Stop! Who are you?"
"Los! Weg hier!" Hannes rannte los, wir hinterher.
Schüsse fielen. Die Kugeln pfiffen glücklicherweise wirkungslos über unsere Köpfe hinweg.
Die Männer riefen hinter uns her, wir hörten, dass sie uns verfolgten.
Noch während wir auf unsere U-Bahn zu rannten, rief Jürgen dem Fahrer zu: "Schnell! Fahr los!"
Und kaum waren wir eingestiegen, setzten wir uns auch schon in Bewegung.
Gerade als wir in den Tunnel einfuhren, erreichten unsere Verfolger den Fuß der Treppe. Sie gaben noch einige Schüsse auf uns ab, die aber nicht trafen.
Das Gleisbett zu betreten, um uns hinterher zu schießen, wagten sie nicht. Sie kannten anscheinend die Gefahr.

Erleichtert atmeten wir auf. In weniger als einer Stunde würden wir wieder zurück sein und endlich was in den Magen bekommen.
Der hing mir nämlich bereits zwischen den Kniekehlen und langsam bekam ich Kopfschmerzen vor Hunger und Wassermangel.
Selbst diejenigen, die gefrühstückt hatten, klagten über einen knurrenden Magen.
Kurz nachdem wir den Bahnhof Schwartzkopfstraße hinter uns hatten, roch es plötzlich nach verschmortem Kabel. Der Motor des Triebwagens gab seltsame Geräusche von sich erstarb. Die Lichter erloschen, wir saßen im Dunkeln.
"So ein Mist! Verdammt noch mal!" fluchte der Fahrer. "Das Ding ist hinüber. Wir müssen zu Fuß weiter."
"Moment, ich mach Licht." Ein kleiner Lichtstrahl erhellte die Kabine. Jutta hatte eine Minitaschenlampe aus einer Hosentasche gezogen. "Halt mal und leuchte mir." Sie drückte mir die Lampe in die Hand und begann in ihrem Rucksack zu kramen. Sie zog eine Leine heraus. "Ich gehe voraus und leuchte, ihr haltet euch an diesem Seil fest, damit wir zusammenbleiben."
"Passt auf, dass ihr nicht auf die Stromschiene kommt." warnte uns Claudia. "Haltet euch dicht an der Tunnelwand. Wir suchen eine Tür in den Wartungstunnel und gehen dann dort weiter."
Es schien Stunden zu dauern, meinem Gefühl nach waren wir schon viele Kilometer gegangen, als Jutta uns befahl stehen zu bleiben.
Sie probierte die Türklinke. Abgeschlossen. Jürgen trug ein Band um den Hals an dem ein Schlüssel hing.
"Ein Universalschlüssel für die Schlösser der U-Bahn."
Er schloss auf und öffnete die Tür einen Spalt. Drinnen brannte Licht. Vorsichtig streckte er den Kopf durch den Spalt und spähte hinein. Schnell zog er ihn zurück, schloss die Tür und drehte den Schlüssel um.
"Kannibalen."
"Haben sie dich bemerkt?"
"Nein. Sie schlafen alle, haben noch nicht einmal eine Wache aufgestellt."
Wir marschierten weiter. Um die Batterie der Lampe zu schonen im Dunkeln. Verlaufen konnten wir uns ja nicht.
Nach einer gefühlten Ewigkeit glaubte ich einen schwachen Lichtschimmer wahrzunehmen. Und wirklich. Kurz darauf hielt unser Trupp wieder an und Jürgen hieß uns warten. Er ging alleine weiter um nachzusehen, ob die Luft rein sei.
Nach kurzer Zeit kam er zurück und gab grünes Licht zum Weitergehen.
Der Bahnhof Naturkundemuseum war menschenleer und hell erleuchtet. Unsere Augen mussten sich zuerst wieder an das Licht gewöhnen.
Jürgen funkte seine Leute an, damit sie uns abholen sollten, bekam aber keinen Kontakt.
"Dann gehen wir halt zu Fuß. So weit ist es ja nicht."

"Was machen wir jetzt? Gehen wir an die Oberfläche? Ehrlich gesagt, ich habe keine Lust mehr, im Dunkeln durch den Tunnel zu stolpern. Mein Knöchel zickt schon gewaltig."
Ich hatte wohl ausgesprochen, was alle gedacht hatten, denn ohne weitere Diskussion erklommen wir die Treppe nach oben.
Die Sonne war schon lange untergegangen, es wehte ein kühler Wind durch die Straße und ich fröstelte.
Im Tunnelsystem war es warm gewesen, aber trotzdem wollte ich nicht wieder nach unten.
"Also los! Wir müssen nur dieser Straße folgen, dann kommen wir nach Hause." Jutta winkte uns und ging los.
Wir waren kaum einen Häuserblock weit gekommen, als wir plötzlich Motorengeräusch hörten.
Und aus der Richtung, in die wir gingen, sahen wir das Licht von Autoscheinwerfern näher kommen.
Benutzeravatar
Kavure´i
 

Beitragvon Mankei » 03.09.2016, 23:36

Als sie wieder aus dem Haus kamen fühlten sie sich wie neue Menschen, sie hatten das erste mal seit Jahren wieder frisches Obst gegessen. Diesen Moment des Glücks kosteten die vier genüsslich aus und alle Entbehrungen, Schmerz und Leid waren vergessen.
Sie hockten eng auf einer kleinen Bank zusammen und wollten nicht an das nachher denken, für sie zählte jetzt nur dieser Augenblick.
Irgendwann tief in der Nacht stand Paul auf und machte sich auf den Weg zum Restaurant, er wollte endlich wissen was dort gelagert wurde. Als er gerade dabei war aufzuschließen kamen die anderen hinzu, jeder hatte seine eigenen Vorstellungen was sie erwartete und sie sollten alle enttäuscht werden. Da sie so gut wie nichts sehen konnten tasteten sie sich an den Händen verbunden in den Raum hinein. Paul und Bea kannten das Restaurant, zumindest etwas, beide waren zwei mal dort, sie gehörten nicht zu den Leuten die hier regelmäßig essen konnten und so war es einer Hochzeit und einer Jubiläumsfeier zu verdanken das sie wenigstens ungefähr den dunklen Raum deuten konnten. Hier ist nichts sagte Bert sichtlich frustriert und auch die anderen merkten das die Männer vorhin anscheinend alles eingeladen hatten.
Bea machte den Vorschlag zu warten bis es hell wird damit sie alles richtig durchsuchen können.
Sie einigten sich darauf, schlossen beide Häuser wieder ab und gingen zu dem Hügel wo Bert und Paul sich versteckten. Um wenigstens etwas Schutz vor der Kälte zu bekommen legten sie sich eng zusammen und schon nach ein paar Minuten schliefen alle tief und fest.

Paul und Bea waren gerade mit ihrem Frühstück fertig, sie machten sich aus Äpfeln, Birnen und Bananen ein leckeren Obstsalat, brachten den Rest zu Claudia und Bert die noch eng umschlungen schliefen um sich dann dem Restaurant zu widmen.
Als sie die Türe öffneten sahen sie in einen leeren Raum, es war nichts zu sehen, natürlich hofften sie auf Nahrung oder zumindest etwas anderes das sie hätten gebrauchen können doch da war nichts. Bea lief hinter die Theke, in die Küche und den Abstellraum aber wohin sie auch schaute es gab nichts. Ernüchterung machte sich breit und gerade als sie wieder zur Türe gehen wollten kamen Bert und Claudia lachend an, sie bedankten sich für das Essen und hofften auf gute Nachrichten doch alleine der Gesichtsausdruck von Bea und Paul sprach Bände und im Bruchteil einer Sekunde verging auch ihnen das lachen.
Nichts, absolut nichts sagte Paul.
Mist kam es aus Claudia heraus.
Alles umsonst, die anderen auf der Insel werden noch enttäuschter sein als wir sagte Bea.
Alle nickten zustimmend.
Alles durchsucht wollte Bert wissen.
Paul wurde laut, natürlich was denkst du denn.

Bert wollte und konnte es nicht glauben, irgendwas muss doch zu finden sein und so inspizierte er erneut das Restaurant. Die anderen warteten draußen und machten sich schon Gedanken darüber wie viel sie von dem Obst mitnehmen können ohne das es auffällt.
Claudia sagte das alles mitgenommen wird, sie wissen nichts von uns und Paul machte den Vorschlag Schleifspuren vom Clubhaus zur Straße zu machen um so eine falsche Fährte zu legen.
Wie wollen wir denn das ganze Obst überhaupt transportieren wollte Bea wissen die sehr nachdenklich wirkte.
Sie bekam außer einem Schulterzucken keine Antwort.
Wo bleibt Bert, fragte Claudia.
Alle standen auf und schrien gemeinsam mehrmals nach Bert doch sie bekamen keine Antwort also gingen sie ins Restaurant um nach ihm zu suchen.
Sie standen mitten in dem leeren Raum und dann hörten sie plötzlich jemanden schwach singen, dann pfeifen und dann wieder singen.
Bert, Bert wo bist du schrien alle laut.
Das singen verstummte, es dauerte etwas und dann vernehmen sie „sucht mich doch“.
Bea sah die offene Türe zuerst, hierher, hier muss er sein, oder besser gesagt da unten.
Eine steile Treppe führte nach unten, sie konnten aber gut sehen, von zwei Seiten wurde ihnen der Weg erhellt. Unten angekommen konnte die drei nicht glauben was sie dort sahen und ließen sich auf die letzten Stufen der Treppe fallen. Bis unter die Decke sahen sie Kartons aufgestapelt, nur drei enge Spaliere waren so angelegt das man von einem Ende zum anderen gehen konnte.
Wo bist du Bert, zeig dich endlich schrie Bea etwas genervt.
Ich bin hier hörten sie in gerade noch verständlicher Sprache.
Jeder nahm einen der Wege und zeitgleich kamen sie bei Bert an der mit vollem Mund auf dem Boden saß und sich über eine geöffnete Dose Eintopf hermachte.
Bert hatte eine Karton geöffnet der voll mit Dosen war, als Claudia, Bea und Paul das sahen nahmen sie sich ebenfalls jeder eine Dose, öffneten sie sogleich und waren im siebten Himmel.

Ihre Gruppe auf der Krautinsel besteht noch aus 18 Erwachsenen und fünf Kindern, sie waren anfangs mehr doch mit den Jahren starben einige, drei haben Selbstmord begannen, für sie war die Isolation, die Angst und Ungewissheit zu viel.
Katharina und ihr Mann Kevin suchten damals als es begann Menschen die ihnen helfen konnten bei ihrem Vorhaben auf die Krautinsel zu ziehen und so dem Wahnsinn des Krieges zu entkommen.
Es war nicht leicht Menschen zu finden die dafür geeignet waren, außerdem durften sie nur dann jemandem von ihrem Traum erzählen wenn sie sich sicher waren das derjenige auch mitkommt.
Viele sagten ihnen das dies nur ein kurzer Krieg sein wird, andere gingen davon aus das unsere Politiker schon für sie sorgen würden und alles wieder ins rechte Lot bringen würden und der letzte Teil griff selbst zur Waffe.
Dem war aber leider nicht so, die Zeit zeigte Katharina und Kevin das sie eigentlich alles richtig machten und alle anderen alles falsch machten. Niemand kam um zu helfen, keiner brachte Lebensmittel und die Geschichten die sie bei ihren wenigen Landgängen in der Anfangszeit des Krieges erfuhren ließen sie erschauern.
Da im Umkreis des Sees niemand mehr lebte konnten sich sich zumindest die ersten zwei, drei Jahre gut über Wasser halten. Als diese Quelle aber versiegte da sie ja immer nur nahmen und nichts neues mehr nachkam wurde es auch für sie auf der Insel lebensbedrohlich. Sie fingen dann an Mais, Weizen und Kartoffeln anzubauen, die See wurde als Fisch- und Wasserlieferant benutzt.
Dies klappte wieder ein paar Jahre recht gut, was in ihrem Umkreis passierte und erst recht in der Welt war für sie unwichtig, ihre Gemeinschaft lebte zufrieden und glücklich und sie sagten sich das wenn dieser Krieg endlich einmal vorbei ist wird schon mal jemand kommen und es ihnen sagen.
Doch es kam niemand, wie lange sie jetzt schon darauf warten ist ihnen nicht mehr bewusst.
Als dann doch einige von ihnen wissen wollten wie es um den Krieg steht und an Land gingen fanden sie die Leichen bei einer Rettungsfahrt.
Die drei Männer wurden so misshandelt und schließlich getötet das sie damals den Entschluss fassten nie wieder an Land zu gehen solange es noch Krieg gibt. Oft fragen sich alle wieso niemand zu ihnen auf die Insel kam, vielleicht hatten sie aber auch einfach nur Glück und das wollen sie nicht noch einmal heraus fordern.

Katharina machte sich große Sorgen um Bea, Paul, Claudia und Bert, alle hier auf der Insel sind Katharinas Kinder, sie sorgt sich um jeden. Es sind jetzt schon zwei Tage vergangen und immer mehr hat sie Angst das etwas schlimmes passiert sein könnte. Als Katharina hörte das Bea auch nach Prien wollte erstarrte sie, Prien ist ein böser Ort, doch Bea antwortete darauf das Orte nicht böse sein können, nur Menschen sind böse. Sie hat aber aus zwei Gründen eine Suche abgelehnt, niemand auf der Insel wäre in der Lage gewesen etwas gegen bewaffnete auszurichten und außerdem haben sie kein Boot mehr zur Verfügung. So bleibt ihnen nichts anderes übrig als zu warten das doch noch alles gut wird und sie Gesund und mit vielen Lebensmitteln zurück kommen.
Benutzeravatar
Mankei
 

Beitragvon norge » 05.09.2016, 06:57

Hallo,

wieder sehr gut geschrieben von euch, klasse.

Style 1977, schreibst Du auch noch weiter?

Bin schon sehr gespannt wie es weiter geht bei euch.

Gruss norge
norge
 

Beitragvon style1977 » 05.09.2016, 10:53

Moin,

bin aus dem Urlaub zurück. Morgen gehts weiter.
style1977
 

Beitragvon Kavure´i » 10.09.2016, 05:20

"Verdammt! Was ist denn heute los?" schimpfte Jürgen. "Los! Mir nach!"
Er rannte los und wir folgten ihm. Nach wenigen Metern rannte er einige Stufen hoch und versuchte er die Tür eines Gebäudes zu öffnen. Das Glück war uns hold und sie öffnete sich.
"Bewegt euch! Los, kommt!"
Wir beeilten uns, ins Innere zu kommen und Ahlborn, der sich als Letzter durch den Spalt zwängte, drückte die Tür wieder zu.
Wir verteilten uns, um aus den großen Fenstern hinausschauen zu können. Die waren zwar total verdreckt, aber immerhin noch ganz.

Auf der Straße fuhren LKWs vor.
Plötzlich hielt die Kolonne an. Die Türen öffneten sich und die Fahrer und Beifahrer stiegen aus.
Die Beifahrer gingen nach hinten und öffneten die Planen und Klappen.
Menschen kletterten herunter und gingen, von den Beifahrern angetrieben, auf die Treppe zu.
"Mist! Die kommen genau hierher." flüsterte Hannes.
"Schnell nach oben!" ordnete Jürgen an und wir eilten eine Treppe hinauf. Auch dort gab es große Fenster und wir sahen wieder auf die Straße hinaus.
Angst entdeckt zu werden hatten wir nicht. Von draußen konnte uns keiner sehen. Trotzdem bewegten wir uns so wenig als möglich.
Bei dem Lastwagen, der uns direkt gegenüber stand, lehnte sich der Fahrer an den Kotflügel und zündete sich eine Zigarette an. Im Licht des Streichholzes konnten wir sehen, dass es sich nicht um einen Araber handelte, denn der Mann hatte halblange blonde Haare und war glattrasiert.
Bald gesellten sich noch vier weitere Männer zu ihm, leisteten ihm schweigend und rauchend Gesellschaft.
Unterdessen wurde unten die Eingangstür geöffnet, Schritte wurden laut und verklangen wieder.
Ich überlegte, warum sie hier angehalten hatten, wohin die Leute gegangen waren, worauf die Fahrer warteten.
Ich war hundemüde, setzte mich auf den Boden, lehnte mich an die Wand.
"Verdammt. Wo sind die hin und wo bleiben die so lange?" Max sprach aus, was wir alle dachten.
Es dauerte sehr lange, bis wir erneut Schritte hörten. Wir erstarrten und verhielten uns still. Aber keiner der Schritte näherte sich der Treppe nach oben.
Menschen keuchten unter schweren Lasten.
Die Tür wurde geschlossen.
Schnell traten wir wieder an die Fenster. Bei dem, an dem ich stand, fehlte ein Stück der Scheibe, so dass man hören konnte, was draußen gesprochen wurde.
Die von den Lastern Abgestiegenen kamen zurück, bewacht von den Beifahrern. Immer zwei von ihnen schleppten eine Kiste die sie kaum tragen konnten.
Es brauchte sechs Mann, sie auf die Ladefläche des LKWs zu hieven.
Nach der fünften Kiste konnten die Träger nicht mehr. Einer brach zusammen, zwei weitere konnten sich nur noch auf den Beinen halten, weil sie sich an der Bordkante festhielten.
"Stand up you bloody fucking moron!" brüllte einer der Wächter und trat dem Mann am Boden in die Seite. Der stöhnte und versuchte sich aufzurichten, schaffte es aber nur mit Hilfe seiner Kameraden. Dann stand er mit hängendem Kopf und keuchend da.
"Hurry up! Three more and you may sleep."
Die Männer schlurften zu den restlichen Kisten, schleppten eine davon bis zur Ladekante und versuchten sie hochzuheben. Beim ersten Versuch schafften sie es bis auf halbe Höhe, dann mussten sie sie wieder absetzen.
Auch beim nächsten Versuch schafften sie es nicht.
"God dammned wimps." tobte der Wächter und schlug sie mit dem Kolben seiner Waffe.
"Whats goin´ on?" Ein Mann trat heran.
"There are only three boxes left and they don´t want to do it."
"Was ist los mit euch?" fragte er die Männer auf Deutsch mit starkem amerikanischem Akzent.
"Wir schaffen es nicht, die Kisten sind zu schwer." antwortete einer der Männer.
Der Neuangekommene musterte die Arbeiter, dann gab er den Befehl die Kisten zu öffnen und den Inhalt aufzuladen um ihn dann auf der Ladefläche wieder in die Kisten zu packen.
Vor unseren erstaunten Augen wurden Goldbarren aus den Kisten geholt und aufgeladen.
Auf diese Art ging es und bald durften die erschöpften Männer auf den LKW klettern wo sie kraftlos zusammenbrachen.
Die Wächter schlossen die Klappe und die Plane, die sie fest verzurrten.
Wir hörten, wie auch bei den anderen Fahrzeugen die Ladeflächen verschlossen wurden und hofften, sie würden bald weiterfahren.
Mein Magen knurrte inzwischen so laut, dass ich befürchtete, die Amis würden es hören. Mein Kehle war völlig ausgetrocknet und mir war schlecht vor Hunger.
Endlich wurden die Motoren angelassen und die Fahrzeuge setzten sich in Bewegung.
Wir blieben vorsichtshalber noch eine Weile im oberen Stockwerk, um sicher zu gehen, dann stiegen wir die Treppe hinunter und wollten das Gebäude wieder verlassen.
Zu unserem Erstaunen war die Tür jetzt verschlossen.
"Das ist ja seltsam." wunderte ich mich. "Warum verschließen sie eine Tür, die vorher offen war?"
"Vielleicht waren es gar nicht die Amis, die abgeschlossen haben." meinte Marc.
"Wie meinst du das?" wollte Ahlborn wissen.
"Womöglich wurden sie erwartet und man hat ihnen aufgeschlossen. Und danach hat man wieder abgesperrt."
"Dann müssten der- oder diejenigen noch hier sein." sagte Jutta. "Lasst uns einen anderen Ausgang suchen."
Sie wollte gerade in eine Richtung losgehen, als wir Stimmen hörten.
So leise wir konnten, huschten wir die Treppe wieder nach oben.
Oben angekommen legten wir uns auf den Bauch und spähten vorsichtig über den Rand nach unten.
Zuerst sah ich den Schein zweier Taschenlampen, die hin und her geschwenkt wurden.
Dann kamen die Schritte näher und verklangen am Fuß der Treppe. Der Strahl einer Lampe stach nach oben ins Dunkel, erreichte uns aber nicht.
"Du fängst so langsam an, Gespenster zu sehen und zu hören." sagte eine männliche Stimme.
"Ich könnte schwören, dass ich Schritte und Stimmen gehört habe." antwortete eine zweite Stimme.
"Wer soll denn mitten in der Nacht hier drin rumlaufen? Und vor allem, wie sollten die reingekommen sein?"
"Lass uns ein wenig nachschauen, nur zur Beruhigung." bat der "Geisterseher"
"Kannst du gerne machen, wenn es dir Spaß macht im Dunkeln rum zu stolpern. Ich finde es hier schon tagsüber gruselig genug. Im Finstern muss ich das nicht haben."
"Wenn aber doch jemand hier ist? Der Oberst schmeißt uns achtkantig auf die Straße, sollte sich rausstellen, dass sich während unserer Wache jemand eingeschlichen hat."
"Du bist vielleicht ein Schiesser. Ist in alle den Jahren auch nur einmal einer reingekommen?"
"Und wenn es diese Typen sind, die im Hauptbahnhof mit den Kannibalen tabula rasa gemacht haben? Hast du gesehen, wie kaltblütig die denen die Kehlen durchgeschnitten haben?"
"Junge, dann wären wir jetzt schon tot. Also mach dir nicht in die Hose. Ich geh jetzt jedenfalls zurück ins Kabuff und mach es mir mit einem Bier gemütlich. Du kannst dich ja inzwischen nach deinen Geistern umschauen."
Die Schritte des Mannes entfernten sich.
Der andere blieb noch stehen, schien unschlüssig zu sein, was er tun sollte.
"Warte, ich komme mit." Er eilte seinem Kumpel hinterher.
"Du hattest recht. Da sind tatsächlich welche." sagte Claudia zu Marc.
"Was machen wir jetzt? Suchen wir einen anderen Ausgang oder gehen wir ihnen nach?" wollte ich wissen.
"Ich denke, wir schauen, dass wir nach Hause kommen. Und mit Verstärkung zurückkommen. Wer weiß, wie viele sich hier im Gebäude aufhalten."
Wir stimmten Jürgen zu.
Nach einigem Suchen entdeckten wir eine weitere Tür. Auch sie war verschlossen, aber Max bekam sie schnell auf. Darin hatte er Übung und das passende Werkzeug dafür stets dabei.
Wir traten auf die Straße hinaus und schlossen die Tür hinter uns.

Inzwischen wurde der Himmel immer heller und man konnte erahnen, dass bald die Sonne aufgehen würde.
"Wo sind wir?" fragte Max.
"Wir kommen gerade aus dem Naturkundemuseum." erklärte Jutta. "Was für ein geniales Versteck, wofür auch immer. Niemand würde dort nach Nahrung oder anderen nützlichen Dingen suchen."
"Lasst uns weitergehen. Ich bin todmüde und sterbe vor Hunger. Ich will endlich nach Hause." Claudia gähnte und rieb sich die Augen.
"Hoffentlich war´s das jetzt. Hier geht es ja zu wie im Taubenschlag. Ich habe seit Jahren nicht so viele Fremde hier gesehen wie die letzten Stunden." Jürgen ging bis zur Gebäudeecke und spähte vorsichtig nach beiden Seiten.
"Kommt! Die Luft ist rein."
Wir setzten den Weg fort, den wir vor Stunden zwangsweise hatten unterbrechen müssen.
Unterwegs unterhielten wir uns über die Wächter und die Amis.
Was die im Museum bewachten, woher das Gold kam und wieso sie es den Amis gaben.
Beinahe jeder von uns hatte seine eigene Theorie, aber wir waren uns darüber einig, dass alle richtig oder alle falsch sein konnten, oder dass keine einzige zutreffend war.
Jürgen, der als geborener Berliner das Naturkundemuseum viele Male besucht hatte, kannte auch nur die Ausstellungsräume. Im Keller war er nie gewesen.
Aber genau dort mussten sich die Wächter aufhalten.
Nur - was bewachten sie?
Wie und wovon lebten sie?
Wer war dieser Oberst?
Was bekamen sie für das Gold?
Wie viele waren es?
Warum gaben sie den Amis Gold?
Woher stammte dieses?

Plötzlich schoss mir ein Gedanke durch den Kopf.
"Woher wissen sie von den Kannibalen, die wir getötet haben?" dachte ich laut nach.
"Was?" fragte Jutta.
"Woher haben sie Kenntnis von den Vorgängen im Hauptbahnhof?" hakte ich nach.
"Die gehören dazu." sagte Ahlborn. "Die haben entweder Kontakt zur Unterirdischen Stadt oder sie gehören direkt dazu."
"Das denke ich auch." gab ich ihm recht.
"Ein Grund mehr, uns später gründlich im Keller umzuschauen." sagte Jürgen.
"Ja, später." stimmte ich zu. "Aber zu allererst möchte ich endlich etwas zu essen und zu trinken."
"Sobald wir zuhause sind. Mir ist auch schon ganz schlecht vor Hunger." Claudia zog eine Grimasse.
"Dann legen wir mal einen Zahn zu." ordnete Jürgen an und schlug ein schnelleres Tempo an.
Wir waren allerdings kaum ein paar hundert Meter weit gekommen, als Max uns aufforderte ruhig stehen zu bleiben.
"Was ist los?" fragte Hannes.
"Hört doch!"
"Das glaub ich einfach nicht. Verdammt nochmal! Was ist denn heute nur los?" fluchte Jürgen.
Aus der Richtung, in die wir gingen, war schon wieder Motorengeräusch zu hören.
Auch dieses Mal hatten wir Glück und die erste Tür, die wir probierten, ging auf.
Wenige Minuten später tauchten die ersten Fahrzeuge, vier schwere Motorräder, auf.
Auf den Rücksitzen saßen Bewaffnete, die nach allen Seiten sicherten.
Ihnen folgten Fahrzeuge aller Art. Vom Kleinwagen, über SUV, Transporter, Laster und Wohnmobil war alles vertreten.
Hatten die Amerikaner einen ordentlichen und militärischen Eindruck gemacht, so war diese Truppe ein zusammengewürfelter Haufen.
Eine einheitliche Uniform gab es nicht. Jeder trug was er wollte oder hatte. Manche sahen sauber und ordentlich aus, andere schmutzig und verwahrlost.
Das einzige Gemeinsame war, dass sie bis an die Zähne bewaffnet waren.
Arabs waren es allerdings nicht, denn zu meinem nicht geringen Erstaunen waren viele der Bewaffneten Frauen und selbst die älteren Kinder trugen schon Kurzwaffen oder Gewehre.
"Nomaden." flüsterte Jutta.
Ich sah sie fragend an.
Nicht alle Nichtmoslems waren unbewaffnet und wehrlos gewesen.
Sie waren vorbereitet gewesen, hatten sich unauffällig verhalten, sich versteckt und von ihren Vorräten gelebt, wenn notwendig, sich gewehrt und die Invasoren bekämpft und getötet.
Und da waren dann noch die Griechen, Italiener, Spanier, Portugiesen, Russen, Polen, usw., die genauso wie die Deutschen nicht verschont wurden, wenn sie den Moslems in die Hände fielen.
Auch die Kriminellen, ob Deutsche oder Ausländer, waren gut bewaffnet und wussten sich ihrer Haut zu wehren.
Die Arabs verschwanden nach und nach, da sie kaum noch jemanden zum Abschlachten fanden.
Und immer mehr der Vorbereiteten machten sich in ihren Fluchtfahrzeugen auf, um in abgelegenen Gegenden Zuflucht zu suchen.
Einige, wie Mikhail und seine Freunde, versuchten sich in Selbstversorgung. Andere, wie die Neckartaler und die Menschen in Roth, schlossen sich in größeren Gemeinschaften zusammen.
Die Nomaden waren diejenigen, denen weder der eine noch der andere Lebensstil zusagte.
Es waren teilweise recht große Gruppen, die sich zusammengefunden hatten.
Sie lebten vom dem, was sie finden oder rauben konnten.
Wehrhafte Gemeinschaften ließen sie in Ruhe, handelten sogar mit ihnen.
Trafen sie auf Amis oder Arabs, lieferten sie ihnen erbitterte Kämpfe, die meist zu ihren Gunsten ausgingen.
"Ich habe noch nie von Nomaden gehört." sagte ich zu Jutta.
"Die scheint es auch eher im Osten zu geben." meinte sie. "Wir unterhalten mit drei verschiedenen Gruppen gute Beziehungen, aber die hier kenne ich nicht."
Es war eine ziemlich große Gruppe, deren Fahrzeuge sich durch die Straße wälzten.
Da es in den Häusern wohl schon seit Jahren nichts mehr zu holen gab, machte keiner von ihnen Anstalten, einzudringen um sie zu durchsuchen.
Wir hofften, dass sie bald vorbeigezogen waren und wir weitergehen konnten.
Aber es schien nicht unser Glückstag zu sein.
Plötzlich hielt die Kolonne an und es wurden Tische und Stühle abgeladen, Feuerschalen aufgestellt und Essen gekocht.
Der Duft von gekochtem Fleisch und Gemüse zog durch die Straße und drang durch die zerbrochenen Fensterscheiben auch in unser Versteck.
Mein Magen knurrte wieder laut, mir lief das Wasser im Mund zusammen und mir wurde schwindlig vor Hunger und Durst.
Alle setzten sich gemütlich zum Essen hin und auch anschließend hatten sie es mit dem Weiterziehen nicht eilig.
Die Erwachsenen unterhielten sich, die Kinder rannten herum und spielten Arab und Nomade.
Endlich kam wieder Bewegung in den Trupp. Das Geschirr, Tische, Stühle und Feuerschalen wurden aufgeladen, die Kinder wurden zusammengerufen und in die Fahrzeuge verfrachtet, einer hupte laut und anhaltend, der Konvoi setzte sich langsam in Bewegung.
Wir atmeten auf.
Aber es dauerte noch geraume Zeit bis das letzte Fahrzeug vorbeigefahren war.
Zur Vorsicht warteten wir noch eine Weile, dann machten wir uns wieder auf den Weg.
Wachsam, da wir nicht wussten, ob noch mehr Nomaden oder Amis unterwegs waren, hielten wir ständig Ausschau nach einem Versteck in dem wir notfalls verschwinden konnten.
Die Häuser warfen bereits lange Schatten und auf der Straße wurde es schon wieder dämmrig.
Ohne weitere Zwischenfälle näherten wir uns dem Bahnhof Unter den Linden.

Inzwischen war es dunkel geworden.
Wir bewegten uns so leise und unauffällig als möglich, eher aus Gewohnheit denn dass wir Gefahr erwarteten.
Kurz bevor wir den Einstieg erreichten, bedeutete uns Jürgen, dass wir anhalten sollten.
"Da stimmt was nicht." meinte er.
Aufmerksam schauten wir hin.
Wie gewohnt standen zwei Personen Wache. Aus dem Schacht kam ein schwacher Lichtschein, von unten hörte man Stimmengemurmel.
"Alles wie immer, lasst uns zum Abendessen gehen." Der Fahrer wollte weitergehen.
Max hielt ihn fest. "Beim Helikopter ist keiner. Sonja und Oleg würden ihn nie unbewacht lassen."
Jutta ließ das sanfte huhu einer Turteltaube hören.
Dann ein zweites Mal.
Und ein drittes Mal.
"Verschwinden wir von hier." flüsterte Jürgen. Die Wachen gehören nicht zu uns. Sie hätten antworten müssen."
Vorsichtig entfernten wir uns.
"Wohin?"
"Nachschauen, ob es die Oberirdischen auch erwischt hat."
Er führte uns zu einem der Eingänge zum ehemaligen Hotel.
Auch hier ließ Jutta den Turteltaubenruf hören.
Und bekam Antwort.
Ein Mann öffnete die Tür einen Spalt weit und fragte: "Abendland?"
Jürgen antwortete: "Silbermond."
"Kommt rein."
Wir schlüpften durch die Tür und sahen uns einer Gruppe Oberirdischer mit Waffen im Anschlag gegenüber.
Einer leuchtete uns ins Gesicht.
"Jürgen! Jutta! Ihr seid entkommen?"
"Ja, die Amis haben uns nicht erwischt."
Der Sprecher sah ihn irritiert an. "Amis? Welche Amis? Die sprachen doch Deutsch."
"Wer?"
"Na die, die euren Bahnhof überfallen und alle gefangengenommen haben."
Unsere Freunde waren wie vom Donner gerührt.
Dann redeten sie alle auf einmal los.
"Seid ihr die Einzigen, die noch frei sind?"
"Soweit wir wissen ja."
"Dann müssen wir hier nicht mehr Wache stehen, kommt mit in den Bunker. Dort erzählen wir euch alles."
"Was für ein Bunker?"
"Später, verschwinden wir von hier, nicht dass sie noch einmal nachsehen kommen."
Wir folgten den Oberirdischen in den Keller der ehemaligen russischen Botschaft.
Der Sprecher blieb vor einer kahlen Wand stehen und legte seine Hand auf einen Backstein.
"Was ist los?" fragte Jutta.
Da drehte sich ein Stück der Mauer und gab den Eingang zu einem Vorraum frei. Dort standen wir vor einer massiven Stahltür.
Durch erneuten Druck auf einen Stein schloss sich die Wand wieder und einer der Oberirdischen drückte auf einen Klingelknopf.
Eine Sprechanlage knackte, eine Stimme fragte: "Parole?". Eine der Frauen antwortete: "Kartoffelgulasch."
Langsam öffnete sich die Stahltür und wir betraten einen schmalen Gang der nach einigen Metern an einer weiteren Tür endete. Der Eingang schloss sich und die zweite Tür wurde geöffnet.
"Kommt rein." empfing uns Ingetraut.
Wir betraten einen großen Raum mit Tischen und Stühlen. Dort saßen einige der Oberirdischen und sahen uns entgegen.
Staunend sahen wir uns um.
Es schien eine Kantine zu sein, denn es hing Essensgeruch in der Luft.
"Setzt euch." wurden wir aufgefordert. "Erzählt, wie seid ihr entkommen? Warum habt ihr so lange zu uns gebraucht? Wer sind diese Leute? Was wollen die von uns?"
"Können wir vorher etwas Wasser und Essen bekommen? Wir haben seit gestern Morgen nichts gegessen."
Meine Frage scheuchte die Anwesenden auf.
"Natürlich, einen Augenblick, entschuldigt bitte."
Frisches Wasser kam sofort. Obwohl ich großen Durst hatte, trank ich nur in kleinen Schlückchen. Trotzdem rebellierte mein Magen und ich hatte Mühe, die Flüssigkeit unten zu behalten.
Es dauerte wirklich nur wenige Minuten bis ein großer Becher dampfenden Tees und ein Teller Suppe mit Brot vor mir stand.
Nachdem der schlimmste Hunger gestillt war, erzählten wir, was wir die letzten beiden Tage und Nächte erlebt hatten.
Dann berichteten die Oberirdischen.
Kurz nachdem unsere Freunde wieder im Bahnhof angekommen waren, tauchten plötzlich Bewaffnete auf. Sie hatten die Wachen an der Treppe und beim Helikopter unschädlich gemacht und hatten die Anderen völlig überrascht.
Einer der Oberirdischen erzählte: "Ich war zu der Zeit gerade im Wartungstunnel und suchte nach einem Werkzeug. Gerade als ich die Tür zum Bahnhof öffnen wollte, hörte ich fremde Stimmen. Ich öffnete die Tür einen Spalt und sah, wie unsere Freunde von Fremden mit der Waffe in Schach gehalten wurden. Alle wurden nach und nach gefesselt. Der Anführer fragte nach Peter. Als keiner was sagen wollte, hielt er einem Kind die Pistole an den Kopf. Kurz darauf brachten sie ihn und begannen, ihm Fragen zu stellen. Als er sagte, da gäbe es eine Gruppe, die im Westin Grand Hotel und in der Russischen Botschaft lebe, bin ich durch den Tunnel gerannt um meine Leute zu warnen."
Schnell hatten sie alles zusammengerafft, was sie in der Schnelle zu fassen bekamen, und hatten sich in den Bunker zurückgezogen.
Zwei von ihnen waren als Beobachter draußen geblieben. Da sie sich bestens auskannten, waren sie nicht entdeckt worden, konnten aber alles beobachten und hören.
Angeführt von Peter war nicht lange danach ein Trupp Schwerbewaffneter in die Botschaft eingedrungen. Routiniert hatten sie das Gebäude vom Dachboden bis zum Keller durchsucht um anschließend ins Hotel zu wechseln um dort genauso vorzugehen.
Dass Peter sie nicht angelogen hatte konnten sie an den zurückgelassenen Dingen sehen, aber der konnte sich nicht erklären, wohin sie verschwunden waren.
"Die müssen Wind von uns bekommen haben und sind abgehauen." hatte einer der Fremden gemeint.
"Schade, das sind versierte Gärtner, die hätten wir gut gebrauchen können." meinte ein anderer.
"Vor allem die vielen Kinder." sagte Peter.
"Wir sollten eine Wache aufstellen, vielleicht kommen sie ja zurück."
"Die sind schon längst über alle Berge, die sehen wir nie wieder. Ingetraut ist viel zu klug. Sie wird es nie zulassen." erklärte Peter.
"Egal, wir werden andere finden. Jetzt warten wir erst einmal darauf, dass die zurückkommen, die noch unterwegs sind. Der Oberst will vor allem diese Fremden haben, die die Kannibalen erledigt haben."
Danach waren sie abgezogen.
"Warum habt ihr uns nie von diesem Bunker erzählt?" fragte Jürgen.
"Weil wir bis gestern auch nichts von ihm wussten." sagte Ingetraut.
"Wie seid ihr auf die Idee gekommen ihn zu suchen?"
"Das sind wir gar nicht. Die kleinen Kannibalen haben ihn gefunden."
"Das musst du uns genauer erklären."
"Das soll euch Erika erzählen."
Erika war eine der Lehrerinnen, die die Kinder unterrichteten.
"Wir hatten es uns mit den Tunnelkindern einfacher vorgestellt. Ihr wisst ja, dass wir dachten, sie sollten an der Oberfläche aufwachsen, frische Luft haben, die Sonne sehen. Damit haben sie aber große Probleme."
Eines der Probleme war, dass ihre Augen nicht an helles Licht gewöhnt waren. So hatten sie sich im Spiel- und Unterrichtszimmer immer die dunkelsten Plätze ausgesucht. Das Tageslicht konnten sie anfangs gar nicht ertragen. Und als man mit ihnen in der Dämmerung nach draußen gegangen war, hatten sie sich ängstlich zusammengedrängt und wollten sich nicht vom Gebäude entfernen. Die Oberirdischen hatten sie ein Stück weit in den Garten geführt, wo sie sich eine Weile aufhalten sollten.
Zu ihren großen Erstaunen mussten sie feststellen, dass die Kinder nicht fähig waren, den kurzen Weg zurück ins Haus zu finden.
Da sie noch nie in ihrem Leben irgendwo gewesen waren, wo es keine Wände und Decken gab, fanden sie sich draußen nicht zurecht.
Aber innerhalb des Gebäudes sah das ganz anders aus.
Man musste ihnen einen Weg nur ein einziges Mal zeigen, egal wie viele Gänge, Abzweigungen und Treppen man mit ihnen ging, sie fanden den Weg zurück mit schlafwandlerischer Sicherheit.
Vor allem im Hotel, wo die Gänge sich ähnelten, fanden es die Oberirdischen verwunderlich, vor allem, da die Kinder ja weder Buchstaben noch Zahlen kannten, sich daran also nicht orientieren konnten.
Erika hatte einen der älteren Buben gefragt.
"Das ist doch ganz einfach." hatte der geantwortet. "Jede Wand, jeder Boden, jede Decke sieht anders aus. So kann man die Gänge leicht unterscheiden."
Dann zeigte er auf einen Riss in der Wand, eine abgeblätterte Stelle an der Decke, einen Flecken auf dem Fußboden. Hier fehlte eine Lampe, dort ein Spreissen an einem Türrahmen.
Er behauptete, die Gänge wären auch nicht alle genau gleich breit oder hoch.
Aus Neugier hatten sie einige der Gänge ausgemessen und Unterschiede bis zu 10 cm gefunden.
"Es ist unglaublich. Aber draußen können sie die Unterschiede nicht sehen. Sie erkennen keine Bäume, keinen Rasen und keine Blumen. Zehn Meter unter freiem Himmel wieder zurückzufinden schaffen sie nicht."
Am Tag zuvor waren sie zusammen mit einigen Kindern der Oberirdischen in den Keller gegangen um zu spielen.
Eins der Mädchen hatte sie auf einen Backstein in der Wand aufmerksam gemacht, der "irgendwie anders" aussah. Sie hatte es so erklärt, dass er ausgesehen hätte, als wäre er oft angefasst worden. Sie selber war zu klein um ihn zu erreichen, aber das älteste Mädchen konnte ihn berühren und nachdem sie etwas kräftiger darauf gedrückt hatte, war die Wand nach innen geschwungen. Die innere Stahltür stand offen.
Schnell hatten die Kinder die Erwachsenen informiert, die kurz darauf staunend einen weitläufigen Bunker besichtigen konnten.
"Wer hätte gedacht, dass wir ihn so schnell brauchen würden." meinte einer der Männer.
"Und das Beste daran ist: Er ist mit so viel Wasser und Nahrung ausgestattet, dass wir locker 5 Jahre hier unten überleben könnten ohne an die Oberfläche zu müssen. Es gibt sogar eine voll eingerichtete Krankenstation mit Medikamenten und allem, sogar Operationen könnten vorgenommen werden, sofern ein Arzt da wäre."

"Genug geredet! Wir müssen unsere Freunde befreien!" Claudia war aufgestanden.
"Zuerst solltet ihr schlafen. Schaut euch nur einmal an." sagte Ingetraut. "In diesem Zustand seid ihr niemandem eine Hilfe."
Wir protestierten, mussten aber einsehen, dass sie recht hatte. Mir waren schon währen der Berichte mehrmals die Augen zugefallen und den Anderen erging es ähnlich.
"Fünf Stunden. Nicht länger." sagte Jutta bestimmt.
Man führte uns in einen Raum mit einigen Stockbetten und kaum lag ich, schlief ich auch schon.

Nur einige Sekunden später weckte mich Marc wieder auf.
"Die fünf Stunden sind um. Wir müssen uns einen Plan ausdenken."
Ich war kaum fähig, die kurze Strecke zum Speisesaal zurückzulegen und während wir aufs Frühstück warteten, schlief ich am Tisch wieder ein.
Meinen Mitstreitern ging es nicht besser, die Oberirdischen, die mit am Tisch saßen, waren wach und ausgeruht.
Drei große Tassen starken Kaffee und ein kräftiges Frühstück später konnte ich zumindest die Augen offen halten.

"Dann mal los! Ich warte auf eure Vorschläge." Jürgen schaute in die Runde.
Benutzeravatar
Kavure´i
 

Beitragvon Mankei » 18.09.2016, 00:23

Sie überlegten fieberhaft was sie mitnehmen konnten und was nicht. Alles hier unten im Keller machte den Eindruck das es penibel erfasst wurde.
Genau das war ihr Problem, selbst wenn sie nur sehr wenig mitnehmen würden, es würde ihren Feinden auffallen. Paul der gerade eine Dose Aprikosen anhimmelte und überlegte ob er sie jetzt oder später öffnen sollte wurde von Bea aus seinen Träumen geholt, wir nehmen alles mit sagte sie ihm energisch, sie werden es eh merken. Auch Claudia und Bert waren damit Einverstanden, selbst wenn sie vorsichtig rechneten reichten diese Nahrungsmittel für weit über ein halbes Jahr und das wichtigste dabei, es half ihnen über den Winter.
Da ihr weiteres Vorgehen nun fest stand mussten sie sich um geeignete Fortbewegungsmittel kümmern damit die Nahrung zum See transportiert werden konnte.
Es war zum aus der Haut fahren, wo sie auch schauten es fand sich nichts was geeignet für ihr Vorhaben war. Nach einer Stunde des Suchens waren sie immer noch nicht weiter gekommen, Bea wurde immer ungeduldiger und schrie die anderen an, dann tragen wir eben alles einzeln zum See, irgendwie werden wir es doch schaffen.
Bert der gerade aus dem Gartenhaus kam hatte eine Entdeckung gemacht, hinter einer Plane kamen drei Schubkarren zum Vorschein, zwei von ihnen hatten einen Platten und der dritte hatte einen kaputten Rahmen. Als die anderen eintrafen änderte sich ihre schlechte Stimmung, na also kam es aus Bea und Claudia heraus. Paul der lachend die Augenbrauen hochstellte machte den Vorschlag aus den drei Karren einen zu machen, er brach von einem Baum einen kleinen Ast ab und zeichnete damit einen Plan in den Sand der schließlich einstimmig angenommen wurde.
Bea und Bert suchten nach Brettern, Claudia suchte nach Seilen und Paul zerlegte soweit es ihm mit dem wenigen Werkzeug möglich war die Schubkarren.
Nach etwa zwei Stunden waren sie fertig, ein übergroßes Vehikel dessen Aussehen nichts mehr mit seinem früheren Zustand gemein hatte. Sie waren stolz auf das was sie fabrizierten und nur zu gerne hätte sie jetzt eine Pause gemacht, doch sie mussten sich beeilen, jederzeit konnten die anderen kommen und sie so um die Früchte ihrer Arbeit bringen.
Claudia und Bert brachten ein um den anderen Karton nach oben während Bea und Paul sie auf dem Lastenkarren verstauten. Viele Minuten später passte kein Karton mehr auf den Wagen, Claudia und Bea kamen zum selben Endergebnis, 144 Kartons hatten sie zu einem riesigen etwas geformt das sie nun schnell zum See karren mussten.

Bert, Paul und Claudia mühten sich sehr den Wagen auf Kurs zu halten, es ging etwas hinab zum Seeanleger, unterdessen machte Bea sich daran sämtliche Spuren zu beseitigen.
Als sie endlich am See ankamen sanken sie erschöpft zusammen und hätte Bea sie nicht lautstark aufgefordert weiter zu machen wären sie sicherlich eingeschlafen.
Lasst uns sofort die Boote holen und alles auf die Insel bringen Bea übernahm immer mehr die Rolle des Anführers und alle hatten sich auch ohne Probleme mit diesem Umstand abgefunden, ihr Plan war die erste Ladung zuerst nach Herrenchiemsee zu bringen und dann die nächsten Ladungen zu holen. Bert und Paul ruderten vollgepackt mit den Booten los während Bea und Claudia schon wieder auf dem Weg zum Golfclub unterwegs waren.

Bert und Paul kamen ohne Vorkommnisse an der großen Insel an, sie schauten nach einem geeigneten Platz wo sie die wertvolle Fracht verstecken konnten. Ihre Wahl fiel auf einen der alten Anlegeplätze die zusätzlich mit einem Dach versehen waren und genügend Platz boten alles dort zu verstauen. Nachdem alles sicher ausgeladen wurde wollte Bert zu gerne einen der Kartons öffnen und etwas essen, doch Paul ermahnte ihn nicht das erste mal das Claudia und Bea sich mit dem schweren Karren nun bergauf quälen mussten und ihre Hilfe sicher benötigt werde.

Der Schweiß tropfte beiden nur so von der Stirn und ihre Shirts waren gänzlich durchnässt aber sie kämpften sich mühsam den steilsten Abschnitt ihres Weges hinauf und gerade als sie die letzte Kurve beendeten sahen sie eine Handvoll Männer die aufgebracht herum liefen. Claudia riss Bea zu sich und gab im fallen dem Karren einen Tritt das sich dieser den Weg nach unten suchte und nach einigen Metern an einem Baum zerschellte. Vorsichtig schauten die beiden über die nur wenig hohe Kante die sie schützte um nicht erkannt zu werden.
Bea fluchte in Gedanken, der ganze Vorrat wird nun sicher verladen und fort gebracht, sie traute sich kein Wort zu sagen merkte aber das Claudia anscheinend ebenso dachte.

Paul und Bert gingen den Weg zum Golfclub hinauf als Bert seinen Augen nicht traute, das ist doch unser Karren der da zerstört liegt fragte er fordernd Paul.
Paul lief los, er machte sich Sorgen um die beiden Frauen, er hoffte das ihnen nichts passiert ist und als er ankam stellte er zum Glück fest das Bea und Claudia nicht darunter begraben waren. Als kurze Zeit später Bert ankam sah er gerade einen kleinen Stein neben Paul einschlagen, beide richteten ihre Augen zur Flugbahn und sahen weiter oben Bea und Claudia zusammen geduckt liegen, sie deuten mit den Armen zum Golfclub und anhand ihrer Haltung und Gestik wussten sie sofort was es bedeutete.

Alle paar Minuten wechselten sie sich in der Beobachtung ab, sie mussten mitansehen wie nach und nach jeder Karton aus dem Haus geholt wurde, zuerst aus dem Golfclubhaus, dann aus dem Restaurant. Bea war traurig, sie hatten etwa ein Drittel des Vorrats entnommen was Nahrung für vielleicht zwei Monate bedeutete, sie redete sich ein das es besser als nichts sei doch tief in ihr drin wollte sie alles.

Als Bert sie ablöste ging Bea zu den anderen, sie schaute Paul an und sagte, ich will die Nahrung!
Erschreckt fuhr Claudia und Paul hoch, das schaffen wir nicht, niemals.
Paul der schon Zeit seines Lebens einer dieser Menschen war der lieber zu viel als zu wenig überlegte und jeder Konfrontation aus dem Wege ging zählte Bea sofort eine Reihe von Fehlschlägen vor, Bea jedoch lachte ihn nur an und schmetterte jeden seinen Einwände ab.
Claudia war anfangs amüsiert und konnte sich nicht vorstellen das Bea es wirklich ernst meinte doch je länger sie zuhörte umso mehr fand sie Gefallen daran.

Beas Plan war so verrückt und einfach das er wirklich klappen könnte.
Alles hörte sich einfach an, sie wollten warten bis der LKW fertig beladen ist, niemand sich in ihm aufhält und fahren den LKW einfach in entgegen gesetzte Richtung ihres Zieles fort.
Bert, Claudia und Bea wollten es versuchen, nur Paul dachte wieder entgegen den Meinungen daran das der Zündschlüssel vielleicht nicht steckt und das Kugeln weiter fliegen als man geläufig denkt.

Claudia und Paul gingen zu den Booten, es wäre ihnen lieber gewesen die Aktion zusammen zu erledigen doch falls Beas Plan klappen sollte müssen sie sich beeilen und die Boote bereit stehen.

Noch immer war nichts von Bea und Bert zu sehen, Claudia und Paul hockten im Gras wie auf Kohlen, die Ungewissheit machte ihnen zu schaffen, was wenn etwas passiert ist und die beiden verwundet auf Hilfe warten. Claudia wollte sich auf den Weg machen, Bea und Bert müssten schon längst da sein aber Paul hielt sie fest, du bleibst hier, was wenn du weg bist und sie dann kommen, dann dürfen wir dich suchen, sei vernünftig, lasse uns noch etwa eine Stunde warten dann machen wir uns gemeinsam auf die Suche, versprochen.
Claudia willigte ein obwohl ihr eine Stunde als viel zu lange vorkam.

Zweimal waren sie schon auf dem Sprung aber jedes mal kam einer dieser Langbartträger um die Ecke und sie mussten ihr Vorhaben abbrechen.
Der nächste Versuch klappt bestimmt, alle guten Dinge sind drei, Bea lächelte Bert an der wie sie etwa noch 30 Meter vom LKW entfernt darauf wartete endlich zu starten.
Soll es nicht sein fragte sich Bert, da steckt doch ein System dahinter, nie ist der Laster länger als etwa zehn Sekunden ohne Aufsicht, als ob sie mit einer Entführung rechneten.
Auch Bea hatte allmählich Zweifel ob es noch was wird.
Wenn wir versuchen sie abzulenken fragte Bert, sonst hocken wir hier in einem Jahr noch und warten. Bea wäre zu gerne auf den Vorschlag eingegangen aber wie sollten sie gegen die Maschinenpistolen ankommen die jeder der Bewacher um die Schulter hängen hatte.

-----------
Ralf war ungeduldig geworden, seit über 8 Tagen hatte er nichts mehr gegessen und nun sah er diesen Verfluchten dabei zu wie sie Karton um Karton in einen Laster packten.
Wenn ich doch nur mehr Munition hätte, er zählte jede Kugel mehrmals, verdammt sagte er immer wieder, verdammt es sind nur noch vier Kugeln.
Wie sollte er mit vier Kugeln fünf sicherlich kampferprobte Männer ausschalten die noch dazu einen weiteren Vorteil auf ihrer Seite hatten, sie waren satt, Ralf merkte immer öfters das seine Konzentration und vor allem seine Reaktionsfähigkeit deutlich unter der Mangelernährung litten.
-----------

Bea stupste Bert an, es wird bald dunkel sein, ein Vorteil für uns.
Gerade als sie mit diesem Satz fertig war kamen vier Männer aus dem Haus und redeten mit dem der den LKW bewachte. Bert konnte kein einziges Wort verstehen, Bea fing an zu lachen, können die nicht Deutsch reden da versteht man ja nichts.
Als es ruhig wurde gingen drei nach rechts und zwei nach links, dann öffneten sie die Türen und stiegen ein, scheiße schrie Bea viel zu laut, das war es dann.

Der Motor startete und die Lichter gingen an, gerade als der Laster langsam zu rollen begann rannte Ralf aus seinem Versteck visierte an und schoss mit unglaublicher Präzision sein Magazin leer.
Er rannte nun auf den Fahrer zu, riss die Türe auf und schaffte es gerade noch den Fahrer mit seiner Pistole rechtzeitig ins Gesicht zu schlagen und ihn damit außer Gefecht zu setzen, sein Messer erledigte den Rest. Ralf überprüfte zur Sicherheit ob alle Tod waren und nachdem er zufrieden feststellte das keiner mehr lebte kannte er nur noch ein Ziel, die Türe des LKW‘s öffnen und essen.

Bea und Bert verfolgten das ganze ungläubig, wo kommt der denn auf einmal her fragte Bert leise.
Bea schüttelte den Kopf, ich weiß es nicht, aber wir müssen zu ihm.

Ralf riss wahllos einen der Kartons auf, nahm eine der in Alufolie eingepackten Ration heraus und
verschlang den Inhalt. Er fühlte sich sofort besser und als Ralf sich umdrehte und sah wie viel Nahrung dort gelagert war fing er laut zu lachen an.

Alles klar bei dir, Bea ging wie es ihre Art war einfach auf Ralf zu und begrüßte ihn.
Gut gemacht, Glückwunsch!
Ralf verschluckte sich derart das ihm Bea mehrmals auf den Rücken klopfte.
Als dann auch noch Bert hinzu kam schaute sich Ralf mehrmals um und fragte ob da noch mehr kommen. Bert wollte gerade darauf antworten als ihm Bea einen Schlag ans Schienbein versetzte.
Nein sagte Bea, es gibt nur uns beide.
Ralf merkte kurz an, wenn ihr das glauben wollt, bitteschön.

Minutenlang passierte nichts, jeder versuchte dem anderen Informationen zu entlocken ohne selbst welche von sich preis zu geben.

Gehen wir nachschauen, es reicht, sie müssten längst da sein.
Claudia stand abrupt auf, endlich wirst du vernünftig Paul.
Sie überprüften ein letztes mal die Boote und machten sich dann auf den Weg zum Golfclub.
Sie konnten nur wenig sehen, mehrmals kamen sie von der Straße ab doch was sie dann kurz vor dem erreichen ihres Ziels aus einiger Entfernung sahen konnten sie nicht glauben.
Bea und Bert unterhielten sich mit einem Mann den sie nicht kannten, von den anderen Männern war nichts zu sehen.
Claudia wollte sofort hin gehen doch Paul hielt sie fest, warte noch, lasse uns das erst mal etwas beobachten. Claudia setzte sich widerwillig, erneut machte sie was Paul ihr sagte.

Wo kommst du her wollte Bert von Ralf wissen der gerade seinem Magen mit einem gewaltigen Rülpser mehr Platz verschaffte. Geboren in Hamburg, gelebt in Düsseldorf und seit Ausbruch des Krieges unterwegs.
Hast du Familie fragte Bea.
Alle Tod kam es nach etwas zögern aus Ralf heraus.
Was willst du jetzt machen wollte Bert wissen.
Essen, redet ihr immer so viel.

Claudia verfolgte die offensichtlich ungezwungene Unterhaltung und stand schließlich einfach auf, hustete zwei mal laut und machte sich auf den Weg zu den anderen.
Paul der noch versuchte sie zu halten gab sein bestreben auf und folgte letztlich Claudia da auch er merkte das keine Gefahr mehr bestand.

Als Ralf erneut Fremde kommen sah sprang er auf, lief nach vorne zum Laster und entriss einem der Toten seine Maschinenpistole.
Bea die ihm folgte schrie Ralf an, bitte nicht, das sind nur unsere Freunde, sie warteten in Prien auf uns und machten sich bestimmt Sorgen um uns.
Ralf beruhigte sich langsam, da kommt nachher nicht noch jemand aus dem Gebüsch der sich dann erneut als einer von euch vorstellt.
Falls jemand kommt kannst du ihn erschießen, wir sind nur zu viert.
Ralf legte die Maschinenpistole beiseite, mürrisch und etwas genervt sagte er sparsam, wer‘s glaubt.

Teilen wir die Lebensmittel, Paul wollte eine Reaktion von Ralf.
Das ist meine, ihr habt nichts dazu beigetragen.
Das stimmt und stimmt auch wieder nicht sagte Claudia.
Bea beobachtete Ralf und als dieser kurz Luft holte fragte sie ihn ob er gerne in einer kleinen Gemeinschaft an einem sicheren Ort leben will die schon seit Jahren besteht.
Ralf zuckte zusammen, einen sicheren Ort, gibt es so was in der heutigen Zeit überhaupt.
Alle vier antworteten gleichzeitig, ja den gibt es.
Ralf war überrascht und neugierig zugleich, mir wurden schon viele Orte als sicher angepriesen, Orte die es heute nicht mehr gibt weil sie einfach zerstört wurden und auch die Menschen die dies glaubten gibt es schon lange nicht mehr.
Aber uns gibt es erwiderte Claudia voller Überzeugung und es wird uns immer geben.
Das glaubst du wirklich fragte Ralf.
Wieder antworteten die vier gleichzeitig, Ja!
Der Preis das ich mitkommen darf ist dann wohl der Laster samt Inhalt.
Richtig geraten kam es aus Bert heraus.
Bea versuchte etwas zu beschwichtigen, nicht unbedingt, wenn wir jetzt aber ins Detail gehen müssen wir sicher sein sein das du mitkommst.
Ralf bat um etwas Bedenkzeit, tief in ihm drin sehnte er sich aber nach einem Ort wo er nicht mehr kämpfen musste.
Bea und Paul machten Ralf den Vorschlag solange er seine Entscheidung überlegen wollte den LKW an einen anderen Ort zu fahren, sie hatten Angst das die fünf Araber irgendwo vermisst werden.
Gute Idee sagte Ralf aber ich fahre.
Und ich bestimme den Weg forderte Bea ein.
Entgegen dem eigentlichen Ziel navigierte Bea Ralf weg vom See.
Sie wusste das der Weg nach ein paar Kilometern zu einer Kreuzung führte der sie wieder nach Prien und damit zu ihren Booten brachte.

Ralf brauchte eigentlich nicht mehr überlegen aber er wollte seine Neugier nicht zu offenkundig machen also wartete er etwas bevor er zu den anderen ging die ihn gespannt anschauten.
Ich komme mit sagte er kurz und drehte sich auch schon wieder um.
Wir leben auf einer Insel im Chiemsee sagte Claudia die sich freute Ralf diese Überraschung mitzuteilen.
Ralf blieb stehen, drehte sich erneut um und meinte lachend, und das funktioniert wirklich.
Seit vielen Jahren konterte Paul.

Ralf kannte den Chiemsee vom Namen her, mehr aber auch nicht, Wasser war nie sein Ding, schon damals als Kind in Hamburg war er nicht gerne „am“ geschweige denn „im“ Wasser.

Als sie mit dem LKW nahe den Booten anhielten begannen sie sofort mit dem verladen der Ware.

Bert und Paul kamen gerade das zweite mal von Herrenchiemsee zurück, alles wurde dort vorgelagert um es dann in Ruhe auf die Krautinsel zu bringen, es fehlten nur noch Bea, Ralf und ein paar Kartons mit Kleidung.

Bea konnte es schon nicht mehr erwarten endlich ihre Freunde wieder zu sehen, Katharina machte sich bestimmt bereits große Sorgen um sie und wird wie bei jedem Neuankömmling ihr Ritual starten.

--------------------------------------------------------------------
Mittwoch 04.05.1966
Auf der gesamten Base ging der automatische Alarm los.
Kommen sie schnell Professor, Firefly wurde abgeriegelt.
Ist das Protokoll schon gestartet worden wollte Professor Harald Klein von seinem Kollegen wissen.
Es fährt gerade hoch.
Meine Frau?
Wir wissen es nicht, es gibt keinen Kontakt nach unten.
Die Amerikaner?
Sind auch schon auf dem Weg, dauert nicht mehr lange bis sie da sind.
Verdammt Mayer, geben sie mir gefälligst genauere Daten.
20 Minuten.
Danke.

Machen sie den Alarm aus, alle wissen mittlerweile das wir Mist gebaut haben, vielleicht schaffen wir es das die Menschen im Ort es nicht mitbekommen.

Ein Chevrolet Impala fuhr die Straße entlang und blieb kurz vor dem Professor stehen, zwei Männer stiegen aus, eine dicke Wolke Rauch begleitete sie dabei und der Professor musste wie fast immer stark Husten.

Problems Sir.
Many Problems antwortete der Professor.
Firefly.
No contact.
Who many peoples.
We are not sure, Nightshift, normaly four peoples.

Mayer kam aufgeregt dazu, Professor wir haben Kontakt nach unten.
Der Professor rannte in das kleine Häuschen, griff sich den Telefonhörer und schrie hinein, wie geht es euch, gibt es verletzte oder Tote.
Rauschen, dann meldete sich eine Stimme am anderen Ende der Leitung, hier ist Doktor Huber wir leben alle, niemand ist verletzt, das Protokoll ist hochgefahren und hat uns geschützt.
Erleichtert nahm Professor die Nachricht auf.
Meine Frau, wie geht es meiner Frau wollte er wissen.
Ihr geht es gut sagte die Stimme am Telefon, sie gab uns mehrmals per Handzeichen Bescheid das sie sich gut fühlt.
Wieso Handzeichen wollte der Professor wissen.
Firefly hat sie und einen weiteren Wissenschaftler von uns getrennt.

Eine Stunde später konnte Professor Klein endlich mit seiner Frau reden.

Geht es dir gut mein Schatz.
Natürlich Harald, wir hatten Glück im Unglück.

Stille in der Leitung, beide suchten nach den richtigen Worten.

Kannst du schon etwas zu den Schäden sagen, unsere Freunde die Amerikaner sind schon ganz ungeduldig.
Firefly hat uns komplett ausgeschlossen und Raum sieben und neun wurden per Protokoll komplett zerstört, Raum sechs und acht wurden kurz danach ebenfalls zerstört, Versiegelung läuft, der Timer zeigt 16:43 Minuten bis völlige Abriegelung.
Was ist mit Asiyrayta.
Ich habe es nicht geschafft, bei dem Versuch das Hyperpertroxialdrin zu trennen geschah der Unfall, alles zersetzte sich in wenigen Sekunden.
Wieder fragte der Professor seine Frau, dir geht es wirklich gut.
Natürlich, es ist alles in Ordnung, alle Messgeräte zeigen grün.

Das war es dann Harald, ich denke die Amis machen ihre Drohung war und beenden das ganze hier.

Ist vielleicht auch besser so, jetzt ist nur wichtig das du gesund zu mir kommst, alles weitere wird die Zeit bringen.

Ich liebe dich Harald, bis gleich.
Ich liebe dich auch Katharina.
-------------------------------------

Bea und Paul lenkten das Boot seitlich zum Ufer, alle kamen zur Begrüßung und freuten sich auf ihre Rückkehr, das zweite Boot jedoch war leer, man konnte nur eine große Plane sehen.
Sofort wurde es ruhig, Angst machte sich breit das darunter Claudia und Bert lagen.
Bea stieg mit einem Satz an Land und zog am Seil des zweiten Bootes, mit einer schnellen Bewegung hatte sie die Plane entfernt und sofort wurde aus der Stille lautes Gelächter, das ganze Boot war gefüllt mit Kartons. Als sich alle wieder beruhigt hatten fragte Gabi wo denn die anderen sind und ob es ihnen gut geht. Alles bestens, sie sind noch auf Herrenchiemsee und warten dort mit noch mehr Nahrung.
Erneut brachte Jubel aus und während Paul zusammen mit Thomas das Boot entlud ging Bea zu Katharina. Beide umarmten sich, alles gut gegangen wollte Katharina wissen.
Es war nicht einfach, die Welt ist immer noch verrückt, es hat sich nichts verändert, leider!
Katharina setzte sich auf einen Holzschemel, so viele Jahre des Mordens und der Zerstörung, wann reicht es ihnen denn endlich.
Es gibt noch eine weitere Neuigkeit stzte Bea fort, wir haben jemanden gefunden, er half uns die Nahrung zu bekommen, ohne ihn hätten wir es nicht geschafft.
Katharina stand auf, ist er Einverstanden mit der Aufnahme.
Bea schaut Katharina tief in die Augen, ich habe es ihm noch nicht gesagt, irgendwie gab es nicht den richtigen Augenblick es ihm zu sagen, aber ich denke er wird es akzeptieren.

Paul kam mit der zweiten Lieferung, Ralf hockte vorne im Boot und wurde von allen bestaunt.
Hilf mir erst noch mit dem ausladen, dann wird dich Katharina sicher sehen wollen.
Ralf hatte zwei Maschinenpistolen umhängen, mehrere Magazine hingen zwischen Hemd und Hose, ein Anblick den so hier niemand kannte.
Katharina ging auf Ralf zu, ohne zu Fragen wollte sie Ralf die Pistolen abnehmen doch Ralf wehrte sich entschieden.
Wenn du hier bleiben willst dann müssen diese Dinger weg ohne wenn und aber.
Ralf schnaufte schwer, und wenn euch jemand angreift, wie verteidigt ihr euch dann, mit Pfeil und Bogen, Ralf lachte.
Uns greift niemand an sagte Katharina mit überzeugender Stimme.
Bea hat dir nicht gesagt wie es hier läuft, wenn du aber bleiben willst musst du drei Gesetze akzeptieren.
Katharina schaute Ralf an, keine Waffen, Vertrauen zu allen hier und eine Impfung.
Eine Impfung, gegen was denn wollte Ralf wissen.
Damit du am Leben bleibst.
Benutzeravatar
Mankei
 

Beitragvon Kavure´i » 24.09.2016, 02:16

"Wir haben uns stundenlang den Kopf zerbrochen und sind zu keinem durchführbaren Ergebnis gekommen." Ingetraut schaute uns niedergeschlagen an.
"Ich hoffe, ihr haltet uns nicht für Feiglinge, weil wir nicht gleich versucht haben, unsere Freunde zu befreien. Glaubt uns, hätten wir eine Chance gesehen, wir hätten sie genutzt."
Jürgen nickte. "Ich weiß."
Zögernd wurden ein paar Vorschläge gemacht, einige davon diskutierten wir ernsthaft, kamen aber jedes Mal zu dem Schluss, dass der Plan scheitern würde.
"Wer von euch war denn in dem Wartungstunnel?" fragte ich.
Ein älterer Mann meldete sich.
"Erzähl uns alles, woran du dich erinnerst." bat ich ihn.
"Ich habe doch gestern schon alles erzählt."
"Das war doch nur eine kurze Zusammenfassung. Fang bitte ganz von vorne an und lass nichts aus."
"Ernst hat mich gestern gebeten, mir die Elektrik für die Lüftung im Wartungstunnel anzuschauen, die immer wieder aussetzte. Ich fand den Fehler in einem Schaltkasten, eins der Kabel war leicht korrodiert und nachdem ich ein neues eingezogen hatte, lief die Lüftung wieder einwandfrei."
Er hatte sich verabschiedet, aber auf halbem Weg bemerkt, dass er seinen Stromprüfer auf dem Schaltkasten liegengelassen hatte. Er war umgekehrt um ihn zu holen.
Wie er schon erzählt hatte, wollte er gerade den Tunnel verlassen, als er laute Kommandorufe hörte. Da er die Stimmen nicht kannte, zog er die Tür wieder zu und schaute durch das kleine Beobachtungsfenster der Tür.
Er sah, wie uniformierte Männer mit der Waffe im Anschlag die Unterirdischen zusammentrieben. Um die Erwachsenen gefügig zu machen, hielten sie einigen Kindern die Waffe an den Kopf. Als ein kleines Kind anfing zu schreien, hatte einer der Bewaffneten ihm brutal ins Gesicht geschlagen. Mit blutigem Gesicht war es schlaff zu Boden gefallen. Adrian konnte nicht erkennen, ob es noch lebte. Nur mit Mühe hatte er einen Aufschrei unterdrücken können.
Alle wurden gefesselt.
Die Befehle gab ein großgewachsener Mann mit kurzgeschorenen Haaren, den seine Leute "Herr Oberst" nannten.
Er war es auch, der die Unterirdischen nach Peter fragte und ein Kind zu erschießen drohte, als er nicht gleich Antwort bekam.
"Der ist eiskalt, ich glaube ganz fest, dass er Gabi umgebracht hätte."
Peter wurde befreit und erstattete ausführlich Bericht.
"Er hat einen Sender und setzte damit einen Notruf ab. Soviel habe ich mitbekommen."
Peter erzählte von den Oberirdischen, aber Adrian gewann den Eindruck, dass der Oberst eher an uns interessiert gewesen war.
Er hatte Oleg, Sonja, Marek, Sascha, Armbruster, Calvin, die Soldaten, Helma, Miriam und unseren Arzt von den Unterirdischen separiert und in einen U-Bahnwagen einsperren lassen.
Zwei der Bewaffneten hatten den Befehl erhalten, nach oben zu gehen und die Wachen zu ersetzen. Alles sollte aussehen wie sonst. Sie sollten uns passieren lassen. An der Treppe wären wir erwartet und entwaffnet worden.
Als der Oberst begann, die Leute auszuwählen, die die Oberirdischen gefangen nehmen sollten, war Adrian durch den Wartungstunnel geflohen um seine Leute zu warnen.

"Wie gut weiß dieser Peter hier und im Bahnhof Bescheid?" fragte ich.
"Hier kennt er sich aus." sagte Ingetraut. "Vom Bunker weiß er glücklicherweise nichts, weil er ja in der Zelle saß."
"Bei uns unten war er selten, und wenn, dann nur im Küchenbereich. Ich glaube nicht, dass er von der Anlage sonst noch etwas kennt. Außer den Toiletten und jetzt auch die Zellen."
"Meinst du, er weiß vom Wartungstunnel?"
"Keine Ahnung. Ich befürchte aber, dass die Eindringlinge sich inzwischen kundig gemacht haben. Jedenfalls habe ich die Türen abgeschlossen und beim hinteren Eingang von außen eine Latte unter die Klinke geklemmt. Vielleicht denken sie, der Gang ist hinter der Tür verschüttet."
Wir waren uns einig, dass wir es nicht riskieren konnten, uns über diesen Gang Zutritt zum Bahnhof zu verschaffen. Wäre ich an des Oberst Stelle, würde ich den Gang auf alle Fälle bewachen lassen.
Es über die U-Bahntunnel zu versuchen schied ebenfalls aus. Die Treppen wurden bewacht, das wussten wir von Adrian.
Wir waren nicht einen Schritt weitergekommen. Ich schaute in ratlose und frustrierte Gesichter.
"Wenn wir nur an die letzten Gaskanister im Hubschrauber herankämen." Alle schauten Max an.
"An den kommen wir nie und nimmer ungesehen heran." sagte Jutta. "Dazu müssten wir die Wachen ausschalten. Um sie lautlos unschädlich zu machen, kommen wir nicht nahe genug an sie heran, und wenn wir sie erschießen, sind die Anderen gewarnt."
"Gibt es hier eine Armbrust?" fragte Hannes.
"Ja, aber ich weiß nicht, ob sie funktioniert. Ich kenne mich damit nicht aus." Eine der Frauen stand auf und ging aus dem Raum.
Es dauerte nicht lange und sie kam mit einem schwarzen Koffer zurück und legte ihn vor Hannes auf den Tisch.
Der öffnete ihn und staunte. " Eine Excalibur Recurve-Armbrust Matrix 380 Realtree. Mit Zielfernrohr. Die war früher mal so richtig teuer. Wo hast du sie her?"
"Sie lag im Spind meines Zimmers hier. Und das hier auch noch." Ein zweiter, kleinerer Kasten war mit Pfeilen, Ersatzsehnen, Zielscheiben und anderem Zubehör gefüllt.
Mit geübten Griffen begann Hannes die Armbrust zusammenzusetzen und die Sehne aufzuspannen.
"Gibt es hier einen längeren Gang, wo ich üben kann?"
"Was hast du vor?" wollte Jürgen wissen.
"Die Wachen erledigen, damit wir an den Mil rankommen." Mit diesen Worten verschwand er mit einem der Männer, der ihm einen geeigneten Gang zeigen wollte.
Uns Anderen blieb wieder nur das Warten.
Inzwischen war es Mittag geworden. Jedenfalls behauptete das die Uhr und mein knurrender Magen.
Durch das Ausgabefenster der Kantine strömte ein verführerischer Duft nach Eintopf in den Speisesaal. Kurz darauf saßen wir vor vollen Tellern und ließen es uns schmecken.

Nach dem Essen ging Hannes noch einmal üben. Er war begeistert. Seit er seine Armbrust verloren hatte, war er nicht mehr zum Üben gekommen. Aber so schnell verlernt man etwas, das man gut kann, nicht.
"Und wie soll es weitergehen, falls, und ich sage ausdrücklich falls, wir die Wachen erledigen können und die anderen es nicht bemerken?"
"Max öffnet die Tür des Helikopters, wir holen die Kanister heraus und werfen sie die Treppe runter."
"So einfach geht das nicht." protestierte Marc. "Der Bahnhof ist zu groß. Wenn wir die Kanister die Treppe hinunterwerfen, wird nur ein Teil der Halle erreicht. So erwischen wir sie nicht alle."
"Wir brauchen eine andere Idee." sagte Claudia.
Wieder wurden mehrere Vorschläge gemacht, die sich aber nicht als durchführbar erwiesen.

Es klingelte, Ingetraut sah auf die Uhr. "Die Wachablösung ist doch erst in einer halben Stunde. Ich geh mal nachsehen."
Plötzlich wurde es laut. Ingetraut rief nach der Krankenschwester. Zwei der Wächter betraten die Kantine und schleppten zwischen sich einen Mann, den sie mehr trugen als stützten.
"Oleg!" rief ich und stürzte zu ihm hin.
"Mach bitte Platz!" Ella, die Krankenschwester ging den Männern zur Krankenstation voraus. Wir wollten natürlich alle mit, aber das ließ sie nicht zu.
"Erst schau ich ihn mir an, dann sehen wir weiter." Mit diesen Worten schloss sie Tür vor unserer Nase.
Wir sahen es ein und begaben uns wieder in die Kantine. Dort wurde unsere Geduld auf eine harte Probe gestellt. Eine Stunde später kam sie und sagte: "Er ist wach, drei von euch können zu ihm, aber nicht zu lange. Er muss ausruhen und schlafen."
"Dazu habe ich keine Zeit." Die Krankenschwester fuhr erschrocken herum. Oleg stand im Türrahmen, stützte sich schwer ab. Bevor wir reagieren konnten, machte er ein paar Schritte in unsere Richtung. Er taumelte, fing sich wieder und brach dann zusammen.
Wir trugen ihn ins Krankenzimmer zurück, legten ihn aufs Bett und Ella untersuchte ihn schnell.
Er lag so bleich und still da, dass wir schon das Schlimmste befürchteten. Ella beruhigte uns, machte uns aber keine Hoffnung, dass er die nächsten Stunden wieder zu sich kommen würde.
"Er hätte nicht aufstehen dürfen. Das war zu viel für ihn."

Oleg war augenscheinlich schwer misshandelt worden. Sein Gesicht wies mehrere Schwellungen und Hämatome auf. Die Finger seiner rechten Hand waren gebrochen, die Schulter ausgekugelt gewesen und brutal und unfachmännisch wieder gerichtet worden, außerdem waren mehrere Rippen angebrochen oder geprellt.
Ob er innere Verletzungen davon getragen hatte, konnte Ella nicht sagen. Um das festzustellen fehlten ihr die Fachkenntnis.

"Diese Dreckskerle haben ihn gefoltert." Hannes kochte vor Wut.
"Wir müssen so schnell als möglich die Anderen befreien. Ich befürchte, sie wurden genauso misshandelt oder sie werden es noch."
"Ich muss Helma da rausholen."
"Denk dran, Miriam haben sie auch. Und Sonja."
"Helma, Miriam und Sonja sind tot."
Wir fuhren herum. Oleg lag mit geschlossenen Augen da. Aus den Augenwinkeln liefen Tränen.
"Diese Bestie von Oberst hat erst Miriam und dann Helma erschossen. Und heute Morgen auch Sonja."
Wir waren wie vom Donner gerührt.
"Warum?" flüsterte ich.
Oleg schien uns nicht wahrzunehmen, monoton redete er weiter.
"Sie haben nach und nach alle Frauen und Kinder erschossen. Sonja war die Letzte."
Jetzt wurde er von einem Weinkrampf geschüttelt.
"Immer wieder haben sie einen von uns Männern geholt und befragt. Wenn ihnen die Antworten nicht gefielen, haben sie auf uns eingeprügelt."
Kurz nach Sonjas Tod hatten sie sich Oleg wieder vorgenommen. Trotz seiner schweren Verletzungen konnte er sich befreien, tötete seine beiden Peiniger und schaffte es mit letzter Kraft zur russischen Botschaft, wo ihn die Wächter entdeckten und zum Bunker brachten.
"Ich bringe diese Dreckskerle um!" Max´ Gesicht war eine weiße Maske.
"Ich bin dabei." sagte ich.
"Ich auch." Marc legte mir den Arm um die Schultern und drückte mich fest an sich.
"Wir brauchen immer noch einen Plan." Hannes war bleich wie der Tod und kam mir unnatürlich gefasst vor.

Eine Stunde später saßen wir immer noch im Krankenzimmer und zerbrachen uns die Köpfe.
"Wir machen es wie besprochen. Hannes erledigt die Wachen, ich öffne den Helikopter und wir holen uns die Gaskanister. Danach sehen wir weiter."
"Ich glaube, ich habe eine Idee." sagte ich.
Alle schauten mich an.
"Wo habt ihr eure U-Bahnen stationiert?"
Jürgen überlegte kurz. "Eine steht immer im Bahnhof, eine weitere im Bahnhof Kochstraße."
"Die nehmen wir. Wir packen die Kanister ein, fahren zum Bahnhof und werfen sie dort aus den Fenstern."
"Die dort stehende Bahn wird uns ein wenig Deckung geben, bis das Gas wirkt." meinte Claudia.
"Die Bahn steht nicht mehr dort." wieder war Oleg kaum zu verstehen.
"Einige von ihnen sind damit weggefahren."
"Umso besser. Dann werfen wir die Kanister im Vorbeifahren raus, stoppen im Tunnel und kehren nach einigen Minuten zurück."
"Abgemacht! Der Plan hat seine Schwächen, aber mir fällt nichts Besseres ein." stimmte Jürgen zu.
Benutzeravatar
Kavure´i
 

Beitragvon style1977 » 30.09.2016, 12:23

@Kavure´i
wann gehts denn weiter. Ich bin schon total gespannt. Vor lauter Ungeduld hab ich mir nochmal die ganze Geschichte von Anfang an durchgelesen. Einfach super und absolut schlüssig. Sowas ist gar nicht so einfach. Ganz großes Lob mal an dieser Stelle von mir. Weiter so.
style1977
 

Beitragvon Kavure´i » 01.10.2016, 03:11

Hola Style

es geht schon bald weiter.
Momentan haben wir einen größeren Auftrag am Laufen, den haben wir hoffentlich nächste Woche fertig und es wird wieder etwas ruhiger.
Es sei denn, es kommt ein Anschlußauftrag. Den würden wir natürlich nicht ablehnen :mrgreen:

Wann kommt eigentlich deine Fortsetzung?

Kavure´i
Benutzeravatar
Kavure´i
 

Beitragvon Kavure´i » 01.10.2016, 05:34

Hola Style

damit du was Neues zu Lesen hast, hab ich mich mal kurz an eine Fortsetzung gemacht :lol:


Endlich brach die Dunkelheit herein und wir konnten uns auf den Weg machen.
Vorsichtig näherten wir uns dem Zugang zur Station.
Am Himmel hing ein fetter rotgoldener Mond, dem noch zwei oder drei Tage zum Vollmond fehlten. In seinem fahlen Licht konnten wir den dunklen Umriss des Hubschraubers deutlich sehen.
Zuerst konnten wir die Wachen nicht sehen, aber plötzlich glomm bei der Maschine ein winziges rotes Licht auf, wurde dunkel, dann wieder heller.
Zumindest einer von ihnen stand beim Mil und rauchte eine Zigarette.
Leise schlichen wir uns an.
Ein leises Klatschen war zu hören und plötzlich flog die Kippe im hohen Bogen weg.
"Bist du wahnsinnig?" zischte eine Stimme. "Wenn dich einer der Offiziere erwischt bist du tot. Wenn die Fremden kommen, dürfen sie uns nicht sehen."
"Die kommen nicht mehr. Jetzt stehen wir uns schon die dritte Nacht die Beine in den Bauch und warten auf Leute, die längst über alle Berge sind."
"Sei dir nicht zu sicher. Der Russe hat Malsach und Immenstader erledigt und ist abgehauen. Bisher konnte ihn der Suchtrupp nicht finden."
"So wie der zugerichtet war, hat der sich in eins der Häuser verkrochen und ist dort krepiert."
"Möglich, aber nicht sicher."
"Warum will der Oberst diese Typen unbedingt haben? Reichen ihm die vielen neuen Frauen und Kinder nicht? Und die Männer sind auch alle gesund und stark und können die Verluste unter den Plebs ausgleichen."
"Was weiß ich? Aber es ist mir auch egal. Ich befolge meine Befehle. Der Oberst wird schon wissen, was er tut."
"Jaja, der Oberst ist Gott und weiß alles."
"Halts Maul wenn dir dein gutes Leben lieb ist. Du könntest dich schnell in den Arbeiterbaracken wiederfinden."
"Ist ja schon gut! Nur eins interessiert mich brennend: Warum dieses Theater mit dem angeblichen Erschießen der Frauen und Kinder?"
"Du weißt doch, wie der Oberst tickt. Es macht ihm einfach Spaß zu sehen, wie verzweifelt die Männer sind. Die werden nie erfahren, dass ihre Leute noch leben. Die sind inzwischen längst in der Stadt angekommen."
"Hoffentlich bekommen wir auch die eine oder andere Tussi ab."
"Sicherlich. Spätestens wenn die Oberen mit ihnen fertig sind."
"Klar doch! Wir machen die Drecksarbeit und die sitzen sicher und bequem in ihren Villen. Als Belohnung kriegen wir dann den Müll."
"Du redest dich um Kopf und Kragen, halt einfach endlich dein blödes Maul!"
Der Unzufriedene brach plötzlich zusammen. Sein Gesprächspartner bückte sich zu ihm hinunter. "He! Was ist los mit dir? Was hast du?"
Er sollte es nicht mehr erfahren, denn auch er sank, von einem Armbrustbolzen getroffen, lautlos zusammen.
"Schnell jetzt!"
Wir nahmen den Toten die Waffen ab und leerten ihre Taschen. Alles Brauchbare steckten wir ein.
Einige Oberirdische trugen die beiden Leichen fort und versteckten sie ein ganzes Stück weiter in einem der leerstehenden Häuser. Das Verschwinden der Beiden würde bei der Wachablösung sicherlich Verwirrung auslösen, aber vor Anbruch des Tages würde sie keiner suchen gehen.
Unterdessen hatte Max die von der Treppe abgewandte Tür des Hubschraubers geöffnet und brachte schon den ersten Kanister.
Schnell hatten wir alle fünf verbliebenen Behälter ausgeladen und den wartenden Oberirdischen übergeben.
Max schloss die Tür und verriegelte sie wieder.

Zwei Stunden später trugen wir die Gaskanister die Treppen zur Station Kochstraße hinunter.
Unterwegs hatten wir den Oberirdischen von dem Gespräch der Wachen erzählt.
Wir taumelten zwischen Hoffen und Bangen.
Hatten sie die Wahrheit gesagt?
"Natürlich! Sie wussten doch nicht, dass wir zuhören."
"Aber wenn …….."
"Nein! Es stimmt! Sie leben! Du hast doch gehört, dass sie sie in die Stadt gebracht haben!"
Der Fahrer, inzwischen wusste ich, dass er Fabian hieß, schloss die Bahn auf und wir luden die Behälter ein.
Wir stiegen ein und einige Minuten später fuhren wir in den Tunnel ein.
Wir hatten einige Fensterscheiben entfernt und die Kanister auf die Sitze gestellt. Je zwei Mann standen bereit, sie beim Durchfahren des Bahnhofs aus dem Fenster zu werfen.
Wir Anderen hielten die entsicherten Waffen bereit.
Für alle Fälle.

Fabian schaltete die Lichter in den Waggons aus.
Das war das Zeichen, uns bereit zu halten.
"Achtung! Kanister Nummer eins bereithalten!" kommandierte Jürgen.
"Und raus damit!"
Die beiden Männer holten Schwung und warfen den Kanister soweit sie konnten in die Bahnhofshalle.
"Nummer zwei°!
"Nummer drei!"
Im Vorbeifahren sah ich, wie einige Männer erschrocken aufsahen. An der Schnelligkeit, wie sie ihren Schrecken überwanden und nach den Waffen griffen, konnte ich erkennen, dass sie gut ausgebildet und gedrillt waren. Schüsse fielen.
Für den vierten und fünften Behälter reichte die Zeit nicht mehr, denn da fuhren wir bereits wieder in den Tunnel ein.
"Verdammter Mist!" Jürgen schlug voller Wut mit der flachen Hand gegen die Wand.
"Die drei reichen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus." sagte ich.
"Die Halle ist groß." erwiderte er.
"Die Dinger sind für den Einsatz im Freien konzipiert, wir selber haben damit Hunderte außer Gefecht gesetzt
Der Fahrer hatte die Bahn bereits zum Stehen gebracht.
"Wie lange müssen wir warten, bis die Wirkung einsetzt?" wollte einer der Oberirdischen wissen.
"Wir können umkehren, das Gas wirkt sehr schnell." erklärte Max. "Und binnen weniger Minuten ist es bereits unschädlich."
Mit ausgeschalteten Lichtern, die Waffen in Bereitschaft, fuhren wir langsam wieder in den Bahnhof ein.
Überall lagen bewusstlose Männer auf den Fliesen.
"Ihr gebt uns Feuerschutz für den Fall, dass Einige von ihnen nichts vom Gas abbekommen haben."
Die vier angesprochenen Oberirdischen nickten, schoben die Läufe ihrer Gewehre aus den Fenstern und sicherten nach allen Seiten.
Fabian öffnete die Türen und wir stiegen aus.
Niemand rührte sich. Sofort begannen vier andere Oberirdische damit, den Fremden die Hände mit Kabelbindern hinter dem Rücken zu fesseln.
Zwei von Jürgens Leuten sammelten die Waffen ein und deponierten sie im letzten Waggon.
Wir anderen rückten vorsichtig ins Innere der Halle vor.
Das Gas schien ganze Arbeit geleistet zu haben.
Als alle in der Halle Liegenden gefesselt waren, nahmen wir uns die Wohnverschläge vor. Auch dort war das Gas ungehindert eingedrungen und wir stießen auf keinen Widerstand.
"Da ist der Oberst!" rief Adrian aufgeregt. "Los, legt ihm Fesseln an bevor er zu sich kommt!"
Der lag in einem der Verschläge auf dem Bett. Neben ihm, mit Handschellen ans Gitter des Kopfendes gefesselt, lag eine übel zugerichtete nackte Frau. Ihr Gesicht war grün und blau geschlagen, ihre Lippen aufgeplatzt und geschwollen. An den Innenseiten ihrer Oberschenkel lief Blut herunter.
"Dieser Hurensohn! Ich bring ihn um!" rief Adrian. "Verdammt noch mal! Das ist Meike!"
Ein Pistolenschuss krachte. Jutta hatte ihm den Arm gerade noch nach oben schlagen können, die Kugel schlug in die Decke ein.
"Bist du wahnsinnig?" herrschte sie den Fahrer an. "Wir brauchen ihn noch!"
Adrian begann zu schluchzen. "Sieh doch nur, was er mit Meike gemacht hat."
"Und dafür wird er büßen, das verspreche ich dir. Später. Wenn wir mit ihm fertig sind."
Inzwischen hatte Max mit einem seiner Dietriche die Handschellen geöffnet und den Oberst damit ans Bett gefesselt. Seine Beine wurden mit Kabelbindern fixiert.
Zwei der Oberirdischen kümmerten sich schon um Meike, trugen sie ins angrenzende leere Kabuff und legten sie dort aufs Bett.

Eine halbe Stunde später hatten wir alle Eindringlinge dingfest gemacht.
Und Jürgens Leute gefunden.
Die hatten die Männer des Oberst in die Zellen gesteckt. Sie hatten kaum so viel Platz, dass sie alle sitzen konnten.
Auch die Schlösser der Zellen hatte Max schnell geöffnet. Wir zogen die Männer heraus und legten sie lang ausgestreckt nebeneinander vor die Zellen.
Einige von ihnen sahen nicht viel besser aus als die Frau, aber wir konnten im Moment nichts für sie tun, fehlte uns doch eine medizinische Ausrüstung.
"Was ist mit den Wachen oben an der Treppe?" fragte Marc.
An die hatten wir gar nicht mehr gedacht.
Jürgen und Hannes gingen zur Treppe und krochen vorsichtig die Stufen hinauf. Langsam hob Jürgen seinen Kopf über die Brüstung. Dann stand er auf.
"Keiner da. Mensch! Die hatten noch gar nicht bemerkt, dass ihre Wächter nicht mehr da sind. Wahrscheinlich haben wir sie ganz am Anfang ihres Turnus erwischt."
Alle atmeten erleichtert auf.
Einer der Oberirdischen lief los um im Bunker Verstärkung zu holen und kurze Zeit später kamen Ingetraut und weitere ihrer Leute die Treppe herab.
"Wo ist Meike?" fragte Ella und ließ sich zu der Misshandelten führen.
"Wie lange wird die Wirkung des Gases noch anhalten?"
"Normalerweise lässt sie nach einer guten Stunde so langsam nach. Je nachdem, wie viel einer abbekommen hat. Ich gehe davon aus, dass unsere Leute und die in den Schlafabteilen als Erste aufwachen werden." erklärte ich.
Inzwischen hatte Ella Meike untersucht und verarztet so gut sie konnte.
Danach ging sie zu den Männern und begann, die Gefolterten zu behandeln.

Wie ich vorausgesagt hatte, begannen sich bald die Ersten zu rühren. Den Anfang machte einer der Eindringlinge. Er stöhnte leise und versuchte sich aufzusetzen. Das gelang ihm, gefesselt wie er war, nicht. Er schlug die Augen auf und sah uns. Er riss an seinen Fesseln, aber die hielten. Schnell gab er es auf und lag still.
Jürgen stellte sich vor ihn hin und fragte: "Wer seid ihr und was wollt ihr von uns?" Der Mann schwieg. Jürgen trat ihm in die Seite und wiederholte seine Frage. Er bekam auch dieses Mal keine Antwort und trat erneut, dieses Mal stärker, zu. Das entlockte dem Kerl ein Stöhnen, aber er sagte nichts.
"Ah, ein wahrer Held." höhnte Jürgen. "Wir erfahren schon noch, was wir wissen wollen. Wir haben da unsere Methoden."
Mit diesen Worten ließ der den am Boden Liegenden in Ruhe und wandte sich uns zu.
"Was haltet ihr davon, wenn wir uns was zu Essen und zu Trinken machen würden? Ich hab jedenfalls Hunger und Durst."
Natürlich waren Alle damit einverstanden.
Während wir tafelten, kamen immer mehr der Männer wieder zu sich.
Einer nach dem anderen wurde aufrecht an die Wand gesetzt. Die Unterirdischen, denen es einigermaßen gut ging, kamen an den Tisch und setzten sich zu uns.
Diejenigen, denen es schlecht ging, wurden auf die nun freien Betten gelegt und wurden dort versorgt.
Als allererstes berichteten wir ihnen von dem Gespräch, das wir bei den Wachen belauscht hatten. Damit konnten wir ihnen zwar eine große Last vom Herzen nehmen, aber nicht die Sorge um ihre Frauen und Kinder. Denn sie waren zwar am Leben, aber keinesfalls außer Gefahr.
Dank Ahlborn wussten wir schließlich alle, wie die sogenannten Plebs in der Unterirdischen Stadt behandelt wurden.
Sie begannen zu erzählen, was sie die letzten Tage durchgemacht hatten.
Es war ihnen ergangen wie Oleg, nur dass sich keiner von ihnen hatte befreien können.
Keiner von ihnen konnte uns sagen, wohin unsere Freunde gebracht worden waren. Trotz intensiven Suchens konnten wir keine Spur von ihnen finden.
"Ich befürchte, sie wurden in die Stadt verschleppt wie die Frauen und Kinder." sagte ich.
"Fragen wir den Oberst, sobald er wach ist." schlug Ahlborn vor.
Wie aufs Stichwort ertönte ein Brüllen aus dem Kabuff, in dem wir den Oberst angekettet hatten. Als ich an Jürgen und Claudia vorbei in den Raum schaute, sah ich, wie sich der Mann auf dem Bett hin und her warf, an den Handschellen riss und seine Wut hinausschrie.
Als er Jürgen sah, begann er ihn zu beschimpfen und drohte ihm, ihn langsam in kleine Stücke zu schneiden, sollte er ihn nicht sofort befreien.
Der ging zu ihm hin und schlug ihm mit dem Handrücken hart auf den Mund.
"Halts Maul! Oder ich stopf es dir."
Als er wieder losbrüllte, steckte ihm Jürgen kurzerhand eine herumliegende Unterhose in den Mund.
"Du redest ab sofort nur noch, wenn du gefragt wirst!"
Der Mann funkelte ihn wütend an und versuchte, etwas zu sagen, was der Knebel allerdings verhinderte.
Jürgen schlug ihn erneut.
"Ich will keinen Ton von dir hören, es sei denn eine Antwort auf meine Fragen. Ist das klar?"
Der Oberst lag still, starrte Jürgen aber so voller Hass an, dass mir die Phrase: wenn Blicke töten könnten, einfiel.
Jürgen beeindruckte das nicht.
"Wir kriegen unsere Antworten schon, keine Sorge."
Ahlborn drängte sich durch die Leute, die vor der Tür standen. "Vielleicht kann ich helfen, ich habe Erfahrung bei Verhören."
Er trat ans Bett und schnappte nach Luft.
"He! Das ist der Dreckskerl, der die Tore schließen ließ, bevor alle Busse in Sicherheit waren. Der hat gesagt, die Angehörigen der einfachen Polizisten wären nur unnütze Fresser."
Voller Hass schaute er auf den Liegenden herunter.
"Man sieht sich immer zweimal im Leben. Herr Oberst, es wird mir eine große Freude sein, alles aus dir herauszubekommen was wir wissen wollen."
Benutzeravatar
Kavure´i
 

 


  • Ähnliche Beiträge