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Die neue Welt

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Re: Die neue Welt

Beitragvon Pleitegeier » 22.02.2016, 09:12

Liebes Tagebuch!

Ich heiße Markus und habe vor Stunden meine Eltern verloren!

Mein Zeitgefühl ist mir auch abhanden gekommen und nach einem langen Aufwachen viel es mir schwer mich zu erinnern.
Eine Taschenlampe in meiner Nähe war eine Hilfe.

Mein Blick fiel zu aller erst auf meine Eltern wobei mein Vater seinen Arm um Mutter geschlungen hatte und diese ganz nah bei im lag.
Es sah auf den ersten Blick aus als würden beide schlafen vollkommen entspannt und in Liebe.

Lange weilten meine Augen auf beiden und immer wieder begann ich dabei leise bis Hundert zu zählen.
Ein Gefühl den Verstand zu verlieren versuchte ich durch das immer wieder Zählen zu verdrängen.

Nach einer Weile überkam mich beim Betrachten die Worte meiner Mutter welche oft gesagt hatte:"Sollte mich einer von Euch überleben dann denkt daran ich bin auf einer anderen Ebene ohne Schmerz und Kummer!"

Beide hatten immer versucht mir die Schönheit der Erde näher zu bringen und doch war ich besonders in den letzten Jahren meist in der Computerwelt gefangen.

Inzwischen hatte ich gefühlte Tausendmal gezählt und langsam wurden meine Gedanken wieder Klarer und formten sich neu auch trübten immer mehr Tränen meinen Blick.

Hier konnte ich nicht und wollte ich auch nicht bleiben den meine Welt war eine andere und es war an der Zeit die Familie hinter mir zu lassen, doch es gab noch einiges zu tun.
Eine Wasserflasche in meiner Nähe benutzte ich um mir Hände und Gesicht zu waschen und mich dabei neu zu Ordnen.

Da sich ein Hungergefühl bemerkbar machte suchte ich mir was Essbares in der Wohnung und erkannte erst jetzt wie viel an Vorräten inzwischen vorhanden waren und ein Schamgefühl überkam mich dabei.
Oft hatte ich mich lustig gemacht wenn Mutter wieder einen Großeinkauf getätigt hat mit meiner Hilfe. Meine Vorstellungskraft was Vorräte anbelangte war äußerst begrenzt und meist empfand ich das als überflüssig.

Häufig mussten meine Eltern unter meinen Sticheleien leiden und haben sich aber nie beirren lassen jeden freien Platz in Ihrer kleinen Wohnung zu nutzen.

Beim Kauen einer Brotzeitwurst rannen mir Tränen über meine Wangen und es kam immer mehr Leben in mich zurück.
Ich war am Leben und ich sah es als Geschenk!

Eine unglaubliche Ruhe hatte sich ausgebreitet und machte mir klar das meine Eltern aus der Wohnung geschafft werden mussten auch weil mir der Geruch von Urin immer mehr zu schaffen machte.
Ich wartete die Leichenstarre ab bis diese sich gelöst hatte und reinigte Vater und dann Mutter und wechselte dessen Kleidung.

Das abgelegte stopfte ich alles in einen Müllsack und verknotete diesen.
Da es inzwischen Dunkel geworden war wie mir der Blick durch eine kleine Ecke welche ich am Fenster gelöst hatte anzeigte und sich niemand draußen befand nahm ich all meinen Mut zusammen und öffnete alle Türen die zum Marktplatz führten.
Von Türe zu Türe schleifte ich zuerst Vater dann Mutter und nachdem ich keinerlei Gerüche wahrnahm legte ich beide Leichen am Rand der Straße ab.

Zu mehr reichte meine Kraft nicht und ich zog mich danach in die Wohnung zurück nachdem ich auch Müllsäcke nach draußen geschafft und Fäkalien entsorgt und Urin im Gully verschwinden hab lassen.

Traurig und auch erleichtert sank ich danach in einen tiefen Schlaf !
GUTE NACHT TAGEBUCH UND LASS MICH NICHT ALLEINE!
Pleitegeier
 

Beitragvon Saurier61 » 22.02.2016, 23:44

Hallöle...
ich hatte 2003/4 auch mal angefangen, eine kleine Geschichte zu schreiben... einen Teil davon hatte ich verloren... nur die beiden ersten Teile existieren noch... aber die Übersetzung ins Englische (2008) hab ich 2011 im Netz wieder gefunden und in mein Forum gepostet... passt wohl nicht zu der jetzigen Geschichte... aber wer es lesen mag....

All parts of this story © 2008 by saurier61. This story may be freely circulated as long as this copyright notice remains intact and in place.

Ein fiktiver Ausflug ins Chaos (von der Autorin saurier61):

mal einen kleinen Ausflug in das Jahr 20xx

ich sitze hier vor dem TV und schau mir die Nachrichten an.
Sieht nicht gut aus...
die Wirtschaft ist vor 14 Wochen zusammengebrochen...
Von einen Tag auf den anderen gab es kein Geld mehr an den Banken.
Die Läden sind alle geschlossen, keiner verkauft mehr was, weil das Geld, so wie Gerüchte sagen, keinen Wert mehr haben wird.
Man befürchtet eine Währungsreform und dass in diesem Fall der Euro nicht umgetauscht sondern wertlos wird.
Nur gut dass wir sofort am Tag als die Banken geschlossen haben noch einkaufen waren. Wir haben alles was wir an Geld hatten umgesetzt in Lebensmittel und Diesel.

Jetzt fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr, die Straßen sind leer.. keine Fahrzeuge auf den Straßen.
Nur noch Polizei und Soldaten auf den Straßen.
Es gibt neuerdings eine Sperrstunde. Nach Einbruch der Dunkelheit, darf Niemand mehr seine Unterkunft verlassen.

Oh man nun ist schon wieder der Strom weg. Jetzt heißt es erst mal wieder warten.
Na ja Gas gibt es schon seit 2 Wochen nicht mehr. Wasser nur noch von 13:00-15:00 Uhr.
Internet und Telefon funktionieren auch nicht mehr, man kann nur noch die Notrufnummern anwählen.
hier kann man weiterlesen...

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Lieben Gruß von
Helga
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Saurier61
 

Beitragvon Mankei » 23.02.2016, 01:34

Hallo

@Pleitegeier
Schön das Du wieder mit an Bord bist.

@ Helga
Liest sich gut und dann kommt englisch.
Ist aber doch wirklich ein guter Anfang und ausbaubar.
Du kannst natürlich auch meine Frau in unserer Geschichte spielen, also wenn du gerade zufällig schwanger bist?!
(Bitte nicht ernst nehmen)

Mankei
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Mankei
 

Beitragvon Mankei » 23.02.2016, 01:45

Vor uns standen Gold- und Silberbarren, Gemälde, Schnaps, Wein, Zigaretten in Hülle und Fülle.
Wir konnten es nicht glauben was wir da sahen, Uwe hatte wahrlich recht. Wir sind reich fing Philipp an und Rainer ergänzte lachend das er endlich wieder Rauchen kann. Mein Gedanke war sofort was uns in dem anderen Zelt erwartet.

Unbemerkt schlich ich aus dem Zelt und sackte sprachlos zusammen nachdem ich die Zeltplane hochschob, hier befanden sich hunderte Kanister Benzin und Diesel, Wassertanks, Pumpen, Solaranlagen, Windräder und Batterien. Kommt schnell her, das müsst ihr euch auch unbedingt anschauen. Alle kamen sofort angerannt und waren begeistert über diesen Anblick.

Unser größtes Problem war das wir nur neun Fahrer waren, Uwe konnte mit dem Beinschuss unmöglich die schwere Kupplung und Bremse eines LKW sicher bis Landsberg betätigen und wir wollten den Panda nicht zurück lassen, der T5 war ersetzbar. So wurde alles minutiös verstaut, jeder hatte aber seine eigenen Favoriten und so mussten wir immer im kollektiv entscheiden was mit darf und was nicht. Es freute mich das Gold, Silber und Gemälde nach einigen Diskussionen als relativ unwichtig behandelt wurde, trotzdem packten wir gut 100 Kilo Gold und 100 Kilo Silber ein, bei den Gemälden hatte niemand Ahnung was wertvoll war und was nicht deswegen wurden ein paar Bilder ausgesucht die schön anzusehen waren, ihr Wert aber nur als zweitrangig eingestuft wurde.

Aus dem anderen Zelt wurde so ziemlich alles mitgenommen, abgesehen davon das es einen enormen Wert in diesen Zeiten darstellte, wir würden dadurch den „Amirab“ einen deutlichen Seitenhieb verpassen. Als wir endlich fertig waren hatten wir noch eine schwierige Aufgabe zu lösen, was sollte mit unseren Gefangen geschehen. Vorschläge gab es genug, einige waren nicht annehmbar, am Ende entschieden wir uns dafür sie gefesselt zurück zu lassen und während der Verlegung in ein gemeinsames Zelt öfters die Orte Bad Tölz und Lenggries zu erwähnen. Dann wurde es auch schon hell. Uwe stieg in den hoffnungslos überladenen Panda, wir anderen schnappten uns jeder einen LKW.

Uwe sollte vorfahren, die Straße kontrollieren und wenn alles in Ordnung war bei Sichtkontakt durch Lichthupe weiter fahren. Den selben Weg nehmend wie bei der Hinfahrt erreichten wir ohne Zwischenfälle unser Heim.

Angekommen wurden wir gefeiert wie Helden, jeder LKW bekam seinen verdienten Applaus.
Am Abend wurde darüber geredet was mit den Lastern passieren soll, sie waren zu auffällig und ihre ehemaligen Besitzer würden bei einem Fund die gesamte Gegend penibel durchsuchen und früher oder später den Bunker entdecken, das aber wollten wir unbedingt vermeiden.
Ralph meldete sich mit seinem Team freiwillig für die Entsorgung der Laster. Sie sollten die LKW nehmen und zurück nach Schongau bringen, ich kannte dort eine leicht erreichbare große Kiesgrube, dort wollten wir sie abstellen.

Am nächsten Tag beschwerte sich Helga, gehst du schon wieder, wieso bleibst du nicht bei mir, wir beide brauchen dich dringender. Meine Entschuldigungen prallten an Helga ab, sie hatte dafür kein Verständnis mehr.

Enttäuscht begleitete Helga mich nach oben, bis auf Uwe der die Nacht auf der Krankenstation verbrachte waren alle schon da. Kommst du auch endlich fragte Rainer lachend, als er Helgas Gesichtsausdruck jedoch sah verschwand er sofort in den ersten Laster.

Ralph sagte, gibt wohl Ärger im Paradies?
Helga reichte es, mit lauter Stimme fragte sie Ralph ob es denn nie ohne mich gehen kann.
Philipp der daneben stand ergänzte das ich der einzigste bin der den Weg kennt.
Ach sei du doch ruhig, was weißt du denn schon kam es aus Helga heraus.

Mir wurde das ganze peinlich, es ist doch nur noch heute, versprochen.
Ralph holte einen Zettel heraus, drückte ihn mir in die Hand und sagte lachend, male uns den Weg einfach auf, bis Schongau kommen wir auch ohne dich und dann ist es ja nicht mehr weit.
Es folgte ein hin und her, hätte Astrid und Karin die mittlerweile dazu kamen nicht eingegriffen, wer weiß was passiert wäre. So kamen wir zu dem Schluss das mein Mitwirken heute nicht erforderlich ist, Helga war Zufrieden, ich jedoch nicht.

An meiner Stelle fuhr Bertram, für Uwe fuhr Jens mit, beide freuten sich unendlich über diese Chance.

Beleidigt führte mich mein Weg hinunter in den Bunker, Gerhard kam grinsend an mir vorbei und sagte bis nachher.
Wieso, was ist los, haben wir einen Termin?
Immer noch lachend sagte Gerhard, du hast es echt vergessen, Helga hat die Wette also gewonnen.

Kläre mich bitte auf, welche Wette.

Helga hat heute ihre zweite Ultraschall - Untersuchung und du wolltest doch unbedingt dabei sein.
Da du so viel anderweitig beschäftigt warst haben Helga und ich gewettet, Helga sagte du vergisst den Termin, ich sagte du denkst daran.
Ich fühlte mich erbärmlich, an alles dachte ich in den letzten Tagen, Helga wurde dagegen von mir im Stich gelassen.
Um was habt ihr gewettet?
Deinen Nachtisch!

Helga kam mir entgegen, sie bemerkte sofort mein schlechtes Gewissen und fragte, wer hat es dir gesagt?
Gerhard!
Aber deinen Nachtisch will ich!

Die Untersuchung war für uns beide ein bewegendes Ereignis, nachdem Gerhard uns versicherte das alles am richtigen Platz sei, die Werte, sowohl des Kindes als der Mutter, perfekt sind, fragte er uns am Schluss ob wir denn wissen wollen was es wird. Wie aus einem Gewehrlauf antworteten wir, auf keinen Fall!

In unserem Zimmer angekommen bedankte ich mich bei Helga für ihre Hartnäckigkeit und küsste sie lange.

Beim Abendessen kam Alex zu uns an den Tisch, er wusste schon das alles in Ordnung ist bei uns dreien. Helga fragte ihn ob es eigentlich überhaupt etwas gibt das er nicht weiß.
Lachend sagte Alex, ich glaube nicht.

Als es draußen dunkel wurde machten wir einen langen Spaziergang, ich hatte, nein wir hatten einen wunderschönen Tag.

Der neue Tag begann wie er schöner nicht hätte sein können, ich wachte in den Armen meiner Frau auf. Wir beide waren glücklich und wünschten uns nichts mehr als das endlich wieder Frieden ist.

Ist Ralph und seine Getreuen schon wieder zurück erkundigte ich mich bei der Nachtwache.
Nein, niemand kam heute Nacht, es war alles ruhig.

Alex und Astrid wurden von mir über das fernbleiben unterrichtet, mache dir keine Sorgen, es ist bestimmt alles gut äußerte sich Astrid und Alex fragte schmunzelnd wie viele Flaschen Schnaps und Wein wir denn zurück ließen.
Es stimmt etwas nicht, glaubt mir!

Drei Tage sind vergangen und niemand zweifelt noch daran das etwas schlimmes passiert sein muss!

Erneut unterbreitete ich Alex den Vorschlag ein Suchteam loszuschicken, aber er verneinte immer noch, er hielt die Gefahr einfach für zu groß das noch mehr passiert. Außer Uwe hatten wir niemanden mehr der einen Kriegseinsatz hatte.

Uwe bekam ein Zeichen von mir, er sollte mich oben treffen. Angekommen fing er sofort damit an das wir etwas unternehmen müssten, schließlich sind es unsere Freunde. Nickend stimmte ich zu, aber nur wir zwei, kein Auto, keine Waffen, vielleicht hat Alex doch recht.

Hat er nicht und wenn du nicht mitkommst dann gehe ich alleine!

Dann lasse uns wenigstens noch zwei Helfer finden.

Habe ich schon erledigt, der Bruder meiner Frau und Karl, er war immerhin acht Jahre bei der Bundeswehr. Wir gehen nach Landsberg und suchen ein großes Auto, ähnlich dem T5.
Aus Angst vor Helga schrieb ich ihr einen Brief, darin um Verzeihung bat und ihr versprach gesund wieder zu kommen.

Wir gingen einzeln im Minutentakt nach oben und versteckten uns im Wald.

Als wir komplett waren galt es als nächstes ein passendes Auto zu finden, es musste ein größeres sein, falls jemand verletzt sein sollte brauchten wir Platz.

Lange suchten wir bis endlich ein dunkelgrüner Mercedes Kastenwagen mit Schlüssel sich uns anbot. Der Tank war halbvoll und sollte leicht reichen.

Karl fuhr während ich ihm den Weg zeigte. Auch dieses mal nahmen wir die längere Route, sicher würden Ralph und die anderen sie auch benutzen.
Schongau war in Sichtweite, an der nächsten Kreuzung rechts und dann nach ungefähr 200 Meter nochmals rechts, dann sind wir da.

Wir konnten die Einfahrt zur Kiesgrube sehen, alles war ruhig, trotzdem machte Uwe den Vorschlag die letzten 200 Meter ohne Auto zurück zu legen.

Alles war ruhig und wir sprachen davon das sie wirklich in das Camp der „Amirab“ gefahren sind und dort besoffen irgendwo in der Ecke liegen.

Doch wir täuschten uns, einen kleinen Kiesberg hochsteigend sahen wir an Pfählen hängend, Jens, Bertram, Philipp und Thomas. Sie waren obwohl noch weit entfernt Tod und durch das Fernglas sehend, auch das sie entmannt wurden.

Wir sackten alle zusammen, jeder fing an zu weinen als auf einmal ein Auto um die Kurve kam.
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Mankei
 

Beitragvon Saurier61 » 23.02.2016, 07:41

Mankei hat geschrieben:Hallo

@Pleitegeier
Schön das Du wieder mit an Bord bist.

@ Helga
Liest sich gut und dann kommt englisch.
Ist aber doch wirklich ein guter Anfang und ausbaubar.
Du kannst natürlich auch meine Frau in unserer Geschichte spielen, also wenn du gerade zufällig schwanger bist?!
(Bitte nicht ernst nehmen)

Mankei


Hallöle...

ich hab alles wieder gefunden... im Netz geht nichts verloren... man muss nur den richtigen Text eingeben... :mrgreen:
kann man jetzt hier lesen : Links sind nur für registrierte User sichtbar.

Lieben Gruß von
Helga
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Beitragvon Kavure´i » 24.02.2016, 02:12

Angelika

sehr realistisch. Geht es noch weiter?

Pleitegeier

oh menno!
Dabei hatte ich schon so ein schönes Szenario im Kopf, wie wir euch finden und zum Bunker mitnehmen. :cry:

Kavure´i
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Kavure´i
 

Beitragvon Kavure´i » 24.02.2016, 02:27

Wir brachten die Befreiten wie verabredet in den Speisesaal.
Trotz der frühen Stunde waren die Küchenhelfer schon da und kaum saßen wir, stand vor jedem eine große Tasse Tee.
Und wenig später gab es Erbsensuppe mit Würstchen und ofenwarme Brötchen.

Die Mutter Oberin wartete, bis alle satt waren und hielt dann eine kleine Rede.
"Ich begrüße euch und heiße euch in unserer Mitte willkommen.
Als nächstes werden die Schwestern euch zu den Duschen bringen und euch neue Kleidung geben.
Danach zeigen wir euch euren Schlafsaal, wo ihr euch ausruhen und schlafen könnt.
Wir werden euch zum Mittagessen wecken.
Eine der Schwestern wird bei euch bleiben und euch helfen.
Ich sehe, dass ihr erschöpft und todmüde seid, aber eine ganz wichtige Sache muss ich euch noch mitteilen:
Wir verteidigen unsere Zuflucht gemeinsam mit ehemaligen amerikanischen Soldaten. Bitte glaubt mir, dass sie nichts mit den Bestien, unter denen ihr leiden musstet, zu tun haben. Sie sind Christen geblieben und uns wahre Freunde und Verbündete geworden.
Zwei von ihnen haben Camden, Jassar, Abu Fallah, Holt und Said getötet. Ich weiß nicht, ob………"
Sie konnte den Satz nicht beenden, denn ein lautes Jubelgeschrei aus 43 Kehlen unterbrach sie.
Die Geflüchteten redeten aufgeregt durcheinander.
"Ist das wahr?" "Das glaub ich nicht!" "Sie sind wirklich alle tot?"
Eine der Frauen fragte skeptisch: "Woher wollt ihr wissen, dass es diese 5 waren?"
"Weil ich es ihnen gesagt habe." erklärte Miriam. "Ich kannte diese Bastarde und habe sie den Jungs gezeigt. Tolle Burschen. 5 Schuss - 5 Treffer!"
Nach einigen Minuten aufgeregter Fragen und beruhigender Antworten bat die Mutter Oberin um Ruhe.
"Noch eine Frage, dann lassen wir euch in Ruhe. Braucht jemand ärztliche Hilfe? Dann wendet euch bitte an Helma. Sie wird euch zu den Duschen begleiten."
Es war ein schmutziger, zerlumpter Haufen der müde Richtung Sanitärräume schlurfte.
Einige der Kinder waren während oder gleich nach dem Essen eingeschlafen und wurden getragen.

Wir blieben noch am Tisch sitzen und bekamen eine weitere Tasse Tee serviert.
Calvin hatte sich zu uns gesellt und wollte alles haarklein wissen.
Max begann zu erzählen: "Wir stiegen hinab in die Unterwelt, deren tiefe Finsternis unsere Lampen kaum durchdringen konnten. Wir mussten dicht hintereinander gehen um uns nicht zu verlieren.
Die unerschrockene Schwertmaid Irmengard führte uns an.
Kaum hatten wir die ersten Seitentunnels passiert, griffen uns auch schon die Dämonen der Hel an. Mit ihren langen, scharfen Krallen…."
"Max!" prustete Schwester Irmengard. Auch die Mutter Oberin konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
"Bleib mal bei der Wahrheit." mahnte Hannes.
"Es waren doch nur Untote, die uns mit ihren blinden Augen anstarrten und…….."
"Ok, ok, ich habe verstanden." lachte Calvin.
"Macht, dass ihr ins Bett kommt. Wir sehen uns beim Mittagessen."
Ich bekam gar nicht mehr mit dass mein Ohr das Kopfkissen berührte.

Als wir zum Mittagessen geweckt wurden, hatte ich das Gefühl, gerade erst die Augen geschlossen zu haben. Ich hätte gerne noch weitergeschlafen und wie ich sehen und hören konnte, ging es Marc genauso.
Ich schloss die Augen und wollte weiterschlafen.
Da erwähnte Hannes was von Pfannkuchen mit Gulaschsoße und schon war ich aus dem Bett.
Ich bemerkte, dass mir der Magen knurrte, denn von der Erbsensuppe heute Morgen hatte ich nichts genommen, weil ich die nicht mag.
10 Minuten später saßen wir vor unseren Tellern und ließen es uns schmecken.
Sobald wir satt waren, bekamen Calvin und seine Unteroffiziere einen detaillierten Bericht über unsere nächtliche Aktion.
Helma hatte uns einen Bericht geschrieben: Die Frauen und Kinder waren unterernährt, hatten blaue Flecken und mehr oder weniger schlecht verheilte Verletzungen, viele davon im Intimbereich. Sie litten unter Mineral- und Vitaminmangel, aber erstaunlicherweise war keine von ihnen schwer krank. Körperlich fehlte ihnen nichts, was nicht mit gutem Essen und Ruhe zu heilen gewesen wäre.
Über ihren psychischen Zustand machten wir uns keine Illusionen.

Wir hatten uns gerade noch eine Tasse Kaffee geholt, da hörten wir draußen laute Schreie.
Wir rannten, zwei Stufen auf einmal nehmend, die Treppen zum Scharfschützenausguck hinauf.
Dort standen grinsend die beiden Sniper und zeigten in die Richtung des Geschreis.
Vor dem Haus, in dem die Geretteten untergebracht gewesen waren, stand eine große Gruppe der Satansdiener und sie brüllten sich gegenseitig an.
Verstehen konnten wir auf die Entfernung leider nur einzelne Worte. Unter anderem: Blockhead , Scheitan, Bitches, Asshole, Mashallah, Moron………
Dann rannten alle ins Haus und kamen nach einiger Zeit wieder heraus.
Sie hatten es sicherlich von unten bis oben gründlich durchsucht und konnten sich, den Gesten nach, nicht erklären, wohin ihre Sklaven verschwunden waren.
Sie schienen einen von ihnen zu beschuldigen, der hob einen glänzenden Gegenstand, wahrscheinlich den Schlüssel, hoch und zeigte auf einen Zweiten, der bestätigend den Kopf schüttelte.
Sie begannen um das Haus herum zu gehen und rüttelten an den Gittern. Aber die waren alle fest.
Zwischenzeitlich waren noch mehr Männer zur Gruppe gestoßen.
Und die gegenseitigen Beschimpfungen gingen wieder los.
Einer gab schließlich den Befehl, die Gegend abzusuchen. So interpretierten wir es jedenfalls, denn es machten sich Gruppen zu Fuß und in Fahrzeugen auf den Weg. Von unserer erhöhten Warte aus konnten wir sie gut beobachten.
Endlich hatten sich alle bis auf die Beiden mit dem Schlüssel wieder verzogen.
Sie gingen noch einmal ins Haus und blieben eine ganze Weile drinnen.
Als sie wieder herauskamen, machte der mit dem Schlüssel das Zeichen gegen den bösen Blick.
Die Suchtrupps trudelten auch nach und nach wieder im Lager ein, bis zum Einbruch der Dunkelheit waren alle, natürlich unverrichteter Dinge, wieder zurück.

Nach dem Abendessen bat uns die Mutter Oberin wieder in die Bibliothek.
Wir fanden sie dort, wie sie sich gemeinsam mit Schwester Irmengard über den Plan in dem alten Buch beugte.
"Kommt her! Schwester Irmengard hat eine brillante Idee." Die Augen der alten Nonne blitzten vor Aufregung.
"Erzähl es ihnen Schwester!"
"Wie ihr heute Morgen gesehen habt, erstreckt sich unter der Stadt ein Labyrinth aus Gängen und Tunneln. Zu vielen der Häuser gibt es einen unterirdischen Gang und ich glaube, die meisten davon haben so eine Geheimtür im Keller. Durch Beobachtung wissen wir, in welchen Häusern sie ihre Vorräte lagern, ihre Munition aufbewahren und wo sie schlafen."
Sie deutete auf die Karte, über die sie ein Transparentpapier gelegt und die Häuser eingezeichnet hatte. Ebenso die Gänge, die dorthin führten. Jedes Haus hatte sie beschriftet. Unterkunft, Munition, Lebensmittel, Vorräte…….. Bei einigen hatte sie ein Fragezeichen gemalt.
"Genial. Wann fangen wir an?"
"Langsam, wir müssen nichts übereilen. Zuerst wird ausgekundschaftet wo was zu holen ist und vor allem ob und wie es bewach wird. Wir werden keinerlei Risiko eingehen." bestimmte Marc.
Schnell waren wir uns einig, dass wir diese Nacht nichts mehr unternehmen würden. Dazu waren wir einfach zu müde.

In den darauffolgenden Nächten führte uns Schwester Irmengard nach und nach zu allen Gebäuden, die einen geheimen Eingang haben sollten und auch hatten.
Die Türen ließen sich bis auf eine leicht öffnen. Wir drangen in die Häuser ein und schauten uns vorsichtig um.
Wie erwartet wurden die Lager nicht bewacht. Die Türen waren nur abgeschlossen, wie wir herausfanden.
Wir notierten, was in welchem Haus gelagert wurde. Auch die, in denen die Männer schliefen, vermerkten wir im Plan. DIE durchsuchten wir natürlich nicht.
Als wir unsere Verzeichnisse fertig hatten, hielten wir Kriegsrat.
In der ersten Nacht wollten wir uns die Waffen und die Munition holen. Denn dieses Depot wurde nicht oft betreten.
Danach wollten wir das Lebensmittellager plündern und zum Schluss die Scheune mit den Beutestücken.

Am 12. Dezember war es soweit.
Als wäre das Wetter unser Verbündeter, begann es gegen Abend zu schneien. Zuerst war es ein eiskalter Schneeregen, der mit zunehmendem Wind in Graupelschauer überging.
Bei diesem Wetter würden sich die Satansdiener sicherlich nicht unnötig ins Freie begeben.
Trotzdem verhielten wir uns still, öffneten vorsichtig die Tür zum Munitionslager und schlichen uns in den Keller.
Hannes und Arnold gingen voran. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass doch jemand im Gebäude wäre, würden sie ihn lautlos ausschalten.
Das Lager war unbewacht wie immer.
Calvin hatte seine Männer im Einsatz. Sie standen vom Depot bis zur Krypta und reichten sich so die Pakete und Kisten weiter. Dort wurden sie ihnen von den Zivilisten abgenommen und in leerstehende Räume des Klosters geschafft.
Binnen zwei Stunden enthielt der Raum nur noch Staub und Müll.
Wir verschlossen die Geheimtür und beschlossen, gleich noch das Lebensmittellager zu räumen.
Das war noch schneller geleert als das Waffenlager. Alle arbeiteten konzentriert und ohne Lärm zu machen. Obwohl die Satansdiener bei dem Sturm der draußen tobte, uns noch nicht einmal gehört hätten, wären wir mit einem Fanfarenzug durchmarschiert.
Zurück im Kloster gab es für alle Kaffee und belegte Brote.
Diese Stärkung hatten wir nötig.
Die Mutter Oberin schaute auf die Uhr.
"Es ist vier Uhr. Habt ihr noch Kraft?"
"Lasst uns das dritte Lager auch noch räumen, das schaffen wir. Bei dem Unwetter werden sie sicherlich nicht früh morgens aus ihren Schlafsäcken kriechen." meinte einer der Zivilisten. Alle nickten zustimmend.
Für das letzte Lager brauchten wir am längsten, weil auch viele sperrige Dinge dabei waren.
Unser Überraschungsfund waren zwei kleine, aber sehr schwere Kisten Goldbarren und eine Kiste Silber.
Mehr begeisterte uns allerdings das Werkzeug, sowie ein Schweißgerät und mehrere Behälter mit verschiedenen Schweißdrähten. Außerdem gab es Stahlplatten, Unmengen an Schrauben und Nägeln und Sanitärartikel.
Warum die Belagerer 4 altertümliche Tretnähmaschinen und Kartons voller Nähmaterial und Stoffen zusammengerafft und mitgeschleppt hatten, entzog sich unserem Verständnis.
Wir konnten uns beim allerbesten Willen keinen von denen an der Nähmaschine oder mit Nadel und Faden vorstellen.
Für uns war das ein größerer Schatz als das Gold und Silber.

Auch diese Geheimtür verschlossen wir nach unserem "Einkauf" sorgfältig und traten völlig erschlagen den Rückweg an.
Jeder von uns hatte bis zur völligen Erschöpfung Kisten, Kartons, Tüten, Beutel und Säcke geschleppt.
Die Mutter Oberin war die letzte, die aus dem Sarkophag der Krypta stieg. Auch dieser wurde wieder geschlossen.
Im Licht des Speisesaals sahen wir uns an und mussten lachen. Wir alle waren über Nacht grau geworden. Haare, Gesicht, Kleidung. Alles war mit einer Staubschicht bedeckt.
Wieder bekamen wir Kaffee und belegte Brote.
Danach begann der Wettlauf zu den Duschen. Jeder wollte als erster duschen und dann ins Bett.

Eine halbe Stunde später lagen Marc und ich eng an einander geschmiegt in unserem Bett.
Obwohl wir todmüde waren, konnten wir nicht gleich einschlafen. Wir waren einfach zu überdreht.
Leise unterhielten wir uns noch eine Weile.
"Morgen würde ich zu gerne Mäuschen spielen, wenn sie ihre leeren Lager entdecken." sagte ich.
Da hörte ich an den tiefen Atemzügen, dass mein Liebster eingeschlafen war.

Das Unwetter hielt auch noch den ganzen nächsten Tag an.

Als wir am übernächsten Tag aufstanden, schien die Sonne von einem frischgewaschenen tiefblauen Himmel herab.

Calvin und ich standen oben bei den Scharfschützen und warteten gespannt.
Ziemlich spät am Tag kamen einige der Kerle aus dem Gebäude, in dem sie kochten und aßen.
Sie schoben eine Transportkarre vor sich her und einer von ihnen schloss das Lebensmittellager auf.

Nach wenigen Sekunden kamen sie schreiend wieder heraus.
Aufgeschreckt durch den Lärm kamen die anderen aus ihren Unterkünften gerannt.
Ihre Anführer betraten das Haus und wir hörten ihre Wutschreie gedämpft aus dem Gebäude dringen.
Völlig außer sich kam einer von ihnen, ein Amerikaner, zurück, packte den mit dem Schlüssel, einen Araber, am Kragen, schüttelte ihn und brüllte ihn an. Der wehrte sich nach Kräften und konnte seinen Angreifer schließlich von sich stoßen. Der begann ihn zu beschimpfen und schlug ihm schließlich die Faust ins Gesicht.
Der Geschlagene zog ein Messer und stach es dem Anführer in den Hals.
Ein anderer Amerikaner schoss den Messerstecher nieder.
Es dauerte keine Minute, da standen sich Amerikaner und Araber mit den Waffen im Anschlag gegenüber.

Keiner gab einen Laut von sich. Die Zeit schien still zu stehen.
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Kavure´i
 

Beitragvon Baggers » 25.02.2016, 22:20

Hallo,
geht es nicht mehr weiter? :?:

In gespannter Erwartung :D

Baggers
Baggers
 

Beitragvon Kavure´i » 26.02.2016, 03:33

Einer der Amerikaner, auch er schien einer der Anführer zu sein, trat mit erhobenen Händen zwischen die beiden Parteien.
Er redete zuerst auf die eine, dann auf die andere Gruppe ein und nach ein paar Minuten schien es, als hätte er Erfolg damit. Die Waffen wurden gesenkt, die Drohgebärden eingestellt.
Plötzlich brüllte eine schrille Stimme: "Kol chara ibn el kalb!", ein Schuss peitschte und der Vermittler sank blutüberströmt zu Boden.
Jetzt gab es kein Halten mehr.
Die Männer rannten auseinander und suchten Deckung und schossen dabei wild um sich.
Nur wenige schafften es, sich in Sicherheit zu bringen.
Die meisten lag tot oder sterbend auf dem Hof.

Wir konnten durchs Fernglas sehen, wie sich einige Männer in Fahrzeuge setzten und losfuhren. Sie kamen nicht weit, denn andere folgten ihnen und eröffneten das Feuer. Zwei der Fahrzeuge fuhren führerlos ineinander, zwei weitere konnten nicht mehr ausweichen und krachten in die Unfallfahrzeuge. Der Fahrer des letzten Wagens versuchte noch auszuweichen und die Wracks zu umfahren, da traf ein Geschoss den Tank und der Jeep ging in Flammen auf. Die Insassen, die sich aus den havarierten Autos retten wollten, wurden von den Verfolgern niedergemacht.
Am Ende zählten wir 32 Männer, die sich in das Schlafhaus zurückzogen.

Wir tranken gerade eine Tasse Kaffee um das Mittagessen abzurunden als sich die Mutter Oberin und Schwester Irmengard zu uns setzten.
"Es sind nur noch wenige von ihnen übrig, die meisten von ihnen dürften verletzt oder todmüde sein. Oder beides. Was haltet ihr davon, einen Ausfall zu machen und kurzen Prozess mit ihnen zu machen?" fragte Calvin.
"Nicht viel." meinte Max. "Ich halte es für keine gute Idee, ihnen offen entgegenzutreten. Wir können es uns nicht leisten, auch nur einen von uns zu verlieren."
"Ihr habt ja gesehen, sie sind wie tollwütige Hunde und bringen sich gegenseitig um." pflichtete ihm Marc bei.
"Der Herr hat ihren Geist verwirrt." sagte Schwester Irmengard.
"Ein wenig irdische Hilfe hatte er dabei schon." kicherte Miriam und stieß Elli mit dem Ellenbogen an. Die lachte ebenfalls.

Die beiden Frauen hatten sich durch die Tunnel zum Schlafhaus geschlichen. Elli hatte bei der Geheimtür Wache gestanden, um sie von innen zu schließen, sollte Miriam entdeckt und gefangengenommen oder getötet werden. Sie hatte ihr fest versprochen, nur an die Sicherheit des Klosters zu denken.
Aber es gab keine Schwierigkeiten. Im Haus war keiner zurückgeblieben, alle waren hinausgelaufen und standen sich draussen feindselig gegenüber.
Gerade als es aussah, als wollten sich die Gruppen beruhigen, schrie Miriam: "Kol chara ibn el kalb!" und schoss. Dann rannte sie so schnell sie konnte zu Elli zurück, sie verschwanden im Tunnel und verschlossen sorgfältig die Tür.

Wir alle schauten sie sprachlos an. Was für ein Husarenstück!

"Und ich denke, wir müssen sie auch nicht direkt angreifen. Mir ist da eine Idee gekommen." sagte Elli.
"Wir können den gleichen Weg noch einmal nehmen."
"Es können immer nur 2 Soldaten gleichzeitig aus dem Tunnel ins Haus eindringen, sobald sie merken, dass wir kommen, können sie ein Tontaubenschießen veranstalten." sagte einer der Unteroffiziere.
"Wir werden nicht ins Haus eindringen um zu kämpfen. Ich brauche nur sechs Mann. Vier, die mir die Gasflaschen tragen und zwei, die uns eventuell Feuerschutz geben." erklärte sie.
"Gasflaschen?"
"Ja, Gasflaschen." bestätigte sie. "Wir warten, bis sie sich zum Schlafen hingelegt haben. Sie liegen alle auf Matratzen am Boden.
Sobald sie schlafen, schleichen wir uns ins Gebäude, stellen die Gasflaschen in ihren Schlafraum und öffnen die Ventile. Gas ist schwerer als Luft und es wird sich auf dem Boden sammeln. Morgen früh sind diese Mörder Geschichte."
Es folgte eine lebhafte Diskussion. Das Für und Wider wurde erörtert. Nicht Wenige waren aus ethischen Gründen dagegen.
Den Ausschlag gab eine der kürzlich Geretteten: "Was wollt ihr? Sie werden friedlich und ohne Qualen im Schlaf sterben. Das würden SIE keinem ihrer Gegner zugestehen. Sie haben Folterspezialisten, die stolz darauf sind, ihre Opfer möglichst lange am Leben zu erhalten und leiden zu lassen. Schade, dass sie selber einen so humanen Tod haben werden."

Und wieder einmal wurde morgens um 2 Uhr der Deckel des Sarkophags geöffnet.
Zwei 10-kg-Gasflaschen wurden die Treppe hinuntergereicht und Elli verschwand mit den Soldaten im Tunnel.
Nach noch nicht einmal 30 Minuten stieg sie schon wieder aus der Öffnung. Ihr folgten schwer atmend zwei der Soldaten, die einen Mann zwischen sich trugen, den sie auf den Boden legten.
Zuerst erschraken wir, weil wir dachten, einer von ihnen sei verletzt worden, aber die anderen vier folgten nach.
Neugierig umringten wir die Gestalt und sahen, dass es einer der Araber war.
Er war gefesselt und geknebelt. Gerade in diesem Moment erwachte er aus der Bewusstlosigkeit. Als er uns sah, warf er sich heftig hin und her, rollte mit den Augen und versuchte zu schreien.
"Bringt ihn in die Strafzelle." ordnete die Mutter Oberin an. "Nehmt ihm den Knebel ab, damit er uns nicht erstickt, aber nicht die Fesseln. Wir gehen jetzt alle schlafen und befassen uns morgen mit ihm. Nach dem Frühstück."

Beim Frühstück erfuhren dann Alle, dass wir einen Gefangenen hatten.
Er kam gerade von der Toilette, als die Soldaten eintrafen. Schlaftrunken wollte er zurück in den Schlafraum, als ihn einer der Soldaten von hinten niederschlug.
Während die Anderen vorsichtig in den Raum lugten und die Gasflaschen präparierten, wurde der Bewusstlose gefesselt und geknebelt.
Leise schlossen sie die Tür zum Flur und verschwanden mit ihrem Gefangenen wieder im Orkus.

Im Kloster summte es wie in einem Bienenstock. Alle redeten aufgeregt durcheinander. Wer war der Gefangene, würde er uns Informationen geben, was würden wir mit ihm machen,………

Calvin bat um Ruhe und sagte: "Wir versammeln uns im Kapitelsaal. Dort wollen wir ihn verhören. Und ich bitte alle, die als Zuhörer kommen, sich ruhig zu verhalten. Bitte keine Zwischenrufe, keine Drohungen, keine Fragen. Die Kinder gehen mit Schwester Alwine ins Schulzimmer."

Der Saal füllte sich schnell. Als alle Sitzmöglichkeiten belegt waren, brachten die Leute Stühle aus anderen Räumen.
Der Gefangene wurde gebracht und mit Kabelbindern an einen schweren Holzstuhl gefesselt, mit dem Gesicht zu einigen von uns, mit dem Rücken zu den Zuschauern.
Calvin stellte ihm einige Fragen, aber der Kerl fluchte und schimpfte nur auf Arabisch und spuckte nach ihm.
Nach ein paar Minuten verlor Miriam die Geduld, stand auf und schlug ihm ins Gesicht. Auch bei ihm brauchte es mehrere Maulschellen ihn zum Schweigen zu bringen.
Sie schien zu wissen, wie man seinesgleichen zum Reden brachte.
Sie beleidigte ihn und im Reflex begann er ihr zu drohen.
Um ihr und uns Angst einzujagen, erzählte er uns von der Armee, die sich auf dem Weg hierher befand.
Mehr als 10 000 Gläubige wären unterwegs um dieses Kloster dem Erdboden gleich zu machen und die Ungläubigen auszurotten.
"Der Kalif selber fährt an der Spitze und führt das Heer der Gläubigen an. Er wird euch im Vorübergehen in den Staub treten und es noch nicht einmal bemerken. Ihr seid wie Ungeziefer unter seinen Füßen." prahlte er.

Zu Calvin sagte er: "Warum beschützt du diesen Abschaum? Mach es wie deine Brüder, wende dich vom falschen Glauben ab, wirf dich dem Kalifen zu Füßen. Wenn du und deine Männer ihm das hier zum Geschenk machst, wird er dich seinen Bruder nennen und dich zu einem seiner Hauptleute machen."
Er spuckte verächtlich in Richtung der Mutter Oberin.
"Welche Vorteile hast du von dieser scharmuta und ihren Weibern? Kommt zu uns oder sterbt!"
Um ihm weitere Informationen zu entlocken, tat Calvin, als überlege er es sich. Und der Araber tat ihm den Gefallen.
Wenn auch nur die Hälfte von dem stimmte, was er von sich gab, hatten wir nur noch wenige Wochen, bevor das Heer hier anlangte.
Als wir genug gehört hatten, befahl Calvin, den Gefangenen wieder in die Zelle zurückzubringen.
Der spukte Gift und Galle als ihm bewusst wurde, dass er übertölpelt worden war und wir nun gewarnt waren.

Beim Mittagessen herrschte bedrücktes Schweigen.
"Was können wir tun?" fragte jemand.
"Wir müssen hier weg!" sagte eine der Frauen.
"Wohin sollen wir denn gehen?"
"Wir könnten nach Tübingen fahren." sagte Karola. "Dort gibt es keine Araber, aber ganz viele Leute wie wir und sie wollen, dass wir alle zu ihnen kommen."
"Woher weißt du das?" fragte ich sie.
"Das Auto erzählt es mir jeden Tag." kam die Antwort.
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Beitragvon Pleitegeier » 26.02.2016, 17:22

Hallo Tagebuch!
Es scheint ein neuer Tag angebrochen zu sein und da mir die Zeit abhanden gekommen ist vergewisserte ich mich bei dem kleinen Riss der Alufolie welche am Fenster in Esszimmer war mir den Marktplatz zu besehen.

Durch die letzte Nacht begleiteten mich ungewöhnliche Geräusche und Fahrzeuglärm jedoch im Haus war es ruhig.

Ich dachte an meine Eltern dessen Leichnam ich an den Straßenrand gelegt hatte und allein der Gedanke daran kam mir unwirklich vor.
Mir vielen die Worte meiner Eltern wieder ein:"Markus wenn einer von uns beiden Versterben sollte findest Du alle Angaben die wichtig sind für diesen Fall im Haushaltsbuch!"
Vergiss nicht den Hausarzt anzurufen und den Tod feststellen zu lassen und geh damit zum Rathaus und lasse Dir den Totenschein ausstellen.
Dann Kopien an alles senden die wir aufgeführt haben damit Du keinen Ärger bekommst!"

Ärger? Nun liegen meine Toten Eltern am Straßenrand. Ich kann weder Telefonieren noch habe ich Strom geschweige sehe ich Menschen auf der Straße.
Auch Autos vermisse ich und mir wurde klar das ich mein Fahrzeug das alleine etwas Entfernt von der Wohnung parkt von dort wegfahren sollte und verstecken.
Deshalb beobachtete ich über einen längeren Zeitraum die Umgebung so unauffällig wie irgend möglich aus verschiedenen Blickwinkel im Haus.
Dabei bemerkte ich auch das die Leichname meiner Eltern verschwunden waren.
Ist das alles nur ein Traum?
Aus weiter Ferne hörte ich immer mal Geräusche welche mir Angst machten weil ich diese nicht einordnen konnte.
Das ständige Beobachten und Überlegen aber auch das Zweifeln an der Wirklichkeit machten mir sehr zu schaffen wobei ich beinahe die Person nicht bemerkt hätte die sich auf dem Weg zum Marktplatz befand mit einer Harke in der Hand.
Je näher dieser Mensch kam um so klarer wurde mir das es Charly war und so schnell ich konnte war ich an der Haustüre um Ihn rein zu bitten.
Charly hatte sich vor vielen Jahren aus dem System verabschiedet und besaß weder ein Konto noch eine Krankenversicherung.
Er lebte im Elternhaus etwas abseits von uns und hielt sich mit Gelegenheitsarbeiten im Ort über Wasser.
Auch bei der Feuerwehr war er sehr angergiert!
Obwohl er dem Alkohol sehr zugetan war hatte sich eine Freundschaft entwickelt in den Jahren in denen wir hier hergezogen waren.
Zu Charly konnte ich immer gehen wenn ich ein Problem hatte und Handwerkliches Geschick nötig war.
Verlangt hat er nie etwas aber die Bezahlung in Zigaretten oder Bier aber auch Lebensmittel oder Medikamente waren immer angemessen und zu seiner Zufriedenheit wir mir schien.

Charlys Blick als er mich sah sprach Bände!
Gemeinsam begaben wir uns in die Wohnung meiner Eltern und ich holte ein Bier aus der Vorratskammer bevor wir das Gespräch suchten.

Das meine Eltern Tod sind wusste Charly bereits und berührte ihn auch nicht oder zumindest schien es mir so und ich fragte ob er wüsste was Loss sei und wo die Menschen alle sind?

Charly sah mich Regungslos an und meinte:"Es ist unwichtig für Dich wo die Menschen sind aber wenn Du die nächste Zeit überleben willst überlege gut wo und wie Du Dich verstecken kannst falls Du nicht getötet werden willst,den das könnte passieren in nächster Zeit!"

"Wir haben Krieg" waren seine Worte und wer mit wem sei ihm zumindest nicht ganz klar aber es gäbe unzählige Tote bereits in der Stadt.
Die Gewalt kam sehr schnell und mit dieser auch der Stromausfall und der Zusammenbruch von Telefon aber auch Handys.
Viele sind Geflüchtet ohne einen Plan und wurden niedergemetzelt auf Autobahnen und auch in den Häusern.
Er kann selbst nur erzählen was Freunde von der Feuerwehr gesehen und erlebt haben auf deren Heimfahrt.

Danach fragte er erneut nach einem Bier und sein Blick wurde dabei immer Nachdenklicher!
Pleitegeier
 

Beitragvon Kavure´i » 27.02.2016, 03:23

Ich vermute mal, dass ich genauso blöd aus der Wäsche geschaut hatte wie die Anderen.

"Das Auto spricht mit dir?" fragte Schwester Irmengard.
"Nein, nicht so wie ihr mit mir sprecht. Es erzählt nur, aber wenn ich es was frage, antwortet es nicht. Manchmal macht es auch Musik."
Wir schauten uns ratlos an.
"Manchmal spricht es mit einer Frauenstimme und manchmal wie ein Mann. Und es redet auch nur, wenn man auf einen Knopf in der Mitte drückt und ist still, wenn man ihn noch einmal drückt."
"Das Autoradio!" rief ich.
Wir rannten in die Garage und stellten das Autoradio an.
"………….gute Nachrichten für alle, die uns hören können. Wir konnten das Fernheizwerk wieder in Gang bringen und werden im Laufe der Zeit alle bewohnten Gebäude der Stadt an die Fernwärme anschließen, sofern sie es nicht schon von früher her sind.
Und nun die tägliche Einladung an Alle, die noch ein funktionierendes Radio besitzen.
Kommt alle zu uns! Wir brauchen mehr Menschen um unsere Kommune aufrecht zu erhalten. Jeder ehrliche und arbeitswillige Bürger ist herzlich eingeladen sich uns anzuschließen.
Verbreitet diese Nachricht an alle Menschen, die fähig und willens sind, sich und ihre Fähigkeiten in unsere Gemeinschaft einzubringen.
Macht euch auf den Weg nach Tübingen! Das Neckartal ist von Kirchentellinsfurt bis Eyach fest in unserer Hand. Hier muss niemand Angst vor Folter, Vergewaltigung, Verschleppung und Tod haben. Wir haben den selbsternannten Kalifen und seine Mörderbande das Fürchten gelehrt. Er hat ein Drittel seiner sogenannten Armee verloren und ist unverrichteter Dinge weitergezogen.
Eine Warnung an Alle: unsere Späher berichten, dass der wüste Haufen auf der A 7 Richtung Norden unterwegs ist. Wir haben Informationen, dass sie sich nach Rostock auf den Weg gemacht haben, das schon seit Jahren fest in ihrer Hand ist.
Verlasst eure Verstecke, schließt euch zusammen, lasst keinen unterwegs zurück! Alle sind willkommen! Frauen, Männer, Kinder, Junge und Alte. Bringt alles mit, was ihr habt oder könnt. Wir freuen uns über Lebensmittel, Kleidung, Hausrat jeglicher Art, Fahrzeuge, Werkzeug, alles was ihr tragen oder anderweitig transportieren könnt. Ihr dürft und sollt aber auch kommen, wenn ihr nichts mitbringen könnt.
An alle Landwirte und Landmaschinenmechaniker: wenn ihr Traktoren, Erntemaschinen usw. in Gang bringen könnt. Bringt sie her!
Wer noch hat bringt bitte Waffen und Munition mit!
Wer einen Panzer in der Garage stehen hat oder einen Raketenwerfer auf dem Dachboden herumliegen hat, darf die gerne mitbringen.
Haha, Spaß muss sein.
Das war Jürgen Schweinbenz vom Radio Freies Neckartal."
Dann wurde Musik eingespielt.
Marc schaltete das Radio aus.
"Seht ihr, das Auto spricht." sagte Karola.
"Warum hast du uns nicht schon früher davon erzählt?" fragte Arnold.
"Weil ich hier bleiben wollte. Hier ist es schön und ruhig und ich habe Askari und Emma, meine Mama und euch und Schwester Alwine. Aber jetzt kommen die Arabs und sie werden uns wieder einfangen und uns weh tun. Jetzt will ich nach Tübingen!"

Die Nachricht sprach sich in Windeseile herum. Alle waren aufgeregt und sahen wieder optimistisch in die Zukunft.
Wir versammelten uns erneut im Kapitelsaal und Calvin und die Mutter Oberin baten Alle um ihre Meinung und um Vorschläge.
Die einhellige Meinung war natürlich, dass wir die uns lieb gewonnene Zuflucht des Klosters verlassen mussten.
Auch wenn der Kalif mit "nur" noch ungefähr 7000 Mann unterwegs war, waren das zu Viele um ihnen stand halten zu können.
Und alle wollten natürlich nach Tübingen.
Es gab auch Einige, die zu bedenken gaben, dass es sich bei dem Sender um eine Falle der Arabs handeln könnte, um die letzten freien Bürger anzulocken.
Auch diese Einwände wurden ernsthaft diskutiert, schließlich aber als äußerst unwahrscheinlich verworfen.
Es wurde beschlossen, so viele Fahrzeuge als möglich zusammenzusuchen und in Gang zu bringen als möglich.
Die Klosterbewohner hatten eine ziemlich große Fahrzeugflotte gut versteckt in der näheren Umgebung zur Verfügung.
"Und dann haben wir ja noch die Vehikel der Arabs." meinte Sergeant Holliver.
Die Arabs!
Die hatten wir vor lauter Gefangenenverhör und Radiosendung vollkommen vergessen.
Calvin führte 50 seiner Männer vors Tor des Konvents.
Obwohl sich nichts rührte, näherten sie sich vorsichtig dem Schlafhaus. Sie stellten sich rechts und links der Tür auf, die Waffen im Anschlag.
Einer trat die Tür auf und ging sofort wieder in Deckung.
Kein Laut drang aus dem Gebäude und als zwei von ihnen hineingingen, blieb alles ruhig.
Wie von Elli geplant, waren sie im Schlaf erstickt.
Calvin befahl alle Männer ins Freie und sie sammelten alle Toten die sie fanden ein und trugen sie ins Schlafhaus.
Zum Glück hatten wir schon seit Tagen Minusgrade, so mussten wir uns weder über Leichengeruch noch Seuchen Gedanken machen.
Dann räumten sie die ausgebrannten Autos von der Straße.

Da es insgesamt 380 Personen waren, die transportiert werden mussten, entschieden Calvin und die Mutter Oberin, dass sich die Soldaten nach Bussen umsehen sollten um die Anzahl der Fahrzeuge auf das absolut nötige Minimum zu beschränken.
Marc und ich teilten ihnen mit, dass sie für uns keine Plätze einzuplanen bräuchten.
Wir wollten an unserem Plan, den Bunker in Landsberg am Lech zu suchen, festhalten.
Miriam schloss sich uns natürlich an, hoffte sie doch, dort ihre Familie wiederzufinden.
Max und 5 der Biker, darunter Hannes und Arnold, wollten ebenfalls mit uns fahren.
Unsere anderen Freunde wollten lieber mit der Klostergruppe ins Neckartal ziehen. Wir nahmen es ihnen nicht übel. Auch wir wären lieber unter dem Schutz erfahrener Soldaten gereist.
Aber die Menschen im Bunker sollten auch von dieser Option erfahren.
Calvin wäre am liebsten auch mit uns gegangen, sein Verantwortungsbewusstsein ließ das aber nicht zu.
Aber er fragte bei seinen Leuten nach Freiwilligen, die uns begleiten wollten. Sofort meldete sich Sergeant Holliver und unter den anderen Freiwilligen ließ er für neun das Los entscheiden. Und er gab uns einen der Scharfschützen mit.
Dieses Mal würden wir also mit 20 Personen unterwegs sein. Die Gruppe war groß genug um wehrhaft zu sein und klein genug um schnell reisen zu können.
Wir würden die vier SUVs mit den Anhängern nehmen, Max und seine Leute wollten trotz dem Kälte auf ihren Motorrädern fahren.

Calvins Leute brachten nach und nach 5 Busse zum Kloster. Damit könnten ungefähr 300 Menschen transportiert werden.
Je nachdem, wie viele andere Fahrzeuge sonst noch gebraucht wurden.
Die nächsten beiden Tage verbrachten wir damit, die Transporter zu beladen.
Da die Arabs reichlich davon mitgebracht hatten, mangelte es daran nicht.
Am Ende wurden es 75 bis unters Dach vollgepackte LKWs.
Für jeden wurden zwei Fahrer bestimmt.
Es wurden noch einige SUVs ausgesucht und so hatten alle anderen genug Platz in den Bussen.

Auch unsere Anhänger waren gut gefüllt mit Lebensmitteln, Kochutensilien, Schlafsäcken und Zelten.
Die Waffen, die Munition und warme Ersatzkleidung brachten wir in den Autos unter.

Die Gläubigen feierten gemeinsam den 2. Advent. Danach brachten sie das Altarkreuz und die geweihten Gegenstände in die Gänge unter der Krypta.
Die Heiligenfiguren und die Bilder waren schon tags zuvor abgenommen und nach unten gebracht worden.
Schwester Irmengard verriegelte den Deckel des Sarkophags.
Danach wurde der Zugang zur Krypta verschlossen. Die steinerne Falltür fügte sich fugenlos in den Kirchenboden ein und war nicht zu sehen.

Alle strömten aus dem Kloster und kletterten in die Fahrzeuge.
Unsere Freunde standen noch bei uns um uns zu verabschieden.
Karola weinte nun doch, wollte plötzlich mit uns reisen. Aber das kam natürlich nicht in Frage. Ohne Not würden wir keines der Kinder mitnehmen.
Schweren Herzens nahm ich Abschied von Askari. Ich gab Karola seine Leine in die Hand und sagte zu ihr: "Du bist jetzt verantwortlich für ihn. Pass gut auf ihn auf bis wir auch in Tübingen ankommen."
Ich umarmte das Mädchen, knuddelte noch einmal meinen Hund und sah ihnen dann mit Tränen in den Augen beim Einsteigen in den Bus zu.
Miriam hatte Elli Emma anvertraut und kämpfte ebenfalls mit den Tränen.
Auch der Abschied von meinem erst kürzlich gefundenen "Sozusagen-Cousin" und von den Nonnen fiel uns nicht leicht.

Wir fuhren als erste los.
Das letzte, was wir noch hörten, war ein Schuss.
Schnell hatten wir die A 24 erreicht und passierten noch am gleichen Tag Berlin.
Dort schien es enorme Verwüstungen zu geben, aber wir fuhren auf der A 10 schnellstmöglich daran vorbei. Keiner von uns wollte sich dort näher umsehen.

Wir übernachteten auf einem ehemaligen Rastplatz. Das angeschlossene Hotel war zwar schon lange geplündert worden und die Zapfsäulen gaben kein Benzin mehr her, aber die Gebäude hatten noch Dächer und so fuhren wir unsere Fahrzeuge dicht zusammen und rollten unsere Schlafsäcke auf den Bettrosten des Hotels aus.
Die Nacht verging ohne Zwischenfälle und wir fuhren früh am nächsten Morgen weiter, nachdem wir uns heißen Kaffee gemacht und belegte Brote gegessen hatten.
Die Autobahn war in gutem Zustand und wir schafften es an diesem Tag bis Gera.
Dort suchten wir uns ein Haus mit hoher Hecke aus, so dass unsere Autos von draußen nicht zu sehen waren.
Zwei Wachen blieben bei ihnen, sie würden alle 2 Stunden abgelöst werden.
Wir anderen trugen unsere Schlafsäcke und einige Lebensmittel ins Haus.

In der Küche stand ein Gasherd und als ich ihn ausprobierte, strömte tatsächlich Gas aus.
Im Schrank gab es Töpfe und Pfannen und wir kochten Nudeln, brieten sie zusammen mit kleingeschnittenen Würstchen aus der Dose und mit Wasser angerührtem Trockenei.
Dazu gab es heißen Tee.

Plötzlich stand Hannes auf, schlich zu der Tür, die, wie wir bei einer kurzen Durchsuchung des Hauses festgestellt hatten, zum Schlafzimmer führte, riss sie auf und zerrte eine Gestalt in die Küche.
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Beitragvon Pleitegeier » 27.02.2016, 20:47

Hallo Tagebuch!
Ich musste erst durchatmen und bin wie eine Katze durch das Haus geschlichen als Charly gegangen war.
Ich konnte es nicht glauben und doch sagte mir mein Unterbewusstsein das es stimmt!

Charly machte mir eindringlich bewusst meinen Notrucksack nochmals zu Kontrollieren und zu ergänzen und vorerst hier zu bleiben weil ich noch Trinken und Lebensmittel hätte und sicher währe.

Er meinte auch das Gift oder eine schmutzige Bombe irgendwo eingesetzt worden sei und es unzählige Tote geben soll.
Seine Feuerwehr Freunde welche im Ort verteilt wohnen bewachen und beobachten die Umgebung.
Die wenigen Personen die noch hier sind haben Sie angewiesen Lebensmittel für die alte Brauerei herzurichten die bereits im 2 Weltkrieg als Bunker genutzt wurde und deren Eingang sehr versteckt ist.

Markus! Kennst Du in der Nähe Verstecke wo Du evtl. eine oder mehrere Nächte bleiben kannst falls es heiß wird im Markt?
Meine Antwort war ja!
Ich kenne aus meiner Kinderzeit genügend Schlupflöcher und Geheimgänge oben auf der Burg. Als Einzelgänger der ich gerne war hatte ich meine eigenen Spielplätze und Rückzugmöglichkeiten.

Der Alkohol machte uns beide immer Lockerer und Mutiger wobei uns auch die Tatsache das andere versuchen zu schützen und wir alle abseits von wichtigen Bereichen uns befinden unsere Gedanken in eine andere Welt beförderten.

Charly war mir immer etwas Suspekt. Manche haben ihn für Verrückt erklärt weil er Geschichten kannte und als Wahrheiten rüberbrachte was nicht in deren Köpfe passte.
Damals wie heute haben wir gelacht und trotzdem waren meine Gefühle dabei anders.
Alles schien wie immer und das die Erzählung von Charly das jede Nacht Menschen neben den Straßen abgelegt worden sind in den ersten Tagen und auch aus Häusern einige rausgeschafft wurden und oben hinter dem Badesee verbrannt wurden, brachten mich nicht in die Wirklichkeit zurück.

Irgendwann bin ich eingeschlafen und als ich erwachte war ein guter Freund verschwunden und mit ihm der Schlüsselbund meiner Mutter.
Schnell bemerkte ich das Charly die Haustüre und Zwischentüren verschlossen hatte als er aufgebrochen war.

Ich fing wieder an zu zählen um meine Gedanken frei zu bekommen und machte mich daran den Rucksack mit Dingen aus denen meiner Eltern zu ergänzen wobei ich noch einmal Wärmekissen sowie Feinstaubmasken beilegte.

Danach räumte ich die Wohnung auf und führte Selbstgespräche um mich von den aus der Ferne eindringenden Geräuschen ab zu lenken.
Als ich fertig war habe ich aus den Vorräten Schnäpse ausgesucht und in Mamas Likörbehälter umgefüllt.
Mam hatte sie vom Flohmarkt mitgebracht und als Blumenvasen benutzt oder für Ihren Balsamico Essig.

Jedem Schnapsgefäß setzte ich eine andere Substanz zu.
Dem Whiskey Schlaftabletten! Dem Cognac Rizinusöl! Dem Tequila einige Tropfen des schärfsten Chilli der Welt.

Das ganze deponierte ich auf dem Teewagen im Esszimmer!
Da Charly nur Bier trank brauchte ich mich nicht zu Sorgen das er sich daran vergreift.

Mein Leben stand auf dem Kopf von einer Minute auf die andere und ich erkannte die letzten Stunden automatisiert gewesen zu sein.
Irgendwas hat mich machen lassen und zum Handeln gezwungen.
An ein Morgen oder Abend wollte und konnte ich nicht denken und schnappte mir meinen Schlafsack und eine flasche Wasser und verkroch mich in die 2m Vorratskammer.

Tagebuch lasse mich nicht allein!!!!!!!!!!!!! Und lieber Gott falls es Dich gibt steh mir und allen bei die ein friedliches Miteinander wollen!
Pleitegeier
 

Beitragvon Mankei » 01.03.2016, 00:29

Sofort suchten wir Deckung in einer Mulde und tauchten ab. Lange blieben wir dort regungslos liegen ehe Uwe den Entschluss fasste nachzuschauen. Sie sind weg, ihr könnt hochkommen.
Noch immer hingen unsere vier Freunde da unten, Karl sagte als erster das wir sie holen müssen bevor die Amirab zurück kommen.

Sie mussten lange gefoltert worden sein, am ganzen Körper tiefe Messerschnitte, Jens und Thomas hatten keine Finger-und Zehennägel mehr, Bertram wurden anscheinend alle Zähne gezogen und bei Philipp wurden Finger abgeschnitten.

200 Meter weiter fanden wir eine kleine Anhöhe mit einer großen Eiche, dort sollten sie ihren Frieden finden.

Keinem fielen passende Worte ein, wir versprachen ihnen aber das wir sie sobald es möglich ist nach Hause zu holen.

Erwin und Karl fragten was wohl mit den anderen passiert ist, ich schaute beide an und versuchte mich in Optimismus, nun Ralph hat eine Ausbildung als Einzelkämpfer, ihn zu überwältigen wäre sicher nicht leicht, wenn er aber in einer Gruppe operiert ist er auch nur so stark wie sein schwächstes Glied, aber seine Weggefährten seien ja auch alle kampferprobt, von daher freundete ich mich mit dem Gedanken an das sie hier irgendwo ihr Unwesen treiben und auf Rache aus sind.

Ich mache mir Sorgen um unser Zuhause, jeder gibt irgendwann auf, das ist normal und menschlich, wenn wir uns dann auch noch einmal vor Augen halten wie sehr sie die vier Misshandelten dann denke ich das unser Bunker nicht mehr sicher ist.

Was willst du damit sagen fragte Karl?
Das bestimmt einer von ihnen erzählte wie und wo wir zu finden sind.
Erneut fragte Karl, dann sollten wir schnellstens nach Hause fahren und die anderen warnen?
Das werden wir auch machen, aber nur zwei, die anderen zwei bleiben hier und suchen den Rest des Teams erwiderte ich.
Karl, du bist hergefahren und findest bestimmt wieder zurück, nimm Erwin mit und schließt den Bunker, macht für niemanden auf, vergrabt unter der zweiten Birke ein Funkgerät und schaltet eure Geräte alle vier Stunden ein, sendet aber selber nicht, wartet auf unser Signal.
Wir machten ein Codewort aus, wünschten uns gegenseitig Glück und dann trennten sich unsere Wege.

Uwe und ich blieben noch einige Zeit am Grab unserer Freunde, es fiel uns beiden schwer sie zu verlassen, aber wir mussten die anderen finden und wir wollten sie lebend finden.

Zu Fuß erkundeten wir vorsichtig die Umgebung, immer Richtung Altenstadt gehend das nicht weit entfernt war. Wir konnten das Camp der Amirab sehen, es war eigentlich unverändert, nur Menschen, ob Freund oder Feind, waren nicht zu sehen.

Wir legten uns auf die Lauer, Stunden vergingen ohne das etwas geschah, Uwe fragte ob wir wenn es dunkel wird einen Besuch wagen sollten, wir brauchen auch Nahrung, Trinken und wenn möglich auch Waffen gab er zu bedenken.

Warten wir besser ein paar Stunden, die Nacht ist noch jung und wir müssen sicher sein das dort niemand ist!

Irgendwann wachten wir beide auf, wir schämten uns dafür aber sogleich schmiedeten wir einen Plan der uns ablenkte. Uwe sollte von links, ich von rechts kommend das Lager betreten, wie wir von unserem ersten Besuch wussten gab es nur wenig Deckung, die geschlossene Wolkendecke sollte aber ein Vorteil für uns sein.

Wir starteten sogleich, in meinem Körper breitete sich Angst aus, die fehlende Erfahrung mit solchen Unternehmungen forderte ihren Tribut und der Umstand ohne Waffen, noch nicht einmal mit einem Messer, ausgestattet zu sein trug nicht gerade zur Beruhigung bei.
Man konnte einige Tiere hören, ansonsten war es ruhig und immer noch gab es keinerlei Hinweise auf Menschen. Wir trafen beide gleichzeitig an den Zelten ein, wir schlichen leise herum und „suchten“ nach einem Geräusch, Husten, Schnarchen, was auch immer aber alles war ruhig, dann entschieden wir uns für das mittlere der drei Zelte.
Alles war wie bei unserem letzten Besuch, nichts hatte sich verändert, ebenso wie bei den beiden anderen Zelten. Die Vorratszelte jedoch waren nun leer, nichts deutete mehr auf die Schätze hin die wir vor ein paar Tagen zurück gelassen hatten.
Das Schicksal unserer Freunde blieb ungeklärt, drei mögliche Szenarien hielten wir für am wahrscheinlichsten, erstens, sie verfolgen die Amirab, zweitens, sie wurden gefangen genommen und drittens, sie sind alle Tod, diese Möglichkeit wollten wir aber nicht in Betracht ziehen.

Wir gingen zurück nach Altenstadt um dort nach einem fahrbaren Untersatz suchen, eine Aktion die viel Zeit in Anspruch nahm, Autos gab es dort viele, aber in keinem steckte der Schlüssel, unsere Kenntnisse bezüglich des Kurzschließens eines Autos ging gegen Null, umso glücklicher waren wir als in einer kleinen Garage eine alte Quickly stand, ich kannte diese Mopeds aus meiner Jugendzeit und war selbst einmal für kurze Zeit ein stolzer Besitzer dieses Modells.

Nach dem dritten Versuch sprang der Motor an.

Unser Weg ging direkt zur Kaserne, vielleicht waren die anderen dort, Ralph und sein Team würden bestimmt hier als erstes ihr Glück versuchen, die Chancen Waffen zu finden war dort sicher am größten. Bei der Ankunft überraschte uns ein verschlossenes Tor, konnte es sein das dort niemals versucht wurde, nach all den Jahren, nachzuschauen. Kasernen hatten Nahrungsmittel, Waffen, Fahrzeuge und niemand sollte hier aktiv gewesen sein. Schon bei unserem ersten Besuch sprach Ralph mit mir darüber hier her zu kommen, nur durch den Umstand unseres großen Fundes bei den Amirab gaben wir dieses Vorhaben auf.

Ohne Mühe kletterten wir über den Zaun, pirschten uns im Schutze von Häusern, Bäumen und Sträuchern in die Nähe einer großen Lagerhalle, von weitem sah man durch die Fenster im oberen Stockwerk Landkarten hängen, wir erhofften uns dort einen guten Überblick zu verschaffen.

Immer diese verschlossenen Türen, Uwe schlug zwei Scheiben ein und zwängte sich durch sie hindurch, ich folgte ihm. Die Halle war nahezu leer, ein paar Schränke, Arbeitstische, etwas Werkzeug. Die Treppe am anderen Ende wurde schnell erreicht und diesmal erwartete uns eine offene Türe, aber auch dieser Raum hat nicht nützliches für uns zu bieten, wenn man von den sehr guten Landkarten absah die an der Wand hingen. Jeder nahm sich eine heraus, dann galt unsere Aufmerksamkeit dem guten Fernblick über den Stützpunkt. Uwe meinte wir sollten hier bleiben, wir müssen auch mal schlafen und dieses Büro konnte nur schwer unbemerkt betreten werden. Da wir großen Hunger und Durst hatten wollten wir erst noch schauen ob wir hier fündig werden.

Unzählige Gebäude später trafen wir uns enttäuscht wieder, keiner hatte etwas gefunden. Es gibt hier nichts, obwohl keinerlei Beschädigungen an und in den Häusern waren sie offenbar durchsucht und leer geräumt worden.

Wir müssen endlich etwas trinken kam aus meinem trockenen Mund.
Lass uns zu den Flugzeughallen gehen, vielleicht ist dort etwas zu holen sagte Uwe.
Die ersten beiden Hallen waren leer, die dritte war mit Abfall übersät, es roch unbeschreiblich, als wir an der vierten Halle ankamen fiel es uns sofort auf, überall waren Einschusslöcher, anscheinend fand hier ein heftiger Kampf statt, es war aber niemand zu sehen, doch dann, wir gingen um eine ein Meter hohe und etwa fünf Meter lange Mauer herum als wir sie dort liegen sahen.

Ralph und Stefan lagen Tod hinter der Mauer, ich konnte nicht glauben das auch sie Tod waren, wir setzten uns neben sie und fingen an zu weinen. Wir brauchten bestimmt über eine Stunde um uns wieder zu sammeln, an einen klaren Gedanken war überhaupt nicht zu denken, zu tief saß die Trauer über den Verlust unserer Freunde.

Irgendwann schliefen Uwe und ich neben unseren Freunden ein und am nächsten Tag wollten wir sie begraben. Erneut mussten wir zwei Gräber schaufeln um darin unsere Freunde zu begraben. Immer wieder fragten wir uns ob Rainer, Kurt und Hans noch lebten, wir wollten möglichst schnell nach ihnen suchen. Gerade als wir Ralph ins Grab hinab seilten fiel mir sein Geheimversteck ein, er hatte mir immer davon berichtet wenn ihm etwas passiert dort nachzuschauen. Also nahm ich seinen Gürtel ab und öffnete den nun sichtbaren Reißverschluss. Ich fand dort ein paar Angelhaken nebst Schnur, Überallzünder, ein Skalpell und einen Zettel.
Ich öffnete den Zettel und fing so zu weinen an wie noch nie zuvor in meinem Leben.

Mankei, alter Freund du hast also mein Geheimversteck nicht vergessen, ich hatte dir ja immer wieder davon erzählt was ich dort alles so verstaue. In den letzten Minuten meines Lebens schreibe ich dir diese Zeilen, Stefan ist schwer verwundet, verschießt gerade unsere letzte Munition, ich habe zwei Bauchschüsse und spucke nur noch Blut. Bevor sie uns noch gefangen nehmen haben Stefan und ich jeweils eine Kugel aufbehalten, du weißt für wen sie sind. Ich schreibe dir nun also was uns passierte. Unser Plan war eigentlich gut, wir wollten sie von zwei Seiten aus angreifen, Pech hatten wir nur das die Amirabs patrouillierten und so Jens, Bertram, Philipp und Thomas in den Rücken fielen als wir gerade Angreifen wollten, Alle wurden dabei schwer verwundet, aber sie lebten, wir anderen die gerade einmal 50 Meter entfernt in Deckung lagen mussten nun zuschauen wir sie gefoltert wurden. Mehrmals waren wir kurz davor einzugreifen aber als einer laut Landsberg, Richtung Igling und Bunker ausschrie entschlossen wir uns dafür nicht einzugreifen. Ein direkter Angriff hätte eh keine Chance gehabt, es waren einfach zu viele Amirabs um sie herum. So blieben wir also in Deckung sammelten uns neu und machten uns daran einen nach dem anderen zu eliminieren. Wir jagten sie und töteten sie, alle, ihr braucht keine Angst haben, keiner hat überlebt. Rainer und Kurt wurden bei unserem ersten Angriff getötet, Hans erwischte es in dem Moment als wir die letzten vier von ihnen ausschalten wollten, er rettete Stefan und mir das Leben, und nur dadurch schafften wir es das alle die den Standort des Bunkers kannten ausgeschaltet wurden. Pech hatten wir nur das kurz nach unserem Erfolg ein Flugzeug landete und Stefan und ich einen Moment zu spät reagierten, sie deckten uns mit ein Kugelhagel ein der seinesgleichen suchte, du weißt ich habe schon viel erlebt, aber das sprengte wirklich alle unsere Vorstellungen. Es dauerte nicht lange bis bei uns die Munition knapp wurde, als wir dann fast zeitgleich getroffen wurden fasten wir den Entschluss unserem Leben selbst ein Ende zu machen, niemand weiß also wo unser Zuhause sich befindet, alle die es kannten sind Tod und du weißt ich würde es niemals einfach so sagen wenn ich mir absolut hundertprozentig sicher darüber wäre.

Zum Schluss ein paar Zeilen nur für dich du altes Murmeltier.
Ich weiß noch wie wir uns das erste mal begegneten, ich dachte was bist du denn für ein Freak. Jemand der auf das Ende der Welt wartete und es mit ein paar Verrückten überleben will.
Einfach mal so auf die schnelle einen Bunker zu besetzen und der davon überzeugt war damit auch noch durch zu kommen das wollte ich unbedingt miterleben. Nun, du und Alex, ihr habt uns alle eines besseren belehrt, wir alle sind damit durchgekommen, zumindest bis jetzt.
Was die Zukunft bringen wird weiß ich natürlich nicht, aber die Welt ist so verrückt geworden da scheint alles möglich. Wenn ich dir einen Tipp mit auf den Weg geben will dann den, schließt die Tore, verhaltet euch still und ignoriert alle Hilferufe, dann und nur dann habt ihr eine Chance.
Essen, Trinken, Sauerstoff, alles ist im Überfluss vorhanden, wartet also einfach nochmal fünf Jahre und schaut ob es sich dann wieder lohnt die Tore zu öffnen. Ich wäre sehr gerne bei der Geburt deines Kindes dabei gewesen, drücke Helga von mir und grüße alle anderen. Rainer, Kurt, Hans, Bertram, Stefan, Philipp, Jens, Thomas und ich werden für immer in euren Herzen sein.
Viel Glück!

Unzählige Minuten später schaufelten wir die Gräber zu, verneigten uns ein letztes mal vor Ralph und Stefan und machten uns auf den Weg nach Hause. Zu zweit auf der Quickly ging es nur langsam voran, aber wir näherten uns ohne Probleme unserem Ziel.
Als wir dann endlich ankamen gingen wir zur zweiten Birke, buddelten das Funkgerät aus und sendeten das vereinbarte Passwort.

Lange Zeit sendeten wir immer wieder „Vorsorger sorgen vor“, dann öffnete sich auf einmal die Türe. Alex kam heraus, umringt von vielen anderen, alle wollten uns gratulieren das wir es zurück geschafft hatten doch ich wollte nur zu Helga.
Endlich sah ich sie, Helga kämpfte sich durch die Menge, ich ging auf sie zu und bekam eine gewaltige Ohrfeige, dann küsste und umarmte sie mich.
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Beitragvon Kavure´i » 02.03.2016, 02:52

"Bitte tut mir nichts, bitte, ich habe nichts getan, lasst mich gehen." flehte der alte Mann, den Hannes am Arm gepackt hielt.
"Setz dich an den Tisch!" befahl er ihm, schloss die Tür und stellte sich davor.
Der Mann setzte sich auf die vordere Kante des Stuhls und schaute uns entsetzt an.
"Bitte beruhigen sie sich. Wir werden ihnen nichts tun." sagte ich. "Wer sind sie und wo kommen sie so plötzlich her?"
Er schwieg.
John schenkte eine Tasse Tee ein und schob sie dem Alten zu. "Hier sind Zucker und Sahne, bedienen sie sich."
Misstrauisch nahm der Mann die Tasse, löffelte Zucker hinein, lehnte aber die Sahne ab.
Nachdem er einen Schluck genommen hatte, fragte Marc: "Also? Wer sind sie?"
"Ich bin der Eigentümer dieses Hauses und ich heiße Tobias Kremser."
"Wir dachten, das Haus sei unbewohnt."
"So soll es ja auch aussehen. Nur so konnten wir die letzten Jahre unbehelligt bleiben."
"Wir?"
Er biss sich auf die Lippen, nun hatte er sich verraten und wir wussten, dass er nicht alleine im Haus war.
John und einer seiner Männer gingen ins Schlafzimmer. Nach wenigen Minuten kamen sie mit einer alten Frau zurück.
"Ein versteckter Raum. Man muss durch den Kleiderschrank gehen."
Auch sie wurde an den Tisch gesetzt und bekam Tee.
Sie saßen schweigend mit gesenkten Köpfen da. Sie fürchteten sich vor uns und das konnten wir natürlich verstehen.
Auf unsere Fragen antworteten sie nicht oder nur mit Nicken oder Kopfschütteln.
Schließlich ließen wir sie in Ruhe und richteten uns für die Nacht ein.
Einer würde wach bleiben und ein Auge auf die Beiden haben.

Die beiden Wachen kamen von draußen herein. Einer von ihnen löschte schnell die Gaslampe auf dem Tisch.
"Fahrzeuge kommen, mindestens zwei."
"Das ist die Nachtstreife." flüsterte Tobias. "Sie suchen nach Einheimischen und bringen alle um, die sie erwischen können."
"Nur die Kinder und Frauen nicht, die nehmen sie mit." Das war der erste Satz, den Tobias´ Frau sprach, seit John sie in die Küche geführt hatte.
"Durchsuchen sie die Häuser?" fragte ich.
"Nur wenn sie einen Verdacht haben."
"Wie viele sind es?"
"Normalerweise zwei Jeeps mit je vier Mann."
"Geht in euer Versteck und bleibt dort, egal was ihr hört oder was passiert." befahl Marc.
Das ließen sie sich nicht zwei Mal sagen. Sie kletterten durch den Kleiderschrank in ihr Versteck, zogen die Schranktüren zu. Dann hörten wir es klicken und wir wussten, sie waren in Sicherheit.

Die Streife fuhr langsam die Straße entlang, fuhr am Haus vorbei und bald hörten wir nichts mehr.
Wir atmeten schon auf, als das Motorengeräusch wieder näher kam.
Sie hatten gewendet und kamen zurück.
Vor dem Haus hielten sie an, sie stiegen aus und vier von ihnen kamen direkt aufs Haus zu.
Einer zeigte auf den Boden. Vier schwere SUVs mit Anhänger plus 6 Motorräder hatten leider Spuren hinterlassen.
Einer ging ums Haus herum, kam zurück, machte Zeichen und legte einen Finger an die Lippen.
Sie schlichen sich zur Haustür und öffneten sie leise.
Wir ließen sie ins Haus kommen und bis zur Küche vordringen. Rechts und links der Tür hatten sich zwei Soldaten aufgestellt, zwei weitere warteten hinter der fast geschlossenen Wohnzimmertür.
Sie schlugen gleichzeitig zu.
Zwei fielen in der Küche, die anderen beiden im Flur.
Schnell trugen wir sie ins Wohnzimmer und warteten.
Die Besatzung des zweiten Jeeps wartete einige Minuten schweigend, dann rief einer von ihnen etwas.
Als sie keine Antwort bekamen, gingen sie ihren Kumpanen nach.
Mit der Arroganz von Männern, die schon seit Jahren auf keinerlei Widerstand mehr gestoßen waren, betraten sie das Haus und riefen laut nach den Anderen. Sie erlitten das gleiche Schicksal wie ihre Gefährten.
Sie hatten noch nicht einmal ihre Waffen gezogen, so sicher hatten sie sich gefühlt.
Unsere Leute liefen sofort nach draußen, luden alles Brauchbare aus, die Leichen ein, und fuhren die Jeeps weg.
Nach einer Stunde kamen sie zurück. Sie hatten die Jeeps in eine Scheune außerhalb gefahren. Dort würden sie nicht so schnell gefunden werden.
Inzwischen saßen wir wieder mit Tobias und Brigitte, seiner Frau, am Küchentisch.
Und hatten in groben Zügen ihre Geschichte gehört.
Sie hatten den Zusammenbruch kommen sehen und vorgesorgt.
Sie hatten im Schlafzimmer eine Mauer gezogen und den Eingang mit dem großen und schweren Einbaukleiderschrank getarnt.
Tobias hatte einen Zugang zum Dachboden eingebaut und nachdem sie alle ihre Vorräte dorthin geschafft hatten, den ursprünglichen Zugang im Flur mit Deckenpaneelen verkleidet.
So waren sie anfangs den Mördern entkommen, die in den ersten Wochen von Haus zu Haus zogen und alle Einheimischen, die sie fanden, massakrierten, und anschließend den Plünderern und am Ende den Streifen der Moslems.
Wo sie herkamen und wie viele es waren, wussten die beiden nicht.
Wir erzählten ihnen, wohin wir auf dem Weg waren und zu unserem Erstaunen fragte uns Brigitte, ob wir sie nicht mitnehmen könnten.
"Wir waren jetzt so lange alleine, es wäre schön, wieder unter Menschen zu sein." meinte sie.
"Und wenn wir es am Ende bis Tübingen schaffen, können wir vielleicht unsere letzten Jahre noch ohne Angst verleben."

Wegen des Vorfalls mit der Streife wagten wir es nicht, länger als nötig zu bleiben.
Tobias und Brigitte besaßen einen Renault Kangoo, der wunderbarerweise bisher nicht entdeckt worden war.
Sie klappten die Rücksitze um und wir packten ihre verbliebenen Vorräten ein, einiges an Hausrat und persönlichen Gegenständen. Auch in unsere Anhänger packten wir noch dazu, was Platz hatte.
Noch vor dem Morgengrauen waren wir wieder unterwegs. Den Kangoo fuhren zwei der Soldaten, da sich die beiden Alten es nicht mehr zutrauten.
Wir nahmen die B 2 um wieder auf die A 9 zu kommen.
Unterwegs begegneten wir niemandem, worüber wir nicht traurig waren.
An diesem Tag kamen wir bis Bayreuth.
Zwei Mal mussten wir schnell von der Autobahn herunter. Das erste Mal war es ein Konvoi von über 100 Fahrzeugen. Die Truppe machte einen mitgenommenen Eindruck, viele Wägen waren beschädigt, etliche Männer trugen Verbände. Es schien doch noch wehrhafte Einheimische in Deutschland zu geben. Beim zweiten Mal war es ein einzelnes Auto. Ob Freund oder Feind konnten wir nicht feststellen.
Wir hatten allerdings auch keine Ambitionen, es herauszufinden.
Kurz vor der Abenddämmerung kamen unsere Späher zurück.
Zwei waren nach Bayreuth hineingefahren und erzählten uns, dass ganze Straßenzüge in Schutt und Asche lägen.
Die anderen, die auf der Autobahn weitergefahren waren, berichteten von einem kilometerlangen Tross aus hunderten von Fahrzeugen, die alle in unsere Richtung fuhren.
Also verließen wir die A 9 bei Wolfsbach und wichen auf die B 2 aus.
Inzwischen war es fast dunkel geworden und wir suchten uns einen Platz für die Nacht.
Da wir etwas Abstand zwischen uns und den Konvoi bringen wollten, folgten wir einer Straße und dem Hinweisschild "Ausflugsgaststätte Schlehenberg".
Unsere Fahrzeuge konnten wir dort gut im Wald verstecken. Im Gebäude selber gab es nichts mehr. Es war komplett ausgeräumt und geplündert worden. Die Eingangstür hing schief in den Angeln, die Fenster gähnten leer.
Aber das Dach war noch intakt. Wir suchten uns den am wenigsten verwüsteten Raum aus, hängten Decken vor das Fenster und die Tür, breiteten eine Plane auf dem schmutzigen Boden aus und legten uns nach einem frugalen Abendessen, bestehend aus Dosenbrot und Schinkenwurst aus dem Glas, zum Schlafen nieder.
Marc und ich hatten unsere Schlafsäcke zusammengeschlossen und kümmerten uns nicht um die neidischen Blicke der anderen. Ich war froh, dass wir uns gegenseitig wärmen konnten, denn es war sehr kalt.
Alle zwei Stunden wurden die Wachen abgelöst. Am nächsten Morgen fuhren Max und Arnold Richtung Wolfsbach. Sie wollten nach dem Konvoi Ausschau halten.
Wir richteten uns auf eine längere Wartezeit ein.
Zwei Stunden später kam Arnold alleine zurück und berichtete, dass die Spitze des Trosses in Bayreuth angekommen sei.
Es würde noch Stunden dauern, bis das letzte Vehikel die Stadt passiert hätte.
Hannes und Dirk fuhren los und kurz darauf kam Max zurück.
Seiner Beschreibung nach zog da ein schwer in Mitleidenschaft gezogenes Heer vorbei.
Wie schon bei dem kleineren Trupp am Tag zuvor, waren viele der Fahrzeuge mehr oder weniger stark beschädigt und es waren viele Verwundete zu sehen.
Hannes und Dirk würden bis zum Abend als Beobachter auf ihrem Posten bleiben.
Wir beschlossen, uns währenddessen ein wenig in der Gegend umzuschauen. Unsere Spritvorräte waren bedenklich geschrumpft und wir hatten bisher keine funktionierende Tankstelle gefunden.
Wir hängten bei zweien der SUVs die Anhänger ab und fuhren weiter in Richtung weg von der Autobahn. Wir hofften, dort Diesel und Benzin zu finden, abseits von den großen Durchgangsstraßen.

Alle Tankstellen die wir fanden, waren schon lange außer Betrieb. Bei den meisten waren die Zapfsäulen entfernt und der Boden aufgerissen worden. Durch die Löcher konnte man in die leeren Tanks schauen.
Wir durchstöberten unzählige Garagen, Lagerräume, Firmen und Autohäuser.
Unsere Ausbeute war mager. Insgesamt konnten wir 60 Liter Diesel und 25 Liter Benzin auftreiben.
Da hatten wir für die Suche fast so viel Sprit eingesetzt wie wir gefunden hatten.

Wir kehrten fast gleichzeitig mit den Bikern zu unserem Unterschlupf zurück.
Sie erzählten uns, dass der Treck noch nicht einmal zu einem Viertel vorbeigezogen sei.
Sie reisten sehr langsam, zwischen den einzelnen Trupps klafften oft große Lücken.
Hannes und Dirk hatten auch bald herausgefunden, warum das so war.
Sie begruben ihre Toten.

Immer wieder hielt ein Transporter an, ein oder mehrere Leichname wurden ausgeladen und am Straßenrand abgelegt.
Ein Imam bestimmte die Richtung nach Mekka, Gräber wurden ausgehoben, die Leichen in Tücher gewickelt. Währenddessen wurde unablässig die Schahada gesprochen: Lā ilāha illā ʾllāhu Muḥammadun rasūlu ʾllāhi.
Die Leichen wurden im Grab auf die rechte Seite gelegt. Der ins Grab hinabstieg, um den Toten richtig zu betten, musste Schuhe und Kopfbedeckung ablegen, die Kleider aufknöpfen und sprechen: "Im Namen Allahs. Nach der Religion des Propheten Allahs, Gott, sein Grab möge ihm weit sein. Gib, dass dieser Tote mit seinem Propheten vereinigt wird, Gott, wenn er ein Wohltäter war, vermehre seine Wohltätigkeit; wenn er schlecht gehandelt hat, vergib ihm, hab Erbarmen mit ihm und lass ihm seine Sünden nach."
Danach sprachen alle Beteiligten 41 mal die 112. Sure: „Er ist Allah, ein Einziger, der ewige Gott, er zeugt nicht und wird nicht gezeugt, und keiner ist ihm gleich.“
Das Grab wird zugeschüttet, die Schahada, die erste Sure und ein Friedensgebet gesprochen.
Das dauerte alles seine Zeit, musste aber genau eingehalten werden.

Wir waren zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei diesem Konvoi um das Heer des Kalifen handeln musste.
Sie Späher von Radio Freies Neckartal hatten zwar berichtet, es zöge auf der A 7 Richtung Norden, aber aus irgendeinem Grund war es auf die A 9 gewechselt.
Wir hatten einige Male das Autoradio eingeschaltet, aber außer statischem Rauschen hatten wir nichts empfangen können.
Wahrscheinlich befanden wir uns zur Zeit außerhalb des Sendebereichs.

Wir beschlossen, die Autobahn zu meiden und über andere Straßen weiter zu fahren.
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Beitragvon Pleitegeier » 03.03.2016, 17:08

Hallo Tagebuch!
Was für ein Tag!

Nach dem Aufwachen und dem prüfendem Blick über den Marktplatz der weiter Menschenleer war schlick ich einen Stock höher in meine Wohnung und suchte mir frische Kleidung zusammen.

Im Bad fand ich danach Feuchttücher und ich hörte die Stimme meiner Mutter als ich sie mal auslachte weil sie mit einem Einkaufskorb voller solcher Tücher bei mir ankam:" Markus Dir wird das Lachen noch vergehn wenn kein Wasser aus dem Hahn kommt und Du anfängst wie ein Eber zu riechen"!
"Dann wirst Du froh sein auf die Tücher zurückgreifen zu können!"

Tränen rannen über mein Gesicht als ich mir anschaute wie sorgfältig Feuchttücher in meinem Bad Regal gelagert waren und ich kaum wahrgenommen hatte.
Auch Erfrischungstücher und Desinfektionstücher waren dabei.

Mir wurde immer mehr bewusst wie sehr ich meinen Eltern unrecht getan hatte und wie sehr sie wohl gelitten haben nachdem sich ihre Freunde immer mehr zurückgezogen haben von Ihnen nachdem sie angefangen haben Vorräte an zu legen und versucht haben diese auch davon zu überzeugen.

Den 60.Geburtstag meiner Mutter haben nur wir als Familie gefeiert und keiner der früher Zahlreichen Freunde hat sich gemeldet oder angerufen.
Das Gefühl was sich bei Vater und Mutter eingestellt hat und immer stärker wurde nachdem die Bundeskanzlerin mit den Worten:"Wir schaffen das!" eine Masse von Fremden ins Land zu holen trieb meine Eltern nur noch an.
Lebensmittel,Medikamente usw. wurden besorgt und untergebracht in ihrer kleinen Wohnung.

Als Mutter mich fragte ob sie die Nische hinter meiner Schlafzimmertüre nutzen könnte um dort ein Regal auf zu stellen mit Eimern voller Grundlebensmittel sagte ich zwar zu aber den Sinn erkannte ich nicht.

Ich wollte nur keinen Streit und es war mir egal das dort Eimer standen mit Nudel,Mehl,Zucker,Salz usw.
Für mich hatte es auch was Lustiges weil auch ein Eimer wo draufstand "Süßigkeiten" dabei war und ich mich dort regelmäßig bedienen konnte.
Doch als dieser Leer war und Vater dies bemerkte meinten beide nur:"Wir müssen demnächst bei Schokolade mehr einkaufen!"

Für mich stellt sich die Frage warum habe ich nicht bemerkt was sich zusammenbraut und warum auch nicht die Menschen welche über viele Jahre meine Eltern durch ihr Leben begleitet haben?

Ich nahm mir vor alles was in meiner Wohnung gelagert war nach unten zu schaffen in die Wohnung meiner Eltern um weite Wege zu sparen und alles evtl. besser Verteidigen zu können.

Als erstes machte ich mir ein Bild und fand Dinge in Größeren Gebinden die ich nie gesehen hatte und dabei überkam mich auch eine große Dankbarkeit.
Zumindest half es mir eine Weile zu überleben ohne das sichere Haus verlassen zu müssen.

Das dies aber kein Dauerzustand sein kann wurde mir auch klar als ich wieder in der Wohnung meiner Eltern war und ich beschloss als ich die Rucksäcke der beiden sah diese neu zu befüllen und zu
verschiedenen Verstecke zu bringen!

Ich glaubte nicht mehr daran das es ewig Ruhig bleiben wird und ich keine Gefahr erleben brauche. Vorerst vielleicht aber was wenn die Städter aufs Land flüchten und nach Essbarem suchen.

Mir wurde immer Klarer das ich mir ein genaues Bild machen muss über das was mir zur Verfügung steht und wo ich evtl. noch unterkommen könnte.
Von Charly hörte und sah ich an diesem Tag nichts und deshalb nutzte ich die verbleibende Zeit bis zur Dunkelheit Sinnvoll.

Nach einer kleinen Buss Mahlzeit verkroch ich mich in meinen Schlafsack nachdem ich Kontrolliert hatte das alles gut gesichert war.
Mit Geräuschen und für mich unnatürlichen Tönen wobei es mir Kalt dem Rücken runterlief schlief ich ein.

In dieser Nacht machten mir mehrere Albträume schwer zu schaffen.
Nun beginnt der Morgen "Tagebuch"! Schutzengel steh mir bei! Ich brauche Dich! Gib mir Kraft und Mut!
Pleitegeier
 

Beitragvon Kavure´i » 04.03.2016, 04:18

Wir zogen unsere Karten zu Rate und beschlossen, soweit möglich, die B 2 zu benutzen.
Wir hofften, dass die Moslems alle auf der A 9 unterwegs waren und wir auf den Nebenstrecken sicherer wären.
Am nächsten Morgen fuhren wir weiter.
Die Biker würden wie gehabt die Vorhut machen.
Bis Mittag hatten wir Pegnitz erreicht und waren unterwegs keiner Menschenseele begegnet.
Wir waren an vielen ehemaligen Einkaufszentren vorbeigekommen. Aus Neugierde hatten wir beim einen oder anderen angehalten und einen Blick hineingeworfen. Natürlich waren sie schon vor Jahren geplündert worden. Außer rostigen Regalen und Müll enthielten sie nichts.
Auch in den zahlreichen Fabriken war nichts Brauchbares zu finden.
Kurz vor dem Ortsausgang hielten wir auf dem Parkplatz eines Autohauses an. Max, Hannes und Dirk wollten von dort aus zu Fuß bis zur Autobahn gehen um zu schauen, ob dort Fahrzeuge unterwegs wären, denn wir mussten sie überqueren und ein Stück neben ihr entlangfahren, bevor wir uns wieder davon entfernen konnten.
Mit etwas Glück war die Straße gut und wir kämen bis Nürnberg durch.

Wir stiegen aus und durchsuchten aus Langeweile das Autohaus. Natürlich stand kein einziger Wagen mehr dort. In einer angeschlossenen Werkstatt hatte sich in einer der Gruben Müll und Wasser angesammelt. Es roch faulig.
Ich stieß mit dem Fuß an einen im Dreck verborgenen Gegenstand. Bei näherem Betrachten entpuppte er sich als 19er Ring-Gabelschlüssel. Arnold hob ihn auf und begab sich auf die Suche nach anderen brauchbaren Überbleibseln.
Er ging in das ehemalige Büro und stöberte dort herum. Außer Mäusenestern fand er nichts in den Schreibtischschubladen.
Ich schaute derweil in alle Räume, in einem fand ich einen angerosteten Kasten mit Gewindeschneidern und im letzten standen Kanister, beschriftet mit "Diesel" und "Super".
Sie machten einen guten Eindruck und ich dachte, wir könnten einige als Reservekanister mitnehmen um sie aufzufüllen, sollten wir doch noch irgendwo Sprit auftreiben können.
Um sie den Anderen zu zeigen, wollte ich einen davon mit nach draußen nehmen.
Er war voll.
Ich versuchte einen nach dem anderen. Nur einer war leer.
Ich öffnete einen davon: Diesel. Einen anderen: Benzin.
Ich lief hinaus und rief: "Kommt schnell! Ihr werdet es nicht glauben, was ich gefunden habe."
Wir führten einen kleine Freudentanz auf und luden dann die Kanister in die Anhänger.
Es waren lauter 20-Liter-Kanister.
34 mit Diesel und 21 mit Super.
Wir spekulierten eine Weile darüber, warum noch niemand diesen Schatz entdeckt hatte, kamen aber zu keinem Ergebnis.

Da wir hungrig waren, gab es wieder Brot und Wurst aus der Dose.
Während wir aßen hörten wir plötzlich Schüsse.
Alarmiert sprangen wir auf und versuchten zu lokalisieren, woher sie kamen.
Die nächsten Schüsse fielen. Sie kamen eindeutig aus der Richtung, in die unsere Freunde gegangen waren.
Schnell fuhren wir die Autos in die Halle, 12 von uns schwangen sich auf die Motorräder, 5 blieben bei den Fahrzeugen.
Wir fuhren fast bis zur Autobahn und sahen, dass wir sie nicht über- sondern unterqueren mussten. Das war aus der Karte nicht hervorgegangen.
Oben auf der A 9 standen einige LKWs, Transporter und ein Jeep. Und von dort oben hatten sie unsere Freunde ins Visier genommen.
Zwei lagen reglos am Straßenrand und nur einer erwiderte das Feuer.
Wir stellten die Motorräder ab und gingen hinter der Böschung in Deckung.
Während wir das Feuer eröffneten und die Angreifer zwangen, ihre Köpfe unten zu halten, rannten vier der Soldaten zu den Gefallenen und bargen sie. Max rannte hinter ihnen her.
Dirk war tot und Hannes blutete aus mindesten drei Wunden, atmete aber noch.
Einer der Biker holte aus der Satteltasche einen Verbandskasten und er und ich legten Hannes provisorische Verbände an.
Inzwischen hatte sich der Scharfschütze in eine günstige Position gebracht und wir hörten auf zu schießen.
Sechs von uns fuhren außer Sicht mit den Motorrädern weg.
Die Schützen hinter dem Autobahnbrückengeländer sprangen jubelnd auf und schwangen ihre Waffen. Sie waren nur zu acht.
Und kurze Zeit später tot.
Die Motorradfahrer kamen zurück und John gab Anweisung, dass einer von ihnen die Zurückgebliebenen mit den Autos holen sollte.
Bis sie kamen, wollten wir nachschauen, was in den Fahrzeugen auf der Autobahn war.
In den drei Transportern befanden sich, auf engstem Raum eingepfercht, Frauen und Kinder. Auf einem der LKWs, angekettet, Männer.
Die Transporter enthielten Wasser, Lebensmittel, Werkzeug, Hausrat, usw.
Die Sklaven schauten kaum auf als wir die Türen der Laster öffneten.
Da schon die Anderen kamen, setzten wir einfach Leute von uns ans Steuer und da an einigen Stellen die Leitplanke fehlte, war es nicht weiter schwierig, die Böschung hinunter auf die Landstraße zu fahren.
Hannes hatten wir auf einen der Rücksitze gebettet und Dirk in einen der Transporter gelegt.

Nach einer halben Stunde hielten wir an und kümmerten uns um Hannes.
Er war aschfahl und nicht bei Bewusstsein.
Einer der Soldaten war Sanitäter und untersuchte die Wunden.
Zwei Kugeln saßen im linken Oberarm, eine im linken Oberschenkel.
Er entfernte sie geschickt mit einer langen Pinzette, säuberte die Einschusskanäle und legte neue Verbände an.
Mehr konnte er nicht tun.

Wir fuhren ohne anzuhalten bis Eckental.
Dort hielten wir in einem Viertel bei einem größeren Weiher an.
Als erstes öffneten wir die Transporter und ließen die Frauen und Kinder aussteigen. Sie befolgten unsere Anweisungen völlig apathisch.
Dann gingen wir zum LKW mit den Männern.
Und standen vor dem Problem mit den Ketten.
Einer der Soldaten holte grinsend einen Schlüssel aus der Hosentasche und öffnete das Schloss. Er hatte ihn einem der Toten abgenommen, als sie sie durchsuchten und Waffen und Munition einsammelten. Auch die Männer gehorchten einfach, als wir sie aufforderten, abzusteigen.
Wir hießen sie, sich hinzusetzen und verteilten zuerst Wasserflaschen und Marc begann Fragen zu stellen. Die Menschen schauten uns nur an, antworteten aber nicht.
"So geht das nicht." sagte Miriam.
Sie packte eine der Frauen am Arm, zog sie hoch und sprach sie direkt an: "Wie heißt du?" "Karin." "Also Karin, erzähl uns, woher ihr kommt und wohin ihr gebracht werden solltet."
"Ich weiß nicht so genau, es erzählt uns ja keiner was. Ich glaube, sie wollen nach Norden, Rostock oder so. Zuletzt haben sie gekämpft und es wurden viele getötet."
"Leider nicht alle" mischte sich plötzlich einer der Männer ein.
"Ich glaube sie haben gegen Deutsche gekämpft." meinte ein anderer.
"Glaubst du wirklich, dass es noch Deutsche gibt, die kämpfen können?" fragte ein weiterer.
Das Eis war gebrochen.
Plötzlich redeten alle durcheinander.
Wir baten um Ruhe.
Zuerst sollten alle etwas zu essen bekommen und anschließend würden wir weiterreden.
Schnell waren ein paar Feuer angezündet, Töpfe wurden darüber gehängt und der Inhalt von Fleisch- und Gemüsedosen hineingegeben.
Es fanden sich auch Pakete mit Reis und Nudeln die zum Schluss einfach dazugegeben wurden.

Während sie aßen, zählten wir sie.
Es waren 48 Männer, 81 Frauen und 63 Kinder.
Als alle satt waren, wollten sie von uns wissen, was wir mit ihnen vor hätten.
Gute Frage.
"Wer von euch kann Auto fahren?" fragte ich.
Es meldeten sich fast alle Männer und Frauen.
"Gut. Dann denke ich, ich nehmt diese Fahrzeuge und macht euch auf den Weg nach Tübingen."
Und wir erzählten ihnen alles, was wir über das Freie Neckartal erfahren hatten.
Einer der Männer fragte uns, wo wir uns befänden.
Wir zeigten es ihm auf einer Karte und er orientierte sich kurz um dann mitzuteilen, dass sie das schon schaffen würden.
Andere gesellten sich dazu und drei oder vier von ihnen waren sicher, dass sie den Trupp auf Schleichwegen dorthin bringen könnten.
"Und ihr? Kommt ihr nicht mit?"
Wir erklärten ihnen, dass wir wahrscheinlich später nachkommen würden, vorher aber noch etwas vorhätten.

Inzwischen hatten die anderen Befreiten sich ihrer Kleider entledigt und plantschten trotz der Kälte im See.
In einem der Transporter hatten sie auch Seife gefunden und wuschen nun sich und anschließend ihre Wäsche.

Hannes war noch immer bewusstlos, auf seiner Stirn standen Schweißtropfen und er fieberte leicht.
Der Sanitäter kontrollierte die Wunden, die sich bisher nicht entzündet hatten und wir packten ihn in seinen Schlafsack.

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von den ehemaligen Sklaven, die gleich nach dem Frühstück Richtung Neckartal aufbrachen.
Sie nahmen Hannes mit und wir hofften, dass er die Fahrt überleben und in Tübingen professionelle ärztlich Hilfe bekommen würde.
Dirk begruben wir neben dem Weiher.
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Beitragvon Mankei » 04.03.2016, 19:53

Alle waren geschockt über unsere Neuigkeiten, viele weinten, andere rannten verstört weg.
Nach vielen Fragen und Antworten war es Uwe der wissen wollte wie wir weiter machen.
Kerstin und Alex setzten eine Versammlung für morgen an.

Helga und ich verbrachten den Rest des Tages im Freien, wir waren spazieren, genossen die Sonne und redeten über unsere Zukunft.
Wie Helga dachte, was sie beschäftigte wusste ich seit der Abstimmung und obwohl noch immer Ralphs letzte Zeilen im Kopf dachte auch ich darüber nach „oben“ zu bleiben.
Helga und mir war die Verantwortung für unser Kind bewusst, mussten wir gerade deswegen nicht alles mögliche unternehmen und für Sicherheit sorgen?

Schon früh am Abend legte ich mich schlafen, die letzten Tage forderten ihren Preis.

Wie immer vor einer großen Versammlung gab es schon im Vorfeld heftige Diskussionen.
Die Nachricht es geht um den Verbleib oder das Verlassen des Bunkers machte die Runde.
Überall bildeten sich Gruppen die teils laut, teils leise ihre Meinung äußerten.

Mit Alex wollte ich vor Beginn noch reden, seit unserer Rückkehr gab es noch keine Möglichkeit unter vier Augen mit ihm zu reden, etwas das Uwe und mir während einer der kurzen Pausen auf dem Rückweg von Altenstadt Kopfzerbrechen bereitete sollte er unbedingt noch wissen.
Wir gingen in einen der vielen kleinen Kontrollräume, ohne Umschweife fing ich an.
Egal wie die Abstimmung am Ende ausfällt, wenn es welche geben sollte die gegen ein schließen der Tore sind und deshalb an einen Auszug denken dann musst du dir darüber klar sein das wir sie nicht gehen lassen dürfen, unter keinen Umständen.

Alex runzelte die Stirn, wie meinst du das „nicht gehen lassen“, wieso denn nicht?
Willst du sie vielleicht gegen ihren Willen einsperren oder am Ende sogar töten?

Wenn es sein muss, zum Wohle aller, ja!

Du spinnst, bist du dir im klaren darüber was du da sagst, was ist nur mit dir da draußen passiert, ich verstehe dich nicht mehr schrie Alex mich an.

Es dauerte etwas bis ich antworten konnte, Alex, du warst nicht in Altenstadt, du hast nicht gesehen wie dort vier unserer Freunde misshandelt hingen, du hast nicht gesehen wie Ralph und Stefan erschossen da lagen, du hast nicht sechs Gräber ausheben müssen, Rainer, Hans und Kurt fanden wir nirgends, sie liegen wahrscheinlich irgendwo und verwesen ohne jemals ein anständiges Grab zu bekommen.
Diese Brutalität ist unbegreiflich, wir wissen wozu die Amirab imstande sind, ihr nicht.
Wenn sie nur einen von uns finden, sie holen sich alle Informationen die sie brauchen und dann stehen sie schneller vor unserem Bunker als dir lieb ist.
Willst du sie dann mit sieben Gewehren und neun Pistolen aufhalten.

Du fragst ob mich das verändert hat Alex, natürlich hat es das.
Es gibt bei den ganzen Diskussionen die gleich kommen werden eigentlich nur eine Frage.
„Wollen wir leben oder wollen wir sterben“.
Unsere neun Freunde sind für uns gestorben, durch ihre Taten haben wir eine zweite Chance erhalten, niemand weiß das es uns gibt.
Unser Feind ist uns in allen Belangen überlegen, wie wir von Ralph erfuhren haben sie sogar Flugzeuge. Seit über fünf Jahren fahren sie mordend und plündernd durch Deutschland, niemand konnte sie aufhalten, denkst du vielleicht das gerade wir das schaffen.
Hast du und vielleicht auch die anderen vergessen warum wir uns entschlossen haben dieses Leben hier unten zu führen, wir wollten es weil wir nicht mehr einverstanden waren was in der Welt so alles geschah, dass unsere Politiker normale Bürger wie wir es waren Tag für Tag anlügen und dann wenn man es sich erlaubte dagegen den Finger zu heben als Rechtsradikal bezeichnet wurde. Wir haben in der langen Zeit hier unten unsere eigene Politik betrieben und es war eine gute Politik, natürlich wünscht sich jeder wieder ein Leben außerhalb des Bunkers, wir waren uns aber immer darüber einig das es nur dann funktionieren kann wenn es „oben“ sicher ist!
Davon lieber Alex sind wir leider aber noch sehr weit entfernt.

Kerstin und Astrid klopften an die Türe, fragten ob alles in Ordnung sei, die Versammlung soll beginnen.

Es brauchte lange bis es endlich ruhig wurde, Alex, Astrid und Kerstin übernahmen wie so oft die Führungsrolle. Helga suchte für uns einen Platz weit am Ende des Raumes und als Alex mich bat nach vorne zu kommen verneinte ich dankend.

Astrid redete lange und ausführlich, viele andere auch, jeder durfte seine Meinung äußern, nach weit über zwei Stunden wurde dann eine Pause angesetzt, bis dahin kam nichts zählbares heraus.
Auf einen positiven Redner kam ein negativer und so weiter.
Alex suchte mehrmals den Blickkontakt zu mir, wollte mich nach vorne holen, ich schüttelte nur mit dem Kopf.
Es ging weiter und irgendwann hörte ich nicht mehr zu, in Gedanken sah ich Ralph vor mir, es war sehr schwer sich vorzustellen das er nicht mehr da ist.

Helga gab mir einen leichten Schlag gegen die Schulter, sie fühlte sich nicht wohl, wir standen auf und gingen in unser Zimmer. Auf den Weg hinunter fragte sie mich wo ich die letzte Stunde gewesen sei, sie hatte mich mehrmals angesprochen doch nie eine Antwort erhalten.
Ich entschuldigte mich bei ihr, erzählte von meinem Gespräch mit Alex und der Angst was auf uns zukommen wird.

Alex klopfte an die Tür, er wollte uns zur Abstimmung holen, wir begleiteten ihn wortlos.

Wir nahmen gerade Platz als Kerstin die Modalitäten der Abstimmung bekannt gab.
Alex stand auf und fing an zu reden, Kerstin und Karin versuchten ihm klar zu machen das die Wortmeldungen bereits abgeschlossen seien, Alex redete jedoch einfach weiter und mit zunehmender Dauer verstummten auch die anderen die noch versuchten ihn daran zu hindern.
Alex gab seine Sichtweise kund, er verwies darauf wie gerne er wieder in einem richtigen Haus wohnen würde, jeder von uns könnte sich wahrscheinlich mehrere Häuser nehmen, dann erzählte er vom Sonnenschein, Gemüse, Obst, Tiere, Regen, Schnee, Tag und Nacht, nichts wurde vergessen bis er an eine Stelle kam wo seine Stimme ganz ruhig wurde.
Alex gedachte unserer Freunde die es heute nicht bis hier her geschafft hatten, bei allen Diskussionen die es heute gab hatte niemand auch nur ein Wort über sie verloren, niemand bis auf einen aber dazu später mehr. Er hoffte das alle seinem Beispiel folgen werden und für einen Verbleib im Bunker stimmen würden. Er wollte jedem noch einmal etwas Zeit geben darüber nachzudenken.
Weiter sagte Alex das er bis kurz vor dem Beginn der Versammlung auch für „nein“ stimmen wollte, jedoch wurde er durch jemanden mit schlagkräftigen Argumenten überzeugt für ein „ja“ zu stimmen. Einige riefen dazwischen, wer und was dies war. Alex schaute mich an und wieder schüttelte ich, diesmal sehr energisch, mit dem Kopf, aber es half nichts, Alex erzählte in allen Einzelheiten von unserem Gespräch, er verschwieg dabei auch nicht seine Gefühle die er während meines Vortrages hatte. Am Ende angekommen fragte keiner mehr wer mit ihm das Gespräch führte, alle wussten es und schauten mich an.

Ich stand auf und ging zu Uwe, wir umarmten uns kurz und streckten jeder einen Arm in die Höhe und sagten gleichzeitig „Ja“!
Helga stand auf und tat es uns nach, es folgten Alex, Kerstin, Astrid und ehe wir uns versahen standen alle, es war nicht eine Gegenstimme darunter, alle lachten und freuten sich.
Es dauerte lange bis wieder Ruhe einkehrte und wir uns darauf einigten den Bunker in fünf Tagen zu schließen, bis dahin sollten noch einige Arbeiten ausgeführt werden.
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Beitragvon Kavure´i » 06.03.2016, 00:23

Wir standen lange an seinem Grab und nicht nur mir liefen die Tränen übers Gesicht.
Auch die Befreiten, die ihn gar nicht gekannt hatten, hatten es sich nicht nehmen lassen, wenigstens eine Hand voll Erde ins Grab zu werfen. Sie hatten auch mitgeholfen, die Grube auszuheben, was bei dem gefrorenen Boden nicht einfach gewesen war.
Eine der Frauen hatte aus bunten Stoffresten einige Blumen gebastelt und sie ihm auf die Brust gelegt.
Ich sagte dann: "Bis gestern hatten wir großes Glück. Trotz der langen Reise ist Dirk der erste Tote, den wir beklagen müssen."
"Du hast recht." stimmte mir Max zu. "Aber jeder Tote ist einer zu viel."
"Seine Mörder sind tot. Er ist gerächt." Das kam von Miriam.
"Davon wird Dirk auch nicht wieder lebendig." fuhr Max sie an und stapfte davon.
Andreas, einer der Biker, ging ihm nach und nach kurzer Zeit kamen sie zurück.
"Entschuldige bitte, Miriam."
"Ist schon gut, ich verstehe dich."

Wir hatten Tobias und Brigitte gebeten, mit der Gruppe nach Tübingen zu ziehen und sie hatten zugestimmt.
Die Motorräder von Hannes und Dirk hatten wir ihnen auch mitgegeben, auch sie wollten das System der Späher anwenden.
Die Gruppe war gut bewaffnet, denn sie hatten nicht nur die Waffen ihrer getöteten Peiniger, sondern sie hatten in den Transportern neben anderen Ausrüstungsgegenständen noch einige Uzis samt Munition entdeckt.
Wir hatten ihnen viel Glück gewünscht.

Inzwischen war es Mittag geworden und wir beschlossen, erst am nächsten Morgen weiter zu fahren.
Wir nutzen die Stunden bis zum frühen Dunkelwerden dazu, die Anhänger auszuladen, das Gepäck neu zu sortieren und aufzuteilen.
Diesel- und Benzinkanister wurden gleichmäßig verteilt, die Lebensmittel, das Kochgerät und die Schlafsäcke kamen wieder in die Kofferräume.
Alles andere wurde verstaut wie es am besten hineinpasste.
Wir rollten unsere Schlafmatten wieder im gleichen Haus wie letzte Nacht aus, kochten uns einen Eintopf aus verschiedenen Doseninhalten und wärmten uns die klammen Hände an großen Bechern Tee.

Im Schein einer Gaslampe berieten wir, wie wir weiterfahren wollten.
Nürnberg weitläufig zu umfahren würde uns eine Menge Zeit kosten, vor allem die A 9 wollten wir meiden.
Es würde uns nichts anderes übrig bleiben als mitten durch zu fahren. Sofern das möglich war.
Mit etwas Glück waren der Nord- und Nordwestring befahrbar.

Ich schlief schlecht in dieser Nacht.
Ich träumte davon, dass wir uns in einem Meer aus Schutt und Ruinen verfahren hatten und aus den fensterlosen Höhlen der brandgeschwärzten Häuser beschossen wurden.
Als eins der Fahrzeuge von einer Panzerfaust getroffen in Flammen aufging, wachte ich mit einem lauten Schrei auf.
Mein Herz schlug mir bis zum Hals, ich war schweißgebadet und ich zitterte vor Angst.
Die anderen waren natürlich aufgewacht, einer der Wächter kam hereingestürzt, die Waffe im Anschlag.
Jemand zündete die Lampe an.
Ich entschuldigte mich, dass ich sie aus dem Schlaf gerissen hatte und erzählte meinen Alptraum.
Ein Blick auf die Uhr zeigte uns, dass es sich kaum lohnte, sich noch einmal hinzulegen.
Also setzte ich Teewasser auf und begann Brot und Wurst auf den Tisch zu stellen.
Wir fuhren gleich nach dem Hellwerden los. Im Dunkeln hätten wir mit Licht fahren müssen und das könnte verräterisch sein.
Bis kurz vor Nürnberg führte uns die B 2 fast ständig durch Wald.
In einer Ortschaft, laut Karte musste das Heroldsberg sein, hatte es gebrannt. Das Zentrum war völlig zerstört, dort war kein Stein mehr auf dem anderen, durch die Außenbezirke schien ein Feuersturm gerast zu sein und selbst die Häuser am Stadtrand waren völlig ausgebrannt.
"Das war eine Bombe." meinte John.
"Wer wirft denn eine Bombe auf ein Dorf?" rätselte Max.
Einige Male mussten wir auf Feldwege ausweichen, weil die Fahrbahn der B 2 so schwer in Mitleidenschaft gezogen war, dass sie unbefahrbar war.
Schließlich näherten wir uns der A 3.
Wir fuhren alle Autos von der Straße in den Wald und die Biker fuhren voraus um das Terrain zu erkunden.
Es dauerte ziemlich lange, bis sie zurückkamen.
Max schaute mich seltsam an.
"Nürnberg liegt in Schutt und Asche. Die Bombe, die Heroldsberg ausgelöscht hat, war wohl ein Fehlwurf." erzählte er.
"Hattest du schon öfter solche Wahrträume?" fragte er.
"Ab und zu. Deshalb haben wir ja vor vielen Jahren das Haus am Ar… der Welt gekauft und uns dort eingerichtet."

Sie waren kreuz und quer durch die Stadt gefahren, hatten aber niemanden gesehen.
Der Ring war befahrbar, auch wenn man um Trümmer und große Schlaglöcher herumfahren musste. Für eine unpassierbare Stelle hatten sie eine Umfahrung gefunden.
"Schaffen wir die Durchquerung noch vor dem Dunkelwerden?" fragte John.
"Wenn wir gleich losfahren, denke ich, dass es klappt." antwortete Andreas.
"Dann los!"
Wir stiegen ein und starteten die Motoren.
Kurz vor der A 3 fuhren die Biker noch einmal voraus, einer kam zurück und winkte und wir überquerten schnell die Autobahn.
Anfangs waren die Häuser noch unbeschädigt. Je näher wir dem Zentrum kamen umso größere Schäden wiesen sie auf.
Wir bogen in den Nordring ein und die Fahrt wurde meinem Alptraum immer ähnlicher.
Die leeren Fensterhöhlen schienen uns anzustarren, ich rechnete jeden Augenblick mit einem Angriff.
Aber es blieb ruhig.
Bis plötzlich ein LKW hinter einem Trümmerhaufen hervorfuhr und uns den Weg versperrte.
Und als wir wenden wollten, geschah das gleiche hinter uns.
Wir saßen in der Falle.
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Beitragvon Pleitegeier » 06.03.2016, 17:21

Hallo Tagebuch!
Als ich aufwachte war es merkwürdig still um mich und da es immer noch oder wieder Dunkel war habe ich beschlossen mir ein Bild zu machen über unsere Stadt Passau.

Ich dachte an den Tag zurück als sich die neue Mitte schlagartig verändert hat und sich immer mehr Fremde Gesichter dort wiederfanden von da an war nichts mehr wie gehabt.

In erster Linie sah man junge Männer im und um das große Einkaufszentrum weil sie dort zugriff zu einem freien Wlan hatten.
Alle waren sehr gut gekleidet und mit Smartphone ausgestattet.
Auch waren diese immer in Gruppen unterwegs.
Nichts zu dem was ich sah passte zu dem was ich in den Medien hörte oder lesen konnte.
Dort war meist von armen Flüchtlingen die Rede welche sich 6000km durchgeschlagen haben um frei Leben zu dürfen.

Da ich selbst in einem Laden dort im Zentrum der Stadt arbeitete erlebte ich sehr Selbstbewusste Fordernde Fremdlinge welche auch immer häufiger bedienten und dann den Laden verlassen konnten ohne behelligt zu werden auf Anordnung der Geschäftsleitung.
Heute wird mir klar was ich da alles verdrängt habe und wie schnell ich mich der Situation angepasst hatte.
Böse Einheimische und arme Flüchtlinge!
Verrückte komische Eltern und fleißigen Arbeitsamen Ich in der Hoffnung auf etwas Wohlstand.
Blind und Taub doch immer mehr Fremd in dieser meiner Stadt.

Nach vielerlei Gedanken Wirrwarr kroch ich aus meinem Schlafsack und nahm meine Taschenlampe welche auch als Schlagstock zu gebrauchen war.
Kurz beäugte ich den Marktplatz der unverändert im Mondlicht leuchtete und begab mich nach draußen und machte mich auf den Weg nach Oben über eine Treppe neben unserem Haus die Wiese zu erreichen um auf den Oberhausberg zu gelangen und dort den Thingplatz auf zu suchen von wo aus man die Stadt überblicken kann.
Alles schien unverändert und obwohl keine Menschenseele erkennbar war habe ich Schleichwege gewählt und Büsche und Bäume zur Tarnung.
Die Luft war voller Brandgeruch und meine Naivität gaukelte mir vor das Kaminrauch nach unten gedrückt wird und ich deshalb so schwer zu Atmen hatte.
Nach einer halben Stunde war ich an dem Platz wo ich alles überblicken konnte und die letzten Meter zu diesem Platz begrüßte mich ein Rotgefärbter Himmel was etwas Mystisches hatte.
Auch Knistern von Feuer sowie kleine Explosionen ertönten von unten aus der Stadt.

Am Geländer angekommen verspürte ich eine Kälte und ein empfinden dem Tod zu begegnen ließ mich Star den Blick über Dunkelheit gepaart mit Brennenden Häusern und glimmenden Mauern schweben.

Für einen Augenblick war ich in einer Geschichtsstunde über das Mittelalter mit dem Stadtbrand angekommen doch wir waren im Jahr 2017.
Meine Augen suchten den Dom der seit Jahren in neuem Weis erstrahlte und viele Brände und Kriege überstanden hat.

Doch was ich sah schnürte mir mein Herz.
Die Dunkelheit der Nacht vermischt mit Rauch und Asche begann sich zu verabschieden und zeigte mir einen Schwarzen Kirchturm und ein Leuchten von Resten der größten Domorgel der Welt.
Das Mittelschiff war verschwunden.
Gebäude die hunderte von Jahren überlebt hatten waren nicht mehr vorhanden und auch die Brücken gab es nicht mehr.

Wie in Trance drehte ich mich weg und begab mich zurück in die Wohnung meiner Eltern.
Dort angekommen holte ich mir eine Flasche Likör aus dem Esszimmerschrank und trank diese mit einem Zug aus.

Hallo Tagebuch!
Ich heiße Charly und habe Markus gefunden total besoffen und Dich in seiner Hand!
Was hat er gesehen oder erlebt?
Ich werde hier bleiben und versuchen Ihn am Leben zu halten.

Dabei habe ich mir erlaubt die Einträge zu lesen und mich Dir zu zuwenden.
Hat Markus die Stadt gesehen?
Ich habe Ihn total verschmutzt und Rußgeschwärzt gefunden.

Ist es wirklich so schlimm wie mir einige von meinen Feuerwehrkollegen erzählt haben und beschlossen unseren Ort ab zu riegeln!
Ich will und muss das wissen.
Jedoch vorerst werde ich Markus bewachen und Kaffee sowie einen Eimer bereitstellen falls es Kotzen sollte.
Auch der Apfelsaft den ich gefunden habe könnte noch gebraucht werden.

Musels sind in die Stadt eingebrochen wie Heuschrecken über ein Getreidefeld.
Doch Heuschrecken sah man gleich an was sie vorhaben.
Den Musels standen Gutgläubige Superstudierte gegenüber die ein neues Betätigungsfeld erkannten und diese Hofierten und mit Geschenken überhäuften.
Zumindest die erste Zeit.
Damals wusste ich das was schlimmes auf uns alle hereinbrechen wird.
Die Lämmer füttern Ihre Schlächter.
Jede Kritik oder Sorge wurde entweder mit Gelächter oder mit Verachtung geahndet.

Vor vielen Jahren erkannte ich diese Tendenz bereits die gängige Bevölkerung zu verändern oder diese zu zerstören doch die einen waren mit Selbstmittleid beschäftigt und die anderen waren froh nach Arbeit nichts mit Politik zu tun zu haben.
Somit war es ein Leichtes die Masse Dumm zu halten.
Das Millionen Europa stürmen und der größte Teil alles Inszeniert und Bezahlt wird von Mächten denen daran liegt jegliches Nationalistische zu zerstören war mir schnell klar.
Dem Deutschen wurde über Jahrzehnte ein schlechtes Gewissen anerzogen und so konnte mit dem Wort "Rechts" oder "Nazi" jeder anfangs Mundtod gemachte werden.

Hilfreich dabei war ein unscheinbares Frauenzimmer welche keine große Beachtung bekam von Ihren Mitschülern und ein einziges Ziel hatte nämlich Kanzlerin zu werden und es allen zu zeigen.
Sie wurde zum Spielball einer schrecklichen Allianz.
Ihre Charakterstärke und Hilfreiche Begleiter brachten Deutschland zu fall und somit auch Europa!

Ja Sie hat es allen gezeigt und wird in die Geschichte eingehen! Was für eine Kariere!

Markus wird Dir sein Erlebtes berichten Tagebuch und ich befürchte es wird nichts gutes!-CHARLY
Pleitegeier
 

Beitragvon VeganPrepper » 07.03.2016, 21:46

@Pleitegeier, deine Geschichte gefällt mir auch sehr sehr gut!
Allgemein sind die Geschichten gut gemischt so dass es echt eine gute Abwechslung ist!
LG Maurizio
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VeganPrepper
 

Beitragvon der_Verstoßene » 08.03.2016, 10:21

@ Mankei: Super Geschichte. War toll zu lesen!
@ Kavure´i: Ahhhhhh.... weiter!!! :) Bitte.
der_Verstoßene
 

Beitragvon Pleitegeier » 08.03.2016, 14:06

Hallo Tagebuch!

Mir brummt der Schädel und es ist mir immer noch Schwindelig.
Meine Gedanken tanzen Rock an Roll.

Oh Gott wie sehr können wir Menschen verdrängen und dann holt uns die Wahrheit doch ein.
Meine Wahrheit ist Grauenvoll!

Ich musste Charly erzählen wo ich war und was ich gesehen habe und dieser war Keinesfalls Überrascht.
Langsam kommt die Erinnerung von dem was ich erlebt und gesehen habe zurück und der Geruch von Rauch und verbranntem Fleisch mit altem Gemäuer brannte sich bei mir ein.

Unser Dom geht mir nicht aus dem Kopf und ich sah vor meinem geistigen Auge mehrere Selbstmordattentäter die sich im Kirchenschiff in die Luft gesprengt haben.

Was für ein Grauen hat dort unten stattgefunden?
Mir wurde immer mehr bewusst das nur meine Vorräte mich am Leben halten und es keine Lebensmittel mehr geben wird wenn mein Vorrat zu Ende ist.
Sobald ich etwas Energie habe muss ich die Wohnungen im Haus durchsuchen nach essbaren Sachen und der Gedanke daran lässt mich erneut erschauern.
Keiner der Bewohner von den noch 9 vorhandenen Wohnungen ist im Haus und waren mit Ihren Fahrzeugen spurlos verschwunden.
Nachdem ich mit Charly die Lage erörtert habe kamen wir überein das nächste Tageslicht zu nutzen falls möglich und uns gemeinsam in den Wohnungen um zu schauen.

Bis dahin benutzte ich die Zeit mich etwas manierlich herzurichten was aber nur begrenzt hin zu bekommen war durch meinen Alkoholpegel der mir weiter zu schaffen machte und auch die Unterstützung von Charly brachte nur einen kleinen Erfolg.

Warum auch?
"Weshalb soll ich mich überhaupt noch pflegen oder was zu mir nehmen ",schrie ich Charly an und dabei brachte ich mich sosehr in Rage das Charly mich nur durch eine gewaltige Backpfeife wieder beruhigen konnte.

"Schleich Dich in Deinen Schlafsack oder Du fängst noch eine" ,kam von Charly zurück!
"Wenn ich wiederkomme will ich das Du fit bist"! "Verstanden?" Schrie er mich an und ward verschwunden.

Ich fing langsam im Schlafsack an zu zählen und brachte so gut als irgend möglich einiges zu Papier.
Tagebuch ich will vergessen und nur Schlafen und hoffe auf einen Tag voller Sonnenschein und Lachen!Verstehst Du?-WUT
Pleitegeier
 

Beitragvon Mankei » 09.03.2016, 07:53

Alle arbeiteten auf Hochtouren, es wurden die Wassertanks entleert, gereinigt und mit neuem Frischwasser aus dem nahegelegenen Baggersee aufgefüllt, für den Gemüseanbau wurde neue Erde angeschafft, Die Generatoren wurden überholt, drei der erbeuteten Windräder wurden so umgebaut das man durch einfaches Radfahren Energie erzeugen kann, unsere Außenmikrofone wurden gewartet und besser getarnt, zusätzlich installierten wir drei Minikameras durch die man den Haupteingang nahezu komplett beobachten konnte. Neben vielen kleineren Arbeiten besuchten Alex und ich ein Zementwerk um dort Zement, Sand und Bewehrungsstahl zu organisierten. Eine andere Gruppe ging nach Kaufering um dort Kleidung und Schuhe zu suchen, sie fanden unglaubliches, angefangen bei Baby- und Kindersachen bis hin zu ungetragenen Jacken und Hosen für Erwachsene in allen Größen. Am letzten Abend gab es für alle eine kleine Feier, wir grillten an einem Lagerfeuer, dazu gab es etwas Alkohol und für die Kinder Süßigkeiten. Um nicht vor ungebetenen Besuch überrascht zu werden hatten wir an mehreren Stellen Freiwillige Teams abgestellt die bei Gefahr per Funk über eventuelle Gefahren informieren sollten.

Helga und ich waren eines dieser Teams, wir wollten einfach nur unsere Ruhe, stritten uns lieber über Namen für unser Kind und genossen die zwar kalte aber wolkenfreie Nacht.

Eng umschlungen auf dem Rücken liegend, nur geschützt durch zwei Decken, beobachten wir die Sterne und nicht die Straße. Helga richtete sich auf, das sind doch Flugzeuge.
Es stimmte, wir konnten deutlich zwei Flugzeuge erkennen die sehr tief über uns flogen. Wir standen beide auf, schauten ihnen nach, was wird wohl ihr Ziel sein und ist es Freund oder Feind.
Gerade als wir uns wieder abwenden wollten sahen wir mehrere Geschosse auf sie zufliegen.
Eines der Flugzeuge wurde sofort getroffen, dass andere wenig später, brennend stützten sie ab.

Wir machten uns sogleich auf den Weg zum Bunker, Funken wollten wir nicht mehr es könnten auch andere zuhören.

20 Minuten später trafen wir am Bunker ein, auch die anderen hatten das Schauspiel miterlebt und waren beängstigt. Sofort alle in den Bunker sagte ich, ein paar bleiben hier und räumen alles auf und versuchen die Spuren zu beseitigen.

Nachdem wir alles erledigt hatten berieten wir über den Vorfall. Zu gerne hätten wir gewusst was nicht weit von uns entfernt passierte.
Ich machte den Vorschlag das Uwe mit mir schaut was dort los ist. Ich erzählte das in Lagerlechfeld, das etwa zwölf Kilometer von uns entfernt ist, sich ein Jagdbombergeschwader befindet. Alex fing an das nicht schon wieder wir zwei gehen sollten, es wäre an der Zeit andere zu schicken und es gibt da auch noch Helge die mich sicher umbringt wenn ich ihr erzähle das du schon wieder unterwegs bist.
Natürlich hast du recht erwiderte ich aber niemand verfügt über meine Ortskenntnisse, Uwe und ich passen gut zusammen und es gibt unzählige Schleichwege die ich kenne, einige sind nur einspurig zu befahren, daher perfekt für die Quickly um eventuelle Verfolger abzuschütteln.
Auch Uwe drängte, wenn wir wissen wollen was dort geschah dann jetzt oder wir schließen sofort den Bunker, eins von beiden, entscheide dich rief er Alex entgegen. Gut sagte Alex, dann fahrt los, bleibt aber in sicherer Entfernung und kommt bald wieder.

Wir holten die Quickly und fuhren los.
Es geht erstaunlich gut ohne Licht zu fahren wenn alles um einen herum dunkel ist. Wir nahmen nicht die direkte Straße sondern den Feldweg am Lech entlang. Da unser Moped sehr laut war und sicherlich schon von weitem zu hören ist beendete ich die Fahrt in Klosterlechfeld, der Rest war Fußmarsch.

Von weitem sahen wir eine Lichtquelle, sie war bestimmt noch über einen Kilometer entfernt, zielstrebig marschierten wir an den Bahngleisen langsam und vorsichtig entlang und kamen immer näher. Nun konnten wir auch Menschen ausmachen, sie standen dicht zusammen und redeten aufgebracht. Wir müssen unbedingt näher ran, ich will hören was sie sprechen sagte Uwe.
Immer näher kommend waren wir mittlerweile am Haupteingang der Kaserne angelangt, seit der Stilllegung Mitte 2013 wurde die gesamte Anlage von einem Verein übernommen der für den guten Zustand aller Gebäude verantwortlich war. Uwe fragte ob es hier noch irgendetwas militärisches gibt, ich verneinte, außer den Gebäuden und Startbahnen wurde alles andere weggeschafft.

Uwe fluchte leise, er hatte gehofft an Waffen zu kommen und auch mir wäre wohler damit gewesen.

Endlich konnten wir gut sehen was da passierte, acht Männer in verschiedenen Tarnkleidungen diskutierten anscheinend in arabischer Sprache und als aus dem nichts ein anderer dazu kam salutierten sie und standen stramm. Uwe verstand diesen Vorgang genau so wenig wie ich, wir dachten bisher das es sich um einen zusammen gewürfelten Haufen handelt, dass sie sich nun an militärische Grußformeln hielten war mehr als komisch. Wir müssen noch näher ran, Uwe wurde ungeduldig, seine Neugier war geweckt.
Teilen wir uns, einer von dieser Seite, einer von der anderen, Treffpunkt wieder hier.

Uwe bekam noch ein paar Geländetipps die vor ihm lagen und Schutz boten, ich machte mich auf den Weg sie zu umgehen. Nach ein paar Minuten war mein Ziel erreicht, ein altes Stellwerk diente mir als Aussichtspunkt und von dort aus sah ich etwa 20 Männer gefesselt am Boden sitzend. Niemand war zu ihrer Bewachung abgestellt und es wäre ein leichtes gewesen sie zu befreien.
Ich wollte zurück um Uwe diese Information zu geben doch auf der Hälfte meines Rückweges sah ich wie sie Uwe gerade gefangen nahmen. Das konnte doch nicht sein, ängstlich versteckte ich mich hinter einer Böschung und beobachte das weitere Vorgehen.
Sie brachten Uwe zu den Männern die wir anfangs beobachten, nun waren es zwölf Männer die dort aufgebracht redeten. Einer von ihnen schlug Uwe ins Gesicht, ein anderer trat ihm mit dem Stiefel in den Bauch, schmerzverzerrt sackte Uwe zusammen. Nun schaltete sich der Chef von diesem Trupp ein und sofort gingen alle zur Seite. Als er sich in meine Richtung drehte konnte ich auf seinem Helm deutlich das Abzeichen eines amerikanischen Colonels erkennen, aus Filmen kannte ich diesen Adler, die Frage war nur ob dieser Colonel echt war.

Eigentlich war es mir aber egal, sie hatten Uwe gefangen, ihn geschlagen und von unserem Besuch in Altenstadt wusste ich das Amerikaner und Araber gemeinsame Sachen machten. Also musste es mir irgendwie gelingen Uwe zu befreien und ich hoffte in Gedanken das mir dabei 20 Männer helfen würden. Es musste schnell gehen, es wird nicht mehr lange dunkel sein und dann sind alle meine Vorteile weg, hastig machte ich mich auf den Weg zu den Gefangenen die immer noch ruhig, vielleicht zu ruhig am Boden hockten. Erst einmal die Lage sondieren, das sage Ralph immer zu mir, du musst wissen was um dich herum geschieht, sonst bist du ein leichtes Ziel. Ich nahm mir also ein paar Minuten Zeit, beobachtete jede Regung um mich herum und war mir dann sicher das es klappen würde.

Ich schlich den Boden entlang, dann wieder wartend und schauend, so machte ich Meter um Meter bis ich nahe genug an den Gefangenen war. Ich holte tief Luft und wartete erneut etwas, dann sagte ich „Könnt ihr mich verstehen, ich will euch helfen“, sofort drehten sich mehrere in meine Richtung, „Ja natürlich, hilf uns, befreie uns“. Eigentlich wollte ich sofort hin und sie befreien aber irgendwie hatte ich auf einmal das Gefühl das mich etwas festhielt, ich konnte nicht. Wieder fing einer an „hilf uns, schnell“.
Wo kommt ihr her und wer seid ihr wollte ich zuerst wissen. Niemand antwortete, erneut kam nur ein „Hilf uns“.
Jetzt war ich gewarnt, sie könnten doch problemlos meine Fragen beantworten, niemand anderes war zu sehen, also warum redete keiner von ihnen.
Ich versuchte es in Englisch, „Can you understand me, I'll help you“, auch diesmal kam nur ein „help us, please“, sonst nichts. Noch einmal fragte ich in Deutsch und Englisch wer sie sind, wo sie her kommen, eine Antwort blieben sie erneut schuldig.
Mittlerweile war ich mir sicher das etwas nicht mit ihnen stimmte, um Gewissheit zu erlangen sagte ich einfach „Allah ist ein falscher Gott“, jetzt antworteten gleich mehrere in anscheinend arabischer Sprache auf meine Frage. Ich zog mich zurück, ging wieder zum Stellwerk um dort meine Gedanken neu zu ordnen. Na die waren jetzt aber sauer auf mich, dachte ich lachend.

Dort angekommen wurde mein Unsicherheit noch größer, jemand rief meinen Namen, Mankei komm heraus, Uwe geht es gut, er sucht dich, wir sind deine Freunde.
Ich rannte sofort weg, Uwe hatte mich verraten aber sie wussten nicht wo ich war.
In einem Haus nicht weit von unserem Ausgangspunkt entfernt fand ich Zuflucht, die Fensterscheiben waren eingeschlagen, so gelang es mir geräuschlos hinein zu kommen und dort im Obergeschoss mein weiteres Vorgehen zu planen.

Langsam wurde es hell, ein weiteres Problem tat sich auf, als ob ich davon nicht schon genug hätte.
Ich schimpfte in Gedanken mit mir, warum mussten wir nur nachschauen, hätten wir es doch einfach akzeptiert das zwei Flugzeuge abgeschossen wurden, was interessiert es uns, wir waren doch in Sicherheit. Wir hätten den Bunker einfach nur schließen müssen und dann unser Leben in Ruhe leben können und vielleicht in fünf Jahren sogar wieder in Frieden an der Oberfläche.

Es war jetzt hell, die Sonne kam heraus und ich war so müde, die letzten Minuten verbrachte ich damit an Helga und unser Kind zu denken. Zurück geholt aus meinen Träumen hörte ich nun von mehreren meinen Namen rufen, auch Uwe war dabei.
Vorsichtig hob ich meinen Kopf und schaute nach was draußen vor sich ging. Vier schwer bewaffnete Männer liefen durch die Straße, einer von ihnen war Uwe. Sie hatten ihm ein Gewehr und Munition umgehängt, sein Gesicht aber sprach eine andere Sprache, er machte nicht den Eindruck das er dort freiwillig mitläuft. Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich doch nur etwas Erfahrung hätte, Ralph und die anderen hätten sicher sofort gewusst was zu machen ist, ich aber war nicht in der Lage die Situation einzuordnen. Uwe zu befreien war unmöglich, einfach gehen konnte ich auch nicht, was hatte Uwe alles erzählt, war unsere Gemeinschaft in Gefahr, waren sie schon auf dem Weg dorthin. Sie kamen von ihrer Patrouille zurück, Uwe bildete das Schlusslicht, im vorbei gehen sah ich wie Uwe immer wieder mit dem Daumen nach unten zeigte, ich hatte also recht, es war eine Falle. Lange überlegte ich hin und her, gehen, bleiben, Verstärkung holen, ergeben, alle möglichen Szenarien spielte ich mehrmals durch, am Ende entschied ich mich für die einzig richtige und schlief erschöpft ein.

Ich riss die Augen auf, wo sind die Flugzeuge, deswegen waren wir doch eigentlich losgefahren.
Keiner hatte mehr nachdem wir das helle Licht sahen noch daran gedacht, es war beinahe so als wären wir magisch davon angezogen worden.
Ich musste die Flugzeuge unbedingt finden bevor ich meinen Plan verwirklichen wollte. Das Haus gab eine gute Sicht auf die Straße, was allerdings auf der anderen Seite war konnte ich nicht ausmachen, zu viele Häuser versperrten den Blick.
Mittlerweile geübt im Beobachten suchte ich nach Auffälligkeiten, da alles ruhig schien ging ich ans andere Ende des Hauses, öffnete die Terrassentür und schlich mich vorsichtig durch die Straßen.
Hätte ich nur die Quickly hier, damit wäre ich um ein vielfaches schneller, also suchte ich nach einem fahrbaren Untersatz. Die Chance ein Auto mit Schlüssel und genügend Benzin zu finden ging gegen null, so konzentrierte ich meine Suche auf ein Fahrrad. Garage um Garage wurde ohne Erfolg durchsucht und dann stand auf einmal ein Rad vor mir, voller Rost aber Funktionstüchtig, die Reifen aufgepumpt und los ging es auch schon.
Es dauerte nicht lange und ich war am Ende der Ortschaft, Ackerflächen so weit das Auge reichte, nur ein Flugzeug fand sich nicht. Nach zwei Kilometern in westlicher Richtung kam eine Anhöhe, dahinter so wusste ich waren kilometerlange Flächen die landwirtschaftlich genutzt wurden und weit und breit keine Ortschaften in der Nähe. Wenn dort nicht mindestens eines der beiden Flugzeuge ist wollte ich die Aktion abbrechen.
Es dauerte nicht lange den kurzen Anstieg hoch zu radeln, dann noch ein kleines Waldstück überwindend und schon sah ich sie, ein Flugzeug etwa 200 Meter entfernt, das andere etwa 500 Meter. Beide schauten von weitem schrecklich aus und um so näher ich kam desto schlimmer war der Anblick. Es handelte sich um Transportflugzeuge, ähnlich einer Transall aber mit 4 Propellern und mit russischen Buchstaben an der Maschine. Ich betrat wachsam und leicht zitternd den größeren der beiden zertrennten Teile, überall lagen Tote Soldaten mit Uniformen die ich nicht kannte, sie trugen große Rucksäcke und waren schwer bewaffnet. Ich suchte nach Lebenszeichen aber jede Hilfe kam zu spät, alle 16 Mann waren Tod, ebenso die Männer im Cockpit Ich nahm zwei Maschinengewehre, zwei Pistolen und drei Rucksäcke, legte sie in eine Mulde und schüttete sie unter einer Plane schützend mit Erdreich zu. Ich wollte sofort zu der anderen Maschine um dort nach Lebenden zu suchen. Es dauerte nicht lange bis ich ankam, dieses Flugzeug war nicht geteilt, dafür fehlte eine komplette Tragfläche. Die Türe öffnete sich ohne Probleme und als ich einstieg wurde ich vom Inhalt überrascht, neben einem Jeep der aber definitiv nicht mehr zu gebrauchen war sah ich zwei Motorräder mit Beiwagen. Die Lage kurz abschätzend müsste man doch ein fahrbereites daraus basteln können. Es lagen diverse abgeschlossene Kisten verschiedener Größen kreuz und quer im Frachtraum aber von einer Besatzung fehlte jede Spur. Ich ging zum Cockpit, die Türe war verschlossen aber mit etwas gutem Zureden und einer Axt die ich unter einem Notsitz fand war das öffnen kein Problem. Drei Männer und eine Frau waren dort auf ihren Sitzen und ich machte mir keine Hoffnung das noch jemand lebte. Die ersten beiden Männer waren Tod, doch die Frau lebte, ebenso der Pilot. Die Frau wachte auf, ihr Hinterkopf war voller Blut, sie hatte Angst vor mir und der Versuch sie zu beruhigen klappte nicht so recht. Ich deutete auf den Mann, er hatte viel Blut verloren, erst jetzt bemerkte ich das etwas in seinem Oberschenkel steckte. Aus dem Verbandskasten der an der Wand hing nahm ich acht Binden, ein Dreieckstuch, Butterfly-Kanüle, Infusion und Klebeband. Ich schaute die Frau an sie sollte mir helfen gerade als ich ihr ein Zeichen geben wollte wurde sie ohnmächtig. Zuerst kümmerte ich mich um den Piloten, ich bereitete alles vor, zog dann mit einem Ruck das ca. 10 cm lange Metallteil aus dem Oberschenkel und legte mit den Binden und dem Dreiecktuch einen Druckverband an, dann legte ich ihm intravenös einen Zugang und schloss die Infusion an. Nun kümmerte ich mich um die Frau, sie hatte am Kopf eine sehr große Beule, der Blutverlust war nicht so stark wie zuerst angenommen sie bekam ebenfalls eine Infusion, dann noch einen Verband um den Kopf gewickelt. Erschöpft machte ich es mir auf dem Boden bequem und schlief ein.
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Beitragvon Kavure´i » 10.03.2016, 00:12

Aus den Fenstern ragten jetzt Gewehrläufe und hinter den Trümmern kamen Männer in grauschwarzweißer Tarnkleidung hervor, alle bis an die Zähne bewaffnet und die Waffen im Anschlag.
Ihre Gesichter versteckten sie hinter Masken.
Einer trat vor und rief: "Alle raus aus den Fahrzeugen, runter von den Motorrädern!"
Als wir nicht sofort reagierten, schoss er Max dicht vor den Vorderreifen.
Langsam stiegen die Biker ab und bockten die Maschinen auf.
Die Fahrer stellten die Motoren ab und wir stiegen aus.
Wir waren bereit, uns bis zur letzten Patrone zu verteidigen.
In einem Actionfilm hätten wir uns jetzt hinter die geöffneten Türen unserer Fahrzeuge geduckt und das Feuer eröffnet.
Aber im wahren Leben ist das natürlich Schwachsinn. Selbst ein Pfeil oder ein Armbrustbolzen kann eine Autotür durchschlagen wenn sie nicht gepanzert ist.
Miriam schob sich unauffällig hinter John. "Lebend bekommen die mich nicht noch einmal." flüsterte sie.
"Und ich werde so viele von den Dreckskerlen als möglich mitnehmen."
"Keine falsche Bewegung!" tönte es da von hinten. "Lass die Pfoten von der Waffe oder du stirbst sofort."
"Legt eure Waffen vor euch auf den Boden!" befahl einer von ihnen.
"Niemals!" rief Miriam.
"Noch einmal bekommt ihr mich nicht!"
"He, das ist ja eine Frau!" sagte die gleich Stimme. "Und sie ist bewaffnet. Das können keine Arabs sein."
"Nein, sind wir nicht." stimmte ich zu.
"Bleibt ruhig stehen, und lasst uns eure Hände sehen!" kam der Befehl.
Was hatten die jetzt mit uns vor? Einige von ihnen sprachen miteinander, die Waffen der Anderen blieben unverrückt auf uns gerichtet.
Nach einigen Minuten trat einer vor und zog die Sturmhaube vom Kopf.
Er war unverkennbar kein Araber, ebenso wenig wie die beiden anderen, die es ihm gleich taten.
Sie traten näher an uns heran und musterten uns genau.
Und anscheinend gefiel ihnen, was sie sahen.
"Nehmt die Waffen herunter, das sind keine Musels." rief er.
Wir hörten, wie Gewehre gesichert wurden und Schritte hinter uns näher kamen.
Stimmen wurden laut und erleichtertes Gelächter.
"Leutnant Armin Armbruster von der Otto-Liliental-Kaserne in Roth. Und das sind Hauptfeldwebel Sebastian Diebold und Feldwebel Joachim Lechner." stellte sich der Sprecher vor.
Wir atmeten erleichtert auf und nannten ebenfalls unsere Namen.
Als sich John und die anderen Amerikaner zu Wort meldeten, versteifte sich der Leutnant kurz, entspannte sich aber gleich wieder.
"Wir müssen uns unterhalten." sagte er. "Aber nicht hier. Verschwinden wir von der Straße. Wir haben erledigt, was wir hier tun wollten. Folgt uns bitte zur Kaserne."
Dass diese Bitte ein Befehl war, wussten wir alle. Auch wenn wir unsere Waffen behalten durften, war klar, dass sie uns nicht ohne Weiteres gehen lassen würden.
Der LKW vor uns fuhr ein Stück rückwärts und gab die Straße frei. Aus einer Seitenstraße kamen etliche Militärfahrzeuge und bogen auf den Nordwestring ein. Uns wurde bedeutet, ihnen zu folgen.
Wir ließen die Motoren an und fuhren ihnen hinterher.
Nach und nach kamen weitere Fahrzeuge aus Einfahrten und hinter Trümmerhaufen hervor und folgten uns. Am Schluss fuhren die beiden LKWs.
Auf der Fahrt unterhielten wir uns über die Situation.
Marc war der gleichen Ansicht wir ich: sie würden uns nichts tun. Sonst hätten sie uns gleich an Ort und Stelle erschossen.
Aber wir rätselten, warum sie uns mitnahmen und nicht einfach weiterfahren ließen.
"Ich denke, sie wollen Informationen und sie trauen uns auch nicht so ganz." meinte ich.
"Bestimmt. Mir geht es umgekehrt genauso." pflichtete mir Miriam bei.
"Warten wir es ab. Etwas anderes bleibt uns schließlich nicht übrig." ergänzte Marc.

Laut meiner Karte waren es von Nürnberg nach Roth ca. 30 km. In früheren Zeiten wären wir die in einer guten halben Stunde gefahren.
Aber diese Zeiten waren vorbei.
Wir kamen nur langsam voran. Wie unsere Kundschafter schon berichtet hatten, war der Ring zwar befahrbar, aber in sehr schlechtem Zustand. Wir wichen Trümmern aus, fuhren um Schlaglöcher herum und einmal mussten wir vom Ring herunter- und durch ein Gewirr von Ruinenfeldern fahren, weil ein gut 200 m langes Stück der Straße fehlte. Dort klaffte ein Loch, von dem wir die Tiefe nicht abschätzen konnten, weil es sich mit Wasser gefüllt hatte.
Wir fuhren durch Straßenzüge, die fast vollständig zerstört waren. Seltsamerweise gab es dazwischen immer wieder Gebäude, die kaum oder gar nicht beschädigt waren. Dann gab es Viertel, die ohne Weiteres bewohnbar gewesen wären.
Von Weitem war der Fernsehturm zu sehen. Er stand noch, nur die Spitze und der oberste Teil des Aufbaus fehlten.
Die Brücke über die Eisenbahnschienen war intakt aber als wir uns dem Main-Donau Kanal näherten, sahen wir, dass diese Brücke schwer beschädigt war. Die von uns aus gesehen linke Hälfte gab es nicht mehr.
Das vorderste Fahrzeug der Soldaten hatte angehalten. Dann fuhren die Autos einzeln über das Reststück.
Erst wenn der Soldat das Zeichen gab, fuhr das nächste los. Auch wir wurden so darüber geschickt.
Als der letzte LKW die Brücke, oder was davon noch übrig war, überquert hatte, ging gerade die Sonne unter.
Wir erwarteten, dass die Soldaten einen Übernachtungsplatz suchen würden, aber sie schalteten die Scheinwerfer ein und fuhren langsam weiter.
Uns war nicht wohl dabei, denn die Lichter waren weithin zu sehen.
Was, wenn uns ein Trupp der Arabs sah und uns aus dem Dunkel heraus beschoss?
Aber es blieb uns nichts anderes übrig als einfach weiter zu fahren.

Nach ein paar Kilometern bogen die vorausfahrenden Fahrzeuge plötzlich links ab, wir folgten ihnen und vor uns tauchte im Dunkeln ein großes Gebäude auf. Wir hielten kurz an um anschließend durch ein Tor ins Innere zu fahren.
Als der letzte Wagen drinnen war, schoben die Soldaten das Tor wieder zu.
Danach zogen sie eine schwere Plane davor, die seitlich neben dem Eingang hing.
Lampen wurden angeknipst und Wachen eingeteilt.
"Wo sind wir?" fragte Max.
"Das war früher das Industrie- und Einkaufszentrum von Eibach." informierte uns Leutnant Armbruster. Diese Halle nutzen wir als Versteck, wenn wir so wie heute den Heimweg nicht mehr schaffen. Mit eingeschalteten Scheinwerfern nachts unterwegs zu sein ist gefährlich. Die Lichter sind viel zu weit zu sehen."
"Diese Befürchtung hatten wir auch." sagte John. "Wir waren bisher nie im Dunkeln auf der Strecke."
"Was hattet ihr eigentlich in Nürnberg zu tun?" wollte Marc wissen. "Da ist doch sicherlich schon lange nichts mehr zu holen."
"Ich denke, das sollte euch der General sagen, wenn er es für richtig hält." bekam er zur Antwort.
"So wie es aussieht, waren sie auf der Jagd." behauptete Miriam. Und die Blicke, die sich die Offiziere zuwarfen, gaben ihr recht.
"Das was ihr mit uns gemacht habt, habt ihr schon oft gemacht. Alles klappte wie am Schnürchen. Ihr habt unsere Späher unbehelligt gelassen und gewartet, bis wir alle in eure Falle getappt waren. Dann habt ihr sie zuschnappen lassen." sprach sie weiter.
"Auf diese Weise nehmt ihr euch kleinere Trupps der Musels vor und schaltet sie aus. Habe ich recht?"
Feldwebel Lechner nickte. Als er etwas sagen wollte, bekam er einen Rippenstoß von seinem Vorgesetzten und er schwieg.
"Lasst und was essen, ich sterbe vor Hunger." meinte Hauptfeld Diebold.
Gaskocher wurden ausgepackt, Kaffee und Tee gekocht und Essenspäckchen ausgeteilt.
Zu unserer Überraschung bekam auch jeder von uns eines.
Während des Essens versuchte ich die Soldaten zu zählen. Im Halbdunkel der Halle war das schwierig, aber es waren mehr als 50 Mann.
Miriam fing an zu sprechen.
"Die Arabs erzählen schon seit gut zwei Jahren von verschwundenen Konvois, Nachschubtrupps, Gefangenentransporten und dass sowohl Menschen als auch Material wie vom Erdboden verschluckt wären. Ich denke, ich habe heute die Dämonen und Scheitans kennengelernt, die sie dafür verantwortlich machen. Sie erzählen sich das nur flüsternd abends am Kochfeuer."
"Woher weißt du das?" fragte der Leutnant. "Wo hast du das gehört?"
"Ich hatte fünf lange Jahre Zeit ihre verfluchte Sprache zu lernen, so lange haben sie mich gefangen gehalten. Mir kamen sie wie tausend Jahre vor." Sie beendete ihre Erzählung mit versteinertem Gesicht.
Auf den Gesichtern der Offiziere sah ich Entsetzen, Verlegenheit, Mitleid und schließlich Zorn.
"Du hast richtig geraten." gab Armbruster zu. "Wir versuchen, ihnen so viele Gefangene als möglich wegzunehmen, ihre Waffen, ihre Vorräte, ihre Beute. Und wir lassen keinen von ihnen am Leben."
Dann hatte er wohl so viel gesagt, wie er vor seinem Vorgesetzten verantworten konnte.
"Genug für heute. Lasst uns schlafen gehen, der Weg morgen ist zwar nicht weit aber anstrengend."

Wir holten unsere Schlafsäcke aus den SUVs, breiteten eine Plane auf dem schmutzigen Boden aus und legten uns zum Schlafen hin.
Ich konnte nicht einschlafen und bemerkte, dass es den meisten von uns genauso ging.
Schließlich gab ich es auf und setzte mich auf. An den Hinterreifen unseres Autos gelehnt dachte ich über unsere Situation nach.
Was erwartete uns in der Otto-Liliental-Kaserne?
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Beitragvon Pleitegeier » 10.03.2016, 13:59

Hallo Tagebuch!
Ich sitze hier im Esszimmer mit 5 Teelichtern und versuche Dir das erlebte dieses Tages zu schildern.

Charly stand plötzlich mit Taschenlampe vor mir und stupste mich mit seinem rechten Schuh am Knie.
"Los aufstehen! Wir machen heute Wohnungsbesichtigung!" Wobei er sein gegerbtes jedoch fahles Gesicht zu einem Lächeln verzog!
"Nimm einen Korb mit, falls wir was finden!"

Ich kroch aus dem Schlafsack ohne ein Wort zu sprechen da mich immer noch Kopfschmerzen quälten und nahm den Einkaufskorb meiner Mutter der am Garderobenschrank stand herunter.

Charly hatte bereits Einbruchwerkzeug dabei was mich nicht sonderlich verwundert hat!

"Wir fangen bei der letzten Wohnung oben an!" waren seine Worte und schon hörte ich ihn die Holztreppe hinaufsteigen.
Schnell holte ich ihn ein und bevor ich noch eine Frage stellen konnte Hämmerte Charly an die Türe mit den Worten: "Falls jemand da ist dann bitte aufmachen den sonst müsste ich die Türe öffnen!" "Wir machen uns Sorgen und sind aus der Nachbarschaft!" Wobei Charly mich angrinste.

Nachdem kein Laut aus der Wohnung drang und wir noch die übrigen drei Türen auf diesem Stock traktierten machte sich Charly daran die erste Türe zu öffnen wobei mir nun erst der beißende Geruch auffiel.

In dieser Wohnung war eine alleinstehende Frau ca.36 Jahre Vegetarierin mit zwei Katzen gemeldet.
Alles schien aufgeräumt und in Kürze hatten wir in alle Räume geschaut und im Schlafzimmer angekommen.

Der extreme Geruch nach verwesenden Fleisch ließ nichts gutes Ahnen und mit einem Blick erkannten wir zwei Tote Katzen.

Ich stürmte an Charly vorbei in die Küche und suchte einen Müllsack wo ich die Viecher reinlegte und den Sack verschloss.
Auch die Fenster öffnete ich für eine Weile obwohl auch von draußen keine Frischluft nach Innen strömte.

Erst jetzt bemerkte ich wieder Charly der die Bettdecke angehoben hatte und wie versteinert vor dem Bett stand!
"Scheiß kruzitürken noamoi"! Kam es aus seinem Mund.

Da erkannte ich meine Nachbarin die zusammengekauert mit Blaugefärbten Mund und geschlossenen Augen in erbrochenem und im Urin getränkten Laken lag.

Da mein Magen leer war kam nichts mehr aus meinem Magen obwohl es mich ständig würgte und mir zum Kotzen war.
Charly hatte sich inzwischen eine Zigarette angezündet und meinte trocken!
"Jetzt heißt es erst mal raus mit den Leichen aus dem Haus und mach ja keine Zicken !"

Bevor ich irgend was erwidern konnte hatte Charly meine Nachbarin samt Bettzeug aus dem Bett geschleift und vor der Wohnungstüre abgelegt!

Danach begann er die zweite Türe zu öffnen und ich hielt mich dabei im Hintergrund da meine Beine zu versagen drohten lehnte ich mich an deren Türpfosten.

"Alles in Ordnung! Keiner zu Hause! Rief mir Charly zu und ich stürmte auf einen Polstersessel zu der in dessen Küche stand wo ich mich reinfallen lies und Charly die Kühlschranktüre öffnete und zufällig zwei Bier darin fand und mir davon eine Flasche reichte.
Nach einem kräftigen Schluck aus der Flasche meinte Charly das ich warten soll und er noch in die dritte Wohnung rein will und nach dem durchschauen wiederkäme.

"Was sind das eigentlich für Idioten gewesen die hier gewohnt haben?" Ertönte es von dort.
Da ich immer noch nicht zu einer Antwort fähig war kam er kurz darauf zurück und sah mich verwundert an.

"Machs Maul auf", heischte er mich an.
"Keinerlei Vorräte bis auf ein paar Kartoffeln etwas Saft und diese zwei Bier und saure Milch und Müsli."
Die hatten doch genug Zeit um sich einen Vorrat zu zulegen und sind wohl alle Heim zu Mutti diese Jammerlappen?"
"Nicht mal Schnaps war zu finden!"

Danach beschloss Charly das wir die Leichen nach draußen schaffen und dort ablegen wo ich meine Eltern entsorgt hatte.
Ja Entsorgt! Den als mehr kann ich mein Handeln nicht vergleichen.
So richtig habe ich mich bisher nicht verabschiedet und bei dem Gedanken liefen mir Tränen über mein Gesicht!

Als Charly dies bemerkt hat drehte er sich weg von mir und ich vernahm ein kurzes Schnäuzen!

"I brauch jetzt an Kaffee", kam danach von Charly und schon war er in der Wohnung meiner Eltern verschwunden.

Beim Trinken erklärte er mir das wir den Rest der Wohnungen Morgen machen werden weil er noch jemand besuchen will und ward verschwunden.

Alleine mit den leeren Tassen begannen meine Gedanken zu kreisen und ich begann wieder zu zählen und kroch in meinen Schlafsack mit dem Willen mir später was warmes zum Essen zu machen.

Zählen macht Müde und das Nickerchen hat mir gut getan.
Da es weiter Dunkel war in der Wohnung und ich mir nicht getraute die Fenster von der Alufolie zu befreien bis auf ein kleines Stück, wechselte ich die abgebrannten Teelichter aus welche in der Wohnung in Gläsern verteilt standen.
Danach kontrollierte ich die Türen und suchte was Essbares wobei ich mich für eine Fertigmahlzeit entschied von BUSS.

Ohne Nachzudenken holte ich eine Pfanne aus dem Küchenschrank und gab die Speise hinein und stellte die auf den Herd wobei ich den Schalter drehte den Blick auf den Spritzschutz gerichtet wobei mir die Kochkünste meiner Mutter in den Sinn kamen und ich zu spüren begann wie sehr ich beide vermisste.

Die Kalte Pfanne holte mich in die Realität zurück und auch die Stimme meiner Mutter welche in meinem Ohr erklang.
"Wenn Du keinen Strom hast dann befühl die kleine Dose im Schrank und zünde diese unter dem kleinen Grill daneben an!Dann kannst Du was Kochen oder warm machen was kein Problem ist.
Oh Gott schoss es mir in den Kopf.
Ich hatte Charly den löslichen Kaffee den ich gefunden hatte im kalten Wasser angerührt und er hat das getrunken!.

Als ich 10 Minuten später mein Essen löffelte empfand ich eine enorme Dankbarkeit und Wärme und langsam spürte ich etwas Kraft zurückkommen.
Da es aber inzwischen Dunkel war im Haus und kaum Licht zu erkennen war durch Mond oder Sterne machte ich mich daran die Bücher meiner Eltern nach für mich Lesbarem ab zu suchen.
Bei "Tausend Haushaltstipps aus Omas Zeiten" blieb ich hängen und begann darin zu lesen wobei ich feststellen musste das mein Leben sehr begrenzt war.
Tagebuch? Ob ich es wohl schaffe ein noch brauchbares Wesen zu werden? Vorerst komme ich mir sehr Dumm und extrem Hilflos vor!
Pleitegeier
 

Beitragvon Pleitegeier » 10.03.2016, 14:07

Hallo liebe Leser uns Schreiber!

Ich danke Euch für Eure positive Kritik bisher und mir Mut gemacht hat weiter zu schreiben obwohl ich aufhören sollte und evtl. dies auch tue um den Weg ganz Kavure und Mankei zu überlassen dessen Geschichten ich sehr toll finde.

Mir kam die Idee einen kleinen persönlichen Bereich zu schildern weil ich glaube das hier einige sind die vielleicht wie ich sehr eingeschränkt sind und auch kleiner Radius an Fläche und Gefühlen eine Handlung haben sollte.

Bin auch gerne bereit für einen anderen Schreiber der es wesentlich besser kann zurückzutreten in die nur Lesefront!

Lieben Gruß und Danke fürs Mitschreiben und Lesen!
Pleitegeier :oops:
Pleitegeier
 

Beitragvon Mankei » 10.03.2016, 16:46

Pleitegeier hat geschrieben:Hallo liebe Leser uns Schreiber!

Ich danke Euch für Eure positive Kritik bisher und mir Mut gemacht hat weiter zu schreiben obwohl ich aufhören sollte und evtl. dies auch tue um den Weg ganz Kavure und Mankei zu überlassen dessen Geschichten ich sehr toll finde.

Mir kam die Idee einen kleinen persönlichen Bereich zu schildern weil ich glaube das hier einige sind die vielleicht wie ich sehr eingeschränkt sind und auch kleiner Radius an Fläche und Gefühlen eine Handlung haben sollte.

Bin auch gerne bereit für einen anderen Schreiber der es wesentlich besser kann zurückzutreten in die nur Lesefront!

Lieben Gruß und Danke fürs Mitschreiben und Lesen!
Pleitegeier :oops:


Hallo

Ich finde es schön das Du hier mitschreibst! Es ist eine gute Ergänzung zu einem Einzelschicksal, Kavure'i und ich sind ja in einer Gemeinschaft unterwegs. Vielleicht überlegst Du Dir Deine Entscheidung ja noch einmal, ich würde mich darüber freuen, andere sicherlich auch.
Mittlerweile ist es ja auch schon keine Kurzgeschicht mehr sondern ein richtiger Roman.
Ein einsteigen in die Geschichte ist natürlich immer möglich wenn auch vielleicht nicht mehr ganz einfach. Kavure'i ist erst in Nürnberg angekommen und hat - so hoffe ich - noch einiges zu berichten.

Allen einen schönen Tag
Mankei
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Mankei
 

Beitragvon Prepper86 » 10.03.2016, 21:09

Pleitegeier,

ich kann und will dich nicht zum weiterschreiben überreden, aber ich würde mich sehr freuen wenn du weiter schreiben würdest :)
Prepper86
 

Beitragvon Kavure´i » 11.03.2016, 00:24

Hola

schreib weiter Pleitegeier. Ich finde auch, daß es gut ist, daß einer der Protagonisten in seiner gewohnten Umgebung bleibt und berichtet, was da vor sich geht.
Vielleicht gabeln wir Markus und Charly am Ende ja noch auf. :wink:

Mankei
wie schon geschrieben, die Geschichte entwickelt sich bei mir immer erst während des Schreibens.
Mal schauen, was sich unterwegs noch tut.
Das hängt auch davon ab, was ich bei meiner Reise mit Google Earth unterwegs Interessantes entdecke. :lol:
Mit meinem nächsten Beitrag warte ich mal deinen nächsten ab.

Kavure´i
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Kavure´i
 

Beitragvon Mankei » 11.03.2016, 10:22

Zwei Tage sind jetzt vergangen und noch immer pflege ich Natascha und Sergej, diese Namen fand ich seitlich an ihren Stühlen, ob es denn ihre richtigen Namen sind ist mir egal, aber sie reagieren darauf. Sergej hat sich gut erholt, er hat viele Wachphasen, bei Natascha sieht es nicht so gut aus, sie war gestern durchgehend nicht ansprechbar, reagierte noch nicht einmal wenn ich sie in die Nase zwickte. Zwischen meinen Pausen reparierte ich eines der Motorräder mit den Teilen aus dem anderen. Die verschlossenen Kisten habe ich alle geöffnet, ich fand darin viele nützliche Sachen, neben einem beachtlichen Waffenarsenal, schusssicheren Westen und Nachtsichtgeräten war in der größten Kiste etwas ganz besonderes, zwei Drohnen mit Basisstation, natürlich wollte ich sie ausprobieren aber kurz nach dem Hochfahren des Systems wird nach einem Passwort gefragt, so hoffe ich wenn Natascha und Sergej aufwachen sie mir dieses sagen können. Aus dem anderen Flugzeug habe ich sämtliche Rucksäcke und Waffen geholt, dazu noch Verbandskasten, Feuerlöscher, zwei Fallschirme und das Funkgerät. Neun der 20 Männer habe ich beerdigt, die anderen kommen nach und nach so wie ich Zeit habe, einem Soldaten habe ich die Uniform ausgezogen, sie dient mir jetzt als Kleidung. Ein anderer Soldat war anscheinend Scharfschütze, neben ihm fand ich ein WSS-Wintores Scharfschützengewehr, so steht es wenigstens auf dem zerlegten, anscheinend zur Reserve mitgenommenen zweitem Gewehr das ich in einer Kiste unter dem Sitz entdeckte. Mit dieser Waffe schieße ich regelmäßig von einem Flugzeug zum anderen, ich habe verschiedene Ziele aufgezeichnet und werde immer besser, am meisten beeindruckt hat mich aber die fast völlige Lautlosigkeit des Gewehrs. Wenn ich dann in einer ruhigen Phase so in mich gehe gehören meine Gedanken Helga und unserem Kind, aber auch den anderen im Bunker und natürlich Uwe.

Mein derzeitiges Leben gefällt mir zunehmend, Nahrung und Wasser fand ich genügend in den Rucksäcken, mein Waffenarsenal reicht für mindestens einen Krieg und das Motorrad – ich traute mich noch nicht es zu starten – wird für meine Mobilität zuständig sein.

Um Natascha sorge ich mich immer mehr, sie reagiert auf nichts mehr, zwei Infusionen sind noch vorrätig und vielleicht stehe ich bald vor der Entscheidung sie besser Sergej zu geben der heute das erste mal geredet hat, neben für mich vielen unverständlichen Worten konnte ich ein Wort verstehen „Spasibo“ was danke bedeutet.

Ein neuer Tag bricht an, zuerst kümmere ich mich um meine beiden Verletzten, Natascha war nachts sehr unruhig, noch immer hoffe ich das sie sich erholt, Sergej schlief die Nacht ruhig durch. Heute werde ich alle Soldaten begraben, sie sollen endlich ihren Frieden finden. Nachdem ich mehrmals bei Natascha und Sergej alles kontrollierte machte ich mich auf den Weg. Aus Langeweile zähle ich die Schritte von einem Flugzeug zum anderen, es sind 631. Angekommen fange ich sofort mit dem ausheben der Gräber an, es ist schweißtreibend, in den kurzen Pausen gilt mein Augenmerk meinem Umfeld, nicht das mich jemand überrascht. Beim letzten Soldaten angekommen fiel mir seine Uhr ins Auge, die ganzen Jahre im Bunker hatten wir auf Uhren verzichtet, wir machten unsere eigenen Tage und Nächte und als der Bunker geöffnet wurde hatten viele Probleme damit den natürlichen Rhythmus wieder anzunehmen. Als endlich alle begraben waren wollte ich ein paar nette Worte sagen, aber außer einem „machts gut“ fiel mir nichts passendes ein, wenigstens haben sie alle ein Grab und ein Kreuz, ich verteidigte meinen Entschluss damit das es mehr ist als das was Rainer, Kurt und Hans, meine Freunde haben. Sofort wurde ich traurig, ich dachte an meine Freunde die es nicht geschafft haben, speziell an Ralph, wäre er jetzt hier, er würde tanzend und singend herum springen, diese Feuerkraft wenn sein eigen wäre, er wäre im siebten Himmel. Auf meinem Rückweg zählte ich wieder Schritte, aber etwa 30 Meter vor meiner Ankunft hörte ich Geräusche aus dem Flugzeug kommend. Sofort legte ich mich auf den Boden, entsicherte mein Gewehr und schaute durch das Zielfernrohr. Es war nichts zu erkennen, wie versteinert harrte ich aus, wieder kamen Geräusche aus dem inneren, ich wollte noch zehn Minuten warten, meiner neuen Uhr sei dank stellte ich den Countdown. Es blieb ruhig, also machte ich mich auf den Weg zum Flugzeug.
Dort angekommen war alles still, vorsichtig öffnete ich die Türe und ging hinein, niemand war zu sehen, erneut vernahm ich Geräusche, sie kamen von dort wo Natascha und Sergej lagen. Auf einmal wurde der Vorhang den ich als Schutz anbrachte zur Seite bewegt, Sergej stand nun vor mir, er fing sofort an etwas das ich nicht verstand zu sagen, er merkte das ich keiner von ihnen war und hob sofort eine Hand, die andere hielt er an seinem Oberschenkel. Alles gut, keine Angst, ich habe euch versorgt, dann kam es mir erst in den Sinn das auch Sergej nicht meine Sprache verstand und fing mit den Händen an zu reden. Sergej fing zu lachen an und sagte im guten Deutsch, ich verstehe dich gut, hatte nur Angst du bist Feind. Wir gingen aufeinander zu, Sergej umarmte mich und bedankte sich mehrmals bei mir. Nun erzählte jeder seine Geschichte, unterbrochen wurde nur um nach Natascha zu schauen, ihr Zustand hatte sich nicht gebessert. Sergej war von der russischen Armee, Pilot seit vielen Jahren und ihr Auftrag lautete überall in Deutschland kleine Truppen abzusetzen, Widerstand zu organisieren und so für ein baldiges Ende des Krieges zu sorgen.
Aufmerksam lauschte ich seinem Kommentar, es waren immerhin die ersten Nachrichten seit über fünf Jahren die verlässlich klangen. Auch er erzählte das einige Amerikaner gemeinsame Sache mit anderen Staaten machen, er betonte aber das es nicht nur Araber seien die hier kämpfen, sie machen zwar den größten Anteil aus, man habe aber auch schon Franzosen, Engländer, Belgier, Japaner und Afrikaner gesehen die zusammen mit ihnen kämpften.
Irgendwie ist die ganze Welt verrückt geworden, Nationalitäten seien unwichtig, vielmehr geht es um Mord, Kontrolle, Macht, Reichtum. Alleine in Deutschland seien nach unseren Ermittlungen über eine Million dieser Bastarde unterwegs und in den anderen Ländern Europas geht es ähnlich zu. Was ist mit Russland und wie viele Deutsche seien getötet worden fragte ich sichtlich geschockt. Nun auch in Russland gab und gibt es Krieg, allerdings ist es schwierig in unserem Land Krieg zu führen, die Entfernungen sind so groß, sie haben es einfach nicht geschafft uns so zu schwächen wie zum Beispiel das restliche Europa. China und Amerika führen immer noch Krieg, allerdings konventionell und auf der Stelle tretend. Beide Länder wollten uns als Verbündeten, wir lehnten immer ab, Russland meint es sei Zeit für Frieden, andere Länder, andere Menschen denken leider nicht so. Deutschland hat sehr viele Tote, genau kann es sicher niemand sagen, aber es stehen Zahlen im Raum die von 20 Millionen und mehr ausgehen, Gefangene werden in der selben Größenordnung vermutet, nun ihr wurdet einfach überrannt, anders kann man es nicht sagen, ihr hattet damals die ganzen Flüchtlinge schon im Land als es begann und erst als sie mit euch fertig waren ging es an die anderen Länder in Europa. Eure Armee war unterbesetzt, schlecht ausgebildet und diejenigen die Einsatzbereit waren kämpften im Ausland.
Russland dachte anfangs lasst sie mal machen, wenn sie alle Tod sind wird alles besser, dann aber als vor 3 Jahren Putin überraschend starb änderte sich auch unser Kurs. Unter neuer Führung und mit viel Zustimmung aus der Bevölkerung fingen wir, wenn auch nur langsam und im verborgenen, an für einen weltweiten Frieden zu kämpfen. Erst jetzt fragte er mich was mit den anderen Maschinen geschah, hatten sie es geschafft, fragte er mich. Andere Maschinen, wir sahen nur zwei und leider hatte es keine geschafft, im anderen Flugzeug sind alle Tod. Sergej fing an zu weinen, im anderen Flugzeug war ein Cousin von ihm. Hilfst du mir sie zu begraben, bitte. Das habe ich schon getan Sergej, alle 20. Nun erzählte ich Sergej meine Geschichte, den Bunker erwähnte ich mit keinem Wort, an dessen Stelle setzte ich ein Leben in der Wildnis mit einigen Freunden die jetzt alle anscheinend bis auf Uwe gestorben sind. Ich fühlte mich dabei keineswegs gut, es bereitete mit Unbehagen ihn so anzulügen aber ich wollte meine anderen Freunde und vor allem Helga in Sicherheit wissen. Das Uwe noch lebt konnte Sergej nicht glauben, die Amirabs holen sich Informationen und dann töten sie die Quelle und da jetzt schon vier Tage seit seiner Gefangennahme vergangen sind ist er sicher längst Tod. Ich fühlte wie mein Puls anstieg, ich hatte Angst das Sergejs Vermutung wahr sein könnte und Uwe den Standort des Bunkers verraten hat und dann getötet wurde. Wenn das stimmt musste ich Sergej die Wahrheit sagen oder aber ich mache mich auf den Weg heute Nacht und schaue nach.
Wir kümmerten uns beide um Natascha, sie machte den Eindruck das es ihr etwas besser ging, als ich abends Sergejs Verband erneuerte wurde er in meinen Plan eingeweiht.
Ich wollte mit dem Fahrrad nach Lagerlechfeld fahren, dort schauen ob die Amirabs noch da sind und wenn ja nach Uwe schauen. Sergej hielt das für keinen guten Plan, ich bin kein Soldat, habe keinerlei Ausbildung was für solche Unternehmungen unerlässlich ist und alleine macht man so was überhaupt nicht gab er mir zu Bedenken. Ich teilte zwar seine Meinung, aber er musste meinen Standpunkt auch verstehen, außerdem wusste er nicht das es mir in erster Linie um Helga, unser Kind und um meine Freunde im Bunker geht.

Als es zu dämmern begann machte ich mich bereit, Sergej gab mir noch einige Tipps und nach einer letzten Überprüfung meiner Ausrüstung sprang ich auf mein Fahrrad und fuhr los.
Als die Nacht nun den Tag vollständig ablöste setzte ich mein Nachtsichtgerät auf, es war beeindruckend wie gut es funktionierte, man konnte damit alles sehen nur das ich ein Auge geschlossen halten musste passte mir nicht so recht aber man gewöhnt sich daran.
Meine Fahrt endete am Ortseingang von dort aus ging es zu Fuß weiter, das helle Licht konnte ich wieder erkennen, sie waren also noch da. Immer im Schutze der Häuser bewegend kam ich endlich an, nichts hatte sich verändert, allerdings waren es mehr geworden, ich zählte 28 Männer, aber nur acht bewaffnete. Sie unterhielten sich und waren anscheinend bester Laune. Das sie beobachtet wurden kam ihnen sicher nicht in den Sinn, sie waren sich ihrer Überlegenheit bewusst. Uwe war nicht zu sehen, wahrscheinlich haben sie ihn nachdem er ihnen alles erzählte einfach getötet und irgendwo liegen gelassen. Gerade als ich meinen Aussichtspunkt verlassen wollte geschah etwas komisches, die meisten der Männer zogen sich aus, bekamen andere Sachen und wurden danach gefesselt, da sie diese Aktion lachend hinnahmen wollte ich noch abwarten was dann geschieht.
Sie marschierten nun in die Richtung wo damals die anderen gefesselten hockten und dann verstand ich was dort vor sich geht, es erklärte warum die Gefangen so ruhig und gelassen waren, sie dienten lediglich als Lockmittel. Abermals nahmen sie genau an dieser Stelle Platz von wo aus ich sie damals befreien wollte, die acht bewaffneten Männer gingen zurück. Ich verschanzte mich wieder im Stellwerk von dort aus konnte ich alles gut einsehen.
Wie ich sie so beobachte machte sich in mir eine Stimmung aus Wut, Trauer und Angst breit, ich überlegte ob es möglich wäre sie alle zu töten.
Ich überlegte fieberhaft, spielte mehrere Szenarien durch und kam am Ende zu dem Ergebnis das dann sicher alles anders kommen würde als ich es eigentlich geplant hatte. Noch nie habe ich einen Menschen getötet und jetzt gleich 28 Menschen auf einmal. In meinem Kopf ging es rund, ich wusste nicht was ich machen soll, Sergej hatte mich gewarnt nicht unüberlegtes zu machen und genau das war ich jetzt im Begriff zu machen, etwas Unüberlegtes. Ich überprüfte mein Gewehr, zehn Schuss pro Magazin, zehn Magazine plus das im Gewehr hatte ich dabei, dazu noch eine Pistole mit zwölf Schuss und drei Magazinen.

Zwei der bewaffneten Männer standen weit abseits von der anderen, ich visierte an, ein Schuss er fiel um, der zweite Schuss und er fiel ebenfalls. Noch unbemerkt machte ich das nächste Ziel aus, wieder ein Treffer, aber nun hatten sie es gemerkt, schnell erschoss ich drei weitere der Männer die mitten in der Straße stehen blieben und einfach ohne Ziel herum schossen. Es waren noch zwei übrig, ich verschnaufte kurz, mein Herz raste wie wild, ich wechselte das Magazin.
Das Licht ging aus, auch das bei den angeblichen Gefangenen, es war stockdunkel. Mein Nachtsichtgerät wieder aufsetzend konnte ich die beiden verbliebenen gut sehen, zwei Schüsse später war es erledigt. Alles war ruhig, die Gefangenen versuchten zu flüchten, eine kurze Salve rechts und links und sie blieben stehen. „Hinhocken“ schrie ich, sie gehorchten sofort.
Die Zeit verging, nichts geschah, Ralph erzählte immer als Scharfschütze brauchst du viel Geduld, ich hatte sie. Erneut wechselte ich das Magazin und kam immer mehr zu Ruhe. Nun wurde mir klar was ich gerade getan hatte, acht Menschen das Leben genommen, es machte mir nichts aus.

Zwei Stunden hocke ich nun im Stellwerk, nichts hat sich getan, niemand schlich herum, sollte es das gewesen sein, ich zweifelte noch. Eine weitere Stunde später entschied ich mich das kleine Haus zu verlassen, ich wollte die Gefangenen besuchen, unbemerkt stand ich auf einmal vor ihnen, als sie mich dann bemerkten fing einer an zu reden, „bitte Hilfe, wir sind Gefangene von diesen Schweine, Hilfe bitte“. Ich schrie ihn an, Lügner, ihr alle seid Lügner, ich habe gesehen wie ihr vorher mit ihnen geredet und gelacht habt. Ein anderer sprang auf, das stimmt nicht, wir kennen sie nicht, wir Gefangene. Ich nahm meine Pistole heraus und schoss ihm in den Kopf, das machte ich bis mein Magazin leer war, ich wechselte ein neues Magazin ein und schoss weiter bis es erledigt war, dann ging ich nach vorne zur Kaserneneinfahrt, sammelte alle Waffen ein und ging auf den Stützpunkt.
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Beitragvon Kavure´i » 12.03.2016, 04:52

Alle zwei Stunden lösten sich die Soldaten mit dem Wache halten ab. Immer fünf Mann, die hereinkamen, ihre Ablösung weckten und schnell in ihre Schlafsäcke krochen um wieder warm zu werden und schlafen zu können.
In der Halle war es kalt, es roch nach feuchtem Beton und schimmligem Putz. Wenigstens waren wir hier drinnen vor dem eisigen Wind geschützt, der bei Einbruch der Dunkelheit aufgekommen war.
Und meine Begleiter genossen es, nicht aufstehen und draußen Wache halten zu müssen.
Alle schliefen tief und fest, fühlten sie sich doch sicher und gut bewacht.
Gegen ein Uhr morgens winkte mich der Leutnant ans Feuer. Das hatten sie nicht ausgehen lassen, damit ständig heißer Tee und Kaffee aufgebrüht werden konnte.
Ich setzte mich zu ihm, den geöffneten Schlafsack um die Schultern gelegt.
Wortlos reichte er mir einen Becher löslichen Kaffee mit Zucker und Milchpulver. Er hatte sich gemerkt, wie ich ihn mir angerührt hatte.
Schweigend saßen wir da uns schlürften unser Getränk.
"Du traust uns nicht, habe ich recht?" fragte ich ihn.
"Ja, das stimmt." gab er zu.
"Warum? Was stimmt nicht mit uns?"
"Wenn ich nur den Finger drauf legen könnte." seufzte er. "Nichts Konkretes, nur so ein Gefühl."
"Morgen werden wir eurem General Rede und Antwort stehen müssen." sagte ich. "Wie ist der denn so?"
"Er ist hart geworden, die Verantwortung lastet schwer auf ihm. Er ist inzwischen misstrauisch über das normale Maß hinaus."
"Naja, in der heutigen Zeit ist ein gewisses Maß an Paranoia lebenserhaltend."
"Diebold, Lechner und ich werden morgen bei eurem Verhör dabei sein, ich bin gespannt."
So war das also. Ein Verhör würde es werden, nicht einfach eine Befragung um Informationen zu erhalten.
Das gefiel mir gar nicht. Das hörte sich schon nach einer Vorverurteilung an.

Anscheinend war ich dann doch noch eingenickt.
Als geweckt wurde, wachte ich zusammengesunken an der Feuerstelle auf. Mein Nacken war total verspannt und meine Bein- und Rückenmuskulatur protestierte schmerzhaft, als ich aufstand.
Ich ging zu den Anderen zurück und half beim Zusammenpacken.
Danach gab es Frühstück und es herrschte Aufbruchsstimmung.
Die Plane beim Tor wurde zur Seite gezogen, das Tor auf- und nachdem alle Fahrzeuge draußen waren, wieder zugeschoben.
Die Vorhut kam zurück und meldete, dass die Straße frei sei. Wir fuhren los.

Die Sonne schien und es war klirrend kalt.
Ich war froh, nicht in einem dieser offenen Armeefahrzeuge sitzen zu müssen und dass die Heizung unseres Wagens einwandfrei funktionierte. Dadurch dass wir die Nacht in der Halle verbracht hatten, waren auch alle Scheiben frei.
Wieder fuhren wir mitten im Konvoi ohne Chance uns absetzen zu können. Nach meinem Gespräch mit Armbruster war mir beim Gedanken an das "Verhör" beim General schon etwas mulmig.
Ich fragte mich wieder, worin dieses extreme Misstrauen uns gegenüber begründet lag.
Unter normalen Umständen hätte man die Fahrt genießen können, die Landschaft war trotz des Winters schön. Auf den Wiesen glitzerte der Raureif, die Äste der winterkahlen Laubbäume hoben sich scharf umrissen gegen den strahlend blauen Himmel ab.
Aber das Fehlen jeglichen menschlichen Lebens drückte die Stimmung.
Die meisten Häuser auf unserer Strecke sahen von Weitem unbeschädigt aus. Beim Näherkommen sah man ihnen dann die jahrelange Verwahrlosung an.
Viele Scheiben fehlten, Haustüren hingen schief in den Angeln, Putz und Farbe blätterten ab, vereinzelt fehlten Dachziegel.
Die Gärten waren mit Unkraut und Büschen überwuchert, Mauern und Zäune zusammengebrochen, die Hecken zu Bäumen ausgewachsen.
In den Einfahrten und am Straßenrand standen Autos. Verrostet, die Reifen platt, Scheiben und Scheinwerfer eingeschlagen, Türen und Kofferräume aufgebrochen.
Vor einem der Häuser sah ich ein Kinderfahrrad liegen, am Zaun hing noch der Rahmen eines Mountainbikes, angeschlossen mit einem Fahrradschloss.
Unsere vier SUVs mit Anhänger fuhren hintereinander und die Biker flankierten uns, anstatt vorauszufahren.
Nicht selber nach dem Weg schauen zu müssen, schläferte unsere Wachsamkeit ein.
Marc wäre beinahe auf den vorausfahrenden Jeep aufgefahren als dessen Bremslichter plötzlich aufleuchteten.
Max und Andreas fuhren sofort an der Kolonne vorbei nach vorne um zu sehen, warum wir anhielten.
Nach kurzer Zeit kam er zurück und rief: "Los! Den Anderen nach, wir müssen von der Straße runter! Da vorne haben die Arabs eine Straßensperre aufgebaut."
Unser Konvoi bog links ab und gleich das erste Gebäude auf der linken Seite war für uns geeignet. Es war eine ehemalige Autowerkstatt mit großer Halle. Die Rolltore standen offen und die Führungsfahrzeuge fuhren ohne anzuhalten hindurch. Alle folgten ihnen nach.
Nur die beiden LKWs hatten etwas Probleme, sie passten gerade so durch.
Und zur Überraschung aller ließen sich alle Tore schließen, wenn auch mit grässlichem Quietschen und Kreischen.
Im oberen Stock gab es Fenster. Ein Teil der Soldaten rannte nach oben und postierte sich dort.
Andere stellten in der Halle lange Leitern auf, sprengten die Oberlichter auf und gingen hinter der niedrigen Brüstung des Flachdaches in Deckung.
Irwin, unser Scharfschütze holte seinen Koffer aus dem Wagen und baute seine Waffe zusammen.
Die Offiziere bekamen große Augen als sie das Gewehr sahen.
Gerade als der Leutnant etwas sagen wollte, fielen die ersten Schüsse.
Dieses Mal hatten die Arabs den Spieß umgedreht. Sie hatten sich versteckt gehalten und die Späher unbehelligt gelassen.
Und dann die Straße abgesperrt.
Wir konnten sie von unserer erhöhten Warte aus kommen sehen. Sie näherten sich uns indem sie jede Deckung ausnutzten.
Sie drangen in die Häuser schräg gegenüber ein und nahmen uns von den Dachgauben aus unter Beschuss.
Dann erklangen Schüsse von hinten. Einige waren auf das Dach des hinter dem Autohaus gelegenen OBI-Marktes geklettert und schossen in unsere Richtung.
Irwin kletterte auf eine der hohen Leitern und erledigte dieses Problem binnen weniger Minuten.
Da die Arabs völlig ohne Deckung auf dem Blechdach des Baumarkts standen, war es für ihn wie auf dem Schiesstand. Nachdem die ersten fünf oder sechs tot auf dem Dach lagen, floh der Rest in Panik. Da aber immer nur einer durch eines der Oberfenster ins Innere gelangen konnte, schaffte es nur eine Handvoll.
Danach nahm er sich der Schützen im anderen Haus an. Sobald sich auch nur ein Quadratzentimeter ihrer Körper sehen ließ, schoss und traf er.
Wir anderen versuchten, das Gros der Angreifer davon abzuhalten, unsere Zuflucht zu stürmen.
Auch bei uns ging es nicht ohne Verluste ab. Im Obergeschoss lagen bereits zwei tote und 4 verletzte Soldaten. Die Sanitäter kümmerten sich um sie. Zwei davon konnten weiterkämpfen, die anderen beiden würden nicht sterben, gesetzt den Fall, wir überlebten diesen Angriff.
Bisher hatten die Angreifer aus sicherer Deckung geschossen, aber plötzlich ertönte ein lauter Befehl und sie rannten schreiend und schiessend auf die Werkstatt zu, die MPs auf Dauerfeuer eingestellt.
Wir erwiderten das Feuer und sie fielen zu Dutzenden. Das schien ihnen nichts auszumachen. Die Nachrückenden sprangen über die Gefallenen und Verwundeten und bald hatten es einige geschafft. Sie standen dicht an der Hauswand und wir konnten sie jetzt nicht mehr erwischen ohne uns ganz aus dem Fenster zu hängen.
Mit mitgebrachten Brecheisen versuchten sie die Rolltore hochzuschieben. Aber die hatten die Soldaten von innen gesichert.
Als nächstes wollten sie Tore einrammen.
Plötzlich öffnete sich eins der kleinen Tore, die in die großen eingelassen waren.
Ein kniender Soldat eröffnete das Feuer auf die, die sich an der Wand befanden, zwei andere gaben ihm Deckung.
Bevor die Angreifer reagieren konnten, war die Tür auch schon wieder zu und ihre Kugeln prallten wirkungslos am Metall ab.
Während die Arabs ihre Aufmerksamkeit auf die Tore richteten, schossen wir von oben wahllos in den Pulk. Da sie keinerlei Deckung hatten, starben sie wie die Fliegen.
Und trotzdem griffen sie unter Allah-hu-Geschrei weiter an.
Ich hatte mein Magazin leer geschossen und machte einem der Soldaten Platz, legte ein Ersatzmagazin ein und wartete auf meinen nächsten Einsatz.
"Das ist doch nicht normal." sagte ich zu Miriam, die neben mir stand. "Die rennen sehenden Auges in den Tod und es scheint ihnen nichts auszumachen."
"Drogen." erwiderte sie. "Die sind voll auf Speed. Die merken nichts mehr."
Das erklärte natürlich das Verhalten der Angreifer.
Gerade als ich wieder ans Fenster wollte, winkte Feldwebel Lechner ab. "Die haben genug."
Unten hörte ich den Befehl von Leutnant Armbruster: "Los raus! Ihnen nach! Lechner, du bleibst mit 10 Mann hier und bewachst das Gebäude! Ihr bleibt auch hier!"
Dieser letzte Befehl galt uns. Also gingen wir in die Werkstatt zurück und besetzten wieder die Fenster und das Flachdach.

Eine gute Stunde lang hörten wir immer wieder Schüsse und Schreie. Dann wurde es still. Einer weitere Stunde verging und Lechner wurde langsam nervös.
"Wo bleiben sie nur?" Eine rein rhetorische Frage, auf die auch keiner Antwort gab.
"Soll ich mit ein paar von uns nachsehen gehen?" fragte John.
"Nein! Der Befehl lautet, dass ihr hier bleibt."
"Wie du willst. War nur ein Angebot."
"Danke, aber wir warten hier bis der Leutnant zurückkommt."
Als Lechner nahe dran war, selber den Befehl zu missachten, hörten wir Stimmen. Sofort entsicherten wir die Waffen und machten uns bereit.
"Nicht schießen! Wir kommen jetzt zurück." Es war die Stimme des Leutnants.
Trotzdem behielten wir die Waffen im Anschlag.
Eine Gruppe Menschen kam in Sicht. Armbruster und einige seine Leute und noch einige Menschen, die wir nicht kannten.
Vor dem Gebäude blieben sie stehen. Wir konnten sehen, dass nur die Soldaten bewaffnet waren.
"Entwarnung." Das kam erleichtert von Lechner.
Alle Soldaten rannten nach draußen, wir anderen folgten langsamer nach.
Auf Seiten Armbrusters hatte es noch einen Toten gegeben, die Angreifer hatten sie bis auf einige Gefangene erledigt. Die wollten sie mit zur Kaserne nehmen zum Verhör.
Die Zivilisten, die sie mitgebracht hatten, waren Gefangene gewesen.
Als wir auf die Straße traten, stellte uns Armbruster den Leuten vor: "Und das sind Verbündete von uns. Wir haben sie gestern zufällig getroffen und sie haben uns geholfen, eure Peiniger zu besiegen." Dabei beobachtete er sowohl uns als auch die Befreiten.
Einer der Männer trat auf uns zu und sagte: "Dann bedanken wir uns auch bei euch recht herzlich. Ihr habt euer Leben aufs Spiel gesetzt um uns zu helfen. Das vergessen wir euch nie." Er trat auf uns zu und schüttelte jedem von uns die Hand.
Armbrusters Gesicht hellte sich merklich auf.
"Kommt alle mit! Wir haben einen Riesenfang gemacht. Das müsst ihr euch unbedingt anschauen."
Hinter der Straßensperre war die Straße voller Fahrzeuge soweit man schauen konnte.
Da stand eins am anderen durch ganz Schwabach bis zur Autobahn.

Wir staunten nicht schlecht.
Wie üblich handelte es sich um ein Sammelsurium der verschiedensten Fahrzeugtypen. Vom Fiat Panda bis zum 40-Tonner war alles vertreten. Sogar einige große Wohnmobile standen in der Reihe.
An die 200 Menschen standen dazwischen. Männer, Frauen und Kinder.
Zehn von Armbrusters Soldaten und mehrere Zivilisten bewachten einige Arabs, die sie mit Kabelbindern gefesselt hatten. Sie hatten Mühe, die aufgebrachten Menschen von ihnen fernzuhalten.
"Leute!" rief der Leutnant. Und noch einmal lauter "Leute!" Alle Köpfe wandten sich ihm zu.
"Ich bitte euch, lasst unsere Gefangenen in Ruhe. Wir brauchen sie noch um Auskünfte von ihnen zu bekommen."
Die Menge murrte laut. "Bringt sie einfach alle um!" rief einer laut. "Vorwärts!"
Miriam trat vor, das Gewehr im Anschlag. "Keinen Schritt weiter! Ihr bekommt sie erst, wenn wir mit ihnen fertig sind. So lange könnt ihr wohl noch warten, oder?"
"Seid vernünftig." sprang ihr der Mann bei, der sich bei uns für seine Rettung bedankt hatte. "Sie könnten Informationen haben, die es diesen Soldaten ermöglicht, noch mehr Gefangene zu retten."
Dieses Argument gab den Ausschlag.
Die Leute beruhigten sich und beließen es mit Drohungen in Richtung der Arabs.

Es waren fünf. Alle sahen zerzaust und mitgenommen aus. Man war nicht zimperlich mit ihnen umgesprungen.
Als sich der Kreis um die Gefangenen öffnete, hörte ich Miriam nach Luft schnappen.
Mit ein paar schnellen Schritten war sie bei ihnen, packte einen von ihnen, einem hübschen jungen Mann mit langen Locken, am Kragen und zerrte ihn hoch.
"Wen haben wir denn da? Hallo Jamil."
Der junge Mann spuckte ihr ins Gesicht. "Ich kenne dich nicht Weib. Lass mich los! Du verunreinigst mich."
"Das hat dir aber nichts ausgemacht, als du mich vergewaltigt hast, du Dreckskerl." zischte sie.
Der Leutnant mischte sich ein: "Du scheinst ihn zu kennen, wer ist das?"
"Darf ich vorstellen? Das ist Jamil, genannt Ibn al Maut. Er ist der Anführer hier."
"Dieses Milchgesicht?"
"Lasst euch von seinem Aussehen nicht täuschen. Er ist ein Teufel in Menschengestalt mit dem Gesicht eines Engels."
"Der ist doch höchstens 25."
"Zwanzig." berichtigte Miriam.
"Er ist der dritte Mann nach dem Kalifen. Er ist in alle Pläne eingeweiht. Und er wird uns alles erzählen, was wir wissen müssen."
Jamil spuckte wieder nach ihr, traf aber dieses Mal nicht. Allerdings kassierte er dafür eine gewaltige Maulschelle von Miriam, die ihn zu Boden warf. Sofort zerrte sie ihn wieder hoch und schleuderte ihn gegen einen Gitterzaun.
"Fesselt ihn da dran!" übernahm sie das Kommando. Sie schnitten dem sich Wehrenden die Kabelbinder durch, nur um ihn mit ausgebreiteten Armen und Beinen an den Zaun zu fesseln.
Als Armbruster etwas sagen wollte, fuhr sie ihn an: "Misch dich nicht ein Leutnant, das ist eine persönliche Sache zwischen dem da und mir."
"Der General wird sich mit ihm befassen und ihn verurteilen."
"Ha! Da kann er sich mal ganz hinten anstellen." fauchte Miriam.
"Das größte Anrecht auf ihn hätte Helma. Aber die ist leider nicht hier. Also übernehme ich das."
Ich hatte gesehen, wie Jamil beim Helmas Namen zusammengezuckt war.
"Willst du uns nicht erzählen, was es mit ihm und Helma auf sich hat?" fragte ich.

"Ich war schon 3 Monate Gefangene der Arabs als eines Nachmittags dieser Bursche mit einem Jungen seines Alters und einer älteren Frau in unserem Lager auftauchte.
Bevor die Beiden wussten, was ihnen geschah, waren sie schon gefangen und gefesselt.
Jamil war der beste Freund von Helmas Sohn gewesen, seit Kindergartenzeit waren sie fast unzertrennlich gewesen, die Jungen waren in beiden Familien zuhause.
Dann fiel die Bombe. Die Unruhen brachen aus, marodierende Banden zogen durch die Städte und massakrierten die Einheimischen.
Helma und Oliver hatten sich verstecken können und entkamen den Mördern. Allerdings saßen sie in ihrem Versteck fest und ihre Vorräte würden nicht ewig halten. Eines Tages tauchte Jamil auf und bot ihnen an, sie aus der Stadt in Sicherheit zu bringen. Noch in der gleichen Nacht schlichen sie sich aus ihrem Versteck und folgten Jamil. Der brachte sie auf Umwegen ins Lager und lieferte sie aus.
Helma musste zusehen, wie ihr Sohn zu Tode gefoltert wurde. Oliver flehte Jamil an, ihm zu helfen, er sei doch sein Freund. Jamil spuckte ihn an uns rief: Allah ist groß! Zu unserem Glück hat er die Ungläubigen dumm gemacht. Weißt du denn nicht, dass kein wahrer Gläubiger Freund eines Kuffar sein kann? Er war es auch, der Oliver am Ende kaltblütig die Kehle durchschnitt.
So begann er seine Karriere im zarten Alter von 15 Jahren. Er ist ein gewissenloser, mörderischer Bastard.
Helma wurde vergewaltigt und zu uns anderen Frauen gesteckt. Anfangs glaubte ich nicht, dass sie überleben würde. Aber ihr Hass auf Jamil hielt sie aufrecht. Sie wollte den Tag erleben, an dem er seine Strafe bekommt. Schade, dass sie heute nicht hier ist."

Während ihrer Erzählung war es still gewesen, jetzt sah ich auf vielen Gesichtern Tränen glitzern.
Miriam sah den Leutnant an. "Was willst du wissen? Ich werde ihn fragen."
"Wo kommt ihr her und wohin seid ihr unterwegs?"
Jamil schwieg.
Miriam ging auf ihn zu und wiederholte die Frage. Als er erneut nicht antwortete, schlug sie ihm die Nase blutig. Das brachte ihn aber nicht zum Reden.
Sie zog ihr Messer aus der Scheide und begann ihm die Jacke aufzuschneiden. Er grinste sie höhnisch an und spuckte nach ihr. Dafür bekam er einen zweiten Schlag ins Gesicht.
Geschickt schnitt sie ihm die Oberbekleidung vom Leib.
"Der Leutnant wartet immer noch auf eine Antwort."
Jamil grinste wieder.
Miriam machte eine schnelle Bewegung und plötzlich schrie er auf. Blut lief über seine Brust. Er fluchte und verwünschte die Frau.
"Ach, du findest es nicht lustig?" höhnte sie. "Du hast dich doch immer halb tot gelacht, wenn du den Frauen die Brustwarzen abgeschnitten hast. Warum lachst du jetzt nicht? Lach doch! Los, lach!"
Ein weiterer Schnitt, auch die andere Brustwarze fehlte. Er schrie und fluchte lauter.
"Du lachst ja immer noch nicht. Ich muss mir für dich wohl was Witzigeres einfallen lassen."
Sie zog ihm die Stiefel aus. Und er brüllte los. Sie hatte ihr Messer fallen lassen und es hatte seinen Fuß am Boden festgenagelt.
"Oh Verzeihung. Entschuldige bitte meine Ungeschicklichkeit." Sie zog das Messer heraus und rammte es in den anderen Fuß.
Jetzt heulte er los.
"Wir kommen vom Bodensee und wollen nach Rostock. Der Kalif sammelt dort seine Leute. Er ist ganz in der Nähe, wenn wir nicht bald bei ihm eintreffen, wird er uns suchen kommen und dann wird er euch alle umbringen."
"Er wird uns in den Staub treten und unter seinen Stiefeln zermalmen wir Ungeziefer." lachte Miriam.
"Wenn wir vom gleichen Kalifen reden, dann meinst du wohl auch den, der im Schwabenland den Arsch versohlt bekommen hat und ein Drittel seiner Armee verloren hat. Wir haben seinen demoralisierten Haufen bei Berlin gesehen. Die sind so schnell gerannt, die sind sicherlich im Meer ertrunken, weil sie nicht angehalten haben." verspottete sie ihn.
Armbruster stellte noch mehr Fragen.
Er beantwortete sie alle. Miriam sorgte dafür.
Nachdem sie ihm den zweiten Finger abgeschnitten hatte, sprudelten die Antworten nur so aus ihm heraus. Er erzählte alles, was der Leutnant wissen wollt und noch vieles, wonach er gar nicht gefragt hatte.
Der großkotzige Ibn al Maut war verschwunden und geblieben war ein zitterndes Häufchen Elend das Rotz und Wasser heulte.

Der Kalif hatte Ibn al Maut den Befehl über den Nachschub und die Gefangenen gegeben. Er war auch der Kontaktmann zu einer Gruppe Einheimischer, die die verstreut lebenden Deutschen suchte und ihnen anbot, sie zu einer sicheren Zuflucht zu bringen. Dann verkauften sie sie an Jamil.
Jetzt wurde mir klar, warum Armbruster uns misstraut hatte.
Und warum sich sein Gesicht aufgehellt hatte, als uns die Befreiten nicht als die Verräter identifiziert hatten.
Wir erfuhren, dass sich in verschiedenen Gegenden größere und kleinere Gruppen wehrhafter Überlebender zusammengefunden hatten, die sich mehr oder weniger erfolgreich gegen die Marodeure wehrten.
Die meisten hatten sich auf Burgen zurückgezogen. So waren sie zum Beispiel an der Burg Hohenzollern vorbeigezogen, ohne auch nur den Versuch einer Eroberung zu machen.
Und im Neckartal hatten sie sich eine blutige Nase geholt. Aber das wussten wir ja schon aus dem Radio.

Inzwischen war es schon weit nach Mittag.
Der Leutnant ordnete an, Essen auszugeben.
Die verwundeten Soldaten wurden in einem der Wohnmobile untergebracht. Die schwerer Verletzten wurden auf das Bett gelegt, die beiden anderen setzten sich in die bequemen Sessel am Tisch. Der Sanitäter blieb bei ihnen um die Wunden besser zu versorgen, bis sie in der Kaserne ins Lazarett kamen.
Danach forderte Armbruster die Befreiten auf, sich ans Steuer zu setzen und die Fahrzeuge zu wenden.
Er und noch zwei seiner Jeeps und wir fuhren an der Kolonne vorbei und setzten uns an die Spitze.
Ohne weitere Vorkommnisse erreichten wir gegen Abend die Otto-Liliental-Kaserne.
Einer der Jeeps war vorausgefahren um uns anzumelden. Als wir ankamen, stand die Besatzung bereit.
Sie winkten die erbeuteten Fahrzeuge auf die große Wiese hinter den Gebäuden und ließen sie in Reih und Glied aufstellen.
Die Befreiten wurden in eines der Nebengebäude geführt, die fünf Arabs kamen in die Arrestzellen.
Die Soldaten und wir wurden in die Messe befohlen.
Dort erwarteten uns schon der General und weitere Offiziere.
Auch er versteifte sich zuerst, als er den amerikanischen Akzent bei John und den anderen hörte, entspannte sich aber gleich wieder.
"Meine Herren." begann er, dann fiel sein Blick auf mich und Miriam und mit einer angedeuteten Verbeugung ergänzte er "Und meine Damen, ich habe schon erfahren, dass sie heute einen harten Tag hinter sich haben. Ich begrüße sie in der Otto-Liliental-Kaserne. Ich bin General Robert Kolping. Meine Leute werden ihnen ein Quartier zuweisen, und wenn sie nicht zu müde sind, würde ich mich freuen, sie in einer Stunde hier in der Messe beim Abendessen zu sehen."
Wir bedankten uns, die Ordonnanzen führten uns zu unseren Zimmern. Zu unserer Überraschung stand unser Gepäck in einem kleinen Vorraum und wir konnten unsere Sachen heraussuchen und mit auf die Stube nehmen. Wir durften uns verteilen, wie wir wollten.
Marc und ich nahmen gleich das erste Zimmer. Miriam war die einzige, die alleine eines bezog.
Der Raum war spartanisch eingerichtet. Zwei Betten, zwei Spinde, ein Tisch, zwei Stühle. Aber er war warm. Es gab dort einen Werkstattofen und einen große Kiste Brennholz und einen Eimer Briketts.
Eine Tür führte in ein Badezimmer mit Dusche und WC.
Neugierig öffnete ich den Hahn für Warmwasser. Nach wenigen Sekunden kam tatsächlich heißes Wasser aus der Leitung.
Mit einem Freundschrei riss ich mir die dreckigen Klamotten vom Leib und schaffte es knapp vor Marc unter die Dusche. Sie war groß genug für uns beide.
Was wir dort taten, ist privat *grins*

Jedenfalls saßen wir alle kurze Zeit später frisch geduscht und in sauberer Kleidung in der Messe und ließen uns ein frisch gekochtes Essen schmecken.
Es gab einen Schweinekrustenbraten, Karottengemüse, wahlweise Bratkartoffeln oder Spätzle .( Ich nahme von beidem ) Und mitten im Winter einen Feldsalat.
Als Nachtisch gab es Apfelstrudel mit Schlagsahne.
Ich gestehe, dass ich mich überfressen habe. Nach so langer Zeit eine solche Mahlzeit! Ich hatte nicht widerstehen können.
Und ich denke, den anderen ging es genauso.
Der General ließ uns einen Cognac einschenken, den ich dankend ablehnte. Ich trinke keinen Alkohol. Mit einem frechen Grinsen griff Max danach.
Vom guten und überreichlichen Essen war ich müde geworden. Mir fielen fast die Augen zu.
Den Anderen ging es nicht besser.
So verabschiedeten wir uns und gingen auf unsere Stuben.
Für den morgigen Tag, gleich nach dem Frühstück, war dann das Informationsgespräch mit dem General und seinem Stab anberaumt.
Aber jetzt wollten wir nur noch ins Bett und schlafen.
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Beitragvon Mankei » 12.03.2016, 22:23

Mein Nachtsichtgerät leistete gute Arbeit, ich verkroch mich zwischen Landebahn und Tower, dadurch war es auch möglich die gesamte Kaserne zu überblicken. Niemand war zu sehen, kein Laut oder sonstiges.

Nach über einer Stunde fing ich an die Lagerhallen zu durchsuchen, alle waren leer, es moderte und nichts deutete auf Aktivitäten hin. Ich ging zur Kaserne, mein Gewehr wurde neben der Türe versteckt und dann trat ich ein. Sehen konnte ich gut, selbst in geschlossenen Räumen war es möglich ohne das kleinste Problem alles zu erblicken. Im Erdgeschoss das sich sehr lang zog konnte ich nichts finden, im ersten und zweiten Stockwerk ebenso. Das dritte Stockwerk diente als Übergang in die nächste Wohngruppe, dort angekommen roch ich es sofort, ein beißender Geruch von verfaultem, ich kämpfte gegen das Erbrechen doch ich schaffte es nicht, mehrmals kam es mir hoch, es war unerträglich, ich band ein Tuch provisorisch um mein Gesicht, es brachte nicht viel Besserung. Als ich die Türe eines Zimmers öffnete wurde es noch schlimmer, erneut musste ich Erbrechen und sah nun was der Auslöser für diesen Gestank war, Berge toter Menschen, dass ganze Zimmer hatte etwa 40 Quadratmeter und war voll mit Leichen unterschiedlicher Verwesungsgrade.
Fliegen und Maden so weit das Auge reichte, sie hatten einen reich gedeckten Tisch.

Das nächste Zimmer lieferte das selbe Bild es war zu viel ich konnte nicht mehr, eine Mischung aus Trauer und Wut über diese Taten zwang mich nach draußen zu gehen. Nach unten zum Ausgang gehend sah ich eine offene Türe, neugierig schaute ich hinein und sah den Colonel, er lag auf dem Boden und war durchsiebt von Kugeln. Ich drehte mich um und wollte den Raum verlassen da fiel mir die Karte an der Wand ins Auge. Ich nahm sie ab und rollte sie zusammen, bei Tageslicht sollte sie mir Informationen liefern. Die nächsten Zimmer waren leer, außer Stühlen, Tischen und Berge voller Abfall war nichts vorhanden.

Mein Weg galt nun dem Keller, in der Hoffnung dort Uwe zu finden beeilte ich mich. In den ersten beiden Räumen waren Essen und Trinken, aufgestapelt bis an die Decke, in den anderen Räumen waren Treibstoff, Gewehre, sogar einige Mörser und Panzerfäuste gehörten zum Equipment, die letzten Räume überprüfend waren Schnaps, Wein und Zigaretten gelagert als ich gerade wieder gehen wollte bekam ich eine Gänsehaut, hinter einer großen Plane die etwas verrutscht war sah ich ein Gemälde das ich schon einmal gesehen hatte, wir hatte es damals in Altenstadt nicht mitgenommen, jeder von uns fand das es Grauenhaft aussah und nun steht es hier. Sie waren also auch in Altenstadt dabei, vielleicht erschossen sie meine Freunde.

Endlich wieder frische Luft atmend erreichte ich den Tower, ohne etwas zu erwarten, nur um eine bessere Übersicht zu haben stiefelte ich nach oben und erblickte sofort nach eintreten in den Raum eine Person die auf den Bauch lag. Die Kleidung kam mir bekannt vor, es war Uwe. Unvorstellbar wie sein Körper aussah, überall am Körper hatte er tiefe Wunden, einen einzigen Finger hatten sie ihm noch gelassen und mehrere Zähne lagen verstreut um ihn herum. Ich sank zusammen und nahm ihn in den Arm, weinte fürchterlich und zweifelte an allem. Die die ihm das antaten waren keine Menschen, es waren auch keine Tiere, ich hatte damals in Altenstadt gesehen was sie mit vier meiner Freunde angestellt hatte, dass was Uwe ertragen musste war dem Augenschein um ein vielfaches höher gewesen. Etliche Minuten vergingen, Uwe lag noch immer in meinen Armen, immer wieder entschuldigte ich mich bei ihm.

„Wir sprachen in den Jahren die wir im Bunker lebten oft darüber das über uns Krieg geführt wurde, doch als Krieg konnte man das nicht bezeichnen. Vielmehr war es ein Abschlachten oder ein Ausrotten von Menschen. Viele, darunter auch ich dachten das der zweite Weltkrieg an Scheußlichkeit nicht mehr zu übertreffen sei, doch wir werden gerade eines besseren belehrt“.

Es wurde hell, ich hockte noch immer neben Uwe und war zu nichts mehr imstande, alle Energie war aus meinem Körper geflogen, ich wollte nicht mehr. Immer dann wenn einem Menschen ein besonders schweres Schicksal trifft denkt man an schöne Zeiten zurück, wie glücklich ich war an dem Tag als wir in den Bunker einzogen und die Türen versperrten, die fünf Jahre die wir im Bunker lebten, abgeschottet von der Welt und nur mit unseren kleinen Problemen behaftet die wir zusammen lösten und froh waren das wir uns hatten. Der Tag an dem ich Helga heirate, der an dem sie mir sagte sie sei schwanger, der Tag als sich herausstellte das es nur zwei Atombomben gab, dass alles ging mir gerade durch den Kopf. Glücklich darüber und alles andere ausblendend schlief ich irgendwann erschöpft ein.

Ein lautes Geräusch holte mich aus dem Schlaf zurück, wie ich mich umdrehe sehe ich nicht mehr weit entfernt 4 Flugzeuge die anscheinend die Absicht haben hier zu landen. Sofort stand ich auf und sprintete nach unten, dort angekommen war an eine Überquerung nicht mehr zu denken, sie waren schon zu nahe, sie hätten mich gesehen. Wieder nach oben gehend sah ich wie die erste Maschine landete, sie rollte aus und dann kam auch schon das zweite Flugzeug herunter, es dauerte nicht lange und alle waren gelandet. Die erste Türe öffnete sich und es sprangen bewaffnete Amirabs heraus, ebenso aus den anderen Flugzeugen. Sie alle marschierten in die Kaserne aber zwei von ihnen kamen in meine Richtung, anscheinend wollten sie in den Tower. Sicherlich wäre es kein Problem diese zwei zu erschießen, doch wenn ich an die anderen, ungefähr 200 Mann dachte war es eine schlechte Idee. Das einzige was mir einfiel war mich Tod zu stellen, gerade noch rechtzeitig schaffte ich es mich mit Blut von Uwe einzuschmieren, dann auf den Bauch drehend und hoffend das sie es nicht bemerken. Die Türe ging auf, sie redeten arabisch, immer nur schwach atmend wünschte ich mir so sehr das sie hoffentlich gleich wieder gehen. Sie redeten ununterbrochen, jedes dritte Wort war Allah und wäre meine Lage nicht so prekär gewesen man hätte gut dabei einschlafen können.

Ein weiteres Flugzeug näherte sich, man konnte hören das es eine kleinere Maschine war, sie landete und ein Fenster wurde geöffnet, we are here, come to us. Nur kurze Zeit später öffnete sich erneut die Türe und die beiden Araber sagten Hello Sir, did you have a good flight.
Unimportant, what's new, I am in a hurry, where is the Colonel.
We do not know it, we are only just landed.
Looking for him.
Yes, Sir.
Einer ging aus dem Raum, mir wurde langsam schlecht, das wenige atmen bereitete mir zunehmend Schwierigkeiten.
And these two?
Death.
Ich bekam einen Schlag in den Magen, gerade noch so gelang es mir nicht aufzuschreien.
Faris told of a place with a lot of wealth in a bunker.
And how many people?
He spoke of 400.
Einem Bunker mit 400 Menschen, bitte nicht unseren.
Which city.
Near Landsberg.
Ich fing an zu weinen, eigentlich wollte ich aufspringen und sie sofort erschießen.
Very good, take them everything they have and no surviving!
Naturally Sir, but we need three or four days until we are ready.
You get three days.
Thanks Sir.
Beide gingen, immer noch Tränen im Gesicht holte ich erst einmal tief Luft.

Geschockt von diesem Gespräch musste schnellstens ein Plan her, aber es war bei Tageslicht unmöglich mich davon zu schleichen, bis es dunkel wird sind es noch 6 Stunden, so wartete ich ab, stellte den Countdown meiner Uhr auf 70 Stunden und versuchte wieder etwas zu schlafen.

Es klappte nur wenig mit dem schlafen, aber die Dämmerung brach an, die ganze Zeit über war es ruhig geblieben, nur als der den sie „Sir“ nannten wieder abflog waren einige gekommen um ihn zu verabschieden. Sie mussten doch auch die anderen Leichen längst gefunden haben, dafür war es einfach zu ruhig, außerdem machte ich mir Vorwürfe, vielleicht ist meine Tat von letzter Nacht dafür verantwortlich das sie schon früher den Bunker angreifen werden.

Alles schien ruhig, in einigen Zimmer konnte ich Licht sehen, Wachen stellten sie keine ab, sie fühlten sich demnach sehr sicher. Den Tower verlassend galt es nun zuerst mein Gewehr wieder zu
holen, es lag noch an der selben Stelle, nun führte mein Weg mich zum südlichen Ende der Kaserne, von dort aus war es nicht mehr weit zu meinem Fahrrad. Ohne Schwierigkeiten schaffte ich es aus der Kaserne, nun schnell rennend zum Fahrrad und sofort Richtung Natascha und Sergej.
Während der Fahrt überlegte ich wie Sergej wohl meine Lüge aufnehmen wird und viel wichtiger ob er mir helfen würde.
Am Flugzeug ankommend rief ich leise Sergejs Namen, es dauerte etwas, dann aber kam er mir entgegen. Er dachte ich wäre längst Tod umso mehr freute es ihn mich lebend zu empfangen. Zuerst erzählte Sergej das Natascha aufgewacht sei, sie redete sogar schon wieder, allerdings wird ihre Genesung noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Jetzt kam ich an die Reihe, in allen Einzelheiten erfuhr Sergej von meinen letzten Stunden und sogar Natascha hörte gespannt zu, da sie nur etwas Deutsch konnte musste Sergej öfters für sie übersetzen. Angekommen an der Stelle wo der Amerikaner landete unterbrach ich meine Ausführungen, nun erzählte ich Sergej und Natascha von dem Bunker, wie wir fünf Jahre dort lebten und eigentlich nur wegen unserer Neugier in Gefahr kamen.
Sergej sagte das er mir die Geschichte eh nicht abnahm, sie hatte zu viele Ungereimtheiten und er merkt es schnell wenn man ihn belügt. Dann redete ich weiter und bat ihm um Hilfe meine Freunde so schnell wie möglich zu informieren.

Natascha schaute mich an und sagte, also los worauf warten wir noch, lass uns deine Freunde warnen. Wir packten alles zusammen, Waffen, Munition, Schutzwesten, Nachtsichtgeräte, Funkgerät und auch beide Drohnen, Sergej wollte noch einige Rucksäcke mit Essen und Trinken mitnehmen, aber der Platz reichte jetzt schon nicht mehr annähernd. Mir kam die Idee einfach die Motorhaube abzumontieren und sie mit einem Seil befestigt hinterher zu ziehen. Auch Natascha wollte helfen, sie schaukelte mehrmals bedrohlich hin und her was uns Sorge bereitete, Sergej gab ihr eine Aufgabe im sitzen, sie polsterte die Waffen für den Transport. Irgendwie schafften wir es schließlich alles wichtige aufzuladen, Sergej fragend nach dem Passwort für die Drohnen antwortete er mir das nur Natascha sie kannte, also mussten die Drohnen auch noch mit. Nach über zwei Stunden Arbeit ohne Pausen waren wir endlich fertig jetzt musste nur noch das Motorrad anspringen. Nach einigen Versuchen und bangen Blicken sprang es an, Sergej sagte lachend – Made in Russland – springt immer an. Wir überprüften alles noch einmal, zogen sämtlich Gurte und Seile fest und zwangen uns dann zu dritt auf den Sitz des Motorrades da der Beiwagen voll mit Sachen war. Die ersten Kilometer wenigstens wollte ich ohne Licht und nur über Felder fahren, mit einer Motorhaube im Rücken die auf der Straße funken sprühend herumrutschte hätten wir auch gleich Willkommenskarten verschicken können. Natascha bat um eine Pause, sie hatte wie auch Sergej in jeder Hand einen Rucksack und es wurde ihr zu schwer, sie entschuldigte sich mehrmals, wir hatten aber natürlich Verständnis dafür. Wir hatten jetzt etwa drei Kilometer geschafft, was einem viertel der Strecke entsprach. Weiter ging es und meine größte Angst war mittlerweile das meine Freunde den Bunker nicht öffnen, zumindest nicht in der Nacht, die Uhr zeigte 60:12 an.

Wir trafen ein, sofort suchte ich nach einer der Kameras, dort war auch ein Mikrofon versteckt.
„Hallo hört ihr mich, hier ist Mankei und zwei Freunde, macht die Türe auf, schnell, es ist wichtig, ich bin es Mankei, Hallo Alex, Helga, Karin, Kerstin, Astrid macht die Türe auf, verdammt noch mal, beeilt euch“. Immer lauter werdend und weinend flehte ich um Einlass, aber es passierte nichts, alles blieb still. Wieder schrie ich mehrmals ins Mikrofon, rannte den kurzen Weg zur Türe und hämmerte wie wild dagegen, rannte wieder hoch und schrie in eines der anderen Mikrofone. Sergej kam um mich zu beruhigen, er suchte nach Entschuldigungen die es rechtfertigten das niemand aufmachte, dann auf einmal hörten wir wie sich Türe langsam öffnete. Helga war die erste, sie umarmte mich so fest das es schmerzte, dann küsste sie mich und sagte „ich lass dich nie wieder los“. Auch die anderen kamen langsam heraus und nachdem mir Helga etwas Luft lies stellte ich ihnen Natascha und Sergej vor, unsere neuen Freunde, gleichzeitig rief ich nach Gerhard, er sollte Natascha und Sergej untersuchen, beide nahmen dankend an. Alex kämpfte sich durch die Menge und wollte wie alle anderen auch Antworten haben. Wir treffen uns im großen Raum, sofort, wir haben keine Zeit zu verlieren. Irritiert von meiner Aggressivität willigte er ein, beim hinunter gehen erschrak Helga, du bist verletzt, da ist überall Blut.
Es ist nicht mein Blut Helga, aber das eines guten Freundes.

Es herrschte völlige Stille, alle waren gekommen, machten sich Gedanken um mein Aussehen und meine Entschlossenheit.

Ohne Umschweife begann ich zu reden, 59:21 sagte ich, keiner wusste was ich damit meinte.
Zuerst erzählte ich ihnen das Uwe gestorben sei, er wurde gefoltert bis er es nicht mehr aushielt.
Dann ging es weiter, nichts wurde vergessen oder verschwiegen und am Ende angekommen wussten alle als ich 59:04 sagte.
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Beitragvon Kavure´i » 14.03.2016, 04:34

Meinem Empfinden nach hatte ich gerade erst die Augen geschlossen, als es an unserer Tür klopfte.
"Frühstück in 30 Minuten." rief eine Stimme.

Wir trafen pünktlich in der Messe ein.
Am Tisch saßen bereits John, Miriam, Max, der General, Armbruster, Diebold und Lechner.
Wir setzten uns dazu und schenkten uns heißen Kaffee ein. Echter Bohnenkaffee, wie ich sofort bemerkte.
Dazu gab es verschiedene frisch gebackene Brötchensorten, Wurst und Käse.
Obwohl ich gestern gedacht hatte, dass ich nach dem üppigen Abendessen die nächsten drei Tage nichts würde essen können, knurrte mir beim Anblick dieser Köstlichkeiten schon wieder der Magen.
Wir langten alle kräftig zu.
Nachdem der Tisch abgeräumt worden war, warteten wir darauf, dass der General mit der Befragung beginnen würde.
Wir sahen ihn fragend an.
"Ich möchte sie alle noch um etwas Geduld bitten, denn wir erwarten noch zwei Personen, die an den Informationen auch sehr interessiert sein dürften. Und ich denke, deren Informationen werden euch interessieren. Und ihr wollt sicherlich nicht mehrmals das Gleiche erzählen."
Wir holten uns also noch mehr Kaffee und unterhielten uns über die Kaserne, die Stadt Roth und das Umfeld.
Als die Bombe fiel war die Kaserne mit dem Feldjägerregiment 3 belegt. 900 Soldaten unter der Führung eines Oberst.
Außerdem war dort das Sanitätsversorgungszentrum stationiert.
Und es lebten auf dem Gelände seit dem Herbst 2014 um die 500 Asylanten.
Dafür hatte die Regierung von Mittelfranken fünf Kasernengebäude angemietet.
Noch am selben Tag stürmten die Migranten den Teil, der dem Militär vorbehalten war.
Auf beiden Seiten gab es Tote, aber die Soldaten konnten die Angreifer vernichtend schlagen.
Auch der Kommandeur kam bei diesem Kampf ums Leben.
Während der nächsten Wochen ging es drunter und drüber, viele Zivilisten aus der Umgebung hatten sich nach Roth geflüchtet, in der Hoffnung in der Nähe der Kaserne Schutz und Hilfe zu finden.
Die Soldaten, von denen noch etwas über 700 am Leben waren, taten ihr Bestes.
Aufgrund der Begehrlichkeiten der Arabs, die natürlich das Kriegsgerät der Feldjäger erobern wollten, kam es zu weiteren Angriffen auf die Kaserne, die jedoch zurückgeschlagen werden konnten.
Aber es gab viele Tote unter den Stadtbewohnern, die sich nicht jedes Mal rechtzeitig auf das Kasernengelände in Sicherheit bringen konnten.
Die Soldaten begannen damit, alle Männer und Frauen, die fähig und willens waren, den Umgang mit der Waffe beizubringen und stellten eine bewaffnete Bürgerwehr zur Verteidigung der Zivilisten und zur Unterstützung des Militärs auf.
Inzwischen besitzt fast jeder Erwachsene in Roth eine Waffe, die er zu gebrauchen weiß und immer bei sich trägt.
"Fast wie in den alten Western." witzelte Max.
"Die waren unser Vorbild."
Nach und nach trafen immer mehr Soldaten in Roth ein. Einzeln, in kleineren und größeren Gruppen. Viele von ihnen verletzt. Sie brachten alles mit, was sie hatten mitnehmen können.
Auch General Kolping kam eines Tages mit dem Rest seiner Männer in der Kaserne an.
Der bisherige Kommandeur, der Stellvertreter des gefallenen Oberst, gab nur zu gerne die Verantwortung an den Höherrangigen ab.
Seit fast vier Jahren hatte es nun schon keinen Angriff mehr auf den Ort oder die Kaserne gegeben.
Es hatte sich unter den Arabs herumgesprochen, dass es für sie in Roth nichts zu holen gab, außer einer blutigen Nase.
Zur Zeit befanden sich über 4000 reguläre Soldaten in der Kaserne.
Da sie zu früheren Zeiten für 3000 Mann konzipiert gewesen war, hatte man inzwischen zwei neue Gebäude gebaut.
Auf dem Gelände standen auch noch die Zelte, die damals für die Migranten aufgestellt worden waren, wenn so viele gekommen waren, dass die Gebäude nicht ausgereicht hatten.
Dort waren die letzte Nacht unsere Befreiten untergekommen und würden dort bleiben, bis ihnen Unterkünfte in der Stadt zur Verfügung gestellt werden konnten.
"Es gibt noch genügend freien Wohnraum, die Handwerker werden die Neuankömmlinge zur Mithilfe bei der Wiederherrichtung abholen. Wir hoffen, dass es viele Handwerker unter ihnen gibt."

Plötzlich hörten wir Motorenlärm.
"Das sind Hubschrauber." sagte ich. Marc stimmte zu. Die Offiziere lächelten.
"Wollen wir ihren Anflug beobachten?" fragte Kolping.
Natürlich wollten wir das.
Zuerst waren die fünf Maschinen nur kleine Punkte am Himmel. Dann wurden sie langsam größer.
Und WIE groß sie wurden.
"Das sind Mil Mi 26! Die größten Hubschrauber der Welt!" rief Marc aufgeregt. Hubschrauber waren seine Leidenschaft.
"Und dann gleich fünf davon. Es wurden insgesamt nur 276 davon gebaut."
Sie landeten und stellten die Motoren ab. Als sich der Rotor langsamer drehte, konnte man die 8 Flügel zählen.
"He! Was haben die denn für ein Wappen am Rumpf?" fragte John. "Weiß, blau, rot und mit einem gelben Quadrat links oben. Was ist das für ein Wappen?"
"Der russische Doppeladler, die Flagge des alten Zarenreiches." sagte ich. "Wer kommt uns da besuchen General?"

Die Tür des ersten Helikopter öffnete sich und zwei Personen stiegen aus.
Sie trugen schwarze Hosen, wadenhohe Stiefel und einen marineblauen Waffenrock.
Sie kamen auf uns zu, salutierten vor dem General und begrüßten uns andere mit einem Kopfnicken.
"Lasst uns ins Warme gehen." sagte Kolping und wir versammelten uns wieder in der Messe.
"Darf ich vorstellen: Oberst Oleg Michailowitsch und Oberst Sonja Kolewana, Abgesandte des russischen Zaren.
Die beiden setzten sich zu uns
Die Ordonnanz stellte zwei Kaffeebecher vor die Russen und schenkte ein.
Wir musterten uns stumm.
"Ich heiße Lea." stellte ich mich vor. Daraufhin nannten auch die anderen ihre Namen.
Die beiden zuckten nicht mit der Wimper als sie den amerikanischen Akzenten bemerkten.
Später stellte sich heraus, dass sie in anderen Gegenden schon auf Amerikaner getroffen waren, die nicht zu den Arabs übergelaufen waren.

General Kolping bat die Russen, uns über ihre Mission zu informieren, damit wir erfuhren, warum sie hier waren.
Die Beiden sahen sich an und Oleg forderte Sonja mit schwerem Akzent auf, diesen Part zu übernehmen. "Du sprichst besser Deutsch als ich." meinte er.
Und das tat sie. Ohne jeglichen Akzent begann sie zu erzählen.
Als die Amerikaner die Bombe auf die chinesische Stadt warfen, wollten sie, dass zur gleichen Zeit die UNO Russland angreifen sollte, weil sie erwarteten, dass Russland sich in das Geschehen einmischen würde.
Aber Putin war nicht dazu bewegen, sein Land in einen großen Krieg zu verwickeln.
Er sicherte die Grenzen und nachdem die europäischen Staaten schlagartig von den Invasoren ins Chaos gestürzt wurden, wurde das Land mit den siegessicher bis an die Grenzen vorgedrungenen Türken schnell fertig.
Ohne die sicher geglaubte Unterstützung der Amerikaner und der Europäer hatten sie nicht den Hauch einer Chance.

Aber auch Russland blieb nicht von Unruhen verschont.
Denn die moslemischen Einwohner glaubten, sie könnten sich aufführen wie ihre Glaubensbrüder in Europa.
Bevor die Menschen wussten was ihnen geschah, waren Hunderttausende Nichtmuslime abgeschlachtet worden.
Aber die Russen waren ein anderes Kaliber als die über Jahrzehnte weichgespülten Europäer.
Binnen kürzester Zeit hatten sie den Widerstand organisiert und die Aufstände niedergeschlagen.
Die Moslems wurden vor die Wahl gestellt, der Regierung die Treue zu schwören oder in muslimische Länder auszuwandern.
Ungefähr die Hälfte der Moslems entschied sich fürs Auswandern.
Die muslimischen Länder waren allerdings alles andere als begeistert, Millionen Fremde, wenn auch Glaubensbrüder aufzunehmen.
Sie schlossen schnell ihre Grenzen und schossen auf die Neuankömmlinge.
Nach Russland durften sie auch nicht zurück und so siedelten sie sich im Niemandsland an, terrorisierten die Einheimischen, stahlen, raubten, vergewaltigten und mordeten.
Bis sich die regulären Armeen der Eindringlinge annahm.
Einige Versprengte schafften es in ihre ursprüngliche Heimat zurück und aufgrund ihrer Erzählungen entschieden sich die Dagebliebenen dafür, sich wieder ruhig zu verhalten und schworen der Regierung die Treue.
Was diese Schwüre wert waren, erfuhren die Russen schnell.
Eine Gruppe Tschetschenen, die fanatischsten Moslems überhaupt, drangen während einer Sitzung der Duma, bei der Putin eine Rede halten wollte, in den Saal ein und metzelten alle nieder. Auch Putin kam ums Leben.
Russland war binnen weniger Minuten ohne Führung und das Land versank für Wochen im Chaos.
Die im Land gebliebenen Moslems, allen voran die Tschetschenen, begannen wieder mit dem Morden.
Der oberste Heeresführer, General Viktor Grigorij Waszenov, bereitete dem ein Ende.
Er berief alle Reservisten ein, bewaffnete außerdem alle kampfbereiten Bürger und binnen weniger Monate war kaum noch ein Moslem in Russland zu finden.
Die Russen rächten sich blutig, verschonten wie die Moslems zuvor weder Mann noch Frau noch Kind.
Wem die Flucht aus Russland gelang, wurde beim Grenzübertritt von den muslimischen Armeen unter Feuer genommen.
Die Tschetschenen kämpften buchstäblich bis zum letzten Mann. Dieses Volk existiert nicht mehr.

General Waszenov übernahm die Regierungsgeschäfte und bereitete alles für Neuwahlen vor.
Bei der Auszählung der Stimmen gab es eine Riesenüberraschung.
Obwohl er selber gar nicht zur Wahl angetreten war, hatten fast 90% der Wähler die Kandidaten durchgestrichen und seinen Namen darüber geschrieben.
Nach einigem Zögern nahm er die Wahl an.

Ein Jahr später wurde er zum Zaren ausgerufen, weil die Bürger einen starken Mann an der Spitze des Riesenreiches sehen wollten.
Sie hatten genug davon, dass wichtige Themen zerredet und verschleppt wurden, wollten eine starke und schlagkräftige Armee, die nicht von unentschlossenen Politikern ausgebremst wurde.
Und vor allem wollten sie die Sicherheit, dass ein Mensch an der Spitze des Staates stand, der nur das Beste für die Bürger und das Land wollte.
Er führte die Flagge des russischen Kaiserreiches wieder ein und eine neue Uniform.
Die Wehrpflicht galt jetzt für Männer und Frauen. Alle Erwachsenen sollten im Ernstfall zur Verteidigung fähig sein.
Außerdem wurden zahlreiche Projekte angestoßen.
Viel Geld und Arbeitskraft wird jetzt in Straßen- und Eisenbahnprojekte gesteckt, der Ausbau der Elektrifizierung wird vorangetrieben damit in absehbarer Zeit auch noch das letzte Dorf an die Stromversorgung angeschlossen sein wird.
Die Anzahl der Stipendien wurden erhöht, um begabte junge Leute studieren zu lassen. Das Land brauche vor allem Ärzte, Ingenieure, Offiziere, Techniker, Lehrer…….
"Hat er schon einen Heiligenschein?" witzelte Max.
"Ja, aber der ist grade zum Polieren beim Schlosser" konterte Sonja.
Alle lachten.

Vor etwa einem Jahr hatte der Zar beschlossen, den Europäern dabei zu helfen, ihre Länder zu befreien und zu befrieden.
Und als erstes Land hatte er Deutschland ausgewählt.
Es hatte seine Zeit gedauert, diese Mission vorzubereiten.
Zuerst waren Kundschafter nach Deutschland geschickt worden, um über die Lage zu berichten. Sie suchten und fanden Widerstandsnester und boten die Hilfe des Zaren an.
Die meisten hatten zuerst misstrauisch, dann ungläubig reagiert. Um dann die Hilfe, an die sie nicht wirklich glaubten, anzunehmen.
So war vor etwa einem halben Jahr ein Botschafter in der Kaserne aufgetaucht und nach dem Einverständnis des Generals waren vor zwei Wochen zum ersten Mal die Hubschrauber aufgetaucht.
Seither nutzten die Russen die Kaserne als Standort zwischen ihren Aufklärungsflügen.
Allerdings stiegen die Hubschrauber nicht oft auf. Die Arabs sollten nicht zu früh gewarnt werden.
Sie berichteten, dass es nicht mehr nur die Migranten waren, die in Europa wüteten. Schon lange ging es nicht mehr um Moslems und Christen, sondern nur noch um Herrschaft, Macht und Geld.
Warlords kämpften um die Vorherrschaft. Glücksritter aus aller Herren Länder hatten sich ihnen angeschlossen um ein Stück vom Kuchen, den es zu verteilen gab, abzubekommen.
Die Leidtragenden waren die wehrlosen Bürger der jeweiligen Länder, die von den herumziehenden Horden terrorisiert wurden.

Nun wurden wir aufgefordert, unsere Geschichte zu erzählen.
Wir begannen mit unseren Vorbereitungen, unserer Zeit in den Katakomben, wie wir Max und die Biker kennengelernt hatten.
Der erzählte dann von sich und den Rockern und wie wir sie einfach in unsere sichere Zuflucht geholt hatten, als sie und die von ihnen Befreiten fast doch wieder in die Hände der Moslems gefallen wären.
Wir erzählten vom Kloster, unseren Erlebnissen und unserem Auszug dort.
Die Moslemsiedlung in Plau am See interessierte sie ganz besonders. Wir mussten ihnen alle Detail schildern, an die wir uns erinnern konnten.
Auch die Sendungen von Radio Freies Neckartal ließen sie aufhorchen. Auch der General war ganz Ohr.
Wir erzählten vom zweiten Treck den wir Richtung Tübingen geschickt hatten und von unserem Vorhaben, den Bunker bei Landsberg am Lech aufzusuchen um dort Miriams Familie zu finden. Und hoffentlich noch viele Andere und dass Alle noch lebten.

"Ihr seid mutige Leute." sagte Oleg. "Wollt ihr euch unserem Kampf anschließen?"
"Wir sind ja schon mitten drin in diesem Kampf. Praktisch seit wir unser Haus verlassen haben." sagte Marc.
"Und ich kann ja nur für mich sprechen und vielleicht noch für Lea. Was sollten wir denn anderes tun als weiterzumachen."
"Ihr habt von Gefangenen gesprochen, können wir die sehen und befragen? Ihr habt uns gesagt, was sie euch erzählt haben. Aber wir haben vielleicht noch andere Fragen an sie."
Der General schickte Lechner und Diebold los um sie zu holen.
Eine Viertelstunde später wurden die fünf Männer in die Messe gebracht. Alle trugen Handschellen, auch Jamil.
Die Russen musterten die Arabs und Sonja fragte, wer der Anführer sei. Sie schwiegen verstockt.
Miriam stand auf, packte Jamil wieder an seinen Locken und zerrte ihn vor den Tisch.
"Das ist Jamil, sein Kriegsname ist Ibn al Maut."
"Soso, der Sohn des Todes." sagte Sonja. "Er sieht aus, als wäre er seinem Vater gerade noch von der Schippe gesprungen. Was ist ihm den zugestoßen?"
"Ich." erwiderte Miriam.
Sonja schaute sie erstaunt an.
"Ich hatte das eine oder andere Hühnchen mit ihm zu rupfen."
"Und es gleich ausgenommen?"
"Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte er den gestrigen Tag nicht überlebt. Aber ich ließ mich überzeugen, dass er vielleicht noch gebraucht wird. Und so scheint es tatsächlich zu sein. Hier! Er gehört euch. Ich habe ihm noch acht Finger gelassen, vielleicht habt ihr Interesse?"
Bei diesen Worten fing Jamil an zu wimmern und zu weinen. Der eiskalte Ibn al Maut war gebrochen. Andere zu foltern und zu töten hatte er lustig gefunden, selber war er ein Schwächling.
"Ich sage euch alles, aber bitte, bitte, tut mir nicht mehr weh!" flehte er.
Seine Mitgefangenen spuckten verächtlich aus und wandten sich von ihm ab.
"Seid ihr mal nicht so überheblich." funkelte Miriam sie an. "Vielleicht bitte ich den General darum, dass ich euch zum Spielen bekomme. Ich habe viel übers Spielen von euch gelernt. Und bei Jamil habe ich ja noch kaum angefangen damit. Wenn diese Beiden mit ihm fertig sind, werde ich weitermachen. Ihr dürft gerne dabei zusehen."
Jamil schrie entsetzt auf. "Das werdet ihr doch nicht zulassen. Das dürft ihr nicht tun!" schluchzte er.
Der General sagte: "Beantworte alle Fragen und ich verspreche dir, dass sie dich nicht bekommt."
Jamil beantwortete alle Fragen, die Sonja und Oleg ihm stellten.
Sie wollten alles wissen über den Kalifen, seine Organisation, seine Verstecke, woher er die Waffen und die Munition bekam, woher die Verpflegung und den Sprit. Jamil redete so schnell, dass wir wohl später die Aufzeichnung, die einer der Soldaten machte, abhören mussten.
Er nannte die Namen der Waffenschieber und Lieferanten, die Treffpunkte und Losungsworte, verriet die Verstecke und Lager und die Pläne des Kalifen soweit er sie kannte.
Als die Offiziere sicher waren, dass sie alle erfahren hatten was er wusste, sagte Kolping zu Miriam: "Er hat jetzt ausgedient, du kannst ihn haben."
Jamil kreischte: "Sie haben mir versprochen, dass sie mich nicht bekommt. Ich habe alles gesagt was ich weiß. Ich schwöre bei Allah, ich habe alles gesagt. Sie haben es mir versprochen!"
"Ich habe gelogen." sagte der General. "Du weißt doch, Versprechen, die man einem Ungläubigen gibt muss man nicht halten."
Jamil brach wimmernd auf dem Fußboden zusammen. "Bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht."
Miriam trat ihn in die Seite: "Du hast immer gelacht, wenn dich die Frauen und Kinder um Gnade anflehten. Warum nur ist mir jetzt nicht nach Lachen zu Mute, sondern eher zum Kotzen?"
Sie trat ihn noch ein Mal. "Schafft ihn hier raus!" befahl sie den Soldaten. "Ich kümmere mich später um ihn."
Die Soldaten zogen Jamil hoch und brachten ihn zusammen mit seinen Kumpanen zurück in die Zelle.
"Was wirst du mit ihm tun?" fragte Sonja interessiert.
"Ich weiß noch nicht. Aber ich werde mir Zeit lassen damit."
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Beitragvon Mankei » 15.03.2016, 15:54

58:58
Eine warme Dusche, frische Kleidung, warmes Essen, Trinken und hundert Küsse für Helga.
Bei aller Eile die geboten war nahm ich mir diese Zeit, das Bett musste noch warten, es klopfte ununterbrochen an der Tür. Helga wurde ungehalten, gebt uns doch wenigstens ein paar Minuten. Helga schaute mir tief in die Augen und merkte das etwas nicht stimmte, darauf angesprochen sagte ich ihr das 28 Menschen meinetwegen nicht mehr leben.
Wieder klopfte es, komm rein Alex schrie Helga, er öffnete die Türe und fragte nicht warum sie wusste das er es ist. Alex wollte Einzelheiten wissen, nach einem Plan, nach Natascha und Sergej und ob Uwe beerdigt wurde. Einen Plan habe ich mir schon überlegt, die Frage ist nur ob er euch gefallen wird, auch was Natascha und Sergej davon halten, sie sind die einzigen die kampferprobt sind und nein, ich konnte Uwe nicht begraben, es war mir unmöglich, leider. Alex sagte das es schon gut ist, er versteht es, alle anderen verstehen es. Ich sprang auf und schrie ihn an, nein Alex, du verstehst es überhaupt nicht, ich mache mir solche Vorwürfe deswegen, wenn du nur gesehen hättest wie sein Gesicht schmerzverzerrt und hilfesuchend gezeichnet war, dieses viele Blut, überall lagen Finger und Zähne am Boden, sei einfach ruhig. Ohne ein Wort ging er aus dem Zimmer.

52:26
Helga schmiegte sich mehrmals an mich, doch sofort wandte ich mich ab, sagte „lass mich schlafen“ oder „bitte nicht“. Jetzt da es ruhig war und ich alles was geschehen ist langsam realisierte kamen mir große Zweifel.
Jimmy und Jonny lieferten sich heftige Gefechte in meinem Kopf, was war richtig was war falsch.
Immer wieder sah ich meine Freunde vor mir die sterben mussten für nichts, nur weil die Menschheit sich lieber gegenseitig umbringt als das sie friedlich zusammen leben. Aber auch mein Geist, mein Körper wünscht sich das die Verantwortlichen besser heute als morgen Tod sind.
Kann ich aber überhaupt noch an ein Leben mit Helga und unserem Kind glauben, oder an die Gemeinschaft hier im Bunker, nein, es wird immer ein Teil von mir sein den ich verabscheue und nie kennen lernen wollte. Jetzt aber hatte ich mein wahres ich freigelassen und es wollte „Rache“.

52:00
Versammlung in kleiner Runde. Alex, Astrid, Karin, Natascha, Sergej und ich.
Wir müssen uns vorbereiten, 36 Maschinengewehre, 24 Pistolen, dazu noch meine beiden Scharfschützengewehre, nicht gerade viel wenn man damit 200 Verrückte aufhalten will die neben Panzerfäusten und Mörsern einen weiteren sehr großen Vorteil haben, fünf Jahre Kampferfahrung.

Sergej, gibt es eine Möglichkeit das uns deine Leute helfen fragte Astrid.
Wir haben zwar das Funkgerät mitgenommen, müssen aber erst noch schauen ob es funktioniert und dann ist da noch das Problem mit der Reichweite, der nächste Stützpunkt ist in Perpignan, es gibt da einen Flugplatz und das Mittelmeer ist in der Nähe, dort liegen die „Pjotr Weliki“, zwei U-Boote und die „Swir“ ein Lazarettschiff. Die beiden Drohnen können uns gute Dienste erweisen, Natascha, die deutlich erholter schien fing an uns die Vorteile der Drohnen zu erklären. Sie hatten eine Reichweite von 2000 Kilometern, flogen in Höhen bis zu 15000 Metern und das für mindestens 30 Stunden, niemand konnte sie erkennen, aber leider sind sie nur zur Aufklärung. Wäre es nicht möglich sie mit einer Nachricht nach Perpignan zu schicken. Sergej und Natascha fingen laut zu lachen an, so wie diese Drohne auch nur in die Nähe der Pjotr Weliki kommt würde sie abgeschossen werden und selbst wenn wir es schaffen würden, es wird unmöglich sein in so kurzer Zeit Hilfe zu schicken, unser Verband ist nicht groß, außerdem dient der Stützpunkt nur als Ausgangsbasis, man kommt dort an, erhält seinen Befehl und dann geht es auch schon nach 24, spätestens aber 48 Stunden in den Einsatz, wir haben aber nur noch

51:13
Helga klopfte an, sie hatte eine Karte in der Hand, die war in der Uniform die du anhattest, ich wollte gerade waschen da sah ich sie noch. Die Karte, ich hatte die Karte ganz vergessen, sie steckte in der großen Brusttasche meiner Uniform. Wir betrachteten zusammen die Landkarte, darauf waren einige Orte mit rot versehen, andere waren einfach durchgestrichen, auch Landsberg war dabei, in rot. Rechts oben stand ein Name „Salah ad-Din“, daneben die Nummerierung 4/4. Sergej langte sich an den Kopf, er konnte nicht glauben diese Karte in der Hand zu halten, da hast einen Schatz gefunden. Es war der letzte Teil einer großen Deutschlandkarte, aufgeteilt in vier Abschnitte und wer dort die Fäden in der Hand hielt, quer durchgetrennt, als letzte Städte sah man Regensburg, Nürnberg, Mannheim, Kaiserslautern, Saarbrücken die ebenso wie München, Augsburg, Stuttgart, Freiburg, Karlsruhe, Lindau, Kempten, Memmingen um nur einige zu nennen alle durchgestrichen waren. Orte die rot markiert wurden gab es nur sechs, Deggendorf, Roth,
Sigmaringen, Stetten am kalten Markt,Tübingen und Landsberg am Lech. Die einfarbigen Flaggen sind es was diese Karte, entschuldigt bitte, so wertvoll macht, unterbrach uns Sergej. Weiße Flagge steht für kleinen bis mittleren Kampfverband, Grün für großen Kampfverband und schwarze Flagge steht für Hauptsitz und sehr großen Kampfverband, wenn du also Salah ad-Din suchst, dort wirst du ihn finden. Mit der Faust auf den Tisch schlagend fing ich an das es endlich Zeit wird zu handeln, das reden muss ein Ende haben, niemand wird uns helfen, also verteidigen wir uns alleine, wir können es schaffen und Aladin oder wie der heißt ist mir völlig egal, den schnappt euch hinterher.

50:55
Alex, auf ein Wort, mit ernster Mine blickte ich ihn an, bevor das hier alles los geht, die Kinder, die schwangeren Frauen, Kranke, wir müssen sie alle sofort von hier weg bringen, jetzt!
Alex nickte und sagte wir müssen versuchen Autos aufzutreiben, wir riefen Astrid hinzu, 21 Kinder, fünf schwangere Frauen, elf Kranke teilte sie uns mit. Alex schickte sofort Karl, Michael und Dieter los, in Landsberg gab es deinen Ausführungen zufolge ja genügend Autos, also holen wir sie uns welche. Ich bedankte mich bei beiden, Helga wird sicherlich hier bleiben wollen aber das ihr etwas passiert durfte nicht geschehen.

50:50
Es wurde nach Freiwilligen gefragt, da unser Waffenarsenal sehr begrenzt war hatten wir viel mehr Freiwillige als Waffen. Konrad ein ehemaliger Lagerverwalter hatte einen Bestand aller Waffen aufgestellt. Seine Auflistung war ernüchternd. Wir hatten 36 Maschinengewehre, zwei WSS-Wintores, acht Gewehre und 31 Pistolen, bei der Munition sah es besser aus, wir konnten also wenigstens vorher üben. Sergej zog die Stirn hoch, mit diesen paar Waffen werden wir es nicht schaffen uns zu verteidigen, auch Natascha zeigte sich besorgt.
Es gibt drei Straßen die zu uns führen, normalerweise kommen sie auf der neuen zweispurigen Bundesstraße hierher, direkt an der Kaserne ist eine Auffahrt, die anderen zwei Straßen seien schlechter zu überblicken und auch deutlich länger.
Natascha und Sergej schnappten sich jeder eine Gruppe um ihnen das schießen beizubringen.

Ich ging unterdessen zu Helga, sie hatte die Neuigkeit schon erfahren und erwartete mich bereits. Sie schimpfte mit mir wie sie es noch nie vorher tat, meine Meinung änderte dies aber nicht.
Ein Blick auf die erbeutete Karte zeigte uns wo es sicher war, ich hatte jedoch für Helga einen anderen Ort ausgemacht, Igling, der Ort war gerade einmal einen Kilometer entfernt, niemand würde dort jemanden suchen und ich kannte mich sehr gut aus, wusste von einem Haus das perfekt dafür geeignet ist. Ich zeichnete Helga den genauen Weg auf, sie fing an zu lachen als sie so nebenbei von mir erfuhr das es sich um kein Haus sondern um ein Schloss handelt, früher waren wir mehrmals in der Woche zum Billard spielen dort, dann als sie einen Golfplatz bauten wurde es zu teuer, neben vielen Räumen gab es einen Luftschutzkeller der ausgebaut wurde, dorthin sollte Helga mit den anderen.

36:21
Ein anstrengender Tag ist vorbei, allen merkt man die Anspannung an und immer mehr wollen lieber fliehen als kämpfen, sie seien letztlich ja deswegen hier her gekommen um genau das zu vermeiden. Sergej und Natascha leisten viel Überzeugungsarbeit aber sie haben es schwer.
Ich kam von einem Gespräch mit Alex und Astrid zurück, erzählte Helga das sie morgen gleich nach dem Frühstück aufbrechen sollen. Wir legten uns früh schlafen und während ich auf meiner Uhr sah wie der Countdown unaufhaltsam herunter lief, lag die ganze Nacht noch vor uns, einer Nacht die wir besser als mit Schlaf nutzen könnten. Ich drehte mich unruhig im Bett hin und her, es war gerade einmal 22:31 Uhr als ich wieder aufstand, wer kann schon schlafen wenn man weiß das eine wilde Horde bald herkommt und uns alle töten will. Auch Helga konnte nicht schlafen, wir redeten über alles mögliche, aber bei jeder Pause zwischen den Sätzen wurden wir trauriger.

34:17
Ich ging aus dem Zimmer, wollte Sergej und Natascha etwas Fragen, beide schliefen fest, waren aber nicht überrascht als ich sie weckte. Wir brauchen Waffen, es muss doch möglich sein irgendwo welche zu finden und ich weiß vielleicht sogar wo. Gespannt hörten sie zu und als ich ihnen den Ort nannte hielten sie mich für verrückt. Sie mussten aber zugeben das mein Plan auch etwas hatte.
Nach einigen Minuten voller heftiger Diskussionen einigten wir uns darauf Alex zu wecken.
Alex sagte drei Worte „bist du verrückt“ und dann weiter, dass meinst du jetzt nicht ernst. Höre dir doch erst einmal meinen Plan an. Sergej und ich fahren mit dem Auto das Dieter mitbrachte nach Klosterlechfeld, an der Stelle wo meine Quickly steht parken wir, von dort geht es zu Fuß bis an die Stelle wo ich damals raus kam, man kann ungesehen bis an das Ende der Kasernenwohnungen gelangen und wenn die Amirabs sich noch immer so sicher fühlen wie bei meinem letzten Besuch dann kann es klappen, ihre Unterkünfte liegen im vorderen Bereich während die Waffen im hinteren Bereich liegen, Alex, ich bitte dich, es kann, nein es wird gelingen, vertraue uns.
Alex überlegt fieberhaft und als wir sein lächeln sahen wussten wir das er ja sagte.
Wann wollt ihr los, wie aus einer Pistole antworteten Sergej und ich „sofort“ und zu niemanden ein Wort, Alex nickte. Sergej und ich kleideten uns ein, jeder nahm eine WSS-Wintores, zwei Pistolen,
genügend Munition, Nachtsichtgerät und etwas Wasser mit. Als wir die Türe öffneten ging ich zu Alex und bat ihn darum das egal was passiert er dafür zu sorgen hat das Helga und die anderen nach Igling gebracht werden, er nickte. Wir drehten uns um und verschwanden in die Nacht.

33:33
Die Quickly stand immer noch an ihrem Platz und Sergej kam nicht herum laut zu lachen als er sie sah. Ohne jemand zu sehen kamen wir auf das Gelände und auch als wir an die Eingangstüre ankamen war alles ruhig. Sergej öffnete lautlos die Türe, ich ging die Treppen hinunter und nach einigen Meter stand ich vor der Türe mit den Waffen. Als ich sie öffnete war ich froh das alles so war wie bei meinem letzten Besuch. Sergej wechselte in den Chefposten, er kommandierte mich herum wie einen Schüler was mir aber nichts ausmachte, es war mir sogar recht. Vollbeladen nahmen wir die erste Fuhre und gingen wieder nach oben, niemand war zu sehen, also bewegten wir uns leise und vorsichtig bis wir am Zaun ankamen. Wir überlegten kurz ob wir noch einen Besuch machen sollten, Sergej war dagegen, man soll sein Glück nicht zweimal herausfordern.
Am Auto angekommen wollte ich unbedingt die Quickly mitnehmen, Sergej lachte erneut, ich fuhr voraus er folgte mit dem Auto.

32:11
Alex war nicht nach unten gegangen, er war überrascht das wir schon wieder zurück sind. So schnell, Respekt kam es aus seinem Mund, habt ihr gut eingekauft. Sergej der voller Freude die Quickly abstellte, unterwegs hatten wir die Fahrzeuge gewechselt, er wollte unbedingt mal mit einem Moped fahren, erzählte voller Stolz von unserer Tour. Panzerfaust 3 fünf mal, dazu zehn Patronen, eine Kiste mit 24 Handgranaten vom Typ DM 51, dann 16 Maschinenpistolen MP7 und 14 Pistolen P12, dazu noch zwei Rucksäcke voll mit Munition. Wir verschlossen die Türen und gingen nach unten, Natascha und Helga warteten dort auf uns, gut gelaunt fingen wir an etwas zu feiern, wir waren uns sicher nun eine echte Chance zu haben.

26:03
Helga und die anderen wurden nach Igling gefahren, zusätzlich zu den schon erwähnten begleitete noch Katja die Gruppe, sie ist ausgebildete Krankenschwester und war die rechte Hand von Gerhard, falls es Probleme geben sollte kann sie helfen.
Alle kamen zum verabschieden, einige der Kinder weinten, sie wollten nicht weg.
Ich versprach Helga das wir uns bald wiedersehen werden, dann küssten wir uns uns sie stieg ein.

25:27
Natascha baute die Station auf, startete das System, dann gab sie das Passwort ein und schon hatten wir ein Bild, allerdings nur ein schwarzes. Sie sagte das sei normal, solange an der Drohne nicht der Empfänger eingeschaltet ist sieht man nichts. Sergej der draußen alles überprüfte kam zu uns, alles fertig, wir können sie los schicken. Eine letzte Überprüfung und Natascha schickte die Drohne auf die Reise. Wir hatten vom ersten Moment ein klares Bild, nun galt es auf Höhe zu kommen, Natascha steuerte in die entgegen gesetzte Richtung, sie überflog die Dörfer in südlicher Richtung, auf dem Bildschirm der etwa 20 Zoll hatte konnte man, zumindest wenn man russisch verstand alle Daten ersehen. Natascha und Sergej übersetzten für uns und so sahen wir das die Drohne mittlerweile auf 8000 Meter war, nun da sie über unseren Bunker ankam zoomte Natascha heran verringerte die Geschwindigkeit und drückte auf Aufnahme. Wir alle waren beeindruckt von dieser Technik, jetzt führte der Flug langsam in Richtung Lagerlechfeld. Dort ist die Straße die sie bestimmt nehmen werden sagte ich, immer weiter folgend kam die Drohne nach Klosterlechfeld und nur einen weiteren Kilometer später kam sie in Lagerlechfeld an, du musst jetzt etwas nach rechts ziehen, dort sehen wir gleich die Kaserne, Natascha reduzierte erneut die Geschwindigkeit, wir sahen die Startbahn und links davon den riesigen Gebäudekomplex. Die vier Transportmaschinen standen noch da, Sergej sagte das er damit zu seinem Stützpunkt fliegen könnte sobald wir mit der eigentlichen Arbeit hier fertig sind, jeder wusste was er damit meinte. Niemand war zu sehen, vielleicht solltest mehr nach links drehen, dort war der Haupteingang. Nur leicht am Joystick drehend sahen wir nun das was niemand von uns sehen wollte, es standen dort bestimmt 20 LKW's, alle waren voll besetzt und offenbar stand die Abfahrt kurz bevor.

24:36
Offenbar geht deine Uhr falsch, du hast dich um einen Tag vertan fing Alex an, oder aber sie haben den Diebstahl bemerkt und wollen sofort handeln.
Sergej kam hoch, sie sind los gefahren, Richtung Landsberg.
Alle hatten Angst und nur Sergej war die Ruhe selbst!
Alle Waffen werden sofort ausgegeben, schrie er, wir haben nur noch ein paar Minuten.
Sergej nahm sich Karl, Dieter und Klaus, sie erhielten jeder eine Panzerfaust und zwei Patronen, eine kurze Einführung und die Aufforderung genau zu zielen, den Rest erledigt die Panzerfaust.
20 Männer wurden an Stellen vor dem Bunker platziert, Deckung findet ihr hier genügend und wenn sie kommen einfach draufhalten. Alex wurde zusammen mit Dietmar, Holger und Erich eingewiesen wie sie mit Handgranaten umgehen müssen, dazu noch jeder einen Maschinenpistole mit ausreichend Munition.
Was mache ich Sergej?
Du kommst mit mir, wir nehmen die beiden letzten Panzerfäuste unsere WSS-Wintores, Munition und die Quickly, wieder lachte er und es steckte mich an, ich sagte ihm lachend das er doch nur noch ein letztes mal in seinem Leben Spaß haben will.
Er nickte.
Natascha schickte Astrid mit Neuigkeiten zu uns, sie sind nur noch fünf Kilometer entfernt.
Wir nehmen noch zwei Funkgeräte mit, so können wir in Verbindung bleiben.

==:==
Sergej und ich fuhren zur Auffahrt der Bundesstraße, auf der linken Seite war ein kleiner Weg der im Sommer zum mähen benutzt wurde, an einer guten Stelle setzte Sergej mich ab, wir wünschten uns beide Glück und hofften uns bald wieder zu sehen. Als er mit der Quickly gerade umdrehen wollte sagte er noch das ich unbedingt warten solle bis er das Feuer eröffnet.

Gespannt blickte ich in die Straße, alles ruhig.
Sergej funkte mich an, Mankei, kannst du mich hören?
Klar und deutlich!
Ich sehe dich, du musst etwas weiter hinter die Versenkung, sonst können sie dich entdecken.
Dankend nahm ich seine Anweisung an.
Überprüfe die Panzerfaust, dein Gewehr, deine Pistole, lege dir drei Magazine bereit.
Habe ich schon gemacht, danke.
Mankei, was ist das eigentlich für ein Name „Mankei“ fragte Sergej.
Ein Mankei ist ein Murmeltier, lebt zurückgezogen in den Bergen, ist sehr auf Familie bedacht und pfeift wenn es Gefahr gibt.
Er pfeift?
Er pfeift!

Sie kamen, nicht schnell fahrend in Zweier - Reihen auf uns zu.
Mein Puls stieg deutlich an, ich zitterte leicht.Wann schießt du endlich Sergej.
Einige LKW's waren schon an mir vorbei, dann wurde es laut, Sergej schoss auf die ersten beiden und traf sie perfekt, der Konvoi hielt sofort an und nun schoss auch ich wie wir es besprochen hatten auf die letzte LKW - Reihe. Ich nahm schnell eine neue Patrone für die Panzerfaust, visierte an und wartete auf Sergejs Schuss der dieses mal in die vierte Reihe ging, ich zielte in die Mitte und traf ebenso wie er. Überall sprangen Männer von den LKW's, laut schreiend schossen sie kreuz und quer ohne ein Ziel zu haben.
Sergej funkte mich an, Rückzug Richtung Bunker, wenn du gute Deckung hast benutze das Gewehr, dann wieder Rückzug, mache immer so weiter, wir haben schon viel erreicht.
Mache ich, viel Glück.

Stundenlang wüteten die Kämpfe, mehrmals dachte ich daran das eigentlich keiner mehr übrig sein dürfte doch immer wieder kamen welche nach.
Alex und sein Trupp unterstützten mich mehrmals mit ihren Handgranaten, von Sergej hörte ich nichts mehr, meine Funkversuche blieben alle unbeantwortet.
Trotz aller Versuche haben sie es bisher auch nicht annähernd bis an den Bunker geschafft, wir konnten sie gut abwehren ihre Taktik ist sehr einfach zu durchschauen.
Da es immer ruhiger wird spielen wir mit dem Gedanken nachzusehen wie viele es noch gibt.
Alex ist davon nicht begeistert, aber wir konnten ihn überreden, Natascha hat eine Gruppe um sich versammelt, solange wir auf Patrouille sind sichern sie vor dem Bunker ab.

Wir teilten uns in zwei Gruppen, eine links der Straße die andere rechts davon.
Überall lagen Leichen herum, hier und da ächzte der eine oder andere noch, wir schickten sie zu Allah. Alex fragte ob es richtig sei, aber als Dietmar sagte „lieber die als wir“ war das Gespräch auch schon wieder beendet.
Alle Tod so wie es ausschaut, bei den LKW's angekommen brannte noch die eine oder andere Flamme aber auch hier keine Überlebenden. Wir müssen Sergej suchen, ich hoffte das er noch lebt, irgendwie habe ich mich an ihn gewöhnt, seine ruhige Art ist für uns alle gut.
Wir gingen nach oben, dort wo ich Sergej das letzte mal gesehen hatte, aber er war nicht da, also gingen wir in Richtung Bunker in der Hoffnung in zu finden. Die Quickly sahen wir an einem Baum stehen und nicht weit davon entfernt sah ich eine Uniform, es musste Sergej sein. Wir rannten hin und tatsächlich lag Sergej dort im Gras, er war verwundet aber er lebte, wir brachten ihn schnell zu Gerhard. Angekommen untersuchte Gerhard unseren Helden und gab gleich Entwarnung, er sei nur am Oberschenkel verletzt, wieder einmal, nur das es jetzt der andere war.
Sergej wachte auf und wir alle umarmten uns, für die Nacht stellten wir acht Männer ab die nach fünf Stunden abgelöste werden sollten.
Wir anderen machten es uns im großen Speisesaal bequem, wir bereiteten ein wahrhaftes Siegesmahl zu und als dann auch noch Sergej dazu kam waren wir glücklich über das erreichte.
Wir hatten alle den Angriff überlebt, Sergej gab uns klare Anweisungen plante alles genau und wir hatten nur einen Verwundeten und das war er selbst.
Natascha kam schließlich auch noch dazu, sie hatte eine besondere Überraschung für uns sie zeichnete mit der Drohne den Anfang des Kampfes auf, begeistert sahen wir nun sogar ein Video wie wir sie fertig machten.
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Beitragvon Kavure´i » 17.03.2016, 23:56

Die Offiziere hängten eine Deutschlandkarte an die Wand.
Nach dem Verhör an Tag zuvor hatten sie die Aufzeichnung ausgewertet.
Jetzt fingen sie an, farbige Nadeln in die Karte zu stecken.
Rot für die Waffenverstecke, Treff- und Verteilerpunkte.
Schwarz für Truppenverbände.
Grün für alles was mit Lebensmitteln zu tun hatte.
Blau für Fahrzeuge und Treibstoffe, auch für Gas, Spiritus u. Ä.
Gelb für Gefangenen- und Sklavenlager.
Es gab Ausdrucke mit den Namen der Hehler und Händler, den Losungsworten und - ganz wichtig, mit wie vielen Arabs wir jeweils zu rechnen hatten.
Am stärksten gesichert waren natürlich die Gefangenen- und die Waffenlager.

Zu allererst wollten sie die Gefangenen befreien, weil sie befürchteten, sie könnten weggebracht oder getötet werden, wenn die Arabs, so wollten wir sie trotz Internationalität weiterhin nennen, mitbekämen, dass ihre Lager ausgehoben wurden.
Das nächstgelegene Sklavenlager war ganz in der Nähe.
Und zwar in Neunheim bei Ellwangen. Auf der Straße nicht ganz 100 km entfernt, Luftlinie etwas näher.
Am liebsten wären die Russen sofort los geflogen.
Aber das hätte viel zu viel Aufsehen erregt.
Laut Auskunft von Jamil hielten sich dort zur Zeit etwa 300 bis 400 Sklaven auf. Bewacht von 30 Arabs.
"Die könnten wir mit unseren fünf Maschinen auf einmal ausfliegen. Ohne Sitze passen jeweils 100 Personen in den Frachtraum." erläuterte Oleg.
"Das wird eine logistische Herausforderung werden. Die 214 Leute, die ihr mitgebracht habt, sind noch nicht untergebracht und wenn dann noch gleich bis zu 400 dazukommen……. Egal. Dann müssen halt alle eine Weile zusammenrücken." Kolping war in Gedanken schon bei der Unterbringung der noch gar nicht Befreiten.

Die Sklaven waren in den Fertigungshallen eines Küchenherstellers untergebracht, vor den Hallen gab es einen großen Parkplatz auf dem zumindest immer ein Hubschrauber problemlos würde landen können.
Aber da waren die Wachen und die würden sicherlich nicht zusehen, wie wir ihre Beute einfach abholten.
Wir brauchten einen Plan.

Mit den Hubschraubern wäre es natürlich eine schnelle Reise. Oleg schätzte eine gute halbe Stunde Flug.
"Wir brauchen hundert Soldaten, nur um sicher zu gehen und keine böse Überraschung zu erleben." meinte er.
"Setzen wir auf den Überraschungseffekt. Bis die sich von ihrem Schrecken, aus der Luft angegriffen zu werden, erholt haben, können sich in ihrem Paradies schon mal die Jungfrauen für ihren Empfang versammeln." Das kam, wie konnte es anders sein, von Max.
"Die Helikopter haben leider einen ganz entscheidenden Nachteil." warf ich ein. "Sie sind laut. Sehr laut. Und schon von Weitem zu hören und zu sehen."
"Hat jemand eine andere Idee?" fragte General Kolping.
Ich beugte mich über die Karte.
"Sonja, können wir zwei Mannschaftstransporter für die hundert Mann in die Mils einladen?"
"Sicher, kein Problem, welche Idee hast du?"
"Schaut mal hier. Dieses kleine Kaff beim Stausee Rötlen. Es liegt nur einen Katzensprung von der A 7 entfernt, die direkt an Neunheim vorbeiführt. Dort könnten die Vögel landen. Wir laden die LKWs aus und fahren bis zum Sklavenlager. Ich dachte, wir nehmen zwei der erbeuteten Laster. Mit etwas Glück kommen wir direkt bis vors Tor oder sogar hinein. Ich denke, der Platz ist weit genug entfernt und sie bekommen den Anflug und die Landung nicht mit."
Mein Vorschlag wurde eingehend diskutiert und nach einigem Hin und Her angenommen.
Allerdings würden wir nicht einfach so direkt in die Höhle des Löwen fahren, sondern Leute zu Fuß vorausschicken, die die Lage auskundschaften sollten.
"Ich sehe da auch noch eine blaue Nadel stecken. Mit etwas Glück schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe." meinte Armbruster.
"Planen wir zuerst einmal die Befreiung der Gefangenen und wenn wir die Wachen überwältigt haben, können wir in aller Ruhe schauen, was sich sonst noch Nützliches finden lässt."

Für das Unternehmen wurde der übernächste Tag bestimmt.
Die Russen wollten vorher die Helikopter durchchecken, die Mannschaftstransporter sollten ebenfalls durchgesehen werden und dann mussten natürlich die Soldaten ausgewählt und ausgerüstet werden.
Marc war total aus dem Häuschen, dass er die Gelegenheit bekommen würde, in einem der Mil Mi 26 mitzufliegen.
Meine Begeisterung hielt sich schwer in Grenzen. Mir wird im Hubschrauber meistens schlecht.
Im Flieger und auf Schiffen übrigens auch.
Als Ausgleich dafür bin ich absolut schwindelfrei, während Marc schon auf der fünften Stufe einer Leiter die Höhenkrankheit bekommt.
Bis wir alles besprochen hatten, fehlte nur noch eine Stunde bis zum Abendessen.
Wir setzten uns in die Sessel der Messe und tranken die xte Tasse Kaffee des Nachmittags.
Auf einer Anrichte stand eine kleine Musikanlage, in einem Regal befanden sich hunderte CDs. Max sah sie interessiert durch und wollte gerade eine Scheibe einlegen, als Miriam sagte: "Mach mal das Radio an."
Er gehorchte. Außer einem Rauschen kam nichts aus den Lautsprechern, aber er ging auf Sendersuchwahl und plötzlich drang eine weibliche Stimme aus den Boxen:
"……….weiß Niemand.
Nun zu den erfreulichen Nachrichten: letzte Woche kam ein Konvoi mit ehemaligen Gefangenen der Arabs sicher hier in Tübingen an. Sie brachten die Fahrzeuge ihrer Peiniger und alles mit, was diese erbeutet hatten und zum Kalifen nach Rostock bringen wollten.
Wir durften 49 Männer, 82 Frauen und 63 Kinder als neue Bürger des Freien Neckartals begrüßen.
Sie wurden von einer Gruppe aufrechter Patrioten unter Einsatz ihres Lebens befreit. Einer von ihnen, Hannes, wurde schwer verletzt. Als sie bei uns ankamen, gaben unsere Ärzte keinen Pfifferling mehr für sein Leben. Aber er ist ein zäher Bursche. Inzwischen ist er wach und fieberfrei. Er wird wieder ganz gesund werden. ( Wir jubelten laut, schwiegen aber gleich wieder um nichts zu verpassen ) Einer der anderen Helden hatte nicht so viel Glück. Er fiel bei der Befreiung und sein Grab befindet sich in Eckental. Merkt euch seinen Namen. Er hieß Dirk Uhlenbach. ( Ich war nicht die Einzige, der die Augen feucht wurden ).
Seit fünf Tagen wiederhole ich diese Nachricht täglich, in der Hoffnung, dass ihr unseren Sender empfangen könnt.
Alle Befreiten lassen euch grüßen, und ihr sollt wissen, dass die Gedanken aller Freien Neckartalbürger bei euch und eurem mutigen Vorhaben sind.
Und die guten Nachrichten für euch sind noch nicht vorbei.
Heute Morgen traf ein weiterer Treck bei uns ein. Ihr könnt sicherlich erraten, wen ich damit meine.
Die Mutter Oberin vom Kloster Heiligengrabe und Calvin Eisenhut ( Noch einmal brachen wir in Jubel aus ) kamen mit insgesamt 360 Personen hier an.
Auch diese Menschen schicken euch die besten Wünsche.
Die Mutter Oberin und Schwester Irmengard lassen euch ausrichten, dass sie unterwegs auf keinerlei Schwierigkeiten gestoßen sind, Calvin wünscht sich, dass seine Cousine Lea gesund und in Begleitung aller ihrer Freunde nach Erledigung ihrer Mission hier eintrifft. Sergeant John Holliver und seinen Männern wünscht er, dass sie ebenfalls wohlbehalten bei uns ankommen.
Und dann habe ich noch eine Nachricht von Karola, der es ganz wichtig ist, Lea zu versichern, dass sie gut auf Askari aufgepasst hat und dass auch Miriam sich keine Sorgen um Emma machen muss. ( Jetzt liefen uns doch die Tränen übers Gesicht, aber keiner von uns schämte sich deswegen. Welche Erleichterung! Alle, um die wir uns gesorgt hatten, waren in Sicherheit.)
Auch diese Nachricht werden wir die nächsten Tage wiederholen.
Hallo da draußen! Bitte passt auf euch auf. Hier warten viele Menschen, die euch liebgewonnen haben auf euch!
Das war Claudia Recher vom Radio Freies Neckartal. Weiter geht’s mit Musik."
Sie spielte "Total Eclipse of the Heart" von Bonnie Tyler ein.

Zuerst saßen wir stumm da und schauten uns an. Dann redeten wir alle durcheinander, lachten, weinten, erzählten.

Den nächsten Tag hatten wir nichts zu tun. Nachdem wir unsere Waffen überprüft hatten, wollten wir aufs Flugfeld gehen um die Hubschrauber aus der Nähe anzuschauen.
Wir verließen gerade unsere Stube, als uns Leutnant Armbruster fragte, ob wir mitkommen wollten um zu schauen, wo und wie die Befreiten untergebracht wurden.
Wir stimmten zu. Vor der Kaserne warteten schon John, Max und Miriam, die ebenfalls mitgehen wollten.
Wir schlenderten die Straße entlang und der Leutnant erklärte uns das System des Zusammenlebens in und um die Kaserne herum.
Jeder, der dazu in der Lage war, musste seine Fähigkeiten einbringen und arbeiten.
Der General hatte die Schulpflicht eingeführt und alle Kinder vom 5. bis zum 14. Lebensjahr wurden unterrichtet.
Arbeit gab es genug und es wurde streng darauf geachtet, dass sich niemand drückte.
Vor uns ging ein junger Soldat auf eines der Häuser zu und öffnete das Gartentor. Im gleichen Moment trat eine Frau mit einem etwa vierjährigen Mädchen aus der Haustür.
"Was willst du schon wieder hier?" fragte sie mit lauter schriller Stimme.
"Ich wohne hier, schon vergessen? Außerdem will ich mit meinem Vater reden."
"Warum lässt du deinen Vater und mich nicht einfach in Ruhe? Ich kann und will deine ewigen Vorwürfe nicht mehr hören. Und er auch nicht!"
"Ja, DAS glaub ich dir! Ihr würdet am liebsten alles vergessen. Aber ich vergesse nicht!"
Es war uns etwas peinlich, so eine private Auseinandersetzung, die uns ja nichts anging, mit anzuhören und wollten schnell vorbei gehen.
In diesem Augenblick ging die Haustür auf und ein Mann trat heraus, bei dessen Anblick Miriam stocksteif stehen blieb.
"Müsst ihr euch wirklich jedes Mal streiten, wenn ihr euch seht?" fragte er.
Miriam ging auf das Haus zu als würde sie von Drähten gezogen.
Am Gartenzaun blieb sie stehen und fragte: "Olaf?"
Der Mann schaute zu ihr hin, wurde bleich und sah aus, als wäre er vom Blitz getroffen. "Miriam…."
Die Frau stellte sich neben Olaf und legte besitzergreifend den Arm um ihn.
"Deine Tochter?" fragte Miriam.
"Ja, äh…..hm…also, ja, das ist Ann-Kathrin, sie ist grad vier geworden und………..also, chrmm, äh…" stammelte er.
"Und wer ist das?"
"Ich bin Olafs Frau."
"Die ganzen Jahre über dachte ich, dass ich das wäre."
"Ja, nun, äh….ich meine, hmm…….wir haben so lange auf dich gewartet und gehofft, dass du kommst, aber als du nicht……..ich meine, also…" Olaf wand sich vor Verlegenheit.
"Ich verstehe." Miriam war eiskalt. Sie zeigte auf das kleine Mädchen. "Das müssen wirklich schrecklich lange drei Monate des Hoffens und des Bangens für dich gewesen sein."
Der Mann zuckte zusammen, als hätte sie ihn geschlagen.
"Was willst du jetzt noch?" keifte die Frau. "Du hast dir fünf Jahre lang Zeit gelassen bis du dich her bequemt hast."
"Ich wurde von den Arabs gefangen gehalten."
"Ach ja? Und du glaubst im Ernst, dass Olaf dich jetzt noch haben will? Er hat sich schon vor fünf Jahren für mich entschieden. Schon als wir das erste Mal den Bunker besichtigten. "
Der junge Soldat ging auf Miriam zu: "Mama." sagte er leise und schloss sie in die Arme. "Karsten."
"Was stehst du da wie ein Ölgötze? Sag ihr, dass ich jetzt deine Frau bin! Los, sags ihr!"
Miriam fuhr herum. Mit zwei schnellen Schritten war sie bei der Frau, packte sie am Kragen und sagte völlig ruhig: "All die Jahre hat mich der Gedanke an meine Familie aufrecht und am Leben erhalten. Und nun erfahre ich, dass ich all die Jahre einem Ehebrecher die Treue gehalten habe. Keine Sorge, ich will ihn nicht mehr. Ich schenke ihn dir."
Damit stieß sie die Frau von sich, so dass sie vor Olaf zu Boden fiel.
"Hier, nimm sie! Sie verdient dich und du sie."
Sie ging einige Schritte in unsere Richtung. Dann drehte sie sich noch einmal um.
"Als du nicht gekommen bist, um Manfred und mich abzuholen, da dachte ich, dir sei etwas zugestoßen. Vier Wochen nachdem die Bombe fiel habe ihn ins Auto gepackt und mich auf den Weg zum Bunker gemacht. Als die Arabs uns erwischten, haben sie Manfred die Kehle durchgeschnitten weil er krank und für sie unbrauchbar war."
Olaf schlug die Hände vors Gesicht, seine Schultern fingen an zu zucken.
Aber das sah Miriam schon nicht mehr. Sie hatte sich endgültig von ihm abgewandt.
"Ich komme morgen früh noch einmal vorbei und hole meine Sachen ab." sagte Karsten zu seinem Vater. "Und dann siehst du mich nie wieder. Du bist für mich gestorben."
Er hatte die Hände zu Fäusten geballt und man konnte ihm ansehen, wie sehr er sich beherrschen musste.
"Mama, ich habe jetzt Dienst bis 18 Uhr. Danach können wir uns im Aufenthaltsraum treffen."
"Nichts da! Sie gehen zur Schreibstube und lassen sich für heute beurlauben!" kommandierte Armbruster. "Los! Ab mit euch!"
Karsten salutierte und zog seine Mutter mit sich fort.

"Dieser Dreckskerl!" brach es aus Max heraus. Er war weiß vor Wut und knirschte mit den Zähnen.
"Den würde ich am liebsten………."
"Bleib ruhig." mahnte Armbruster. "Der ist es nicht wert, dass du dir wegen ihm Schwierigkeiten einhandelst. Auch wenn ich dir beipflichte und dir gerne dabei helfen würde dem eine Tracht Prügel zu verabreichen…… Der General ist sehr streng in dieser Beziehung. Solch eine Aktion würde er nicht unbestraft lassen."
"Sie hat das nicht verdient."
"Nein, das hat sie nicht."
"Warum sind die überhaupt hier? Ich dachte, ihre Familie ist im Bunker in Landsberg. Und hatte sie nicht ZWEI Söhne, die mit ihrem Mann dorthin gezogen sind?" dachte ich laut nach.
"Ja, sicher, so habe ich es auch in Erinnerung. Jetzt müssen wir nur hoffen, dass nicht auch noch ihr anderer Sohn wegen dieses Mistkerls ums Leben gekommen ist. Aber dann kann ihn auch der General nicht mehr schützen. Ich schwöre, dann bringe ich ihn eigenhändig um!"
So wütend kannten wir den ruhigen und besonnenen Max überhaupt nicht.
Aber wir verstanden ihn.

Die Lust auf eine Besichtigung der Unterkünfte war uns gründlich vergangen.
Aus dem Haus hörten wir laute Stimmen. Die Beiden stritten sich.
Wir drehten um und gingen zur Kaserne zurück. Und Marc kam nun doch noch zu seiner Besichtigung der Mil Mi 26.
Sonja und Oleg zeigten ihm alles und beantworteten geduldig alle Fragen. Und das waren viele.
Nachdem ich mir das Cockpit und den Laderaum angeschaut hatte, den Helikopter umrundet und mir die Panzerung der empfindlichen Teile und die Bewaffnung angeschaut hatte, ging ich zurück in die Messe um mich aufzuwärmen.

Max hatte sich in einen der Sessel am Fenster gesetzt und starrte hinaus.
Ich holte zwei Becher Kaffee, setzte mich zu ihm und schob ihm einen der Becher hin.
Zuerst schien er mich gar nicht zu bemerken. Dann nahm der den Kaffee und trank einen Schluck.
Danach schaute er wieder aus dem Fenster.
So schwiegen wir gemeinsam bis sich die Messe zum Abendessen füllte.
Sonja, Oleg und Marc kamen herein. Marc war total durchgefroren aber glücklich. Er begann, technische Einzelheiten der Helikopter aufzuzählen.
Er hat 5 bis 6 Mann Besatzung und kann bei eingebauten Sitzen 85 Personen befördern. Ohne mehr.
Er fliegt 4600 m hoch und erreicht eine Geschwindigkeit von fast 300 km/h.
Seine Reichweite beträgt 800 km.
Leergewicht: 28 200 kg.
Höchstes Startgewicht: 56 000 kg.
Der Hauptrotor hat 8 Rotorblätter und hat einen Durchmesser von 32 m.
Der Heckrotor hat 5 Rotorblätter und misst 7,6 m im Durchmesser.
Er ist 40 m lang und 8,1 m hoch.
Er hat zwei Triebwerke und jedes davon hat eine Leistung von 8273 KW.
In den Treibstofftank passen 12 000 Liter.
Und außerdem wurden sie inzwischen mit Waffensystemen nachgerüstet.
"Und damit werden wir morgen fliegen!"
Wie gesagt, MEINE Begeisterung hielt sich schwer in Grenzen.

Am nächsten Morgen wurden wir gegen 6 Uhr geweckt.
Das Frühstück stand schon bereit und um 8 Uhr ging es los.
Wir hatten uns alle warm eingepackt.
Sonja hatte mich am Tisch gefragt, warum ich so einen trübsinnigen Eindruck mache.
Als ich ihr den Grund nannte, griff sie lachend in ihre Brusttasche und gab mir eine Tablette.
"Nimm die, dann wird’s dir nicht schlecht. Ich brauch auch jedes Mal eine."

Ins Cockpit durften wir nicht, denn das war von der Besatzung belegt.
Also machten wir es uns in den Sitzen im Frachtraum bequem.
Zwei der Helikopter waren mit je einem Mannschaftstransporter beladen, in den anderen drei verteilten sich die Soldaten.
Es waren je zur Hälfte Deutsche und Russen.
Die Kommandeure waren Leutnant Armbruster und Oberst Michailowitsch.
Das Oberkommando hatte Oleg.
Wir flogen langsam und landeten daher erst eine Stunde später am avisierten Ort, einem kleinen Kaff mit nur wenigen Häusern, auf der Karte stand der Name: Hardt.
Die Hubschrauber landeten hintereinander auf der Straße.
Die Soldaten sprangen heraus und durchsuchten alle Gebäude.
Sie fanden keine Menschen, aber das hatten wir bei der Nähe zum Sklavenlager auch nicht erwartet.
Inzwischen waren die Transporter ausgeladen worden und wir saßen auf.
Die Besatzungen blieben bei den Maschinen.
Unseren ursprünglichen Plan, die Hallen direkt über die Autobahn anzufahren, hatten wir aufgegeben.
Wir nahmen die Feld- und Waldwege und näherten uns dem Lager bis auf wenige hundert Meter.
Im Wäldchen ließen wir die Fahrzeuge unter Bewachung zurück und schlichen uns, die Bäume als Deckung nehmend, bis zur Autobahn.
Von dort aus konnten wir die ehemaligen Fertigungshallen sehen.
Sonja hatte den Fahrern der Transporter ein Funkgerät gegeben und verteilte noch weitere. Eins bekam Armbruster, eins behielt sie. Ein weiteres ging an Oleg.
Die Hallen waren von einem Zaun umgeben und wir sahen einige Bewaffnete, die außerhalb Wache hielten.
Neben dem Wäldchen hatte früher ein Feld gelegen. Das war im Laufe der Jahre mit Unkraut, Gebüsch und jungen Bäumchen zugewachsen. Wir arbeiteten uns gebückt durch das Gestrüpp und näherten uns dem Eingang zum Lager.
Wie es aussah, hatten es sich die Arabs in der ehemaligen Tankstelle gemütlich gemacht, einem großen Gebäude, in dem früher auch ein Restaurant untergebracht gewesen war.
Wir beobachteten sie.
Fünf von ihnen schienen draußen Wache halten zu müssen. Durch die Feldstecher konnten wir ihre verkniffenen Gesichter sehen. Es war klirrend kalt und der eisige Wind machte es nicht besser.
Meistens standen sie zusammen an einer windgeschützten Stelle und rauchten.
Die Gewehre hatten sie umgehängt und ich machte Oleg darauf aufmerksam, dass sie mit den dicken Handschuhen, die sie trugen, nicht schnell genug am Abzug sein würden.
Wir würden sie unschädlich machen müssen.
Sonja gab fünf ihrer Leute ein Zeichen. Sie legten ihre Schusswaffen ab und machten sich auf den Weg.
Sie trugen weißbraungrüne Tarnkleidung und verschmolzen praktisch mit der Umgebung.
Wir beobachteten die Wachen weiterhin. Gerade eben verließen sie den geschützten Platz und gingen ein Runde um den Zaun.
Nach einer guten viertel Stunde versammelten sie sich wieder. Einer zog die Handschuhe aus und blies sich in die Hände. Mit steifen Fingern fummelte er eine Zigarette aus dem Päckchen. Sie fiel ihm herunter, weil die Finger zu klamm waren.
In dem Moment, als er sich wieder aufrichtete, brach er plötzlich zusammen.
Seine Kumpane beugten sich irritiert über ihn und starben. Ohne einen Laut von sich zu geben brachen auch sie zusammen. Einer der Soldaten ließ sich kurz blicken, hob den Daumen und verschwand wieder. Ebenso die Leichen der Arabs, die sie an den Füssen wegschleiften.

Etwa eine halbe Stunde später öffnete sich die Tür des ehemaligen Restaurants. Fünf weitere Männer traten heraus. Gegen die Kälte hatten sie sich dick eingepackt und marschierten in die Richtung, wo sie ihre Kumpane vermuteten.
Sie sahen sich überrascht um, als sie sie dort nicht vorfanden.
Zwei von ihnen gingen sogar einige Schritte in Richtung der Hallen und schauten um die Ecke, ob sie sich vielleicht beim Rundgang verspätetet hatten.
Dann kehrten sie um und auf die fragenden Blicke der Anderen zuckten sie mit den Schultern.
Wenige Augenblicke später lagen auch sie tot am Boden und wurden weggebracht.
Wir warteten noch einige Minuten, ob im Haus jemand Verdacht geschöpft hatte, aber es blieb alles ruhig.
Armbruster und Oleg gaben das vereinbarte Zeichen.
Von der Sorglosigkeit und Faulheit der Araber profitierend schlichen wir uns von hinten an.
Sie waren nicht auf die Idee gekommen, das Gelände frei von Gestrüpp zu halten und so marschierten wir unter der Autobahn durch und hielten uns hinter den Büschen, die am Straßenrand wuchsen in Deckung.
Der Bewuchs reichte bis dicht an die Rückseite ihrer Behausung.
Vorsichtig schob ich mich an die Fensterfront heran. Erstaunlicherweise waren alle Scheiben noch ganz. Ich legte mich auf den Boden und schob vorsichtig den Kopf so weit vor, dass ich ins Innere schauen konnte. Drinnen hatten sie Kohlenpfannen aufgestellt und saßen dicht darum herum. Ich zählte 18 Mann.
Minus der zehn, die wir schon erledigt hatten, ergab das 28. Waren noch zwei irgendwo anders oder waren das alle?
Vorsichtig zog ich mich zurück und berichtete.
Eine Tür wurde geöffnet und wieder geschlossen, Stimmen erklangen.
Ein weiteres Mal kroch ich ans Fenster.
Zwei weitere Männer hatten den Raum betreten, einer trug die Uniform der US - Army.
"Where are the guys who ended up her guard?"
"We don´t no Sir."
"I want to speak with Kemal and I´m just waiting for half an hour."
"I´ll go out quick for a surch an bring´em inhere. Just wait a moment."
Einer der Männer stand auf und machte sich auf den Weg.
Zum Glück waren die Russen noch an Ort und Stelle geblieben. Für alle Fälle. Er würde nicht zurückkehren.
Der Ami setzte sich auf den frei gewordenen Platz und hielt die Hände über die Glut.
Die Araber schienen sich in seiner Gegenwart sichtlich unwohl zu fühlen und rückten möglichst unauffällig von ihm ab.
Der schien nicht darauf zu achten und bemerkte zu seinem Begleiter, der für mich wie ein Japaner aussah: "I´m so tired of those camel drivers! Give them an order and they need hours and hours."
"Yeah, I´m sick of them, too! Last evening I sent Muhammad to bring me a girl. I insisted that I prefere she´s not older than ten years. And what he brought along? An old cooch of about fifteen!"
"Now we´ll order three or four of the youngers an use´m together. What do you say?"
"Sounds fine, but - what the hell DO those morons out there?"
"I´ve enough and to spare! Bloody fucking assholes! Let´s go to choose the chicks ourselves."
"Right´o!" stimmte der Asiate zu. Die beiden standen auf.
Das war unser Signal.
Das Glas der Terrassentür zersplitterte vom ersten Schuss.
Zwei der Soldaten entleerten ihre Magazine in den Raum.
Die Sklavenhalter hatten nicht den Hauch einer Chance.
Mit der Waffe im Anschlag drangen ein paar Mann ins Gebäude ein.
Niemand regte sich mehr.
Wir durchsuchten sie und fanden in der Tasche des Amis und des Japaners Ausweise, die sie als Offiziere der Marines auswiesen.
Die Araber hatten wie erwartet keine solchen Ausweise.
Aber einer von ihnen, der älteste, trug eine Karte in der Innentasche seiner Weste bei sich.
Wir warfen einen flüchtigen Blick darauf, erkannten, dass es eine Deutschlandkarte war und steckten sie ein.
Armbruster und Oleg bestimmten zehn der Soldaten dazu, alle Waffen und Munition einzusammeln, die sie finden konnten.
Zwei weitere wurden auf die Suche nach den Lebensmitteln geschickt.
Sonja funkte die Transporter an, die wenige Minuten später auf den Hof fuhren.

Obwohl die fünf Russen Entwarnung gegeben hatten, näherten wir uns den Hallen vorsichtig und mit der Waffe im Anschlag.
Seitlich neben der Tür stehend wollte einer sie öffnen. Sie war verschlossen.
Oleg zerdrückte einen Fluch zwischen den Zähnen.
Da drückte ihm einer seiner Soldaten einen Schlüsselbund in die Hand. Der zweite Schlüssel, den er probierte, passte.
Da wir nicht vermuten mussten, dass sich einer von denen bei den Sklaven hatte einschließen lassen, gingen zehn der Soldaten ohne Sicherheitsvorkehrungen hinein.
Durch die Oberlichter fiel nur wenig Licht in die Halle und unsere Augen brauchten eine Weile um sich dem Dämmerlicht anzupassen.
In langen Reihen standen einfache Feldbetten dicht an dicht, aber es waren bei Weitem nicht alle belegt.
Jamil hatte von 300 bis 400 Sklaven gesprochen, aber ich schätzte die Anzahl auf höchstens 150 Menschen. Und es befand sich nicht ein einziger Mann unter ihnen.
Sie schauten kaum auf, als wir eintraten, sie saßen und lagen apathisch auf ihren Pritschen, hatten alle verfügbaren Textilien um sich geschlungen und froren trotzdem erbärmlich.
Mir krampfte es das Herz zusammen vor Mitleid.
Armbruster stellte sich vor sie hin: "Wir sind gekommen, um euch zu befreien. Steht auf und kommt mit uns."
Keine der Frauen oder Kinder rührte sich. Sie schauten uns nur ängstlich an. Sie glaubten uns kein Wort.
"So geht das nicht." sagte ich. "Ich werde es machen wie Miriam beim letzten Mal."
Ich trat ans erste Feldbett, nahm die Frau am Arm und zog sie hoch.
"Wie heißt du?"
"Susanne."
"Also gut. Susanne, pack deine Sachen zusammen und komm mit uns mit. Wir bringen euch nach Roth in Sicherheit."
Sie schien erst in diesem Augenblick zu erkennen, dass ich kein Mann war.
"He! Das ist eine Frau! Bei den Ölaugen gibt es keine Frauen! Los Mädels, steht auf und dann raus hier!"
"Halt, halt!" rief Sonja als Alle aus der Halle stürmen wollten.
"Klappt die Betten zusammen und nehmt sie und alles andere mit, was noch brauchbar ist. Und dann verlasst bitte ruhig und langsam die Halle. Wir nehmen euch alle mit. Keine wird zurückgelassen."
Oleg funkte die Helikopter an und kurze Zeit später landeten sie auf dem ehemaligen Parkplatz und der Zufahrtsstraße.
Die Befreiten bekamen große Augen als sie die Riesenvögel sahen.
Zwei der Maschinen reichten aus, die ehemaligen Sklaven aufzunehmen.
Die Transporter wurden mit den Feldbetten und den wenigen Habseligkeiten der Frauen und Kinder beladen. Dann wurden sie wieder eingeladen.
Die vier Helikopter flogen los und flogen ihre Fracht nach Roth.
Unterdessen durchsuchten wir das Gelände.
Die Arabs hatten nur eine der Hallen als Unterkunft genutzt. In den anderen standen noch die Maschinen, Werkzeuge und das Material herum. Und jede Menge kleine Einbauküchen. Viele davon in Folie eingeschweißt und zum Abtransport auf Paletten gesetzt.
Im Wohngebäude der Wachen fanden wir eine große Anzahl an Waffen und Munition, sogar einige schultergestützte Flugabwehrraketenwerfer samt Munition fanden wir.
"Wozu brauchen sie die denn?" fragte Marc. Außer euch haben wir in all den Jahren kein Flugzeug gehört oder zu sehen bekommen.
"Das lässt mich schlimmes ahnen." meinte Oleg. "Sie wissen von uns."
Drei Stunden später landeten die Helikopter wieder vor den Hallen.
"Die Frauen und Kinder sind untergebracht, die Frachträume leer." meldete einer der Piloten.
Waffen und Munition wurden zuerst eingeladen, dann die Lebensmittel und alles Brauchbare wie Decken, Geschirr, Besteck, Tische, Stühle, Betten, Teppiche, usw.
Einer der Techniker hatte einen Gabelstapler zum Laufen gebracht und es wurden Maschinen, Werkzeuge, Material und alle fertigen Miniküchen eingeladen. Und der Gabelstapler natürlich auch.
Wir hatten stundenlang gepackt und eingeladen und immer noch war einer der Bäuche leer.
Aus einer Eingebung heraus ging ich zu einer der Zapfsäulen der Tankstelle und probierte neugierig eine der Zapfpistolen aus.
Ein Strahl Benzin schoss heraus und ich ließ den Hebel wieder los.
Leider fanden wir nur einige geeignete Behälter um Diesel und Benzin abzufüllen.
"Morgen kommen wir wieder und holen noch mehr." versprach Sonja. "Mit allen zur Verfügung stehenden Behältern."

Als wir in Roth landeten, dämmerte es bereits.
Wir sprangen aus den Maschinen und liefen auf die Kaserne zu.
Ich fror wie ein nasser Hund, war völlig erledigt und hungrig wie ein Wolf.
Für das Ausladen waren jetzt Andere zuständig.
Unser Zimmer war heimelig warm. Wahrscheinlich hatte eine der Ordonnanzen den Ofen angezündet und am Brennen gehalten.
Wir zogen uns aus und gingen unter die Dusche.
Danach zog ich mir einen warmen Trainingsanzug und fellgefütterte Hausschuhe an.
Es machte mir nichts aus, mich in diesem Aufzug in der Messe sehen zu lassen. Ich dachte, mir würde nie wieder warm werden.

Sobald wir am Tisch saßen, bekamen wir einen Teller heiße Hühnerbrühe mit Suppennudeln hingestellt. Am ersten Löffel verbrannte ich mir prompt die Zunge, weil ich so hungrig war.
Als zweiter Gang wurde ein Gemüseeintopf mit Rindfleisch serviert, von dem nicht nur ich einen Nachschlag forderte ( ihr seht, ich bin ziemlich verfressen….*grins* )
Zum Nachtisch gab es einen Crepe mit Himbeermarmelade. Aber da hätte ich dann beim besten Willen keinen zweiten mehr geschafft.

Anschließend saßen wir wieder in den Sesseln, einen Becher heißen Tee in der Hand und erstatteten dem General Bericht.
Auch Max und Miriam hatten sich wieder zu uns gesellt.
Miriam hatte nicht mitfliegen wollen, hatte sie doch gerade erst ihren Sohn wiedergefunden.
Max wollte in ihrer Nähe sein, sollte sie ihn brauchen.
"Lasst uns doch noch einen Blick auf diese Karte werfen, die wir gefunden haben. Sie scheint ziemlich wichtig zu sein, wenn ihn der alte Zauselbart bei sich getragen hat."
"Mist! Gut dass du mich daran erinnerst Armin. Ich hätte sie vergessen." sagte Sonja und ging in ihr Zimmer um sie zu holen.
Sie breitete sie auf dem Tisch aus und wir betrachteten sie.
Wir sahen, dass einige Orte rot eingekreist waren. Und zwar: Deggendorf, Sigmaringen, Stetten am kalten Markt, Landsberg am Lech, Tübingen und ---- Roth!
Ebenfalls mit Rotstift, durchgestrichen waren: Regensburg, Nürnberg, Mannheim, Kaiserslautern, Saarbrücken, München, Augsburg, Stuttgart, Freiburg, Karlsruhe, Lindau, Kempten, Memmingen.
Wir mussten nicht lange rätseln, was diese Markierungen zu bedeuten hatten.
Aus eigener Ansicht wussten wir, dass Nürnberg und München ausgelöscht waren. Und Kolping wusste, dass das bei Augsburg, Lindau, Kempten und Memmingen auch so war.
Wir konnten also davon ausgehen, dass es bei den anderen durchgestrichenen Städten dasselbe war.
Und da wir wussten, dass Roth und Tübingen noch fest in der Hand er Einheimischen und auch wehrhaft waren, mussten auch Deggendorf, Sigmaringen, Stetten und Landsberg noch verteidigt werden.
"Wir stehen sicherlich auf einer Liste und sollen angegriffen und vernichtet werden." vermutete der General. "Wir werden den Verteidigungsfall ausrufen und die Zivilisten in Sicherheit bringen."
Er gab sofort die entsprechenden Befehle.
"Wenn wir nur wüssten, wann sie uns angreifen werden." grübelte er.
"Warum fragen wir nicht Jamil? Wenn er es weiß, kriege ich es aus ihm raus." schlug Miriam vor.
Und wieder stand ein zitternder Jamil vor uns.
"Warum lasst ihr mich nicht in Ruhe? Ich habe euch alles gesagt, was ich weiß." jammerte er.
"Wann soll Roth angegriffen werden?" fragte Kolping.
Jamil zuckte zusammen. Also wusste er von dem Plan.
"Wann?"
"Ich weiß es nicht, Salah ad-Din hat mich nicht in seinen Pläne eingeweiht."
"Wer ist Salah ad-Din?"
"Der Stellvertreter des Kalifen für das Gebiet Bayern/Baden-Württemberg."
Wir nannten ihm die durchgestrichenen Städte. "Was ist dort passiert? Und warum?"
"Dort gab es Widerstandsnester der Kuffar. Wir haben sie ausgeräuchert. Alle, die nicht ums Leben gekommen sind, wurden versklavt."
Das klang schon wieder nach dem alten Jamil.
"Und die rot eingekreisten Orte? Die sollen noch angegriffen werden?"
"Der Kalif sammelt seine Krieger und wird einen nach dem anderen auslöschen. Bald wird es keinen einzigen Ungläubigen mehr geben, der nicht tot oder unser Sklave ist."
"Wann wird er hier sein?" insistierte Miriam. "Du weißt es, da bin ich mir sicher."
"Bald, vielleicht schon morgen. Aber zuerst heben sie das Rattennest in Landsberg aus. Die Kuffar dort glauben, wir kämen nicht an sie heran, weil sie sich in ihrem Bunker eingeigelt haben. Aber unserer Verbündeten haben uns mit dem richtigen Sprengstoff versorgt. Die Ungläubigen dort sind jetzt entweder schon tot oder unsere Gefangenen."
Jamil hatte sich in Begeisterung geredet und alles ausgeplaudert, was wir wissen wollten.
"Bringt ihn weg!" befahl der General und er wurde in seine Zelle zurückgebracht.
Miriam saß auf ihrem Platz und sah aus, als hätte sie einen Geist gesehen.
"Jetzt habe ich nur noch Karsten. Lukas ist tot."

Als die Bombe fiel, hielten sich Olaf, Karsten und Lukas gerade im Bunker auf. Miriam war ja noch bei Manfred im Krankenhaus geblieben und Olaf sollte sie abholen kommen.
Nur, er kam nie.
Als es Manfred so weit gut ging, dass sie ihn mitnehmen konnte, fuhr sie auf eigene Faust los.
Sie wurden gefangen genommen, der Junge umgebracht.
Schon in den Wochen vorher hatte Karsten seinen Vater ständig bedrängt, endlich den Rest der Familie nachzuholen.
Aber der hatte mit Gudrun ein Verhältnis angefangen und wollte nicht.
Karsten, der damals 15 war, hatte sich aus dem Bunker geschlichen und sich mit dem Familienauto auf den Weg zu seiner Mutter gemacht.
Einer der Bewohner hatte ihn wegfahren sehen und Olaf benachrichtigt.
Nach einigem Hin und Her und einem Streit mit Gudrun hatte er sich eins der anderen Fahrzeuge genommen und war Karsten gefolgt.
Gudrun, die ihn nicht alleine fahren lassen wollte, begleitete ihn.
Sie holten Karsten erst am nächsten Tag ein, als er mit leergefahrenem Tank liegengeblieben war.
Olaf verpasste ihm eine Abreibung und zwang ihn, mit zurück zu fahren.
Als sie wieder beim Bunker ankamen, war der verschlossen und wurde nicht mehr geöffnet, egal wie sie flehten und bettelten.
Es dauerte einige Wochen, bis sie zufällig in Roth landeten und dort blieben.
Karsten hatte es einem Vater nie verziehen, dass er Miriam im Stich gelassen hatte und Gudrun hasste ihn bis aufs Blut, weil er dafür verantwortlich war, dass sie nicht ein bequemes und sorgenfreies Leben im Bunker führen konnten, sondern hier in Roth leben und schwer für ihren Unterhalt arbeiten mussten.
Lukas war im Bunker zurückgeblieben und bisher immer sicher gewesen.
Und nun war er tot.
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Kavure´i
 

Beitragvon Andiamos » 19.03.2016, 18:18

Hallo, ihr Schreiberlinge!
Ich finde leider nur am Wochenende genug Zeit, um den Fortgang eurer Geschichten in Ruhe lesen zu können.
Großen Respekt für euch! Tolle Geschichten!
Ich werde sie ausdrucken und sozusagen Bücher davon machen und diese zum Lesen weitergeben. Bin gespannt, wie ihr es löst, dass sich die Geschichten zu einer einzigen in Landsberg vereinen. :D
Macht bitte unbedingt weiter!!!

Liebe Grüße
Angelika
Andiamos
 

Beitragvon Paloma » 19.03.2016, 20:52

Möchte euch nur warnen. Ich habe soeben den letzten link angeklickt. Da sprang Gott sei Dank mein Virenprogramm an: Bedrohung blockiert. Seid bitte vorsichtig!

LG paloma
Paloma
 

Beitragvon Kavure´i » 19.03.2016, 21:20

Paloma

da ist wohl ein Spammer durchgerutscht.
Der hat 4 Beiträge reingesetzt und alle sind der gleiche Mist.
Ich denke, Angelika wird "motrile" löschen, sobald sie es sieht.

Angelika

mal schauen, wie es weitergeht. Ich warte jetzt auf den nächsten Beitrag von Mankei, dann seh ich weiter.
Noch sind mir die Ideen nicht ausgegangen.

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Beitragvon Mankei » 20.03.2016, 00:59

Erschöpft fiel ich mein Bett, was war das nur für ein Tag gewesen. Es wird lange dauern bis das Geschehene verarbeitet sein wird. Mehrmals als ich mit meinem Gewehr einen Menschen erschoss sah ich Uwe, Ralph, Rainer und die anderen wie sie neben mir sitzend mir die Kraft gaben all das zu ertragen. Ich wünsche mir so sehr das wir fortan ohne weitere Komplikationen leben können, wenn aber nicht dann wissen wir nun das wir auch in einem Kampf bestehen werden.
Morgen holen wir die anderen wieder zurück, ich vermisse Helga so sehr, außerdem ist sie es die diesmal nicht hier ist.

Ich schlief die ganze Nacht durch und gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Igling um wieder alle vereint zu sein. Alex fuhr mit Dieter im Auto, er kannte den Weg, ich ging die kurze Strecke auf einem Feldweg durch den Wald und genoss die herrliche Ruhe.
Dort angekommen rannte mir Helga schon von weitem entgegen, wir küssten und umarmten uns.

Für den späten Vormittag war eine Besprechung angesetzt worden, Alex, Astrid und Kerstin taten sehr geheimnisvoll. Helga und ich wollten eigentlich schwänzen, zu gerne wären wir nach draußen gegangen und für uns geblieben, Sergej erwischte uns aber genau in diesem Moment und Helgas bitten und betteln hatte keinen Erfolg.
So nahmen wir also Platz und hörten was so dringend besprochen werden musste.

Kerstin bedankte sich bei allen für die perfekte Verteidigung des Bunkers, allerdings stellte sie sofort die Frage nach ob wir jetzt denn sicher seien oder in Zukunft immer wieder mit solchen Angriffen konfrontiert werden. Niemand hatte darauf eine Antwort, jeder schaute jeden an und hoffte darauf das wir hier sicher sind. Schließlich standen Natascha und Sergej auf, sie sprachen uns ebenfalls großes Lob aus, gaben aber zu bedenken das der Standpunkt sicher auch anderen bekannt sei, gut hingegen ist das wir die Karte haben, laut ihren Informationen gibt es davon keine Kopien oder ähnliches, so sei es möglich das es Amirabs gibt die von diesem Bunker wissen, nicht aber genau wo, nur verlassen sollten wir uns darauf nicht.
Alex fragte nun die beiden ob wir denn auf die Hilfe Russlands hoffen können.
Sergej sagte das er und Natascha erst einmal wieder zu ihrem Stützpunkt müssten, bis dahin ist alles spekulativ. Natascha werde zwei unserer Bewohner im Umgang mit der Drohne schulen. Sergej machte sogleich den Vorschlag die Drohne erneut zu starten, er möchte wissen ob die vier Flugzeuge noch in Lagerlechfeld stehen und natürlich auch ob dort wieder neue Einheiten der Amirabs ankamen. Natascha machte sich sogleich an die Arbeit, Kerstin und Birgit „ihre zwei neuen Schülerinnen“ folgten ihr.

Die Zeit nutzten Helga und ich für einen Besuch bei Gerhard, er wollte Helga und das Kind untersuchen, erleichtert das alles in Ordnung war gingen wir nach oben um den schönen Tag zu genießen. Sergej rief uns hinterher, er möchte mit uns reden, Helga ahnte sofort schlechtes. Wir suchten uns einen ruhigen Platz, dann fing Sergej auch schon an.
Es liege ihm sehr am Herzen wieder seinen Stützpunkt zu erreichen, die vier Flugzeuge, falls sie noch da sind, kann er problemlos fliegen, er kannte diese Modelle aus seiner Ausbildung, durch geheimdienstliche Information lernten sie nahezu jedes Flugzeug der Nato zu fliegen.
Helga fragte was Sergej denn nun von uns will, aber mir war es sofort klar gewesen.
Dein Mann soll mich begleiten, er kennt sich hier in dieser Gegend am besten aus und ich vertraue ihm voll und ganz, außerdem wäre es gut wenn er mit mir nach Perpignan fliegen würde. Helga stand auf und protestierte energisch, er soll sich schon wieder in Gefahr begeben, meinst du nicht es reicht langsam, ich bin schwanger, denkt ihr auch mal an mich.
Sergej wurde nachdenklich, natürlich hast du recht aber, „nichts aber“ unterbrach ihn Helga und verließ wütend den Raum.

Natascha suchte uns, sie hatten die Drohne mittlerweile abgeschickt und war am Ziel angekommen, nirgends waren Menschen zu erkennen und die Transportflugzeuge standen noch an ihrem Platz.
Hilfst du uns fragte Sergej?
Natürlich antwortete ich, aber lasse es bitte mich Helga beibringen und schicke Alex zu mir.
Beide bedanken sich bei mir.

Eine halbe Stunde später traf ich Alex, er sollte eine Gruppe zusammen stellen die mit in die Kaserne kommt, mein Plan war das wir alles was irgendwie verwertbar ist mitnehmen.
Von den 22 LKW's seien einige sicher noch fahrbereit, man könnte alles darauf verladen und es zum Bunker bringen. Alex gefiel der Plan, lieber haben wir die Sachen als das sie es haben, er machte sich gleich daran nach Freiwilligen für das Unternehmen zu suchen.

Mein Weg führte mich anschließend zu Helga. Wir redeten lange über die momentane Situation, sie fühlte sich übergangen, hatte das Gefühl das ich nur noch an andere denke und nicht mehr an sie und das Kind, dazu kommt noch das es den Anschein hat als ob ich seit Ralphs Tod nur noch so viele wie möglich von den Amirabs töten wollte und dadurch in immer größere Gefahr komme.

Helga hatte recht mit ihren Vermutungen, auch ich bemerkte die Veränderungen an mir und ich habe mich daran gewöhnt, nein Helga das ist der falsche Ausdruck, ich liebe es sie zu töten, ohne irgendwelche Konsequenzen befürchten zu müssen, sie haben angefangen, ich sorge dafür das es ein Ende nimmt.
Helga fing an zu weinen, auch wenn es bedeutet das ich dir nicht mehr vertrauen kann, dass ich nicht mehr will das unser Kind so einen Vater hat!

Der Krieg verändert Menschen Helga, jeder reagiert anders und obwohl ich dich liebe, unser Kind liebe, denke ich ist es besser wenn wir uns trennen!

Ich stand auf nahm Helga in den Arm, küsste sie ein letztes mal und sagte leise „vergib mir“, dann drehte ich mich um und ging aus dem Zimmer.

Langsam nach oben gehend fing auch ich an zu weinen, ich hasste mich für meine Worte und wäre am liebsten zurück zu Helga gegangen aber es war aus, wir beide wussten es, so nahm ich kurz auf der Treppe Platz schrieb ein paar Zeilen und gab den Zettel oben angekommen an Alex weiter mit der bitte ihn erst heute Abend zu lesen. Sergej und Natascha merkten das etwas nicht stimmt fragten aber nicht danach.

An den LKW's angekommen durchsuchten wir sie erst noch, aber außer Leichen, ein paar MG's und Munition war nicht viel zu gebrauchen. Erwin der das erste mal in seinem Leben Tote sah rannte aufgedreht herum, wir müssen sie begraben, wir können sie doch nicht so liegen lassen.

Hier wird niemand begraben, hast du vergessen was sie vorhatten und bist du so naiv das du glaubst sie würden dich begraben, vergiss es und wach auf.
Sergej trat an mich heran, immer langsam, jeder verarbeitet solche Erfahrungen anders, gib ihm Zeit.
Vier LKW's waren noch fahrbereit, so machten wir uns auf den kurzen Weg nach Lagerlechfeld.
Dort angekommen war alles ruhig und nichts deutete darauf das hier noch jemand ist. Wir überprüften erst den gesamten Stützpunkt und nachdem wir niemanden fanden zeigte ich meinen Freunden den Keller wo der Nachschub steht, Natascha und Sergej überprüften die Flugzeuge.

Mein Weg führte mich zum Tower, mit einer großen Plane unter dem Arm die ich im Keller fand stieg ich die Treppen hoch und die Türe öffnend lag Uwe vor mir. Ich breitete die Plane aus, legte Uwe vorsichtig darauf ab, sammelte seine Finger und Zähne ein und verstaute sie in einer seiner Taschen, danach nahm ich etwas Schnur und band es so um Uwe herum das er nicht mehr sichtbar war. Ich schulterte ihn hoch und machte mich auf den Weg nach unten, ging dann über das Rollfeld bis zu einer Stelle die etwas erhöht einen schönen Überblick über die Kaserne freigab. Den Klappspaten aus meinem Rucksack nehmend fing ich an ein Grab zu schaufeln. Es dauerte lange bis es geschafft war, ich lies Uwe langsam ins Grab hinunter und schaufelte es zu. Ein paar Meter weiter fand ich zwei passende Holzstücke und mit dem Rest meiner Schnur fertigte ich daraus ein kleines Kreuz das ich vor Uwes Grab in den Boden rammte. Vieles ging mir durch den Kopf, aber wie ich es auch drehte und wendete, ich war schuld an Uwes Tod.

Sergej lief schreiend herum und suchte nach mir, er fand mich schließlich am Grab hockend.
Du hast Uwe begraben?
Das war ich ihm schuldig!
Natürlich.

Kommst du mit nach vorne, du wirst nicht glauben was wir in einem Zimmer gefunden haben.
Neugierig geworden zeigte mir Sergej mehrere Kisten die alle Flugabwehrraketenwerfer vom Typ Starburst samt Munition enthielten, ein toller Fund ergänzte Sergej mit leuchtenden Augen.
Da haben wir ja die Ursache für euren Abschuss oder Sergej.
Er nickte etwas traurig.

Wie sieht es mit den Flugzeugen aus, sind sie Einsatzbereit, kannst du eine von ihnen fliegen. Die Airbus wäre am besten geeignet, aber sie ist zu modern für mich, deshalb nehme wir eine der guten und bewährten Transall, Natascha macht gerade einige Checks, es sieht aber gut aus.

Rolf kam zu uns, sie hatten alles verladen und wollten zurück zum Bunker.
Ich bat sie noch etwas Wasser und Nahrung abzuladen, auch sollte ein Flugabwehrraketenwerfer und drei Raketen hier bleiben.
Warum fragte er erstaunt?
Weil ich es sage, basta!
Wortlos ging er zu einem der Laster, stellte ein paar Kisten Nahrung und Wasser auf den Boden, dann ging er zu einem der anderen Laster und legte eine große schwere Kiste daneben.
Als alle eingestiegen waren gab ich ihnen ein Zeichen das sie losfahren können.
Rolf und Karl fragten gleichzeitig was mit mir sei, ich soll mitkommen.
Kopfschüttelnd und mit den Händen auf eines der Flugzeuge zeigend erkannten sie das ich hierbleibe und fuhren los.
Du kommst also doch mit uns, sehr gut sagte Sergej.
Nein, ich bleibe hier, wollte nur den anderen nichts davon sagen.
Wie ist denn dein Plan?
Einen Plan gibt es nicht Sergej, ich werde nach Penzing gehen, dort war bis 2015 ein Lufttransportgeschwader stationiert, es ist ähnlich wie hier.
Du machst aber keine Dummheiten oder?
Heutzutage kann man nur Dummheiten begehen, es sei denn an lebt versteckt in einem Bunker!
Natascha kam zu uns, alles war erledigt, wir können los sagte sie.
Habt ihr die Karte?
Natürlich, Natascha holte sie aus der Tasche.
Gib sie mir bitte noch einmal, ich markiere für euch wo genau der Standort Penzing ist, vielleicht sehen wir uns ja mal wieder!
Meinen Kugelschreiber nehmend mahlte ich ziellos einen Kreis mitten in die Karte, doch in Wahrheit prägte ich mir den Ort ein wo die schwarze Flagge eingezeichnet war - „Füssen“.
Wir verabschiedeten uns lange, dann starteten sie die Motoren der Transall und rollten der Startbahn entgegen, ein lautes Aufbrausen und schon waren sie in der Luft.

Ich saß mitten im Rollfeld und grübelte über meine nächsten Aufgaben nach, ich war alleine, hätte mir das jemand vor ein paar Tagen gesagt, ich hätte ihn für verrückt erklärt.

Was soll ich nur machen, irgendwie war mein gesamter Antrieb weg, alles schien Aussichtslos.
Dachte ich wirklich ernsthaft daran nach Füssen zu fahren und dort eine, wie sagte Sergej, sehr große Einheit einfach der Reihe nach unbemerkt auszuschalten. Wie auch immer, ich wollte die Sachen wegbringen, dazu musste ich erst meinen treuen Begleiter holen, ich wusste ja wo sie Sergej stehen lies. Etwa sieben Kilometer später stand meine Quickly noch immer da, nach dem zweiten Versuch sprang sie an und sofort ging es wieder Richtung Kaserne. Einen Blick zurück an meine alte Heimat konnte ich mir nicht verkneifen.
Voller Schuldgefühle hoffte ich das es Helga und „ihrem“ Kind gut geht!

Bevor ich nach Penzing wollte durchsuchte ich nochmals die Kaserne, der Geruch im ersten Teil des Gebäudes führte erneut dazu das ich mich übergeben musste, ein paar Zimmer weiter fand ich neue Leichen, sie verdankten mir ihren Tod, es wunderte mich nicht das sie auch mit ihresgleichen so umgehen. Der zweite Wohnkomplex war leergeräumt, bis auf die Leiche des Colonels war nichts mehr zu finden. Ich verstaute meine Sachen was nicht einfach war und fuhr nach Penzing das nur etwa zwölf Kilometer entfernt war.

In Penzing angekommen führte eine breite Straße zur Kaserne, wie oft war ich hier und schaute den Transall bei ihrem Abflug zu, bei einem Tag der offenen Türe durfte ich einmal in einem Hubschrauber mitfliegen. Durch den mittlerweile kaputten Zaun fahrend stellte ich die Quickly geschützt unter Bäumen in Deckung, mit einigen Tannenzweigen schützte ich meine andere wertvolle Fracht nachdem ich zuvor noch etwas Wasser und Nahrung heraus nahm. Wie in Lagerlechfeld ging ich in den Tower, von dort hatte man den perfekten Rundumblick. Die untere Türe war verschlossen, ein gutes Zeichen, sie hielt meinen kräftigen Schlägen nicht lange stand, ebenso die Türe in den Kontrollraum. Es roch nach – hier war lange niemand mehr – ein Fenster öffnend sorgte für Besserung. Ich hatte Hunger, Durst und war schrecklich müde. Nach einem Liter Wasser, zwei MRE's und einer Nachspeise holte mich der Schlaf ein.

Seit fünf Tagen bin ich nun hier und habe mich gut erholt, heute ist der Tag an dem ich nach Altenstadt fahren will, wenn man innerlich zur Ruhe kommt und alles was in den letzten Wochen so passierte einigermaßen verarbeitet hat dann trifft man auch wieder klare Entscheidungen.
Irgendwann fiel mir der T5 ein, wir hatten ihn damals in Altenstadt zurück gelassen um die ganzen Sachen mit LKW's zu transportieren. Mit etwas Glück steht er noch da, ein kalkulierbares Risiko für mich, die Quickly ist toll gegen einen geräumigen T5 hat sie jedoch keine Chance. Die letzten beiden Tage verbrachte ich unter anderem damit mein Waffenarsenal zu überprüfen und reinigen. Für einen einzelnen nicht gerade wenig. Penibel schrieb ich alles auf:
2x WSS-Wintores (Sergej gab mir seine bei unserer Verabschiedung)
47x Magazine a 10 Schuss
2x Pistole P12
16x Magazine a 12 Schuss
1x Maschinenpistole (unbekannter Typ, vielleicht USA)
4x Magazine a 20 Schuss
7x Magazine a 40 Schuss
1x Flugabwehrraketenwerfer
3x Raketen
1x Messer lang
1x Messer kurz
1x Klappmesser
Schlechter schaut es bei meiner Verpflegung aus.
2x Kartons MRE's (24 Portionen pro Karton)
12 Liter Wasser
Wasser ist eigentlich kein Problem, der Lech ist nicht weit entfernt, wenn ich das Wasser abkoche ist es trinkfähig, Nahrung wird ein Problem werden, Fallen stellen und Angeln sind Möglichkeiten aber meine Erfahrung so etwas zu machen ist gleich Null. Lachend kam mir die Idee zum Bunker zu gehen, dort anklopfen, Nahrung holen und wieder gehen, ich stellte mir ihre Gesichter vor und musste noch mehr lachen. Wie es wohl den anderen geht, Helga, ihrem Kind. Egal, das war ein anderes Leben.

Langsam wird der Sprit der Quickly knapp, bis Altenstadt reicht es wahrscheinlich noch, aber dann?
Autos liegen genügend herum, aber keine Ahnung wie ich an 1:25 Kraftstoff kommen soll.
Als die Sonne am untergehen war versteckte ich mein gesamtes Hab und Gut am Ende der Startbahn, ein Hügel hinter einem Hügel war perfekt geeignet um in der Mulde meine Sachen zu verstecken. Die WSS-Wintores, eine Pistole, jeweils drei Magazine und zwei Messer sollten mich auf meiner Fahrt begleiten. Ohne Licht fahrend ging es ohne Probleme voran und nach knapp einer Stunde kam ich in Altenstadt an. Es war eine dieser dunklen Nächte und eigentlich sollte mein erster Weg das Lager der Amirabs sein, vielleicht liegt dort noch etwas Nahrung in einem der Zelte versteckt. Die Straßenkreuzung die zu dem Lager führt dient auch als Abzweigung zur Kaserne, dort liegen Ralph und Stefan, wie ein Magnet zog es mich dorthin. Es dauerte nicht lange und ich stand vor dem Grab meiner Freunde, alles um mich vergessend nahm ich Platz.

„Irgendwann kommt der Punkt da schaut man zurück, auf eine Zeit wo alles noch normal war und merkt dann, dass es der Moment war an dem Grenzen überschritten wurden und das normale Leben zerstört wurde und ein neues begann. Nichts hat sich über Jahrtausende verbessert, Menschen töten, belügen, betrügen, bestehlen andere Menschen nur für ihren Vorteil. Ob es lebenswert ist in einer solchen Zeit zu leben sei dahingestellt. Die wirklich wichtigen Entscheidungen im Leben werden nicht mit dem Gehirn getroffen sondern mit dem Herzen“. Nach über zwei Stunden in denen ich nur wirres Zeug dachte kam ich wieder zurück in die Realität.

Als es hell wurde wachte ich neben dem Grab meiner Freunde auf, mir war kalt und ich hatte Hunger und Durst. An meiner Quickly angekommen wollte ich eigentlich ins Lager der Amirabs zurück fahren, aber nach einigen Meter ging sie aus, der Tank war leer und so ging es zu Fuß weiter.
Hoffend darauf bald im Lager anzukommen und dort den T5 anzutreffen marschierte ich ohne Pausen. Den Panda und Mercedes Kastenwagen, sie standen beide leer am Bunker hatten wir damals benutzt bis sie ihren Dienst verweigerten, den T5 sollte dieses Schicksal, alleine schon weil er ein Dieselfahrzeug war nicht ereilen. Eine offensichtliche Abkürzung nehmend über einen langen Hügel führte mich alsbald zum Lager. Nichts hatte sich verändert, alles schien so wie bei unserer ersten Ankunft. Langsam näher kommend stand ich auch schon am ersten Zelt, leer, ebenso die anderen, es gab nichts was mit hätte helfen können meinen Hunger und Durst zu besiegen.
Wo ist das Auto, wir hatten es damals einfach hier stehen gelassen, anscheinend haben es die Amirabs mitgenommen, jedenfalls ist somit meine Mobilität stark eingeschränkt, also ging es weiter zu Fuß. Zurück nach Altenstadt gehend in der Hoffnung ein Auto, Nahrung und Wasser zu finden durchsuchte ich jedes Haus, jede Garage danach, allerdings ohne Erfolg.
Richtung Hohenfurch gehend sah ich plötzlich etwas vertrautes, einen dunkelblauen VW T5, konnte das wirklich sein und wieso steht er hier. Als ich ankam wurde er untersucht und tatsächlich es war unser requirierter T5, er sprang sofort an, der Tank war halb voll, meine Stimmung änderte sich blitzartig. Ich wollte sofort nach Penzing zurück fahren, die Vorfreude auf Essen und Trinken war beachtlich, doch während ich wendete sah ich durch Zufall erneut etwas das mir vertraut vorkam. In einer Mulde wehte eine Jacke hin und her die ich kannte, ich zitterte am ganzen Körper und an der Stelle ankommend sah ich sie, Rainer, Kurt und Hans, sie wurden offensichtlich dort abgelegt um hier begraben zu werden. Zusammensackend neben meinen Freunden merkte ich wie mir alles zu viel wurde, erneut durfte ich drei meiner Freunde begraben mit deren Tod ich irgendwie schon abgeschlossen hatte, sie jetzt da liegen zu sehen zerrte sehr an mir, riss alte Wunden wieder auf. Nachdem ich in einem Haus eine Schaufel fand begrub ich Rainer, Kurt und Hans, ein kleines Kreuz machend und ihre Namen einritzend verließ ich nach über einer Stunde diesen Ort.

Wieder in Penzing galt es nun ein passendes Versteck für den T5 zu finden, die kleinste Flugzeughalle nehmend und schon war er ebenso wie die Quickly untergebracht. Bisher wurden die Flugzeughallen nicht von mir durchsucht, allerdings lagen hier einige Werkzeuge, Schweißgeräte und andere Sachen herum, ich wollte mich aber erst morgen darum kümmern, Hunger und Durst mussten zuerst gestillt werden.

Wieder sind vier Tage vergangen und es hat sich einiges getan, die drei Flugzeughallen lieferten mir einige nützliche Dinge, sogar ein Hubschrauber ist nun mein eigen, eine alte Bell UH1, sie ist sicherlich Flugunfähig aber schön anzusehen. Überrascht haben mich die vielen Werkzeuge hier, warum die nicht mitgenommen wurden ist mehr als komisch, mir aber recht. Zweimal ging ich auf Dieselsuche und hatte jedes mal Erfolg, der Tank ist voll und eine 200 Liter Tonne ist nahezu zur Hälfte gefüllt. Natürlich schaute ich so ganz zufällig bei jeder Ausfahrt auch am Bunker vorbei, aber alles war ruhig und nichts deutete auf ungebetene Gäste hin. Ein immer größer werdendes Problem betrifft meinen Nahrungsvorrat, egal wo ich auch schaue, nichts ist zu finden.
Sergej und Natascha fehlen mir, wahrscheinlich sind sie aber längst schon wieder wo anders im Einsatz. Meine Einsamkeit macht mich oft traurig und immer öfters suche ich den Sinn hinter meinem Handeln.

Donner über mir, sofort nach oben schauend sah ich zwei Flugzeuge, eine schwenkte in meine Richtung, sie setzte zur Landung an. Verdammt schrie ich laut, nahm meine Waffen und rannte sofort nach unten, da es Nacht war gelang es mir dieses mal unbemerkt den Tower zu verlassen.
Dort wo meine anderen Waffen vergraben waren suchte ich Zuflucht, den Flugabwehrraketenwerfer nehmend visierte ich das Ziel an, war es Freund oder Feind.
Meine Entscheidung fiel auf abwarten, vielleicht ist es Sergej oder jemand aus seiner Einheit.
Die Maschine landete und durch mein Nachtsichtgerät sah ich das sechs Menschen ausstiegen und in den Gebäudekomplex liefen, was sie dort wollten entzog sich natürlich meiner Kenntnis, anhand ihrer unterschiedlichen Uniformen war es aber klar für mich das es Amirabs sind. Die andere Maschine war nicht mehr sichtbar, wo sie hinflog konnte ich nur erahnen, wahrscheinlich Lagerlechfeld. Alle sechs kamen zurück und nun da sie im Licht des Flugzeuges standen konnte ich sie mit dem Zielfernrohr der WSS-Wintores genau sehen, es waren Amirabs. Sie stiegen wieder ein, die Maschine drehte und beschleunigte, gerade als sie am Ende der Startbahn hochzog drückte ich den Auslöser, ein lauter Knall, das Flugzeug ging in Flammen auf und stürzte ab, überall war Feuer.
Ich ging zurück in den Tower, von dort oben war es mir besser möglich die Absturzstelle zu beobachten. Es hatte sicherlich niemand überlebt, morgen, sobald es hell wird wollte ich nachschauen gehen.

Lachend hoffte ich noch etwas Nahrung zu finden.

Gerade einschlafend hörte ich sie gerade noch, die zweite Maschine war zurück, sie war im Begriff zu landen, schnell die Rakete nachladend und sofort auf sie schießend erging es ihr nicht besser als ihrem Vorgänger. Pech hatte ich nur das die Maschine schon zu nah war, es regnete teils brennende Teile auf die Landebahn. Mit meinem Gewehr im Anschlag überschaute ich den Platz, niemand hatte anscheinend überlebt. Nach über einer Stunde voller Anspannung schlief ich ein.

Am morgen aufwachend stand die Sonne schon hoch und der Umstand das ich noch lebte war mir ein Beweis das niemand überlebte. Den Rumpf der zweiten Maschine konnte ich schnell zu Fuß erreichen, es roch nach allem möglichen, Kerosin, Gummi und nach gegrilltem Fleisch. In diesem Flugzeug waren 8 Menschen, zwei im Cockpit, die anderen auf Sitzbänken im Laderaum, nichts brauchbares für mich alles war verbrannt.
Den T5 startend fuhr ich zur anderen Maschine, auch in diesem Flugzeug waren acht Tote, zumindest Teile von ihnen aber eben sonst nichts was mir weiter helfen könnte. Penzing war nicht mehr sicher für mich, also sammelte ich alles ein und verstaute es im T5, angefangen bei meiner Quickly, Reservediesel, Werkzeug, Wasser, Nahrung und natürlich allen Waffen.

Aber wohin, der Bunker war eine Möglichkeit, aber keine gute, das Schloss in Igling wäre eine Option, meine Wahl fiel aber auf Lagerlechfeld, wenn schon denn schon, mitten rein ins Geschehen. Meine ehemaligen Freunde wollte ich aber von dem Vorfall der letzten Nacht informieren, ich schrieb einen Zettel und legte ihn vor die Bunkertüre, danach noch zum ersten Mikrofon gehend und dort mehrmals ein Codewort gesagt das ich Alex damals neben anderen Anweisungen auf den Zettel schrieb, dann fuhr ich auch schon nach Lechfeld.

Auf der Fahrt dorthin dachte ich darüber nach ob es überhaupt irgendwann mit diesen Amirabs aufhören würde. Außer Landsberg erfuhren wir damals anhand der Karte noch von fünf weiteren Orten die nicht besetzt sind, wenn es nur eine Möglichkeit geben würde in Kontakt mit ihnen zu kommen, es würde vieles einfacher machen und wir könnten zusammen gegen die Amirabs kämpfen.
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Beitragvon Pleitegeier » 21.03.2016, 14:26

Hallo Tagebuch!
Man nennt mich Charly und das ich so geworden bin wie ich bin hat mit meinem Freiheitsdrang zu tun und doch auch Heimatverbundenheit.
Ich habe keine Krankenkasse und auch kein Konto.
Rauche und trinke Bier und bin in der Feuerwehr in unserem Markt.

Die letzten Tage waren einige von unserer noch bestehenden Mannschaft damit beschäftigt Tote zu verbrennen und Wohnungen und Häuser zu durchsuchen nach Lebensmittel.
Aber auch Decken und Kerzen wurden von uns in den alten Brauereikeller geschafft der im 2 Weltkrieg als Bunker genutzt wurde.
Zu den Toten zählten meist Alte Menschen und nur vereinzelt Junge welche sich das Leben genommen haben.

Ausgelöst wurde das ganze vom Zusammenbruch der Infrastruktur.
Keine öffentlichen Verkehrsmittel aber auch kein Strom,Wasser,Telefon-Heizung.
Lebensmittel waren nach kurzer Zeit auch aus den Läden verschwunden.

Den ersten Tag wurde noch einigermaßen Diszipliniert versucht ein zu kaufen was aber schnell in Chaos mündete und Gewalt.
Ausgelöst wurde dies durch Neubürger welche aus anderen Kulturkreisen bei uns gestrandet sind.

Die Stimmung in der Bevölkerung war bereits seit einem Jahr gespalten und die meisten mieden die Innenstadt wo immer mehr Fremdherrschaft übernahm oder Gewalt zunahm auf beiden Seiten.

Unser Ort wurde besonders im Sommer bereichert von Dunkelhäutigen Männern die mit Röntgenblick alles Weibliche musterten und auch vor übergriffen kaum ab zu halten waren.

In den Medien wurde meist alles als Gut dargestellt und wie toll Integration stattfindet.
Verbrechen wurden verharmlost.
Vor einem Monat war eine Bombendrohung im Einkaufszentrum der Stadt eingegangen und keiner der dort Angestellten wurden informiert.
Mehrere waren lediglich verwundert weil sehr wenig Besucher in Center unterwegs waren.
Erst Tage später sickerte die Gefahr durch wo Besucher durch Sicherheitskräfte gehindert wurden das Gebäude zu betreten wegen Baumaßnahmen.
Von da an war jeder sehr angespannt und viele auch Ängstlich und einige machten Krank und blieben der Arbeit unentschuldigt fern.
Diebställe fanden im großen Stiel statt doch festgenommen wurde keiner.
Gruppen von vollverschleierten wussten bestens Bescheid wie sie sich zu verhalten haben das keiner sich getraute sie an zu fassen oder zu durchsuchen.
Wer es Anfangs versucht hatte wurde seinem Posten enthoben oder als Rechtsradikaler abgestempelt in den Medien

Die Bürger lernten ihr Maul zu halten und vieles wurde erduldet.

Unser aller Leben veränderte sich schlagartig und mit dem Wegfall der Visapflicht der Türkei kam es zum sprunghaften Anstieg von Kriminalität was uns zwang eine Bürgerwehr zu gründen, heimlich und im Untergrund agierend.

Das machte unseren Ort immer mehr uninteressant für Fremde und einige dieser Geschöpfe mussten wir wegen schwerer Delikte welche diese verübt haben mit einem unauffälligen Verschwinden anden.

Unmerklich wurde unsere Rechtstattlichkeit immer mehr ausgehebelt und durch Ortsregeln ersetzt.

Das ganze geschah unter den schlafenden Augen unserer Studenten und wurde durch Einheimische gesteuert.

Bis zu diesem Tag X war dem dümmsten Klar das uns alle was Schreckliches erwartet und nur einige wenige bereiteten sich vor.
Deshalb sind heute von 500 Bürgern noch ca. 80 im Ortskern zu finden welche aber bestens sich von der Öffentlichkeit fernhalten.

Wie lange wir noch durchhalten und ob einige Überleben weiß ich nicht da wir alle von Nachrichten und sonstiger Infoquellen Großteils abgeschnitten sind.

Da ich mir selbst ein Bild machen konnte über den Zustand unserer Stadt ist meine Sorge groß das der Rest der Überlebenden im Landkreis evtl. einem Atomunfall oder sogar Bombe zum Opfer werden.

Ich versuche das ganze Nüchtern zu sehen und meine Zeit ist so sehr ausgefüllt das mir wenig Zeit bleibt Nach zu denken.

In den fast 50 Lebensjahren habe ich nicht so viele Häuser von Innen gesehen wie in den letzten Wochen.
Manch Sessel und Bier habe ich darin genossen.
Die meisten waren aufgeräumt als währen die Besitzer nur in den Urlaub gefahren und wenige waren in Unordnung verlassen vorgefunden worden.

Nun sitze ich in der Wohnung von Menschen die erst vor 7 Jahren in unseren Ort gezogen sind und zu Freunden geworden waren.
Oft haben wir uns ausgetauscht und so manchen Euro konnte ich mir bei den beiden verdienen da ihre Schwerbehinderung deren Leistungen seht eingeschränkt hatten.

Tage waren vergangen wo ich mit Markus eine Mieterin und deren Katzen Tot gefunden und durch das Haus geschafft habe um diese dann am Straßenrand ab zu legen.

Nun sitze ich am Esszimmertisch und schreibe meine Gedanken auf.

Dabei betrachte ich Markus der vermeintlich tief schlafend in seinem Schlafsack liegt mit zwei Insulinspritzen neben sich liegend.
Daneben liegen Blätter teils beschrieben und teils leer.

Buch ich werde die Blätter lesen und Dir beilegen.
Tränen habe ich keine mehr den zu viel haben meine Augen gesehen und meine Ohren gehört.

Schreckliche Gerüche musste meine Nase vertragen.

Mit meinem Abschied von Markus und seinen Zeilen werde ich Dich Tagebuch dort vergraben wo ich die Familie das erste mal getroffen habe und manches Bier gemeinsam getrunken wurde.

Was aus mir wird braucht keinen Interessieren den auch ich bin längst Krank und habe meinen Schritt in meine ganz eigene Freiheit nie bereut.
Obwohl ich kaum aus diesem Ort herausgekommen bin habe ich oft einen paradiesischen Augenblick gehabt.
Eine große Familie hatte mich umgeben und mein Urvertrauen geleitet.

Mein Wunsch währe das nach einer Reinigung die übriggebliebenen zu neuen alten Werten zurückfinden und sich eine Gemeinschaft entwickelt voller Respekt und Liebe.

Doch dahin ist noch ein weiter Weg und vielleicht werde ich selbst mich in weiter entfernten Ortschaften umsehen und eine neue Heimat finden in der ich in frieden Sterben kann so Gott will.

TUT DAS WAS IHR TUN MÜSST!
Pleitegeier
 

 


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