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Die neue Welt

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Re: Die neue Welt

Beitragvon Pleitegeier » 22.03.2016, 17:06

HALLO IHR ERWACHTEN ÜBERLEBENDEN!

ICH GEBE AUF!

KEINE MEDIKAMENTE MEHR
KEIN SAUBERES WASSER
VIELE TOTE
ZERSTÖRTE GEBÄUDE
KEINE BEFAHRBARE STRASSEN IN DER STADT WEIL VOLLER KAPUTTER FAHRZEUGE UND MÜLL

WIR WURDEN JAHRELANG BELOGEN UND AUSGENOMMEN
ZUGERNE HÄTTE ICH EINE EIGENE FAMILIE GEGRÜNDET DOCH ICH WOLLTE SELBST DAFÜR SORGEN UND DAS SISTEM NAHM MICH NUR NOCH AUS

ABENDLAND-MORGENLAND ZWEI WORTE DIE GEGENSÄTZLICHER NICHT SEIN KONNTEN UND KEINER WAHRNEHMEN WOLLTE

MENSCHEN DESSEN WERTE UND KULTUR UNSERE GEWACHSENEN ERKÄPFTEN WERTE ZERSTÖREN

KONZERNE DIE DIE MENSCHHEIT VERSKLAVEN WOLLEN UND NATIONEN ZERSTÖREN

KEINE MACHT ZUM NUTZEN DER MENSCHHEIT
MACHT ZUM NUTZEN DER MEGAREICHEN

BEWUSSTES ZERSTÖREN VON FAMILIEN

VERMISCHUNG VON GESCHLECHTERN
SODOMM UND GOMORRA ALS VORBILD IN DER POLITIK

KINDERSCHÄNDER IN DEN CHEFETAGEN

VERSCHLEIERN VERTUSCHEN UND GROSSZÜGIGES SICH SELBST BELOHNEN

DAS ALLES VOR MEINEN AUGEN ABER TROTZ WARNUNG WOLLTE ICH NICHTS WISSEN ODER GAR GLAUBEN

ICH WURDE ZUM TEIL DIESES SISTEMS

ICH LEBTE IN MEINEM TRAUM

ICH NAHM TSCHERNOBIL UND DIE GEFAHR WELCHE AUCH UNS ALS FAMILIE BETROFFEN HAT NICHT WAHR

MEDIEN UND BESONDERS VERBLÖDUNGSSENDER TATEN IHR ÜBRIGES DAZU

ICH HABE LUNGENKREBS UND MEIN ARZT WAR RATLOS WEIL ICH KEIN RAUCHER WAR

MEINE ELTERN WAREN LANGE ZEIT EBENFALLS SCHWER KRANK ABER WAREN ÜBERZEUGT ZU WISSEN WOHER SICH DIE KÖRPERLICHE VERÄNDERUNG IN DIESE RICHTUNG ENTWICKELT HAT

WARUM WOLLTE ICH NICHT SEHEN
WARUM KONNTE ICH NICHT HÖREN

WARUM HILT MICH DAS HAMSTERRAD GEFANGEN
WARUM MACHEN MENSCHEN MENSCHEN ZUM ZWECKOBJEKT

WARUM WURDE GELD DIE GRÖSSTE RELIGION UND WAFFEN IHRE DRUCKMASCHINE

HIER BRECHE ICH NUN AB DEN AUF DIESER WELT FINDE ICH KEINEN FRIEDEN MEHR

AUF DIESER WELT WURDE MEIN VERTRAUEN AN DIE OBRIGKEIT ZERSTÖRT

DIESE WELT LÄCHZT NACH EINER WELTREGIERUNG UND KÜNSTLICHER NAHRUNG
NACH SKLAVEREI UND UNTERDRÜCKUNG UND KANN NUR DURCH EINE NOCH HÖHERE MACHT VON DIESEN SATANISTEN BEFREIT WERDEN

DIESE WELT BRAUCHT EINE GRUNDSÄTZLICHE ERNEUERUNG WO DER MENSCH TIER UND UMWELT IM METTELPUNKT STEHEN

KLEINE SELBSTÄNDIGE BEREICHE WELCHE FRIEDLICH MITEINANDER UMGEHEN

EINE NEU ORIENTIERUNG WIEDER HIN ZU FAMILIEN

JA ICH BIN ÜBERZEUGT DAS ALLES DEKADENTE WEG MUSS UND WERTE WELCHE EIN FRIEDLICHES MITEINANDER HERVORBRINGEN GANZ NEU ENTSTEHEN MUSS

DIE REINIGUNG HAT BEGONNEN UND ICH GEHE IN FRIEDEN MIT DEM WISSEN DAS SICH DIE WELT ERNEUERT ABER NUR MIT VIELEN OPFERN DIES GESCHIEHT UND AUCH KEIN NOCH SO REICHER VERSCHONT WERDEN WIRD

NUR DIE EIGENE KRAFT UND EINSICHT DIESE WANDLUNG ZU GEHEN KANN EUCH ALLE EINEN DAUERHAFTEN FRIEDEN SICHERN

DIE GRENZE DES MACHBAREN HABT IHR ALLE ÜBRSCHRITTEN

ES WIRD ZEIT NEUE GRENZEN ZU ZIEHEN ZUM WOHLE EUCH ALLER

GOTT SCHÜTZE UND BEGLEITE EUCH UND TREIBT DAS BÖSE AUS DIESER WELT

CHARLY DANKE DAS ICH DICH KENNENLERNEN DURFTE
DANKE FÜR DEIN VERTRAUEN UND DEINEN MUT DEIN LEBEN VERÄNDERT ZU HABEN

DU WURDEST WACH NACHDEM DU EXTREMEN MISSBRAUCH AN KINDERN ERLEBEN MUSSTEST

ICH HABE DER WELT DER MEDIEN MEHR GEGLAUBT ALS MEINEN ELTERN UND DEINER GESCHICHTE

VERZEIHT MIR
DER TEUFEL HATTE DIE GEWALT AUF ERDEN ÜBERNOMMEN UND DIESE ZEIT ENDET NUN

VERTRAUT DARAUF UND BETET

ICH HEISSE MARKUS UND HABE IN EINEM TRAUM GELEBT DEN ES NIE GAB UND DAS VIELE JAHRE LANG
Pleitegeier
 

Beitragvon Kavure´i » 23.03.2016, 02:55

In Roth herrschte der Ausnahmezustand.
Alle Kinder und Nichtkombattanten waren auf dem Kasernengelände untergebracht worden.
Die Zelte waren überfüllt, da ja noch die etwa 360 Befreiten dort untergebracht waren.
Soldaten und Zivilisten bauten Armeezelte auf und die von uns mitgebrachten Feldbetten kamen gleich zum Einsatz.
Da bisher überwiegend die näher gelegenen Ortschaften Kiliansdorf, Belmbrach und Obersteinbach wiederbesiedelt worden waren, weil sie der Kaserne am nächsten lagen, wurden zuerst die weiter entfernt wohnenden Menschen evakuiert. Dann nach und nach die Anderen.
Alles lief ruhig und geordnet ab.
"Wir haben das schon einige Male geübt." erklärte uns Armin.
Am Abend waren alle Bewohner in der relativen Sicherheit des Kasernengeländes untergebracht. 4000 reguläre Soldaten und in etwa noch einmal so viele Bürger.
Davon war gut die Hälfte bewaffnet und kampffähig.

Kolping hatte gleich nach dem Verhör von Jamil Späher ausgeschickt. Sie waren auf Mountainbikes unterwegs, weil Motorräder und Autos zu viel Lärm machten.
Die Späher waren trainiert und würden im Fall dass sie entdeckt würden, ihre Verfolger in den weglosen Wäldern leicht abhängen können.
Da nicht bekannt war, aus welcher Richtung die Angreifer kommen würden, waren die Kundschafter Richtung Nürnberg, München, Stuttgart und Regensburg geschickt worden.
Da anzunehmen war, dass die Angreifer entweder auf Autobahnen oder Bundesstraßen unterwegs sein würden, sollten sie das Hauptaugenmerk auf diese haben.
Es war zwar nicht ganz ausgeschlossen, dass sie sich auf Nebenstrecken anpirschen könnten, aber eher unwahrscheinlich, da sie doch erhebliche Mengen an Menschen und Material zu transportieren hatten.
Und wie die Beschaffenheit der nachrangigen Straßen und Wege war, hatten wir ja schon selber zur Genüge austesten dürfen.

Das Warten begann.

Sonja und Oleg schlugen vor, noch ein weiteres Mal nach Neundorf zu fliegen um den Treibstoff zu holen.
Kolping war zuerst nicht einverstanden, aber Oleg meinte, sie könnten auch gleich Luftaufklärung machen. Sollten sie einen Konvoi entdecken, wären sie schnell wieder zurück.
Nachdem wir in Neundorf die Luftabwehrraketen gefunden hatten, war klar, dass die Arabs von den Russen wussten, den Vorteil der Überraschung schien es nicht mehr zu geben.

Mir wollte nicht aus dem Kopf gehen, dass Jamil von 300 bis 400 Sklaven gesprochen hatte, wir aber nur die 148 Frauen und Kinder vorgefunden hatten.
Bisher waren seine Angaben sehr präzise gewesen, seien sie aus Angst oder aus Prahlsucht gemacht worden.
Ich beschloss, mich mit einigen der Befreiten zu unterhalten. Wir hatten zwar festgestellt, dass die Gefangenen wenig oder keine Informationen über das Tun und Lassen ihrer Peiniger hatten, aber vielleicht hatte doch jemand etwas mitbekommen, was uns helfen könnte.
Unterwegs zu den Zelten traf ich auf Miriam, der ich meine Gedanken schilderte. Sie runzelte die Stirn und nach einigem Überlegen pflichtete sie mir bei.
Sie beschloss mich zu begleiten.
Im ersten Zelt fanden wir die Befreiten von Schwabach vor. Im zweiten Bewohner von Belmbrach. Erst im dritten Zelt waren wir richtig und ich entdeckte auch gleich Susanne und ging zu ihr hin.
"Wir müssen mit dir und den Anderen reden." sagte ich zu ihr.
"Worum geht es?" wollte sie wissen.
Wir ließen uns auf gegenüberstehenden Feldbetten nieder und wir erzählten ihr von Jamil und seiner Aussage, dass mehr als die doppelte Anzahl an Sklaven in Neunheim untergebracht wären.
"Bis vor 10 Tagen hatte er damit auch Recht, da wurden die Männer von einer Gruppe Amis abgeholt. Die machen immer wieder Raubzüge in die Umgebung. Und die Sklaven nehmen sie mit, um das Beutegut nicht selber schleppen und aufladen zu müssen. Wenn nicht genügend Männer zur Verfügung stehen, nehmen sie auch Frauen und ältere Kinder dafür her."
"Wie viele Männer sind das gewesen?"
"Nicht ganz zweihundert."
"Du weißt nicht zufällig, wo sie hin sind?"
"Nein, leider nicht."
"Mist!"
Eine der anderen Frauen, die in der Nähe auf ihrem Bett saß, stand auf und kam herüber.
"Sie sprachen von Stuttgart, Reutlingen und Schwäbisch Gmünd. Dort haben anscheinend ihre muslimischen Freunde das Beutegut der Umgebung gelagert. Sie plündern die Museen, Galerien, Kunstsammlungen, Antiquitätenläden, Schlösser, Burgen und natürlich die Privathäuser.
Sie haben Experten, die diese Schätze klassifizieren und sortieren. Es gibt Listen mit Bestellungen von Sammlern und Liebhabern. Anhand von Bildern und Beschreibungen suchen sie die gewünschten Artikel heraus. Die Sklaven müssen sie zusammenstellen und verpacken. Die meisten Kunstgegenstände und Antiquitäten gehen in die USA. Soweit ich mitbekommen haben, sind unter den Bestellern auch Museen."
"Das ist sicherlich ein Millionengeschäft." mutmaßte ich. "Woher weißt du so detailliert Bescheid darüber?"
"Ich habe schon oft beim Verpacken und Verstauen helfen müssen, und sie unterhalten sich ungeniert darüber. Wir Sklaven existieren für sie gar nicht wenn sie uns nicht gerade schikanieren oder vergewaltigen. Und sie sprechen ja Englisch."
Das war ein ganz neuer Aspekt. Deutschland wurde also systematisch ausgeplündert. Wie schon einmal, nach dem zweiten Weltkrieg.
Nur dass es dieses Mal in noch weitaus größerem Stil geschah als damals.
"Werden sie die Männer zurückbringen?"
"Ja, bis sie sie das nächste Mal brauchen. Lange wird es nicht mehr dauern."
"Wir müssen sie abfangen. Wenn sie die Toten finden, dann sind sie gewarnt. Lass uns mit Kolping darüber reden."
Wir trafen den General auf dem Weg zu einer Besprechung. Der Einfachheit halber lud er uns ein, an ihr teilzunehmen und unser Anliegen dort vorzutragen. Das würde Zeit sparen.
Zuerst ging es um die Versorgung der vielen Menschen. Es wurden Arbeitsdienste eingerichtet, die Verteidigung wurde organisiert. Die Zufahrten wurden mit Panzersperren und Stacheldraht abgesperrt, Barrieren aufgebaut.
Die Nutztiere wurden auf eine Lichtung im Wald gebracht und dort bewacht.
Dann erzählten wir, was wir erfahren hatten.
Oleg und Sonja beschlossen, ein weiteres Mal nach Neunheim zu fliegen. Zwei der Hubschrauber wurden mit Fässern und Kanistern beladen. Außer den Besatzungen und uns nahmen sie nur 50 Soldaten mit.
Susanne und Nina hatten versichert, es würden nur die fünf bis sechs Fahrer bei den Sklaventransporten dabei sein. Allerhöchstens wären noch zwei oder drei weitere Bewaffnete dabei. Die Männer wären ja angekettet und würden dann unter Bewachung wieder in die Halle getrieben werden.
Aller Wahrscheinlichkeit nach würden wir sie eh verpassen.
Die Russen beschlossen, noch am gleichen Tag zu fliegen. Eine halbe Stunde hin, etwa drei Stunden Treibstoff abfüllen, eine halbe Stunde retour.
Wir würden noch vor Dunkelwerden zurück sein.
Auf die Rückkehr der Männer konnten und wollten wir nicht warten, da wir in der Kaserne gebraucht wurden.

Eine halbe Stunde später waren wir in der Luft. Dieses Mal wollten wir direkt bis an die Tankstelle fliegen, die Behälter ausladen, füllen und wieder einladen.
Sobald ein Laderaum voll war, sollte für den nächsten Hubschrauber Platz gemacht werden.

Kurz nach Mittag kam Neunheim in Sicht. Und wie es der Teufel wollte, fuhren in diesem Moment vier Truppentransporter auf der A 7 Richtung Abzweig Ellwangen.
Sie hörten natürlich den Fluglärm, die Fahrzeuge hielten an und die Fahrer stiegen aus.
Ohne lange zu zögern eröffneten sie das Feuer auf die Helikopter. Die stiegen schnell höher, obwohl die Kugeln der Gewehre wirkungslos an der Panzerung abprallten.
Aber einer landete einen Glückstreffer und beschädigte unseren Heckrotor.
Der Hubschrauber begann sich unkontrolliert zu drehen. Der Pilot versuchte, ihn von der Gefahrenstelle wegzulenken und ihn notzulanden.
Das Trudeln wurde schlimmer, das Heulen der Turbinen klang schrill. Durch die offene Cockpittür konnte ich sehen, wie sich die Welt drehte, mir wurde übel, die Baumwipfel kamen rasend schnell näher, die Maschine krachte in die Bäume, dann wurde alles schwarz.

Ich trieb in einem lichtlosen Meer und versuchte verzweifelt an die Oberfläche zu kommen. Jedes Mal, wenn ich fast ans Licht gekommen wäre, wurde ich wieder nach unten gedrückt.
Ich gab es auf und ließ mich ziellos treiben. Es war dunkel, es war warm, es war so still und friedlich, warum sollte ich dagegen ankämpfen.
Eine wie mir schien lange Zeit war ich es zufrieden, dann zuckten Erinnerungsfetzen durch mein schläfriges Gehirn.
Schüsse
Das Heulen von Turbinen
Wirbelnde Baumwipfel
Das gequälte Kreischen von Metall
Das Krachen von splitterndem Holz
Blut
Schmerz
Schreie
Marc! Wo bist du?
Mit einem Ruck wachte ich auf, wollte mich aufrichten und fiel mit einem Stöhnen zurück.
Mit Mühe öffnete ich die Augen. Nein, nur eines. Das Lid des linken Auges bekam ich nicht auf.
"Sie ist wieder unter den Lebenden." sagte eine mir unbekannte weibliche Stimme.
Ein Stuhl wurde gerückt, jemand beugte sich über mich. Er trug eine Uniform und auch ihn kannte ich nicht.
"He, he, bleib liegen!" Eine Hand legte sich auf meine Brust und das genügte schon. Ich fiel zurück.
"Marc, ich muss zu ihm." wollte ich schreien, aber es wurde nur ein heiseres Krächzen.
"Bleib ruhig, bleib ruhig, alle ist gut."
Die Frau stach mit einer Spritze in den Infusionsbeutel und mein Augenlid wurde schwer.
Marc ist tot, dachte ich noch, er ist tot, so viel Blut………..Dann dämmerte ich weg.
Als ich wieder zu mir kam saß Marc an meinem Bett.
Ich schaute ihn an und eine Träne lief mir übers Gesicht.
Er beugte sich über mich und küsste sie weg.
"He, alles in Ordnung, ich bin so froh dass du aufgewacht bist, es tut mir so leid, dass ich beim ersten Mal nicht bei dir war. Die ganze Zeit war ich hier und ausgerechnet als der General mich sprechen wollte……."
"Ich dachte, du seist tot." flüsterte ich. Meine Kehle fühlte sich an, als wäre sie voller Sand.
"Ich habe Durst."
Sofort nahm er eine Tasse vom Tisch und steckte mir einen Strohhalm in den Mund.
Kamillentee. Ich hasse Kamillentee. Aber ich trank ihn trotzdem.
"Warum sollte ich tot sein?"
"Der Absturz, das viele Blut."
Seine Miene verfinsterte sich. "Das war von Pjotr. Er hat es nicht geschafft."
"Und du?"
"Ich war doch bei Pavel im Hubschrauber, weißt du nicht mehr? Ich durfte als Funker mitfliegen."
Jetzt erinnerte ich mich.
"Mir ist das Herz stehen geblieben, als der Mil in das Wäldchen krachte. Bis wir an euch herankamen bin ich tausend Tode gestorben."
"Und die Anderen?"
"Gehirnerschütterung, Knochenbrüche, Prellungen, Abschürfungen….So wie bei dir."
"Was habe ich mir gebrochen?"
"Den rechten Knöchel und zwei Rippen. Am Hinterkopf musste ein 10 cm langer Schnitt genäht werden. Außerdem hast du das farbenprächtigste Veilchen, das ich je gesehen habe. Also nichts, was nicht heilen wird."
"Was ist sonst noch passiert?"
"Das erzählt er dir später." Der Uniformierte war wieder hereingekommen. "Genug für heute!"
Ich wollte protestieren, ich wollte wissen, was nach dem Absturz passiert war.
Der Arzt schob Marc einfach aus dem Zimmer. Ich wollte mich darüber beschweren, aber da glitt ich schon wieder ins Dunkel.

Als ich das nächste Mal aufwachte, war es dunkel. Durch das Fenster schien ein fast voller Mond. In seinem fahlen Licht konnte ich ein paar Wolken am Himmel sehen. Ich lag ruhig und dachte nach.
Was war in den paar Monaten, seit wir unser Haus in Hugoldsdorf verlassen hatten, alles passiert!
Monate! Dabei hatten wir mit nur einer Woche Reisezeit gerechnet.
Wir hatten Freunde zurückgelassen, neue gefunden und leider auch einige davon wieder verloren.
Unsere gewohnte Welt war vor fünf Jahren in Stücke gebrochen und bei dem Versuch, sie wieder zusammenzusetzen, kam etwas ganz anderes heraus als wir uns vorgestellt hatten.
Es war eine Welt der Raubtiere geworden. Von Raubtieren auf zwei Beinen. Und wer nicht Beute sein wollte, musste selber zum Raubtier werden.
Ich erinnerte mich an einen der Sprüche aus meiner Jugendzeit: Das Leben ist hart, aber ungerecht.
Damals fand ich ihn ziemlich blöd. Heute wusste ich, dass er stimmte.
Bevor wir unser Versteck bezogen, hatten wir alle mit Schusswaffen geübt. Keiner von uns hatte sich die Mühe gemacht, in einen Schützenverein einzutreten oder unsere Waffen registrieren zu lassen.
Ja, ja, natürlich war das illegal. Aber wo kein Kläger, da kein Richter.
Die Waffen hatten wir uns auf einem sogenannten "Russenmarkt" besorgt. Ebenso die Munition.
Zum Üben fuhren wir aufs platte Land wo uns keiner hören und sehen konnte.
Damals hatte ich mich oft und oft gefragt, ob ich fähig sein würde, tatsächlich auf einen Menschen zu schießen, selbst wenn er mich bedrohte.
In Gedanken hatte ich hunderte verschiedene Szenarien durchgespielt und war zu dem Schluss gekommen, dass ich dazu fähig sein könnte.
Dann hatte ich mir überlegt, wie es wohl sein würde, danach, ob ich damit fertig werden, damit würde leben können.
Heute weiß ich, dass ich es kann.
Ich hatte gekämpft und getötet. Und es hatte mich keine Minute Schlaf gekostet, belastete mich nicht ein bisschen.
Ich hatte mich verändert.
Wir alle hatten uns verändert.
Weil wir es mussten.
Jäger oder Beute, es gab keine andere Wahl.
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Kavure´i
 

Beitragvon Pleitegeier » 23.03.2016, 09:53

Hallo!
Kavure schreibt:
Ich hatte gekämpft und getötet. Und es hatte mich keine Minute Schlaf gekostet, belastete mich nicht ein bisschen.
Ich hatte mich verändert.
Wir alle hatten uns verändert.
Weil wir es mussten.
Jäger oder Beute, es gab keine andere Wahl. Benutzeravatar
Kavure´i

KOMMENTAR!
Das sollte man sich merken und in sich reinhören was bei einem möglich ist und wie weit man gehen wird im Falle eines Falles.
Ich sehe sehr sehr dunkle Wolken!
Der Großteil der Bevölkerung ist sehr weichgespült und wird die Gefahr nicht erkennen auch wenn sie noch so sichtbar ist.
Auch werden Angriffe sehr plötzlich gemacht werden und es kann an jedem Ort passieren.
LG
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon Kavure´i » 25.03.2016, 19:29

Auch am nächsten Tag bekam ich die Geschichte noch nicht zu hören.
Länger als eine halbe Stunde konnte ich mich nicht wach halten. Immer wieder glitt ich in einen unruhigen Halbschlaf.
Ich träumte wirres Zeug, immer wieder sah ich mich durch dunkle Tunnel rennen, verfolgt von unsichtbaren Wesenheiten, oft wachte ich mit Herzklopfen auf.
Einmal erreichte ich das Ende des Ganges, rannte ins Freie, nur um entsetzt stehen zu bleiben. Ich befand mich auf einem hohen Felsplateau, und hatte gerade noch abbremsen können bevor ich in den Abgrund stürzte.
Unter mir sah ich eine unüberschaubare Menge an Gestalten. Sie bedeckten das Land soweit ich sehen konnte. Vom Fuß des Plateaus bis zum Horizont.
Sie schwangen Waffen und brüllten laut. Rannten gegen die Felswand an und brandeten wieder zurück.
Hinter mir hörte ich meine Verfolger aus dem Tunnel treten.
Ich wusste, ich war tot.
Entschlossen, so viele als möglich mitzunehmen, zog ich meine Waffe und………..
"He, wach auf!" Eine Hand legte sich auf meine Schulter und schüttelte sie sanft.
Ich öffnete die Augen und sah in das besorgte Gesicht von Marc.
"Sag dem General, sie sollen sich bereit machen, sie kommen."
"Hast du geträumt?"
"Ja. Und es werden viele sein, sehr viele."
"Denkst du, er wird aufgrund eines Traumes seine Leute in Alarmbereitschaft versetzen?"
"Ich weiß es nicht, geh einfach und sag´s ihm."
Kurze Zeit später kam er mit Kolping zurück. Der schaute mich seltsam an und fragte mich nach meinem Traum.
Nachdem ich ihm den geschildert hatte, sagte er: "Vor einer Stunde kamen drei meiner Kundschafter zurück. Sie meldeten einen großen
Konvoi, der in unsere Richtung unterwegs ist. Sie kommen aus Richtung Regensburg. Nach Schätzung der Männer werden sie
spätestens in einer Woche hier sein."
"Werden wir ihnen standhalten können?"
"Ich weiß es nicht. Wir verstärken den Drahtverhau und geben allen, die bisher nicht mit der Waffe vertraut sind, einen Schnellkurs.
Wir können ab sofort keine Rücksicht mehr auf irgendwelche Befindlichkeiten nehmen. Wer nicht wie ein Lamm abgeschlachtet werden
will, muss kämpfen."
Es klopfte an die Tür. Ein abgekämpft wirkender junger Mann trat ein, grüßte und erstattete Bericht.
Aus Richtung Nürnberg und München kamen weitere Fahrzeuge.
Kolping entließ den Mann und plötzlich sah er alt und müde aus.
"Wir brauchen einen Schlachtplan. Kommt bitte sofort in die Messe."
Ich schaute auf den Schlauch, der noch immer in meinem Handrücken steckte und auf meinen Knöchel.
Der General verließ das Krankenzimmer und zwei Minuten später kam die Krankenschwester mit einem Rollstuhl ins Zimmer.
Als sie mir beim Aufsetzen halfen, wurde mir kurz schwarz vor den Augen, dann ging es wieder.
Ich wurde in den Rollstuhl gesetzt und Marc schob mich und das Gestell mit dem Infusionsbeutel in die Messe.
Dort waren schon alle Offiziere versammelt. Ebenso die zurückgekehrten Kundschafter.
Miriam, Max, John und die Russen kamen sofort zu mir um sich nach meinem Befinden zu erkundigen.
Dann bat Kolping um Ruhe und schilderte allen die Situation.
"Ich bitte um Vorschläge."

Zwei Stunden später waren wir immer noch nicht weiter.
Wir konnten nichts anderes tun, als uns so gut als möglich zu verbarrikadieren und unser Leben so teuer wie möglich zu verkaufen.
Wir hatten den kleinen Vorteil, dass wir uns hinter einer Deckung verschanzen konnten, aber den Nachteil, dass wir dahinter eingeschlossen waren.
Waren unsere Munition und unsere Vorräte erst einmal aufgebraucht………..

Oleg bot an, die Invasoren aus der Luft anzugreifen.
Der General lehnte ab. "Sie haben Luftabwehrraketen, ihr habt ja welche in Neunheim gefunden. Das waren sicherlich nicht die Einzigen.
Wir können es uns nicht leisten, euch zu verlieren.
Max schaute auf: "Tübingen, Deggendorf, Sigmaringen, Stetten und Landsberg."
Zuerst sahen ihn alle etwas ratlos an.
Dann fing Sonja an zu grinsen. "Genial!"

Die vier einsatzfähigen Hubschrauber sollten je eines der Ziele anfliegen und die Menschen dort um Hilfe bitten.
Als Botschafter, denen hoffentlich Glauben geschenkt werden würde, sollten Offiziere mitfliegen.
Nach Tübingen sollte allerdings einer von uns mit, denn es gab Menschen dort, die uns kannten.
Max wurde schlussendlich dafür ausgewählt.
Nach Deggendorf sollte Armbruster fliegen, nach Sigmaringen Diebold und nach Stetten Lechner.
Landsberg erwähnten wir nicht mehr.
Alle bekamen ein Schreiben des Generals mit, in dem er um Hilfe bat.
Oleg hatte die Idee gehabt, die Kinder mit nach Tübingen zu schicken. So hätten wir eine Sorge weniger.
Kolping ließ nach ihnen schicken und ihre Eltern wurden angewiesen, ihnen in einem Rucksack die notwendigsten Dinge
mitzugeben.
Es gab viele Tränen, aber die Eltern wollten natürlich, dass ihre Kinder in Sicherheit gebracht würden.
Die Mütter von Säuglingen und Kleinkindern bis 3 Jahre durften mitfliegen. Es war eng im Frachtraum, aber niemand beschwerte sich.

Vier Stunden nachdem Max die Idee gehabt hatte, starteten die Helikopter.
Alle unsere Wünsche und Hoffnungen gingen mit ihnen auf die Reise.

Die Soldaten gingen an ihre Arbeit zurück und Marc und Miriam schoben mich ins Krankenzimmer.
Ich fühlte mich schwach, hilf- und nutzlos.
"Kolping wollte dich mit nach Tübingen schicken, aber ich habe ihn gefragt, mit welcher Armee er diesen Plan durchsetzen wolle." Marc grinste.
Miriam lachte.
Ich war müde, aber ich wollte nicht schlafen. Die Träume………
Ich bat um eine große Tasse starken Kaffee. Mit viel Milch und Zucker.
"Und jetzt möchte ich endlich hören, was geschah, nachdem bei mir die Lichter ausgingen!"

Der Hubschrauber war in die Bäume gekracht und hatte sie geknickt wie Streichhölzer. Der Pilot hatte noch versucht, über das Wäldchen
hinweg zu kommen, es aber nicht mehr geschafft.
Trotz ihrer Verletzungen schafften es die Crewmitglieder, alle Systeme abzuschalten.
Durch den Aufprall war Pjotr durch die Cockpittür in den Laderaum geschleudert worden. Er hatte einen offenen Schädelbruch
erlitten, daher das viele Blut.
Die Besatzungen der anderen Libellen mussten sich erst um die Fahrer der LKWs kümmern. Die versuchten, sich Richtung Lager in Sicherheit zu bringen, schafften es aber nicht.
Von den insgesamt acht Personen, konnten drei mehr oder weniger schwer verletzt gefangen genommen werden. Die anderen waren tot.
Zur Überraschung der Unseren waren unter den Fahrern keine Muslime.
Von den fünf Toten waren vier Amerikaner, einer Schwede. Die drei Überlebenden waren zwei Amerikaner und ein Engländer.
In den Transportern saßen, an die Bänke gekettet, 182 Männer.
Die wurden schnell befreit und dann ging es an die Bergung der Besatzung des havarierten Helikopters.
Der sah ziemlich übel aus. Er lag auf der rechten Seite, die Hälfte der Rotorblätter war abgerissen, die anderen geknickt worden. Das Heckrad fanden sie einige Meter entfernt, das Fahrgestell der Vorderräder war verbogen. Wie durch ein Wunder war das Glas der Kanzel ganz geblieben.
Vorsichtig wurden die Verletzten aus dem Wrack geborgen, notversorgt und in einen der anderen Hubschrauber getragen.
Pjotr wurde in eine Decke gehüllt und blieb im Frachtraum.
Achtzig der Befreiten durften einsteigen, sie hatten sich schnell und ruhig darauf geeinigt, wer als erstes in Sicherheit fliegen durfte.
Einige von ihnen schienen eine Art Wortführer zu sein und bestimmten, wer die Glücklichen sein sollten: die Kranken, die Schwachen und die Älteren.
Die Wortführer blieben und wollten helfen.
Der Hubschrauber hob ab und brachte uns zur Kaserne, wo wir sofort ins Lazarett kamen und versorgt wurden.
Auf dem Rückweg nach Neunheim nahmen sie Stahltrossen mit.
Die wurden am abgeschossenen Hubschrauber angebracht und er wurde, unter dem Bauch eines anderen hängend, zurück zur Kaserne gebracht.
In die Laderäume der übrigen drei wurden die restlichen Befreiten eingeladen.
Bei einem dritten Flug wurden die LKWs und weiterer Treibstoff eingeladen.

Auch die verletzten Arabs wurden behandelt und dann in eine Zelle gesteckt. Allerdings abseits von Jamil und seinen Kumpanen.
Sie waren verhört worden und hatten angegeben, dass Deggendorf, Sigmaringen, Stetten am Kalten Markt und Tübingen noch unbehelligt geblieben waren, allerdings eine Abteilung nach Landsberg am Lech geschickt worden war und dort mit Sicherheit den Bunker geknackt und die Bewohner entweder getötet oder versklavt hatte.
Die Garden des Kalifen hatten im Laufe der Jahre schon einige Bunker gesprengt und waren dabei so gut wie immer auf Menschen gestoßen, die zwar an Lebensmittel, Energie, Gesundheit, Hygiene und viele andere Dinge gedacht hatten, aber nicht an Waffen und Munition.
Allerdings wussten sie nichts über den Ausgang des Angriffs auf Landsberg, nur dass die ausgesandten Männer noch nicht zurückgekommen waren um Bericht zu erstatten, und das, obwohl sie Flugzeuge zur Verfügung hatten und sie von einem Colonel der US-Army befehligt wurden.
In der Kaserne Lagerlechfeld hatten sich einige hundert Mann der Arabs häuslich niedergelassen. Dort befanden sich auch größere Mengen an Lebensmitteln, Waffen und Munition. Dorthin wurden die verpackten Kunstschätze gebracht, in die Flugzeuge verladen, die sie dann nach Berlin flogen.
Die Stadt war zwar zum größten Teil zerstört worden, aber in den Nobelvierteln Dahlem und Grünewald hatten sich die Anführer der Abenteurer in den luxuriösen Villen und Wohnungen eingenistet.
Der Flughafen BER, der angeblich nie fertig geworden war, war in Betrieb. Dort starteten und landeten die Fracht- und Passagierflüge von und nach Deutschland.
Die geraubten Güter wurden von dort aus in die EE.UU geschickt, um von dort aus in alle Welt weiterverteilt zu werden.
Die deutschen Politiker hatten die Bevölkerung jahrelang im Glauben gelassen, dass durch Unfähigkeit, Schlamperei und viele Pannen, der neue Flughafen nicht fertiggestellt sei. Angeblich lag es u.a. an nicht benutzbaren Toiletten und fehlendem Brandschutz.
Dabei war er schon lange fertig, wartete auf seine wirkliche Bestimmung: den Politschranzen eine gefahrlose und ungehinderte Flucht aus dem Land, das sie zugrunde gerichtet hatten, zu ermöglichen.
Dadurch, dass der Flughafen als nicht fertig galt, waren am Tag X sowohl die unterirdischen Bahnverbindungen dorthin als auch das Flughafengebäude und die Startbahnen menschenleer.
Während sich die panischen Bürger auf den Bahnsteigen und Flughäfen des Landes um die wenigen zur Verfügung stehenden Plätze stritten und prügelten, reisten die Verursacher bequem und ohne vom "Pöbel" belästigt zu werden.
Die führenden Köpfe konnten sich ins sichere Ausland absetzen, wo sie sich schon Jahre zuvor ihre Luxusnester eingerichtet hatten.
Die weniger Wichtigen verschwanden mit ihren Familien im Untergrund. Man munkelte von riesigen unterirdischen Städten, in denen es an nichts fehle, außer an Sonne, Wind und Wetter.
Und diese Anlagen wurden von den Arabs in Ruhe gelassen. Sie waren zu gut gesichert. Ihnen war an leichter Beute gelegen.

Am nächsten Tag wurden die Schläuche gezogen, gegen eventuelle Schmerzen würde ich ab jetzt Tabletten bekommen.
Somit hatte ich ein kleines Stück Freiheit zurückgewonnen.
Da bei meinem Knöchel das Sprungbein und die Sehnen nicht in Mitleidenschaft gezogen waren, hatte man mir einen Gips angelegt.
Natürlich sollte ich das Bein möglichst wenig belasten und so oft als möglich hochlagern.
Aber wegen der Thrombosegefahr sollte ich auch aufstehen. Mit Hilfe einer Krücke konnte ich dann ein wenig herumgehen. Weitere Entfernungen legte ich mit dem Rollstuhl zurück.
Unsere Kundschafter meldeten das weitere Vorrücken der Invasoren. Mit etwas Glück blieben uns noch drei, allerhöchstens vier Tage. Dann würden sie uns erreicht haben.
Inzwischen lagen uns Schätzungen vor, dass es mindestens achttausend Arabs waren.
Bewaffnet waren sie augenscheinlich mit den üblichen Handfeuerwaffen. Aber was sie in den geschlossenen Transportern noch mit sich führten, konnten wir nicht einmal erahnen.
Miriam sprach sich für eine weitere Befragung von Jamil und den anderen Gefangenen aus.
"Bisher haben wir nur Jamil befragt. Ich wette, die Amis wissen auch noch mehr, auch wenn sie anscheinend nur die Fahrer der Sklaventransporter waren, bin ich sicher, dass sie ganz gut Bescheid wissen. Alle Nichtaraber haben einen höheren Rang, wenn auch nur inoffiziell."
Kolping ließ Jamil bringen.
Der schien sich in der Zeit seiner Gefangenschaft wieder gut erholt zu haben, wie sein freches Gehabe zeigte.
Miriam stutzte ihn binnen kürzester Zeit wieder zurecht.
Und wieder funktionierte ihr Trick, ihn durch Beleidigungen und Unglaube an seinen Aussagen dazu zu bringen, uns mehr zu erzählen, als er wollte.
Er hatte selbstverständlich Informationen über die Pläne, dass die Trutzburgen der Ungläubigen angegriffen und vernichtet werden sollten.
Jedes Mal hatte er nur das preisgegeben, wonach wir gefragt hatten.
Er erzählt uns, was wir schon wussten, nämlich dass starke Truppenkontingente auf die Kaserne zumarschierten.
Auch dass nach uns die anderen verteidigten Städte an der Reihe wären.
Die genaue Reihenfolge und die Truppenstärken kannte er angeblich nicht.
Wir spürten auch, dass er noch etwas anderes verschwieg.
Der General ließ ihn kurz hinausbringen und wir berieten uns.
"Er weiß etwas, das wir unbedingt erfahren müssen."
"Überlasst das mir." sagte Miriam.
"Lasst uns noch die Fahrer dazu holen. Die dürfen dann zuschauen, wie wir die Informationen aus Jamil herausholen. Dann wissen sie, dass wir zumindest genauso skrupellos sind wie sie. Und sie werden dann sicherlich eher bereit sein zu reden, wenn die Reihe an ihnen ist."
Der Vorschlag wurde angenommen.
Vorher wurde im Raum ein Wandschirm aufgestellt, hinter den sich John und Irwin setzten. Sie hatten die Aufgabe, die Fahrer zu belauschen, denen man ganz zufällig die Möglichkeit geben wollte, sich unbeobachtet zu unterhalten.
Die Wächter, die sie holten, sollten unterwegs zufällig die Bemerkung machen, wie schade es doch sei, dass keiner von uns englisch könne. Sie waren beim ersten Mal auch in Deutsch verhört worden.
Als die Amis und der Engländer vor dem Wandschirm platziert worden waren, wurde Jamil wieder hereingebracht und Miriam begann damit, ihn noch einmal zu befragen.
Er leugnete hartnäckig mehr zu wissen, als er uns bereits gesagt hatte.
Miriam ging auf ihn zu. Er wollte zurückweichen, aber die Wächter hielten ihn fest.
Sie packte die kurze Kette zwischen den Handschellen und zog seine Hände zu sich her. Sie betrachtete die verschorften Fingerstümpfe und strich mit einem Finger darüber.
"Das sieht ja schon wieder gut aus." bemerkte sie. Jamil heulte auf. Sie hatte ihm mit dem Daumennagel den Schorf abgerissen.
"Ich warte."
"Ich weiß nichts mehr, ich habe alles gesagt!" schrie er.
"Das haben wir jetzt schon so oft von dir gehört und jedes Mal war es gelogen." Sie zog ihr Messer.
"Auf welchen Finger möchtest du als nächstes verzichten?" fragte sie.
Er riss an seiner Fessel und sie ließ los. Er taumelte zurück und kreischte, versuchte mit den gefesselten Händen das Blut zu stoppen, das plötzlich an seinem Hals herunterlief. Miriam hatte ihm mit einem schnellen Schnitt das linke Ohr abgeschnitten.
Nun erfuhren wir, dass es bis zu zehntausend Mann werden könnten, da der Kalif auch Männer aus Österreich und der Schweiz kommen ließ. Nach uns sollte dann Deggendorf an der Reihe sein, danach Sigmaringen und Stetten. Die beiden Orte lagen ja keine 20 km auseinander.
Tübingen und das gesamte Neckartal wollten sie sich bis zum Schluss aufheben. Auch um die erlittene Schlappe des Kalifen wieder auszuwetzen.
Die Rache würde furchtbar sein.
"Und was kannst du uns über eure Geheimwaffe sagen?" fragte ihn Miriam.
"Es gibt keine, was soll das sein? Ich habe jetzt wirklich alles gesagt, ich weiß nichts mehr."
Auch ein weiterer Finger brachte ihn nicht zum Reden.
Auf ein Zeichen des Generals wurde er weggebracht.
"Nun zu euch."
Die Soldaten, die sie bewacht hatten, stießen sie vor den Tisch.
Sie bestätigten im Wesentlichen die Aussagen von Jamil, erklärten aber, dass auch sie nicht mehr wüssten.
"Ob wir da nicht ein wenig die Erinnerung auffrischen könnten." Miriam war an einen der Amerikaner herangetreten und musterte ihn kalt.
"Auf einen Finger oder ein Ohr wird es dir wohl nicht ankommen, um das Geheimnis zu bewahren."
Sie öffnete seine Jacke und schnitt sein Unterhemd auf.
"Vielleicht fange ich aber auch mit den Brustwarzen an wie bei Jamil." Sie nahm prüfend eine in die Hand.
Der Mann zuckte zurück, seine Blicke suchten den General.
"She is crazy! Hold her back!" rief er panisch.
"Leider kann ihn nicht verstehen. Mach weiter Miriam."
"Wie können sie zulassen, dass diese Frau Menschen foltert? Das ist unmenschlich!" Das kam von dem Engländer.
"Aber nur, weil es euch betrifft, was? Wenn IHR Deutsche foltert, dann ist das in Ordnung!"
"Aber wir foltern doch gar…." Er verstummte, weil ihm Miriam mit der Faust ins Gesicht geschlagen hatte.
"Bei der nächsten Lüge fehlt dir ein Finger."
Dann wandte sie sich wieder dem Amerikaner zu. "Also!"
Seine Augen zuckten zwischen Miriam, dem General und seinen Genossen hin und her. Dann presste er die Lippen zusammen und schwieg.
"Dann fangen wir mal an. Ich stelle euch Fragen und für jede, die ihr nicht oder nicht zu unserer Zufriedenheit beantwortet, verliert er ein Stück seines Körpers.
Ich fange mit den Brustwarzen an, mache mit dem obersten Glied des linken kleinen Fingers weiter, so lange, bis er keine Finger mehr hat. Danach schneide ich ihm die Ohren und die Nase ab. Zehn Zehen hat er schließlich auch noch und danach überlege ich mir, ob ich erst das linke oder das rechte Auge………"
Der Bedrohte fing an zu toben und versuchte, sich aus dem Griff seiner Wächter zu befreien. Dabei schrie er laut, man solle die Irre von ihm fern halten, er würde alles sagen, nur solle sie aus seiner Nähe entfernt werden.
Nachdem sie sich hinter den Tisch auf einen Stuhl gesetzt hatte, begann er stockend zu erzählen. Von den Flugzeugen, die sie jetzt nicht mehr nur zu Transportzwecken einsetzen konnten, sondern seit Neuestem mit Bomben bestückt waren.
Und er erzählte von den Stinger Abwehrsystemen, die sie erhalten hatten, um sie gegen die russischen Flugzeuge und Helikopter einsetzen zu können.
Jede Einheit verfügte inzwischen über mehrere dieser Waffen und hatte sie auch schon eingesetzt.
Die Flugzeuge, die in Lagerlechfeld stationiert waren, würden den angreifenden Bodentruppen zur Hilfe kommen und uns aus der Luft angreifen.
Es waren insgesamt drei Flugzeuge. Und man hatte ihnen neuartige Bomben gegeben.
Da es den Arabs vorwiegend auf Beute und Sklaven ankam, handelte es sich um Behälter mit einem schnell wirkenden Betäubungsgas, die beim Aufprall aufplatzen.
Die Bodentruppen mussten dann nur noch die Sperren überwinden und die Bewusstlosen einsammeln.
Und sollte einer der Behälter in den eigenen Reihen landen, nun, dann war das nicht weiter schlimm.
Die Männer wurden in ihre Zelle zurückgebracht.
John kam hinter seinem Sichtschutz hervor und bestätigte die Aussage des Amerikaners. Sie hatten bei Jamils Verhör darauf gehofft, dass er die Flugzeuge nicht verraten würde und sie würden alle seine anderen Aussagen bestätigen und noch einige Dinge erzählen, die ihren Leuten nicht schaden würden.
Nur die Flugzeuge mussten geheim bleiben.
Aber nachdem sie gesehen hatten, dass Miriam nicht nur drohte, sondern ihren Worten Taten folgen ließ, hatte der von ihr Bedrohte schnell die Nerven verloren.

Wir konnten nicht zulassen, dass uns die Flugzeuge mit den Betäubungsgasbehältern bombardierten.
"Wir müssen einen Trupp nach Lagerlechfeld schicken um die Flugzeuge unschädlich zu machen. Noch können die Männer die Kaserne verlassen und sie werden es dorthin schaffen."
Der Plan wurde sofort gut geheißen und der General fragte seine Unteroffiziere nach Leuten, die sich in der Gegend auskannten. Außerdem brauchte er Männer, die die Abwehrsysteme bedienen konnten. Am besten wäre es, die Flugzeuge dort am Boden abzuschießen.
Es sollten zehn Mann sein, die sich in zwei Fahrzeugen auf den Weg machen sollten.
Noch am gleichen Tag fuhren sie los. Sechs Deutsche, die die Gegend sehr gut kannten, drei unserer Amerikaner, die drei unserer kostbaren Stinger ausgehändigt bekamen, weil sie daran ausgebildet waren, und Irwin mit seinem Scharfschützengewehr.

Und wieder waren wir Anderen zum Warten verdammt.
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Kavure´i
 

Beitragvon Pleitegeier » 27.03.2016, 13:10

Hallo Kavure!-Hallo Forum! ?

Kann es sein das Du noch im Sanften Modus schreibst?
Mein Gefühl sagt das Deine Schilderungen mit Deinen Erfahrungen zwar in manchen Dingen übereinstimmen aber abgeschwächt sind.

Wird so ein Betäubungsgas tatsächlich eingesetzt und wenn ja überleben das diese Menschen?
Dieser Gedanke beschäftigt mich aber auch kann man diesem Gas entgehen oder sich schützen und wenn ja wie.

Ich finde das geschriebene sehr gut und versuche daraus zu lernen.
Deshalb finde ich es super wenn Ihr schlimmste Dinge schreibt aber evtl. auch Lösungen oder Dinge die zur Verhinderung oder Verteidigung nötig sind und vorhanden.

Unser Denken bewegt sich oft in einem viel zu kleinen Kreis!

Währe schön wenn jeder der hier mitliest die Schreiber Motiviert durch Anerkennung der Leistung oder Ideen einbringt.

Ich selbst merkte das ich beim Gedanklichen Durchspielen mit dem Wissen was ich mir in den Jahren erarbeitet habe an eine Grenze gestoßen war als ich unsere Körperliche Verfassung mit einbezogen hatte.

Es währe nicht fair gewesen uns stärker zu geben an der Wirklichkeit vorbei.
Jedoch ziehe ich gerne neue Erkenntnisse aus den weiteren Geschichten und überlege Charlys Erfahrungen neu zu beleben. :oops:
Hat jemand eine Idee oder was meint Ihr?

LG
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon Mankei » 27.03.2016, 18:32

Mein erster Fisch, ein tolles Glücksgefühl, seit drei Tagen hatte ich nichts mehr gegessen und war schon kurz davor zum Bunker zu gehen um dort um Nahrung zu betteln. Hier am Lech sieht man viele Fische, sie zu fangen ist aber eine ganz andere. Drei Wochen reichte meine Nahrung dann war alles aufgebraucht. Es wird schwierig werden wenn dieser Krieg oder wie immer man ihn einmal bezeichnen wird vorbei ist. Nirgends mehr gab es Nahrung, jedes Haus, jeden Keller durchsuchend, nichts. Auch Gemüse oder Obst, Fehlanzeige. Im Bunker bauen sie wenigstens Gemüse an, aber sonst ist alles kahl. Vor einer Woche verlegte ich mein Lager von der Kaserne an den Lech, es gibt hier viele Stellen die gut geschützt sind. In der Kaserne hielt ich es nicht mehr aus, die ganzen Leichen fingen derart an zu stinken das dort ein Leben unmöglich wurde. Mein T5 dient als Campingwagen, nach einigen kleinen Umbauten ist es darin richtig bequem geworden.

Patrouille fahre ich regelmäßig, Bunker, Penzing und Lagerlechfeld, aber seit meinen zwei Abschüssen ist es ruhig, naiv zu glauben das es vorbei ist.

Die letzte Nacht war nicht so schlimm wie die voran gegangenen, dem Fisch sei dank.
Aber schon mit dem aufstehen rückt eigentlich alles hinten an, Nahrung finden ist das Ziel.
Natürlich wäre es ganz leicht an Nahrung zu kommen, ein klopfen hier ein Codewort da und schon gibt es Essen im Überfluss, sie würden mir auch sicher etwas geben, doch da gibt es noch immer diesen Rest Selbstachtung in mir, ein Scheitern was meine Selbstversorgung betrifft bin ich noch nicht bereit einzugestehen.

Ich fahre ziellos umher, wenn es doch nur soviel Nahrung geben würde wie Diesel. Fast jedes Auto das ich anzapfe ist annähernd voll. Anscheinend haben alle nochmal vollgetankt bevor es damals losging.

Durch Landsberg fahrend kam ich an der Einkaufsstraße an, so viele Lebnsmittelgeschäfte und alle waren leer, aber selbst wenn es noch was geben würde, nach über fünf Jahren wäre alles schlecht und ungenießbar. Mitten in der Straße haltend hatte ich eine blöde Idee, warum fahre ich nicht nach Füssen zu meinen Freunden, sie leben dort sicher wie Gott in Frankreich. Alles hatte ich dabei, also auf nach Füssen. Der Gedanke dort an Nahrung zu kommen erstickte jede meiner Ängste im Keim.
Auch die Tatsache dabei vielleicht zu sterben wurde von mir akzeptiert.

Meine Fahrt endete abrupt, denn schon kurz hinter der Ortschaft Halblech sah ich sie stehen, den T5 sicher parkend stieg ich aus und pirschte mich Meter um Meter heran. Unzählige Fahrzeuge standen dort in Reihe und meine Marschroute weiter fortsetzend wurde mein staunen immer größer. Am Ende des Bannwaldsees hörten die LKW's auf und wurden durch Tankwagen abgelöst. Danach folgten etwa 200 - 300 Zelte und mittlerweile an der Tegelbergbahn ankommend konnte ich nun alles überblicken. Das was ich bisher erspähte war nichts im Vergleich dazu was jetzt folgte, Panzer, Schützenpanzer, Flugabwehrpanzer parkten dort im Dutzend neben einer beachtlichen Anzahl an Hubschraubern. Hunderte, wenn nicht tausende Männer standen und gingen herum, es war eine richtige Stadt. Den ersten Schrecken überwindend suchte ich mir einen höheren Aussichtspunkt. Stundenlang beobachtete ich ein kommen und gehen, mein eigentliches Vorhaben Nahrung zu organisieren war anscheinend unmöglich geworden.

Mein Magen knurrte so sehr, wäre ich nur ein paar Meter näher an den Lagern sie hätten es sicherlich gehört. Als es dann langsam dunkel wurde flogen 4 Flugzeuge über mich hinweg, zuerst dachte, nein hoffte ich, dass es sich um einen Angriff handelte, aber als die Männer ihnen zuwinkten wurde mir klar das dies leider nicht der Fall war. Immer tiefer fliegend fuhren sie einer nach dem anderen ihre Fahrwerke aus, wo wollten sie denn hier landen. Mit meinem Zielfernrohr verfolgte ich den weiteren Flug und nachdem sie den Forggensee überflogen hatten setzten sie der Reihe nach zur Landung an. Natürlich, der Segelflugplatz, aber das dort solche Maschinen landen konnten.
Immer noch beeindruckt von all dem fiel mir nun ein weiteres Merkmal auf, es waren nur deutsche Fahr- und Flugzeuge, überall konnte man deutsche Hoheitszeichen erkennen. Wenn ich einen LKW oder einen Tankwagen bräuchte wäre es ohne Probleme möglich sich dort zu bedienen, bis zu den Zelten war es aber ein weiter Weg, allerdings hatte ich mein Nachtsichtgerät dabei.

Die Risiken abwägend war ich unentschlossen meines weiteren Vorgehens, die beiden letzten Reihen der Zelte wurden so gut wie nie betreten, es hatte aber mehr den Anschein das es sich um Latrinen handelte als um Versorgungszelte, Männer die hinein gingen blieben einige Zeit und hatten beim Verlassen nichts in den Händen.

Ich brauche Nahrung, egal was es mich kostet.

Zwei Stunden später robbte ich aus meinem Versteck, nur mit meiner WSS-Wintores, einem Messer und das Nachtsichtgerät um den Kopf ging es zu den LKW's. Wie auch schon in Lagerlechfeld gab es nirgends Wachen, sie waren sich ihrer Stärke bewusst und hielten es für nicht erforderlich. Mir war es natürlich recht so, an den Tankwagen kurz wartend wollte ich schauen wie man den Sprit ablassen kann, es gab jedoch keine Vorrichtung die es mir ermöglicht hätte. Das erste Zelt war noch etwa 150 Meter entfernt, hoffend auf Nahrung blendete ich meine Angst aus.
Weiter schleichend wurde das erste Zelt erreicht, mit dem Messer vorsichtig aufschneidend war meine Enttäuschung groß, es waren Latrinen, ebenso die nächsten neun Zelte. Es war zum verzweifeln, es fand sich nichts essbares.

Mit dem Mut der Verzweiflung ging es an die nächste Reihe, jetzt konnte ich das erste Mal Männer reden hören, es war arabisch, etwas weiter nahm ich ein Gespräch in Englisch wahr, obwohl es schwierig zu verstehen war, die Araber redeten deutlich lauter und lachten noch viel dazwischen, verstand ich doch das eine oder andere Wort.
…. Great Day ... hope ….. be careful … the chief comes around ….
Eine andere Stimme sagte, tomorrow the fucking germans will be end.
Gelächter, Pause.
Five Airplanes, nine hundred Soldiers for Allah, Deggendorf will sink in flames.
Erneutes Gelächter, bye … bye, see you soon.
Sie hatten anscheinend morgen einen Angriff auf Deggendorf geplant.
Warum nur habe ich die Zeltwände aufgeschnitten, morgen hätte ich in Ruhe alles durchsuchen können, jetzt war es zu spät. Abwartend das die Männer hoffentlich bald schlafen gehen würden harrte ich aus. Allah spielte anscheinend noch eine Rolle, vielleicht war es auch nur eine nette Geste, es war mir eigentlich aber auch egal, von Deggendorf wusste ich nichts, außer das es eines von sechs Orten im südlichen Raum Deutschlands waren die bisher nicht unter ihrer Kontrolle waren, was sich morgen aber anscheinend ändern sollte. Es war zwei Uhr Nachts, nichts mehr zu hören, also die nächste Zeltreihe angehend, mit dem Messer nur etwa 30 Zentimeter hochfahrend und dann mit dem Nachtsichtgerät vorsichtig den Innenraum kontrollierend. Hoffnung kam in mir auf, diese Reihe war voller Kleidungsstücke, Waffen und vielen verschlossenen Kisten. Alles wäre nutzbar gewesen für mich zählte nur Nahrung. Zwei Reihen weiter kam ich endlich im Schlaraffenland an, ein Zelt voll nur mit Nahrung. Epa's soweit das Auge reichte, im nächsten Zelt MRE's, ich nahm was ich konnte, mehr als zwei Kartons schaffte ich aber nicht auf einmal. Abwechselnd bediente ich mich bei den deutschen und den amerikanischen Modellen, alles etwa 150 Meter des Stützpunktes deponierend. Zum Schluss besuchte ich dann doch noch das Zelt mit Kleidung und Waffen, sechs Uniformen mitnehmend kam nun der schwierige Teil auf mich zu, alles musste jetzt zum Wagen transportiert werden. Nach der vierten Tour ging es nicht mehr, meine Kräfte waren am Ende, einen Karton öffnend machte ich mich über das Essen her, obwohl nicht gerade als Gourmetessen bekannt riss ich die Folie auf und verspeiste den Inhalt genüsslich, wenn man in fünf Tagen bis auf einen Fisch nichts gegessen hat dann schmeckt einem alles. Nach der zweiten Portion kamen die Kräfte langsam wieder zurück und ich begann zu überlegen wie mein weiterer Plan aussieht. Zu gern hätte ich den gesamten Stützpunkt dem Erdboden gleich gemacht, aber alleine war es unmöglich, Hilfe aus dem Bunker zu holen war zeitlich nicht machbar und nach Deggendorf zu fahren und die Menschen zu warnen scheiterte daran das ich nicht die kleinste Ahnung hatte wo ihr Stützpunkt sich befand. Wenn es doch nur eine Möglichkeit gebe mit Sergej und Natascha in Verbindung zu kommen.

Da mein Denken immer klarer wurde fühlte ich das es mir einfach nicht möglich war zu helfen, egal was immer mir in den Sinn kam, am Ende sah ich nur tote Menschen die wegen mir sterben mussten. Hätte ich das Gespräch nur niemals gehört.

Gedankenspiele so weit das Auge reicht, wenn man keine Erfahrung hat und in Situationen kommt die einen Überfordern überlegt man hin und her und kommt trotzdem zu keinem Ergebnis.
So ging es mir, sollte ich wirklich versuchen sie von ihrer geplanten Vernichtung Deggendorfs abzuhalten oder einfach meines Weges gehen. Zweitens war leichter und entsprach meinem Naturell, für erstens sprach das ich wahrscheinlich der einzigste bin der Deggendorf und die dortigen Menschen vor einem Unglück bewahren konnte.

Mir fiel das Lager mit der Kleidung ein, dort waren auch Waffen und Kisten gelagert, vielleicht fand ich darin die Hilfe die so sehr benötigt wurde.

Es musste schnell gehen, maximal 90 Minuten war es noch dunkel.

Mit der WSS-Wintores im Anschlag ging ich nun aufrecht und schnellen Schrittes zu den Zelten.
Dort angekommen kroch ich unter der Zeltplane hindurch und öffnete sogleich eine der Kisten.
Ich traute meinen Augen nicht, Gasmasken und Messgeräte, wofür nur brauchen die Amirabs Gasmasken, planten sie einen Gasangriff, ich nahm acht Masken und zwei Messgeräte heraus und steckte sie in meinen Rucksack.

Es muss doch etwas geben das mir bei meinem Vorhaben helfen sollte, am nächsten Zelt angekommen aber das selbe Bild, Kleidung, ein paar Waffen und wieder Kisten mit Gasmasken.

Zwei Reihen weiter hörte ich wie jemand schnarchte, nicht laut aber in diesem Zelt war jemand. Mein Pulsschlag erhöhte sich zunehmend und auf den Boden liegend trennte ich die Zeltplane vorsichtig auf, durch mein Nachtsichtgerät sah ich zwei Männer die dort anscheinend zur Wache abgestellt wurden, ihren Job aber nicht sehr ernst nahmen.
Umherschauend nach dem Grund für die Bewachung dieses Zeltes sah ich erneut mehrere Kisten.
Sicherlich wäre es mir nicht möglich an die Kisten zu kommen ohne die Bewacher aufzuwecken, es gab nur eine Lösung, beide mussten ausgeschaltet werden. Mein Gewehr ablegend und nun das Messer wieder ziehend schlich ich mich zum ersten Mann heran, drückte ihm meine Hand auf den Mund und stach gleichzeitig mit großer Kraft in sein Herz, er wachte nicht mehr auf, den anderen erging es ebenso.

Etwas zur Ruhe kommend erschrak ich von mir selber, machte es mir denn nichts mehr aus zwei Menschen zu töten?

Die Kisten waren verschlossen, nichts gab Auskunft über den Inhalt, aber sie waren schwer.
Den Schlüssel fand ich in der Tasche eines Toten, schnell öffnend erfreute ich mich über den Anblick. In der ersten Kiste war ein Flugabwehrraketenwerfer mit zehn dazu gehörenden Raketen.
Der Typ war so ähnlich wie mein System, dieses jedoch war deutlich kleiner und somit besser zu transportieren. Kiste um Kiste wurde kontrolliert, alle hatten den selben Inhalt. In der anderen Ecke standen kleinere Kisten, sie waren nicht abgeschlossen, darin kamen Handgranaten, Pistolen mit Munition und Maschinengewehre mit Magazinen zum Vorschein. Hinter den letzten beiden Kisten stand noch ein Koffer und darin befand sich etwas ganz besonderes, eine XM-25 mit zehn Magazinen, jedes Magazin enthielt vier Granaten. Die Zeit verging so schnell, etwa noch 30 Minuten sollte es dunkel sein, Eile war geboten, was kommt mit, was bleibt hier. Meine Wahl fiel auf fünf Pistolen dazu 20 Magazine und einem Schalldämpfer der mir erst gar nicht auffiel, ein Maschinengewehr mit acht Magazinen, 24 Handgranaten, dazu noch die acht Gasmasken und die beiden Messgeräte, mehr passte nicht in meinen Rucksack, dann noch den Flugabwehrraketenwerfer mit 15 Raketen und natürlich die XM-25. Das Gewicht meiner kostbaren Fracht zwang mich spätestens alle 20 Meter eine Pause zu machen. Nachdem ich endlich an den Tankwagen ankam sackte ich erschöpft zusammen, noch immer war alles ruhig und nach einigen Minuten des Verschnaufens ging es weiter. Als ich am Auto ankam wurde es gerade hell, mit den Kräften völlig am Ende aber sehr Zufrieden über meine Beute.

Zeit zum schlafen gab es nicht, zuerst musste ich mich mit den neuen Waffen vertraut machen und das dauerte, von meinem alten Flugabwehrraketenwerfer gab es noch eine Rakete, sie lag rechts neben mir und sollte die Ehre haben meinen Angriff zu starten, wie sie funktionierte wusste ich bereits, der neue Raketenwerfer lag links von mir, er hatte zwar nur einen optischen Sucher, dafür aber ein deutlich größeres Sichtfeld und ein gutes Zoom. Die XM-25 hatte zum Glück eine Bedienungsanleitung dabei, wenn auch in Englisch konnte ich doch einiges über meinen neuen Freund erfahren, es stand dort Airburst Assault Weapon, was ich mit Luftexplosive Angriffswaffe übersetzte, dann noch, „die Besonderheit des Systems ist die Fähigkeit, hochexplosive Granaten in der Luft in programmierter Entfernung explodieren zu lassen, um damit verdeckte Gegner bekämpfen zu können“. Vielversprechend aber momentan zu Aufwendig für mein Unternehmen.
Die Sonne verschaffte sich immer mehr Raum und lange wird es sicher nicht mehr dauern dann werden sie die beiden Toten finden. Mittlerweile hatte ich meine Ziele ausgemacht, der erste Schuss sollte die Hubschrauber treffen, wenigstens zwei oder drei auszuschalten sollte machbar sein, mein zweiter Schuss aber ist der wirklich wichtige, meine Wahl fiel auf den dritten Tankwagen in der dritten Reihe sein, dadurch erhoffte ich mir größtmöglichen Schaden anrichten zu können.
Immer mehr Amirabs waren unterwegs und mein Herzschlag erhöhte sich zunehmend. Mit dem Zielfernrohr meiner WSS-Wintores beobachte ich wie jemand das Zelt der Toten Amirabs betrat und sofort wieder rennend und schreiend heraus lief, einen Wimpernschlag später schlug die erste Rakete in einem der Hubschrauber ein, eine gewaltige Explosion folgte und nahm fünf weitere Hubschrauber mit in den Ruhestand. Schnell nahm ich den nächsten Raketenwerfer und zielte auf den Tankwagen, der sogleich in die Luft ging, eine Explosion folgte der anderen und zu gerne hätte ich das Spektakel verfolgt doch ich musste von hier schnellstens verschwinden. Alles schnell in den T5 verfrachtet und sofort auf und davon. Den Feldweg verlassend und gerade auf die Bundesstraße einbiegend standen auf einmal vier Menschen vor mir, sie wedelten mit den Armen das ich zu ihnen fahren sollte. Eine Vollbremsung hinlegend schaute wir uns an, sie waren unbewaffnet und winkten immer noch mit den Händen in der Luft endlich her zu kommen.
Noch einmal schaute ich sie mir an, es waren drei Männer und eine Frau alle mittleren Alters, keine Waffen waren sichtbar und was sie mir sympathisch machte, ihre Kleidung war in einem fürchterlichen Zustand. Ich musste mich entscheiden und zwar schnell die Amirabs würden sicher nicht mehr lange brauchen bis sie anfingen mich zu suchen.
Langsam an sie heranfahrend öffnete ich die Beifahrertür, einer der Männer sprang herein und sagte, gib Gas, 4 Kilometer geradeaus, dann nach der Brücke rechts. Die anderen, was ist mit den anderen fragte ich aufgeregt, sie kommen nach keine Angst. Ein gegenseitiges Begutachten begann, dann fing er an zu reden, mein Name ist Jochen, wir leben hier seit Jahren in den Bergen, aber du wirst gleich mehr sehen. Freut mich Jochen, ich bin Mankei, ist zwar nur mein Spitzname aber alle nennen mich so. Dort geht es zur Kenzenhütte fing ich an, war oft mit dem Bike unterwegs, du kennst dich hier aus fragte Jochen. Nur die Bikewege, den Stausee, die zwei anderen Seen und natürlich die Kenzenhütte, mehr aber auch nicht. Wir fahren jetzt zum Stausee, Jochen war sichtlich überrascht von meinen Ausführungen. Ein paar Minuten später rechts abbiegend wurde der Weg steiler und dann sah man die ersten Umrisse des Stausees. Langsam, sagte Jochen, fahre das Auto da vorne unter die die Bäume, wir tarnen es dann noch. Wir stiegen beide aus, machten das Auto unsichtbar und gingen dann in das Kontrollzentrum des Stausees, bis auf meine P 12 lies ich alle Waffen im Auto.
Drinnen angekommen roch es nicht gut, vier Schlafsäcke lagen in jeder Ecke, darum ein Feuerplatz, ein paar Kanister, Teller, Pfannen, verdunkelte Fenster, es war sehr primitiv. Jochen bemerkte das ich mich etwas ekelte, so Leben wir schon seit über drei Jahren, ich weiß es ist nicht gerade toll, aber man gewöhnt sich daran. Von was lebt ihr denn, hier ist ja nichts. Wasser haben wir genügend, wir trinken es ohne abzukochen, Holz wird nur im Winter zum Heizen benutzt, zum Essen gibt es eigentlich nur Fisch und den als Sushi, falls wir mal ein Tier erlegen dann wird auch ein kleines Feuer gemacht, Waffen haben wir keine, Messer natürlich aber sonst nichts.
Ich schluckte mehrmals und konnte nicht glauben dass er das als Leben bezeichnete.
Was ist mit dir Mankei?
Wir waren eine kleine Gruppe die sich ähnlich wie ihr auch durchmogelte, erst seit diesem Jahr fingen wir mit dem Widerstand an, dann erzählte ich Jochen weiter was so alles passierte, ich verschwieg ihm nichts bis auf eine Kleinigkeit, der Bunker existierte nicht.
Die anderen trafen ein, sie berichteten von vielen Suchmannschaften die wie ein wild gewordener Bienenschwarm herum jagt, allerdings konzentrierten sie sich bei ihrer Suche nach Richtung Steingaden, wir sollten hier sicher sein, wir haben aber alle Fallen aktiviert. Nun stellten sich auch die anderen vor, Birgit, Matthias und Bernd, sie waren mir alle sofort sehr sympathisch, wenn nur dieser Ort nicht wäre. Matthias fragte was mich dazu veranlasste diesen Wahnsinn zu veranstalten, alleine diese Horden anzugreifen. Erneut erzählte ich meine Geschichte und jeder verstand mein Handeln. Es war kurz nach Mittag, habt ihr Hunger, vielleicht auf eine warme Mahlzeit, ihre Augen leuchteten auf. Ich ging zum Auto und holte einen Karton MRE's, wieder bei ihnen angekommen konnten sie nicht glauben was ich vor ihnen auspackte, sie stürzten sich auf die Mahlzeiten wie kleine Kinder. Bernd sagte das es Jahre her sei so was gegessen zu haben, Spaghetti Bolognese war eine seiner Lieblingsspeisen und auch die anderen waren glücklich über diesen unerwarteten Segen.

Habt ihr keine Angst das sie vielleicht, auch nur durch Zufall, hier hoch kommen und euch finden.
Jochen fing ebenso wie die anderen an zu lachen, wir haben dafür Vorkehrungen getroffen, es gibt einige Fallen die wir angelegt haben uns frühzeitig zu warnen und wenn sie es dann doch bis hier her schaffen sollten dann ist der Stausee unsere größte Waffe, sollten die Invasoren uns jemals angreifen müssten sie ja diesen einen Weg hoch kommen und wir würden sie mit der Flutung des Tals vernichten. Das stimmt, aber was macht ihr wenn sie aus der Luft kommen, habt ihr auch dagegen etwas. Sie schauten sich gegenseitig an, daran hatten sie bisher nie gedacht, aber da sie nur zu viert sind und die Gegend hier perfekt kennen wäre es für sie kein Problem sich zu verstecken.

Wie lange sind die Amirabs denn schon hier fragte ich Bernd.
Amirabs?
Diesen Namen gaben wir ihnen, wir dachten anfangs das es sich nur um Araber und Amerikaner handelte bis uns vor ein paar Wochen unsere neuen Freunde aus Russland mitteilten das aber auch Engländer, Franzosen, Japaner und was weiß ich was noch alles mit ihnen sympathisiert.
Alle lachten, nun die Amirabs sind jetzt schon über zwei Jahre hier, sie haben den gesamten Füssener Raum für sich eingenommen. Die Anführer wohnen in beiden Schlössern, das Fußvolk, also die angeblichen Soldaten wohnen in Füssen und Schwangau, seit einem halben Jahr wurden dann zusätzlich noch Zelte aufgebaut die anfangs wohl als Lager dienten, dann als immer mehr Invasoren kamen bezogen sie auch die Zelte.
Jetzt schluckte ich mehrmals, sie wohnen in Füssen, Schwangau und in den Zelten?
Jochen nickte.
Dann müssen es ja Tausende sein fragte ich.
Birgit unterbrach, eher Zehntausende.

Konnte das wirklich sein, Zehntausende Amirabs, wie sollte man ihnen jemals Herr werden, ein unmögliches unterfangen. Gerade als wir nach Lösungen diskutieren wollten hörten wir Rotoren von Hubschraubern. Sie suchten uns, wussten aber sicher nicht unseren Standort.
Bernd ging zur Türe und schaute nach oben, er sah das mehrere Hubschrauber das Gebiet in großer Höhe weiträumig absuchten, dann schrie er uns an, Achtung Bomben, sie werfen Bomben, geht in Deckung. Wir rannten zur Türe und schauten ebenfalls nach oben und in diesem Moment sprühte ein sichtbares Gas aus ihnen. Die Gasmasken, sofort rannte ich vorsichtig zum Auto, öffnete die Türe nahm den Rucksack und setzte eine der Gasmasken auf und lief schnell aber bedacht zurück zu den anderen. Ich gab jedem eine Gasmaske, nahm das Messgerät heraus und schaltete es ein.
Zuerst zeigte die Skala nur kleine Ausschläge an die im grünen Bereich waren, nur wenig später stieg es in den gelben Bereich bis es sich schließlich innerhalb einer Minute im roten Bereich einpendelte. Ich hoffte so sehr das unsere Gasmasken dafür ausreichend sind und das Gas nicht über die Haut in den Körper eindrang.

Alles was diese Reaktion der Amirabs auslöste war mein Verschulden, ich fühlte mich schrecklich dabei und hatte große Angst um meine neuen Freunde, sie hatten bis zu meinem Auftauchen ihre Ruhe, sie lebten vielleicht schlecht aber sie lebten, nun änderte sich alles. Man sollte mehr seinem Herzen folgen als seinem Gehirn.

Gleichzeitig wurden wir alle Bewusstlos.
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Beitragvon Kavure´i » 28.03.2016, 01:11

Pleitegeier

laß Charly mehr erzählen.
Er könnte ja jetzt wieder einsteigen und uns erzählen, was in den Jahren bis "heute" passiert ist.

Einige echte Begebenheiten sind verarbeitet worden, z.B. der Vorfall mit der Schwangeren, der das Kind mit einem DumDumgeschoß herausgeschossen wurde.
Das geschah im Balkankrieg. Ein Freund von mir, er war dort, um die vergifteten Brunnen zu sanieren, bzw. beim Bohren neuer zu helfen. Er mußte das mit ansehen und konnte nichts tun.
So ein Gas wie von mir beschrieben gibt es wohl nicht oder wenn, dann weiß ich nichts davon.
Es war meine Idee, weil die Arabs die Menschen lebend haben wollen.
In der Wirklichkeit wollen sie so viele als möglich tot sehen.

Mankei
jetzt wirds spannend.

Kavure´i
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Beitragvon Andiamos » 28.03.2016, 10:59

Kavure´i hat geschrieben:...jetzt wirds spannend.


Nee Kavure, ist schon die ganze Zeit spannend! Von allen Schreibern. :mrgreen:
Ich warte immer schon auf die nächste Folge.

LG
Angelika
Andiamos
 

Beitragvon HAuch » 28.03.2016, 12:51

Danke Euch allen- sehr spannend und leider im Bereich des möglichen
bin gespannt, weiteres von Euch zu hören.

LG
Hauch :?
HAuch
 

Beitragvon Kavure´i » 02.04.2016, 05:33

Ich bat darum, meinen Gips so zu verändern, dass ich damit zumindest den Fuß aufsetzen konnte.
Ich versprach, ihn so wenig wie möglich zu belasten und möglichst im Rollstuhl zu fahren.
Also bekam ich einen neuen Gips mit einem Absatz, den ich belasten konnte, sollte es nötig sein. Und ein Paar Krücken.

Die Männer kamen schon am nächsten Tag kurz vorm Dunkelwerden zurück.
Sie berichteten von den Resten von mindestens zwei Flugzeugen auf der Startbahn der Kaserne Penzings, von halbverwesten Leichen, die sich in einigen Räumen der Kaserne in Lagerlechfeld stapelten und von einem frischen Grab etwas abseits und versteckt mit einem primitiven Kreuz darauf.
"Es muss noch Menschen dort geben, die sich mit den Arabs anlegen." berichtete Irwin.
"Und dafür sterben".
"Aber nicht alle, sonst gäbe es das Grab nicht."
"Sobald einer der Hubschrauber zurück ist, sollten wir uns dort umsehen."

Wie erwartet war es der Helikopter, der nach Deggendorf geschickt worden war, der als erster wieder auf dem Kasernenhof landete.
An Bord befanden sich 100 Männer und Frauen mit Rucksack und Waffen.
Sobald sie ausgestiegen waren, hob er wieder ab und flog los.
Eine Frau in der Uniform eines Leutnants verlangte den General zu sprechen.
Sie und ein weiterer Leutnant baten darum, ihre Leute unterzubringen und wollten Bericht erstatten.
Sofort versammelten wir uns in der Messe.

Der Hubschrauber hatte unterwegs nach Deggendorf einen Konvoi der Arabs gesichtet, zweifelsohne auf dem Weg dorthin.
In Deggendorf waren sie etwas außerhalb gelandet, hatten sich zu Fuß genähert und um ein Gespräch gebeten.
In der Ortschaft lebten nur etwa 300 Menschen, ungefähr die Hälfte davon in der Lage, eine Waffe zu bedienen. Auf dem Weg zu ihnen befand sich sicherlich die dreifache Anzahl an Arabs. Keine Chance, sich erfolgreich zur Wehr setzen zu können.
Kurzerhand wurde beschlossen, alle Menschen zur Kaserne zu bringen.
Jeder durfte nur das für ihn Wichtigste in einen Rucksack packen und mitnehmen.
Beim nächsten Flug würden mehr Personen mitkommen und beim dritten Flug der Rest.
Deggendorf war bisher von Attacken verschont geblieben, die Bewohner konnten nicht sagen weshalb. Wir vermuteten, dass es bisher lohnendere Ziele gegeben hatte.
Wie es aussah, wollten die Invasoren jetzt Nägel mit Köpfen machen. Anders konnten wir uns das Zusammenziehen der Truppen innerhalb Deutschlands nicht erklären.
Wie dem auch sei, die Deggendorfer waren jedenfalls froh, dass sie zu uns kommen konnten, auch wenn wir einen harten Kampf zu erwarten hatten und keineswegs sicher sein konnten, ihn zu überleben. Die Chance war hier allerdings größer.
Während wir uns noch die Berichte anhörten, landete ein weitere Helikopter.
Er kam von Stetten am Kalten Markt und brachte 80 Soldaten mit.
Die Mannschaft konnte uns nichts über Sigmaringen sagen, hoffte aber darauf, dass auch von dort Verstärkung kommen würde.
Nach einem kurzen Gespräch stieg er wieder auf und flog ebenfalls nach Deggendorf.
Gegen Abend kamen beide Libellen zurück. Sie hatten alle Menschen von dort an Bord und unter jedem Helikopter hing ein großer Transporter. Randvoll mit Waffen, Munition und Lebensmitteln.
Die Arabs würden ganz schön blöd schauen, wenn ihr Trupp dort ankam und sie eine leere Ortschaft vorfinden würden.
Am nächsten Morgen startete einer der Hubschrauber um die Kinder, deren Mütter und die Schwangeren nach Tübingen auszufliegen.

Der zweite sollte sich in Richtung Landsberg auf den Weg machen.
Die große Preisfrage lautete: Wer sollte mitfliegen?
Ich wollte unbedingt mit an Bord, trotz meines Handicaps. Ich wollte wissen, wer sich noch gegen die Feinde aufbäumte.
Schließlich entschied Kolping, dass neben der Besatzung des Helikopters 10 seiner Leute, darunter einige, die die Gegend kannten, Marc, Miriam, Irwin und ich mitfliegen sollten.
Geflogen wurde der Hubschrauber von Oleg und Sonja.
Mehr Kämpfer wollte und konnte er nicht entbehren und so blieb auch genügend Platz im Hubschrauber um diejenigen mitzunehmen, die wir eventuell finden würden.
In einem der Kellerräume in Penzing, der etwas versteckt lag, hatten die Kundschafter stapelweise Kisten mit Raketenwerfern und reichlich Munition dafür entdeckt.
Laut Bedienungsanweisung handelte es sich um Airburst Assault Weapons, die Explosivgranaten verschießen konnten. Die vorher programmierte Entfernung ließ es zu, auch verdeckte Ziele anzuvisieren. Die Granate muss kein Ziel treffen um zu explodieren, sie kann in der Luft über dem versteckten Feind gezündet werden, auch wenn er sich hinter Mauern oder anderen Deckungen versteckt.
Es gab aber auch panzerbrechende Munition dafür.
Laut Anleitung waren es XM 25, schultergestützte Smartguns. Dank des Zielcomputers kann jeder, der auch nur rudimentäre Kenntnisse über die Bedienung einer Schusswaffe hat, diesen Werfer bedienen.
Das Magazin fasst 4 Projektile.
Da wir von den Russen erfahren hatten, dass auch unsere Feinde über Flugzeuge und Hubschrauben verfügten, wurden 10 dieser halbautomatischen Waffen und hundert Granaten eingeladen.
Würden wir auf größere Truppenverbände stoßen, wollten wir damit den größtmöglichen Schaden anrichten und uns dann absetzen.
Ganz in der Nähe lag ja Füssen, auf unserer Karte steckte bei dieser Stadt eine schwarze, eine rote, eine blaue und eine grüne Nadel.
Also gab es dort Truppen, (laut Jamil waren dort tausende "Gotteskrieger" stationiert), ein großes Waffen-, Treibstoff- und Lebensmittellager und auch viele Sklaven, die dort die Felder bewirtschaften mussten.
Anscheinend hatten sich die Arabs dort häuslich niedergelassen und lebten dort schon seit über zwei Jahren.
Die Besatzung wurde außerdem mit Maschinenpistolen ausgerüstet und jeder trug seine persönlichen Waffen bei sich.

Und wieder einmal mussten wir erfahren, dass Jamil ein weiteres Mal nur das zugegeben hatte, was wir schon wussten.
Er hatte uns von den Stinger-Raketenwerfern erzählt, weil wir die bereits gefunden hatten, die XM 25 aber verschwiegen.

Die Kundschafter meldeten, dass die Arabs noch circa 3 Tage brauchen würden, um die Kaserne zu erreichen.

Wo blieben nur die Hubschrauben von Sigmaringen und Tübingen?

Sobald es hell wurde, hob unsere Libelle ab.
Rasch erreichten wir Penzing, kreisten über dem verwüsteten Landefeld und flogen, da einer der Soldaten bestätigte, dass sich seit seinem Besuch dort nichts verändert hatte, nach Lagerlechfeld weiter.
Auch dort war die Lage unverändert und wir landeten auch da nicht.
Der Pilot folgte der B 17 Richtung Füssen. Von oben konnten wir sehen, wie der Lech in Mäandern die Landschaft durchfloss. Und die vielen kleinen und großen Seen. Kleinere und größere Ortschaften lagen links und rechts des Flusses. Trotz der Verwahrlosung konnten wir noch gut erkennen, wie früher die Felder aufgeteilt gewesen waren. Solch eine wunderschöne Gegend. Wie gemacht für Kanufahrten, Radausflüge, Picknicks…………
Aber nichts von alledem wurde heutzutage noch unternommen.
Wir waren im Krieg.

Laut Karte näherten wir uns der Ortschaft Unterreithen, als uns plötzlich zwei Hubschrauben entgegen kamen.
Es waren zwei H 135, leichte Hubschrauber ohne nennenswerte Bewaffnung. Trotzdem griffen uns die beiden an. Zwei gut gezielte Schüsse reichten, und die Einzelteile trudelten zu Boden.
Unglaublich! Sie mussten doch gewusst haben, dass sie gegen den stark gepanzerten und bewaffneten Mil Mi 26 keine Chance hatten.
Wir waren gewarnt. Ganz in der Nähe mussten Truppen stationiert sein.
Was wir jedoch zu sehen bekamen, war keine Garnison, sondern ein riesiges Feldlager.
Wie ein endloser Lindwurm, bestehend aus Metall,, reihte sich ein Fahrzeug ans andere. Es waren hunderte Fahrzeuge, wie gewohnt ein Sammelsurium aller möglicher Typen. Nur dass dieses Mal auch Panzer dabei waren. Und noch mehr Hubschrauber. Warum nur die beiden, die uns angegriffen hatten, aufgestiegen waren, konnten wir uns nicht erklären.
Mittendrin, gut geschützt, standen etwa 30 Tankwagen.
Und sie hatten Zelte aufgebaut, hunderte. Einige große Wohnmobile gab es auch.
Die Arabs hatten den Vorfall natürlich mitbekommen und im Lager setzten sich einige Motorräder mit Beiwagen in Bewegung, die uns entgegenfuhren.
Etwa zwei Kilometer weiter hielten sie an, die Beiwageninsassen richteten Werfer auf uns.
Der Pilot setzte Flares aus, zog den Vogel hoch und flog mit höchster Geschwindigkeit außer Sichtweite der Schützen.
Die Flares lenkten die Suchköpfe der Raketen ab und keine einzige folgte uns. Wir atmeten auf.
Eins war sicher. Mit dem Helikopter konnten wir uns dem Lager nicht mehr nähern. Sie wussten nun von uns.
Aber wir mussten eine Möglichkeit finden, sie aufzuhalten. Sie durften unsere Kaserne nicht erreichen.

Wir beschlossen, uns einen Landeplatz zu suchen und über unsere weitere Strategie zu beraten.
Dafür mussten wir uns ein sicheres Versteck für unser Fluggerät suchen und in unauffälligere Fahrzeuge umsteigen.
Unser Pilot setzte den Hubschrauber auf einer Lichtung in der Nähe des Kühlmoossees auf. Er wurde mit Tarnnetzen bedeckt.
Die Soldaten schwärmten aus um Fahrzeuge zu beschaffen. Wir "Zivilisten" blieben mit der Crew beim Helikopter. Solange wir auf die Rückkehr der hoffentlich Erfolgreichen warten mussten, packten wir einige belegte Brote aus und tranken dazu Kaffee oder Tee aus Thermoskannen.
Plötzlich hörten wir Motorenlärm.
Wir schauten uns an. Nach so kurzer Zeit konnte das keiner von den Unseren sein.
Oleg, Sonja, Marc, Miriam und zwei der Besatzungsmitglieder sprangen auf und liefen Richtung Straße.
Ich verfluchte meinen gebrochenen Knöchel, der mich dazu verdammte ruhig sitzen zu bleiben und zu warten.
Die fünf waren von meinem Platz aus nicht zu sehen, sie hatten sich im Unterholz versteckt. Den Geräuschen nach fuhren mehrere Motorräder und mindestens ein schweres Dieselfahrzeug in unsere Richtung.
Sie passierten unser Versteck und ich sah, wie sich die Freunde aufrichteten. Sie hielten ihre Pistolen in der Hand und traten auf die Straße hinaus. An den klobigen Umrissen konnte ich erkennen, dass sie Schalldämpfer aufgeschraubt hatten. Die Schüsse waren natürlich trotzdem noch zu hören, aber nicht über weite Entfernung.
Dann konnte ich sie nicht mehr sehen, weil sie durch die Bäume und die Sträucher, die am Straßenrand wuchsen, verdeckt wurden.
Ich wollte wissen, was vor sich ging, packte meine Krücken und wollte mich zu ihnen begeben, wurde aber vom Bordfunker daran gehindert, der mich am Arm festhielt.
Wütend wollte ich mich losreißen, hatte gegen den kräftigen Russen aber keine Chance.
"Bleib hier, wenn es Schwierigkeiten gibt, können sie nicht auch noch auf dich aufpassen."
Ich entspannte mich. Er hatte ja recht. Nur war "Geduld" eben nicht mein zweiter Vorname.
Als ich sah, wie Boris seine Waffe zog und entsicherte, ahmte ich es nach.
Nach langen Minuten, die mir wie Stunden vorkamen, trat Miriam aus dem Unterholz hervor und kam zu uns.
"Wir haben vier Motorräder mit Beiwagen und einen SUV erbeutet. Die haben beim Rezeptionsgebäude der Klinik angehalten und sind aus-, bzw. abgestiegen. Sie versammelten sich und fingen an, sich zu unterhalten. Bis auf einen sind alle tot. Den werden wir befragen." Sie rieb sich die Hände.
Und schon fuhren die Motorräder und das Auto auf die Lichtung.
Die Toten hatten sie ins Gebäude getragen, den Verletzten ins Auto gesetzt.

Zwei Stunden später hatten wir viele neue Informationen.
Wie wir bereits von Jamil wussten, hatten sich die Arabs in Füssen und Umgebung häuslich niedergelassen. Die Befehlshaber hatten es sich in den Schlössern gemütlich gemacht, das Fußvolk in den Häusern.
Laut Angabe des Gefangenen waren zuletzt 17 000 in Füssen stationiert gewesen, davon hatten sich 12 000 auf den Weg gemacht, die letzten Bastionen deutschen Widerstands dem Erdboden gleich zu machen. 5000 waren geblieben um die Stadt zu sichern und die Sklaven zu bewachen.
Davon gab es mindestens 10 000, genau wusste es der Kerl nicht.
"Weiß ich nicht genau, ist nicht wichtig, sterben welche, egal, fangen neue, ungläubige Schweine nicht wichtig."
Mit dieser Aussage handelte er sich einen fiesen Tritt in seine Kronjuwelen ein, der ihn laut aufjaulen und sich zusammenkrümmen ließ.
Weiter erfuhren wir, dass die Gefangenen auf den Feldern arbeiten und für frisches Gemüse sorgen mussten. Ebenso kümmerten sie sich um die Viehherden.
Tagsüber arbeiteten sie unter Bewachung, nachts wurden sie in ehemaligen Fabrikhallen eingeschlossen.
Wir erfuhren alles über die Waffen-, Lebensmittel- und Treibstofflager.
Aber das Meiste davon war mit dem Konvoi auf den Weg gegangen, den wir gesehen hatten.
Der war unterwegs zur Otto-Liliental-Kaserne, aber damit erzählte er uns nichts, was wir nicht schon wussten.
Er und seine Kumpane waren umgekehrt, weil sie keine Lust gehabt hatten, an dem Kampf teilzunehmen. Sie wollten lieber in Füssen bleiben und das Leben genießen, nein, es würde nicht auffallen, da niemand genau wusste, wer und wie Viele sich auf einen Raubzug begaben.
Es gab zwar Befehlshaber, aber ob man ihnen gehorchte, hing meistens von der Entfernung ab, die man zu ihnen hatte.
Eine ganz wichtige Information erhielten wir noch: Der Kalif befand sich bei diesem Konvoi!
Wir hatten ihn in Rostock vermutet, dort war er auch gewesen, aber vor einer Woche war er mit einem Flugzeug in Füssen angekommen um gemeinsam mit dem ranghöchsten Amerikaner, einem gewissen General William Arbitrage die Feldzüge gegen die Einheimischen anzuführen.
Sie hatten sich bei Halblech versammelt und schon morgen sollte sich der Konvoi in Bewegung setzen.

Natürlich hatte uns der Arab diese Informationen nicht freiwillig und auch nicht ohne tatkräftige Nachhilfe Miriams gegeben.
Er hatte zuerst den Unwissenden gespielt, danach versucht, uns mit Drohungen einzuschüchtern und schließlich doch geredet. So wie Jamil.
Als Oleg sicher war, dass wir alle erfahren hatten, was er wusste, führte er ihn eine Strecke weg vom Helikopter und kam alleine wieder.

Wir begutachteten die Fahrzeuge und fanden sie in einem guten Zustand. Die Tanks waren noch fast voll und im SUV fanden wir einige Kanister mit Benzin und Diesel.
Mit diesen Fahrzeugen könnten wir praktisch schon 17 Personen transportieren. Selbst wenn unser Leute keine weiteren auftreiben konnten, würden diese schon genügen, da wir insgesamt nur 20 Personen waren und mindestens drei beim Hubschrauber als Wache zurückbleiben mussten.

Unsere Kameraden kamen erst spät in der Nacht mit zwei weiteren SUVs zurück. Das genügte.
Allen knurrte der Magen und so gab es ein spätes Nachtessen. Danach legten wir uns schlafen, denn es sollte noch vor dem Morgengrauen losgehen.
Es war beschlossen worden, dass wir uns dem Lager soweit als möglich nähern wollten um dann soviel Schaden anzurichten wie wir konnten.
Die Tankwagen waren natürlich das bevorzugte Ziel. Die wollten wir mit der panzerbrechenden Munition beschießen.
Da Sonja davon ausging, und von Miriam in dieser Vermutung bestärkt wurde, dass die Anführer in den großen Wohnmobilen fuhren, die wir inmitten der Zelte gesehen hatten, wollten wir die mit den Explosivgranaten beschießen. Mit etwas Glück konnten wie so die Anführer eliminieren.
Boris, Milwa und Andrasch mussten zurückbleiben, wir anderen verteilten uns auf die Fahrzeuge.
Marc und ich fuhren in einem der SUVs, im anderen Oleg und Irwin, den dritten teilten sich Sonja und Miriam. In jedem Wagen fuhr noch ein Soldat mit.
Die anderen Soldaten verteilten sich auf die Gespanne.
Die XM 25 und die Granaten wurden verteilt. Bei den Gespannen bekamen die im Beiwagen die Smartgun und die Granaten.
In den Autos die Beifahrer.
Wir fuhren Richtung Halblech und näherten uns dem Lager. Am Horizont wurde es langsam heller.
Wir waren noch ein gutes Stück vom Lager entfernt, als wir eine gewaltige Detonation hörten, gleich darauf eine zweite, gefolgt von einer riesigen Stichflamme und dann schien der Himmel zu brennen.
Marc lenkte den Wagen hinter einige verlassene Häuser, die anderen Fahrzeuge folgten dichtauf.
Kaum hatten wir die Motoren abgestellt und waren ausgestiegen um uns zu beraten, raste auf der Straße ein dunkler Wagen mit hoher Geschwindigkeit vorbei.
Wir konnten erkennen, dass zwei Männer darin saßen.
Oleg schickte eines der Gespanne Richtung Lager, er wollte wissen, was da passiert war.
"Das Lager brennt. Alles rennt durcheinander. Einige Hubschrauber sind aufgestiegen."
Eines der Gebäude war eine Scheune, die Tore standen offen. Schnell fuhren wir die Fahrzeuge ins Innere und warteten ab.
Nicht lange danach kamen einige Helikopter in Sicht und flogen in die Richtung, in die das Auto verschwunden war.
Oleg schlug vor, dass Marc und ich den Helikoptern folgen sollten während er mit den Anderen zum Lager fahren wollte, um zu schauen, ob sie noch mehr Schaden anrichten konnten.
Wir folgten der Straße und behielten die Hubschrauber im Blick. Die kümmerten sich nicht um uns, sie dachten wohl, wir gehörten zu ihnen, da wir aus Richtung Lager kamen.
Wir folgten einem von ihnen bis zu einem Stausee. Dort warf die Besatzung einen Behälter aus der offenen Tür. Der ging in der Nähe des Kraftwerkkontrollgebäudes zu Boden und platzte auf. Rauch quoll heraus.
Wir sahen eine Gestalt aus der Tür des Gebäudes rennen und kurz darauf zurückkommen. Sie trug jetzt eine Gasmaske und hatte einen Rucksack in der Hand.
Sie verschwand wieder im Kontrollgebäude.
Der Hubschrauber setzte zur Landung an. Die Besatzung hatte es auf die Männer dort drinnen abgesehen.
Der Soldat stieg aus, legte die XM 25 an und der Hubschrauber verschwand in einem Feuerball.
Die brennenden Wrackteile fielen alle in den Stausee.
Von den anderen Helikoptern war nur noch einer so nah, dass er den Abschuss mitbekommen hatte. Anstatt zu fliehen, zog der Pilot die Libelle in eine enge Kurve und flog uns an. Nur um ebenfalls von einer Granate getroffen zu werden.
Aber er hatte wohl mit den drei anderen Funkkontakt gehabt und auch sie näherten sich.
Marc nahm sich den zweiten Werfer. Sie erwischten sie alle. Jeder Schuss ein Treffer!
Ich konnte nur den Kopf schütteln über so viel Dummheit.

Wir näherten uns vorsichtig dem Gebäude.
Der Rauch, der aus dem Behälter ausgeströmt war, hatte sich bereits nach kurzer Zeit verzogen.
Da ich davon ausging, dass ich als Frau als ungefährlich eingeschätzt wurde, hinkte ich auf meinen Krücken bis kurz vor die Tür. Immer wieder war ich stehen geblieben und hatte gerufen. Aber es kam keine Reaktion.
Hatten sie Angst vor mir? Vermuteten sie eine Falle?
Ich holte tief Luft und ging durch die Tür.
Da lagen fünf Personen auf der Erde, nur eine hatte eine Gasmaske auf. Neben ihm lagen weitere, aber die Zeit hatte nicht mehr ausgereicht, sie den Anderen zu geben. Allerdings hatte ihm seine auch nichts genutzt. Er war genauso besinnungslos wie die Anderen.
In dem Raum stank es. Nach ungewaschenen Körpern und Kleidern, nach Moder und nicht mehr ganz frischen Lebensmitteln.
Auf meinen Zuruf kamen Marc und der Soldat herein. Beide rümpften ebenfalls die Nase. Aber sie trugen die Fünf nach draußen und wir stellten fest, dass sie unverletzt waren.
Getarnt unter Zweigen entdeckten wir das Fahrzeug, das so schnell an uns vorbeigerast war.
Die Rückbank war umgeklappt und das ganze Auto war vollgepackt mit Kisten und Kartons.
Eine oberflächliche Revision ergab EPAs, MREs, Waffen, Munition und Kleidung. Auch er hatte MX 25 samt Granaten.
Der Soldat rief, dass sich die Leute anfingen zu bewegen. Marc lief schnell hin, ich humpelte langsam hinterher.
Der, dem wie die Gasmaske abgenommen hatten, öffnete die Augen.
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Beitragvon Mankei » 03.04.2016, 23:30

Alles war verschwommen als ich aufwachte, um mich herum vernahm ich viele unbekannte Stimmen, waren es Amirabs und wo sind meine neuen Freunde.
Ich rieb mir die Augen und sah nun noch weniger, Wasser, bitte Wasser schrie ich. Jemand gab mir einen vollen Kanister, zuerst vorsichtig nippend dann einen großen Schluck nehmend und schließlich mehrmals die Augen befeuchtend brachte es die erhoffte Linderung.
Ich konnte nun Frauen und Männer ausmachen die leise über uns redeten.
Mit einem Satz stand ich auf, sofort zogen ein Mann und eine Frau ihre Waffen, eine andere die einen Gips am Bein hatte schrie das wir uns alle sofort beruhigen sollten, wir alle sind hier die Guten also benehmen wir uns auch so.
Der Mann packte seine Pistole weg und ging mit ausgestreckter Hand auf mich zu, geht es dir wieder besser, ich glaube wir haben uns alle viel zu erzählen, damit wir aber nicht alles doppelt bereden sollten wir noch auf deine Freunde warten.
Ich beruhigte mich langsam, meine Name ist Mankei und die vier kenne ich selbst gerade erst ein paar Stunden, sie lebten hier seit über zwei Jahren und wie man sieht und vor allem riecht mehr schlecht als recht.
Alle fingen an zu lachen.
Sie wissen nicht viel und das ist vielleicht auch besser so, sie machen einen eher ängstlichen Eindruck auf mich.
Von wo kommst du fragte ein Mann der offensichtlich Russe war.
Später!
Ich erzählte von meinem nächtlichen Manöver im Lager der Amirabs und dem Anschlag auf ihre Mobilität um ein Angriff auf Deggendorf zu verhindern.
Du weißt von Deggendorf, sagte eine der Frauen?
Davon habe ich letzte Nacht erfahren, mein Anschlag sollte sie aufhalten, wenigstens so lange bis ich die Menschen in Deggendorf warnen konnte.
Du hast den Anschlag alleine gemacht fragte wieder der Russe.
Ja?
Bist du Russe, kennst du Sergej und Natascha, sie sind Piloten und in Perpignan stationiert.
Was weißt du von Perpignan fragte mich dieses mal eine Frau die anscheinend auch Russin war.
Mir wurde es zu bunt, rede nur ich hier oder wie ist das, jetzt seid ihr an der Reihe.
Alle schauten sich an, keiner wollte anscheinend etwas sagen!
Gut wenn ihr nicht wollt dann rede ich auch nicht mehr und meine angeblichen Freunde werden euch nichts sagen können denn sie wissen nichts.
Nun stand erneut die Frau mit der Waffe auf, sie schrie mich an, los, erzähle gefälligst weiter oder ich werde es auf eine andere Art und Weise in Erfahrung bringen.
Erschrocken schrie ich sie nun an, ist das eure Vorgehensweise, Menschen foltern um an Informationen zu kommen obwohl wir laut eurer Aussage doch die Guten sind.
Halte deinen Mund schrie sie erneut.
Das werde ich sicherlich machen, denke daran das du es mir befohlen hast, nur eine Frage hätte ich noch, gehört ihr zu den Amirabs.
Sie rannte auf mich zu und gab mir eine Ohrfeige.
Es reicht, hört auf befahl der Mann.
Mein Name ist Marc, wir kommen aus Roth und suchen in jedem der fünf verbliebenen Stützpunkte im Süddeutschen Raum nach Verbündeten im Kampf gegen die Arabs.
Der fünf verbliebenen und Roth, somit sind alle noch aktiv, auch Deggendorf stellte ich erfreut fest.
Marc fragte woher ich von den sechs Orten wusste.
Von einer Karte, ich nahm sie einem toten amerikanischen Colonel ab, er hatte sie in Lagerlechfeld an der Wand hängen und da er Tod war dachte ich er braucht sie nicht mehr also nehme ich sie.
Leises Gelächter.
Da warst du auch schon fragte Marc.
Ja und bevor dieses absolut langweilige hier rede nur ich so weiter geht, die drei Transportflugzeuge in Lagerlechfeld sind noch flugfähig aber die zwei Flugzeuge in Penzing werdet ihr nicht mehr in die Luft bringen.
Das warst du fragte die Frau die mich geschlagen hat.
Ja!
Ich heiße Miriam, freut mich dich kennen zu lernen und entschuldige meine Aggressivität.
Wenn es bei dieser einen Ohrfeige bleibt dann ok.
Unsere Unterhaltung wurde nun offener, wir erzählten uns was seit dem Beginn der Kampfhandlungen so alles passierte.
Als Marc dann aber nach Landsberg fragte, nach dem Bunker, wurde ich still und überlegte ob ich ihnen davon berichten sollte.
Sie merkten das etwas nicht stimmte.
Was ist los fragte Marc, weißt du wo der Bunker ist.
Nein!
Wirklich nicht?
Wirklich!
Die Frau mit dem Gips stand die ganze Zeit abseits und hörte aufmerksam zu, ich schaute sie öfters an aber sie zeigte keinerlei Regung.
Du lügst Mankei!
Nein, ich sage euch die Wahrheit!
Machst du nicht, aber ich verstehe dich.
Hört mir zu, nehmen wir mal für einen kurzen Augenblick an ich wüsste etwas von diesem Bunker, nehmen wir weiter an das dort weit über dreihundert Menschen in Frieden leben, dass es dort schwangere Frauen, Kinder und auch ältere gibt die absolut keine Erfahrung mit einem Krieg haben und noch weniger Ahnung von Waffen haben, was sie aber haben ist genügend Vorräte und die Gewissheit das sie in Sicherheit sind weil jemand auf sie aufpasst.
Dieser jemand bist du fragte Marc.
Das habe ich nicht gesagt.
Eine lange Pause des Schweigens folgte.
Habt ihr Hunger fragte ich nach einiger Zeit.
Wir gingen gemeinsam zu meinem Auto, ich holte einen Karton MRE's und verteilte sie an alle.
Was machen eigentlich Jochen, Birgit, Matthias und Bernd, sind sie immer noch Bewusstlos.
Ja sagte ein Mann in Uniform, ich schaue regelmäßig nach ihnen.
Was das wohl für ein Gas war das sie da verstreuten, meine Maske hielt vielleicht stand, was mich trotzdem in Tiefschlaf versetzte war meine Haut, ohne ABC - Anzug hilft einem wahrscheinlich auch die Maske nichts.
Sie hat schon geholfen, du bist wach, die anderen noch nicht.
Hoffentlich schaffen sie es, ich freute mich endlich Menschen zu treffen die noch Leben, dabei soll es auch bleiben.

Wir beäugten uns gegenseitig, keiner wollte zu viel von sich sagen aber auf der anderen Seite so viel wie möglich erfahren.

Wie schaut dein Plan aus Mankei, was hast du vor.

Wieder sollte nur ich reden und innerlich kochte ich vor Wut, wenn nur endlich Jochen, Birgit, Matthias und Bernd aufwachen, dann würdet ihr sehen wie mein Plan aussieht, nämlich unbemerkt in den T5 steigen und sofort das Weite suchen aber ohne euch.
Vielleicht waren sie die Guten in diesem Schauspiel, mir ging ihre Arroganz aber derart auf die Nerven das ich eigentlich nichts mit ihnen unternehmen möchte. Mag es sein das ich keine Vorschriften beachten wollte, bisher bin ich aber alleine gut zu recht gekommen und das sollte so bleiben. Einzig diese geheimnisvolle Frau mit dem Gips war mir sympathisch, ebenso wie Marc.

Vielleicht ist einfach unsere Situation dafür verantwortlich das man selbst zu Menschen die auf der gleichen Seite stehen kein Vertrauen mehr hat, oder es zumindest nur sehr langsam zulässt.

Endlich wachten die anderen wieder auf, sie fühlten sich erbärmlich und waren nach dem es ihnen besser ging überrascht über die neuen Freunde. Nach einiger Zeit kam Jochen zu mir, er sagte Miriam habe ihm befohlen mich auszufragen. Sie müssen unbedingt den Standort des Bunkers in Landsberg erfahren und dazu wollte sie wenn ich es nicht schaffe auch zu anderen Mitteln greifen.

Freunde, gemeinsame Kämpfer, wir sind die Guten, alles nur leere Phrasen.

Ich kannte Jochen und die anderen so gut wie gar nicht, aber etwas in mir sagte das sie in Ordnung sind. Könnte ich ihnen Vertrauen, würden sie mir helfen. Es war einen Versuch wert.
Als es dunkel wurde machten wir es uns im Kontrollwerkshaus etwas gemütlicher, es wurde aufgeräumt und ein kleines Feuer schenkte die nötige Wärme.
Bernd deutete mehrmals auf Miriam die anscheinend auch ihn schon bearbeitet hatte.
Fehlten nur noch die anderen zwei.
Ob ich ihnen trauen konnte wollte ich mit einer Finte heraus finden, ich sagte jedem das ich heute Nacht so wie alle schlafen gegangen sind einen Fluchtversuch machen werde, falls sie mich begleiten wollen dann sollten sie zum ersten See hoch gehen, der große Stein am südlichen Ende des Sees sollte unser Treffpunkt morgen werden.

Am Feuer sitzend merkte man die Anspannung um uns herum, jeder beobachte den anderen als wären wir Feinde. Was hat das alles nur aus uns gemacht. Sollten wir nicht gemeinsam für unsere Freiheit kämpfen und die verdammten Amirabs aus dem Land schmeißen, statt dessen bekämpfen wir uns untereinander, wenn auch nicht direkt so doch indirekt.

Es war kurz nach Mitternacht, es schien das alle schliefen, also begann ich meine Flucht, Miriam wollte unbedingt Wachen aufstellen, doch Jochen und ich konnten sie vom Gegenteil überzeugen.
Vorsichtig robbte ich zur Türe, öffnete sie und schon war ich draußen angekommen. Rein ins Auto, kurz alles auf Vollständigkeit überprüft, dann wurde es ernst.

Ich startete den T5, fuhr kurz vor, dann zurück und wieder vor, nun schaffte ich den steilen Weg hinauf in Richtung erster See. Da ich die Strecke kannte war es mir möglich ohne Licht zu fahren, aber selbst mit Licht hätte ich mehr Angst gehabt das mich die Amirabs entdecken können als meine angeblichen Verbündeten. Nach ein paar Minuten Fahrt erreichte ich den See, es war wunderschön wie sich der Halbmond im Wasser spiegelte. Meine Fahrt endete nun, nicht an der vereinbarten Stelle sondern 200 Meter weiter an einem kleinen Feldweg der kaum zu sehen war.

Der Tag begann mit Sonnenschein und mit dem verwischen meiner Autospuren. Ich hatte sogar so etwas wie Lampenfieber, würden Birgit, Jochen, Matthias und Bernd kommen und bringen sie die anderen mit. Mitten in der Nacht wachte ich auf und dachte das es natürlich Vorteile hätte wenn wir gemeinsam gegen die Amirabs kämpfen, mein Problem war nur das ich nicht einverstanden mit dem „wie“ war, sicherlich war auch mein Verhalten nicht gerade förderlich, außerdem retteten sie unser Leben, aber das rechtfertigt nicht ihr Auftreten. Wenn Sie sich so auch gegen meine Freunde im Bunker verhalten würden käme es schon nach kurzer Zeit zu einer Eskalation. Das durfte ich nicht zulassen.

Es wurde immer später und niemand kam und eigentlich war ich deswegen nicht traurig, ich war alleine und wusste um meine Stärke und musste mich nicht um andere kümmern.

Mein gesamte Ausrüstung hatten sie mir gelassen, Waffen, Munition, Nahrung, Wasser alles war da.
Zeit einmal die Kleidung zu wechseln, ich fühlte mich unsauber und nutzte die Gelegenheit um mich zu waschen. Der See tat seine Wirkung oder besser gesagt die Kälte des Sees zeigte ihre Wirkung aber es war gut den ganzen Schmutz der letzten Tage abzuwaschen.
Ich legte mich zum trocknen ins Gras und die Sonne wärmte mich dabei.
Wie hatte ich mich nur verändert, warum nur haben wir die Türe des Bunkers geöffnet, keiner wäre Tod. Auf jede Aktion folgt eine Reaktion, hätten wir nur nie damit angefangen.
Ich war kurz eingenickt, lag nackt am Seeufer und wartete darauf verraten zu werden aber es kam niemand. Vielleicht haben die vier es sich anders überlegt und sind mit den anderen nach Roth gefahren oder sie suchen in Landsberg einen Bunker den sie so eigentlich nicht finden können.

Ein neuer Plan musste her, sie sprachen von 5000 Amirabs die noch in Füssen sind, dazu 10000 die für sie arbeiten, wenn ich es schaffen würde Kontakt mit diesen Menschen aufzunehmen, sie zu bewaffnen dann wäre es doch, zumindest auf dem Papier, ein leichtes sie zu überwältigen.
Die Elite hockt im Schloss, wie immer, war es nicht Marc oder der Russe der erzählte sie residieren dort alleine, jeder in einem Schloss für sich.
Wenn ich es schaffen würde, wenigstens in eines der Schlösser zu kommen dann ist alles möglich, aber auf dem normalen Weg ist es sicherlich unmöglich.
Über die Berge könnte es gehen, von dort aus erwarten sie sicher keinen Angriff. Ich kannte den Tegelberg und wusste das es von dort einen wenn auch nicht leichten Weg zu den Schlössern gab, irgendwann ist man dann an der Marienkirche und falls sie passierbar ist kommt man ins Schloss Neuschwanstein.
Immer mehr brannte sich dieser Plan in mein Gehirn, die Wegweiser müssten alle noch da sein, wer sollte sie schon entfernen und aus welchem Grund.
Es war jetzt schon Nachmittag und kein Mensch war sichtbar, also entschied ich mich meinen Plan durchzuführen. Penibel überprüfte ich mein Waffenarsenal, zu viel konnte ich nicht mitnehmen da es ein langer schwerer Weg werden würde.
Meine Wahl fiel auf eine der WSS-Wintores mit 20 Magazinen, die Pistole mit dem Schalldämpfer und zehn Magazinen, zwei Messer, das Nachtsichtgerät und dann die XM-25 mit allen Magazinen, sie bekam den Vorzug vor dem Flugabwehrraketenwerfer der deutlich schwerer war. Dann noch drei Liter Wasser und aus den Epa's einige Energieriegel.
Dann leistete ich mir noch ein fürstliches Abendmahl und legte mich schlafen, der morgige Tag wird sicherlich sehr anstrengend.

Ruft da jemand meinen Namen, ich war mir nicht sicher, doch jetzt hörte ich deutlich mehrere Stimmen meinen Namen rufen. Das Nachtsichtgerät aufsetzend und die WSS-Wintores im Anschlag sondierte ich die Umgebung, Birgit und Jochen waren zu sehen, sonst niemand, abwartend ob sich nicht doch jemand irgendwo versteckte lies ich ihre Anfrage unbeantwortet. Es war zwei Uhr nachts und die beiden liefen mehrmals um den vereinbarten Treffpunkt doch ich wollte noch warten.
Ganz vorsichtig stieg ich aus dem Auto, immer näher kommend schlich ich mich am Boden entlang und war nur etwa zwanzig Meter von ihnen entfernt. Ich hoffte etwas von ihrem Gespräch zu verstehen. Birgit war ungeduldig, sie sagte öfters, lass uns wieder gehen, er ist nicht mehr da, wir haben zu lange gewartet. Jochen bat um Aufschub, wenigstens noch 15 Minuten, wir könnten ja lauter rufen, vielleicht hat er etwas weiter ein Lager aufgestellt. Er ist sicher nicht mehr da sagte Birgit enttäuscht, wären wir nur mit den anderen gefahren, er ist sicher nicht mehr da.
Doch er ist da antwortete ich.
Beide drehten sich sofort um, wir umarmten uns mehrmals.
Ihr habt es geschafft und das ohne Begleitung.
Jochen sagte das es nicht so einfach war, eigentlich nur weil Bernd und Matthias sich für uns opferten, sie sind mit den anderen gefahren.
Wohin?
Sie sprachen mehrmals von Landsberg.
Sie kennen aber doch nicht den Weg.
Das stimmt Mankei, aber sie wollen es halt auf gut Glück versuchen.
Dann wünsche ich ihnen viel Erfolg damit, der Bunker ist nämlich nicht in Landsberg.
Ist er nicht fragte Birgit.
Nein!
Na die werden sich freuen!
Wohl eher in den Hintern beißen!
Kommt mit zum Auto, wir sollten etwas schlafen, morgen erzähle ich euch meinen Plan.
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Beitragvon Mankei » 04.04.2016, 20:55

Als wir aufwachten wollte ich den beiden sofort meinen Plan erklären.
Ich hoffte sie würden mir helfen.
Jochen und Birgit hörten aufmerksam zu und am Ende meines Plans angekommen schauten sie sich beide an und sagten „natürlich sind wir dabei.
Ich war froh darüber, erhöhte es doch die Chance auf Erfolg.

Eigentlich sollten wir heute starten, aber einen Tag mehr oder weniger sollte keine Konsequenzen haben, ich wollte Birgit und Jochen die Möglichkeit geben sich mit den Waffen vertraut zu machen.
Jochen fühlte sich zur XM-25 hingezogen, er hörte gestern ein Gespräch wie sie damit die Hubschrauber abschossen, außerdem konnte er gut Englisch. Birgit war ein Naturtalent was die WSS-Wintores betraf, ich wurde richtig neidisch wie gut sie schoss, wir teilten am Ende brüderlich die Magazine. Der Tag verging rasend und am Abend erklärten mir die beiden den Weg von der Kenzenhütte zum Tegelberg, von da weiter über die Gelbe Wand zur Marienkirche und schließlich zum Schloss Neuschwanstein. Birgit sagte das der Weg zum Tegelberg nicht schwierig aber dafür lang ist, der Weg vom Tegelberg zur Marienkirche über die Gelbe Wand jedoch Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erfordere. Es gibt zwar auch einen leichteren Weg zum Schloss allerdings sind wir da nahezu durchgehend sichtbar, deswegen ist es besser die schwierige Tour zu nehmen.
Ich fragte Birgit warum sie sich so gut hier auskennt darauf fing sie leicht zu weinen an, sie war mit ihrem Vater und ihrer Bruder viel Bergsteigen gewesen.
Haben sie es nicht geschafft.
Doch sagte Jochen, aber sie müssen ebenso wie die Mutter von Birgit für die Amirabs arbeiten.
Wieso habt ihr das nicht früher gesagt, ich, nein Entschuldigt, wir sollten versuchen sie zu befreien.
Birgit hatte eine Mischung aus Freuden- und Mitleidstränen im Gesicht, wenn es möglich wäre, aber dann sollten wir auch noch den Bruder von Jochen befreien. Dein Bruder arbeitet als Sklave bei den Amirabs, wieso habt ihr mir das denn nicht schon längst erzählt, das ist Familie, in dieser Zeit etwas das mehr wiegt als alles Gold, wenn ich aber genau darüber nachdenke wäre es am besten wir würden alle befreien, aber das ist zu dritt bestimmt unmöglich.

Wir haben auch noch ein weiteres Problem, wir brauchen Schutzanzüge und Gasmasken, wenn wir da unten loslegen werden sie sicher wütend und steigen mit den Hubschraubern auf und was dann kommt haben wir ja schon erfahren, Gas.
Wir bräuchten einen der russischen Hubschrauber samt Piloten, der könnte sie in Schach halten, dadurch hätten wir eine echte Chance. Wenn wir das ganze erneut um einen Tag verschieben würden und dafür heute Nacht das Lager der Amirabs besuchen gehen, ich hatte schon mehrmals Glück weil sie sich ihrer Sache zu sicher waren, oder vielleicht sind sie auch einfach nur blöd, ich weiß es nicht, aber wir können es schaffen und wenn zu viel Patrouille ist dann lassen wir es sein und ziehen einfach am nächsten Tag den Plan durch. Wenn Du meinst dann machen wir es so. Nein Birgit, wir sind jetzt zu dritt und Entscheiden auch zu dritt, alle müssen dafür sein oder wir lassen es.
Birgit und Jochen hoben sofort die Hand, meine kam als letzte hoch, wir lachten.
Wir haben noch 13 Raketen für den Flugabwehrraketenwerfer und zehn Magazine a 4 Granaten für die XM-25, was haltet ihr davon wenn wir heute Nacht etwas Streit suchen, eigentlich unüblich, aber es vergrößert vielleicht sogar unsere Erfolgsaussicht, wenn jetzt wieder ein Angriff von der selben Seite kommt werden sie sicher Wachen und was weiß ich noch was alles dort abstellen, dann können wir einen Tag später ungestört über die Marienbrücke kommen.

Als es dunkel wurde machte sich in jedem Anspannung bemerkbar, vor allem Jochen und Birgit merkte man es deutlich an, sie rannten hin und her, packten ohne Konzentration ihre Sachen und bei Gesprächen konnte man ein leichtes zittern erkennen.
Ich versuchte sie zu beruhigen, alles wird gut, falls es brenzlig wird brechen wir einfach ab.

Als wir am Kontrollwerkshaus vorbeifuhren war niemand mehr da und nach ein paar Minuten bogen wir schon auf die Bundesstraße Richtung Füssen ein. Nur ein paar hundert Meter weiter stellten wir den T5 ab, überprüften ein letztes Mal die Ausrüstung.

Wir bleiben zusammen, egal was kommt, falls wir aber doch getrennt werden ist der Treffpunkt am Auto. Wir gaben uns die Hand und zogen in den Krieg, jetzt war unsere Zeit gekommen, die der Amirabs lief ab, sie wussten es nur noch nicht.
An den Tankwagen angekommen bestaunte ich das Ergebnis meines ersten Anschlages, an den Latrinen vorbei und dann kamen schon die Zelte mit den Gasmasken, Birgit packte einige davon ein. Zwei Reihen weiter nach vorne gehend erreichten wir nun das Zelt wo ich die beiden Amirabs erlöste. Wir gingen aber weiter und obwohl wir ausmachten zusammen zu bleiben trennten wir uns, es war zu verlockend, niemand war unterwegs, wie sagten unseren neuen Freunde, es waren 17000 und 12000 von ihnen wurden los geschickt, die verbleibenden 5000 hatten leicht in Füssen und Schwangau Platz, ein willkommener Umstand. Birgit kam zu mir, komm mit ich habe etwas gefunden, wir holten noch Jochen der ein Zelt mit Lebensmitteln fand jedenfalls deutete alles darauf hin er aß voller Freude eine Tomate. Birgit schlug die Zeltplane geräuschlos zur Seite damit wir eintreten konnten. Sie hatte eine Kiste geöffnet und darin waren nagelneue ABC Schutzanzüge der Firma „Eurolite“. In der anderen Ecke fanden wir Gasmasken die um einiges besser waren als die Modelle die wir ein paar Zelte weiter hinten mitnahmen. Wir waren glücklich über diesen Fund, platzierten alles etwas versteckt am Zelt vor dem Wald und machten uns weiter auf die Suche nach Nützlichem. Zeltreihe um Zeltreihe kamen wir immer näher an Schwangau heran, vernünftiges fanden wir nicht, Maschinengewehre, Pistolen, Munition all das hatten wir zur genüge, falls wir nichts besseres finden wollten wir auf dem Rückweg etwas mitnehmen. Unendliche Zelte weiter kamen wir an den ersten Häusern von Schwangau an, in einigen brannte Licht, wir pirschten uns an ein Fenster, dort sahen wir fünf Männer die an einem Tisch hockten und irgendetwas spielten, viel interessanter waren aber die Kisten die sie offenbar bewachten. Wir überlegten ob es machbar sei sie auszuschalten und bevor die anderen etwas sagen konnten war ich schon im Zimmer drückte mit der Pistole fünfmal ab, sie fielen auf den Boden keiner rührte sich mehr. Jochen und Birgit kamen herein, sie hatten anscheinend noch nie Tote gesehen.
Man gewöhnt sich daran!
Die beiden schauten mich geschockt an.
Die Kisten waren allesamt verschlossen, fündig wurden wir bei einem der Amirabs.
Birgit öffnete die erst Kiste, darin war C4 Sprengstoff mit Zeituhren, so wie man sie aus dem Fernsehen kannte, niemand von uns hatte so etwas in Natur bisher gesehen. Kann der hochgehen fragte uns Birgit, schulterzuckend schauten wir sie an, ich denke der kann so nicht explodieren, sicher bin ich mir aber nicht.
Wir nehmen welche mit, wer weiß wozu die gut sind, Jochen schnappte sich zehn Ladungen.
Die nächsten beiden Kisten waren mit der ersten identisch. Dann fanden wir Handgranaten, die selben wie wir sie zur Verteidigung des Bunkers verwendeten, ich füllte meine Rucksack bis zur Hälfte, Jochen schaute mich fragend an, vielleicht brauche ich noch den Platz und lachte ihn an.
Wir bedeckten die Kisten mit einer Plane die daneben lag, zuvor zogen wir noch die fünf Leichen dahinter, es hatte den Anschein das alles in Ordnung war, nur das Personal war eben nicht da.
Im Flur berieten wir uns geschützt vor Blicken, eigentlich haben wir alles gefunden und sogar noch etwas mehr, lasst uns noch ein paar Maschinenpistolen, Munition und etwas Nahrung mitnehmen. Bis jetzt lief alles Perfekt, es sollte auch so bleiben.
Nachdem wir uns hier und da in den Zelten bedienten kamen wir ohne Zwischenfälle wieder am Auto an. Alles wurde sorgfältig verstaut. Birgit fragte uns ob wir denn jetzt noch etwas Feuerwerk machen, lachten nickend wir ihr zu, natürlich, du hast die Ehre den ersten Schuss abzugeben, Jochen darf sich ein oder zwei Ziele aussuchen, ich warte auf euch mit laufendem Motor.
Beide verschwanden in der Nacht.

Ich wartete auf die eine oder andere Detonation und verlor mich in Gedanken. Sollte das morgen wirklich klappen dann gehe ich zurück zum Bunker, zu Helga wenn sie mich noch will und natürlich nehme ich Birgit und Jochen mit.
Wenn man wegrennt verliert man Menschen, die Menschen die man liebt machen einem zu dem wer man ist, sie bleiben immer ein Teil von einem, hört man auf man selbst zu sein dann verliert man nicht nur sich selbst sondern auch ein Teil von den Menschen die man liebt.
Eine Explosion holte mich zurück, gleich danach die nächste und wieder nur ein paar Sekunden später erneut eine. Ich konnte nur eine deutlich sichtbare Erhellung sehen, aber sie hatten anscheinend gute Ziele getroffen. Es dauerte nicht lange und sie kamen rennend ans Auto, sprangen hinein und schon fuhr ich los. Während der Fahrt hinauf zur Kenzenhütte zogen sich Birgit und Jochen die Schutzkleidung an, als sie fertig waren löste mich Jochen am Steuer ab, nun zog ich den Schutzanzug an. Wir wussten nicht ob Hubschrauber nachts fliegen können, einige konnten es, andere nicht, wir wollten kein Risiko eingehen. Zwischendurch immer wieder nach Geräuschen Ausschau haltend, aber es war nichts zu hören.
Wir kamen an der Kenzenhütte an, siegessicher machten wir es uns in der Hütte gemütlich.
Morgen sollte unser zweiter Streich folgen.
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Beitragvon Kavure´i » 05.04.2016, 17:09

Hola

was für eine schöne Gegend, die würde ich mir zu gerne persönlich anschauen.
Naja, man kann nicht alles haben.

Kavure´i
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Beitragvon Kavure´i » 05.04.2016, 17:12

Ich erwachte, weil mich Miriam an der Schulter schüttelte.
"Er ist abgehauen." sagte sie. Wer mit "Er" gemeint war, musste ich nicht fragen. Ich hatte mit so etwas gerechnet, er war ZU eifrig gewesen, uns davon zu überzeugen, dass keine Wachen nötig seien.
Was mich persönlich wunderte war, dass er seine Kameraden nicht mit ins Boot genommen hatte. Mein Eindruck von ihm war, dass er Menschen, die er liebte, die ihm vertrauten, nicht im Stich ließe.
Für SO schlimm schien er uns also doch nicht zu halten. Ich lächelte.
Miriam wurde fuchsteufelswild. "Was gibt es da zu lachen? Wir müssen ihm nach! Er weiß wo der Bunker ist und ob es Lukas gut geht. Er darf uns nicht entkommen!" Und schon griff sie nach ihrer MP und wollte los.
"Warum hast du ihn gestern nicht einfach danach gefragt anstatt ihn zu schlagen?"
Sie verharrte mitten im Schritt, drehte sich zu mir um und sah mich entgeistert an. Dann legte sie die Waffe weg, setzte sich zu mir und sagte so leise, dass ich es kaum hören konnte: "Weil ich gar nicht auf die Idee gekommen bin. Lea, sag mir eins, bin ich zu einem Monster geworden?"
"Wieso zu einem Monster?"
"Weil ich anscheinend glaube, dass ich nur noch mit Gewalt ans Ziel kommen kann."
"Miriam, wir haben uns alle verändert. Nicht nur zum Schlechten, aber auch nicht nur zum Guten. Wir sind nicht mehr diejenigen, die wir waren, bevor die Bombe fiel. Und du hast so viel mitgemacht, wie sollte dich das nicht verändert haben?"
"Bitte versuche nicht, mein Verhalten von gestern zu entschuldigen oder zu beschönigen! Ich scheine den Blick dafür verloren zu haben, wer Freund und wer Feind ist. Ich war so dumm! Ich hätte ihm nur meine Geschichte erzählen müssen. Er war sicherlich auch in diesem Vorsorgeforum. Mein Nickname, der meines Mannes und der Name von Lukas hätten ihm sicherlich ausgereicht mir zu vertrauen. Ich habe es verpatzt!"
"Seinem Verhalten nach ist im Bunker wohl alles in Ordnung. Hätten die Arabs es geschafft ihn zu knacken, würde er den Ort nicht geheim halten müssen. Er schützt seine Freunde dort. Wenn Lukas noch lebt, dann ist er dort in Sicherheit. Jamil war doch der Ansicht, der Bunker wäre längst erobert. Das scheint nicht der Fall zu sein. Lass uns später mit Oleg und Sonja über Natascha und Sergej reden, aber nicht, wenn Mankeis Freunde zuhören."
Miriam nickte, ging nach draußen und ich sah sie bis zum Frühstück nicht mehr.

Nach dem Frühstück sprachen wir mit Birgit, Jochen, Bernd und Matthias.
Wir erfuhren, dass sie Mankei erst kurz vor dem Hubschrauberangriff kennengelernt hatten und gar nichts über ihn wussten.
Trotzdem wollten Birgit und Jochen ihn suchen gehen um sich ihm anzuschließen. Bernd und Matthias zögerten eine Weile, entschieden sich aber dann für unser Angebot sie mitzunehmen.
Marc sagte: " Wir können euch keine Sicherheit versprechen, wie ihr wisst, sind die Arabs auf dem Weg zu unserer Kaserne. Wir werden kämpfen müssen. Ob wir siegen können….Ich weiß es nicht."
"Was habt ihr als nächstes vor?" fragte Birgit.
"Wir werden nach Landsberg fliegen und den Bunker suchen." sagte Miriam.
"Vielleicht lassen sie uns ja rein." kam es hoffnungsvoll von Matthias.
"Wir können versuchen, sie dazu zu überreden. Aber sie werden für Fremde nicht aufmachen." "Ein Versuch ist es wert, wenn nicht, begleiten wir euch nach Roth."
Wir überließen Birgit und Jochen je eine Pistole und ein paar Magazine, sowie einige Essensrationen.
"Wir bleiben noch bis Mittag hier. Solltet ihr Mankei nicht finden, dann kommt hierher zurück und wir nehmen euch mit, wenn ihr das wollt."
Sie nickten, aber ich konnte es spüren, sie würden nicht zurückkommen, egal ob sie ihn fanden oder nicht. Sie trauten uns nicht.
Sobald es hell war, zogen die beiden los.

Zur Mittagszeit flogen wir ab.
Wir wollten uns einen anderen Platz zur Planung des weiteren Vorgehens suchen.
Unsere Wahl fiel auf die Brunnenkopfhütte, dort würden wir wohl einen ruhigen Ort vorfinden. Ich hatte die Arabs nicht als Touristen und Bergsteiger in Erinnerung.
Die Hütte war in gutem Zustand, alle Fenster und Türen waren heil. Die Haustür war abgeschlossen. Es war in all den Jahren niemand hier gewesen.
Einer der Soldaten öffnete die Tür und wir gingen ins Innere. Es roch ungelüftet aber nicht modrig.
Wir machten die Fenster auf und ließen frische Luft ins Innere.
In der Küche wärmten wir uns einige Konserven auf und saßen trotz der Kälte draußen auf der Terrasse um den grandiosen Ausblick zu genießen.
Mit einem großen Becher Tee oder Kaffee, je nach Gusto, setzten Oleg, Sonja, Miriam, Marc und ich uns zusammen um über unser weiteres Vorgehen zu beraten.
Eine Karte der Gegend lag vor uns auf dem Tisch.
"Also, wann fliegen wir nach Landsberg?" fragte Sonja.
"Gar nicht, würde ich vorschlagen."
"Warum? Wollten wir nicht nach den Leuten im Bunker schauen?"
"Wie ich das Drumherumgerede von Mankei interpretiere, leben die Menschen dort noch und sind in Sicherheit. Warum sollten wir die Arabs darauf aufmerksam machen, dass dort noch jemand ist. Warum lassen wir sie nicht einfach erst einmal in Ruhe? Wir können immer noch versuchen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen, wenn das Gefecht mit den Arabs vorbei ist."
"Wenn wir dann noch leben."
"Ja, wenn wir dann noch leben."
Die Anderen nickten zögernd, Miriam schien Einwände erheben zu wollen, stimmte dann aber auch zu.
"Dann fliegen wir zurück zur Kaserne?" fragte Oleg.
"Ich denke schon."
"Nein! Die kommen schon ohne uns zurecht. Wir müssen die Gefangenen befreien."
"Miriam, bist du verrückt? In Füssen und Umgebung gibt es noch mindestens 5000 Arabs, alle schwer bewaffnet. Wir sind nur zwanzig Hansel. Wie stellst du dir das vor?"
"Wir können sie nicht ihrem Schicksal überlassen. Mankei und wir haben dem Heerlager einige wenn auch schmerzhafte Nadelstiche versetzt, aber wenn sie weiter auf Roth ziehen und wir sie tatsächlich schlagen, dann werden sie bei ihrer Rückkehr ein Massaker unter den Sklaven anrichten."
Oleg runzelte die Stirn. "Glaub nicht, dass wir Feiglinge sind oder herzlos. Aber wir haben keine Chance gegen so viele Gegner."
"Ich werde mich einschleichen und die Sklaven aufwiegeln. Wir wissen, dass sie in Füssen ein großes Waffen- und Munitionslager haben, der Kerl, den wir gefangen nahmen, hat uns sogar gesagt, dass es sich in den Kellergewölben des Franziskanerklosters befindet. Sie haben den Zurückgebliebenen sicherlich genug Waffen und Munition da gelassen, für den unwahrscheinlichen Fall, dass sie angegriffen werden. Wenn wir es schaffen, die Wachen auszuschalten und die Sklaven zu bewaffnen, dann schaffen wir das. Die Arabs sind mit den Jahren leichtsinnig geworden. Nie hat sich ihnen jemand ernsthaft in den Weg gestellt. Das erste Mal, dass sie blutig zurückgeschlagen wurden, war im Neckartal."
"Glaubst du ernsthaft, dass Menschen, die schon seit Jahren versklavt sind, sich zu einem Aufstand aufstacheln lassen?"
"Wir müssen es versuchen."
"Oleg, Sonja. Wer sind Natascha und Sergej?" fragte Marc. "Und was hat es mit Perpignan auf sich?"
"Ich kenne die beiden nicht persönlich, aber sie gehören zu unserer Truppe, die die Deutschen dabei unterstützen sollen, sich von den Arabs zu befreien. In Perpignan ist unser Stützpunkt in Europa. Einer unserer Generäle ist dort und verteilt die Hilfstrupps. Sie müssen entweder vor oder nach uns dort angekommen und gestartet sein. Wir halten uns dort nicht lange auf. Wir kommen dort an, bekommen unsere Befehle und sind spätestens 48 Stunden nach Ankunft zu unserem Ziel unterwegs."
"Wie groß sind diese Trupps und wohin werden sie geschickt?"
"Das weiß ich nicht, die Koordinatoren schicken uns dorthin, wo sie erfahren haben, dass es noch Widerstand gibt."
"Ich verstehe, und wenn einer von euch gefangen genommen wird, kann er die anderen nicht verraten." sagte ich.
"Genau."

Danach begannen wir ernsthaft darüber zu diskutieren, wie wir die Sklaven befreien könnten.
Zu diesem Gespräch zogen wir auch die Anderen hinzu.
Wir erzählten ihnen von unserer Absicht und baten um Vorschläge.
Miriam war fest entschlossen, sich unter die Gefangenen zu mischen und sie über unser Vorhaben zu informieren.
"Keine Sorge, ich weiß was ich tue und auch wie ich mich verhalten muss um nicht aufzufallen. Bei zehntausend Sklaven kann niemand alle kennen. Weder sie selber noch die Aufseher. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die uns nicht auseinanderhalten können. Sie beachten uns nicht genug, als dass sie bemerken würden, dass jemand Neues da ist. Außerdem kommen ständig Neue für diejenigen die sterben."
Auf der Karte schauten wir uns die Gegebenheiten an.
Das Kloster lag schön am Stadtrand, aber auch fast direkt am Lech. Es führten zwar einige Brücken über den Fluss, aber keine direkt beim Kloster.
Wir wussten, dass ein Teil der Sklaven in den ehemaligen Kunsthallen, nicht weit vom Kloster untergebracht waren, andere im Bundesleistungszentrum für Eishockey.
Und dann noch in den Hallen der PMG.
Miriam war sich sicher, dass sie es schaffen würde, alle zu informieren. "Alle Gefangenen halten zusammen. Sie werden es heimlich weitergeben und bereit sein, wenn es soweit ist."
"Es gibt keine Verräter? Niemanden, der sich Vorteile verschaffen will, indem er sich anbiedert?"
"Anfangs gab es welche. Aber sie mussten auf die harte Tour lernen, dass die Arabs niemanden bevorzugen oder verschonen. Sie kennen auch das System nicht, die Sklaven von den eigenen Leuten überwachen und drangsalieren zu lassen. Es ist ihnen zuwider, mit einem Ungläubigen mehr als nötig zu tun zu haben. Außer natürlich wenn es um Vergewaltigung und Folter geht." Die letzten Worte kamen zwischen zusammengepressten Zähnen hervor.
Dann holte sie tief Atem und beruhigte sich wieder.
"Kannst du herausfinden, wie und von wie vielen das Kloster bewacht wird und uns darüber informieren?" fragte Irwin.
"Sicher. Tagsüber jederzeit. Nachts werden die Gefangenen eingeschlossen."
"Du gehst ein großes Risiko ein. Bist du sicher, dass sie nichts bemerken werden?"
"Ganz sicher. Was wollt ihr tun, wenn wir über die Bewachung Bescheid wissen?"
"Wir werden die Wachen ausschalten und das Depot besetzen. Dann sollten wir die Wachen der Unterkünfte eliminieren und versuchen, die Befreiten unbemerkt zum Kloster zu schaffen. Wir werden sie bewaffnen und sie dann aus der Stadt in die Berge schaffen. Wenn sie uns dann verfolgen, können wir den erhöhten Standpunkt ausnutzen." Sonja zeigte auf die verschiedenen Punkte auf der Landkarte.
"Wenn wir sie kurz nach dem Dunkelwerden befreien, schaffen wir es bis zum Morgen zum Säuling. Wir nehmen die Straße nach Hohenschwangau, am Schloss Neuschwanstein vorbei und steigen dann über den Ahornreitweg auf."
"Das wäre zu schaffen." sagte Marc. "Aber nur, wenn alles unbemerkt von Statten geht."
"Wie kommen wir nach Füssen?" Oleg fuhr mit dem Finger auf der Karte entlang. "Wir müssen so nahe als möglich herankommen, aber sie dürfen den Helikopter nicht hören und nicht sehen. Wo verstecken wir ihn also?"
"Ich denke, wir fliegen bis Unterpinswang, wenn wir niedrig einfliegen, bleiben wir unter dem Gipfel des Hügels und werden nicht bemerkt. Dort lassen wir die Libelle zurück und schauen, ob wir uns fahrbare Untersätze besorgen können. Wenn nicht, dann gehen wir zu Fuß."
Bernd und Matthias schauten uns nur mit großen Augen an.
"Das ist doch nicht euer Ernst, oder?" Matthias schaute von einem zum anderen.
"Glaubst du, wir machen Spaß?" fragte ihn Miriam.
Bernd schüttelte den Kopf. "Du nicht."
"Ihr könnt beim Hubschrauber zurückbleiben und helfen, ihn zu bewachen. Ihr könnt doch mit einer Waffe umgehen, oder?" Sonja schaute sie fragend an.
Die Beiden sahen betreten zu Boden.
"Ich hatte noch nie eine Schusswaffe in der Hand." murmelte Matthias.
"Ich hab mal mit einem Luftgewehr geschossen, aber das zählt wohl nicht." sagte Bernd.
Irwin grinste sie an. "He, lasst mal die Köpfe nicht hängen. Los kommt mit, ich zeige euch wies geht."
Er stand auf, winkte die Beiden zu sich und verschwand mit ihnen hinter der Hütte. Bald darauf hörten wir das leise Husten von Pistolen mit Schalldämpfern.
Eine Waffe ohne wäre in den Bergen viel zu weit zu hören gewesen. Wir mussten schließlich nicht mit aller Gewalt auf uns aufmerksam machen.
Langsam wurde es dunkel. Es war ein herrlicher Sonnentag gewesen, wenn auch ziemlich kalt. Die Sonne strahlte die Gipfel der Berge an und sie warfen das Licht in einem wunderschönen Rotton zurück.
Andächtig betrachteten wir den Sonnenuntergang.
Die Welt war so schön. Warum nur konnten die Menschen nicht Frieden halten und das Leben genießen?
Die drei kamen zurück zur Hütte. Bernd und Matthias lächelten. Irwin berichtete, sie hätten sich gut angestellt und nicht allzu viele Löcher in die Luft geschossen.
Die Beiden strahlten und freuten sich über das Lob.
Draußen wurde es unangenehm kalt. Das Abendessen nahmen wir drinnen ein. Irwin unterrichtete unsere Neulinge darin, wie sie ihre Pistolen laden und entladen, sichern und entsichern mussten. Er ließ es sie so lange wiederholen, bis sicher beherrschten.

Als ich aufstand, um mir noch einen Tee zu machen, blieb ich mit dem Absatz des Gipsverbandes an einer Ritze im Boden hängen und stolperte.
Ich fluchte leise vor mich hin und verwünschte den gebrochenen Knöchel, den Gips und die Krücken.
Als ich an den Tisch zurückkam, grinste mich Oleg an.
"Ich dachte immer, nur wir Russen könnten so richtig bildhaft fluchen. Jetzt kenne ich ein paar neue Ausdrücke."
Ich verdrehte die Augen, weil Marc schallend lachte.
"Jaja, wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde." maulte ich. Der Gips nervte mich einfach zu sehr.
Der Bordfunker stand wortlos auf und ging nach draußen. Nach wenigen Minuten kam er mit einem Aluminiumkoffer zurück.
" Leg dein Bein auf die Bank." Ich gehorchte. Er öffnete den Koffer, nahm ein Akkugerät mit einem Minikreissägeblatt heraus und begann, den Verband aufzusägen.
"Was hast du vor?" fragte Marc. "Ohne den Verband wird sie große Schmerzen haben."
Boris lächelte. Er bat um warmes Wasser und einen weichen Lappen. Damit säuberte er vorsichtig meinen Unterschenkel, trocknete ihn ab und bettet den Fuß vorsichtig auf ein Handtuch.
Aus dem Koffer entnahm er eine blaue Rolle und begann meinen Knöchel mit Tape zu fixieren. Danach wickelte er noch eine elastische Binde darum und forderte mich auf, ein paar Schritte zu gehen.
Zuerst hatte ich Angst, der Knöchel könnte wegknicken, aber es funktionierte. Ich strahlte. Der Klotz am Bein war weg.
"Pass aber auf!" warnte mich Boris.
"Mach ich. Danke." Ich umarmte ihn und er wurde tatsächlich rot vor Freude.

In dieser Nacht schlief ich gut, weil ich endlich wieder auf der Seite liegen konnte.
Am nächsten Morgen weckte uns Irwin kurz vor dem Morgengrauen und sobald die Sonne über die Gipfel spitzte, flogen wir los.

Bald darauf landeten wir in Unterpinswang.
Sofort durchsuchten die Soldaten alle Gebäude, fanden sie aber erwartungsgemäß leer. So nahe am Hauptquartier der Arabs lebten natürlich keine freien Einheimischen.
Und wieder hatten wir Glück, in einer der Scheunen entdeckten wir einen Trecker. Natürlich war die Startbatterie leer, er ließ sich aber anschieben.
Ein Heuwagen konnte angehängt werden und alle, die das Unternehmen mitmachten, würden darauf Platz finden.
Aber zuerst musste sich Miriam bei den Sklaven einschleichen und uns Bericht erstatten.
In einem der Häuser hatte sie eine alte Jogginghose, einen Pullover und eine Strickjacke gefunden. Die hatte sie über ihrer Kleidung angezogen.
Die Wanderschuhe im Schrank waren ihr zu klein, aber mir passten sie perfekt. So hatte mein Knöchel Halt und ich konnte fast beschwerdefrei gehen.

Ich umarmte sie zum Abschied und ermahnte sie, vorsichtig zu sein.
"Bin ich doch immer. Keine Sorge, ich schaffe das."

Einer der Soldaten, der früher Landwirt gewesen war, fuhr sie mit dem Traktor auf einem holprigen Weg durch den dichten Wald bis zu einer Stelle, wo sie den Lech und Füssen sehen konnten.
Von dort aus musste sie zu Fuß und alleine weitergehen.
Er und zwei weitere Soldaten würden auf sie warten um sie zurück zu bringen.

Wir sahen ihnen nach und wieder einmal bestand unser Part aus Warten.
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Kavure´i
 

Beitragvon Joanna » 06.04.2016, 08:18

Hallo Kavure´i,

fehlt nicht ein Text dazwischen ?

treue Leserin
Joanna
Joanna
 

Beitragvon Alexej » 06.04.2016, 10:46

Wunderbare Geschichten !!! Wen die nur nicht so grausam werden....aber trotzt, lese ich das mit einem Atemzug immer durch..
Danke !!
LG
Alex
Alexej
 

Beitragvon Pleitegeier » 06.04.2016, 12:01

Hallo!
Mein Name ist Charly und eigentlich wollte ich nicht mehr schreiben nachdem ich alle für mich wichtigen Menschen verloren hab doch irgendwas in mir sagte schreib es auf weil es sonst keiner glaubt.

Ich lebe in einem Stadtteil von Passau der jedoch nur mit drei Straßen verbunden ist und in einer Senke liegt.
Bisher konnten wir den Ort mit Hilfe von Vereinsmitgliedern der Örtlichkeit gut sichern.
Verstorbene haben wir geschafft meist sehr schnell zu finden und aus den Häusern zu einer Wiese in der Nähe zu bringen um diese dort zu verbrennen um Seuchen zu verhindern.

Viele der Toten waren Selbstmörder aber auch einige Verhungerte und auch Personen die auf Grund mangelnder Medikamente umkamen waren enorm.
Inzwischen sind die Menschen welche noch im Ort leben sehr überschaubar geworden und derzeit Beschäftigt uns derzeit ein Problem das Neu ist für uns.
Wir haben 9 Personen in Verwahrung die sich an keinerlei Regeln gehalten haben und vor Mord nicht zurückgeschreckt sind.
Nicht einer war bisher unangenehm aufgefallen doch die derzeitigen Umstände bringt auch die Dunkle Seite sehr stark zum Vorschein und diese Neun haben nur den Blick für das eigene Wohlergehen.

Es sind auch zwei Frauen dabei die nichts besseres zu tun hatten als einige Alte in der Nachbarschaft aus zu rauben und sie dann mit Gewalt ihrem Leben zu berauben.
Alle Neun waren dabei wie von Sinnen vorgegangen und stellen eine Permanente Gefahr da was mir schnell bewusst wurde.

Daher war es sehr wichtig diesbezüglich eine schnelle Entscheidung zu treffen um die Sicherheit der noch Lebenden nicht zu gefährden.
Der Diskurs zeigte mir wie verweichlicht und Naiv noch immer manche von der Gemeinschaft waren und meine Zeit im Ort sich dem Ende neigt.

Ich gehe auf die 50. zu und dachte die Menschen zu kennen oder zu wissen wem ich vertrauen kann doch ich fühle mich Fremd.

Das größte Problem erschienen mir diejenigen welche glauben sich in einem großen Videospiel zu befinden und als Sieger dieses verlassen zu können.

Dann gab es die Tagträumer die immer betonnen das der "Staat" uns helfen wird und dabei vergessen das wir alle der "Staat" sind!
Besonders Nervig sind die Jura erprobten die mit Paragraphen und klugen Sprüchen ewige Diskussionen auslösen jedoch dabei die Sicherheit vernachlässigen.

Wenige haben erkannt wie schlimm es wirklich um unseren Ort und die Menschen hier bestellt ist und versuchen eine Gemeinschaft zu formen die sich achten und Schützen.

Einige die sich als Plünderer versucht haben konnten wir dazu bewegen sich in der Gruppe ein zu bringen und haben die Aufgabe übernommen Lebensmittel aus Häuser und Wohnungen die inzwischen unbewohnt waren in den Bunker zu bringen der versteckt in der Nähe des Marktplatzes war.
Es waren die Ängste der Verbliebenen die uns dazu bewegte dort eine neue Heimat zu schaffen für den Rest der Ortsbewohner.
Auch konnte dadurch schnell geholfen und eingeschritten werden wenn nötig.

Keinerlei Nachrichten! Keine Verbindungen in die Umgebung wurde eine enorme Herausforderung und bestärkte mich zu gehen und mich alleine Durch zu schlagen.
Dem einzigen der mein Vertrauen hatte wollte ich einiges noch an Wissen zurücklassen und dies war der Feuerwehrkomandant mit Namen "Kurt"!
Besonders wichtig war für diesen zu wissen wo Quellen sich befinden was allen ein sauberes Wasser sichert aber auch eine Liste von essbaren Pflanzen in der Nähe und Heilpflanzen und deren Wirkung.

Wir waren uns einig das er die schnelle Entsorgung von Toten beibehält und ich mich um die Neun Mörder kümmere da diese derzeit das größte Hindernis darstellen die Gemeinschaft zusammen zu halten und daher eine sehr große Gefahr darstellt.

Ich hätte nie gedacht das ich so handeln würde und ich mein Tun mit einer Disziplin durchziehe wie ich es in 6 Tagen dann aber umgesetzt habe und mich zum Massenmörder gemacht hat aber ich wusste keinen anderen Ausweg und Möglichkeit
den Menschen die sich zusammengefunden haben eine Zukunft zu ermöglichen.

Auch bin ich nicht Stolz auf mein Tun und die Frage was mir half meine Gefühle diesbezüglich erkalten zu lassen war aber zumindest für mich eindeutig!
Diese Neun währen eine permanente Gefahr für die Verbliebenen geworden.

Keiner erlebte mein Handeln und mein Tun! nicht einer begleitete meine Gewalt und das verschwinden dieser Personen dessen Ableben ein Feuerschein anzeigte von der Wiese aus wo alle Leichen hingebracht werden.

Bin ich nun ein schlechter Mensch? Oder bin ich ein Guter?

Dem wollte und konnte ich mich derzeit nicht stellen und daher nahm ich einen der Fluchtrucksäcke die gepackt noch immer in der Wohnung von Markus Eltern standen und machte mich auf den Weg.

Etwas war in mir gestorben und ob ich es wiederfinde wird sich zeigen!
Pleitegeier
 

Beitragvon Mankei » 06.04.2016, 16:25

Als es hell wurde war alles schon gepackt. Wir haben ein langen beschwerlichen Weg vor uns.
Unmittelbar nach dem Frühstück ging es los. Birgit bildete die Spitze, ich die Mitte und Jochen am Schluss. Wir gingen auf einen gut ausgebauten Weg der über viele Jahrzehnte schon benutzt wird, Birgit erzählte das hier auch schon König Ludwig II. marschierte.
Zuerst den Kenzensattel hochgehend dann in den Schwangauer Sattel wandernd und auf dem Niederstraußbergsattel die erste Rast machend. Wie schön es hier oben ist, wäre unser Auftrag nicht könnte man es stundenlang hier aushalten, wir aber mussten weiter. Über den Ahornsattel gelangen wir auf den Ahornreitweg und konnten dort endlich die Bergstation der Tegelbergbahn sehen. Kurze Zeit später erreichten wir die Bergstation, erschöpft aber glücklich machten wir es uns im Restaurant bequem. Dort wo die Seilbahn ankommt hatten wir einen sehr guten Blick auf die Lager nur leider war alles zu weit entfernt. Bei allen Raubzügen die ich veranstaltete hatte ich noch nie das Glück ein Fernglas zu ergattern und genau als ich dies Jochen mitteilen wollte kam Birgit mit drei Ferngläsern auf uns zu. Sie hatte sich im Souvenir Laden bedient, dort gab es Ferngläser wenn auch natürlich zweifelhafter Qualität. Jetzt konnte man einiges erkennen, wir sahen viele bewaffnete Amirabs die eine Menschenmenge herumtrieben. Sie gehen in Richtung Hohenschwangau mehr konnten wir nicht mehr sehen. Birgit sagte das sie vielleicht im Gymnasium und Internat Hohenschwangau einquartiert werden, dort hat es viel Platz und sie wären leicht zu bewachen da es nur zwei Ausgänge gibt. Vielleicht sind da eure Familienmitglieder untergebracht.
Jochen und Birgit schauten mich an, selbst wenn, nach unserem Angriff heute Nacht wird da unten der Teufel los sein, da ist an eine Befreiung nicht mehr zu denken.
Nach dem Angriff sicher nicht, vorher schon.
Birgits Augen funkelten, du willst den Plan ändern und erst Menschen befreien.
Marc erzählte doch das sie sich 10000 Sklaven halten, die werden überall um Füssen herum verteilt sein, vielleicht sind sie hier mit dabei.
Birgit du hast selber gesehen wie viele es sind, wenn wir nur die Hälfte dazu bringen sich uns anzuschließen dann ist uns sehr geholfen damit.
Jochen unterbrach mich, wo willst du die ganze Bewaffnung herbekommen.
Das wisst ihr doch selber, in den Zelten sind genügend Waffen und Munition und zielen ist mit einem Maschinengewehr nicht sehr schwierig, man zielt in die Richtung und drückt ab, den Rest erledigen 20 Freunde.
Wir könnten natürlich auch versuchen zeitgleich beide Aktionen durchzuführen.
Wie meinst du das denn schon wieder.
Indem sich Birgit an der Marienbrücke auf Lauer legt und wir beide versuchen die Menschen zu befreien. Wie willst du das denn zeitlich abstimmen fragte Jochen.
Gar nicht, wenn Birgit ihr Ziel hat schießt sie, das ist dann unser Startsignal, ganz einfach.
Glaubst du das wirklich?
Natürlich!

Wir machten uns auf den Weg Richtung Marienkirche, dort hätten wir noch genügend Zeit über den Plan zu reden, jetzt galt es den schwierigen Abstieg zu meistern.

Wir wanderten nun von der Bergstation der Tegelbergbahn hinab. Anfangs über leichte Serpentinen biegt der Weg rechts als Direktabstieg durch die „Gelbe Wand“ ab, vorbei am steilen, waldreichen Nordhang des Tegelbergkopfes bis wir endlich an der Marienkirche ankamen. Wir hatten gute Sicht auf Neuschwanstein, aber Amirabs konnten wir trotz Fernglas nirgends sehen.
Jochen bat Birgit und mich zu einer Unterredung.
Es ist besser wenn Birgit mir dir geht, sie kann gut mit der WSS-Wintores umgehen und sie kennt meinen Bruder ich aber nicht ihre Eltern.
Birgit nickte zustimmend, mir war es egal, also änderten wir dahingehend unseren Plan.
Um zum Gymnasium zu kommen müssen wir über die Marienbrücke bis kurz vor das Schloss und biegen dann rechts auf einen Treppenweg ab der uns zur Pöllat hinabführt, dann sind wir schon fast am Internat.

Wir überprüften unser gesamtes Equipment, nichts sollte dem Zufall überlassen werden.

Es wurde dunkel und im Schloss ging die Beleuchtung an, im oberen Saal sahen wir ganz deutlich jemanden sitzen, ob er unser Ziel war wussten wir natürlich nicht aber er wurde bedient, das nahmen wir als Indiz das es sich um die richtige Person handelt.

Jochen sollte versuchen mindestens drei Raketen abzufeuern, dann mit dem C4 die Brücke sprengen und früh morgens falls alles nach Plan verläuft zum Treffpunkt kurz vor Halblech kommen. Birgit und ich gingen los, wenn möglich sollte Jochen noch warten, falls aber unsere Zielperson das Zimmer verlässt oder mehrere Personen den Raum betreten sollte er sofort zuschlagen. Wir verabschiedeten uns.

Wir gingen über die Marienbrücke, Birgit sagte das wir wahrscheinlich die letzten für eine lange Zeit sind die diesen Weg nehmen. Ich ergänzte, und Jochen geht gleich als Zerstörer von Neuschwanstein in die Geschichte ein.

Noch immer kein „Signal“ von Jochen, er meinte es gut mit uns. Wir kamen ohne auf jemanden zu treffen am Gymnasium an, der hintere Eingang war nicht verschlossen, vorne brannte Licht aber Wachen waren keine zu sehen. Wir gingen aufs Gelände, ich nahm Birgit an der Hand und zog sie zu mir. Du musst jetzt ohne zu überlegen schießen, davon hängt unser Überleben ab und vielleicht auch das deiner Familie. Wir machen es wie besprochen, du deckst mich, ich decke dich, Amirabs werden sofort erschossen, kein „er hat vielleicht Informationen über dies oder das“, sofort erschießen! Birgit nickte mehrmals und sagte noch ob wir jetzt reden oder handeln wollen. Handeln natürlich, aber erst muss Jochen den Startschuss geben.

Über 20 Minuten hocken wir nun versteckt hinter einem großen Busch, niemand kam heraus oder ging hinein. Jochen lässt sich viel Zeit.

Verdammt sagte ich, wenn Jochen noch lange wartet dann geht unser ganzer Zeitplan drauf, schieße doch endlich.

Eine gewaltige Explosion an der Südseite des Schlosses, genau auf Höhe des Saals.
Warte Birgit, warte!
Eine weitere Explosion.
Warte!
Nummer drei folgte.
Wir starteten, ab jetzt zählte es und obwohl die Explosionen deutlich hörbar waren ist hier alles ruhig. Birgit öffnete die Türe, sie deutete nach links, immer in ihrem Schatten gehend kamen wir zur Empfangshalle, dort saßen an die 20 Amirabs bequem in ihren Stühlen.
Als sie uns wahr nahmen schossen Birgit und ich unsere Magazine leer, ein paar lebten und wälzten sich noch, ich nahm meine Pistole mit dem Schalldämpfer und erledigte den Rest. Zwischenzeitlich hatte Birgit nachgeladen und löste mich ab, nun begann ich mit dem nachladen. Nur kurz warteten wir ob noch jemand lebt aber alle waren Tod.
Nun fingen wir an die einzelnen Zimmer zu durchsuchen, gleich im ersten fanden wir ein Zimmer voll mit „Sklaven“.
Völlig überrascht von unserem Besuch verstanden sie überhaupt nicht was los war, wir redeten wie mit einer Wand, es war unbeschreiblich.
Wir gingen aus dem Zimmer und wurden von einer erneuten Explosion informiert, dass musste der C4 sein sagte ich zu Birgit. Zimmer um Zimmer durchsuchten wir aber wir fanden keine Menschen vor, es waren vielmehr lebende Marionetten, alle starrten durch uns hindurch, einem Mann der etwa 30 Jahre alt schlug ich mit der Faust ins Gesicht, er reagierte gar nicht darauf. Birgit schrie einige Frauen an, wir sind hier um euch zu befreien, auch sie registrierten es nicht. Kommt mit, ihr seid frei, die Gefangenen interessierte es nicht, sie legten sich wieder hin zum schlafen.
Rückzug Birgit, es hat keinen Sinn, diesen Menschen können wir nicht helfen, sie brauchen andere Hilfe. Birgit flehte mich an, lass uns in den ersten und zweiten Stock gehen, vielleicht sind meine Eltern ja doch da.
Meinetwegen, also los.
Im ersten Stock wurden wir unter Feuer genommen, wir sahen das sich dort einige Amirabs verschanzt hatten die auch noch über ausreichend Schusskraft verfügten.
Birgit gab mir Feuerschutz und ich entsicherte gleichzeitig zwei Handgranaten, einer der Amirabs wollte als er sie flogen sah das weite suchen, Birgit vereitelte diesen Fluchtversuch.
Wir waren gewarnt, nach Durchsicht des ersten Stockes erwarteten wir mindestens die selbe Gegenwehr im zweiten Stockwerk. Hier aber war niemand, also durchsuchte Birgit Zimmer um Zimmer, immer durch mich gedeckt. Am vorletzten Zimmer schrie sie auf, Mama, Jürgen, Karl, ich bin es, Birgit!
Birgit weinte, aber alle drei nahmen sie nicht wahr, es hatte den Anschein sie stünden unter Drogen.
Beeile dich Birgit, wir müssen hier raus.
Sie führte die drei zu mir, dann fragte Birgit nach ihrem Vater.
Wo ist Papa, ist er auch hier?
Keiner antwortete.
Birgit schrie sie mehrmals laut an, wo ist Papa?
Immer noch keine Antwort.
Mir wurde es zu blöd, ich riss aus dem Zimmer einen Vorhang herunter, trennte mit dem Messer zwei etwa 15 Zentimeter breite und zwei Meter lange Stücke ab und fesselte alle drei, dann eine Leine machend und diese mit den Fesseln verbindend, jetzt konnte Birgit die drei mitnehmen, sie gehorchten ihr wie Hunde. Bei dem Anblick bekam man eine Gänsehaut, was machten die Amirabs nur mit den Menschen.
Ich ging voraus und gab Birgit immer durch einen Pfiff das Signal zum nachkommen.
Draußen liefen einige Amirabs herum, sie nahmen mich nicht wahr, ich sie dafür schon.
Es war wie Scheibenschießen auf einem Volksfest nur das man am Ende keinen Teddybär bekommt. Birgit reichte mir immer ihre WSS-Wintores sobald mein Magazin leer war, sie lud ein neues Magazin nach und so machten wir Meter um Meter. Als wir in Schwangau ankamen erkannte ich das Haus wo wir am Tag zuvor das C4 und die Handgranaten fanden, es war einen Versuch wert. Ich suchte mit Birgit ein Versteck auf, sagte ihr sie solle dort warten, ich komme gleich wieder. Birgit protestierte doch ich sagte ihr das man die drei unmöglich alleine lassen kann, so wie die drauf sind rufen sie wahrscheinlich nach den Amirabs um Hilfe. Das Haus war dunkel, ich setzte mein Nachtsichtgerät auf und ging in den Raum von gestern, dort lagen immer noch die Leichen, sie hatten sie einfach liegen lassen, ich schüttelte fassungslos den Kopf. Auch die Kisten standen noch da, ich füllte meinen Rucksack bis nichts mehr hinein passte, kurz überlegte ich ob die Gasmaske und der ABC Anzug entbehrlich wären aber etwas in mir sagte das sie noch gebraucht werden. Wieder bei Birgit angekommen fand ich sie weinend vor, sie schaute mich an und sagte, sie kennen mich nicht mehr. Los komm Birgit, das wird schon wieder gib ihnen Zeit, wir müssen jetzt weiter. Gerade als wir uns nach Halblech aufmachen wollten kamen fünf Amirabs aus einem anderen Haus, sofort begann ein Feuergefecht, zwei traf ich sofort, die anderen drei schafften es mich mit Salven aus ihren Maschinengewehren einzudecken. Ich konnte nichts dagegen ausrichten, wo war Birgit. Wieder nahm ich eine Handgranate heraus, zählte bis vier und warf sie in Richtung der Amirabs. Eine Explosion später war alles ruhig, sofort schaute ich nach ob sie erledigt waren, alle waren Tod, nun musste ich nach Birgit schauen, wo war sie nur geblieben. Ich fand die vier an einem anderen Haus miteinander kämpfend, Birgit schrie leise, ihr bleibt gefälligst hier, doch ihre Fracht sah das anscheinend anders, sie wollten zurück zu den Amirabs, sie zogen wie wild an ihren Fesseln, einer wollte nach rechts der andere nach links und der dritte wollte alles gleichzeitig. Mir wurde es zu blöd, meine Geduld war am Ende, ich schlug alle drei mit dem Gewehrkolben Bewusstlos, Birgit weinte nun noch mehr, ich sagte ihr dass das schon wieder wird, sie kriegen wenn sie aufwachen eine Kopfschmerztablette. Jetzt hatten wir aber ein Problem, wir konnten die drei unmöglich tragen, es musste ein fahrbarer Untersatz her. Wir schauten beide und fanden schließlich einen Bundeswehrjeep der sich starten lies, Birgit und ich gingen zurück und trugen einen nach dem anderen zum Jeep. Als wir sie eingeladen hatten konnten wir das erste mal in Ruhe zurück schauen, wir sahen wie das Schloss brannte, an drei unterschiedlichen Stellen brannte Feuer, Jochen hatte ganze Arbeit geleistet.
Birgit versuchte unterdessen immer noch ihre Mutter zum aufwachen zu bringen, sie scheiterte damit aber genauso wie an ihrem Bruder und dem Bruder von Jochen.
In Halblech endlich angekommen machten wir es uns in einem Haus nahe des Treffpunktes mit Jochen bequem, Birgit kümmerte sich um die drei Verwirrten.
Nach einer Verschnaufpause gingen meine Gedankenspiele los, wir werden sicher noch Nahrung brauchen, Schutzanzüge, Gasmasken, Waffen und Munition. Das wir jetzt einen Jeep hatten wollte ich unbedingt noch Nachschub holen. Natürlich war es riskant, vor allem ohne Begleitung, aber es schien mir einfach notwendig. Wieder den Jeep startend fuhr ich los, es dauerte nicht lange bis ich die Zelte erreichte, niemand war zu sehen, was mich aber nicht wunderte, sie hatten sicher gerade anders im Kopf.
Meine Bestellliste war lang, ich ging in jedes Zelt und bediente mich einfach, es machte richtig Spaß. Hier Nahrung, dort Waffen, ABC Anzüge, Gasmasken und nach nur ein paar Minuten war der Jeep voll beladen. Bei meiner Rückfahrt hoffte ich das Jochen bald zurück ist, er muss zum Pöllat hinunter und dann durch die sicherlich aufgeschreckten Amirabs hindurch. Wir hatten es leichter, nur gut das er immer am Berg entlang gehen kann, dort gab es viele Bäume die er als Schutz nutzen konnte.
Birgit erwartete mich bereits, Karl der jüngere Bruder von Jochen ist aufgewacht, er versucht immer aufzustehen und redet wirres zeug. Hat mein Schlag vielleicht geholfen kam es mir lachend über die Lippen. Du bist gemein sagte Birgit, konnte sich aber auch ein lächeln dabei nicht verkneifen.
Hast du etwas bekommen?
Das Auto ist voll.

Wir haben noch zwei Stunden Dunkelheit, es wäre gut wenn Jochen kommen würde.
Kommst du klar hier Birgit?
Ja wieso?
Ich lade den Jeep ab, wenn Jochen kommt fahren wir sofort den T5 holen und machen uns auf den Weg zum Bunker.
Wollen wir nicht noch einen Tag hier bleiben?
Nein Birgit, nach unseren Aktionen heute Nacht werden sie sicherlich alles durchsuchen.
Draußen am Jeep angekommen schaute ich Richtung Füssen, alles war ruhig und niemand zu sehen.
Ich hatte endlich einmal etwas Zeit für mich.

Was war das für eine Nacht.
Wie viele Menschen ich getötet hatte entzog sich meiner Kenntnis aber es waren sehr viele.
Als Verteidigung führte ich an was diese Verbrecher alles mit uns taten.
Sie kümmerten sich nur um ihre Belange und dazu waren ihnen alle Mittel recht.
Die ganzen Menschen im Internat, wie sie einen anschauten, diese Bilder werden mich auf immer begleiten. Es war wie in einem Zombie Film, sie lebten waren aber eigentlich Tod.
Gut nur das meine Freunde im Bunker das alles nicht sehen mussten, vielleicht ist es in den anderen nicht besetzten Orten genauso. Wenn es irgendwann einmal vorbei ist wird es viel auf diese Menschen ankommen, sie müssen den anderen wieder den Weg ins Leben zurück beibringen, dass wird viel Zeit, Anstrengung, Mut, Tränen und vor allem viel Liebe brauchen, aber sie werden es schaffen.

Hallo!
Mankei, Birgit, ist jemand da?
Ich bin hier Jochen.
Aus dem dunkeln kam er lachend auf mich zu, wir umarmten uns, wie froh war ich das er es geschafft hatte.
Du hast es ja richtig krachen lassen.
Jochen fing voller Stolz zu erzählen an, zuerst war der Typ alleine, dann aber kamen immer mehr Leute ins Zimmer, durch das Fernglas konnte ich erkennen wie sie am Tisch eine riesige Karte auffalteten und wild gestikulierend darauf deuteten.
Da wollte ich das erste mal abdrücken, doch in diesem Moment ging erneut die Türe auf und drei Männer kamen hinzu, alle die schon im Saal waren standen sofort stramm und machten eine Art militärischen Gruß den ich aber zuvor noch nie sah.
Nun standen also alle um den Tisch herum dann drückte ich den Abzug. Es war ein Volltreffer, ich glaube, nein ich bin mir sicher das keiner überlebte. Etwa zehn Sekunden später, ich war gerade mit dem Laden der Rakete fertig ging im Zimmer unter dem Saal ein Licht an, dort waren anscheinend andere die dort schliefen, mein zweites Ziel. Die dritte Rakete traf die Treppe zum Saal, ich kannte sie und wollte damit ausschließen das Männer nach oben in den Saal gelangen konnten.
Ich klopfte ihm auf die Schultern, gut gemacht.
Wie ist es bei euch gelaufen, hattet ihr Probleme?
Eigentlich nicht, befreien konnten wir niemanden, die Menschen waren völlig durch den Wind.
Komm mit Jochen, Birgit wird sich freuen dich zu sehen.
Wir gingen beide zum Haus, als ich die Haustüre öffnete nahm ich Jochen an der Hand.
Jochen wenn du jetzt ins Haus gehst und jemanden siehst dann gib ihm Zeit.
Wenn sehe ich, habt ihr meinen Bruder doch gefunden.
Ja Jochen, aber erwarte nicht zu viel, es wird dauern.
Er befreite sich und rannte wie wild ins Haus hinein, Karl, Karl, ich bin es dein Bruder Jochen.
Es wurde still, ich gab ihnen ein paar Minuten.

Zehn Minuten wartend schaute ich nach ihnen, sprachlos hockten sie alle am Boden.
Jochen ich brauche dich, wir müssen den T5 holen und dann schleunigst von hier verschwinden.
Jochen stand auf, ich kann nicht, ich muss bei meinem Bruder bleiben.
Was ist mit dir Birgit, hilfst du mir.
Sie machte den Eindruck als ob sie gar nicht da wäre, sie hatte etwas von den Menschen im Gesicht wie im Internat, es erschauerte mich.
Ich ging nach draußen, überlegte kurz und fuhr los, mein Ziel war die Kenzenhütte, zu gerne hätte ich den Jeep behalten, es sollte nicht sein.

An der Kenzenhütte angekommen parkte ich den Jeep etwas getarnt und sprang sofort in den T5.
Die Zeit wird knapp, ich muss mich beeilen, auf Hilfe von Birgit und Jochen konnte ich nicht mehr zählen. Wieder in Halblech angekommen verstaute ich alle Sachen sofort im Wagen, breitete ein paar Decken aus und ging die andren holen, sie hockten noch genauso da wie bei meiner Abfahrt.
Es war ein trauriger Anblick.

Jochen, Birgit, steht auf wir fahren zum Bunker, da wird euch geholfen werden.
Birgit half mir bei ihrer Mutter und dem Bruder, Jochen nahm seinen Bruder.
Als alle verstaut waren fuhr ich los, ich wollte niemals mehr hier her kommen.
Bis Steingarden fuhr ich ohne Licht, dann konnte man den Beginn des Tages erkennen. Nun deutlich schneller fahrend kamen wir nach 30 Minuten in Schongau an, wie immer gedachte ich in Hohenfurch meinen Freunden ganz besonders. Die Sonne ging auf, ein schöner Tag sollte die schreckliche Nacht ablösen, ich wünschte es mir so sehr.
20 Minuten später kam das Ortsschild von Landsberg, Vorfreude auf meine Freunde, auf den Bunker, auf Sicherheit. Nach weiteren fünf Minuten kam ich am Bunker an, Jochen und Birgit warteten im Auto das ich etwas versteckt zwei Minuten vor dem Bunker parkte.
Wie immer ging ich zur ersten Kamera und dem Mikrofon, mehrmals das Codewort sagend wartete ich darauf das sich die Türe öffnete. Es dauerte, schlafen die noch oder war es Absicht mich warten zu lassen. Gerade als ich zum zweiten Mikrofon gehen wollte hörte ich von hinten eine Stimme meinen Namen sagen.
Hallo Mankei, keine Angst, wir sind die Wache, wir sind es Ernst und Lukas. Ich erkannte die beiden und wir gaben uns die Hand.
Alles in Ordnung im Bunker?
Keine Probleme.
Gut so!
Warum bist du hier, kommst du endlich wieder zurück, viele hoffen es.
Wir werden sehen, ich habe fünf neue Bewohner mitgebracht und viele Informationen für euch.
Lukas griff zum Funkgerät.
Er sagte ein Codewort gefolgt von macht die Türen auf, Mankei ist wieder da.

Es dauerte nur zwei Minuten bis die Türe aufging, erneut kam mir Alex als erster entgegen.
Wir umarmten uns, ich freute mich so sehr ihn zu sehen.
Warum bist du hier, alles in Ordnung alter Freund?
Leider nicht Alex, aber zuerst musst du ein paar Leute hoch schicken, ich habe fünf neue Bewohner für euch, sie brauchen Hilfe, viel Hilfe. Alex nahm sein Funkgerät und beorderte vier Männer nach oben, derweil führte ich ihn zum T5, schonend darauf vorbereitend was er gleich sehen sollte. Alex erschrak beim Anblick der Menschen die ich mitbrachte. Birgit und Jochen stiegen aus, wir redeten die ganze Fahrt über kein Wort, umso mehr freute es sie das Alex sie als Willkommen aufnahm. Alex du musst die anderen drei unbedingt isoliert unterbringen, sie waren in der Gewalt der Amirabs und sind nicht mehr sie selbst, aber du hast ja gesehen wie schlimm es ist. Nachdem alle eingestiegen waren fuhr ich zum Bunker, dort warteten schon ein paar Männer auf uns, ganz links neben der Eingangstüre stand noch jemand, es war Helga, mir zitterten die Knie, ich wollte sofort flüchten. Alex nahm mich an der Hand, Mankei da musst du jetzt durch. Sprachlos darauf zu antworten ging es hin und her in meinem Kopf, lieber gegen 1000 Amirabs kämpfen als jetzt mit Helga reden. Wir stiegen aus, Birgit und Jochen kamen mir entgegen, wir umarmten uns mehrmals dann halfen sie mit ihre Angehörige nach unten zu bringen. Als ich mich umschaute waren nur noch Helga und ich übrig, ich fühlte mich so schuldig.

Wir gingen aufeinander zu, da ich nicht so recht wusste was ich sagen soll kam nur ein „Hallo“ über meine Lippen.
Helga sagte ebenfalls hallo.
Sie war so wunderschön, ihr Bauch hatte sich beachtlich vergrößert, wie es wohl dem Kind geht, ist es gesund, ist Helga gesund, ich möchte sie so gerne küssen, sie umarmen und niemals wieder los lassen.
Helga ging auf mich zu, sie umarmte mich und gab mir einen Kuss, ich war so glücklich.
Wie geht es dir fragte sie mich.
Gut, danke, aber wie geht es dir, wie geht es dem Kind.
Wir hatten beide Tränen in den Augen!
Uns geht es gut nur dem Vater des Kindes geht es nicht gut, wir beide wären froh wenn er hier bleiben würde.
Willst du das wirklich Helga?
So sehr wie sonst nichts!
Meine Tränen verstärkten sich, dann bleibe ich, denn auch ich wünsche mir nichts sehnlicher als bei dir und dem Kind zu sein.
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Beitragvon Kavure´i » 07.04.2016, 04:15

Hola

Pleitegeier,
super! Genau diese Geschichten brauchen wir hier auch.
Denn da Mankei und ich die Krise in isolierten Gemeinschaften (üb)erlebten, hatten wir mit Problemen wie Plünderern und Mördern in den eigenen Reihen nichts zu tun.
Weiter so!

Joanna
welcher Text fehlt deiner Meinung nach?

Alexej
danke für die Blumen.
Leider ist die Wirklichkeit des Krieges noch viel grausamer als unsere Erzählungen.

Kavu
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Kavure´i
 

Beitragvon Joanna » 07.04.2016, 08:10

Hallo Kavu,

am 2.04. endest Du mit dem Text:
"Der Soldat rief, dass sich die Leute anfingen zu bewegen. Marc lief schnell hin, ich humpelte langsam hinterher.
Der, dem wie die Gasmaske abgenommen hatten, öffnete die Augen."

und fährst dann am 05.04.2016 fort mit:
"Ich erwachte, weil mich Miriam an der Schulter schüttelte.
"Er ist abgehauen." sagte sie. Wer mit "Er" gemeint war, musste ich nicht fragen. Ich hatte mit so etwas gerechnet, er war ZU eifrig gewesen, uns davon zu überzeugen, dass keine Wachen nötig seien. ... "

Gruß
Joanna
Joanna
 

Beitragvon Mankei » 07.04.2016, 09:58

Joanna hat geschrieben:Hallo Kavu,

am 2.04. endest Du mit dem Text:
"Der Soldat rief, dass sich die Leute anfingen zu bewegen. Marc lief schnell hin, ich humpelte langsam hinterher.
Der, dem wie die Gasmaske abgenommen hatten, öffnete die Augen."

und fährst dann am 05.04.2016 fort mit:
"Ich erwachte, weil mich Miriam an der Schulter schüttelte.
"Er ist abgehauen." sagte sie. Wer mit "Er" gemeint war, musste ich nicht fragen. Ich hatte mit so etwas gerechnet, er war ZU eifrig gewesen, uns davon zu überzeugen, dass keine Wachen nötig seien. ... "

Gruß
Joanna

Hallo

Vielleicht kann ich Dir das erklären.
Generell hast Du recht, wenn Du aber meinen Eintrag vom 03.04.2016 um 23:30 Uhr nimmst dann kannst Du lesen das Kavure'i und ich in dieser Zeit zusammen waren.

Kleiner Tipp: Lese meinen Eintrag bis zu folgendem Absatz.
-------------------------
Es war kurz nach Mitternacht, es schien das alle schliefen, also begann ich meine Flucht, Miriam wollte unbedingt Wachen aufstellen, doch Jochen und ich konnten sie vom Gegenteil überzeugen.
Vorsichtig robbte ich zur Türe, öffnete sie und schon war ich draußen angekommen. Rein ins Auto, kurz alles auf Vollständigkeit überprüft, dann wurde es ernst.

Ich startete den T5, fuhr kurz vor, dann zurück und wieder vor, nun schaffte ich den steilen Weg hinauf in Richtung erster See.
------------------------
Dann lese die Kavure'i Fortsetzung vom 05.04.2016, 17:12 Uhr weiter, dann stimmt wieder alles.

Ist also mein Fehler weil ich Kavure'i damit übergangen habe, Entschuldigt bitte.

Gruß Mankei
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Mankei
 

Beitragvon Joanna » 07.04.2016, 11:37

Danke Mankei :)

Zugegeben, ich lese erst einmal die Geschichte von Kavu, um nicht durcheinander zu kommen.
Na ja, ich wünschte wir haben nur solche Sogen.

Liebe Frühlingsgruesse
Joanna
Joanna
 

Beitragvon Kavure´i » 08.04.2016, 03:12

Am späten Nachmittag kam einer der Soldaten zu Fuß zurück ins Dorf.
"In Füssen geht was vor sich." berichtete er.
Kurz nachdem sich Miriam an die Stadtgrenze begeben hatte, fingen die Arabs damit an, Sklaven zusammenzutreiben. Nicht einmal 20 Arabs führten an die 300 Gefangene Richtung Schloss Neuschwanstein. Was sie mit ihnen vorhatten konnten wir nicht erraten.
Dann gab es noch mehr Unruhe, weil ständig Jeeps und Motorräder ankamen und wieder wegfuhren. Die Fahrer gingen ins Schloss und kamen nach einiger Zeit wieder heraus und fuhren Richtung Heerlager. Es schien sich um Kuriere zu handeln.
Zwei Mal sammelten sich mehrere hundert Arabs, stiegen in Fahrzeuge ein und wurden ebenfalls in Richtung Lager abtransportiert.
Wurden da Getötete ersetzt?
Wir begannen uns um Miriam zu sorgen. Was, wenn sie ebenfalls weggebracht würde?
Glücklicherweise war dies nicht der Fall, denn kurz nach dem Bericht des Soldaten kam sie zurück und brachte zwei Frauen und zwei Männer mit.
Sie erzählten, dass die Nachricht bereits im Umlauf sei und Alle sich auf die Flucht vorbereiten würden. Sobald unsere Leute die Wachen niedergemacht und die Türen der Gefängnisse geöffnet hätten, würden sie sich auf den Weg zum Kloster machen um sich bewaffnen zu lassen.
"Irgendjemand hat das Lager angegriffen. Alle Hubschrauber und Flugzeuge sind zerstört, ebenso über die Hälfte der Tankwagen. Ein Teil der Versorgungszelte ist verbrannt, viele Fahrzeuge funktionieren nicht mehr, der Kalif hat um Ersatz für die getöteten Kämpfer geschickt. Wart ihr das?"
"Zum Teil, es war noch eine andere Gruppe beteiligt, die aber nicht zu uns gehört." antwortete Oleg.
"Was ist mit den Menschen, die sie zum Schloss gebracht haben? Wie können wir die befreien?" wollte Sonja wissen.
"Ach, das sind die Schweden, denen ist nicht zu helfen." antwortete Peter, einer der Männer.
"Schweden? Sie haben schwedische Gefangene?" Ich war verblüfft.
"Nein, natürlich nicht. Stockholmsyndrom und so, ihr wisst schon, oder?"
"Ehrlich gesagt, nein."
"Also, die gehören zu denen, die sich mit den Ölaugen solidarisieren. Um zu überleben machen sie gemeinsame Sache mit denen. Sie sind allerdings total neben der Spur, allesamt. Sie laufen herum wie Zombies, reagieren nur auf Befehle von denen, sind ansonsten nicht ansprechbar. Sie tun alles, was die denen sagen."
"Und wozu haben die sie jetzt separiert?"
"Wenn ich es richtig mitbekommen habe, will das Pack jetzt Tabula Rasa machen. Dieser Trupp ist auf dem Weg zu einer Kaserne. Sie hatten Flugzeuge und Hubschrauber mit Betäubungsgas beladen, das sollte abgeworfen werden. Danach hätten sie die Leute nur noch einsammeln müssen. Nachdem ihre Fluggeräte jetzt zerstört sind, müssen sie den Angriff konventionell mit Truppen machen. Sie werden die Schweden als lebende Schutzschilde benutzen. Sie schicken sie vorneweg, und da die Menschen zuerst zögern, auf ihre eigenen Leute zu schießen, können sie viel näher herankommen und können angreifen, bevor die Verteidiger wissen, was sie tun sollen.
Oftmals schicken sie sie vor, damit sie um Einlass bitten, und sobald sich eine Lücke auftut, um sie einzulassen, sind die Angreifer auch schon drin."
"Ich glaube es echt nicht! Sie verraten ihre eigenen Leute!"
"Sie sind keine Menschen mehr, sie sind Zombies."
Wir wollten von ihnen wissen, ob es möglich sei, um die 10 000 Befreiten in die Berge zu führen.
Sie wunderten sich. "So viele sind wir nicht. Zur Zeit sind, die Schweden nicht mitgerechnet, kaum 1000 Sklaven hier. Und davon sind ungefähr 150 Kinder."
"Verdammt. Da hat Jamil schon wieder gelogen." fluchte Miriam.
"Nein. Bis vor ungefähr 2 Wochen waren so viele von uns hier. Dann wurden die Meisten weggebracht. Wir wissen aber nicht, wohin."

Wir bewaffneten die vier neu dazu Gekommenen und bei Einbruch der Dämmerung wurde der Heuwagen angehängt und wir wurden zum Waldrand gefahren.
Von dort aus gingen wir zu Fuß weiter.
Peter führte uns zuerst zum ehemaligen Eishockeyzentrum und zeigte uns den Aufenthaltsort der Wachen. Es war lächerlich. Nur zwei Mann hatten es sich in einem der angrenzenden Häuser gemütlich gemacht. Zwei Schüsse genügten. Die beiden Männer durchsuchten die Taschen der Toten, fanden den Schlüssel und öffneten die Tür zur Halle. Ein leiser Pfiff und schon kamen ein Mann und eine Frau heraus, winkten und führten eine lange Reihe Kinder heraus und in Deckung. Danach kamen leise und diszipliniert Männer und Frauen aus dem Gebäude und machten sich ohne ein Wort auf den Weg zum Kloster.
Wir staunten.
Unsere nächste Station waren die Fertigungshallen der PMG. Auch dort wurden zuerst die Kinder heraus- und weggeführt, dann kamen in langen Reihen die Frauen und Männer, die sich ebenfalls sofort in Richtung Franziskanerkloster marschierten.
Zuletzt befreiten wir die Sklaven in den ehemaligen Kunsthallen.
Als wir beim Kloster ankamen, hatten die zuerst Befreiten bereits mit den Wachen dort aufgeräumt, die Türen zum Waffenarsenal geöffnet und gaben nun die Waffen aus.
"Wo sind die Kinder?" wollte ich wissen.
"Andrea und die Anderen bringen sie gerade dorthin, wo euer Hubschrauber steht."
Wir schlichen uns am Klinikum vorbei zur Straße und gingen von dort aus über die Brücke um uns auf den Weg zum Schloss zu machen.
Alles war ruhig, keine Arabs waren unterwegs. Wir marschierten zügig nach Hohenschwangau um so schnell als möglich in die Berge zu kommen.
Gerade als wir den ehemaligen Parkplatz erreichten und uns an den Aufstieg zum Schloss machen wollten, hörten wir eine gewaltige Detonation.
Sie schien aus Richtung Schloss Neuschwanstein zu kommen. Gleich darauf erfolgte eine zweite. Und eine dritte.
Zuerst schien ein Blitz in die Marienbrücke einzuschlagen, die zerfetzten Einzelteile fielen in die Klamm.
Und wir sahen, wie im oberen Stockwerk an der Südseite eine Feuerblume erblühte und ein Teil des Schlosses in sich zusammenbrach.
Dann hörten wir Schüsse und die Explosionen von Handgranaten.
"Verdammt noch mal! Was ist da los?" rief Peter.
"Egal. Auf alle Fälle können wir unseren Plan, über den Ahornreitweg zu entkommen, vergessen." sagte Marc.
"Danke Mankei!" murmelte ich verbittert.
"Wieso denkst du, dass er es war?" fragte Marc.
"Wer sonst sollte so verrückt sein?" gab ich zurück.

Es blieb uns nichts anderes übrig, als den Weg nach Unterpinswang einzuschlagen, wo wir kurz vor Sonnenaufgang völlig erschöpft ankamen.
Da saßen wir nun fest.
138 Kinder und 721 Erwachsene.
Und als Transportmittel standen und ein Traktor mit Anhänger und ein Hubschrauber zur Verfügung.
Mehrere ehemalige Gefangene, Oleg, Boris und Marc rafften sich auf und ließen sich zum Waldrand fahren um zu beobachten, was in Füssen vor sich ging.
Wir Anderen legten uns schlafen. Ich war so fertig, dass ich unterwegs schon während des Gehens immer wieder fast eingeschlafen wäre und kaum hatte ich mich hingesetzt, fielen mir die Augen zu.

Als Marc mich weckte, wurde es schon wieder dunkel.
Mein Liebster sah schrecklich aus. Er hatte dunkle Ringe unter den Augen, seine Bewegungen waren fahrig.
Trotzdem erstattete er uns Bericht.
Beim Schloss hatte sich lange nichts gerührt, erst als es richtig hell war, hatten sich die Arabs aus ihren Unterkünften gewagt und waren vorsichtig in Richtung Neuschwanstein vorgerückt.
Über eine Stunde lang hatten sie auf dem Parkplatz herumgestanden und heftig gestikuliert, bevor sie den Mut fanden, weiter vorzudringen.
Als sie zurückkamen, trieben sie die "Schweden" vor sich her, luden sie in Transporter ein, die inzwischen gebracht worden waren, und fuhren sie weg.
Beim Franziskanerkloster hatte es dann einen Aufruhr gegeben, wieder mit viel Gestikulieren. Und dann entdeckten sie, dass die Sklaven nicht mehr da waren.
Sie durchsuchten alle Gebäude, fanden natürlich niemanden.
Keiner von ihnen machte sich auf die Suche nach den Sklaven. Sie wussten, dass die bewaffnet waren.

Ausgeruhte Leute hatten sich auf den Weg zum Beobachtungsposten aufgemacht und die anderen legten sich hin.

In dieser Nacht passierte nichts mehr.

Am anderen Morgen mussten wir uns ernsthaft Gedanken darüber machen, wie wir weiter vorgehen konnten.
Unseren Plan hatte ja Mankei mit seiner Irrsinnsaktion vereitelt. Dank ihm, Birgit und Jochen saßen nun wir und die Befreiten hier fest.
Wir konnten uns nicht erklären, warum sie das gemacht hatten. Was hatten sie damit bezweckt?
Sie hatten ein Stockwerk des Schlosses zum Einsturz gebracht, ein paar Arabs über die Klinge springen lassen, die Brücke zerstört, die Gefangenen zurückgelassen und waren wieder verschwunden. Alles in Allem eine Aktion, die uns sinnlos vorkam.
Natürlich hatten sie nichts von unserer Absicht, die Gefangenen zu befreien, gewusst, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass wir momentan nicht wussten, was wir nun tun sollten.
An Wasser fehlte es uns nicht, aber ansonsten an fast Allem. Wir hatten nichts zu essen, keine Decken, nur an Waffen und Munition mangelte es uns nicht.

Gegen Mittag kamen unsere Beobachter ins Dorf und berichteten, die Arabs wären fast vollständig abgezogen.
Vor einer Stunde waren mehrere Jeeps in die Stadt gekommen und kurz darauf hatten sich fast alle Arabs auf den Weg in Richtung Halblech gemacht.
Wir warteten nicht länger und zogen wieder in Füssen ein.
Es waren tatsächlich nur einige wenige Arabs zurückgeblieben, die wohl keine Lust gehabt hatten, sich dem Konvoi auf dem Weg in den Kampf anzuschließen.
Tatsächlich handelte es sich bei den Deserteuren ausschließlich um Europäer und Amerikaner, die eifrig damit beschäftigt waren, LKWs und Transporter mit Lebensmitteln und anderen Dingen zu beladen.
Die Sklaven machten kurzen Prozess mit den überraschten Plünderern. Einige von ihnen nahmen sie gefangen und übergaben sie an Oleg und Sonja, deren Führungsautorität sie von Anfang an anerkannt hatten.
"Das sind sogenannte Offiziere von denen, falls ihr Informationen haben wollt, bekommt ihr sie am ehesten von diesen Kerlen. Und passt mir besonders auf den Rothaarigen auf. Wenn er euch alles gesagt hat, dann gehört er mir." sagte Andrea.
`Oha, eine weitere Miriam.´ mutmaßte ich.
"Kein Problem, du bekommst ihn." versprach ihr Oleg,
"Wir packen alles an Lebensmitteln, Kleidung, Schlafsäcken, Kissen und Decken zusammen, was wir finden können. Bringt alle einsatzfähigen Fahrzeuge zu dem großen Parkplatz im ehemaligen Gewerbegebiet!" Peter gab diese Befehle an seine Kameraden und alle schwärmten aus und begaben sich auf die Suche.
Einen Teil der Arbeit hatten uns ja schon die Arabs abgenommen, die voll beladenen Fahrzeuge wurden gleich durchsucht. Die für uns unnützen Dinge wurden ausgeladen, der freigewordene Stauraum mit Nützlichem gefüllt.
Bis zum Dunkelwerden hatten sich alle auf dem Parkplatz versammelt.
Währenddessen hatten wir die Deserteure verhört.
Sie hatten sich versteckt, als die Anderen abgezogen waren und hatten vorgehabt, sich mit Waffen, Lebensmitteln und Wertsachen aus dem Staub zu machen.
Von ihnen erfuhren wir auch, dass sich im Schloss einige der Unterführer des Kalifen und dessen neuer Stellvertreter, den er ernannt hatte, nachdem Jamil spurlos verschwunden war, aufgehalten hatten. Er selber war jedoch beim Konvoi geblieben.
Unterführer und Stellvertreter hatten unsere drei Partisanen also erwischt, den Kalifen selber nicht.

Die Befreiten würden sich auf den Weg nach Tübingen machen, denn es hatte keinen Sinn, sie zur Kaserne zu schicken. Sie würden nur den Arabs in die Arme laufen.
Wir überließen den Befreiten die Deserteure und Andrea schnitt dem Rothaarigen kaltblütig die Kehle durch.

Wir verabschiedeten uns von ihnen, wir wünschten uns gegenseitig viel Glück und versprachen, wir würden uns wiedersehen, sollten wir den Kampf um Roth überleben.

Wir nahmen uns mehrere Jeeps, luden Lebensmittel und Bettzeug ein und fuhren zurück nach Unterpinswang, wo wir uns eine warme Mahlzeit zubereiteten, die wir heißhungrig hinunterschlangen.
Wieder einmal saßen wir mit einem Becher heißem Tee zusammen, dieses Mal wärmten wir uns an einem Lagerfeuer, um zu beraten, was wir als nächstes tun würden.
Eigentlich wäre es jetzt höchste Zeit für uns, endlich zur Otto-Liliental-Kaserne zurückzukehren.
Allerdings waren wir jetzt hier und dem Heerlager des Kalifen so nahe, wie wir ihm nur kommen konnten.
Die Versuchung, noch möglichst viel Schaden anzurichten, war groß.

Wieder einmal hieß es: Bitte um Vorschläge.

Ich schlug vor, dass wir zu allererst die Aufschriebe der Verhöre durchgehen sollten. Es war alles so schnell gegangen und wir wussten nicht alle über alles Bescheid.
Das sollten wir zuerst zusammenführen.

- Der Kalif war noch am Leben
- Sein Stellvertreter und einige Unterführer waren tot.
- Alle noch verbliebenen Kämpfer waren zu den Waffen gerufen worden.
- Es waren jetzt insgesamt 16 000 Mann, die die letzten Zufluchten der Einheimischen schleifen sollten.
- Ca. 300 "Schweden" wurden als Schutzschilde und/oder Lockvögel mitgeführt.
- Alle Hubschrauber und Flugzeuge waren zerstört oder zumindest nicht einsatzfähig
- Die Hälfte der Tankwagen war ausgebrannt.
- Ein Teil der Vorräte und Ausrüstungsgegenstände war verbrannt.
- Im Kloster St. Mang lagerten Unmengen an haltbaren Lebensmitteln. Die hatten die Befreiten allerdings zum Großteil mitgenommen.
- Im Franziskanerkloster, in einem speziell abgedichteten Kellerraum, waren die Betäubungsgasbehälter eingeschlossen, für die sie momentan keine Verwendung hatten.
- In einem weiteren Raum hatten sie Splitterbomben mit Aufschlagzünder untergebracht.

Am nächsten Morgen landeten wir den Helikopter im Hof des Franziskanerklosters und beluden ihn mit Gasbehältern und Splitterbomben.
Wir hielten Abstand vom Heerlager, konnten aber die Verwüstungen gut erkennen. Die Arabs waren dabei, die ausgebrannten Wracks aus dem Weg zu räumen und in den Resten der Zelte nach Brauchbarem zu suchen. Es würde wohl auch nicht mehr lange dauern, bis sie die Vorräte in Füssen würden holen wollen. Die würden sich umschauen……..
So wie es aussah, würden sie noch eine Weile beschäftigt sein, soweit aufzuräumen, dass sie weiterziehen konnten.
Neben der Straße waren viele Arabs dabei, Gräber auszuheben. Auch die Beerdigungen würden ihre Zeit brauchen.
Auch wenn aus zwei weiteren Richtungen Arabs auf die Kaserne zogen, dieser Konvoi würde noch einige Tage brauchen und nicht gemeinsam mit den Anderen angreifen können.
"Was meint ihr, wollen wir ihnen noch ein paar Geschenke da lassen?" fragte Boris.
"Was hast du vor?" wollte Oleg wissen.
"Wenn wir sie unvermutet anfliegen, können wir ein paar Splitterbomben abwerfen und sofort wieder verschwinden."
"Warum nicht. Los, leg die Sicherungsleine an und öffne die Tür."
Oleg steuerte das Lager mit hoher Geschwindigkeit an, blieb über den verbliebenen Tankwagen in der Luft stehen. Boris warf drei bereitgelegte Bomben ab und Oleg zog den Helikopter sofort hoch und flog mit Höchstgeschwindigkeit Richtung Roth davon. Die Explosionen hörten wir nicht mehr. Aber die hohen Feuersäulen über den Bäumen konnten wir deutlich erkennen.
"Volltreffer!" jubelte Boris. "Ich glaube nicht, dass noch ein Tankwagen übrig ist, und die Panzer dürften auch alle hin sein. Die haben vom letzten Überfall nichts gelernt. Alle Tankwagen standen dicht beieinander und gleich daneben die Panzer."

Kurz nach Mittag landeten wir in der Kaserne.
Schon beim Anflug sahen wir, dass alle Hubschrauber auf dem Flugfeld standen.
Kaum waren wir gelandet, rannte schon ein Soldat auf uns zu und bat uns in die Messe.

Karsten hatte Dienst in der Messe und stürzte auf seine Mutter zu. Er nahm sie in die Arme und erdrückte sie fast.
Nach einer Weile tippte ihm jemand auf die Schulter: "Darf ich jetzt?" Und schon fand sie sich erneut in einer festen Umarmung wieder.
"Max!" keuchte sie. "Ich bekomme keine Luft!"
Lachend ließ er sie los, und umarmte dann erst mich und anschließend Marc. "Ich bin so froh, euch gesund und an einem Stück wieder zu sehen. Schaut mal, wen wir alles mitgebracht haben."
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Beitragvon Pleitegeier » 09.04.2016, 12:01

(CHARLY)

Es ist nun zwei Tage her das ich den Ort verlassen habe indem ich 50 Jahre lebte und wahrscheinlich nie wieder sehen werde.
Was für ein Gefühl!

Nun bin ich gerade mal ca. 4km entfernt und bin über Schleichwege über den Oberhausberg und habe mir am Hang Richtung Stadt einen Unterschlupf gesucht.
Vor Tagen war es sehr Ruhig geworden und nur Brandgerüche liegen noch in der Luft.
Menschen die ich in der Nähe wahrgenommen habe auf meinem Fluchtweg habe ich mich nicht erkennen gegeben.

Die Erfahrungen und Erlebnisse der letzten Wochen haben mich besonders vorsichtig werden lassen was mich auch veranlasste die gängigen Wege zu verlassen und dadurch eine sehr schwer zugängliche Möglichkeit des Verbleibs gefunden zu haben.

Über mir ragte ein sehr großer Steinbrocken und gab mit Schutz vor Regen aber auch brachte die Tatsache das nur eine Möglichkeit zu meinem Versteck führen könnte mir etwas inneren Frieden.

Feuer war nicht möglich da es von der Stadt aus sichtbar währe da bereits die Dämmerung eingesetzt hat und deshalb baute ich mir mit Ästen und viel Laub ein richtiges Nest das von Sträuchern gehalten wurde und mir Schutz gab vor der Herbstlichen Kälte.
Der Fluchtrucksack den ich mitgenommen hatte brachte einiges an Überraschungen zu Tage aber auch Erinnerungen!

Als mir meine Freunde erzählten sich Fluchtrucksäcke zu packen lachte ich diese noch aus und heute höre ich eine Stimme:"Wer weiß wem damit geholfen wird?"
Damals waren beide überzeugt davon das es eines der wichtigsten Taten ist auf die sie sich einlassen wollten weil es ihre Überzeugung war das bei Stress ein sorgfältiges packen unmöglich wird.

Damals haben wir viel gelacht und uns gegenseitig auf den Arm genommen und Nun?

Voller Demut und Dankbarkeit spannte ich die gefundene Plane in Tarnfarbe über das Nest und verteilte darauf Blätter und Äste.
Dann fand ich einen Schlafsack und darin einen Großen Plastiksack den ich darüber zog und mit dem vermieden wird das Nässe meinen Schlaf stören kann.
Allerdings machte ich einige kleine Löcher an der Seite damit feuchte Luft von Ihnen entweichen konnte.
Eine selbst wärmende Mahlzeit in Dose erwärmte meinen Magen aber auch Wasser und Kekse rundeten mein Essen ab.
Nachdem ich mich in Sicherheit wähnte und von meinem Versteck aus einen Blick zum Stadtkern hatte bei Bedarf, wobei mir ein kleines Fernrohr welches in der Seitentasche war eine große Hilfe sein wird ,öffnete ich noch eine Packung Einmal -Körperwärmer und kroch nachdem ich mich noch erleichtert habe in den Schlafsack.
Inzwischen war die Nacht eingebrochen und neben mir lag meine Machete welche ich ebenfalls mitgebracht hab und beim Bau eine Erleichterung war da diese auch eine Sägekante hatte.

Da der Himmel bewölkt war umgab mich immer mehr Dunkelheit ,da weder Mond noch Sterne sichtbar waren und von Richtung Stadt nur kleine Lichtkegel zu sehen waren, habe ich die leere Wasserflasche zu mir in den Schlafsack gelegt um dorthinein zu Urinieren.
Es schien mir zu gefährlich hier im Hang ohne Licht den Schlafsack zu verlassen.

Nachdem ich Geräusche die mich umgaben versuchte zu zuordnen und bei Wind und einsetzenden Regen mit meinen Gedanken angelangt bin ,verfiel ich in einen langen aber auch befreienden Schlaf der Geborgenheit.

Wie lange kann ich nicht sagen doch es musste starker Regen gefallen sein wie ich vor meinem Nest bemerkte und es begann die Sonne ihre Strahlen zu senden.
Diese spürende angenehme Wärme in trockener Umgebung half mir einen Plan zu machen mich in der Stadt umschauen zu wollen jedoch musste ich sehr Sorgfältig diesen Schritt planen da ich nicht wusste was mich dort erwartet.

Als erstes an diesem Morgen machte ich mir mit Hilfe einer Brennpaste in Tube ein kleines Feuer in der mitgebrachten Brennstelle und gönnte mir einen warmen Tee und Müsliriegel.

Kein Auto aber auch keinerlei Bewegung am Himmel war zu hören oder zu sehen was eigentlich beruhigend wirken sollte doch bei mir den Gedanken der Vorsicht intensiv auslöste und nach Feststellung was an Lebensmittel und Wasser noch vorhanden ist veranlasste diesen Tag zu nutzen vom sicheren Versteck die Stadt und Straße unter mir zu beobachten!

Etwas in mir sagte:" Lass Dir Zeit und bleibe Wachsam den nichts ist mehr wie es war!"
Pleitegeier
 

Beitragvon Kavure´i » 11.04.2016, 00:21

Wieder einmal lag die Karte auf einem der Tische ausgebreitet. Kolping befand sich im Gespräch mit einer Frau und vier Männern, die wir nicht kannten und einigen Männern und Frauen, die wir sehr wohl kannten.
Calvin, die Mutter Oberin, Schwester Irmengard, Helma, Hannes und John.
Fast sah ich mich versucht, mich nach Karola und Askari umzuschauen, wusste aber, dass sie selbstverständlich das Kind nicht mitgebracht haben konnten.
Wir begrüßten uns freudig und lautstark, während die Anderen etwas abseits blieben.
Dann wurden wir vorgestellt.
Die Frau und einer der Männer kamen aus Tübingen, die beiden anderen Männer aus Sigmaringen.
In den Tagen, als wir weg gewesen waren, hatten die Hubschrauber einige Flüge unternommen und insgesamt 700 Kämpfer hergebracht. Weitere Einheiten waren unterwegs. Sie würden abwarten, bis die Arabs sich bei der Kaserne versammelt hatten, um ihnen dann in den Rücken zu fallen.

Sonja erzählte kurz und knapp von unseren Erlebnissen.

"Wenigstens müssen wir momentan nicht mit Angriffen aus der Luft rechnen." bemerkte Calvin. "Aber dass alleine aus Richtung Füssen mehr als 15 000 Kämpfer auf dem Weg zu uns sind, das macht mir doch große Sorgen. Von Regensburg, Nürnberg und München kommen laut Schätzung unserer Späher nicht so viele. Insgesamt nur um die 4 000. Die sollen sich wohl mit der Hauptstreitmacht vor Ort vereinigen."
Wohin die anderen, in etwa ebenso viele, verschwunden waren, die sie anfangs gesehen hatten, hatten die Kundschafter nicht herausbekommen können.
Unserer Erfahrung nach, die wir in Füssen gemacht hatten, waren sie wohl desertiert. Auf meine Frage hin bestätigten die Beobachter, dass es sich bei denen, die sich in den Lagern aufhielten, fast ausschließlich um arabisch aussehende Männer handelte. Die westlichen Glücksritter hatten sich aus dem Staub gemacht.
So lange das Töten und Beutemachen mit wenig Risiko für sie verbunden gewesen war, hatten sie sich daran beteiligt. Gegen organisierte und schwer bewaffnete Verteidiger wollten sie ihr Leben nicht aufs Spiel setzten.
Trotzdem blieben immer noch viel zu viele Feinde übrig.
"Wie sollen wir mit einer Streitmacht dieser Größenordnung fertig werden?" fragte ich. "Wir haben gerade etwas mehr als die Hälfte an Kampffähigen."
"Wir werden Gott um Hilfe bitten." sagte die Mutter Oberin.
Als Miriam zum Sprechen ansetzte, erwarteten wir einen ihrer verbitterten Kommentare. Zu unserer Überraschung sagte sie: "Tun sie das, Mutter Oberin, wir können jede Hilfe gebrauchen."
Die Trupps aus Regensburg, Nürnberg und München hatten sich bis auf wenige Kilometer genähert, Lager aufgeschlagen und schienen nun auf den Kalifen mit der Hauptstreitmacht zu warten.
Die Arabs, die nach Deggendorf gezogen waren und dort niemanden mehr zum Massakrieren vorgefunden hatten, waren seltsamerweise nicht zurückgekommen, sondern Richtung Norden weitergezogen.
"Wie lange werden sie von Füssen aus brauchen, bis sie hier eintreffen?" fragte der General.
"Das ist schwer zu sagen, das kommt darauf an, wie schwer sie unser Blitzangriff getroffen hat." meinte Oleg.
"Es wird auch darauf ankommen, ob er einen Teil seiner Leute zur Bestattung der Toten zurücklässt und mit den Anderen weiterzieht. Es wäre kein Fehler, Leute auszuschicken um das zu erfahren."
Kolping gab einem seiner Adjutanten einen Wink und der verließ sofort den Raum um einen entsprechenden Befehl zu geben.

Oleg und Sonja gingen zu dem Gebäude, in denen die anderen Russen untergebracht waren um sich mit ihren Leuten zu besprechen.
Wir setzten uns mit unseren Freunden zusammen und die Tübinger und Sigmaringer setzten sich auf unsere Bitte hin dazu.
Calvin und die Mutter Oberin erzählten von der Reise ins Neckartal.
Sie waren unterwegs auf keinerlei Schwierigkeiten mehr gestoßen, hatten allerdings noch fast zweihundert Personen aus ihren Verstecken locken und zum Mitkommen bewegen können. Alle waren froh gewesen, sich einer so großen Gruppe anschließen zu können. Oft waren es Paare oder Familien gewesen, die sich ein sicheres Versteck geschaffen hatten oder aber auch nur zufällig die Wirren der ersten Monate überlebt hatten. Keiner von ihnen hatte von Tübingen gewusst.
So war es eine sehr große Gruppe, die beim Baggersee bei Kirchentellinsfurt auf die Straßensperre der Neckartaler traf.
Es war eine logistische Herausforderung für die Verantwortlichen der Stadt, die aber nur darin bestand, für gut 550 Menschen Unterkünfte bereit zu stellen. Lebensmittel brachten sie ja reichlich mit und auch all die anderen Dinge, mit denen die LKWs und Transporter beladen waren, stellten für die Gemeinschaft einen hohem Wert dar.
Calvin und seine Soldaten wurden von den Mitgliedern der bewaffneten Bürgerwehr ebenso begeistert aufgenommen wie Helma und die beiden Nonnen mit Krankenschwesterausbildung von den Ärzten des Klinikums.
Jeder Neuankömmling wurde mit Namen, Alter und Beruf, bzw. Fähigkeiten registriert um später entsprechend eingesetzt werden zu können.
Sie wurden für den Anfang im Klinikum auf dem Schnarrenberg untergebracht. Dort hatte es auch genügend Platz für die vielen Fahrzeuge.
Momentan nutzten die Ärzte die alten Kliniken, die näher bei der Altstadt lagen.
Kinder, die keine Eltern mehr hatten, wurden noch am gleichen Abend von Paaren oder Familien abgeholt, die sie aufnehmen wollten. Es kamen viel mehr Menschen, die sie zu sich nehmen wollten, als es elternlose Kinder gab.

Kurze Zeit später kam der zweite Trupp an. Helma kämpfte zusammen mit den anderen Ärzten um Hannes´ Leben, auch die Mutter Oberin saß oft an seinem Bett.
Am 24. Dezember feierten die Nonnen gemeinsam mit den Bewohnern der Stadt in der evangelischen Stiftskirche den Heiligen Abend. Trotz ihrer Größe fasste sie nur einen Bruchteil derer, die gekommen waren.
Die ganze Altstadt war voller Menschen, die sich die Messe über Lautsprecher anhörten und anschließend in den Straßen feierten.
Die Tübinger hatten die alte Tradition des Weihnachtsmarktes wieder aufleben lassen. Es gab Buden mit Glühwein, Wurstständen, Gebäck und Weihnachtsartikeln, vieles davon selbst gebastelt. Auch das alte Karussell stand wieder neben dem Neptunbrunnen vor dem alten Rathaus. Bezahlt wurde mit "Punkten". Jeder, der gemeinnützige Arbeit leistete, wurde mit "Punkten" bezahlt und konnte damit auch bezahlen. Oder man tauschte, was man wollte, gegen etwas, das man selber nicht brauchte.
Allerdings waren es nicht mehr über vierhundert Stände wie früher und alle hatten jetzt auf dem Marktplatz und dem Holzmarkt Platz.

Weihnachten!
Vor lauter Vorbereitungen auf den Kampf hatten wir weder an Weihnachten noch an den Jahreswechsel gedacht.
Naja, wir hatten andere Sorgen gehabt.

Die Botschafter waren erst bei Wannweil gelandet und Max und Patrick Belger, einer von Kolpings Unteroffizieren, waren mit dem mitgebrachten Motorrad bis zur Straßensperre gefahren.
Dort hatten sie den Brief des Generals übergeben und um Landeerlaubnis gebeten.
Die Beiden waren zum Rathaus gebracht worden um mit dem Rat zu sprechen.
Als sie von den Russen und dem Hubschrauber berichteten, waren die Menschen zuerst misstrauisch und skeptisch, einige witterten eine Falle.
Als Max darum bat, Calvin Eisenhut, die Mutter Oberin, Helma oder sonst jemanden vom Trupp aus Heiligengrabe zu holen, entspannten sich die Räte und als gleich alle drei Genannten und ein völlig aufgedrehtes Kind in Begleitung zweier großer Hunde den Mann erkannten und ihn vor lauter Freude fast erdrückten, war das Eis vollends gebrochen.

Der Rat hatte nach Anhörung und kurzer Beratung zugestimmt, Hilfe nach Roth zu schicken.
Gerhard Johner und Pia Kaltenmark, beide Ratsmitglieder, waren mitgeflogen um sich ein Bild der Lage in der Otto-Liliental-Kaserne zu machen und natürlich auch um mitzukämpfen.

Es hatte großes Aufsehen erregt, als der riesige Helikopter auf dem Hubschrauberlandeplatz des Klinikums aufgesetzt hatte.
Die Frauen und Kinder, die er mitgebracht hatte, konnten gleich ins Klinikum gehen. Dort würden sie bleiben, bis sich entschieden hatte, ob sie bleiben oder wieder gehen würden.
Auch diejenigen, die mit dem nächsten Hubschrauber gebracht wurden, fanden dort ein vorübergehendes Zuhause.

Danach ging alles ganz schnell.
Der Rat fragte nach Freiwilligen, die den Bedrängten in Roth helfen wollten und es meldeten sich mehr, als vernünftigerweise das Tal verlassen konnten. Es mussten ja auch noch welche zum Schutz der Gemeinschaft bleiben.

Eberhard Frohner und Sigmund Faller von Sigmaringen erzählten eine ähnliche Geschichte.
Auch bei ihnen hatte die Ankunft der Boten zuerst Argwohn ausgelöst.
Aber nachdem Diebold das Schreiben des Generals übergeben hatte, waren auch die Einwohner dieser Stadt bereit, den Menschen in der Kaserne zu helfen.
Wir erzählten ihnen, dass noch einmal fast tausend Menschen nach Tübingen unterwegs waren.
"Kein Problem. Wir werden sie schon unterbringen."
Dass sie jede Menge Lebensmittel und andere nützliche Dinge, sowie Fahrzeuge mitbringen würden, wurde zwar gerne gehört, aber sie wären genauso freudig aufgenommen worden, wären sie zu Fuß ohne alles gekommen.
"Wir brauchen Menschen. Und wir freuen uns auf die Kinder. "

"Gibt es heute eigentlich kein Abendessen?" fragte ich und schnupperte in Richtung Essensausgabe.
Alle fingen an zu lachen.
Oleg und Sonja gesellten sich wieder zu uns und kurze Zeit später öffnete sich das Schiebefenster zur Küche und das Personal teilte einen köstlichen Gemüseeintopf mit Würstchen und Muschelnudeln aus.
Danach saßen wir in größeren und kleineren Gruppen zusammen und erzählten und planten.
Kurz vor Mitternacht standen wir unter der Dusche und nur wenige Minuten später lagen wir engumschlungen im Bett.
"Hast du es bemerkt?" fragte ich.
"Was?" murmelte Marc schlaftrunken.
"Hannes und Helma sind ein Paar."
"Ja, und Max und Miriam auch." murmelte er.
An seinen regelmäßigen Atemzügen erkannte ich, dass er eingeschlafen war.

In der Messe summte es wie in einem Bienenstock.
Es war ein ständiges Kommen und Gehen.
Beobachter unterrichteten die Offiziere über die Vorgänge in den Lagern der Arabs, die Verantwortlichen für die Unterbringung und Versorgung der Soldaten und Zivilisten brachten Informationen oder holten Befehle und Ratschläge ein. Offiziere und Berater saßen in Gruppen zusammen um die besten Verteidigungsstrategien zu besprechen.
Alle warteten auf die Späher, die den Kalifen ausspionieren sollten.
Bevor wir nicht wussten, was die Hauptstreitmacht tat, konnten wir keine richtigen Pläne machen.

"Ich halte das untätige Herumsitzen nicht mehr aus!" Armbruster war aufgesprungen und ging sich einen Kaffee holen.
"Wir sollten die Initiative ergreifen und nicht hier sitzen und warten. Besser agieren als reagieren." gab ich ihm Recht.
"Dieser Ansicht sind wir hier wohl alle." Der General war zu unserer Gruppe an den Tisch getreten. "Einen wirklich guten Plan konnte mir aber noch niemand vorlegen. Solltet ihr eine Idee haben. Immer her damit!"
Ideen hatten wir reichlich, aber leider keine, die sich durchführen ließen. Immer haperte es daran, dass wir viel zu wenig Kämpfer hatten.
So drehten wir uns ständig im Kreis und kamen zu keinem durchführbaren Plan.

Ich nahm mir wieder die Straßenkarten vor.
Marc beugte sich gemeinsam mit mir darüber.
"Zwischen Halblech und Steingaden wäre es ideal." sagte ich.
"Ja, das sieht nicht schlecht aus." meinte er.
Kolping sah uns verwirrt an.
"Schaut euch einfach mal die Straße an und was fällt euch auf?"
"Da gibt es kaum Möglichkeiten herunterzufahren und auf andere Strecken auszuweichen." Der General winkte seine Offiziere an unseren Tisch.
"Wir sprengen die Straße vor und hinter dem Lager und ebenso die Abfahrten." Armbruster war in seinem Element.
"Sie sitzen fest und kommen nicht weiter, zumindest nicht mit ihren Fahrzeugen. Und zu Fuß brauchen sie Wochen bis sie hier sind."
"Was haben wir an Sprengstoff?"
"Nicht viel, aber dafür wird es reichen."
Kolping bestand allerdings darauf, dass wir auf die Rückkehr der Späher warteten.
Während der Wartezeit sollten die vier einsatzfähigen Helikopter gewartet, die Teilnehmer der Aktion ausgesucht und ausgerüstet und die zur Hilfe eilenden Bodentruppen aus Tübingen und Sigmaringen informiert werden.

Helma nahm mich am Arm und bedeutete mir, ihr ins Lazarett zu folgen.
Dort betastete sie meinen Knöchel, entfernte die Tapes und nachdem ich ausgiebig geduscht hatte, brachte sie neue Tapes an.
Auf ihren fragenden Blick, erzählte ich ihr, dass Boris den Knöchel versorgt hatte.
Sie schrieb etwas auf einen Zettel und schickte einen Pfleger damit los. Kurze Zeit später kam Boris ins Zimmer.
Sie schrieb: Orthopäde?
"Nein. Ich bin Physiotherapeut."
Der Stift kratzte übers Papier: Willst du hier im Lazarett mitarbeiten?
"Gerne, aber nur, wenn ich nicht im Mil gebraucht werde und Oleg nichts dagegen hat."
Helma lachte und klatschte in die Hände.
Gerade als ich gehen wollte, kam Miriam herein.
"Helma, hast du Zeit? Ich will dir jemanden zeigen."
Helma zog fragend die Augenbrauen hoch.
Miriam grinste breit und sagte: "Lass uns Jamil erschrecken gehen."
Helmas Augen weiteten sich und sie starrte Miriam an. Ihr Mund formte lautlos den Namen des Mörders ihres Sohnes.
Dann nickte sie und als die Beiden den Raum verließen, stießen sie sich gegenseitig an und kicherten wie junge Mädchen.
Als wir uns später wiedersahen, wollte ich wissen, was sie getan hatten.
"Nichts." sagte Miriam.
Sie sah mir an, dass ich ihr nicht glaubte.
"Sagen wir so. Wir haben ihm nichts getan." Sie und Helma sahen sich an und lachten los.
"Heraus mit der Sprache! Ich will mitlachen." forderte ich.
"Wir sind nur hineingegangen und haben uns an das Gitter vor seiner Zelle gestellt. Als er Helma erkannte, hat er sich in die Hose gemacht." sie lachte wieder.
"Sicherlich doch nicht nur, weil er sie gesehen hat. Komm schon, Miriam, das kannst du mir nicht erzählen."
Sie kicherte wieder.
"Oooch, ich hab ihm nur geschildert, was Helma gleich mit ihm machen wird, sobald wir mit einem Skalpell zurückkommen."

Vier Tage später kamen die Kundschafter zurück.
Sie berichteten, dass sich der Tross immer noch an der gleichen Stelle befand. Die Arabs waren unter anderem mit dem Begraben der Toten beschäftigt.
Ein längeres Straßenstück fehlte, ein tiefer Krater klaffte dort und im Umkreis von mehreren hundert Metern war alles schwarz verbrannt.
Die ausgeglühten Wracks von Tanklastzügen, Panzern und anderen Fahrzeugen standen und lagen wild durcheinander, überall in der Nähe des Lagers roch es verbrannt.
Ungefähr ein Viertel des noch verbliebenen Fuhrparks stand jenseits des Kraters in Richtung Füssen und konnte nicht oder nur über große Umwege zum Lager gebracht werden.
Unser Überraschungsangriff hatte das Werk von Mankei vollendet. Der Kalif konnte nur noch auf seine Truppen und Handfeuerwaffen zurückgreifen.
Nur leider waren das eben immer noch "nur" etwa 15 000 Mann.
Die Zurückgekehrten sollten sich eine Nacht lang ausruhen und dann gleich wieder mit den Hubschraubern und den Saboteuren nach Halblech zurückfliegen.

Am Nachmittag begann es zu schneien. Dicke Flocken fielen aus tiefhängenden grauen Wolken und durchnässten alles.
In der Nacht kam starker Wind auf, der Niederschlag verwandelte sich in Schneeregen.
Am frühen Morgen hatte sich der Wind zu einem Sturm ausgewachsen und schleuderte den Graupel gegen die Haus- und Zeltwände.
Und wie es aussah, würde dieses Wetter nicht so schnell aufhören.
Kolping schickte Soldaten zu den Tübingern und Sigmaringern und forderte sie auf, sich in die Sicherheit der Kaserne zu begeben.
Zur Mittagszeit fuhren die Fahrzeuge durchs Tor. Die Männer und Frauen, die ausstiegen, waren völlig durchgefroren und waren froh ins Warme zu kommen.
Heißer Kaffee und ein Hühnersuppeneintopf weckte ihre Lebensgeister schnell wieder.

Wie gut die Entscheidung gewesen war, zeigte sich in der folgenden Nacht.
Schon am späten Nachmittag war der Sturm stärker geworden und Kolping ordnete an, dass alle Zeltbewohner samt ihren Habseligkeiten auf die Gebäude verteilt wurden.
Die Feldbetten wurden ab- und überall wo es Platz hatte, wieder aufgebaut.
Die Hubschrauber und alle Fahrzeuge wurden so umgestellt, dass sie mit dem Heck zur Windrichtung standen, die Zelte mit zusätzlichen Sturmhaken gesichert.
Die Nutztiere und ihre Hirten wurden in leeren Gebäuden in der Nähe einquartiert.
Es war eng in den Kasernen. In jedes Zimmer waren noch zusätzliche Betten hineingequetscht worden, die Gänge standen ebenfalls voll. Bei uns in der Stube hatten sich Max und Miriam einquartiert.
Alle Fensterläden wurden geschlossen, die Rollläden heruntergelassen, die Türen verschlossen.
Gegen Mitternacht gingen wir dann ins Bett.
Am früher Morgen weckte mich ein unheimliches Heulen und Kreischen. Der Sturm hatte sich zu einem Orkan ausgewachsen und wir mussten beinahe schreien, um uns zu verständigen.
Ein Blick auf die Uhr zeigte 4.18 Uhr an. Da wir sowieso nicht mehr schlafen konnten, quetschten wir uns durch die überfüllten Gänge und betraten die Messe.
Kolping und die meisten seiner Offiziere waren schon oder noch auf, auch Calvin saß mit am Tisch und hielt sich an einem Becher Kaffee fest.
Gerade, als wir uns mit unseren Bechern dazu setzten, kamen auch die Mutter Oberin und die Räte von Tübingen und Sigmaringen herein.
Pia Kaltenmark, die genauso übernächtigt aussah wie wir alle, bedankte sich noch einmal bei Kolping, dass er darauf bestanden hatte, die Leute herein zu holen.
Alle nickten.
Wir konnten nichts tun als dazusitzen und dem Wüten des Orkans zuzuhören.
Ab und zu schien er abzuflauen, aber kurz darauf ging es wieder weiter. Trotz des Höllenlärms, der so gut wie jedes Geräusch übertönte, hörten wir ab und zu ein Krachen oder Scheppern. Irgendetwas, das nicht richtig gesichert gewesen war, wurde durch die Gegend geschleudert.
Irgendwann wurde ein Frühstück ausgegeben und nachdem ich mehrmals, an die Schulter Marcs gelehnt, eingeschlafen war, bahnte ich mir den Weg zurück in unsere Stube und legte mich wieder ins Bett.
Trotz des infernalischen Heulen des Sturms schlief ich irgendwann wieder ein.
Als ich aufwachte, hörte ich Marcs Atemzüge neben mir. Ich schaltete meine Taschenlampe ein und sah, dass auch Max und Miriam in ihren Betten lagen. Die Uhr zeigte 10.13 Uhr und ich nahm an, dass es nach 22 Uhr war.
Der Orkan heulte immer noch ums Haus und nach einiger Zeig schlief ich wieder ein.
Das Knurren meines Magens weckte mich auf.
Marc und Max waren nicht mehr da, aber Miriam schlief noch tief und fest.
Ich fand die Beiden in der Messe beim Frühstück.
"Das verzeihe ich dir nie." knurrte ich Marc an.
"Was denn?" fragte er unschuldig.
"Dass du mich weder zum Mittag- noch zum Abendessen geweckt hast."
Er versuchte ein Grinsen zu unterdrücken und schnitt dabei so eine Grimasse, dass Max losprustete und Marc sich nicht mehr beherrschen konnte und laut herausplatzte.
"Mit euch rede ich nicht mehr. Die ganzen letzten vier Wochen, garantiert." drohte ich ihnen.
Darüber lachten sie nur noch mehr.
Auch diesen Tag verbrachten wir mit Reden und Dösen. Der Orkan hatte sich zum Sturm abgeschwächt, aber jetzt prasselte wieder Regen oder Graupel gegen die Mauern.
Und in der Nacht wurde das Heulen wieder lauter.
Den nächsten und übernächsten Tag verbrachten wir auf die gleiche Weise. Niemand konnte sich an so einen langanhaltenden Wintersturm erinnern.
Wir hofften, dass es die Befreiten von Füssen vor dem Sturm nach Tübingen geschafft hatten, oder zumindest eine sichere Unterkunft gefunden hatten.

Am Morgen des vierten Tages herrschte eine gespenstische Stille. Nach dem tagelangen Lärm dröhnte die Stille in meinen Ohren.
Die Fenster- und Rollläden wurden geöffnet. Die hereinströmende Luft war eisig. Es lag Schnee.
Dort, wo es Hindernisse gab, war er zu meterhohen Wächten aufgetürmt, auf freiliegenden Flächen war es nur eine dünne Decke.
Die Sonne schien aus einem wolkenlosen tiefblauen Himmel und es war fast windstill.
Die Helikopter und die schweren Fahrzeuge standen unbeschädigt auf dem Flugfeld. Einige der leichten PKWs waren umgestürzt.
Von den Zelten standen noch zwei unbeschädigt da, die anderen lagen flach am Boden.
Der Orkan hatte auch viele Bäume geknickt, man konnte einige Schneisen in den umliegenden Wäldern sehen.

"Wir werden heute die Hubschrauber überprüfen, morgen früh nach dem Frühstück fliegen wir nach Halblech." bestimmte Oleg.
"Wird ja auch Zeit. Wir sind lange genug herumgesessen." sagte Sonja.

Am späten Nachmittag schreckte uns das Dröhnen schwerer Motoren auf.
Am Himmel wurden kleine Punkte zu Helikoptern. Wir zählten 14 Maschinen, die auf uns zu flogen.
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Beitragvon Mankei » 11.04.2016, 22:47

Den ganzen Tag und natürlich auch die Nacht verbrachte ich mit Helga zusammen.
Wir gingen nicht aus unserem Zimmer, es gab etliche Dinge zu besprechen, die wichtigste Frage für Helga war ob ich dieses Mal wirklich bleibe oder sofort wieder gehe wenn ich gebraucht werde.
Da ich sie nicht belügen wollte konnte ich ihr das nur teilweise Versprechen, es gibt leider die Möglichkeit eines Angriffes aber während meiner Abwesenheit wurde mir mit jedem Tag klarer das es nur ein Leben mit ihr und dem Kind geben kann. Ich erzählte ihr alles, es war das erste mal das nichts ausgelassen wurde, sehr oft dachte ich das es nie wieder ein „wir“ geben könnte, nach allem was geschah, doch seit ich Birgit und Jochen kennenlernte hat sich meine Meinung geändert, es gibt nichts wichtigeres als die eigene Familie.
Am Ende fragte ich dann Helga ob sie mir denn noch Vertrauen kann, schließlich hatte ich sie und das Kind so oft enttäuscht.
Helga hatte sich in der Zeit ohne mich sehr oft diese Frage gestellt, sie kam aber immer zu dem selben Ergebnis, sie will mit mir zusammen bleiben, in guten wie in schlechten Zeiten.

Heute war der Tag an dem ich vor allen sprechen sollte, davor jedoch galt es Birgit und Jochen zu besuchen. Sie bekamen jeder ein Zimmer, ihre Angehörigen wurden 24 Stunden beobachtet.
Der Bruder von Birgit hat einmal auf eine Frage geantwortet. Sie fragte ihn zum hundertsten Mal wo der Vater sei, da sagte er „Tod“.
Dem Bruder vom Jochen geht es da schon viel besser, er antwortet gezielt auf Fragen und bestätigte das was Birgits Bruder sagte. Laut Karl wurde der Vater von den Amirabs gefoltert da sie wissen wollten wo Birgit sich versteckte. Normalerweise bekommen die Amirabs alles heraus, jeder spricht irgendwann, bei ihrem Vater soll aber ein Missgeschick passiert sein und er starb zu früh.
Er weiß es deswegen weil er und drei andere für diese Arbeit eingeteilt waren und als sie ihren Vater holten schimpfte jemand mit dem der ihn gefoltert hatte.
Warum die Menschen so teilnahmslos sind wusste Karl nicht genau, er vermutet das sie Drogen verabreichen dann sind sie natürlich sehr Gewalttätig, wenn du nicht machst was sie dir befehlen bist du Tod, ohne das du eine Chance hast das sie dich verschonen, dann natürlich den ganzen Tag Schläge, wenig Essen, wenig Schlaf.
Noch eine Stunde bis zur Versammlung, ich fragte Alex ob der T5 schon weggefahren wurde und wie er mir versprach den gesamten Inhalt in ein Zimmer gebracht hatte.
Alex bestätigte beide meiner Anliegen, ich wollte es dennoch sehen.
Du traust niemanden mehr?
Doch natürlich, aber ich habe für diese Sachen mein Leben aufs Spiel gesetzt, nicht nur einmal, öfters, jetzt ohne sie zu sein da fühle ich mich irgendwie unwohl und ängstlich.
Das kann ich gut verstehen, so ähnlich ging es mir damals immer wenn mein Fluchtrucksack nicht in meiner Nähe war, es war ein blödes Gefühl sagte Alex.
Ich sagte doch Alex, du verstehst es nicht!

Alle waren gekommen nur Birgit und Jochen sah ich nirgends. Jemand muss sie holen Alex.
Er schickte Peter.
Sie wollen nicht kommen sagte Peter als er wieder kam.
Ich stand auf und ging zu ihnen, beide sagten mir das sie nicht stören wollten, sie seien neu hier und fänden es nicht richtig dabei zu sein.
Birgit, Jochen, hört mir zu, ihr gehört jetzt zu uns und außerdem wie soll ich erzählen in welch lausiger Behausung ihr bisher gelebt habt, das dürft ihr schon selber machen, ich möchte daran nie mehr erinnert werden und Jochen, du hast auch noch eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschland zerstört, das mach nur mal selber, vielleicht stecken sie dich dafür ins Gefängnis.
Wir lachten alle drei, es tat so gut.
Nach einer halben Stunde kam Alex und Astrid zu uns, sie fanden uns lachend beim Geschichten erzählen auf dem Boden vor.
Wir schauten uns an und Birgit sagte das uns das niemals jemand nehmen kann, es stimmte.
Birgit, Jochen und ich standen auf und umarmten uns.
Wir kommen Alex, gib uns noch fünf Minuten, bitte!
Klar doch!


Als wir drei den Raum betraten standen alle auf und fingen an zu klatschen.

Nicht doch, vielen Dank dafür, aber Zeit für Klatschen ist noch nicht, aber der Reihe nach.

Ich erzählte von Lagerlechfeld was eigentlich schon alle wussten, dann von Penzing, den Abschuss der zwei Transporter, wie ich Uwe dort begraben habe, meine Fahrt nach Füssen und all dem anderen. Neue Verbündete aus Roth die auf der Suche, aus welchem Grund auch immer, nach uns waren, die vieles wissen wollten aber selber nichts sagen wollten, uns drei aber vor den Amirabs retteten indem sie ein paar Hubschrauber abschossen. Dann von 17000 Amirabs die hier in Süddeutschland Jagd auf Menschen machten, von alleine 10000 Menschen die als Sklaven im Raum Füssen gehalten werden. Von Panzern, Hubschraubern, Transportflugzeugen, Gasangriffen, meinem ersten Anschlag und unserem zweiten Anschlag vor zwei Tagen, der missglückte Versuch Menschen zu befreien, alles wurde genauestens beschrieben.
Als ich zum Ende kam wollte ich noch unseren Gefallenen Freunden die Ehre erweisen.
Bitte steht alle auf, Danke Ralph, Rainer, Uwe, Bertram, Stefan, Thomas, Philipp, Bertram, Jens für das was ihr für uns getan habt.
Viele weinten schon, als wir aber alle aufstanden für eine Schweigeminute weinte so ziemlich jeder.
Danach sprachen Birgit und Jochen, sie bedankten sich dafür hier aufgenommen worden zu sein, die Hilfe die ihre Angehörigen zuteil wird.
Man fragte mich ob ich denn jetzt bleibe oder wieder gehe.
Lachend antwortete ich das mir vor ein paar Stunden schon einmal die selbe Frage gestellte wurde, ich möchte unbedingt bei euch bleiben aber wir dürfen nicht vergessen das über uns Krieg herrscht und die Amirabs sind sicher sauer über das was ihnen so alles in den letzten Tagen geschah, wenn wir Glück haben greifen sie Deggendorf an, dann Roth, irgendwann werden wir an der Reihe sein.
Es wäre am besten wenn wir mit Deggendorf, Roth und den anderen Kontakt hätten, aber ich hatte das Gefühl das man uns nur verheizen wollte, an eine echte Allianz glaube ich nicht.
Natürlich ist auch alles eine Frage der Bewaffnung, wenn wir mit Maschinenpistolen und einer handvoll Granaten gegen Hubschrauber und Panzer kämpfen müssen dann weiß sicher jeder hier wie dieser Kampf ausgeht. Allerdings weiß ich nicht wie die Bewaffnung in den anderen unbesetzten Orten aussieht, wir haben aber definitiv keine Chance gegen das Füssener Aufgebot, das müsst ihr mir glauben.

Ein paar wollten Fragen stellen.

Wie sieht es mit unserer Bewaffnung aus?

Sehr schlecht, ich habe mich zwar bei den Amirabs bedient aber für einen Kampf bei weitem nicht ausreichend, morgen wird eine Inventur gemacht, sie wird ausgehängt.

Was sollen wir denn jetzt machen?

Es weiß niemand genau wo wir sind, abgesehen von Sergej und Natascha, ich sprach immer nur von Landsberg, das ist unser größter Vorteil den wir haben. Bei meiner Ankunft fiel mir aber auf das der Eingang weit sichtbar ist, wenn sich also mal jemand durch Zufall hier her verirrt dann sehen sie die Türe zum Bunker und die mögen viel aushalten, wenn sie aber mit C4 und Panzern kommen dann werden unsere vier Türen sicher nicht lange stand halten.

Wir sollten versuchen mit allen unbesetzten Orten Kontakt aufnehmen.

Gute Idee, aber zu welchem Preis, wie viele haben Erfahrung im Kampf, ich sehe nur einen und dazu, Entschuldigt meine Arroganz, muss ich in den Spiegel schauen. Birgit und Jochen noch aber dann.

Auch wir haben schon gegen die Amirabs gekämpft und gewonnen.

Hast du, ich habe eigentlich nur Sergej und mich kämpfen sehen, ihr wart beteiligt durch das schmeißen von ein paar Handgranaten und dem abfeuern von Flugabwehrraketen, mehr aber auch nicht.
Du bist gemein das ist uns über ungerecht.
Nicht ich bin ungerecht, die Amirabs sind es, ich will euch nur davor schützen.

Es wurde lauter, Alex beruhigte alle, dann fing er an zu reden.
Egal wofür wir uns Entscheiden, es muss wie immer durch eine Mehrheit sein.
Mankei hat recht wenn er sagt das wir alle zu wenig Erfahrung haben aber auf der anderen Seite werden wir wenn ich dich richtig verstanden habe früher oder später angegriffen.

Das stimmt!

Dann sollten wir vielleicht doch versuchen mit den anderen in Kontakt zu treten, wir müssen ja nicht sagen wo sich unser Bunker befindet.

Das Alex mag durch Zufall und Mithilfe durch Jochen einmal geklappt haben aber glaube mir wenn du Miriam einmal in Rage gebracht hast dann flippt sie vollends aus und dann ist die wahrscheinlich noch schlimmer als wenn dich die Amirabs foltern.

Lukas stand auf, Miriam?, dunkle Haare, schlank, 1,80 groß, gutaussehend?
Ja, kam es gleichzeitig aus Birgit, Jochen und meinem Mund.

Ich glaube das ist meine Miriam, wir wollten damals alle zum Bunker, aber da ich sagen wir mal „einige familiäre Probleme“ hatte, wurden wir getrennt, ihre letzten Worte waren damals „ich finde dich, egal wie, aber ich finde dich“.

Birgit, Jochen und ich fingen an zu lachen.
Dann bist du aber das komplette Gegenteil von ihr.
Warum hat sie mir das denn nicht gesagt, sie hatte mehrere Möglichkeiten dazu drohte mir aber lieber. Nein Lukas, ich glaube du irrst dich.

Kommen wir wieder zum Thema zurück sagte Astrid.

Alex sagte das vieles für Roth sprach, allerdings gab er zu Bedenken das falls wir dorthin fahren würden sicher ein anderer Wind weht als hier. Natürlich müssen wir auch damit rechnen sofort gegen die Amirabs zu kämpfen.

Wenn wir den Bunker und Roth aufgeben?
Wie meinst du das Astrid?
Ganz einfach, wir suchen uns was neues, keiner von uns will kämpfen, wir haben Kinder, schwangere und auch schon ein paar Alte, alleine für sie ist es eine Zumutung, egal ob hier oder in Roth. Wenn das stimmt mit 17000 Amirabs, die alle schon kampferprobt sind, dann Panzer und Hubschrauber, Gas und was sonst noch alles.
Nein dafür sind wir nicht gemacht, wir haben uns aus diesem Grund auch damals entschlossen hier einzuziehen. Fakt ist das wir alle Zivilisten sind, Kriege sollen wenn schon Soldaten führen.

Ich stand auf, Astrid da hast du natürlich recht, aber es gibt keine Soldaten mehr, die gab es wie wir erfuhren ja nie, deswegen haben wir ja den ganzen Schlamassel. Wenn du von hier weg gehst, wer sagt dir denn das in ein oder zwei Jahren nicht die Amirabs genau dort ein Lager aufstellen wo du dich nieder gelassen hast.

Man kann es doch so gut wie möglich versuchen zu verhindern das so etwas eintritt.
Mehrere fragten wie sie das meint.
Man kann doch wie es damals eigentlich mein Plan war versuchen ins Ausland zu kommen, oder man geht da hin wo die Amirabs sicher nicht hin gehen.

Ausland ist schlecht sagte Jochen der nun das erste mal etwas sagte. Schon vor drei Jahren als wir noch mit unseren Familien und Bekannten zusammen waren wollten das einige unternehmen, doch egal in welches Land du gehen willst, überall herrscht Krieg.

Wenn wir dann jetzt nach oben anstatt nach unten gehen?
Wie meinst du das Mankei?
Wie ich es sagte, in die Berge, so hoch wie möglich.

Stimmen wir doch erst ab, wer will hier bleiben, wer nach Roth gehen, dann sehen wir weiter.

Gute Idee Astrid, damit haben wir einen Ausgangslage mit der wir arbeiten können.
Alex fragte ob jemand etwas gegen eine öffentliche Abstimmung hat, sie ist schneller und einfacher.
Niemand meldete sich.
Will noch jemand etwas sagen?
Gerhard stand auf und fragte ob man sich als einzelner an die Abstimmung halten müsse, wenn die Abstimmung nicht so verläuft wie man es für richtig hält, darf man dann trotzdem zum Beispiel nach Roth gehen.
Kerstin stand auf, Gerhard du weißt es schon immer so jeder kann das machen kann was er will, die Regeln die wir uns damals selbst auferlegten galten immer nur für den Bunker.
Danke!
Wer ist für ein bleiben hier im Bunker fing Alex an.
Wenige Hände gingen hoch, Alex und Astrid zählten, mehr als 66 wurden es nicht.
Wer ist für Roth?
Eine deutliche Mehrheit für Roth.
Ohne das genaue Ergebnis abzuwarten ging ich, Helga folgte mir, auch Birgit und Jochen.
Das war ja eindeutig, Helga konnte nicht glauben was gerade passierte, sie gaben ihre Heimat einfach so auf.
Schatz was machen wir, bitte sage mir wir gehen nicht nach Roth, ich will das unser Kind in Frieden auf die Welt kommt und ich keine Angst haben muss gleich überrannt, gefoltert und getötet zu werden.
Das wird nicht passieren, ich verspreche es dir.
Birgit und Jochen fragten ob sie bei dem Gespräch dabei sein dürfen, sie wollen nur kurz nach ihren Angehörigen schauen.
Gerhard kam begleitet von fünf anderen, sie wollten mehr über meinen Vorschlag wissen.
Wir verabredeten uns in einer Stunde zu treffen.
Gerade als Helga und ich ins Zimmer gehen wollten kamen auch noch Alex, Kerstin und Astrid, sie hatten das gleiche Anliegen.
Helga sagte willkommen im Club, wir treffen uns in einer Stunde im Ruheraum.
In unserem Zimmer angekommen fragte mich Helga ob ich es wirklich ernst meinte, sie würde es verstehen wenn ich doch mit nach Roth gehe.
Ich nahm ihre Hand, schaute ihr tief in die Augen und sagte, ich will nur noch bei dir und dem Kind sein, alles andere zählt nicht mehr.
Wo sollen wir hingehen, überall besteht doch die Gefahr von den Amirabs gefunden zu werden, ist es vielleicht besser wenn wir hier bleiben.
Nein Helga, sie werden kommen, nicht heute oder morgen aber sie kommen!
Gehen wir erst zur Besprechung, ich habe einen Vorschlag, andere vielleicht auch.
Es wird Zeit!
Alle waren schon anwesend als wir das Zimmer betraten, es war der schönste Raum hier im Bunker, er strahlte Ruhe und Frieden aus.

Alex übernahm wie meistens die Leitung, er fragte ob wir alle das gleiche wollen.
Helga fragte was wollen wir denn?
Nun ich denke alle hier, ich zähle 13, wollen ein neues und sicheres Zuhause.
Wir sind16 Alex, denke an die Angehörigen von Birgit und Jochen.
Sogleich ging in unserer kleinen Gruppe eine teils heftige Diskussion los, jeder hatte so seine Meinung aber keine genaue Vorstellung wie es letztlich von statten gehen sollte.
Helga, Jochen, Birgit, Alex und ich verfolgten interessiert die Anliegen jedes Einzelnen ohne selbst das Wort zu ergreifen. Nach über einer halben Stunde fragte Astrid jeden von uns ob wir denn nichts beitragen möchten. Jochen und Birgit sagten nahezu identisch das sie ja neu hier sind und erst alle anderen hören wollten, ihnen geht es vor allem darum das ihre Familienmitglieder wieder gesund werden, für den Fall das hier nichts raus kommt werden sie wenn möglich hier bleiben, nach Roth wollen sie aber auf keinen Fall. Alex zeigte sich amüsiert darüber was für Vorschläge gemacht wurden, wollt ihr ernsthaft auf die Insel Mainau, dort ist sicher jemand, außerdem ist es keine Insel mehr, sie ist mit dem Festland verbunden. Was er denn will wurde Alex gefragt. Lachend sagte er Frieden, keine Amirabs, Gesundheit und Erdbeereis.
Ich stupste Helga an, was ist denn mit Alex los, er benimmt sich komisch.
Helga nickte zustimmend.
Das ganze lief sehr konfus und ungeordnet ab, ich hatte das Gefühl das alle Sicherheit wollten, keine Auseinandersetzung mit den Amirabs, sie hatten einfach Angst um ihr Leben und das war Legitim, schränkte aber auch ihr Denken ein. Ich merkte das so ziemlich jeder Angst hatte vor dem was kommen wird und sie deshalb so ziemlich jeden rettenden Strohhalm nehmen würden um aus dieser Lage zu kommen.
Immer mehr schauten mich an, bis jetzt hatten Helga und ich kein Wort gesagt.
Ich stand auf hielt aber Helgas Hand fest und machte ihnen einen Vorschlag.
Alles was ihr an Möglichkeiten vorgebracht habt könnt ihr vergessen, ihr könnt es natürlich versuchen aber ihr werdet alleine bleiben denn niemand hat auch nur für einen der Vorschläge einen einzigen Zuspruch erhalten. Ich habe das Gefühl das ihr darauf hofft das jemand einen guten Vorschlag hat mit dem ihr euch arrangieren könnt und dann auf den Zug aufspringen wollt.
Hast du denn einen brauchbaren Vorschlag fragte Kerstin.
Vielleicht solltet ihr euch erst einmal Gedanken darüber machen was ein Umzug überhaupt bedeutet. Wollen wir Tiere mitnehmen, wie viel an Nahrung, Wasser, welche Geräte, Kleidung, Arzneimittel, das wird eine sehr lange Liste, was nehmen die anderen mit nach Roth, bleiben welche hier und dann ist noch die Frage „wie kommen wir da hin wo wir hin wollen“.
Alles schön und gut, aber wir brauchen trotzdem erst einen Ort, ein Haus wo wir hinfahren, wenn das klar ist können wir uns dem anderen zuwenden erwiderte Alex.
Die Landsberger Hütte im Tannheimer Tal auf etwas über 1800 Meter gelegen, einsam, schwer zu erreichen, allerdings auch für uns, aber wenn wir das schaffen dürften wir unsere Ruhe haben.
Helga lachte, da willst du also hin?
Wenn du und das Kind es willst!
Ja!
Jochen und Birgit stimmten sofort zu, nimmst du uns fünf mit?
Natürlich, aber es ist ja erst ein Vorschlag, nichts ist fix.
Alex stand auf, für mich schon, bin dabei.
Kerstin und Astrid folgten Alex.
Gerhard und die anderen, ich hatte das Gefühl sie waren froh das endlich ein konkretes Ziel genannt wurde und stimmten ebenfalls zu.
Dann ist es beschlossen, wir fahren zur Landsberger Hütte, Mankei, dein Vorschlag wird einstimmig angenommen.
Lasst mich euch doch erst einmal ein paar Infos geben.
Dann los.
Etwas überrascht schauten alle als ich Helga aufforderte über die Hütte zu berichten, sie kannte sich dort besser aus als ich, verbrachte sie dort oben doch ein paar Sommer und es war der Ort an dem wir uns kennen lernten und schließlich auch heirateten.

Helga war immer noch überrascht von meiner Idee aber ich konnte an ihrem Gesicht sehen das sie sich sehr darüber freute.

Die Hütte liegt in Österreich nahe der deutschen Grenze und wir fuhren eigentlich immer über Marktoberdorf und Pfronten dort hin, wegen der Nähe zu Füssen wäre es aber sinnvoller wenn wir den Weg über Kempten, Bad Hindelang bis Tannheim nehmen, dort gibt es eine Sesselbahn aufs Neunerköpfl den wir vielleicht benutzen können, er würde uns ein großes Stück Weg abnehmen. Wir können auch nach Haldensee fahren und von dort hinauf zur Hütte aber dieser Weg ist deutlich schwieriger und länger.
Die Hütte ist mehrmals renoviert worden, sie hat 30 Betten und 80 Matratzenlager und für den Winter einen Winterraum, dort passen 14 Gäste hinein.
Wasser ist dort oben kein Problem, es gibt die Lache, einen kleinen See der etwa genau so weit entfernt ist wie der Traualpsee, er ist deutlich größer und kann gestaut werden.
Wir hatten dort oben immer ein paar Kühe im Sommer, im Herbst wurden sie dann nach unten gebracht, Kuhstall hat es keinen auch sonst ist dort oben kein Platz für andere Tiere. Gemüse anbauen ist auch nicht möglich, es hat dort auch im Sommer gerne mal Nachtfrost, wir könnten aber natürlich versuchen weiter unten etwas anzubauen, aber am Anfang ist das bestimmt keine Thema.
Zuerst müssten wir das ganze Haus erst für unsere Bedürfnisse umbauen, es ist aber, wenn wir alle helfen kein Problem.

Helga wir sollten auch unbedingt zuerst eine Kontrollfahrt machen, wer weiß wie es um Österreich steht und natürlich kann es auch gut möglich sein das dort oben jemand lebt.
Natürlich, da hast du recht.

Wir müssen unbedingt Autos beschaffen, für die erste Fahrt haben wir den T5, aber für den Umzug braucht es bestimmt mindestens zehn Fahrzeuge und um so größer desto besser.

Es sollten zwei oder drei fahren, Helga ich weiß du möchtest unbedingt dabei sein aber denke an unser Kind, du musst dich schonen.
Jochen und Birgit meldeten sich aber ich legte Widerspruch ein, sie sollten sich jetzt besser um ihre Familie kümmern das sei wichtiger. Da außer Helga nur ich den Weg kenne sollten dies mal Christoph und Astrid mitkommen. Christoph kennt sich gut mit Elektrik aus, vielleicht schafft er es die Sesselbahn zum laufen zu bringen.
Hat jemand dagegen Einwände?
Keiner meldete sich.
Dann fahren wir morgen in der früh los und bitte zu keinem ein Wort wo es genau hin geht, ihr könnt sagen das wir in die Berge gehen, wo genau ist aber noch nicht sicher.
Benjamin fragte ob es gerecht sei die anderen anzulügen.
Alex stand auf, das ist nicht gelogen, so lange wir nicht näheres darüber wissen ist es nicht sicher ob wir dort hinziehen, also keiner erwähnt die Landsberger Hütte.
Gerhard fragte abschließend wie wir damit umgehen wenn noch andere mit wollten die jetzt hier nicht anwesend sind.
Helga antwortete darauf das 30 Bewohner kein Problem seien, alles darüber hinaus auf lange Sicht aber schon.
Dann setzen wir uns ein Limit bei 30 ergänzte Kerstin.
Alle stimmten zu.

Abends gingen Helga und ich spazieren, sie beschwerte sich anfangs das ich die Pistole mit Schalldämpfer mitnahm aber sie sah schließlich ein das ich nicht ohne gehen würde.
Wie schön es hier doch ist, wäre nur endlich Frieden.
Der T5 wurde ausgeladen, die zwei WSS-Wintores, drei Pistolen inklusive dem Schalldämpfer, eine C4 Ladung, acht Handgranaten, die XM25, mein Nachtsichtgerät und natürlich reichlich Munition behielt ich, alles andere gab ich ab. Zehn Liter Wasser in zwei Kanister, dazu noch fünf Kartons mit MRE‘s bildeten unsere Versorgung. Dann noch aufgetankt und zwei 20 Liter Kanister Reservediesel im Auto verstaut, so machten wir drei uns auf unsere Neue Heimat zu besuchen.

Wir fuhren bis Buchloe Schleichwege, es war kein wesentlicher Umweg, dann bogen wir auf einer Einfahrt in die A 96 ein die dann von der B12 abgelöst wurde, ohne Zwischenfälle erreichten wir Kempten. An der Grenze zu Österreich war das Zollhaus unbesetzt und Christoph fragte als erster wie es denn eigentlich um Österreich stehe, gibt es hier auch Amirabs oder wurden sie verschont. Wir schüttelten den Kopf, keine Ahnung, aber siehst du irgendwo Menschen. Gleich sind wir da, lasst uns zuerst versuchen die Sesselbahn in Gang zu bringen, wenn wir das schaffen würden wir uns viele mühsame Auf- und Abstiege ersparen.
An der Bahn angekommen war niemand zu sehen, ich machte den Vorschlag das sich Christoph und Astrid um die Bahn kümmern, ich wollte durch Tannheim fahren, vielleicht gibt es hier Menschen, einen Versuch war es wert. Tannheim ist kein großer Ort und hat sicherlich keinen Reiz für die Amirabs, also warum ist hier niemand, nach dem zweiten Durchfahren der Ortschaft, teils mit lautem hupen kehrte ich zur Bahn zurück. Astrid rannte mir entgegen, sie läuft, sie läuft, es ist der Wahnsinn, wir haben Strom.
Beruhige dich Astrid, aber toll das es funktioniert.
Der weitere Plan wäre jetzt zur Landsberger Hütte zu gehen, besser sei jedoch bis morgen zu warten. Wir suchten uns das schönste Haus im Ort aus um die Nacht dort zu verbringen,
wir speisten fürstlich, wenn man dies bei Armee Nahrung überhaupt so nennen darf, aber wir haben uns daran gewöhnt, die Tiere die wir im Bunker halten dienen nicht als Fleischquelle sondern wir „ernten“ das was sie abgeben, das ist beim Huhn das Ei, bei der Kuh die Milch, richtiges Fleisch wie es vor dem Krieg gab hat lange keiner mehr von uns gegessen, ob unsere Mägen Frischfleisch noch annehmen fragten wir uns oft. Die Nacht verlief ohne Vorkommnisse und so machten wir uns gleich nach dem Frühstück auf zur Sesselbahn. Christoph legte einige Schalter um und schon drehte sich das Stahlseil um das Drehrad. Bevor es los ging gab ich Christoph einen Schnellkurs mit der Pistole, es bereitete ihm Unbehagen aber es musste sein, er sollte hier unten bleiben und alles Überwachen während Astrid mich zur Hütte begleiten sollte.
Wir stellten uns wie in normalen Zeiten an eine gestrichelte Linie ehe die zweisitzige offene Kabine uns sanft in die Kniekehlen fuhr und wir in die Höhe entglitten. Voller Freude über so eine schöne Abwechslung gewannen wir schnell an Höhe. Nach ein paar Minuten kamen wir am Neunerköpfl an, dort oben wehte ein heftiger und eisiger Wind aber die herrliche Aussicht lies uns alles vergessen, einzig ein warmer Glühwein fehlte. Es ging jetzt zum Höhenweg über die Strindenscharte, dann zur Gappenfeldscharte und schließlich den Abstieg machend über das Lachenjoch zur Landsberger Hütte. Wir marschierten zügig und ohne Pausen, als wir laut meiner Uhr nach nur 85 Minuten an der Hütte ankamen näherten wir uns vorsichtig. Ich schickte Astrid alleine vor, sie sollte nach Hilfe rufen derweil ich mich etwas hinter ihr versteckt mit meiner WSS-Wintores in guter Schussposition positionierte. Durch mein Zielfernrohr konnte ich sehen das die Fensterläden alle verriegelt waren und nachdem Astrid mehrmals rief ohne eine Antwort zu erhalten kam ich aus meiner Deckung hervor. Bei Astrid angekommen sagte sie mir das die Türe verschlossen sei und es eigentlich schade wäre sie aufzubrechen. Das müssen wir auch nicht, Helga lebte doch hier oben und wenn der damalige Pächter den zweiten Schlüssel nicht mitgenommen hat dann liegt dort hinten unten den zwei großen Steinen eine kleine Steinattrappe die den Reserveschlüssel für uns bereit hält. Wir fanden den Schlüssel und öffneten die Türe, es roch nach all den Jahren immer noch nach Berghütte, eine Mischung aus verschwitzten Bergsteigern, Schuhen und der leichten Brise nach gutem Essen. Niemand war hier, seit langen schon, aber dem Zustand der Hütte hatte dies nichts gemacht, alles war so wie ich es in Erinnerung hatte wenn man von dem fehlen der vielen Gästen einmal absah. Astrid war begeistert, sie sagte wir müssen unbedingt hier her kommen, es ist so schön, kein Bunker mehr, keine Luft die stinkt, kein Beton und hoffentlich auch keine Angst vor Angriffen. Kurze Zeit später verschlossen wir die Türe und machten uns auf den Weg nach unten. Deutlich schneller als beim Aufstieg kamen wir am Neunerköpfl an, riefen über das interne Telefon Christoph an der sogleich die Bahn wieder startete. In Tannheim angekommen wollte Christoph natürlich sofort wissen wie es war und als ihm Astrid jede Einzelheit erzählte beschwerte er sich nicht mit dabei gewesen zu sein. Das nächste Mal Christoph, versprochen, jetzt fahren wir sofort nach Hause, informieren die anderen und beginnen sofort mit dem Umzug.
Die Heimfahrt verlief ohne Probleme, in Kempten fragte Astrid ob wir nicht in den Ort hinein fahren wollen um nach Menschen zu schauen, ich verneinte, selbst wenn dort jemand wäre, was sollten wir machen, sie zum Bunker mitnehmen, sie zur Hütte einladen, es geht nicht.
Wir müssen an uns denken, so hart das klingt.

Am Bunker ankommend sendeten wir das Codewort und kurze Zeit später ging die Türe auf. Alex und Helga kamen mit ernster Mine auf uns zu, wir haben Neuigkeiten für euch.
Astrid merkte es zuerst nicht und schrie voller Freude, wir fahren zur Landsberger Hütte, es ist ein Traum dort oben.

Auf dem Weg hinunter erzählte Alex was ihn beschäftigte, er erzählte von großen Hubschraubern die über den Bunker geflogen sind, die Richtung war in etwa Füssen.
Haben sie euch gesehen fragte ich.
Ganz sicher Mankei, in dem Moment des Überfluges waren bestimmt 30 Bewohner an der Oberfläche, wenn sie nicht blind sind wurden wir gesehen.
Es waren sicher große Hubschrauber, nicht die kleinen wie sie die Bundeswehr hat?
Deutlich größer, wieso.
Nun unsere Freunde aus Roth haben die großen, die Amirabs haben die kleinen Hubschrauber.
Wenn wir Glück haben waren sie es, wenn nicht zählt jede Sekunde.
Helga wollte nun wissen wie es in und an der Hütte aussieht.
Toll Helga, wir haben sogar die Sesselbahn zum laufen bekommen, am besten wir sagen nichts, packen heute Nacht und fahren gleich morgen los.
Mit einem Auto willst du 16 Personen befördern, dazu noch Kleidung, Nahrung, Werkzeuge, du spinnst das geht niemals.
Wir fahren sofort nach Landsberg, schauen ob wir Autos finden, wenn Autos vor Häusern stehen brechen wir dort ein, vielleicht finden wir so die passenden Schlüssel.
Gute Idee hörte ich hinter mir jemanden sagen, es war Jochen, worauf warten wir noch.
Die anderen brauchen für ihren Weg nach Roth auch Fahrzeuge, sage es ihnen, Aufbruch in 20 Minuten.
Ich gab Helga einen Kuss und verabschiedete mich schon wieder von ihr.
Von unserer Gruppe kamen Alex, Astrid, Kerstin, Birgit, Christoph und Gerhard mit, die andere Gruppe bestand aus über 30 Frauen und Männer, ich teilte sie auf damit es keine Unstimmigkeiten gibt, wir fahren nach Landsberg Ost, das ist weiter aber wir haben ja auch ein Auto, ihr dagegen bedient euch in Landsberg West, alle waren Einverstanden damit.

Wir suchten große Autos und fanden sie auch, allerdings keine passenden Schlüssel dazu.
Egal was wir probierten es klappte nicht, wir brauchten aber unbedingt Autos.
Gerhard kam erschöpft und genervt zu uns, er sei Arzt und kein Dieb, er hat von so etwas keine Ahnung. Alex sagte das es allen so gehe, vielleicht müssen wir nur unsere Vorgehensweise ändern.
Wie meinst du das Alex. Vielleicht schauen wir nur an der falschen Stelle, habt ihr schon einmal daran gedacht bei Autohändlern zu schauen. Da müssten doch die Schlüssel alle da sein und das fehlende Benzin holen wir von den Autos am Straßenrand.
Unsere Stimmung änderte sich blitzartig, dass war die Idee.
Wir fuhren nun die Autohändler ab, bei Mercedes bekam jeder große Augen, dort standen bestimmt 50 Kastenwagen die perfekt für unser Vorhaben waren, sollten wir hier Erfolg haben könnten wir auch noch die andere Gruppe mit Autos versorgen.
Die Scheibe in den Verkaufsraum hielt nicht lange stand und schon ging es auf Schlüsselsuche.
Wir fanden nicht einen Schlüssel, Alex sagte es gibt bestimmt irgendwo einen Tresor in dem alle Schlüssel liegen. Birgit schrie aus einem kleinen Büro nach uns, kommt schnell her.
Sie hatte gefunden was wir suchten, den Tresor, er machte einen sehr stabilen Eindruck und es gab nur ein Zahlenfeld sonst nichts. Die Chance die richtige Zahlenkombination per Zufall zu erraten ging gegen Null, also suchten wir nach Hinweisen wie dem berühmten Zettel unterm Schreibtisch. Nirgends wurden wir fündig aber Jochen hatte eine andere Idee.
Wir sind hier in einer Werkstatt also gibt es sicher Schweißgeräte, mehr brauchen wir nicht. Erneut machten wir uns auf die Suche, diesmal nach einem Schweißgerät, in der Werkstatt fanden wir gleich mehrere. So brachten wir ein Schutzgasgerät in den Verkaufsraum und schon fing Jochen an mit dem Schweißen, es dauerte nicht lange und der Tresor war bezwungen und viel wichtiger wir wurden mit Schlüsseln überhäuft.
Eine Stunde später hatten wir sechs große Kastenwagen ausgesucht, nun jeden davon mit etwas Diesel befüllt und schon ging es zurück zum Bunker, ich fuhr zur anderen Gruppe, unterrichtete sie von unserem Fang und brachte sieben von ihnen zu den Autos. Dort angekommen bedankten sie sich für die unerwartete Hilfestellung, sie bekamen nun noch meinen letzten Kanister Diesel ehe ich mich auf den Weg zum Bunker machte.
Alle verstauten schon Sachen in die Autos, jeder hatte Angst doch noch so kurz vor der Ziellinie von den Amirabs abgefangen zu werden.
Helga wartete schon ungeduldig auf mich, sie stand vor einem riesigen Berg Sachen die niemals alle in den T5 passen würden.
Das willst du alles mitnehmen Helga, es ist wohl besser ich lerne schnell wie man ein Flugzeug fliegt, für das brauchen wir nämlich sicher eines der Transportflugzeuge aus Lagerlechfeld.
Helga fand das nicht komisch, sie hatte nur das nötigste eingepackt, ich musste mein Lachen verbergen. Nahrung ist wichtig, Kleidung, ein paar Werkzeuge und die Sachen für unser Baby alles andere kann hier bleiben. Helga kämpfte mit mir um jedes Teil, irgendwie sah sie es dann aber doch ein was wirklich wichtig war und was nicht. Mir machte die wenige Nahrung zu schaffen, jedes der Fahrzeuge war voll und als ich Alex darauf ansprach das noch mehr Nahrung mit muss nickte er zustimmend wusste aber keine Lösung für dieses Problem. Bauen wir uns Dachträger, wir haben in der Werkstatt genügend Aluminiumträger, wir könnten sie anschweißen oder mit Seilen festbinden.
Gesagt getan und nur wenig später hatte jedes unserer Autos einen Dachträger, wir seilten sie nur fest, mehrmals durch die Fenster kreuz und quer gezogen machte es aber einen stabilen Eindruck.
Nun waren wir Zufrieden, die Nahrung sollte uns so schnell nicht ausgehen, alles andere würde sich finden. Lass uns fahren Alex!
Jetzt?
Natürlich jetzt, bis wir in Tannheim ankommen ist es noch hell und was hält uns hier noch.
Wir müssen uns von allen noch verabschieden.
Ich nicht, Helga nicht, sie machen ihr Ding wir das unsere.
Fragen wir die anderen.
OK!
Nur drei stimmten für verabschieden, der Rest wollte sofort fahren.
Alex schrieb schnell einen Zettel, darauf stand das wir ihnen alles Gute und viel Glück wünschten, wir unterschrieben alle, klebten den Zettel an die Türe und fuhren in eine neue Zukunft.
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Beitragvon Mankei » 16.04.2016, 09:34

Wir fuhren ohne Probleme auf leeren Straßen entlang, kurz nach Kraftisried machten wir eine Pause um unsere Blasen zu entleeren, Alex kam zu uns, fragte ob wir nichts vergessen haben, es ist doch immer so, man packt fährt los und stellt dann fest etwas wichtiges liegen gelassen zu haben.
Mir machte Sorgen was unseren Aufstieg betraf, die ganzen Sachen, alleine die Nahrung zu transportieren würde uns an die Grenze des machbaren führen. Es musste eine Lösung gefunden werden, auch andere hatten diesbezüglich ein ungutes Gefühl. Wie wäre es wenn wir einfach in Kempten einen Baumarkt besuchen, vielleicht finden wir dort Schubkarren oder andere Hilfsmittel fragte ich in die Gruppe. Jeder war froh über diesen Vorschlag und nach ein paar Kilometern erreichten wir einen Baumarkt. Es überraschte mich nicht wirklich das alle Türen und Fenster unbeschädigt waren, aber das ist ein Phänomen was mich schon lange beschäftigte, so viele Geschäfte, Häuser und Autos waren unversehrt, einzig die Menschen fehlten.
Jochen und Alex machten kurzen Prozess mit der Eingangstüre des Baumarktes.
Ein komisches Gefühl machte sich in vielen von uns breit, die Regale waren voll als hätte sie jemand für uns aufgefüllt, nur die reichlich ausgestellten Blumen und Pflanzen waren alle eingegangen. Wir bedienten uns bei Äxten, Sägen, Hämmer, Schrauben, Nägel, dann kamen Bretter in verschiedenen Längen und Breiten, ein paar Klappstühle, Sonnenschirm, Zelte, Gaskocher, Grills, Seile unterschiedlicher Längen, alles wurde mitgenommen und aufgrund dieses Überangebotes an nützlichen Sachen nahm jeder das was er als irgendwie wichtig ansah. Endlich erreichten wir die Transportkarren, auch hier war die Auswahl beeindruckend, wir entschieden uns für zehn zweirädrige Schubkarren, so sollte es uns möglich sein mit wenig Aufwand viel zu transportieren. Ganz am Ende des Baumarktes fand Gerhard etwas nachdem wir sowieso noch hätten schauen müssen, Anhänger für Autos.
Drei der Kastenwagen und mein T5 hatten eine Anhängerkupplung, durch die Anhänger konnten wir jetzt alles mitnehmen. Zuletzt nahmen wir noch Farbspraydosen mit, wir wollten die weißen Kastenwagen damit tarnen. Noch einmal gingen Jochen, Gerhard und Alex durch den Markt, sie suchten nach nichts bestimmten aber sie fanden etwas was eine große Hilfe werden könnte, Mofas.
Zweitaktöl gab es hier genügend und das Benzin gab es außerhalb an den unzähligen Autos. Die Mofas sollten es uns ermöglichen den Weg zur Hütte motorisiert zu bewältigen, alle waren begeistert von dieser Möglichkeit.

Die Fahrt ging weiter und dann lag auch schon Deutschland hinter uns, ein paar Kilometer weiter kamen wir am Ziel an. Nichts hatte sich seit unserem Besuch verändert, ich hatte vor der Abfahrt ein paar Taschentücher die mit Steinen befestigt wurden versetzt auf der Straße verteilt, sie lagen noch immer so da. Unser Tagesziel hatten wir geschafft, Tannheim, die Nacht wollten wir alle wenn möglich zusammen in einem Haus verbringen, zuerst aber tarnten wir noch alle zusammen die Kastenwagen, es war schön so unbekümmert mit Spraydosen bewaffnet herum zu tollen.
Die Nacht verbrachten wir im Bogner Hof, einem schönen Hotel nicht weit von der Sesselbahn entfernt. Wir fanden im Empfangsbereich einen Kartenständer, es gab dort Postkarten der Landsberger Hütte, Helga nahm sie heraus und zeigte jedem sein neues Zuhause.
In der riesigen Küche bereiteten wir zusammen ein Abendessen vor, wir fanden in einem Vorratskeller 40 Kilo Nudeln und 100 Kilo Reis, andere Sachen gab es auch noch die leider aber nicht mehr genießbar waren. Wir stellten wie wir es gewohnt waren Wachen auf, weniger den Amirabs geschuldet, Birgits Mutter ging es immer noch nicht besser, sie versuchte mehrmals das Hotel zu verlassen und schrie jedes mal wenn wir sie davon abhielten, ich muss zurück.

Man merkt erst was man während eines Krieges alles verliert wenn man ganz alltägliche Dinge macht. Sei es Einkaufen gehen, sich mit Freunden unterhalten, zusammen essen oder grillen, ein Auto mit Spraydosen besprühen. Jeder von uns fühlte sich gut dabei an nichts Denken zu müssen, kein wie überleben wir den nächsten Angriff, wie lange reicht Wasser und Essen, Angst, Trauer, Sorge um sich und andere, einfach sich des Tages erfreuen und Wissen das die Familie und Freunde für einen da sind. „Glücklich sein kann so einfach sein“.

Ich wachte auf da mich Helga so fest umarmte das es Schmerzen verursachte, darauf angesprochen sagte sie, ich wollte nur sicher gehen das du nicht weg bist wenn ich aufwache.
Keine Angst mein Schatz wenn gleich du immer dicker wirst. Sie schlug mich leicht auf die Schulter, du bist gemein. Wir verkrochen uns unter die Decke küssten uns minutenlang und wurden irgendwann von Jochen gestört, er klopfte bestimmt schon das zehnte Mal an die Türe.
Es wird Zeit, alle sind schon fertig und warten ungeduldig auf euch, wir wollen endlich los. Eine halbe Stunde später kamen wir unten an, jeder lachte uns an oder zwinkerte mit Augen.

Die Fahrt zur Bahn war schnell erledigt, Christoph startete den Sessellift und schon begannen wir mit dem Verladen von den Autos zum Sessellift. Helga und Gerhard danach Alex und Kerstin waren die ersten die nach oben fuhren. Als sie ankamen telefonierten sie nach unten und gaben Bescheid das alles in Ordnung ist. Die Maschinerie lief an, Unmengen an Material wurde hoch geschickt, wir bekamen schnell den Dreh heraus wie es am besten klappt und bis auf kurze Pausen zum Verschnaufen arbeiteten wir rasch und effizient. Nach vier Stunden hatten wir fast alles oben, nun sollten die Mofas noch kommen, Jochen packte zu jedem einen Kanister Benzin und das Gemisch dazu, als er oben ankam wurde alles noch einmal überprüft, getankt und schließlich versucht den Motor zu starten, nach einigen Versuchen sprang das erste der drei an. Nun galt es einen der Schubkarren so zu befestigen das er sicher gezogen werden konnte, eine weitere Überprüfung später machte Jochen sich auf die Reise. Helga und Kerstin waren vor über einer Stunde losgelaufen um vor der ersten Lieferung an der Hütte zu sein. Der Pfad zur Hütte war schmal, einige Male musste man sehr genau lenken aber wir schafften es. Gegen 18 Uhr war alles zur Hütte gebracht, einzig Birgit mit ihrer Mutter, Christoph und ich waren noch in Tannheim. Wir versteckten noch die Autos, jedes an unterschiedlichen Plätzen, so hofften wir im Falle eines Diebstahls nicht alle zu verlieren.
Zwei Stunden später kamen auch wir als die letzten an der Landsberger Hütte an, es wartete schon ein Abendessen auf uns das durch viele Kerzen und der wärme des Ofens zu etwas besonderem wurde. Bis spät in die Nacht hinein hockten wir zusammen, erzählten uns Geschichten aus vergangenen Zeiten und bemerkten dann das wir die anderen ganz vergessen hatten.
Ob sie schon in Roth angekommen waren und dort das fanden was sie sich erhofften, wir alle konnten es nicht verstehen.

Helga und ich bekamen das schönste Zimmer der Hütte, aber in den vergangenen Tagen bauten wir gemeinsam für alle eigene Zimmer. Unser größtes Problem ist Holz, wir brauchen es zum Ausbau der Hütte und als Brennstoff für den Ofen, alles andere ist machbar.
Jochen und sein Bruder Karl, er hat sich gut erholt will aber über die Erlebnisse von Füssen nicht reden, wollen morgen mit Alex und mir nach Holz schauen gehen. Dazu werden wir erneut den Baumarkt in Kempten besuchen, dort liegt viel zugeschnittenes Holz fertig zum Abholen.

Morgens als es hell wurde machten wir uns auf den Weg nach Kempten, unten angekommen nahm jeder nahm Auto, wir wollten genügend Platz haben um alles was wir fanden auch mitnehmen zu konnten. Es dauerte nicht lange bis wir am Baumarkt ankamen, aber das Glück hatte uns verlassen, irgend jemand hatte den Markt angezündet, er war bis auf die Grundmauern abgebrannt. Wir wussten damit nicht so recht umzugehen, waren es Amirabs oder normale Menschen die nur nicht wollten das jemand sich daraus bediente. Ich wusste von einem weiteren Baumarkt in Kempten hielt es aber für zu gefährlich dort hin zu fahren, besser wir fahren nach Immenstadt, es ist nicht weit entfernt und der Baumarkt liegt gleich am Ortseingang. Die anderen stimmten zu, vorsorglich gab ich jedem eine Pistole. Wir wurden vorsichtiger, deshalb fuhren wir langsamer als bisher.
Gleich nach dem Ortsschild von Immenstadt sahen wir den Baumarkt und allem Anschein nach war er noch unbesucht. Wir parkten gut getarnt hinter der Selbstwaschanlage während Jochen und Alex sich darum kümmerten das wir Zugang zum Baumarkt bekamen.

Hat noch jemand außer mir ein komisches Gefühl bei der Sache fragte ich die anderen.
Das geht schon, wir beeilen uns und sind gleich wieder weg.
Wie du meinst Alex, mir wäre aber wohler bei dem ganzen wenn ihr „einkaufen“ geht, ich behalte die Umgebung im Auge und verschanze mich mit meiner WSS-Wintores auf dem Dach.

Alles war ruhig, einzig meine Kameraden im Markt hörte ich vereinzelt.
Beeilt euch doch endlich, ich wollte hier weg.
Nach und nach verstauten die drei alles in unsere Autos, neben viel Holz, Schrauben und Nägel nahmen sie auch noch zwei Notstromaggregate mit, dazu passend Lampen und Birnen, sogar einige Akkulampen fanden sich ein. Zufrieden mit der Ausbeute wollten wir gerade einsteigen und los fahren als Jürgen stehen blieb und sagte „sie kommen“.
Wer kommt fragten wir ihn alle gleichzeitig?
Die Herrscher der Neuen Welt kam es gespenstisch aus Jürgen heraus.
Tatsächlich hörten auch wir ein Geräusch, es war noch weit entfernt aber sofort versteckten wir wieder unsere Autos. Jochen bekam seine XM-25, gemeinsam gingen wir aufs Dach hinauf von dort hatten wir die beste Übersicht. Alex und Jürgen blieben bei den Autos.

Jochen lachte mich an, voller Freude überprüfte er die XM-25, ich hatte schon Angst ich darf sie nie wieder benutzen.
Ich hoffe wir brauchen sie nicht Jochen!
Ich schon!
Das Geräusch kam immer näher und am Kreisverkehr angekommen erkannten wir sie, ein Laster mit Amirabs, ein paar von ihnen standen hinten auf der Ladefläche, wir zählten sieben, dazu der Fahrer, noch konnten sie zwei andere Richtungen einschlagen doch sie fuhren zielstrebig auf uns zu als hätten sie uns gesehen.
Soll ich schießen Mankei?
Warte noch, vielleicht fahren sie die Straße weiter und kommen nicht hier her.
Sie kommen zum Baumarkt schrie Jochen mich an.
Schieß!
Jochen drückte ab und ehe sie wussten was passierte ging der Laster in Flammen auf, drei sprangen ab, sie waren ein leichtes Ziel für mich, die anderen fünf hatten es bereits hinter sich.
Wir rannten zur Leiter, informierten die anderen und starteten sofort die Autos.
Folgt mir, haltet die Augen auf.

Ich wollte so schnell wie möglich nach Tannheim, deswegen fuhren wir nicht nach Kempten zurück sondern nahmen die Straße nach Sonthofen, dann über Bad Hindelang auf die uns bekannte Straße nach Tannheim. Wieder an der Sesselbahn angekommen tarnten wir nun die Autos so das sie hoffentlich niemand außer uns finden konnte, die Sachen blieben im Auto, mein gesamtes Waffenarsenal nahmen wir mit obwohl ich Helga versprach es im Auto zu lassen.Meine Freunde fuhren mit den Mopeds zur Hütte, ich wollte zu Fuß gehen und etwas Nachdenken.

Auf halber Strecke machte ich eine Pause, es war so friedlich hier, die Berge haben etwas in sich das man mit Worten nur sehr schwer erklären kann. Ich wollte immer einmal mit Helga zusammen in den Bergen wohnen. Jetzt da es Wirklichkeit wurde, wenn auch nicht gerade Freiwillig, wollte ich alles gewesene vergessen und glücklich sein. Sollen sie sich doch alle umbringen, wegen was auch immer. Gold, Silber, Geld, Gemälde, Wein, irgendwelche Skulpturen all das ist unwichtig, was zählt ist der innere Reichtum und den werden sie damit sicher nicht bekommen.
Können sie uns denn nicht in Ruhe lassen!
Ich will keine Angst um Helga, das Kind, meine Freunde haben.
Ich will nicht mehr töten!


Von weitem hörte ich das Mofa näher kommen, Alex winkte mir zu.
Bei mir angekommen grinste er mich an und sagte, du nimmst jetzt das Mofa, fahre zur Hütte. Danke, aber nein Danke Alex, ist schon in Ordnung, fahr nur du wieder zurück.
Mankei du nimmst jetzt das Mofa.
Was ist denn los?
Darf ich dir nicht sagen.
Helga, das Kind?
Bingo.
Ich riss Alex vom Mofa herunter, drehte es um und fuhr sofort zu Helga.
Nach endlosen Minuten kam ich an, Gerhard, Birgit und Kerstin empfingen mich an der Türe.
Da kommt ja der Vater endlich, wird auch Zeit.
Das Kind, es ist schon da?
Geht es ihm gut, Mädchen oder Junge, egal, Helga, wie geht es Helga?
Ganz ruhig, durchatmen, gehe einfach nach oben.

Ich rannte die Treppe hoch und stürmte ins Zimmer.
Helga lachte und fing dann an zu weinen, sie hielt unser Baby in den Armen.
Gesund?
Ja!
Noch immer stand ich ich zwei Meter entfernt von den beiden.
Jetzt komm doch endlich her, du willst doch sicher unsere Tochter mal halten.
Ein Mädchen, jetzt liefen auch mir die Tränen.
Ich nahm sie vorsichtig hoch und war so glücklich wie schon sehr lange nicht mehr.
Ich legte mich neben Helga ins Bett, küsste sie mehrmals.
Entschuldige das ich nicht da war.
Entschuldige das wir nicht auf dich gewartet haben.
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Beitragvon Mankei » 17.04.2016, 22:01

Verrat

Jochen und Alex kamen ohne zu klopfen in unser Zimmer, Jürgen und Karl sind weg.
Wie meint ihr das?
Sie haben sich irgendwann davon geschlichen.
Diesen Zettel haben wir auf dem Bett von Karl gefunden.
„Ihr werdet alle sterben dies ist Allahs Wille.“
Sofort sprang ich aus dem Bett, Helga du brauchst keine Angst haben wir finden sie.
Sind die Mofas noch da.
Ja, die waren ihnen bestimmt zu laut.
Dann los, vielleicht erwischen wir sie noch. Alex und Jochen gingen vor doch ich packte Jochen am Arm, du bleibst hier, es wäre nicht gut wenn du mit dabei bist, es ist Familie.
Jochen rebellierte energisch aber es half nichts er musste da bleiben.
Bevor wir losfuhren ging ich erneut zu Jochen, du passt auf alles auf während unserer Abwesenheit und mache dich darauf gefasst das wir mit keinen guten Nachrichten zurück kommen.
Wie meinst du das Mankei?
Du wirst es dann sehen.

Wir kamen an der Bahn an, sie war noch in Bewegung, sofort sprangen wir auf.
Im Tal angekommen waren sie nicht mehr da, alles was wir fanden war ein fehlendes Auto.
Sie hatten einen der drei beladenen Kastenwagen genommen, der T5 war schneller, und dazu fast leer, wenn wir die selbe Straße nehmen können wir sie vielleicht noch abfangen. Lass es uns versuchen Alex, wir fuhren über Pfronten und Haag nach Füssen, es gab noch andere Wege, dieser war aber der kürzeste. Jürgen und Karl kennen sich in Füssen gut aus, wie weit sie die Straßen und Schleichwege kennen entzog sich unserer Kenntnis.
Was machen wir mit ihnen wenn wir sie abfangen.
Das werden wir sehen und dann Entscheiden Alex.
Wir redeten nur sehr wenig während der Fahrt, jeder von uns machte sich anscheinend seine Gedanken falls die beiden es schaffen würden. Zusätzlich hatte ich das Problem mit Alex, er denkt man kann immer alle Probleme mit Reden aus der Welt schaffen, wie weit kann ich mich auf ihn verlassen. Noch etwa zehn Kilometer bis Füssen unsere Chance das wir sie noch einholen verringerte sich mit jedem Meter, auch Alex merkte es.
Wenn wir sie nicht einholen wie ist dann unser Plan Mankei.
Ganz einfach, so schnell wie möglich zurück zu den anderen, das wichtigste einpacken und Flucht. Die Amirabs werden sicherlich sofort starten, wenn wir Pech haben sogar mit Hubschraubern.
Wir waren jetzt kurz vor Füssen, zwei Straßen kreuzten sich und auch die Autobahn war einsehbar, wir hielten an und warteten.
Wie lange willst du warten Mankei?
Maximal 30 Minuten!
Und dann?
Landsberger Hütte!
Wir haben es dort oben so schön, schade wenn wir dort weg müssten.
Das stimmt!
Minute um Minute verging, ich war so traurig, warum haben wir kein Glück, wir wollten doch nur unser Leben leben und diese beiden Idioten wollen in den Heiligen Krieg ziehen und träumen von zig Jungfrauen und was weiß ich was sonst noch alles, ich verfluchte sie mehrmals.

Da sind sie Mankei, schau nur da hinten das ist doch eines unserer Autos.
Ich steige aus und gebe dir fünf Minuten zum reden, wenn die Zeit abgelaufen ist übernehme ich.
Wie meinst du das ich soll mit ihnen reden.
Fahre auf sie zu, halte an, steige aus und rede, was hast du nicht verstanden.
Na gut, ich werde es versuchen.

Ich ging eine kleine Anhöhe hoch und stellte mein Visier ein, Alex war noch etwa 200 Meter von ihnen entfernt als er anhielt und ausstieg.

Ich war mir sicher das sie gar nicht erst anhalten würden, wenn das was auf dem Zettel stand wahr ist werden sie ihn als Ungläubigen verteufeln und wahrscheinlich noch versuchen zu überfahren.

Sie machen keine Anstalten anzuhalten, Alex winkte hin und her aber sie fuhren einfach an ihm vorbei, noch kurz abwartend dann zielte ich und schoss zweimal, zuerst auf Karl dann auf Jürgen der am Steuer saß, beide sackten zusammen, das Auto kam von der Fahrbahn ab und raste mit hoher Geschwindigkeit eine Böschung hinunter wo er sich ein paar Mal überschlug.
Ich ging zu den beiden und wollte schauen das sie auch sicher Tod sind, als es überprüft war ging ich wieder hoch zur Straße, dort wartete bereits Alex mit versteinerter Mine.
Du hast sie einfach getötet.
Dein Gespräch mit ihnen war nicht erfolgreich.
Welches Gespräch, sie sind doch einfach weiter gefahren, ich hatte keine Chance mit ihnen zu reden, wieso hast du nicht in die Reifen geschossen.
Wollte ich ja habe aber anscheinend schlecht gezielt.
Mankei du.
Alex sei ruhig, du verstehst es nicht, die ganze Zeit verstehst du es nicht, immer willst du reden, am besten noch dein berühmtes Erdbeereis dazu auftischen.
Diese beiden armen Kerle bekamen eine Gehirnwäsche, eine gute wie es den Anschein hatte, niemand, weder wir noch Birgit oder Jochen haben etwas davon gemerkt.
Sie hatten nur noch eine Aufgabe in ihrem Leben, nämlich ihrem Führungsoffizier zu sagen wie sie am besten zur Landsberger Hütte kommen, danach hätte man ihnen ins Gesicht gelacht und jedem eine Kugel in den Kopf geschossen, dann würden sie sich sofort auf den Weg zu uns machen und jeden umbringen den sie sehen, akzeptiere das gefälligst.
Auf der Rückfahrt sprachen wir noch weniger als bei der Hinfahrt und in Tannheim ankommend ging Alex wortlos zum Sessellift und fuhr hinauf. Zuerst überlegte ich ihm zu folgen, wenn er seine Sichtweise Birgit und Jochen mitteilt werde ich es noch schwieriger haben ihnen es auf einem vernünftigen Wege beizubringen. Mir war aber nicht danach, ich wollte mir selber erst darüber klar werden wie ich damit umgehen will.

Ich wollte niemanden mehr töten und nun habe ich sogar zwei Freunde getötet, zumindest dachte ich dass sie das sind. Ich wollte meine Ruhe, Sicherheit für Helga und das Kind auch für all die anderen aber anscheinend funktioniert das nicht. Wie gut wäre es wenn Ralph noch leben würde, er wüsste was ich machen soll. Meine Gedanken spielen verrückt, auf der einen Seite möchte ich nie wieder mit den Amirabs konfrontiert werden auf der anderen möchte ich sie alle auslöschen.

Wie ich mich verändert habe, mein altes ich das ich mir so sehr zurück wünsche ist nun endgültig gegangen, durch Helga und unserem Kind dachte und hoffte ich gleichermaßen das ich vielleicht doch ein normales Leben führen kann aber als ich heute zweimal den Abzug drückte merkte ich wie sehr sich mein Körper danach sehnte. Ich schrieb vor langer Zeit das ein Monster in mir geweckt wurde und das es nie mehr von mir geht, es war für kurze Zeit schlafen gegangen doch nun ist es noch stärker zurückgekehrt. Ob ich dagegen ankämpfen kann weiß ich nicht, ich bin süchtig nach diesem Gefühl geworden über Leben und Tod zu entscheiden. Nur zu gerne würde ich diese Sucht aus meinem Körper verbannen.

Über vier Stunden hocke ich nun auf dieser Bank und überlege ob ich bleibe oder gehe.

Hallo mein Schatz, wir sind es.
Schlaftrunken wachte ich auf, Helga stand mit dem Kind vor mir.
Gehst du wieder?
Ich möchte so gern bleiben, nur mit dir und dem Kind glücklich und zufrieden leben.
Dann machen wir es doch.
Das ist nicht so einfach, etwas in mir lässt es nicht zu.
Wenn du, wenn wir es zusammen versuchen?
Ich habe Karl und Jürgen getötet.
Ich weiß es, Alex erzählte es uns.
Birgit und Jochen?
Sie weinten aber sie verstehen es.
Wirklich?
Alle verstehen es, du hast es für uns getan, Alex war erst sehr wütend auf dich doch dann verstand auch er es.
Wir haben noch immer keinen Namen für unser Kind.
Wie wäre es mit Sophie?
Komm gehen wir etwas.
Helga, Sophie und ich gingen langsam durch den Ort, es fühlte sich „normal“ an und war deswegen etwas ganz besonderes. Immer wieder störte uns Sophie, sie wollte Aufmerksamkeit aber ich merkte das sie es war die mir dadurch sagte ich soll bleiben.
Irgendwann machten wir uns wieder auf den Rückweg, nahmen die Bahn hinauf und konnte als wir fast oben waren meinen Augen nicht trauen. Alle standen da und begrüßten uns, es war so unerwartet und das machte es Außergewöhnlich. Zuerst ging ich zu Birgit und Jochen entschuldigte mich dafür was ich getan hatte, umarmte beide, danach ging ich zu Alex und umarmte auch ihn.

Wie oft hatten wir Rekordzeiten aufgestellt um zur Hütte zu kommen, diesmal brauchten wir weit über zwei Stunden für die Wanderung, aber wir hatten Spaß, lachten, sangen und tanzten umher, das war es was mir fehlte, gerade nach so einem Tag, Familie und Freunde, eine Gemeinschaft die einem hilft wenn er sie braucht.

Die letzten Tage verbrachten wir wieder mit alltäglichem, die Hütte wurde weiter ausgebaut, die Sachen wurden aus den Autos geholt, wir fällten weit entfernt drei Bäume für Brennholz und nachdem Kerstin, Claudia, Astrid und Jennifer beim durchsuchen eines Hauses Einweckgläser fanden werden wir sofort damit beginnen einige Lebensmittel einzuwecken. Helga erzählte das es unten im Tal sehr viele Apfel- Kirsch- und Birnenbäume gibt, sie stehen ganz weit oben auf unserer Liste um auch im Winter Obst zu haben.
Tiere fehlen uns, wir möchten in den nächsten Tagen schauen ob es irgendwo welche gibt.

Wir haben angefangen eine Art der Supervision ins Leben gerufen, jeden zweiten Tag treffen wir uns alle im großen Essensraum um über Probleme und Ängste zu reden.

Amirabs haben sich nicht blicken lassen, alle hoffen das es so auch bleibt, trotzdem liegen alle Waffen bereit, einige in und an der Hütte, jeder weiß wo. Eine der WSS-Wintores habe ich allerdings mit fünf Magazinen so versteckt das nur ich sie finden kann.

Sophie geht es gut, Gerhard untersucht sie regelmäßig.
Helga und ich sehnen uns nach zwei oder drei Stunden Schlaf an einen Stück aber so ist das eben bei Neugeborenen, Sophie kann das sehr gut, sie lässt uns kurz einschlafen und dann geht es los mit dem Schreien.
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Mankei
 

Beitragvon Kavure´i » 18.04.2016, 02:57

Hola

da mein Ersatzklappi nicht so das Wahre ist, kann es sein, daß ich erst weiterschreibe, wenn mein anderer repariert ist.
Leider kann ich noch nicht sagen, wie lange das dauern wird.

Kavure´i
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Beitragvon style1977 » 19.04.2016, 12:56

Mankei und Kavure´i einfach toll Eure Geschichten. Man kann sich gut in die Charaktere hineinversetzen. Hoffentlich geht es bald weiter. Und Pleitegeier ich bin schon ganz gespannt wie sich deine Geschichte entwickelt. Der Ansatz das ein unvorbereiteter Naivling in diese Situation hineingerät hat mich angesprochen und mir das Gefühl gegeben mich wiederzufinden. Weiter so...
style1977
 

Beitragvon Mankei » 21.04.2016, 22:56

Nur noch drei!

Birgits Mutter geht es immer schlechter, wir wissen natürlich nicht was die Amirabs mit ihr gemacht haben aber selbst die fürsorgliche Betreuung durch Birgit bringt keine Verbesserung.
Viele haben Angst vor ihr und gehen deshalb merklich auf Distanz.
Gerhard machte den Vorschlag in der Apotheke in Tannheim nach geeigneten Medikamenten zu suchen, Helga berichtete das es eine Art Hausapotheke ist die dort eigentlich alles haben was man so braucht. Gerhard will morgen mit Claudia nachschauen gehen, die beiden haben sich in letzter Zeit zusammen gefunden, Gerhard will das nützliche mit dem angenehmen verbinden und mit Claudia ein wenig Zeit allein verbringen.

Gestern kam die Frage auf wie es wohl den anderen geht, wer blieb im Bunker, wer ging nach Roth.
Alex sagte darauf das jeder eine Entscheidung für sich getroffen hat und man diese akzeptiere.

Als wir am morgen aufstanden empfing uns ein wolkenfreier Tag, Sophie hatte wie jede Nacht mehrmals nach Zuwendung verlangt und diese natürlich auf Kosten unseres Schlafs auch bekommen.

Beim Frühstück fragte Helga ob wir heute wandern gehen wollen, Arbeit sei zwar reichlich vorhanden doch sie würde so gerne mal einen Tag mit Sophie und mir verbringen.

Zugegeben die Privatsphäre kommt hier in der Hütte etwas zu kurz, viele hatten sich deswegen schon beschwert und für die Zukunft muss hier unbedingt eine adäquate Lösung gefunden werden.
Alex wollte sich diesem Problem annehmen, er hat auch schon einige Ideen parat muss sie nur noch wie er sagte verfeinern.

Gerhard und Claudia machten sich auf den Weg nach Tannheim. Als er sich verabschiedete blinzelte ich ihm zu und wünschte ihm viel Glück bei der Aktion Claudia.
Christoph erklärte ihnen noch wie sie die Bahn zum laufen und stoppen bringen, dann suchten sie auch schon das Weite.

Kurz danach war es auch für uns drei soweit, wir packten nur noch den Rucksack fertig, Helga überprüfte am Ende noch alles, Decke, Essen, Trinken, selbst hergestellte Windeln, Trinkflasche für Sophie, ein Seil, Verbandsset, Messer, Taschenlampe, Notset und als sie die versteckt in der Decke eingewickelte Pistole fand wurde sie laut, die bleibt hier, glaubst du vielleicht da oben warten Amirabs auf uns. Etwas beleidigt akzeptierte ich ihre Entscheidung, man kann es ja mal versuchen.
Wir verabschiedeten uns von den anderen und starteten mit unserer Tour.

Wir wollten auf die Schochenspitze , Helgas Herzensberg, sie war bestimmt schon hundert Mal dort oben, kannte den Weg so gut wie kein anderer.
Der Pfad hinauf ist leicht, von einigen kleinen steileren Stellen abgesehen kamen wir gut voran.
Nach knapp einer Stunde erreichten wir den Gipfel, er geht als Sophies erster Berg in die Geschichte ein. In solchen Momenten vermisst man Dinge die früher als selbstverständlich galten, man machte bei solchen Ereignissen einfach ein Foto mit dem Handy oder der Kamera und schon hatte man ein Erlebnis dokumentiert. Wir genossen die herrliche Landschaft und machten an einer schönen mit Gras bewachsenen Stelle etwa 30 Meter unterhalb des Gipfels Rast.
Wir breiteten die Decke aus und machten es uns bequem, nach der verdienten Stärkung überkam uns die Müdigkeit und wir schliefen ein.

Dieses Mal weckte uns nicht wie sonst üblich Sophie, wir vernahmen Gewehrschüsse.
Ich ging sofort nachschauen, kletterte zum Gipfel hoch und bezog dort vorsichtig Stellung.
Die Landsberger Hütte brannte, eine riesige Rauchwolke stieg in den Himmel, darunter konnte ich mehrere Menschen sehen die dort standen, zu viele als das es sich um meine Freunde handelte, es waren Amirabs, sie hatten uns gefunden. Immer wieder konnte man Schüsse hören doch die Entfernung war zu groß als das ich sehen konnte ob sie auf Menschen oder nur in die Luft schossen.
Es war aber eigentlich auch egal, ich konnte ihnen nicht helfen, zu weit war ich entfernt und noch dazu hatte ich keine Waffe.
Ich ging zu Helga, erzählte ihr was dort passierte, Helga fing an zu weinen sprang auf und schrie wir müssen ihnen helfen.
Ich hielt sie fest, nein Helga wir können nichts dagegen machen.
Aber sie brauchen bestimmt Hilfe, wenn es Verwundete gibt, bitte lasse uns ihnen helfen.
Sie sind bestimmt schon alle Tod, Amirabs lassen niemanden leben, wenn sie Glück haben nehmen sie welche als Gefangene. Aber ob man das als Glück bezeichnen kann ist mehr als fraglich, denke nur was sie mit der Mutter von Birgit, Karl und Jürgen gemacht haben.
Was sollen wir nun machen?
Wir bleiben hier und verstecken uns, schauen ob sie uns suchen, vielleicht hat jemand gesagt das wir hier oben sind.
Wie lange?
Die ganze Nacht Helga.
Das ist nicht dein ernst?
Doch natürlich, es muss sein.
Siehst du den großen Felsbrocken da unten, da gehst du jetzt mit Sophie hin, ich komme nach.
Du bleibst aber bei uns?
Natürlich.
Ich weiß von deinem Versteck mit dem Gewehr.
Woher weißt du es.
Habe dich zufällig gesehen.
Zufällig?
Egal Helga, ich bleibe sicher hier und beobachte nur die Situation an der Hütte, du kannst mich jederzeit rufen, so wie wir es früher gemacht haben.
Zwei kurz folgende, ein langer Schlag Stein auf Stein?
Genau so!

Wieder oben angekommen sah ich gerade noch wie ein Hubschrauber aufstieg, er kam aber nicht in unsere Richtung sondern flog nach unten ins Tal.
Die Hütte brannte noch immer, das ganze Holz was wir verbauten gab eine sehr gute und lange Feuerquelle ab. Es waren aber nur noch sechs Amirabs zu sehen, ich konnte es nicht genau erkennen aber sie hatten definitiv identische Kleidung an, ich war mir sicher das keiner meiner Freunde mehr lebte. Gerhard und Claudia fielen mir ein, mit etwas Glück haben sie die Amirabs gesehen und sich versteckt.

Helga rief durch das vereinbarte Klopfzeichen.
Alles in Ordnung?
Nein natürlich nicht, wie willst du die Nacht hier verbringen, Sophie wird sicherlich frieren und schreien.
Helga ich will dir nichts vormachen, wir könnten natürlich ins Tal hinunter gehen aber zwei Dinge halten mich davon ab, wir wissen nicht wie viele es sind und dann ist da noch mein Gewehr.
Bevor du jetzt sagst das wir es nicht brauchen, wir brauchen es, glaube mir bitte.
Ich werde versuchen dir und dem Kind es wenigstens etwas gemütlich zu machen aber die Nacht wird hart damit musst du dich abfinden.
Der Felsen war riesig aber er bot nur minimalen Unterschlupf, ich suchte nach Gras als Unterlage um wenigstens etwas als wärmende Schicht zu haben. Ein Feuer konnten wir auf keinen Fall machen also musste die einzige Decke herhalten und dann natürlich noch kuscheln so wie es in jedem Survival – Handbuch steht.
Ich küsste Helga und Sophie und ging wieder nach oben.
Ich sah gerade wie der Hubschrauber zurück kam und die anderen Männer einstiegen, aber es waren nur fünf, ich hatte vorhin doch sechs gezählt.
Der Hubschrauber flog wieder in ins Tal hinunter, niemand war zu sehen aber ich wusste das einer sich dort versteckte.

Wenn es dunkel ist gehe ich die Waffe holen Helga.
Das wirst du nicht, du hast es mir versprochen du bleibst hier.
Ich weiß, aber einer hat sich dort versteckt.
Dann warten wir bis er weg ist, oder noch besser wir gehen hinunter nach Haldensee, da sind sie bestimmt nicht.
Das wissen wir nicht Helga und verzeihe mir bitte aber ich hole das Gewehr.
Du und dein Gewehr, du magst es lieber als Sophie und mich.
Ohne etwas zu sagen stand ich auf und ging.

Erneut haben die Amirabs unser Leben zerstört. Ob von meinen Freunden noch jemand lebt weiß ich nicht aber alleine die Vorstellung macht mich sehr traurig. Helga versteht nicht die Wichtigkeit der Waffe, was sollen wir den unbewaffnet ausrichten, vielleicht kann es eine Zeit ohne gehen aber irgendwann werden wir sie brauchen. Ich hadere mit mir, gerade als ich dachte alles könnte endlich gut werden passiert so etwas. Ob es Glück oder Pech ist das wir drei zufällig heute wandern gingen gibt mir auch zu denken. Wenn ich doch nur einen wirklich sicheren Ort für Helga und Sophie hätte, ich würde sie sofort dort hinbringen, dann nach Roth gehen und solange kämpfen bis keiner mehr von den Amirabs übrig ist.
Helga und Sophie darf nichts passieren, sie müssen diesen ganzen Wahnsinn überleben, koste es was es wolle, auch wenn ich dabei sterbe!


Helga gab wieder Klopfzeichen, ich ignorierte es, erst beim dritten mal ging ich zu ihr.
Sie umarmte und küsste mich, Entschuldige, meine Nerven sind mit mir durch gegangen.
Ist schon in Ordnung, es war auch meine Schuld.

Als es dunkel wurde kam die Kälte, wir waren auf über 2000 Meter, ich sorgte mich um die beiden.
Sophie war erstaunlich, entgegen ihre sonstigen Art, ruhig, vielleicht merkte sie das wir in Schwierigkeiten stecken. Zu gerne hätte ich ein Feuer gemacht oder wenigstens die Taschenlampe benutzt aber jede Lichtquelle konnte man Kilometer weit sehen. Ich hatte meinen Plan nicht aufgegeben, wollte aber warten bis wenigstens Sophie eingeschlafen ist.

Es war kurz nach 23 Uhr, die Nacht war sehr hell, ich zog meine Jacke aus und legte sie über Helga und Sophie die fest schliefen, es war eine dieser Jacken mit Reflektorstreifen die mir bei meiner Aktion sicher nicht dienlich wäre, meine gute Jacke ist im T5, hoffentlich haben sie ihn nicht gefunden.

Leise, ein letztes mal umschauend machte ich mich auf den Weg. An der Hütte konnte man immer noch einige kleine Feuer sehen, in nahm die Hilfe gerne an, sonst sah ich niemanden, aber ich wusste das er da war. An der Lache ankommend nahm ich einen großen Schluck Wasser, Angst vor Bakterien habe ich nicht, mein Körper hat gelernt damit umzugehen.
Ein paar Meter weiter war das Versteck mit meiner Waffe und drei weiteren Hilfsmitteln, mein Nachtsichtgerät, eine Pistole und eine Handgranate. Die Handgranate packte ich nur zum Spaß ein, mein liebgewonnenes Nachtsichtgerät hatte ich aber bewusst dazu gelegt und es sollte mir jetzt sicherlich nützlich sein. Zuerst überprüfte ich die WSS-Wintores, ein Magazin war im Lauf, fünf weitere Magazine waren als Reserve dabei, alles funktionierte. Ich ging vom See eine Steigung hoch setzte nun mein Nachtsichtgerät auf und wartete.
Nichts bewegte sich, schlief er?
Mit dem Gewehr im Anschlag bewegte ich mich vorsichtig und hielt Kurs auf die Hütte.
Die Grundmauern standen noch, alles andere war abgebrannt und die kleinen Feuerstellen würden sicher bald ausgehen. Ich schlich an der Hauswand entlang, da mir sehr kalt war genoss ich die immer noch abstrahlende Hitze der Hütte. Ein Schuss, noch einer, wo kamen die Schüsse her.
Eine Stimme die im schlechten Deutsch mir zurief „gib auf du hast keine Chance gegen mich“.
Vorsichtig zurück gehend schoss er wieder auf mich, er hatte mich anscheinend gehört aber nicht gesehen, seine Schüsse verfehlten deutlich ihr Ziel. Ich legte mich auf den Boden und wurde überrascht von der Hitze, beinahe hätte ich aufgeschrien. Die Hütte lag hinter mir, den eigentlichen Weg verlassend machte ich nun einen großen Bogen und dann sah ich ihn. Er hockte zwischen zwei Felsen gut gedeckt und schaute noch immer in Richtung der Hütte. Jetzt da ich fast auf einer Höhe mit ihm war konnte ich mir in Ruhe überlegen wie es mit ihm weiter gehen sollte. Einerseits wollte ich wissen ob alle meine Freunde Tod sind, wurden Gefangene gemacht und schließlich, woher wussten sie das wir hier sind, doch um so mehr ich überlegte kam ich zu dem Ergebnis das es mich eigentlich doch nicht interessierte.
Hallo du, erschreckt blickte er in meine Richtung, die Kugel traf ihn mitten zwischen die Augen.
Da war es wieder, dieses unbeschreibliche Gefühl die Macht über Leben und Tod zu haben, es elektrisierte meinen ganzen Körper.

Noch etwas abwartend dann zur Hütte gehend konnte ich nun das ganze Ausmaß erblicken. Rechts neben der Hütte lagen wie Holz gestapelt die Leichen meiner Freunde. Ich zählte zehn Leichen, also wurden alle getötet, nur Gerhard, Claudia und wir drei hatten überlebt.
Ich ging zu dem Amirab, durchsuchte ihn und fand ein paar nützliche Sachen, eine Maschinenpistole mit acht Magazinen, eine Pistole mit drei Magazinen, ein gutes Messer, im Rucksack ein Regenponcho, zwei Trinkflaschen, etwas Nahrung.

Nachdem ich eine halbwegs geeignete Schaufel fand fing ich an mit dem Ausheben eines Grabes, nach über zwei Stunden war es geschafft, völlig am Ende meiner Kräfte machte ich erst eine Pause bevor ich meine Freunde ins Grab legen wollte.
Kurz überlegte ich ob Helga mit dabei sein sollte entschied mich aber dagegen, sie sollte unsere Freunde so nicht sehen.

Als alles erledigt war schaufelte ich noch ein Grab für den Amirab, zuerst wollte ich ihn einfach liegen lassen oder nur den Berg hinunter rollen, dann aber sagte ich mir das er auch ein Mensch ist und ich besser sein wollte als sie.

04:15 Uhr, wie gerne würde ich schlafen, aber es ging nicht, Helga und Sophie mussten geholt werden um bei Tagesanbruch wieder hier zu sein, ich wollte noch einmal alles durchsuchen ob irgendetwas den Brand überlebte.

Auf der Hälfte des Weges kam mir Helga mit Sophie entgegen, sie fiel mir um den Hals, sie hörte die Schüsse und da ich nicht kam dachte sie ich sei Verwundet.oder Tod.
Was ist mit den anderen fragte Helga?
Alle leider Tod, habe sie hinter dem Haus begraben.
Helga ging zu ihnen, Sophie schlief in meinen Armen.

In der Hütte war nichts brauchbares mehr zu finden, alles war verbrannt.
Ich machte mir große Sorgen um unsere Nahrung, auch was wir in Zukunft Sophie zu essen geben sollen, noch haben wir dieses Problem nicht aber es wird kommen.
Sämtliche Waffen wurden von den Amirabs gefunden, alles hatten sie mitgenommen, nur ein Teil hatten sie vergessen, den Schalldämpfer für meine Pistole. Es freute mich so sehr das ich laut zu lachen begann, Helga kam zu mir und fragte warum ich so lache.
Ganz einfach weil du jetzt schießen lernst.
Sicher nicht.
Helga du musst, wer weiß wem wir heute alles begegnen, da musst du mir vielleicht helfen.
Ich will nicht, außerdem trage ich doch Sophie und kann nicht auch noch eine Waffe halten.
Nur zur eurer Sicherheit.
Widerwillig nahm sie die Pistole in die Hand, der Schalldämpfer sorgte dafür das sich Sophie nicht erschreckte. Sie machte es gut, da wir Munition sparen mussten schoss Helga dreimal auf etwa zehn Meter und zweimal auf etwa fünf Meter Ziele. Sie traf nicht genau ins Schwarze aber doch so weit das es ausreichte, ich küsste sie zur Belohnung und man konnte deutlich an ihrem Gesicht sehen das sie Stolz auf sich war.

Helga kannte viele Wege nach Tannheim hinunter, der Sessellift kam nicht in Frage, wahrscheinlich warten sie nur darauf und würden uns dem entsprechend empfangen.
Also nahm Helga einen kleinen unscheinbaren Pfad der mir gar nicht aufgefallen wäre.
Der Weg ist steil, achte gut auf Sophie, nicht das ihr stürzt.
Helga bewegte sich sicher über auch teils luftige Stellen hinweg und half mir des öfteren mit Sophie. Nach einer Stunde erreichten wir Tannheim, allerdings am falschen Ende also mussten wir erst noch die weite Strecke meistern. An der Hausapotheke angekommen schauten wir vorsichtig durch die Fenster, niemand war zu sehen und auch auf leises rufen bekamen wir keine Antwort.
Ich wollte es sicher wissen, vielleicht hatten die zwei sich im Keller versteckt.
Die Fensterscheibe sollte so wenig Lärm wie möglich machen deswegen nahm ich aus den Verbandsset etwas Klebeband und fixierte damit die Scheibe, es klappte erstaunlich gut und schon waren wir im Haus. Schnell durchsuchten wir alle Räume aber Gerhard oder Claudia fanden wir nicht, dafür aber Medikamente, wir nahmen reichlich davon, Helga sah noch zwei Krüge auf denen Alkohol stand, sie waren tatsächlich voll, ich nahm die zwei Trinkflaschen des Amirabs und füllte sie mit diesem wertvollen Stoff.

Den T5 parkte ich etwa 100 Meter gut versteckt von der Seilbahn entfernt, wir hofften so sehr das er noch da war, ich hatte darin neben Kleidung auch Nahrung für zwei Wochen, falls er gefunden wurde hätten wir ein großes Problem.
Es war nicht mehr weit, eigentlich sollte ich das Auto schon sehen, zumindest wenn man weiß wo er steht und tatsächlich nach einigen Schritten konnte ich ihn sehen, erleichtert rief ich nach Helga.
Wir stiegen ein und verschnauften zuerst, ich musste unbedingt etwas schlafen, außerdem wollte ich nicht bei Tageslicht fahren, Helga war einverstanden, sie hielt Wache und kümmerte sich derweil um Sophie.
Stunden später wachte ich auf, es begann schon zu dämmern.
Helga fragte wo wir denn jetzt eigentlich hinfahren wollen.
Wie wäre es mit dem Bunker, nicht zum wohnen, nur schauen ob sie Vorräte da gelassen haben, sie konnten eigentlich unmöglich alles mitgenommen haben.
Niemand weder Freund noch Feind war zu sehen, entweder haben sie Gerhard und Claudia getötet, gefangen genommen oder sie sind geflüchtet, ich wollte trotzdem kurz schauen gehen. Helga und Sophie sollten im Schutz des Wagens hier bleiben, ich wollte zu Fuß die Gegend erkundigen.
Als ich ging drückte ich die beiden und legte Helga die Pistole in die Hand, du weißt jetzt wie man damit umgeht, wenn es nötig ist benutze sie.

Die Häuser boten mir guten Schutz, es war nicht mehr weit zur Bahn. Immer auf der rechten Seite gehend sah ich gerade noch zwei Amirabs die dort standen. Schnell sprang ich auf den Boden, meine WSS-Wintores aus dem Rucksack nehmend erforschte ich weiter die Lage und sah nun da ich etwas an Höhe gewonnen hatte vier Menschen, sie unterhielten sich und machten einen gelangweilten Eindruck. Ich musste warten, vielleicht gab es noch mehr von ihnen und es könnte auch sein das dort Gerhard und Claudia waren.
Ich entsicherte das Gewehr und visierte an, sobald die zwei wieder ins Haus gehen wollte ich schießen, geht doch endlich hämmerte es durch meinen Kopf aber sie machten keine Anstalten mir diesen Gefallen zu erfüllen. Das Risiko war hoch, doch ich war bereit es zu wagen.
In dem Moment wo sich einer von ihnen zum Haus umdrehte schoss ich, drei Schüsse drei Treffer, sie fielen wie Steine auf den Boden, der andere drehte sich um und schoss ins Nirgendwo, ich nahm erneut Ziel und sah seine Angst im Visier, es sollte mit ihr sterben.

Mein Adrenalin war auf Maximum, mein Herz schlug so schnell wie selten zuvor, aber mir wurde klar das es nicht wegen der Aufregung oder Angst so pochte, es war wieder dieses Gefühl das mich schon so oft in Extase versetzte, zu sehen wie jemand stirbt, seine Augen, seine Angst, wie der Tod in ihnen zu Leben beginnt!

Als ich wieder zu Ruhe kam schaute ich nach ihnen, keiner lebte mehr, nun suchte ich nach meinen beiden Freunden, die Türe zum Kartenverkaufsraum öffnend sah ich sie am Boden liegen, sie waren Tod und das schon lange, das Blut an ihnen war fest eingetrocknet und nun wusste ich auch wie sie uns fanden. Gerhard oder Claudia haben es ihnen gesagt, sie wurden gefoltert.
Einer nach dem anderen legte ich die beiden nahe des Waldes ab, da keine Schaufel vorhanden war nahm ich einen Ski, es ging sehr schwer damit und war kräfteraubend aber ich wollte sie unbedingt begraben. Es war vollkommen dunkel als ich es endlich geschafft hatte.
Bevor ich zu Helga und Sophie gehen wollte durchsuchte ich erst noch die Amirabs, neben ihren Maschinengewehren und Pistolen fand ich im Haus etwas besonderes, die zweite WSS-Wintores mit den restlichen 12 Magazinen und die XM-25 mit drei Magazinen, dann noch eine ganze Menge Nahrung und eine Karte die ich mir aber erst am Tag anschauen wollte. Da es unmöglich war alles zu tragen deponierte ich es nahe der Straße, dann sofort zu meinen beiden Mädchen gehend um die Sachen abzuholen. Helga wartete schon ungeduldig und nachdem sie sah das es mir gut ging fragte sie mich nach Gerhard und Claudia. Meine Antwort war sehr kurz, Helga nickte nur und fing an zu weinen.
Hast du sie begraben?
Mit einem Ski?
Ich fuhr los und machte nur kurz halt um die Sachen einzupacken dann starteten wir unser Reise zu Bunker.
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Beitragvon Kavure´i » 22.04.2016, 03:45

Kolping bellte einen Befehl und sofort waren sämtliche Stinger und MX 25 in Bereitschaft.
„Gefeuert wird erst auf meinen Befehl!“ rief der General.
Sonja war zu ihrem Mil gerannt und hatte eines der Funkgeräte eingeschaltet. Erst rauschte und knackte es nur, dann war klar und deutlich eine männliche Stimme zu hören. Sie sprach russisch.
„Nicht schießen!“ rief sie. „Das sind unsere Leute.“
Erleichtert ließen die Soldaten die Waffen sinken.
„Die Hubschrauber bitten um Landeerlaubnis.“
„Erteilt.“ sagte Kolping. Auch ihm stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.

Jeder der Hubschrauber brachte fünfzig russische Soldaten mit, alle bis an die Zähne bewaffnet. Und sie hatten modifizierte Bordgeschütze, konnten Raketen und Brandbomben abschießen.
Reichlich Munition dafür hatten sie auch an Bord.
In der Messe wurde es langsam eng. Der General begrüßte die Neuankömmlinge, von denen allerdings nur die Piloten gekommen waren. Alle sprachen zumindest so viel Deutsch, dass sie an der Besprechung teilnehmen konnten. Notfalls dolmetschte Sonja.
Wir erfuhren, dass sie von der Einsatzleitung in Frankreich zu uns geschickt worden waren, nachdem zwei ihrer Kameraden, Natascha und Sergej, mit einem von den Arabs erbeuteten Flugzeug zurückgekehrt waren und von der hier bestehenden Notlage erzählt hatten. Die hatten allerdings nur von circa 400 Menschen in einem Bunker bei Landsberg gesprochen und ihre Erlebnisse mit einem gewissen Mankei erzählt. Kurze Zeit später war jedoch ein weiteres Team zurückgekommen, das einen gefangenen Offizier der Arabs mitgebracht hatte, der ihnen nach einer eingehenden Befragung die Pläne des Kalifen verriet. So wurden die vierzehn Helikopter bewaffnet und bemannt und uns zur Hilfe gesandt.
Als der Schneefall begann, waren sie gelandet und hatten sich in einer Ortschaft in leer stehenden Häusern einquartiert und dort das Ende des Unwetters abgewartet. Die Bewohner des Bunkers hatten den Wintersturm anscheinend ebenfalls gut überstanden, denn die Besatzungen hatten beim Überfliegen eines Waldstücks mindestens dreißig Menschen in der Nähe eines Bunkereingangs gesehen. „Sie waren sehr unvorsichtig.“ sagte einer der Russen. „Sie mussten doch den Motorenlärm der Helikopter schon lange gehört haben. Aber sie standen nur da und schauten zu uns auf. Keiner von ihnen machte Anstalten sich im Bunker in Sicherheit zu bringen oder sich auch nur zu verstecken. Ich verstehe das nicht. Vor allem, weil sie doch schon einmal von den Arabs angegriffen wurden. Die ausgebrannten Wracks stehen auch noch in der Nähe ihres Unterschlupfs. Sie haben noch nicht einmal versucht sie zu tarnen.“
„Wir werden uns um sie kümmern müssen.“ sagte der General. „Aber zuerst werde ich Kundschafter ausschicken, die nachschauen, was die Arabs machen, die hier in der Nähe lagern.“
Die Ersten kamen wenige Stunden später zurück und berichteten, dass von den Arabs keiner mehr am Leben war. Sie waren allesamt erfroren. Sie hatten sich in ihre Fahrzeuge und Zelte zurückgezogen, waren vom Orkan überrascht worden. Die meisten Zelte waren weggerissen worden, sofern sie nicht im Windschatten gestanden hatten. Auch einige der Fahrzeuge waren umgestürzt.
Als die Menschen in der Kaserne diese Nachricht bekamen, jubelten sie. Auch wenn der Kalif immer noch mit der Hauptstreitmacht bei Füssen lagerte, die unmittelbare Bedrohung ganz in der Nähe bestand nicht mehr und es waren mindestens viertausend Gegner weniger.

Die Russen beschlossen, sich am nächsten Tag Richtung Füssen auf den Weg zu machen. Die vier Helikopter von Sonja und Oleg würden mitfliegen. Wie geplant mit den Kundschaftern, Armbruster und dem Sprengstoff. Außerdem waren Marc, Miriam und ich an Bord, weil wir die Umgebung schon kannten, Max schloss sich uns an, ebenso Calvin mit dreißig seiner Soldaten. Pia Armbruster und Sigmund Faller wollten uns begleiten um sich ein Bild der Situation machen zu können.
Im Morgengrauen flogen wir los. Wir glaubten zwar nicht mehr, dass wir den Sprengstoff noch brauchen würden, da die Russen das Lager angreifen wollten, aber wir mussten die Kisten ja nicht tragen.
Als wir uns dem lagernden Konvoi näherten, sahen wir, dass auch dieses Camp vom Wintersturm schwer gebeutelt worden war. Der Großteil der Zelte war verschwunden, überall hingen Fetzen davon in Bäumen und Büschen, auch anderes Gerät lag verstreut in weitem Umkreis herum. Viele Fahrzeuge waren umgestürzt. Es wimmelte von Männern, die herumgingen und Ausrüstungsgegenstände zusammensuchten. Ich glaubte nicht, dass viele der Arabs ums Leben gekommen waren, standen doch genügend Häuser als Unterschlupf zur Verfügung. Aber es war deutlich zu sehen, dass der Kalif und seine Mörderbande die nächsten Tage sicherlich nicht in der Lage sein würden, sich auf den Weg nach Roth zu machen. Und wenn es nach uns und den Russen ging, würden sie nirgendwohin mehr gehen.
Die Hubschrauben schwärmten aus und griffen die überraschten Arabs von allen Seiten gleichzeitig an. Sie feuerten aus allen Rohren und richteten ein furchtbares Gemetzel an.
Nachdem sich die Angegriffenen vom ersten Schrecken erholt hatten, schossen sie natürlich zurück. Mit ihren Handfeuerwaffen konnten sie gegen die gepanzerten Mil Mi 26 nicht viel ausrichten, aber einer der Arabs brachte eine Flugabwehrrakete auf den Weg, einer unserer Hubschrauber wurde getroffen und zerschellte am Boden. Das Jubeln blieb den Moslems aber schnell im Hals stecken. Die anderen Helikopter verstärkten ihre Bemühungen und der Schütze bekam keine zweite Möglichkeit. Eine Stunde später war alles vorbei. Die Libellen setzten neben dem Lager auf, die Soldaten sprangen heraus und schwärmten aus. Eine Gruppe rannte sofort zum Wrack des abgeschossenen Mil um nach eventuellen Überlebenden zu suchen. Vergebens. Die Besatzung war tot.
Immer wieder peitschten Schüsse, die Soldaten machten mit verwundeten Arabs kurzen Prozess. In Halblech kam es zum Häuserkampf. Dort hatte sich eine größere Anzahl der Feinde verschanzt. Allerdings dauerte es nicht lange und der Kampflärm ebbte ab, hörte schließlich ganz auf. Die Soldaten kamen zurück, trugen insgesamt elf ihrer Kameraden. Vier waren tot, die anderen mehr oder weniger schwer verletzt. Sie wurden in einen der Hubschrauber eingeladen und zur ärztlichen Versorgung nach Roth geflogen.
Wir sahen uns um. Das Schlachtfeld war ein grausiger Anblick. Überall lagen verbrannte, zerfetzte und verstümmelte Leichen, über allem hing der süßliche Geruch von frisch vergossenem Blut. Es roch nach verbranntem Fleisch, Kordit und Exkrementen. Mein Magen saß mir knapp unterhalb der Kehle. Als sich Sigmund neben mir übergab, kam auch mir das Frühstück hoch. Wir Beiden waren nicht die Einzigen.
Ich nahm einen Schluck aus meiner Wasserflasche und spülte mir den Mund aus. Im Augenwinkel sah ich eine Bewegung, stieß Sigmund zur Seite und ließ mich fallen. Eine Kugel zischte genau dort vorbei, wo eben noch wir Beide gestanden hatten. Einer der Arabs hatte sich tot gestellt und ate uf eine Gelegenheit gewartet. Er drückte ein zweites Mal ab, aber seine Waffe klickte nur. Ich stand auf, ging zu ihm hin und schoss ihm eine Kugel in den Kopf. Sigmund kam näher, sah erst mich und dann den Toten an und übergab sich ein zweites Mal.
Marc, Miriam und Max hatten den Vorfall mitbekommen und rannten zu uns her. Marc riss mich in die Arme und fragte mich mehrmals, ob mir auch wirklich nichts passiert sei. Die anderen beiden kümmerten sich um Sigmund. Der wehrte ihre Fürsorge ab und behauptete, es ginge ihm gut.
Max schlug vor, sich in Halblech umzuschauen. „Die sind doch nie ohne Sklaven unterwegs. Irgendwo müssen die doch sein.“ meinte er. Wir stimmten ihm zu, informierten Sonja und Oleg und machten uns auf die Suche. Calvin und seine Soldaten schlossen sich uns an. Aufmerksam sahen wir uns nach allen Seiten um. Einen weiteren Zwischenfall wie eben wollten wir nicht mehr riskieren. Die Soldaten entdeckten noch einige Arabs, die noch lebten und schickten sie in die Gehenna. Auch von den anderen Gruppen hörten wir immer wieder Schüsse.
Im Ort angekommen, begannen wir die einzelnen Häuser zu durchsuchen. Keine Gefangenen.
Als wir gerade wieder aus einem Gebäude traten, gab ich Calvin, der gerade mit mir sprach, mit einer Handbewegung zu verstehen, dass er schweigen solle. Er sah mich fragend an und ich forderte ihn auf, zu horchen. „Was ist?“ fragte er. „Ich dachte, ich höre einen Hubschrauber.“ Miriam sagte: „Wo soll der herkommen? Unsere stehen alle noch dort drüben und die der Arabs haben wir alle zerstört.“
„jetzt höre ich ihn auch.“ Max dreht sich in die Richtung, aus der das Geräusch kam. Dann zeigte er Richtung Füssen, wo die unverwechselbare Silhouette eines Helikopters langsam größer wurde. Inzwischen waren auch die Anderen aufmerksam geworden. Rufe wurden laut und einige Soldaten rannten zu den Hubschraubern. Keiner hatte eine MX dabei, wozu auch?
Rasend schnell kam die Maschine näher, fegte über uns hinweg, flog eine enge Kurve und überflog uns ein weiteres Mal um dann abzudrehen und mit Höchstgeschwindigkeit Richtung Norden zu fliehen.
Keine zwei Minuten später hob einer der Mil ab und nahm die Verfolgung auf.
Wir setzten die Suche nach den Sklaven fort. Schließlich fanden wir sie tatsächlich. Zusammengepfercht im Sitzungssaal des Rathauses lagen oder saßen rund hundertfünfzig Männer und Frauen, die einen völlig apathischen Eindruck machten. Sie sahen noch nicht einmal auf, als wir den Raum betraten, reagierten nicht als wir sie ansprachen. Als ich eine der Frauen am Arm packte und anschrie, schaute sie mich nur mit leeren Augen an.
Ausgerechnet die „Schweden“ hatten wir gefunden. Jetzt wussten wir, wohin sie gebracht worden waren.
„Was sollen wir mit denen anfangen?“ fragte Marc. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die jemals wieder normal werden.“ Wir anderen gaben ihm insgeheim Recht, wussten aber, dass wir diese Menschen nicht einfach ihrem Schicksal überlassen konnten. Wir würden sie mit in die Kaserne nehmen müssen um zu sehen, was wir für sie tun konnten. Fürs erste ließen wir sie, wo sie waren und gingen zu den Anderen zurück um ihnen von unserem Fund zu berichten.
Wir waren kaum bei ihnen angekommen, als wir die Salven mehrerer Maschinengewehre hörten. Gefolgt von Oleg, Sonja und allen Soldaten, die in der Nähe waren, rannten wir in die Ortschaft zurück. Vorsichtig näherten wir uns dem Rathaus, gingen hinein als alles ruhig blieb. Wir kamen gerade rechtzeitig um mit anzusehen, wie einer der Sklaven zwei andere mit einer Pistole erschoss. Als er die Waffe gegen sich selber richtete, fiel im Calvin in den Arm und nahm sie ihm ab. Uns bot sich ein Bild des Grauens. Im Saal lebte niemand mehr. Die drei Männer hatten die Menschen darin alle umgebracht. Oleg schüttelte den Überlebenden und schrie ihn an: „Warum habt ihr das getan?“ Der Mann sah durch ihn hindurch, antwortete aber : „Das war Allahs Wille.“ Wir waren entsetzt. Was hatten sie diesen Menschen nur angetan, dass sie kaltblütig alle ihre Kameraden ermordeten um sich anschließend selber zu richten? Oleg hatte den Mann los gelassen. Der nutzte den Moment der Unaufmerksamkeit, entriss ihm die Pistole und schoss sich in die Schläfe.
Wir verließen das Rathaus und begaben uns zu den Hubschraubern.

„Lasst uns zum Bunker fliegen.“ Sagte Oleg."Wir haben die Leichen hier grob geschätzt. Das sind kaum 5000 Mann. Wir wissen nicht, wo die Hauptstreitmacht ist."
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Beitragvon Pleitegeier » 22.04.2016, 12:20

Hallo! ( Charly)

Obwohl ich nur kurz geschlafen hatte kam es mir vor wie eine Ewigkeit.

Zuviel Gedanken und erlebnisse der vermeintlichen Erleuchtung machten mir sehr schwer zu schaffen besonders auch Körperlich.
Immer wieder kamen Bilder in mir Hoch die mir anzeigten wie sehr alle Geschlafen haben und das offenbar sichtbare nicht wahrgenommen wurde.

Es waren die immer mehr angekommenen Flüchtlinge die über die Stadt verteilt wurden und der größte Teil aus muskulösen Männern bestand aber wir glaubten der Properganda in den Medien von Familien und Kindern oder armen Facharbeitern die sich nach Arbeit sehnen.
Plötzlich wurde Hitler wieder hervorgekrammt und jeder der nur versuchte Kritisch Dinge zu hinterfragen wurde als Rechts abgestempelt auch das Wort Rassist wurde immer häufiger in den Mund genommen.
Es begann ein Misstrauen zu entstehen sogar in Runden unter Freunden und in Familien.

Unser Tagblatt brachte täglich Geschichten von Menschen die den armen Flüchtlingen gutes taten oder tun wollten.
Jeder konnte sich in Listen eintragen oder Wohnungen melden indenen die Neubürger sich Heimisch fühlen dürfen.
Verbrechen durch die Fremden wurden so dargestellt das man nur wusste Männlein oder Weiblein waren verwickelt.

Dann kamen Geschichten von bösen Bürgern die sich an armen Flüchtlingen vergingen und Gewalt ausübten und der Moralische Zeigefinger in Richtung der einheimischen Bevölkerung wuchs ins unermessliche.

Kaum einer der Einheimischen traute sich noch öffentlich seine Meinung zu sagen und es blieben immer mehr den Einkaufcentren fern wenn sich dort Dunkelhäutige oder verschleierte Frauen aufgehalten haben wo nur ein kleiner Schlitz die Augen freilegte und eine Kinderschar sich austobte und vor keiner Ware respekt zeigte.
Diebställe häuften sich und wurden von der Polizei aufgenommen und im Akt abgelegt weil ihnen die Politik eine Verfolgung untersagte oder immer davon sprach Fingergefühl walten zu lassen.
Nicht genug wurden Mediengerecht Menschen die weder schreiben,lesen noch rechnen konnten in öffentliche Arbeitsbereiche gesteckt und die erprobte Belegschaft genötigt gute Mine zum bösen Spiel zu machen.

Deren Belastung wuchs enorm weil sich die meisten Neuarbeiter als Barabaren erwiesen in jeglicher Art der Einsätze.
So landeten beim Kehren von Laub ein großteil in den Straßenabflüssen welche wiederum verstopft wurden dadurch und bei starkem Regen einen Rückstau von Wasser erfolgte und erheblichen Schaden verursachte.

Solcherlei Geschichten wurden ebenfalls immer mehr so wie auch die sich häufenden Toilettenverstopfungen weil alles was sich runterspülen lies dort entsorgt wurde.
Religionsfreiheit bedeutete plötzlich für uns das unsere neu Kollegen plötzlich sich zusammenfanden auf Plätzen und Grünflächen und niederknieten und zu beten beganen ganz gleich ob durch diese Unterbrechung Schäden entstehen.

Unser aller Leben wurde immer mehr eine Belastung und das Gefühl Sklaven der Neubürger zu sein aber auch Kindergärtner,Lehrer und Beschützer dieser armen Geschöpfe welche mit einem Selbstbewusstsein alles einforderten mit Hilfe von Weltfremden Nachbarn oder Träumern liesen die Preise und Steuern explodieren.

Natürlich fanden unsere Politiker auch diesbezüglich Erklärungen wie z.B. bei Anhebung des Rentenalters weil dies angepasst werden muss weil wir immer Gesünder sind im Alter.
Wissenschaftler sprangen ihnen bei die keiner Kannte oder früher für wichtig erachtete weil sie sich längst von der Masse verabschiedet hatten und nun zu Höhenflügen ansetzten indem sie im Fernsehsender bekannten das ein Dachdecker wenn er mit 60 Jahren nicht mehr arbeiten kann in seinem Beruf im Digitalen Berufszweigen neu ausgebildet werden sollte und jeder sich immer neuen Herausforderungen stellen muss.

Längst war mir klar das sich eine enorme Blase entwickelt zwischen unseren Vorstellungen von Leben und den Mitgebrachten Neu Kulturen und deren Wünschen und Forderungen geparrt mit tollen Sprüchen unserer Scheineliten welche sich längst von den Menschen dieses Landes verabschiedet haben und auch die Landessprache als überholt und falsch ansehen.

Doch vieles Dümpelte dahin und laut Propagander wurden immer mehr Grenzen verschoben oder ganz aufgelößt wie die Visapflicht mit der Türkei was Europa eine enorme Anzahl von Verbrechern bescherrte und Anarchien im stillen entstanden.

Der Verdrängunsmechanismus dank Medien und Smartphons die viele zu Wegschauenden Zombis machte welche sich durch Städte bewegten wurde auch etwas sehr wesentlichen nicht wahrgenommen.

Große Zahlen von Männern aus fernen Kulturkreisen bewegten sich durch die Gegend wie ferngesteuert und suchten vereinzellt bestimmte Bereiche auf an den unterschiedlichsten Orten.
Großzügige Hilfe erhielten sie dabei von den Einheimischen die gerne Rede und Antwort standen um nicht Negativ zu erscheinen.
Dies kurzen Unterbrechungen wurden schnell wieder vergessen und machten sich als Bilder in den Gehirnen breit zusammengefügt zu einem Film als aus dem Nichts kein Geldautomat mehr funktionierte!
Damals wurde das noch verärgert komentiert und als nach dem Tanken plötzlich die Tankstelle dunkel wurde und der Strom weg war wollten immer mehr nach Hause um dort in Ruhe wenigstens den Feierabend zu genießen.

ES BEGANN WIE EIN HAMMERSCHLAG!

Da war dieser bereits unruhige Abend an einem Donnerstag und ich habe bei Kerzenschein mein Bier getrunken mit Freunden und Witze erzählt voller Überzeugung das diese Ausfälle nur vorübergehend sein werden.

Kurz nach Mitternacht bin ich in mein Bett gekrochen nachdem ich noch die Türen kontroliert hatte ob auch alle verschloßen waren und nach mehr als 20 Jahren hatte ich mit etwas Gewalt die Hölzernen Fensterläden welche noch an einigen Häusern besonders in Bayern zu finden waren verschloßen.
Es war mein Unterbewußtsein was mich dazu veranlasste und mir flüsterte:"ES LIEGT WAS IN DER LUFT!"

So gegen halb Drei Uhr Nachts weckten mich Laute Explosionen die aus Richtung Stadt zu hören waren jedoch nur Kurz aber doch so heftig das bei mir sämtliche Alarmglocken läuteten.
Irgendwas in mir trieb mich mit Taschenlampe und Messer samt meiner Tarnkleidung den Oberhaus Berg hoch zu dem Punkt von wo aus ich die Stadt überblicken konnte und wo mich bereits ein leuchten hinführte als ich oben war.

Da war der Film vor meinem geistigen Auge von den Fremdlingen die sich durch die Stadt bewegt haben besonders in den letzten Tagen immer wieder zu den selben Stellen und Fotos gemacht haben oder Notizen.
Auch Zeichen kaum sichtbar an mancher Mauer ist mir plötzlich eingefallen.

Bei dem was ich in diesem Moment sah dort unten in der Stadt wußte ich wir sind im Krieg mit Moslems!Grauenvolle Laute fanden vereinzelt ihren Weg zu mir hoch und ich begann zu rennen runter zu unserem Ort und hämmerte dort an die Türe unseres Feuerwehrkomantanten!
Als dieser öfnete schrie ich diesen nur noch an:"SÄMTLICHE STRAßEN DIE ZU UNS FÜHREN MÜSSEN SOFORT ABGERIEGELT WERDEN UND ALLES DUNKELHÄUTIGE ERSCHOSSEN ODER VERNICHTET WERDEN SOFORT!"

Es dauerte kaum eine Minute als unser Komantant mit Magaphon und Pistole vor mir stand und wir uns einig waren das ich alle an den Straßen lebenden Feuerwehrler aufsuche und er nachdem ich die Sirene betätigt habe die Menschen zur Vorsicht mahnt und zur Verteidigung aufruft was nötig sein könnte.

Unser Glück war das der Markt überschaubar war jedoch nicht was das auslößen würde.
Ein großer Teil der im Ort lebenden Studenten schnappten sich ihr Fahrzeug und waren verschwunden.
Einige stürtzen sich aus oberen Stockwerken aus dem Fenstern oder haben auf andere Weise Selbstmord verübt.

Der größte Teil der Feuerweh war sich längst einig das was schlimmes auf uns alle zurollt und handelte gut und überlegt.
Manch einer verfiel dem Wahnsinn und musste weggespert werden vorerst mal.

Es begann eine schreckliche Zeit wobei sich mein Leben totall veränderte.
Nun sitze ich hier in einem großen Nest am Oberhausberg und möchte das erste mal in unsere Stadt.

Es war nich schwer zu erkennen das alle Gebäude in denen Kirchen und Gebetsstäten anderer Religionen untergebracht waren zerstört waren oder zumindest zum Großteil.
Die zwei Brücken welche in die Stadt führen sind noch vorhanden doch Fahrzeuge sehe ich bei der Hängebrücke unter meinem Ausblick keine.

Obwohl es immer noch Ruhig ist seit ich dort gelandet bin im Hang habe ich immer noch Grauenvolle Laute im Ohr und sehe immer noch Feuer lodern.
Vereinzelt sehe ich Menschen durch mein Fernglas die sich am Römerplatz bewegen doch ob diese bewaffnet sind erkenne ich nicht.
Etwas hält mich zurück den Schritt zu machen in Richtung Stadt doch im Laufe des Tages und Sichtung vereinzelter Fahrzeuge am Anger machten mit Mut es zu wagen.
Wohlüberlegt entschloß ich mich meinen Hirschfänger und mein Wadenmesser anzubringen.Auch Pfefferspray und das Silk steckte ich mir ein.
Danach wartete ich ab bis die Nacht einbrach und überlegte mir Kopfmäsig einen Plan wie ich am sichersten zu meinem Freund gelangen kann der ca. 60m nach der Hängebrücke einen Fischerladen betreibt.

Meine Gefühle spielten Achterbahn mit mir jedoch wußte ich das ich mir Gewissheit verschaffen muss über das was in der Stadt vorgefallen ist oder was noch zu befürchten währe.
GOTT STEH MIR BEI!
Pleitegeier
 

Beitragvon Mankei » 22.04.2016, 21:56

Wahrheiten

Wir fuhren durch die Nacht Richtung Bunker aber etwas in mir sagte nein.
An einem Rastplatz haltend schaute mich Helga fragend an.
Was ist los warum halten wir?
Wollen wir wirklich zum Bunker?
Du wolltest es doch.
Wenn wir uns einfach irgendwo ein Haus suchen, eine Art Urlaub von all dem Wahnsinn.
Wenn du willst?
Helga was ist los mit dir, hast du keine eigene Meinung mehr.
Ich..., es ist nichts, fahren wir einfach weiter.
Das hat so keinen Sinn, nicht bevor du ehrlich sagst was los ist.
Dann fing Helga an zu reden.

Wir waren glücklich im Bunker, es war nicht leicht aber wir hatten uns, unsere Freunde und wir waren sicher, über fünf Jahre dachten wir die Welt ist verseucht, es gibt so gut wie kein Leben mehr über uns aber nichts von dem was wir glaubten stimmte letztlich.
Dann machten wir den Fehler die Türen zu öffnen und schon begann das sterben, erst einer, dann zwei, mittlerweile haben wir über zwei Dutzend Tote und was mit den anderen ist die nach Roth wollten wissen wir nicht, wahrscheinlich sind auch sie längst Tod. Dann fing mein Mann an durchzudrehen, er meinte er müsse wie Rambo alle Amirabs alleine töten. Einmal war er da, dann wieder weg, dann wieder da. Immer wenn du etwas gesagt oder vorgeschlagen hat wurde es auch so gemacht, ein andere Sichtweise wurde von dir abgeschmettert und für nicht durchführbar betitelt, es musste so gemacht werden wie du es wolltest. An mich hast du in dieser Zeit überhaupt nicht gedacht auch nicht an unser Kind, was zählte war deine Rache aus welchen Gründen auch immer. So wie irgendwas geplant wurde warst du der erste der loszog ohne auf mich oder andere Rücksicht zu nehmen. Dann kamst du zurück, reumütig, und wolltest auf Familienvater machen aber selbst da musste alles so gehen wie du es wolltest. Dann die Idee mit der Landsberger Hütte, wieso gerade dort hin, du weißt genau wie viel sie mir bedeutete.
Kaum waren wir da ging es dort los mit dem sterben. Wir sind jetzt im sechsten Jahr dieses Krieges und nehme nur mal Tannheim als Beispiel, nie war dort jemand, bis zu unserer Ankunft war alles in Ordnung, nun knapp drei Wochen später liegen dort überall Leichen verstreut, es wurde eingebrochen, Gebäude zerstört und ein Haus angezündet. Jetzt hast du entschieden wieder zum Bunker zu fahren, ich habe das Gefühl du willst nicht dorthin wegen der Nahrung sondern weil du hoffst das dort Amirabs auftauchen werden und du sie umbringen kannst. Das du jetzt so mir nichts dir nichts wieder den Plan änderst passt als weiterer Baustein perfekt zu deinen gesamten Aktionen. Wenn du dann mal einsiehst das du einen Fehler gemacht hast dann suchst du sofort Vergebung und bittest um Verzeihung, gehst aber im selben Atemzug gleich wieder los und landest in der nächsten Bredouille. Ich wollte immer nur in Sicherheit mit dem Mann leben den ich liebe, seit Sophie da ist überlege ich aber ernsthaft ob es für sie gut ist so einen Vater zu haben. Den Mann den ich einst heiratete gibt es nicht mehr und das macht mich sehr traurig den er war ein guter Mann.
Du hast dich so verändert wie ich es niemals für möglich hielt, ich wünschte du würdest Sophie und mich verlassen.
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Beitragvon Mankei » 23.04.2016, 12:16

Das Ende

Lange schauten wir uns an ohne auch nur ein Wort zu reden.
Helga wartete vielleicht darauf das ich versuchte mein Handeln zu Verteidigen, doch während sie mir dies alles erzählte merkte ich das sie Recht hatte, mit jedem Wort.
Helga schaute nach Sophie, sie schlief fest und hatte das ganze nicht mitbekommen.

Alle deine Argumente stimmen.
Helga drehte sich um.
Auch mir ist das alles aufgefallen und ich versuchte oft dagegen anzukämpfen.
Dieser Krieg oder was immer es auch ist wird so Grausam geführt das dadurch jemand aus mir wurde den ich selber nicht kenne. Ich sagte mir immer es ist in Ordnung Vergeltung zu üben, das was sie uns antun zahlen wir mit gleicher Münze zurück. Das dadurch mit jeder Aktion die ich ausführte auch immer ein Teil Menschlichkeit von mir starb war mir bewusst aber ich nahm es in Kauf. Ich liebte es sie zu töten, ich war süchtig nach diesem Gefühl und wie bei jedem süchtigen werden die Abstände immer kürzer bis zum nächsten Schuss. Und wie jeder Süchtige wünscht man sich nichts so sehr wie das man nicht mehr süchtig ist, dass waren dann die Momente in denen ich zu dir zurück kam. Du gabst mir immer Halt und seitdem Sophie auf der Welt ist wünsche ich mir nichts sehnlicher als das wir drei in Ruhe und Sicherheit unser Leben leben.
Dafür würde ich alles aufgeben.

Dann beweise es mir.
Wie?
Nimm alle Waffen, alle Munition und schmeiße sie weg, wir brauchen sie nicht, wir haben uns!
Wenn du es willst?
Sophie und ich wollen es.
Ich stieg aus, machte die Seitentüre des T5 auf und entsorgte ohne darüber nachzudenken alle meine Waffen und Munition.
Was machen wir jetzt fragte ich Helga.
Nun fahren wir in unsere Zukunft, nur wir drei!
Essen, Trinken?
Das wird sich ergeben, wie immer, es kommt jetzt der Frühling, dann der Sommer, wir haben noch Zeit, das es einfach wird hat niemand gesagt.
Also Helga, wo fahren wir hin?
Das ist mein, das ist unser kleines Geheimnis!
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Beitragvon Pleitegeier » 25.04.2016, 11:02

Hallo!-CHARLY!

Meine letzte Schale Fertigmahlzeit habe ich noch gegönnt und da die Nacht inzwischen angebrochen war machte ich mich auf den Weg.
War gar nicht so leicht aber ich habe mir am Tag bereits eingeprägt wie und wo ich aufpassen muss um vom Hang runter zu kommen.
Da der Himmel bedeckt ist konnte ich auch kein Mondlicht nutzen und versuchte mich an die Dunkelheit zu gewöhnen.
Aus Richtung Stadt sah ich vereinzellte Lichter was von Leben zeigte.

Es dauerte ca. eine halbe Stunde bis ich die Hängebrücke erreicht habe und es machte sich Erleichterung breit.
Ich erinnerte mich an meine Kindheit wo ich mit einem Freund über den Oberhausberg gewandert bin und uns dabei die Vorfreude auf eine Kugeleis zu genießen in der Altstadt angestachelt hat dieses Abenteuer zu wagen.
Wir waren 10 Jahre alt und es war unser beider Geheimnis.Unseren Müttern haben wir erzählt uns nach Brennesel um zu sehen da meine Mutter am nächsten Tag diese zu Spinat verarbeiten wollte.
Manches vergisst man nie!
Jedoch half mir die Erinnerung mich ohne Angst auf zu machen die Hängebrücke zu überqueren nachdem ich zwei Lastwagen abgewartet hatte die mit Fässern beladen waren und vom Anger her in Richtung Grubweg unterwegs waren.

Von Ferne nahm ich Hubschrauberlärm war und von der Donau begleitete mich ein Geruch von Flußwasser ,Leichen und kaltem Ruß.
Je näher ich der Altstadt kam um so unruhiger wurde ich!

Mit einemmal schien es mir sehr wichtig mich so unauffällig wie irgendmöglich durch die Gassen zu bewegen und besonders auf Geräusche und Stimmen zu achten.
Fenster waren zerstört aber auch Türen und Gebäude welche Bränden zum Opfer gefallen waren.
Überall standen Fahrzeuge die ebenfalls ausgebrannt oder mit geöffneten Türen verlassen auf oder neben der Straße unheimlich auf mich wirkten.

Ich spürte wie sich eine Träne den Weg über mein Gesicht bahnte und mir wurde bewußt ein Mörder zu sein.

Ein Gefühl von Ohnmacht,Trauer aber auch Wut überkam mich insbesonders als ich in der Höllgasse angelangt war welche als Künsterviertel bekannt gewesen ist und in der viele Kulturen aber auch Studenten eine Heimat gefunden hatten und oft zusammen gefeiert haben.

Zerstörte Gemälde und Kunstgegenstände säumten den Weg!
Wie sehr hatte ich mir gewünscht mir mal eines der Bilder leiten zu können da ich eine Malerin dort sehr geschätzt und ihre Arbeit bewundert habe doch leider reichten meine Mittel nicht.

Aus einem Innenhof vernahm ich Stimmen die mir bekannt waren und da ich wußte das man von dort aus in verschiedene Richtungen evtl. Flüchten kann wollte ich mich zu erkennen geben nach dem ich sicher war um welche Personen es sich handelt.
Durch eine angelehnte Seitentüre von der Pfaffengasse aus schlich ich mich an die Gruppe heran und konnte sehr gut hören wie sich zwei über fehlenden Strom und eine zerstörte öffentliche Wasserstelle unterhilten wobei ich nicht bemerkte das mir jemand einen Knüppel über meinen Kopf gezogen hatte und ich für eine Weile mein Bewußtsein verlor in der Dunkelheit.

Herzhaftes Lachen und ein Eimer Donauwasser brachte mich genau so schnell wieder ins Leben zurück und ich erkannte vor meinen Augen im Schein mehrerer Laternen einen alten Freund und zwar Hartmut den Donaufischer und Sperma-Kurt!
Sperma-Kurt bekam seinen Spitznahmen vor vielen Jahren dadurch weil er bei den Stadtwerken beschäftigt war und dort für die Spehrung von Strom zuständig war in der Stadt bei denjenigen die nicht bezahlt haben.
"Sperma wida" Kurt ,so wurde er meist begrüßt und daraus wurde dann sein neuer Name.

Es waren noch zwei anwesedn welche ich allerdings nicht gekannt habe und ich von Hartmut erfuhr das es zwei waren die in der Stadt für Schulen als Hausmeister zuständig gewesen sind.

Noch etwas benommen von dem Angriff verschluckte ich mich an dem gereichten Bärwurz (Schnaps) der mir gereicht wurde und wiederum alle zum Lachen brachte als ich aus dem Husten kaum noch rauskam.
Ein paar Schläge von "Sperma-KURT" verhalfen mir dazu mich des Hustens zu befrein.

Einer der Hausmeister hatte inzwischen alle zugänge kontrolliert und diese verschloßen mit den Worten:"Heid kimmt koana mehr!"
In der Zwischenzeit versuchte ich mich zurecht zu finden und meine Umgebung aus zu machen wo alles so schien wie immer.
Doch das dies nicht so war wurde mir schnell klar gemacht als mich Hartmut fragte ob ich Nachrichten hätte und was ich zu erzählen habe doch erst wollten Sie mir berichten was alles in den letzten Tagen passiert währe und wie sich die Stadt verändert hat.
Pleitegeier
 

Beitragvon Pleitegeier » 27.04.2016, 16:09

Hallo!-CHARLY!

Ich hatte letzte Nacht kaum eine Auge zugemacht und so manche der Geschichten die ich gehört habe zeigten mir nur die Grausamkeit des Lebens und das Menschen Menschen als Spielball benutzen um ihre Interressen durch zu setzen.

Hartmut erzählte mir das gut 90% der Stadtbevölkerung nicht mehr am Leben ist oder aus der Stadt geflüchtet war zum Teil wo keiner weiß was aus diesen geworden ist.
Die Fahrzeuge welche derzeit unterwegs sind sind diejenigen welche noch was im Tank haben oder vorgesorgt hatten.
Für die meisten derjenigen die geahnt haben was kommen könte und sich mit diversen Waffen eingedeckt haben wurde das Leben immer schwerer.

Mit der großen Anzahl an Flüchtlingen welche die Jahre vorher angekommen sind hat sich das Leben grundlegend verändert in der Stadt.
Der Dom wurde noch Stundenweise geöffnet da sich dort immer häufiger Neubürger ihrer Notdurft entledigten aber auch immer häufiger Zerstörungen festgestellt wurden trotz Aufsichtspersonal.
Auch andere Kirchen wurden immer häufiger geschändet oder z.B. in Weihwasserkessel uriniert.
Trotz vieler unschöner Vorkommnisse wurde Integrationswerbungen gemacht und die Bürger immer mehr genötigt sich ein zu bringen.
Die Uni übernahm Sprachpartnerschaften!
Kinder Vereine wurden immer mehr von Kindern beherrscht mit Migrationshintergrund was dazu geführt hat das Christliche Feste entweder mit Verhöhnungen zu kämpfen hatten oder umbenennt wurden.
Schweinefleisch verschwand aus den Speisekarten der Kinder und in den Kindergärten gab es plötzlich Trennung von Buben und Mädchen.
Die meisten der Eltern fanden das "HIP"
Die anderen wurden gemoppt oder als Rückständig abgekanzelt.

Die Schulen teilten sich in Gute Mädchen und Böse sowie Deutsche Sklaven wie junge Burschen von den Clans junger Araber benannt wurden und in Gruppen Angst verbreiteten.
Vergewaltigungen nahmen zu aber viele wurden nicht öffentlich und unter denjenigen welche entweder Zeugen oder Opfer geworden waren entstanden eine neue Art von Vernetzung und Nachrichten -Verbreitung.

Das Vertrauen in Obrigkeiten zerbröselte immer mehr.
Die Schickane gegen die einheimische Bevölkerung nahm von Tag zu Tag zu und bespucken wurde zur Normalität.
Sogar Sätze wie:"Ich ficke Deine Mutter oder wir Köpfen Euch alle" fanden keine Gegenwehr um der Justia zu entgehen.

Hartmut meinte er hatte oft das Gefühl mit einer besonders perfiden Religionspolizei konfrontiert worden zu sein wo besonders das eigene Volk den Zeigefinger der Unterdrückung zu sehen bekam.

Sperma Kurt zeigte mir seinen Verband um den Bauch und erzählte das er von einem Kunden einen Tag vor dem großen Inferno aus dem Nichts einen Schraubenzieher in die Seite geramt bekam und nur mit Hilfe von Resuluten Helfern schlimmeres verhindert wurde.
Ihm war schon lange Klar das was Grausames uns erwartet und wurde wegen seiner Befürchtung genötigt in Rente zu gehen weil wie der Chef meinte das den Ruf der Stadtwerke schädigen könnte und er wohl Angst hatte das die sich häufenden unschönen Angriffe gegen Mitarbeiter nach außen dringen könnten.
Geld spielte keine Rolle wenn es darum ging Integration als Erfolg zu zeigen.

Dann kam dieser unsägliche Tag erzählte ein Schulhausmeister wo in seiner Schule alle Moslemkinder fehlten und da diese sich nicht mit fleiß bisher beliebt gemacht haben bis auf ein paar wenige sich dadurch eher ruhige Schulstunden abgehalten wurden.
Mir selbst meinte der Hausmeister war unwohl aber sagte aber nichts was mich beunruhigte um keinen Stress ausgeliefert zu werden vom Lehrerkolegium die sich bereits über ihre Wochenendgestaltung unterhielten während der Pause.

Gegen Mittag machte die Geschichte die Runde das ein Moslem in der Fußgängerzone mehrere Menschen von hinten sein Messer in den Oberschenkel geramt hat.Alles soll so schnell passiert sein und da dieser Täter mit mehreren unterwegs war wurden mindestens 12 Personen schwer verletzt und der Anblick löste eine Massenflucht aus was auch den Männern zum Untertauchen verhalf.
Nachdem Rettungsdienste und Polizei eingetroffen waren und mit den Verletzten beschäftigt waren kamen im Laufe des Nachmittags immer mehr Anzeigen und Hilferufe beim Notruf rein.

Eine Frau wurde in einer Seitengasse von oben bis unten aufgeschlitzt aufgefunden.
Mehrere Hunde waren schwerstverletzt durch Messer gefunden.
Zwei Kinder lagen ohne Kopf in einem Hauseingang Nähe Residenzplatz.

Inzwischen war Strom und Telefon abgestellt oder was auch immer und langsam machten sich Panik breit aber auch das Gegenteil trat ein.
Beim Einsetzen der Dunkelheit setzten sich Menschen mit Kerzen vor einem Lokal in der Altstadt und verloren dort ihr Leben durch eine Handgranate!
Handgranaten wurden wohl an mehreren Stellen eingesetzt und gegen 19.00Uhr sprengte sich der erste Selbstmordatentäter in der Nikolakirche in die Luft während eines Rosenkranzgebet für einen Verstorbenen der Stadt.

Danach gings Schlag auf Schlag und da an diesem Abend zur gleichen Zeit ein Hochfest im Dom war um einen Heiligen zu ehren waren dort 6 Selbstmordatentäter platziert gewesen die sich mit anderen 18 im Stadtbereich in die Luft gesprengt hatten dort wo sich Christliche Gebäude oder Kunstwerke in der Nähe befanden und sich Menschen aufgehalten haben.

Danach wurde die Stadt von Gruppen Mördern überrannt die alles was sich bewegte vor den Häusern aber auch in den Häusern niedergemetzelt haben und aus allen Ecken ertönte ihr Schlachtruf.
Diejenigen welche Vorgesorgt hatten haben entweder bei den durch die plötzlich ausgelößten Brände ihr Leben verloren da auch viele Gasleitungen explodiert sind und auch die Mikolatankstelle in die Luft geflogen ist.

Der größte Teil der Menschen stand unter Schock und viele liefen wie Feldhasen kreuz und Quer durch die Stadt wo sie bereits erwartet wurden von ihren Henkern.

Hochschwangere lagen mit durchstochenem Bauch auf dem Gehweg und Babys wurden mit Brutaler Gewalt auf Straßen geschmettert nachdem man deren Mütter bei lebendigem Leib Kopf oder andere Körperteile abgetrennt hatte.

Hartmut war überzeugt das diese Männer unter Drogen standen und lange darauf getrimmt waren die Ungläubigen zu ermorden.
Im laufe der Nacht drehte sich die Gewalt und alle Erwachten mit Waffen fingen an Jagd zu machen auf alles Fremde was sich in der Stadt bewegte.
Überall lagen Tote auch Polizisten wurden nicht verschont und ihren Waffen beraubt.
Die Straßen waren voller Leichen und Blut.

Das alles ging so schnell und viele Männer hatten den ersten Schlaf erst 36 Stunden später nachdem die Stadt von Pigmentierten befreit war und abgespert wobei Funkgeräte eine große Hilfe waren.

Die kommenden Tage wurden genutzt die Leichen zu verbrennen an der Ortsspitze wobei Heizöl zur Brandbeschleunigen benutzt wurde.
Namensfeststellungen konnten nicht vorgenommen werden da es das wichtigste war alles Tote zu entfernen und somit Seuchen zu verhindern.
Was außerhalb der Stadt ist wusste keiner da nach 5 Tagen auch der Funk nicht mehr funktoniert hat und sämtliche Straßen verstopft waren.
Eines wurde mir im Laufe der Erzählungen klar und zwar das kein einziger der Männer noch seine Familie hatte und das Grauen mit Arbeit verdrängt hat und Alkohol!

Nachdem ich mir die Geschichten angehört hatte wollte ich im kommenden Morgengrauen falls es ruhig bleiben sollte mit Hartmut die Stadt bis zur neuen Mitte erkunden doch vorher brauchten wir beide einen Liter Kaffee.

Nun sitze ich im Innenhof und möchte schildern was unsere Erlebnisse waren und wir beide mit Pistolen bewaffnet wurden die uns ein Hausmeister entgegengestreckt hatte und dazu meinte:"Nicht fragen sondern schießen!"

Viele Erlebnisse der letzten Jahre begleiteten uns bei diesem Abenteuer.

In meinem Kopf haben sich Hartmuts Worte eingebrannt als ich nur noch Sprachlos war im Anblick der Bilder einer einst wunderschönen Stadt die sich für Taten Hitlers Verantwortlich gefühlt hat und eine besondere Willkommenskultur erbaute als jede Menge Flüchtlinge hier eingetroffen sind.

Hartmuts Worte die zur Endloßschleife in den letzten Stunden für mich wurden:"DAS IST ERST DER ANFANG!!"

DAS IST ERST DER ANFANG! DAS IST ERST DER ANFANG!

Neben mir liegt die einmal benutzte Pistole mit der ich einen erschossen habe der plötzlich aus einem Keller Blutverschmiert auf uns zu kam und Worte stammelte die wir beide nicht verstanden.Was er in seiner Rechten Hand Hochhilt konnten wir nicht erkennen jedoch schien die Situation eine Gefahr zu sein.

Meine Augen ruhen während ich hier sitze und schreibe auf der Waffe und meine Gedanken kreisen.
Bitte verzeiht mir aber ich habe das Werk des Teufels gesehen.

Das was meine Augen gesehen haben und meine Ohren gehört aber auch mein Körper ertragen musste werde ich jetzt hier und jetzt beenden.

Ich wusste lange vorher was kommen wird und noch zu erwarten ist und wurde der Lächerlichkeit preis gegeben.
Ich habe meine Familie und Arbeit verloren weil ich mir Treu geblieben bin.

Nun bin ich am Ende "Meines" Lebens angekommen und werde das hier beenden mit dem Gefühl nichts falsch gemacht zu haben.
Jeder muss seinen eigenen Weg gehen und meiner ist hier zu Ende mit dem Bild vor Augen von Schönheit und Liebe zugedeckt von Hölle und Grauen.
Lebe wohl Passau!

Hallo!
Ich bin Hartmut und habe gerade die Einträge von Charly gelesen nachdem er in unseren Armen verstorben ist.

Wir werden das Buch hier im Innenhof hinter einem Mauerstein hinterlegen und versuchen um unser Leben solange zu kämpfen solange Gott uns trägt.

Charly lebe wohl! Du hast getan was Du tun musstest! Wir wünschen Deiner Seele Ruhe und Frieden!
Pleitegeier
 

Beitragvon hamsterimrad » 28.04.2016, 18:21

ZITAT von mir selbst :

"Auf unseren Gebeinen soll die Neue Weltordnung errichtet werden."

Erstveröffentlicht durch Hamsterimrad, 28. April 2016 im Internetblog "Krisenvorsorge.com"

LG
Hamsterimrad
hamsterimrad
 

Beitragvon Pleitegeier » 28.04.2016, 19:36

hamsterimrad hat geschrieben:ZITAT von mir selbst :

"Auf unseren Gebeinen soll die Neue Weltordnung errichtet werden."

Erstveröffentlicht durch Hamsterimrad, 28. April 2016 im Internetblog "Krisenvorsorge.com"

LG
Hamsterimrad


So traurig wie Dein Satz klingt aber ich sehe das als Wahrheit!
Ein Satz den man sich merken kann und aufzeigt mit welchem Grauen wir Rechnen müssen.
LG
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon style1977 » 10.05.2016, 08:59

Moin. Wann gehts denn weiter mit den Geschichten oder auch gern neuen positiver gestimmten. Ich schau jeden Tag hier rein in der Hoffnung auf Neues.
L.G.
style1977
 

 


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