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Die neue Welt

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Die neue Welt

Beitragvon Mankei » 11.02.2016, 19:22

Hallo

Ich habe mal wieder angefangen an einer (Kurz)- Geschichte zu schreiben. Immer wenn ich mit meinem eigentlichen Roman nicht weiter komme dann schreibe ich an dieser Geschichte. Für Anregungen bin ich sehr dankbar.

Mankei
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Die neue Welt

Mein liebes Tagebuch, auch heute schreibe ich Dir wieder von meinen Erlebnissen.
An der Oberfläche hört man immer mal wieder starkes Gewehrfeuer, uns hier unten kümmert es nicht mehr. Zu oft sind wir deshalb erschrocken, dachten das wir entdeckt wurden nur um dann wieder festgestellt haben das dies doch nicht der Fall war. Heute ist der 01.01.2022, wenn wir richtig mitgerechnet haben, Uhren gibt es schon lange nicht mehr und ob es jetzt Tag oder Nacht ist interessiert uns hier auch nicht mehr, in all den Jahren hat sich unser Körper an das Leben hier im Bunker gewöhnt. Wie ich dir schon öfters geschrieben habe leben wir nach wie vor sehr gut hier, leider ist heute Nacht Rüdiger gestorben, wobei mir, wenn ich ganz ehrlich bin, es aber doch egal ist. Bettina weinte als einzige, nun gut als Tochter darf sie das auch. Einige unter uns machen sich immer noch Sorgen wenn jemand stirbt, warum aber wird ihr Geheimnis bleiben. Gestern gab es kurze Aufregung, unser Sauerstoffgenerator hatte einige Aussetzer, dass kommt in letzter Zeit öfters vor, Alex und ich versuchen dann immer zu beruhigen, selbst wenn er ausfallen sollte, wir haben genügend Reserven zur Verfügung. Claudia hatte einen Antrag vorgelegt worin sie verlangte das endlich ein Team losgeschickt werden soll das an die Oberfläche geht und zu schauen ob dort ein gefahrloses Leben möglich sei. Ihr Antrag wurde mit über 300 Stimmen abgelehnt. Ich werde jetzt im Gegensatz zu meiner sonstigen Vorgehensweise wieder öfters schreiben, da ich in die Jahre gekommen bin möchte ich dich liebes Tagebuch dazu verwenden die kommende Generation davon zu unterrichten wie alles begann, wie wir eine eigene Welt in einer kaputten Welt kreierten und überlebten.

Hallo Tagebuch, heute schreibe ich dir über die Auslöser die dafür Verantwortlich sind das wir jetzt seit fünf Jahren hier leben.
Es begann 2007 als die Welt von der ersten Finanzkrise erschüttert wurde, ausgehend von der Gier nach Geld und immer weniger Möglichkeiten an dieses zu kommen. Amerika galt damals als die treibende Kraft und obwohl es jeder wusste machte keiner etwas dagegen. Hier und da wurden einige Schuldige verurteilt, am System aber änderte sich überhaupt nichts. Durch Manipulierungen und schön Rederei fiel die Welt kurz danach wieder in den alten Trott zurück, es schien alles war wieder gut, Banken, Firmen machten Gewinne, zahlten ihren Managern und Angestellten Gehälter die jenseits jeder Vernunft waren und feierten sich selbst als Retter. Die Politik war schon lange gekauft und agierte im Vordergrund als Reformer – zu Lasten der kleinen Leute – während die Entscheidungen durch die Industrie im Hintergrund statt fanden. So ging es ein paar Jahre gut, wir in Europa lebten noch relativ sicher und von diesen Entscheidungen zwar betroffen, nicht aber übermäßig stark in der unserer Lebensweise eingeschränkt. Im Jahr 2015 kam es durch verschiedene Kriege auf der Welt und durch Menschen die ein besseres Leben wollten zu einer wahren Völkerwanderung. Aus allen Teilen der Welt kamen die Menschen nach Europa, Deutschland verfolgte einen Kurs der jeden Flüchtling ermutigte sich auf die Reise zu begeben.
Europa war uneinig und uneinsichtig, es kam zu Anschlägen und Übergriffen auf Europas Bevölkerung. Ein weiterer Grund war das damals nahezu unbemerkt die Arabischen Ölländer einen Angriff auf die amerikanische Ölförderung im eigenen Land machte, der Ölpreis fiel so stark das amerikanische Firmen pleite gingen. Russland wurde nach der Einnahme der Krim mit Sanktionen belegt und als dann Ende 2015 auch noch Chinas Märkte erstmals Verluste hinnehmen musste warnten einige schon vor einer erneuten Weltkrise. Diese lies aber noch auf sich warten, im ersten Halbjahr 2016 beruhigten sich Märkte und Börsen etwas, als dann aber China immer weitere Verluste verzeichnete forderten sie Geld von ihren Schuldnern zurück, die konnten allerdings nicht zahlen und so kam es zu ersten Verstimmungen der Weltgemeinschaft. Weltweite Proteste wurden nicht gehört, man hatte damals das Gefühl, nein schon die Gewissheit das etwas großes passieren wird. Die Wochen und Monate vergingen, jeder schob die Schuld von sich und auf einen anderen.
Sämtliche Bemühungen für eine Einigung scheiterten und die Welt hoffte nach dem Amtsantritt des neuen amerikanischen Präsidenten am 20.01.2017 auf eine Besserung. Aber nur einen Tag später verkündete eben dieser neue Präsident niemals nachzugeben und alles zu tun was für Amerika wichtig ist, nicht aber für den Rest der Welt. China und Russland riefen den Rest der Welt auf sämtliche Beziehungen mit Amerika abzubrechen. Europa, mittlerweile als ernsthafter Partner unglaubwürdig spaltete sich nun vollends, Deutschland, Polen, England und Italien waren für Amerika, der Rest Europas gegen Amerika. Als dann am 31.01.2017 die erste Atombombe von Amerika nach China startete waren wir schon in Sicherheit. Es folgten dann viele weitere Atombomben ehe sie irgendwann aufhörten und es ruhig wurde.

Bevor ich da weiter mache wo ich gestern aufhörte ein paar News aus unserem Bunker. In der Nacht hatten wir ein Feuer, dass Feuerteam machte seine Sache sehr gut, Schuld an dem Feuer war die unsachgemäße Bedienung im Stromverteiler. Da die Anlage nun doch schon ein paar Jahre alt ist haben wir hin und wieder kleinere Probleme damit. Um dies wie alle anderen Störungen auszuschließen kümmern sich zwei vierer Teams um die Wartung der Lebenserhaltungssysteme. Dazu gehört die Kontrolle der Lebensmittel, Wasser, Gartenanlage, Abwassersystem, Sicherung und Wartung des Bunkers, Strom- und Sauerstoffversorgung. Bei einer Reparatur kam es dann zu einem Brand der aber durch schnelles einschreiten sofort gelöscht werden konnte. Am Abend gab es eine Sitzung, zu erwähnen war vor allem der Vorschlag unserer Kinder, sie verlangten ein uneingeschränktes Mitspracherecht in allen Angelegenheiten. Nachdem wir dieses Thema diskutierten und da der Anteil der Kinder immer größer wird wurde der Antrag zur Abstimmung vorgetragen und mit 354 Stimmen angenommen.
Was ich dir noch erklären muss, in unserer Gemeinschaft gibt es keine Anführer, alle Entscheidungen werden durch Abstimmung getroffen an denen alle Teilnehmen und seit kurzem nun auch unsere Kinder, die Welt hat gezeigt wie fatal es ist wenn einige wenige Entscheidungen treffen und andere die Konsequenzen tragen müssen. -------------------------------------------------------
Wie ich schon schrieb waren an dem Tag als die erste Bombe fiel unsere Gemeinschaft schon in Sicherheit, wenn man das überhaupt so bezeichnen darf. Wir waren anfangs eine kleine Gruppe Prepper die sich in einem Forum trafen und über alles mögliche Diskutierten, nachdem die Welt immer mehr im Chaos versank haben wir darüber geredet wie man sich vor diesem ganzen Wahnsinn retten kann. Als ein Mitglied damals den Vorschlag machte einen der vielen nicht mehr genutzten Bunker des Kalten Krieges als Unterschlupf aufzusuchen erntete er zuerst nur Gelächter. Mir gefiel der Vorschlag sehr gut und eigentlich nur aus Interesse, jedoch niemals daran denkend das es funktionieren könnte, schrieb ich ihm – sein Name war Alex - eine Email, sofort bekam ich Antwort und da er nicht weit von mir wohnte verabredeten wir uns. Wir verstanden uns gleich auf Anhieb und da es in unserer Gegend genügend Bunker gab, einige wurden sogar teils noch genutzt, sondierten wir mögliche Ziele. Schwierig war damals vor allem wer geeignet war für so eine Aktion, es war ja nicht sicher das etwas passiert, oftmals stand die Welt schon nahe an einem Krieg und irgendwie schaffte man es dann diesen wieder abzuwenden. Damals war aber alles anders, der Ton untereinander war von einer bis dahin nicht gekannten Härte. So nahm unser Vorhaben immer mehr konkrete Formen an, nachdem wir einen Bunker gefunden hatten der sich als geeignet herausstellte brauchten wir Leute die bereit waren diesen Schritt mitzugehen. Überraschend von der Anzahl machten wir uns auf einen Bunker einzunehmen. 367 Menschen, aus allen Schichten Deutschlands kommend versammelten sich am 14.10.2016 um ihre neue Heimat zu beziehen. Wir hatten Glück das es niemanden interessierte, zumindest am Anfang nicht, als wir dort einzogen. Zu Gute kam uns sicher auch der Umstand das es täglich immer schlechtere und beängstigende Nachrichten aus den Medien gab, so war die Bevölkerung mit sich selbst beschäftigt und hatte keine Zeit sich um uns zu kümmern. Jeder brachte seine üppigen Vorräte mit, was nicht vorhanden war wurde eiligst gekauft, dass betraf Benzinvorräte genauso wie Schrauben und Nägel. Der Bunker war riesig und eigentlich gedacht im Kriegsfall 6000 Menschen zu schützen, wir hatten also Platz in Hülle und Fülle. Die Überprüfung der gesamten Anlage wurde vorangetrieben und wir waren erstaunt darüber das alles funktionierte, so konnten wir viel Zeit dazu nutzen um Reserveteile für alle möglichen Komplikationen zu beschaffen. Wir fingen in einem großem Raum mit dem Anbau von Gemüse an, kauften im nahen Umkreis Hühner, Schweine, Ziegen, Schafe und sogar 6 Kühe. Das Futter der Tiere wurde für über 2 Jahre besorgt und als wir dann sogar noch eine kleine Forellenzucht unser eigen nennen durften fühlten wir uns richtig gut. Jeder gab sein Bestes zur Gemeinschaft und hätte sich die Welt damals doch nur ein Beispiel an uns genommen, dann wäre es niemals zu dem gekommen was dann leider passierte. In einem zuerst nicht beachteten Seitengang fanden wir nach über einem Jahr Lebensmittel und Wasservorräte die alle noch zu gebrauchen waren. Ferner fanden wir Ersatzgeräte im Überfluss zu jedem Gerät das bei uns in Gebrauch war, selbst bei vorsichtiger Schätzung hatten wir für die nächsten 20 Jahre keine Probleme was Nahrung, Wasser, Strom oder Sauerstoff betraf. Ich beende mein Schreiben für heute, wir haben gleich eine Geburtstagsfeier an der ich unbedingt teilnehmen muss. Bis morgen.

Gestern war mein Geburtstag deswegen hörte ich so abrupt auf, es war eine schöne Feier, besser gesagt eine Dreierfeier, den außer mir hatten noch Mike und Ralph Geburtstag. Man wird gerade wenn man feiert auch immer etwas nachdenklich und so war es auch bei mir. Ich bin um da weiter zu machen wo ich gestern aufhörte Stolz in dieser Gemeinschaft zu leben, nicht verschweigen möchte ich dir aber auch das wir viele Menschen getötet haben. Wie schon geschrieben beachtete man uns anfangs nicht da die Menschen außerhalb ihre eigenen Probleme hatten und bis zum Schluss davon überzeugt waren das alles so schlimm nicht ist. Die Medien forderten selbst als die erste Atombombe in China einschlug noch der Politik zu Vertrauen und wir selbst hörten aus dem Radio das für Europa keine Gefahr bestehe. So kam es das auf einmal Menschen zu uns kamen und Einlass forderten. Wir prüften jeden Fall und stimmten als Gemeinschaft darüber ab niemanden Einlass zu gewähren. Natürlich hatten einige ein Problem mit diesen Entscheidungen aber es war zu unserem Schutze und hätten wir damals nur einen aufgenommen wie könnten wir dann bei all den anderen jemals nein sagen. So ignorierten wir letztlich alle weiteren Gesuche und verschlossen den Bunker vollends. Ein paar Tage später sendeten unsere Geräte über 2000 Sievert pro Stunde, bedenken sollte man aber auch das unser Messgerät nicht mehr anzeigen konnte. Dann war lange nichts mehr zu hören, sei es irgendwelche Meldungen oder auch Versuche von Menschen bei uns aufgenommen zu werden. Die Strahlung hat mittlerweile nachgelassen, beträgt aber aktuell immer noch über 1000 Sievert, umso komischer finden wir das über unsere Außenmikrofone immer wieder Schusswaffen zu hören sind, es wurde auch schon öfters versucht die erste Schutztüre zu öffnen, zum Glück aber immer ohne Erfolg. Irgendwann verdrängten wir dann alles was über uns passierte, einzig unser Leben musste erhalten werden. Vielleicht verurteilt man uns deswegen eines Tages, wir entschieden uns aber dafür. Bis demnächst.

Hallo mein Tagebuch, ich weiß es ist schon wieder ein paar Tage her das ich das letzte mal geschrieben habe aber wir hatten einiges zu erledigen, aber der Reihe nach. Wir haben immer öfters damit zu kämpfen das vor allem die älteren unter uns psychische Probleme haben und immer mehr an klaustrophobischen Zuständen leiden. Wir waren uns dieser Probleme von Anfang an bewusst und haben zwei sehr große Räume umgebaut um so etwas eigentlich zu verhindern aber mit jedem Tag den wir länger hier sind nimmt der Wunsch nach echter Natur zu. Auch das man immer die selben Menschen sieht, alles dem Gemeinwohl unterstellt wird nagt bei einigen mehr als bei anderen. Aus diesem Grund gab es eine Sitzung wie wir dagegen vorgehen können, denn eines wurde gleich klar gestellt, es besteht keinerlei Chance auf eine Öffnung des Bunkers, die Werte sind einfach zu hoch und würde das Leben aller gefährden. Am Ende einigten wir uns darauf einen weiteren Raum umzubauen für das Wohl der Gemeinschaft, die Vorschläge was alles darin enthalten sein sollte nahm aber so groteske Züge an das wir erst einmal schauen mussten was wirklich möglich ist. Beatrice wollte wie einige andere einen Swimmingpool, was sicher jedem gefallen hätte aber der Wasserverlust war nicht hinnehmbar, jemand wollte einen Raucherraum, ein anderer wollte ein Bordell für Frauen und Männer uns so weiter, es waren wirklich haarsträubende Ideen darunter. Nach weiteren Beratungen entschieden wir uns für ein Ruhezimmer, dass verstanden einige überhaupt nicht aber bei der Eröffnung waren alle begeistert. Einen Tag später kamen aufgeregt unsere Gärtnet zu uns, sie meldeten das es immer schwerer sei genügend Gemüse zu ernten, außerdem lässt die Qualität deutlich nach. Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten wurde ein bisher ungenutzter Raum als neuer Garten angelegt, der alte Boden wird nahezu entsorgt und mit unserem letzten echten Dünger vermischt. Wir hoffen das diese Maßnahme uns ein paar Jahre hilft weiterhin frisches Gemüse zu ernten. Schon wieder klopft jemand an meine Türe, bis morgen.
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Mankei
 

Beitragvon davidgahan1012000 » 11.02.2016, 20:22

@Mankei.
Irgendwie fehlt meiner meinung nach in der abfolge der gesamtbetrachtung noch Aids, irakkrieg eins
und zwei, 9/11, schweinepest,
, dazwischen eben Bankenkrise bzw. Weltwirtschaftskrise, arabischer
Frühling, zika virus.... bis heute.

Also abschließend betrachtet, .....es wurde schon mehrfach mit verschiedenen Gründen versucht
die Welt aus den angeln zu heben, bis es dann endlich doch klappte....
sozusagen.

davidgahan1012000
davidgahan1012000
 

Beitragvon Pleitegeier » 11.02.2016, 20:31

Hallo Mankei!
Du kannst Dir sicher sein das ich nicht angeklopft habe!
Als wir erkannt haben das etwas fürchterliches passieren wird in den kommenden Stunden und das Haus sich geleert hatte weil die jungen Menschen um uns rum zu Ihren Familien nach Hause gefahren waren haben wir die Zeit genutzt und alles Essbare und Trinkbare aber auch Heizmaterial in die Wohnung geschafft.

Im Radio spielte Musik und es wurde laufend betont wie toll der Herbst währe und der neue Kanzler Deutschland in eine wunderbare Zukunft führt.
Von Preissteigerungen welche kaum noch zu bewerkstelligen waren kam nichts.
Auch das viele Waren nicht mehr erhältlich sind wurde nicht erwähnt.

Mein Bauchgefühl sagte wir sollten die Alufolie welche wir gekauft haben und man eigentlich für Saunabau verwendet zum Abdunkeln und abdichten der Fenster verwenden.
Rainer mein Mann fühlte alles an Behältern was möglich war mit Trinkwasser zusätzlich und ich machte alle Thermoskannen und Wärmebehälter voll mit Tee-Kaffee-Suppe und Mahlzeiten.
Nachdem wir das wichtigste beisammen hatten wurden unsere Notrucksäcke unter dem Bett hervorgeholt und im Flur der Innenliegend war von unserer Wohnung aufgestellt.
Taschenlampen und Batterien bereitgelegt und der Flurschrank ausgeräumt und alles wichtige dort deponiert was im Umkreis von 2m schnellstmöglich greifbar sein sollte.
Den Weltempfänger hat Rainer noch in Alufolie gewickelt und mich dabei voller Sorge angeschaut.
Deshalb habe ich das Duschradio geholt und im Flur aufgehängt natürlich eingeschaltet und mit brauchbaren Sender.

Haustüre und Zugangstüren sollte verschlossen werden sobald Markus unser Sohn aus der Stadt zurück ist.
Er hatte angerufen und erklärt das er Funkgeräte gekauft hat und das im Lebensmittelmarkt erklärt wurde das heute ein kleines Problem aufgetreten währe und deshalb erst Morgen die Regale wieder gefüllt sind.

Bis zu diesem Zeitpunkt war Markus derjenige in der Familie der uns als Verschwörungsrentner bezeichnet hatte.
Das hat sich nun schlagartig geändert.

Langsam machte sich ein sehr komisches Gefühl breit bei meinem Mann und mir und ich suchte Spiele und errichtete eine gemütliche Kuschelecke im Flur.
Aber auch eine Ecke mit Eimer und Abfallsäcke für Toilettengang sowie Feuchttücher legte ich zurecht.

Wir versuchten dem ganzen einen anstrich von Abenteuer zu geben.

Mit einsetzen der Dunkelheit wurden wir immer Unruhiger und Schüsse in der Ferne sowie Lichtblitze machten Angst.
Rainer postierte sich an der Haustüre und gab mit einem Pfiff zu verstehen das Markus sein Auto geparkt hatte.

Es dauerte keine 2 Minuten das beide Haustüre verschlossen und Zwischentüre ebenfalls in den Flur stolperten.

Markus war Kreidebleich und zitterte am ganzen Körper.

Von der Haustüre her hörten wir starke Klopfgeräusche und Rainer bestimmte die Wohnungstüre zu verschließen und den Garderobenschrank davor zu stellen.

Alles wurde gemacht als währe es das Selbstverständliche der Welt.
Markus hatte sich in die Flur Ecke gesetzt und murmelte etwas vor sich hin.

Ich holte Notfalltropfen aus meiner Schürzentasche und verabreichte jedem von uns ein paar Tropfen.

Der Lärm von außen wurde immer stärker und hatten die Kraft von Kanonenschlägen.
Da auch das Licht zum Flackern begann haben wir Teelichter in Marmeladengläsern aufgestellt in der Wohnung und im Nahen Bereich entzündet.

Danach habe ich an jeden von uns seinen Rucksack zugeteilt und wir entnahmen jeder für sich den Schlafsack und krochen hinein.

Keiner von uns dreien sprach noch etwas und auch der Duschradio rauschte nur noch und dem Tagesstress übermannte die Müdigkeit.

Irgendwann hörte ich Markus schnarchen was mich etwas beruhigte aber mich hatte das Zeitgefühl verlassen und ich zeigte auch kein Interesse dies zu ändern.

Die Ohrstöpsel welche ich uns auferlegt hatte um zur Ruhe zu kommen haben uns einen großen Dienst erwiesen wie ich mit Tränen in den Augen festgestellt habe und mir halfen nach einem Toilettengang und letztem Spülgang wieder Schlaf zu finden im Schlafsack eng an meinem Mann gelehnt.

Mein letzter Gedanke war:"LIEBER GOTT STEH UNS BEI!"
Pleitegeier
 

Beitragvon Kavure´i » 12.02.2016, 03:26

Hola Mankei

super.
Vielleicht könnten dieses Mal noch mehr von uns mitschreiben. Ich fände es interessant.

Nur mal als Anregung:

Links sind nur für registrierte User sichtbar.

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Ich habe alle öffentlich zugänglichen Teile der Anlage besichtigt und ein paar, die nicht öffentlich sind.
Große Teile sind erstaunlich gut erhalten, viele Kilometer wurden von privaten Vereinen ausgegraben, renoviert und erhalten.

Wer sich dafür interessiert, sollte auf alle Fälle die Ouvrage du Hackenberg besichtigen. Es lohnt sich.

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In den Anlagen der Maginotlinie könnten tatsächlich Tausende leben.
Für einen Atomkrieg wurde sie aber natürlich nicht konzipiert.


Kavure´i
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Kavure´i
 

Beitragvon Pleitegeier » 12.02.2016, 09:32

Hallo!
Ich stimme Kavure bei!

Die Geschichte von Mankei finde ich sehr Gut und auch Beängstigend.
Das hat mich bewogen aus meiner Sicht und Umfeld zu schreiben.

Jeder lebt in einer anderen Umgebung und mehrere Geschichten evtl. versponnen und doch für sich sind eine spannende Darstellung von Begebenheiten.

Auch empfinde ich es als Therapie seine eigenen Ängste und Befürchtungen zu verarbeiten oder auch als Hinweise das eine oder andere noch zu besorgen weil man immer wieder einen Teil von sich in der Geschichte erkennt.

Freue mich sehr auf weiteres von Dir Mankei!
LG
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon Mankei » 12.02.2016, 12:50

Hallo

@ Kavure´i

Bei mir in der Nähe gibt es diesen Bunker den ich beschreibe, er ist tatsächlich für 6000 Einwohner gebaut worden. Es gab vor über 20 Jahren als er stillgelegt wurde einen Tag der offenen Türe, da durfte man sich umschauen, leider aber nur in den ersten zwei Ebenen, alle anderen waren nicht zugänglich da noch benutzt.
Im Jahre 2004 wurde er dann endgültig geschlossen, der Haupteingang ist natürlich verschlossen.
Es gibt noch zwei weitere Eingänge die ich kenne, sind aber auch verschlossen. Es war ein Bunker der gegen ABC Angriffe ausreichend Schutz bieten sollte. Kann man auch glauben weil Anfang 2000 bekannt wurde das die Amis dort 4 Atomsprengköpfe gelagert hatten.
Verlockend ist so etwas schon, die Anlagen wurden perfekt gewartet und es wäre bestimmt möglich, wenn auch mit Aufwand so etwas zum laufen zu bringen und zu nutzen.

Wäre schön wenn hier einige mitschreiben würden, mein Gedanke war das der größte Teil der Geschichte sich im Bunker abspielt Leben im Bunker, Konflikte, Träume, Krisen, Einbruchversuche) , ein paar andere (Prepper, die davon wussten) sollten als Überlebende quer durch Deutschland wandern und versuchen zu diesem Bunker zu kommen.

@ Pleitegeier

Mein letzter Gedanke war:"LIEBER GOTT STEH UNS BEI!"
Am nächsten Tag kam uns der Gedanke an eine Flucht, sollten wir versuchen den Fluchtpunkt der Preppergemeinschaft aufzusuchen, wir überlegten fieberhaft unsere nächsten Schritte, wir…..

Nur mal so als Idee

Mankei
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Beitragvon Omaerde » 12.02.2016, 23:26

Hallo Mankei
Super Klasse Geschichte !!! Dankeschön !
Unbedingt weiter schreiben .... BITTE !
Wie ist es nach fünf Jahren mit Kleidung und Schuhen ?
Zerschlissen, geflickt? Gibt es Nachwuchs ??
Irgendwann sind die besten Lager leer und dann?
L.G.
WWE Oma
Omaerde
 

Beitragvon Kavure´i » 13.02.2016, 02:10

Hola Mankei

mir drängen sich schon einige Charaktere auf, die unbedingt in deinem Roman mitmachen wollen.
Einige davon sind ziemlich aufdringlich :lol:
Ich warte jetzt noch einige Tagebucheinträge von dir ab, dann werde ich wahrscheinlich (wenn die Charaktere nicht dagegen sind) die mysteriösen Schüsse, die ihr immer wieder hört, erklären.

Ich dachte, die Gemeinschaft hat keine Nachzügler aufgenommen, warum sollte sich Pleitegeier dann auf den Weg zu euch machen?

Es gibt weltweit unzählige Bunker, die vordergründig aufgegeben und verschlossen sind, in Wahrheit bereit stehen für diejenigen, die das Privileg haben, eine "Eintrittskarte" zu haben.
Da liegen ganze Städte unter der Erde.

Kavure´i
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Kavure´i
 

Beitragvon Kavure´i » 13.02.2016, 23:03

[quote="Mankei"

Wäre schön wenn hier einige mitschreiben würden, mein Gedanke war das der größte Teil der Geschichte sich im Bunker abspielt Leben im Bunker, Konflikte, Träume, Krisen, Einbruchversuche) , ein paar andere (Prepper, die davon wussten) sollten als Überlebende quer durch Deutschland wandern und versuchen zu diesem Bunker zu kommen.

Mankei[/quote]

Du mußt jetzt nicht deinen wahren Wohnort angeben, aber wenn sich Prepper zu euch auf dem Weg machen sollten, bräuchten wir einen Ort.
Wenn möglich einen real existierenden, dann könnte man die Geschichte realistischer gestalten.
Wie gesagt, such dir einen Ort aus, den wir auf einer Deutschlandkarte finden können, damit man sich dorthin auf den Weg machen kann.

Kavure´i
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Beitragvon Mankei » 14.02.2016, 00:07

Hallo

Zuerst danke für das Feedback, habe heute viel geschrieben, verworfen und wieder neu geschrieben, hoffe es passt so.
Im Hintergedanken habe ich auch schon eine Reaktion auf Kavure'i s Aktion, bin also gespannt.
Deswegen heute ein paar News aus dem Bunker und Infos zum Krieg.

@Kavure'i

Der Ort ist Landsberg/Lech (Postleitzahl 86899)

Mankei
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Beitragvon Mankei » 14.02.2016, 00:10

Hallo

Hier die Fortsetzung:

Gestern als ich geholt wurde gab es ein freudiges Ereignis, es kam das fünfundzwanzigste Kind zur Welt, ein Mädchen und ihr Name ist Beatrice. Wir sind so glücklich das alles gut gegangen ist und haben nun erstmals einen Bewohner mehr als bei unserem Einzug. Natürlich hatten wir in den vergangenen Jahren ein paar Todesfälle und schon früh fingen wir an für Nachwuchs zu sorgen um gegen diese Entwicklung zu arbeiten. Wie überall sperrten sich nicht wenige gegen diese Maßnahme, der am häufigsten genannte Grund war ob es denn Sinn mache jetzt Kinder in die Welt zu setzen. Mittlerweile haben sich aber auch diejenigen die anfangs am lautesten dagegen waren für einen Richtungswechsel entschieden, dass Mädchen das gestern geboren wurde hat als Vater Peter, einer der damals zu den größten Gegnern zählte.
Nun aber wieder zurück zu den Ereignissen von 2017.
Wie viele Atombomben abgefeuert wurden wissen wir natürlich nicht genau, es müssen aber sehr viele gewesen sein, hatten wir das Glück mit militärischer Ausrüstung versorgt zu sein und dadurch länger Funkmeldungen zu empfangen als andere, so hörten wir als es schon kein offizielles Radio mehr gab das Amerika sowohl von China und Russland massiv angegriffen wurde und der Gegenschlag ihrerseits umgehend eingeleitet wurde. England hat dann Frankreich, Russland und China den Krieg erklärt und als kurze Zeit später die gesamte Insel zerstört wurde hat sich Deutschland und Italien in den Krieg mit eingeschaltet. Es dauerte nicht lange bis auch Deutschland mit Atombomben angegriffen wurde, das war die Zeit als sämtliche Kommunikation aufhörte. Wir senden seit damals täglich viermal Hilferufe auf allen Frequenzen. Gemeldet hat sich seitdem niemand, Leben muss es aber außerhalb geben, wie ich schon geschrieben habe hören wir hin und wieder Schüsse und es wurde anscheinend schon mehrmals versucht in unseren Komplex einzudringen. Anhand der starken Strahlung kann aber eigentlich niemand da oben sein, das einzigste was sein könnte, unsere Geräte zeigen falsche Messergebnisse an, dies wird aber eigentlich ausgeschlossen. Die Strahlung beträgt immer noch 1000 Sieverts und bedenkt man das ein einigermaßen sicheres Leben an der Oberfläche erst unter einem Sievert möglich ist dann werden wir noch lange hier unten bleiben müssen. Ob es überhaupt jemals wieder möglich sein wird auf die Oberfläche zu gehen ist ungewiss, bedenkt man die immensen Auswirkungen zweier Atombomben zum Ende des zweiten Weltkrieges dann darf daran sehr gezweifelt werden.
Was unsere Planung hierfür ist schreibe ich morgen.

Ablauf eines Tages im Bunker:
Jeden morgen treffen sich die Sektoren - Verantwortlichen zum Austausch. Es wird über alle Störungen der letzten Tage geredet und deren Beseitigung. Anschließend beginnen wir mit den Wartungsarbeiten, die täglich, wöchentlich, monatlich oder halbjährlich anfallen.
Etwas später wird über Krankheitsfälle berichtet, Physische und Psychische Probleme der Bewohner, dann noch die Lage bei den Lebensmittel und Wasservorräten ehe es zum Schluss noch den Punkt Sonstiges gibt der alles beinhaltet was sonst nirgendwo rein passt.
Ein immer größer werdendes Element gilt der Beschäftigung, Ablenkung und Zufriedenheit.
Der Wunsch vieler ist es endlich wieder an die Oberfläche zu gehen, mir selber geht es auch so und wenn man sich vorstellen muss das dies wahrscheinlich niemals mehr möglich sein wird dann fragt man sich wofür dies alles gut sein soll. Menschen sind nicht dafür gemacht ihr Leben in einem – wenn auch sehr großen – Bunker zu verbringen und unsere Kinder kennen nicht den Geruch von Natur oder das Baden in einem See, das wandern durch einen Wald, und wir „alten“ die es kennen vermissen es. An einem ruhigen Tag wie er heute ist, alle arbeiten bereits erledigt sind kommen in jedem von uns Zweifel auf. Ich nehme meinen Walkman und wollte in unserem neuen Ruheraum ein wenig ausspannen, da dieser aber überfüllt war bin ich in mein Zimmer gegangen. Nachdem aber auch dies keine Besserung herbei führte hatte ich schließlich Sex mit meiner Frau, was vielleicht ungewöhnlich ist hier zu schreiben aber es hat uns beiden heute geholfen.

Ich versprach über unseren Plan betreffend einer möglichen Rückkehr an die Oberfläche zu berichten. Da wir über sehr gute Armee Geräte verfügen die uns über die vorhandene Strahlung informieren haben wir dieses Szenario zwar schon oft durchgesprochen aber noch nie in Einzelheiten geklärt. Wir haben einige Tiere mitgebracht und sie bescherten uns wertvolle Nahrungsmittel. Im ersten Jahr hatten alle Tiere Probleme mit der Vermehrung, im zweiten Jahr hatten sie sich aber anscheinend an ihr neues Zuhause gewöhnt und schenkten uns reichlich Nachwuchs, der sich auch konstant eingependelt hat. Die Nahrungsumstellung haben sie nach anfänglichen Schwierigkeiten ebenfalls angenommen. Gemüse wird reichlich angebaut und obwohl aktuell der schlechte Boden eine neue Herausforderung darstellt sind wir sicher dies in den Griff zu bekommen. Wasser ist dank unzähliger Wasseraufbereitungsanlagen kein Thema und auch Nahrung ist auf Jahre hinaus umfangreich vorrätig. Was bleibt ist die Schwierigkeit der Unwissenheit, natürlich haben wir Bücher die in allen Einzelheiten über einen Atomkrieg schrieben. Fakt ist aber das dies alles auf theoretischem Wissen geschah und wir nun in der Realität angekommen sind.
Selbst wenn keine Strahlung mehr vorhanden wäre, die Welt ist eine andere geworden und niemand weiß wie sie ab jetzt behandelt werden will. Gibt es noch Menschen, Tiere, Bäume, wie sehr hat sich der Radioaktive Niederschlag ausgewirkt. In einem Buch las ich das man mindestens 50 Zentimeter tief die Erde abtragen muss, andere schrieben einen Meter und selbst dieser sei dann noch nicht sicher. Wie aber soll man ohne Maschinen eine größere Fläche Boden abtragen wenn man keine Maschinen oder Tiere hat die einem dabei helfen können. Wohin soll man den ganzen verseuchten Boden bringen und wie kann man sich von dieser Strahlung schützen. Es gibt so viele Fragen die unbeantwortet sind und bleiben werden denn ich habe vor einem Jahr beschlossen das es keine Zukunft mehr für uns dort oben geben wird. Ich habe meine Frau, Alex und noch ein paar enge Freunde vor ungefähr einem Jahr davon unterrichtet und alle gaben mir recht. Wir werden hier unten sterben, eine Rückkehr nach oben ist nicht mehr möglich!
Das mein liebes Tagebuch ist der Plan um wieder auf der Erde zu leben, es gibt ihn nicht!
Hierzu ein Sprichwort nordamerikanische Indianer: „Die Erde ist unsere Mutter, und seine Mutter bringt man nicht um“.
Wir haben unsere Mutter getötet! Bis morgen.
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Beitragvon Pleitegeier » 14.02.2016, 14:23

Liebes Tagebuch!
Wir haben nun eine Nacht des Schreckens überlebt und in unserer Wohnung ist es Stockdunkel.
Von außen dringen weiter Beängstigende Geräusche an unsere Ohren und besonders Sorgen bereitet mir Markus.

Er hatte zwar die ganze Nacht durchgeschlafen aber saß nun in seiner Ecke und Starte vor sich hin.

Mein Mann suchte sein Messgerät um seinen Zucker zu messen und ich schob im den Karton zu mit alles was er benötigt und sagte zu ihm:"Bleib bitte wo du bist und lass mich erst Licht machen und neue Kerzen aufstellen!"

Nachdem ich das erledigt hatte holte ich eine Sauerstoffflasche und reichte diese Markus mit der Bitte einige Züge daraus zu machen und dann an seinen Dad weiter zu reichen was er ohne ein Wort zu sagen dann auch tat.

Ich hatte mehrere von den Flaschen eingelagert weil ich bedenken hatte mit der vorhandenen Luft aus zu kommen nach Abdichten und Verdunkeln.

Nun machte ich mich daran alles für das Frühstück bereit zulegen wie für ein großes Picknick.Sogar Eier hatte ich noch gekochte den Tag vorher.

Im Gebäude selbst war es Ruhig und ich war froh in einem Randbezirk zu leben auch wenn es manchmal umständlich war da kein Lebensmittelladen vorhanden ist und auch sonst nicht viel Geboten war.

Nun stellt sich das als Positiv da.

Nachdem ich uns allen Tee und Kaffee eingeschenkt hatte sprach ich Markus an und fragte ob er was sagen oder erzählen möchte von dem was Ihn Beschäftigt!?

Aber Markus sah uns nur an und meinte:"Und ich wollte Euch nie Glauben!" Warum wird alles Zerstört was durch vieler Menschen Arbeit aufgebaut wurde!?"Ich kann und will es nicht verstehen!"

Rainer meinte daraufhin das 20 Jahre Erwachen bei uns enorme Spuren hinterlassen haben und für uns das was gerade passiert keine Überraschung währe aber auch uns immer die Hoffnung begleitet hat bis zu dem Tag als die Sicherheitskonferenz in München stattfand im Febr. 2016.

Damals bekamen wir zu lesen durch einen ehemaligen FBI Mitarbeiter das am 13.02. der Beginn war für die letzte Vorbereitung und die Möglichkeit der Verhinderung einen Flächenbrand aus zu lösen.
Es sollten genau 18 Tage sein.

Sollte wie durch Obama und Saudi Arabien festgelegt ein Einmarsch in Syrien erfolgen durch 350 000 Truppen bleibt Russland nur der Einsatz von Atomwaffen.

Diese werden dann dort eingesetzt wo die Truppen die Grenzen überschreiten und die Winde werden die Strahlung in die umliegenden Länder tragen.

Dies wiederum wird einen Flächenbrand auslösen was dazu führt das Amerika Russland die volle Schuld zuspricht auch um dadurch den Zusammenbruch des Finanzsystems zu verschleiern und die Menschen gefügig zu machen.

Obama war Moslem und benutzte dies für seinen ganz persönlichen Racheakt.

Als dann die erste Atombombe abgeworfen wurde begann auch der Terror in Europa sich aus zu breiten was sich durch immer mehr Flüchtlinge und offene Grenzen zu einer Lähmung der Bevölkerung geführt hat und durch Propaganda klein gehalten wurde.
Einschüchterungen trugen immer mehr Früchte wie Du selbst erfahren hast Markus!

Ich Baht meine Männer das Frühstück zu genießen weil es evtl. das letzte sein könnte und sprach Markus an ob er es versuchen möchte wenn sich evtl. alles etwas Beruhigt hat einen Bunker in der Nähe auf zu suchen um dort einen evtl. Frieden ab zu warten?

Die Stimmung war sehr Merkwürdig und Befremdlich mit einem mal und ohne ein weiteres Wort zu wechseln kroch danach jeder in seinen Schlafsack zurück und drehte sich zur Seite.

Nach einer Weile fragte Rainer wie lange die Medikamente Reichen würden und nach etwas Nachdenken erklärte ich das wie und wie viel und kam auf gerade mal 2 Wochen mit Insulin.

Dann lauschte wiederum jeder den Tönen welche von außen nach Innen drangen.

Es mussten inzwischen ca. 4 Std vergangen sein weil solange Brannten die Teelichter und begannen langsam zu erlöschen.

Markus war aufgestanden und versuchte sich an den Wasserhähnen welche kein Wasser mehr ausspuckten. Auch die Toilettenspülung blieb still so wie Radio oder anderes.
Aus dem Kühlschrank und Gefrierschrank sickerte Wasser und ich versucht etwas Lockerheit in die Gemeinschaft zu bringen indem ich fragte was die Herren gerne als Abendessen hätten?

Die Entscheidung viel auf Leberkäse gebraten und Kartoffelbrei und ich suchte alles für das Kochen mit Ethanolgel zusammen.
Nach einer Weile zog der Duft von gebratenem durch die Wohnung und Rainer holte die Teller und deckte auf dem Boden mit Servietten und auch Bier schenkte er uns allen in ein Glas.

Das Essen begleitete eine unheimliche Stille untereinander und es schien als wenn keiner ein Gespräch beginnen möchte.
Jeder von uns starte vor sich hin.

Plötzlich unterbrach das klappern von Geschirr und Gläser Markus! :" Ich werde diesen Raum nicht mehr verlassen!"
Das waren seine Worte!
Rainer und ich sahen uns an und nachdem Rainer sein Glas Bier geleert hat sagte er:"Auch wir werden die Neue Weltordnung nicht mehr Genießen!" Wobei er mir in die Augen sah und ich ihm zunickte.

Uns allen liefen Tränen aus den Augen und ich dachte dabei an unsere kleine Hundedame welche vor 4 Tagen zu Tode getreten wurde weil sie mich Schützen wollte vor einem schwarz Pigmentierten ,der mit ihrem neugierigen Wesen nicht um zu gehen wusste und mich angerempelt hatte.

In den kommenden Tagen begleiteten uns weiter Geräusche welche wir vorher nicht gekannt haben und am 4 Tag haben wir einen uns fremden Geruch wahrgenommen.
Den 5 und sechsten Tag verbrachten wir mit Geschichten erzählen was durch dauernde Übelkeit immer wieder unterbrochen werden musste.
Am Morgen des siebten Tages was wir am Verbrauch der Teelichter bemerkten erklärte Rainer und sah uns dabei Nachdenklich an:"Am 7 Tage sollst Du Ruhen!"

Gegen Abend holte ich Fertigmahlzeiten und Markus begab sich zu einem Fenster in unserer Wohnung und entfernte etwas von der Alufolie.

Rainer und ich beobachteten ihn dabei und nachdem Markus das Fenster wieder verlassen hat und sich zu seiner Ecke begab haben auch wir den Mut gehabt uns den Marktplatz zu betrachten und alles war unverändert.

Befremdlich war das kein Licht zu sehen war und nur der Vollmond die Umrisse erkennbar machten.
Auch waren keinerlei Fahrzeuge zu sehen und auch von Menschen welche sich dort immer aufgehalten hatten und oft die Brücke überquerten war nichts zu sehen.

Von der Gegenüberliegenden Anhöhe waren immer wieder Lichter zu erkennen was wie ein Feuerwehr wirkte und eine Gelblich Rote Wolke welche sich über die ganze Sichtbreite gelegt hatte vermittelte ein Düsteres Bild.

Hörbar waren gelegentliche Kanonenschläge und seit den letzten Stunden ein Unheimliches Zischen was keiner von uns Ein zu ordnen wusste.

Rainer holte verschiedene Weine und Schnäpse aus dem Schrank im Esszimmer und erklärte den Abend als Verabschiedungsfeier was von Markus mit einem Lächeln begleitet wurde weil dieser nie Alkohol getrunken hatte.

Um das ganze Ab zu runden suchte ich noch für jeden einige Süßigkeiten und meinte das nun die Welt so werden kann wie es die Übriggebliebenen und Mutigen gestalten werden nachdem hoffentlich nach einem Beenden des großen Leidens auch die Verursacher ausgemerzt werden und die Trümmer und Toten beseitigt sind.

Rainer bemerkte das die Welt erneut versagt hat und wir von einer Meute Verbrecher beherrscht wurden welche Kapital und Waffen ganz oben auf Ihren Listen hatten und der Mensch nur Mittel zum Zweck war.

Markus wollte das letzte Wort haben und erzählte uns das er eigentlich die letzten Jahre bereits auf einen Zusammenbruch gehofft hatte aber seine Innere Stimme immer erklärt hat das alles bestens läuft und man durch Arbeit was erreichen kann.
Heute weiß er das er falsch lag und er großen Trugschlüssen aufgesessen währe.

Familien wurden zerstört und das erkennen keinerlei Wert zu haben macht es für ihn leichter diese Welt zu verlassen.

Danach hat jeder für sich das gemeinsame Ende gesetzt und danach mit Alkohol und Humor als Familie in den Schlaf gefunden!

Liebes Tagebuch! Diesen letzten Satz habe ich geschrieben in der Hoffnung am 8 Tag nicht mehr zu erwachen zusammen mit meinem geliebten Mann und Sohn.
Unser Leben war Spannend Schön Grausam Schwer und Erleuchtend.
Solange nicht der Mensch in den Mittelpunkt seines Bemühens gestellt wird mit Achtung und Respekt vor allem Lebendigen und Pflanzen was mit Sorgfalt behandelt werden muss wird dieser Planet solange Erneuerungen suchen bis das Zerstörerische für immer Verschwunden ist!

Da ich derzeit den Menschen als Übel sehe und mich der Kampf um Respekt und Fürsorge selbst Krank werden lies haben wir durch viele Gespräche diesen Weg für uns gewählt in der Hoffnung in einer anderen Ebene wieder zusammen zu finden.


Den Überlebenden möchte ich Raten Grenzen als Chance zu sehen!

LG
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon Mankei » 14.02.2016, 20:34

Hallo

@ Pleitegeier
Tolle Geschichte, wenn auch das Ende traurig ist, wir hätten dich und Deine Familie gerne im Bunker willkommen geheißen.

Mankei
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Mankei
 

Beitragvon Mankei » 14.02.2016, 20:37

Hallo

Drei Tage habe ich nicht geschrieben, wir hatten viel Arbeit mit etwas was wir eigentlich niemals machen wollten, aber der Reihe nach. Mitten in der Nacht wurde ich geweckt, ein lauter Knall durchzuckte meinen Körper. Rasch zog ich mich an, sagte zu meiner Frau sie solle sich keine Sorgen machen und weiter schlafen. Da unser Zimmer auf Ebene 5 ist brauchte ich einige Zeit um nach oben zu kommen dort angekommen standen einige Frauen und Männer beieinander und diskutierten heftig. Ich fragte was denn los sei und nachdem sie sich etwas beruhigten erzählten sie es mir. Unsere Wachmannschaft hörte vor ungefähr zwei Stunden Stimmen über die Außenmikrofone, nach etwa 20 Minuten war es dann wieder ruhig und sie dachten es sei vorbei, doch vor ein paar Minuten dann dieser laute Knall. Ungewöhnlich auch an welcher Stelle die vermutete Explosion war, dort war kein Eingang, nur dicker Beton. Die Aufregung war noch immer groß, viele hatten Angst und einige schrien wild umher, „warum lassen sie uns denn nicht einfach in Ruhe“, wir machen doch auch niemanden etwas. Ich ging nach vorne und bat um Ruhe, es bringt uns nichts wenn wir keinen klaren Kopf behalten. Alex, Ralph und Astrid kamen nun auch endlich, schnell gab ich ihnen einen Überblick über das Geschehene. Wir berieten uns kurz, dann sagte Alex mit sanfter Stimme das was immer auch dort oben passiert sei habe keine Auswirkungen am Bunker, wir überprüften anhand der Geräte und stellten erleichtert fest das keine Strahlung vorhanden war. Was immer auch der Plan gewesen sei sie hatten keinen Erfolg damit. Nach einiger Zeit löste sich sie Menge auf, wir vier hockten uns an einen Tisch und fingen über Lösungen an nachzudenken. Mit zunehmender Zeit wurde ich immer ungeduldiger und so bat ich um Anhörung. Es wäre vielleicht wirklich das beste wenn jemand nachschauen geht was dort oben eigentlich los ist. Astrid verneinte sofort und auch Alex war davon nicht überzeugt. Ralph dagegen konnte diesem Vorschlag etwas abgewinnen, er sagte warum denn nicht. Nun fing ich da wir eine Pattsituation hatten an meinen Vorschlag weiter auszuführen. Wir sind jetzt über fünf Jahre hier unten, immer wieder hören wir Stimmen, Gewehrfeuer und auch Explosionen, wie fragte ich kann das sein, unsere Geräte zeigen eine Strahlenintensität die es Menschen eigentlich unmöglich macht zu überleben, warum sollte auch gerade in unserer Umgebung gekämpft werden, die Zeiten als es sich hier lohnte zu kämpfen sind lange vorbei und wir sind auch noch versteckt in einem Waldgebiet. Also suchen wir uns den einen oder anderen Freiwilligen und schauen endlich nach was über unseren Köpfen so alles geschieht. Ralph gab mir Recht und auch die beiden anderen dachten wenigstens darüber nach. Es vergingen einige Minuten ohne das jemand etwas sagte. Alex ergriff das Wort, wer sollte denn deiner Meinung nach gehen, ich kann mir nicht vorstellen das es Freiwillige dafür geben wird. Ich schaute ihm tief in die Augen, ich kenne einen der geht, Ralph sagte, ich kenne sogar zwei. Alex und Astrid standen auf und fingen gleichzeitig an, auf keinen Fall, dass darf nicht sein. Nun stand auch Ralph noch auf, wieso denn nicht, wir sind zwei Freiwillige also ist es unsere Entscheidung, lass uns die anderen informieren.
Ralph, Alex, Astrid und ich waren so etwas wie ungewählte Führer, wie ich schon schrieb werden Entscheidungen immer durch Abstimmung aller Bewohner getroffen, nur hat sich in all den Jahren trotzdem so etwas wie ein kleines Vierer - Gremium gebildet das von vielen anerkannt wurde, von uns aber niemals gefordert wurde. Vielleicht trägt es auch dem Umstand Rechnung das wir vier die ersten hier im Bunker waren und alles vorbereiteten bevor alle anderen kamen.
Eine Ebene tiefer warteten einige denn sie bemerkten das wir etwas ausheckten, Alex nahm das Funkgerät und stellte es auf „gesamter Komplex“, kurz danach begann er zu reden. Liebe Bewohner, wir treffen uns in 30 Minuten im Mannschaftsraum auf Ebene 3, bitte kommt alle, es geht um eine sehr wichtige Information. Wie immer füllte sich der Raum nach solchen Ansagen in Windeseile, einige dachten sicher es betreffe den Knall in der Nacht, sie sollten sich täuschen.
Astrid ergriff das Wort, gespannt hörten sie ihr zu, als sie am Ende ankam meldeten sich viele und fragten besorgt ob es denn wirklich möglich und vor allem sicher sei. Alex erklärte das man sich dessen nie ganz sicher sein kann, es werde aber alles unternommen um Gefahren vorzubeugen. Im Laufe des Tages fingen wir mit den Vorbereitungen an, zwei Dekontaminationkammern wurden auf Ebene 1 gebracht, zwei ABC – Schutzanzüge wurden mehrmals mit Druckluft geprüft, Dosimeter und Funkgeräte wurden gecheckt und dann kam der schwierigste Teil des ganzen, um einen eventuellen Eintritt von Radioaktivität zu verhindern schafften wir alles an brauchbaren Gegenständen auf die anderen Ebenen und überprüften die komplette Abschaltung von Ebene 1.
Da es nach unserer Zeit abends war verschoben wir den Start auf morgen.
Ich verbrachte die Nacht mit meiner Frau die immer wieder zu weinen begann und alle meine Bemühungen sie zu beruhigen scheiterten. Früh wachte ich auf, es machte sich Anspannung in mir breit, Helga meine Frau weinte immer noch teils sehr stark, deswegen beeilte ich mich mit dem Frühstück und ging sogleich zu Ralph. Zusammen gingen wir nach oben und überprüften nochmals eigenhändig unsere gesamte Ausrüstung ehe uns ein paar Helfer in die Anzüge steckten. Alex kam zu mir, fragte ob ich mir wirklich sicher sei und als ich nickte wünschte er mir viel Glück. In seiner Hand hielt er einen Zettel mit einigen Wörtern versehen die bestimmte Dinge bedeuteten, Ralph erhielt den selben Zettel und wir sollten sie auswendig lernen für den Fall das eine normale Verständigung nicht möglich sei. Dann kam Astrid und gab jeden von uns eine Pistole und ein Gewehr mit dazu gehörender Munition. Wir umarmten uns so gut es ging und machten uns auf den Weg nach draußen. Alex kam so weit es ging mit, sagte dann als die erste Türe sich öffnete, vergesst nicht, der Sauerstoff reicht acht Stunden, wir erwarten euch in 7 Stunden. Wir marschierten im Gleichschritt zu Türe zwei und sahen wie Türe eins wieder zu ging. Um endlich zum Ausgang zu gelangen mussten noch zwei weitere Türen durchgangen werden. Es dauert endlos, doch dann sahen wir den ersten Lichtblick nach über fünf Jahren. Als die Türe so weit auf war das wir durch kamen glaubten wir unseren Augen nicht zu trauen, dass was wir sahen konnte nicht stimmen.
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Beitragvon Kavure´i » 14.02.2016, 23:42

Am 31. Januar 2017 ging die Welt unter.
Jedenfalls die Welt wie wir sie kannten.
Nach jahrzehntelangen Vorbereitungen waren die USA offenbar zu dem Schluss gekommen, sie könnten jetzt die Weltherrschaft übernehmen.
Vorausgegangen waren die künstlich herbeigeführten Bankpleiten, die Vernichtung der europäischen Volksvermögen zur "Bankenrettung", die Destabilisierung des Nahen Ostens, Säbelrasseln gegen Russland und China, die Flutung Europas mit Muslimen.
Diese Aufzählung kann natürlich nur unvollständig sein, denn um jedes Detail aufzuzählen müsste man einen Gedächtnisspeicher haben wie ein Computer.

Der neue Präsident der EE.UU hatte vor den Wahlen dem amerikanischen Volk versprochen, den Kurs seiner Vorgänger, keinen Rivalen um den Status Amerikas als einzige Großmacht der Erde zu dulden, beizubehalten.
Und er meinte das ernst.
Wie ernst er das meinte, erlebte die Weltgemeinschaft an jenem 31. Januar.
Da China es nicht dulden wollte, dass die Vereinigten Staaten seine Hoheitsgewässer weiterhin als ihren Hinterhof ansahen und scharf gegen das vermehrte Eindringen von Schlachtschiffen und Unterseebooten protestierte, beschloss die amerikanische Regierung ein Exempel zu statuieren und schoss eine Atomrakete auf China ab.
Ohne Vorwarnung, ohne Kriegserklärung.
Von der 4-Millionen-Stadt Dalian blieben nur rauchende Trümmer.
Auch von den 3 Millionen Menschen im Umland überlebte kaum einer.
Mit diesem Schlag hatte Amerika Chinas nördlichsten eisfreien Hafen pulverisiert.
Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.
Bereits eine Stunde später war eine chinesische Atomrakete auf dem Weg nach San Francisco. Auch diese Stadt existiert nicht mehr.

Die Weltgemeinschaft spaltete sich in zwei Lager.
Wer nun genau zu wem hielt, wer im Laufe der nächsten Monate die Treue hielt oder die Seite wechselte, kann wohl heute niemand mehr mit absoluter Sicherheit sagen.

Europa zerfiel noch in der gleichen Woche.
Deutschland, Polen, Italien und England waren auf Seiten der USA, Japan, Indien, Russland, Australien, die restlichen europäischen Staaten schlugen sich auf die Seite von China.
Die Schweiz und Österreich erklärten sich allerdings für neutral.
Der Nahe Osten und die Türkei waren genug damit beschäftigt, sich gegenseitig auszulöschen und viele Staaten kochten ihr eigenes Süppchen in wechselnden Koalitionen.

Entgegen der Behauptungen in den Medien ( solange sie noch funktionierten ) wurden nicht unzählige Atomwaffen abgefeuert, sondern "nur" diese beiden.
Die kriegerischen Auseinandersetzungen wurden mit konventionellen Waffen weitergeführt.
Die Regierungsmitglieder sind zwar absolut skrupellos, aber nicht so irre, dass sie nicht wüssten, dass auch sie nach Beendigung der Kampfhandlungen eine Welt zum Leben brauchen.
Allerdings wurden immer wieder "schmutzige Bomben" abgeworfen, um die Überlebenden noch mehr in Angst und Schrecken zu versetzen, wenn ihre Geigerzähler ausschlugen.

Zurück zu Deutschland.
Trotz seiner Nibelungentreue zu den USA erging es dem Land schlecht.
Die vorher in Massen eingeschleusten "Flüchtlinge" wurden per Smartphone zu den vereinbarten Sammelplätzen gelotst und dort bewaffnet.
Sie sollten die US-Truppen bei ihrem Einfall in Russland unterstützen.
Die dachten aber gar nicht daran, sich dem Kommando der amerikanischen Offiziere zu unterstellen.
Sie nutzten ihre neue Freiheit und Macht dazu, raubend, plündernd, vergewaltigend und mordend durch das Land zu ziehen.
Auf Widerstand stießen sie kaum.
Schwer bewaffnete und gewaltgewohnte junge Männer trafen auf Menschen, die nie in ihrem Leben eine Waffe in der Hand gehabt hatten, sich so eine Situation noch nicht einmal hatten vorstellen können.
Die Deutschen wurden zu Hundertausenden niedergemetzelt, Frauen und Kinder wurden vorher vergewaltigt, die Männer gefoltert.

Polizei und Militär konnten ihnen nichts entgegenhalten, die Bundeswehr kämpfte überall über die Welt verstreut in Kriegen, die sie nichts angingen, die Polizei war überaltert und von den Politikern stark abgebaut worden.
Die Eliteeinheiten der Polizei wurden nur zum Schutz der Politiker und der Nobelviertel eingesetzt.
Die meisten Politiker hatten sich beim ersten Anzeichen von Gefahr abgesetzt. Sie waren wie vom Erdboden verschluckt.
Was der Wahrheit wahrscheinlich auch am nächsten kommt.
Es wird gemunkelt, sie säßen in den geheimen Bunkern der Hauptstadt, die mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet seien, gut versteckt und bewacht.

Die alteingesessenen, "voll integrierten" Muslime schlossen sich den marodierenden Banden an, vor allem die jungen Männer, die sich immer benachteiligt gefühlt hatten.
Aber auch die älteren Männer und die Frauen hatten kein Problem damit, dabei mitzuhelfen ihre deutschen Nachbarn zu massakrieren.
Tod den Ungläubigen!
Allahu akhbar - Allah will es.

Die Leichen verwesten in den Straßen, Seuchen brachen aus.
Denen fielen weitere Hunderttausende zum Opfer.
Von den Überlebenden verhungerten viele.

Wer eine Waffe hatte, setzte sie zum Schutz der eigenen Familie ein.
Viele kämpften buchstäblich bis zur letzten Patrone. Bevor die Munition ausging, erschossen sie ihre Kinder und sich selbst.

An dem Tag als die Bombe auf Dalian fiel, begannen wir damit, alles was uns noch wert und teuer war, nach unten zu schaffen.
Nach unten meint den Keller unter dem Keller. Dieser Keller ist in keinem Bauplan oder Kataster verzeichnet.
Wir fanden ihn durch Zufall.
Das Haus, unter dem er liegt, stammt aus dem 17. Jahrhundert. Wir bekamen es von der Gemeinde für 1 Mark. Dafür mussten wir uns verpflichten, es nach den Richtlinien des Denkmalschutzes zu renovieren.
Das war im Jahr 2001.
Wir hatten uns damals vorgestellt, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern weit genug ab vom Schuss wären, sollte es zum Crash kommen.
An einen 3. Weltkrieg hatte damals noch keiner von uns gedacht.
Es hat einen wunderschönen Sandsteingewölbekeller in dem es das ganze Jahr über 12° hat.
Beim Aufstellen von Vorratsregalen brach Olli, einer unserer Freunde, mit einem der Holmen der Leiter durch den Boden.
Wir erweiterten den Hohlraum und von unten kam ein kalter Luftzug.
Also konnte es sich nicht nur um einen kleinen Hohlraum handeln.
Aufgeregt erweiterten wir das Loch und ließen eine Lampe herunter. Viel sehen konnte man nicht, außer einem Ziegelboden.
Wir vergrößerten die Öffnung weiter und stiegen mit einer Leiter hinunter.
Uns erwartete ein großes Gewölbe mit mehreren Aus-, bzw. Zugängen.
Es war kühl dort unten, aber trocken.
Den Fund meldeten wir nicht.
Im Laufe der Jahre erkundeten wir die Gänge. Sie zogen sich viele hundert Meter unter der Stadt hindurch.
Wir fanden vermauerte Türen. Wenn wir kleine Löcher in den Mörtel bohrten, konnten wir in die Keller anderer Häuser schauen.
Wir bauten Türen in die Tunneleingänge, legten Wasser- und Stromleitungen nach unten, bauten Toiletten und Bäder, eine Küche und eine Werkstatt ein.
In einem größeren Nebenraum bauten wir Trennwände ein und stellten dort Betten und Schränke auf.
Nach und nach statteten wir das große Gewölbe mit Regalen aus und füllten sie mit Lebensmitteln und anderen Dingen.
Im oberen Keller stellten wir auch Regale auf, füllten auch sie mit Vorräten. Den Zugang zum unteren Keller, zu dem wir eine Treppe eingebaut hatten, tarnten wir mit einem Regal. War die Tür von innen verriegelt, konnte sie von außen nicht gesehen und nicht geöffnet werden.

Wir waren insgesamt 12 Personen, die ziemlich genau 10 Jahre damit zubrachten, das große Haus zu renovieren und diesen Zufluchtsort auszustatten.

An diesem Tag trommelten wir die Freunde zusammen und beschlossen abzutauchen.
Sie brachten noch alle ihre Vorräte, Erinnerungsstücke und Wertsachen her, sofern das nicht schon vorher geschehen war.
Es zogen auch 2 Katzen und 3 Hunde ein.
Die kannten das unterirdische Quartier, weil wir schon mehrmals einige Tage dort "probegewohnt" hatten.

Aus dem Radio erfuhren wir dann von der Verwüstung San Franciscos. Die Politiker gaben die üblichen "Ruhe bewahren ist die erste Bürgerpflicht" - Statements ab. Es sei alles in Ordnung, Europa, Deutschland, sei nicht betroffen. Wir sollten zuhause bleiben, Radio oder Fernseher eingeschaltet lassen und den Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge leisten.

Die Menschen wurden dazu aufgefordert, sich mit Wasser und Lebensmitteln für 10 Tage einzudecken.
Es gab einen Run auf die Supermärkte und Tankstellen. Nach 30 Stunden gab es nirgendwo mehr etwas zu kaufen.
Die Leute prügelten sich um eine Dose Fisch oder einen Kanister Benzin.
Es gab erste Plünderungen.
Nach einer Woche die ersten Überfälle und Morde.

Und dann kamen die bewaffneten Horden.
Die Nachrichtensprecher wurden erst panisch, dann verstummten sie .
Für immer.

Wir saßen in unserer Zuflucht und lauschten auf die Außengeräusche.
Wir hatten nicht nur Mikrofone und Kameras eingebaut, sondern auch ganz altmodische Periskope und Rohrleitungen zum Schauen und Lauschen.
Nur auf elektrische Geräte wollten wir uns nicht verlassen.
Noch funktionierten sie.
Rund um die Uhr saß immer mindestens eine Person am Monitor und beobachtete, was draußen vor sich ging.
Anfangs sahen wir die Menschen ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen.
Dann sahen wir, wie sie Vorräte in ihre Behausungen schleppten oder wie sie ihre Autos, Wohnwägen, Wohnmobile packten und damit wegfuhren.
Schließlich blieb die Straße leer. Nichts bewegte sich mehr.
Bis wir die Schüsse hörten. Und Schreie. Oft hatten sie nichts Menschliches mehr.
Immer wieder war lautes Allahu akhbar Gebrüll zu hören.
Dann sahen wir eine Horde wild die Gewehre schwingende Gestalten auf das Haus zumarschieren.
Angeführt vom Sohn unserer türkischen Nachbarn.
Sie traten die Haustür ein und durchsuchten das Haus.
Schließlich kamen sie auch in den Keller.
Sie rissen die wenigen Dinge, die wir in den Regalen gelassen hatten heraus, schauten in den Heizungskeller und fingen an den jungen Türken anzuschreien.
Der warf die Hände in die Luft und brüllte zurück.
"Sie müssen hier sein! Sie sind vor 6 Wochen hier reingegangen und nicht wieder herausgekommen".
"Sie sind in der Nacht geflohen" rief der Anführer.
"Nein, sie müssen noch hier sein, keiner ist raus hier."
"Woher weiß du das so genau?"
"Meine Eltern haben das Haus beobachtet, keiner der ungläubigen Schweine ist wieder herausgekommen."
Nachdem sie noch eine gute halbe Stunde herum geschrien hatten, zogen sie wieder ab.
"Wenn ich diesen Dreckskerl irgendwann in die Finger bekomme, breche ich ihm den Hals." knurrte ich.
Ich durfte gar nicht daran denken, wie oft Bülent in unserem Arbeitszimmer gesessen hatte um von mir Nachhilfe in Englisch und Mathematik zu bekommen.
Und seine Mutter hatte oft türkische Süßigkeiten oder Börek mitgeschickt.
Wir hatten in all den Jahren nie ein böses Wort gewechselt.
Aber jetzt waren wir plötzlich ungläubige Schweine.

Einige Tage später sahen wir, wie die Türken ihre Habseligkeiten in einen großen Umzugslaster luden und damit wegfuhren.
Danach rührte sich wochenlang nichts mehr in der Gegend.



Laut unserem Kalender befanden wir uns jetzt schon 4 Jahre, 4 Monate, 2 Wochen und 9 Tage in den Katakomben.
Trotz tausender Bücher, Videofilme, Spiele und Gymnastikgeräte machte sich langsam Langeweile breit.
Den Hunden fehlte Bewegung, obwohl wir mit ihnen lange Spaziergänge in den Gängen machten und bei der Gelegenheit noch nicht erkundete Tunnel entlanggingen.
Obwohl sich draußen schon lange niemand mehr hatte blicken lassen, wagten wir uns nicht an die Oberfläche.

Die Wache am Monitor gehörte zu den unbeliebtesten Tätigkeiten. Seit Monaten gab es nichts zu tun, als dem Unkraut beim Wachsen zuzuschauen.
Plötzlich sprang Marina, die gerade Monitordienst hatte, erschrocken auf.
"Schaut euch das an!" rief sie.
Wir stürzten alle zum Bildschirm und trauten kaum unseren Augen.
Zwei Motorräder erschienen, gefolgt von einem offenen Viehtransporter, flankiert von weiteren Motorrädern und am Schluss fuhr ein Kleinlaster.
Auf dem Viehtransportern befanden sich Menschen. Mehr konnten wir momentan nicht sehen.
Die Motorradfahrer hielten an, stiegen ab, hielten ihre Waffen im Anschlag und begannen die Umgebung zu erkunden.
Zwei von ihnen blieben bei den Fahrzeugen und bewachten sie.
Plötzlich fiel einer von ihnen um. Der Andere schaute verdutzt, beugte sich über seinen Kameraden und brach über ihm zusammen.
Drei der fünf anderen kamen zurück, sahen ihre reglosen Kumpane und rannten in Deckung.
Nur einer schaffte es.
Was mit den restlichen drei Bewaffneten geschah, konnten wir nicht sehen.
Aber plötzlich tauchten zwei in Leder gekleidete Gestalten auf. Beide trugen Armbrüste.
Sie stießen die am Boden liegenden mit der Fußspitze an und nickten sich zu.
Dann stieß der eine einen gellenden Pfiff aus und Motoradmotoren heulten auf.
Zehn Maschinen fuhren heran.
"Gute Arbeit." sagte einer von ihnen.
Sie gingen zum Viehtransporter und ließen die Laderampe herunter.
Ungefähr 20 Kinder und Frauen fielen mehr, als dass sie gingen, vom Fahrzeug herunter.
Sie waren in sehr schlechter Verfassung.
Die Männer öffneten den Kleinlaster und holten Wasserflaschen und Lebensmittel heraus, die sie verteilten.
Alle fielen gierig darüber her.
Eine der Frauen ging zu einem der Toten, schaute ihn lange an. Dann spuckte sie ihn an und trat ihm mit voller Wucht ins Gesicht.
"Schade, dass du das nicht mehr spürst du stinkendes Stück Dreck!" rief sie.
Eine andere nahm sie am Arm und zog sie weg.
"Wir müssen sofort von hier verschwinden," sagte sie zu ihren Rettern.
"Hinter uns kommen mindestens fünfhundert von denen und sie wollen sich mit einer anderen Gruppe treffen, an die sie uns verkaufen wollen. Die werden sicherlich auch bald hier sein."
"Verdammt!" fluchte einer von ihnen. "So geschwächt wie ihr seid, kommen wir nicht weit und der Transporter ist zu langsam. Damit entkommen wir ihnen nicht."

Wir sahen uns an und schon war alles klar.
Eric und Mia gingen nach oben. Vorsichtshalber verschlossen wir die Geheimtür.
Über eins der Außenmikrofone sprachen wir die Gruppe draußen an.
Zuerst erschraken sie und zielten mit ihren Waffen in die Richtung der Stimme.
Olli sagte ihnen, dass wir ihnen helfen würden, wenn sie die Waffen herunternehmen und unseren Kameraden folgen würden.
Sie berieten sie leise, aber nur kurz.
"Wir sind einverstanden. Wir haben keine Wahl. Die Rotten werden bald hier sein und dann sind wir alle tot. Wir haben also nichts zu verlieren, wenn wir euch vertrauen."

Sie luden allerdings noch schnell alle Motorräder auf den Transporter und einer von ihnen fuhr damit weg.
Die anderen luden den Transporter aus und brachten die Lebensmittel ins Haus.
Sie warfen die Leichen der Sklavenhändler hinein und ein zweiter fuhr damit los.

Nur zwei Stunden später wälzte sich ein langer Treck von LKWs, Motorrädern, SUVs und Mannschaftstransportern durch die Ortschaft.
Sie hielten nicht an, worüber wir alle sehr froh waren.
In der Nacht kamen die beiden Fahrer zum Haus zurück und wurden eingelassen.
Die Fahrzeuge hatten sie gut versteckt.


Unsere Gemeinschaft hat sich um 12 Männer, 9 Frauen und 8 Kinder vergrößert.
Zu allererst bekamen sie ausreichend zu essen und zu trinken, und während die Frauen und Kinder duschten, halfen uns die Männer dabei, die Reserveklappbetten in zwei der leeren Räume aufzustellen.
In einem davon brachten wir die befreiten Sklaven unter, im anderen ihre Retter.

Die nächsten Wochen brachten wir damit zu, uns aneinander zu gewöhnen.

Und ihnen zuzuhören, wenn sie erzählen wollten.
Eine der Frauen sprach überhaupt nicht und von den 8 Kindern waren sogar 3 verstummt.
Es dauerte lange, bis sich die Angst in ihren Augen legte, sobald ein Mann in ihre Nähe kam.
Die Katzen und die Hunde erfreuten sich bei den Kindern großer Beliebtheit.
Eines Nachts fand ich unseren Hund bei einem der Mädchen im Bett.
Ich wollte ihn schon rufen, da bat mich ihre Mutter Bettina, ihn bei ihr zu lassen.
"Es ist die erste Nacht, in der sie nicht im Schlaf weint."
So wurde Askari Karolas Zerberus gegen ihre Alpträume.

Max und seine Leute waren eine ehemalige Rockergang.
Als die Morde an der deutschen Bevölkerung begannen, gehörten sie zu den wenigen, die sich zu wehren wussten.
Zusammen mit anderen mehr oder weniger kriminellen Banden verteidigten sie zunächst erfolgreich ihr Revier.
Als Dank für ihren Schutz wurden sie von den dort lebenden Bürgern nach Kräften unterstützt.
Dann fiel der Strom aus, die Wasserversorgung brach zusammen.
Eine kleine Weile konnte der Bedarf noch aus den Vorräten gedeckt werden. Als auch die zu Ende gingen, brach die Ruhr aus.
Die Menschen starben wir die Fliegen.
Zuerst die Kinder und die Alten.
Binnen weniger Tage waren fast alle Bewohner tot.
Wer es noch konnte floh aus der Stadt und suchte sein Heil auf dem Land.
Von ursprünglich 35 Bandenmitgliedern blieben Max 15, die mit dem Leben davonkamen.
Ohne ihr Revier waren sie plötzlich Niemande. Sie schlugen sich mehr schlecht als recht durch, begaben sich auf die Suche nach einer Gemeinschaft, die bereit war sie aufzunehmen.
Die wenigen Überlebenden die sie sahen, flohen vor ihnen.
Einige wehrhafte Gruppen, die sich in ihren Zufluchtsstätten verschanzt hatten, trauten ihnen nicht und schickten sie fort.

Eines Tages quartierten sie sich in einem leerstehenden Haus ein um dort die Nacht zu verbringen.
Am frühen Morgen des nächsten Tages wurden sie von Motorengeräusch geweckt.
Als Vorhut fuhren einige Enduros und Quads in das Dorf ein. Die Fahrer saßen ab und begannen die Häuser zu durchsuchen.
Es gelang den Rockern gerade noch, sich über die Klapptreppe auf den Dachboden zu flüchten und sie hochzuziehen, da kamen die Männer schon die Treppe in den 2. Stock hinauf, durchsuchten die Zimmer und verließen das Haus. Eine Dachbodentreppe schienen sie nicht zu kennen.
Unterdessen folgte eine ganze Kolonne an Fahrzeugen unterschiedlichen Typs. Vom Golf über Skoda- und BMW-Limousinen, bis Hummer, Busse, LKWs und gepanzerte Spähfahrzeuge war alles dabei.
Sie hielten nicht an und nach einer Viertelstunde war der Spuk vorbei.
Fast.
Kaum war der letzte Wagen aus dem Dorf verschwunden, zogen die Späher unter lautem Gejohle ein älteres Ehepaar, zwei Kinder und eine hochschwangere junge Frau aus einem der Häuser.
Das Ehepaar und die Kinder fesselten sie mit Kabelbindern an das Metallgeländer einer Treppe.
Dann bedeuteten sie der Schwangeren, sie solle weglaufen. Sie wollte nicht. Da richteten sie die Waffen auf die Kinder.
Die junge Frau lief los.
Nach etwa 30 Metern schoss ihr einer der Kerle in den Rücken. Mit einem Hohlspitzgeschoss.
Durch die große Austrittswunde wurde das Kind herausgerissen.
Der Schütze schüttete sich aus vor Lachen, als er sah, dass sich Mutter und Kind noch bewegten. Die anderen lachten auch.
Dann stiegen sie auf ihre Maschinen und fuhren dem Convoi hinterher.
Die Männer erwachten aus ihrer Erstarrung.
Ohne groß nachzudenken gab Max den Befehl, dass sich 5 seiner Leute um die Opfer kümmern sollten und er selber nahm mit den Anderen die Verfolgung der Mörder auf.
Als sie 2 Stunden später zurück kamen, waren die Leichen begraben.
Auf die fragenden Blicke der Zurückgebliebenen nickten sie nur.
Das Ehepaar und die Kinder waren gefesselt zurückgelassen worden um elend zu verdursten.
Sie setzten die völlig apathischen Augenzeugen dieses Verbrechens auf die Rücksitze vierer Motorräder und fuhren sie zu einer der Fluchtburgen, von deren Bewohner sie abgelehnt worden waren.
Dort baten sie darum, wenigstens diese Menschen aufzunehmen, was nach kurzer Beratung auch geschah.
Das war der Grund, warum sie damit anfingen, Gefangene der Moslems zu befreien, sofern Aussicht auf Erfolg bestand.
Die Bewohner der Fluchtburgen gewöhnten sich daran, immer wieder um Einlass bittende ehemalige Gefangene vor ihren Toren zu finden.
Normalerweise kamen sie mit intakten Fahrzeugen, Sprit- und Lebensmittelvorräten, was ihnen den Zutritt erleichterte.
Bei einer Befreiungsaktion starben 3 ihrer Kameraden.


Unsere Vorräte schmolzen dahin wie Butter in der Sonne.
Statt 12 Menschen mussten wir ja jetzt 41 versorgen.

Wir mussten uns Nachschub besorgen.
Max´ Leute holten die Transporter und gingen auf "Einkaufstour".
Gleich am ersten Tag kamen sie mit zwei Transportern voller Lebensmittel und anderer nützlicher Dinge zurück.
Die anderen beiden Fahrzeuge hatten sie zurückgelassen um den Frauen und Kindern deren Anblick in Zukunft zu ersparen.
Sie hatten ein nicht geplündertes Warenlager entdeckt und u.a. Kinderkleidung und Spielzeug mitgebracht.
Die neuen Lebensmittel reichten 2 Monate.

Im Laufe der nächsten 6 Monate durchsuchten wir sämtlich Gebäude im Umkreis von 50 km. Schließlich gab es nichts mehr zu finden.

Wir konnten nicht länger in unserer Zuflucht bleiben.

Nur - wo sollten wir hin?

Eine der Frauen, Miriam, begann uns von einem Vorsorgeforum zu erzählen, in dem sie und ihr Mann einige Jahre mitgeschrieben hatten.
Kurz vor dem Abschuss der Bombe hatte sich eine Gruppe von Usern zusammengefunden, die bei Landsberg am Lech
einen Bunker entdeckt und wieder in Schuss gebracht hatten.
Dafür hatten sie viele Wochenenden und ihre Urlaube dran gegeben.
Als der Ruf kam, dass der Bunker jetzt bezogen werden könne und sich die Gruppe am 14.10. 2016 endgültig dort einquartieren würde, lag ihr jüngster Sohn gerade mit einem Blinddarmdurchbruch im Krankenhaus und sie vereinbarten, dass sie in der Zwischenzeit ihre Habe dorthin bringen und nach Genesung des Kindes einziehen würden.
Die zog sich hin, weil es Komplikationen gab, wegen einer Infektion im Bauchraum eine weitere OP nötig wurde.
Als die Bombe fiel, hielt sich ihr Mann mit den beiden älteren Kindern gerade im Bunker auf.
Seither hatte sie von ihnen nichts mehr gehört.
In den nachfolgenden Wirren starb ihr Sohn und sie beschloss, sich auf den Weg zum Bunker zu machen.
Sie hatte ungefähr die Hälfte der Strecke geschafft, als sie in die Hände der bewaffneten Migranten fiel.
Sie wurde in der folgenden Zeit misshandelt und vergewaltigt, von einem zum anderen weitergereicht und schlussendlich an die Sklavenhändler verkauft. Nur ihr unbändiger Hass auf ihre Peiniger hatte sie die ganze Zeit über am Leben erhalten.
Und die Hoffnung, irgendwann doch noch den Bunker zu erreichen und dort vielleicht ihre Familie wieder zu finden.

Wir besaßen viele Land- und Straßenkarten, Stadtpläne und topographische Blätter.
Die Ortschaft, bei der der Bunker liegen sollte, fanden wir gleich.
Miriam konnte uns die Lage des Eingangs allerdings nur vage beschreiben. Sie selbst war nie dort gewesen.
Aber wir waren alle zuversichtlich, dass wir ihn schon finden würden, wären wir erst einmal dort.

Dabei gab es nur ein klitzekleines Problem.
Zwischen unserem Haus und dem Bunker lagen lächerliche 800 km.
Und wir mussten 41 Personen unauffällig dorthin bringen.
Eine logistische Herausforderung vom Feinsten.

Wir Erwachsenen setzten uns zusammen um uns zu beraten und zu planen.

Max begann gleich damit, die Anzahl Fahrzeuge, die wir brauchen würden, zu planen und was alles mitgenommen werden sollte/musste und woher wir das alles bekommen könnten.

Unser Freund Bertram bremste ihn erst einmal.
Da er nicht viel sprach, hörten ihm normalerweise Alle zu, wenn er es doch tat.
Auch Max.
"Ich schlage vor, dass wir zuerst eine Namensliste erstellen. Dann soll jede Person dort eintragen, welche Fähigkeiten sie hat. So können wir die Aufgaben viel besser verteilen und effektiver arbeiten."
Es kamen erstaunliche Dinge zum Vorschein.

Unter den Rockern gab es einen Zimmermann, einen Schlosser, einen Motorradmechaniker und einen Heizungsbauer.
Eine der Frauen war Bäckerin, eine hatte Landmaschinenmechanikerin gelernt und eine dritte war Heilpraktikerin.
Wir hätten eine Baufirma eröffnen können.
In unsrer ursprünglichen Gruppe waren wir fast lauter Handwerker. Schreinerin, Flaschner, Maurer, noch ein Zimmermann, zwei Elektriker und eine Malerin.

Und die Frau, die nicht sprach, war Chirurgin. Sie hieß Helma.
Auf Bertrams Frage, ob sie eine Medikamentenkiste zusammenstellen würde, nickte sie ernst.
Da sie sich von keinem Mann berühren ließ, beschlossen Mia, Elli und ich, mit ihr ins nächstgelegene Krankenhaus zu fahren, um zu schauen, ob und was die Plünderer übrig gelassen hatten.
Ich holte meinen Taurus aus dem Versteck, überprüfte ihn und steckte genügend Munition ein.
Mia nahm sich die abgesägte Schrotflinte.
Wir stiegen in einen der Lieferwägen und fuhren los.
Elli steuerte das Fahrzeug in die Tiefgarage des Klinikums und fuhr rückwärts bis an das Tor der Notaufnahme.
Sie blieb am Steuer sitzen und ließ den Motor laufen.
Das Tor stand sperrangelweit offen und wir sahen, dass der Notaufnahmebereich verwüstet war. Überall lagen verbogene Metallteile, Textilfetzen und zerbrochene Plastikgegenstände herum.
Dass hier nichts mehr zu finden war, sahen wir auf den ersten Blick.
Wir stiegen die Treppe zum ersten Stock hinauf.
Auch hier hatten sie gewütet wie die Wandalen. Zimmertüren hingen schief in den Angeln, die Scheiben der Rezeption waren zerschossen, Schränke gewaltsam aufgebrochen und geplündert worden.
In den Zimmern war die Einrichtung zertrümmert und wie es aussah, die Patienten ermordet worden.
Auch in den Fluren fanden wir menschliche Überreste.
In den anderen 4 Stockwerken sah es ganz genauso aus.
"Lasst uns zurückfahren, hier gibt es nichts Brauchbares mehr." meinte Mia. Ich stimmt ihr zu.
Auch Helma nickte zustimmend und wir begaben uns auf den Weg zurück zum Wagen.
Kurz vorm Zugang zur Notaufnahme gab sie uns plötzlich ein Zeichen und betrat einen Raum. Dort befand sich eine Panzertür mit einem Kombinationsschloss.
Sie schrieb auf einen Block: - Notfallausrüstung - und zeigte auf die Tür.
"Toll, nur - wie kriegen wir die Tür auf? Kennst du die Kombination?" fragte ich.
Sie schüttelte den Kopf, sah sich aber aufmerksam im Raum um.
Dann zeigte sie auf den schweren Schreibtisch, an dessen Rand die Inventarnummer des Hospitals geschrieben stand.
260659-240962 KL
Diese Zahlen gab sie ein und die Tür öffnete sich anstandslos.
Mia und ich bekamen fast den Mund nicht mehr zu.
Helma war inzwischen in den Tresorraum getreten. Mia folgte ihr. Ich blieb zur Sicherheit draußen.
Die beiden Frauen kamen mit einem Transportwagen heraus auf dem 4 große Aluminiumkisten standen. Helma schloss die Tür und verstellte die Kombination.
Als Elli uns kommen sah, fuhr sie den Transporter bis an die Rampe und wir schoben den Karren mitsamt den Kisten in den Laderaum.
Im Fahrzeug fragte ich Helma: "Woher wusstest du, dass ausgerechnet die Nummer des Schreibtischs die Kombination war, alle anderen Möbel haben doch auch eine."
Sie schrieb: einzige 12stelllige Nummer, andere nur 11.
Darauf musste man erst einmal kommen.

Wir kamen ohne Zwischenfälle und ohne einer Menschenseele zu begegnen wieder bei den Anderen an.
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Beitragvon Mankei » 15.02.2016, 10:03

Hallo

@ Kavure'i
Tolle Geschichte von Dir, bin Begeistert.
Dann werden wir uns ja demnächst treffen?
Fortsetzung folgt.

Mankei
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Beitragvon Pleitegeier » 15.02.2016, 12:32

Hallo Mankei und Kavure!

Tut mir leid Euch nicht im Bunker zu treffen! :oops:

Jedoch habt Ihr vieles was vorher passiert und sich entwickelt beschrieben.

Besonders schmerzhaft empfand ich den Tod meines Neffen welcher von jungen Flüchtlingen geköpft wurde.

Ich hatte ca. 2 Monate zuvor meine Schwester gebeten die Kinder mit Selbstverteidigung in Verbindung zu bringen oder zumindest Andreas an die Handhabung von Pfefferspray zu gewöhnen da er mit seinen 16 Jahren auch verstärkt Abends unterwegs war.

Dieses Gespräch hörte Andreas damals mit und erklärte mir als neu Gymnasiast das "Pfefferspray" in Deutschland verboten ist zu benutzen und ein Gespräch noch die beste Lösung währe.
Mein Einwand wie das den gehen soll wenn sein Gegenüber kein Wort versteht und in seinem Kopf nur Hass gegen Ungläubige sein Leben bestimmt wurde mit einer wischenden Handbewegung abgewehrt und der Bemerkung: "Tante Hildegard Du denkst viel zu Schlecht über diese Menschen und wirst Dich noch Wundern wie Bereichernd es werden wird mit denen zusammen zu leben."
Voller Trauer musste ich erkennen das er aber auch seine ganze Familie so Gehirngewaschen waren und ich rein gar nichts ausrichten konnte.
Die Medien hatten auch ganze Arbeit geleistet.
Meine Familie wurde immer mehr Isoliert was besonders auch für unseren Sohn nicht einfach war und wir immer wieder Streitgespräche ausfochten.

Markus machte sich häufig lustig über uns wenn wir wieder eine Bitte vortrugen den einen oder anderen Gegenstand zur Vorsorge noch ein zu lagern.

Kurz bevor sich immer mehr Gewalt in den Städten ausgebreitet hat was lediglich durch Internet an die Öffentlichkeit kam haben wir nochmals ein Haus besichtigt wo wir nach 5 Jahren suche einziehen könnten und immer darauf gehofft habe.
Endlich ein Gemüsegarten und ein Brunnen.

Ich kam bei der Besichtigung regelrecht ins Träumen.Alles war neu und sauber hergerichtet und die Räume nicht allzu Groß weil der Bau aus den 50er Jahren war und somit nach der Renovierung leicht zu heizen.

Vor 10 oder 20 Jahren währe ich Glücklich gewesen dieses Schmuckstück zu ergattern.
Doch nun viel der Blick besonders auf Sicherheit.
Eingangstüre Glas! Zwei Ausgänge zum Garten Glastüren und 200 Meter entfernt war die Erstaufnahme von jungen unbegleiteten Flüchtlingen.
Ein Nachbar war während unserer Besichtigung gerade damit Beschäftigt am Fenster neben seinem Hauseingang ein Gitter zu befestigen was mich Nachdenklich gemacht hat.
Nach reiflichem Überlegen habe ich dem Vermieter am nächsten Tag abgesagt.Wir hatten bereits im Gespräch bei der Besichtigung bemerkt das er keinerlei Ahnung hatte was uns erwartet oder wie sich die Finanzielle Lage im Land entwickelt.

Somit war nun endgültig klar das wir unser Leben nach den erlebten Erfahrungen und Ahnungen was kommt im schlimmsten Fall selbst beenden werden,jedoch sollte jeder aus der Familie sich selbst Entscheiden und Planen wie seine Zukunft evtl. ab zu laufen hat.

Markus machte sich immer wieder lustig über Bunker und Kellerraten wie er Menschen nannte die von solchen Plänen sprachen oder wenn ich von Gelesenem erzählte.

Manchmal machte mich seine Einstellung zum Leben Traurig aber auch wütend und dann wurde gelegentlich sogar Neid daraus wenn Markus z.B. lustig und voller Unsinn im Kopf uns wieder mal einen Streich gespielt hat und wir alle herzhaft darüber gelacht haben.
Diese Momente taten unglaublich Gut!
(Bitte nicht als Real ansehen was ich noch angefügt habe auch wenn manches erlebte Tatsächlich in die Geschichte eingeflossen ist)

Ich würde mich freuen wenn jemand als Single oder Paar eine Geschichte mit einbringen würde evtl. mit positiver Erfahrung oder spezielle Kenntnisse welche er angewendet hat um durch zu kommen.

Kavure Deinen gefundenen Keller finde ich auch besonders super weil in unserer Nähe ein Brauereikeller ist mit verstecktem Zugang und ich hoffe das dieser evtl. neu belebt wird im Falle eines Falles.
Wir sind für vieles Offen und Neugierig.
Eine Geschichte von Frieden Freude Eierkuchen :lol: und alles wird gut könnte ich auch gut vertragen und brächte manchem evtl. neue Hoffnung!

Nun bin ich Neugierig was Mankei erlebt und ob Kavure zum Bunker kommt und dort leben wird.
Passt auf Euch auf und behaltet Eure Würde!
LG
Pleitegeier :mrgreen:
Pleitegeier
 

Beitragvon Kavure´i » 16.02.2016, 01:26

Mankei hat geschrieben:Hallo

@ Kavure'i
Tolle Geschichte von Dir, bin Begeistert.
Dann werden wir uns ja demnächst treffen?
Fortsetzung folgt.

Mankei


@Mankei
demnächst geht es weiter, ich warte deine Fortsetzung ab, dann kann ich vielleicht gleich was mit einbauen.
Habe meinen Beitrag nach deinem letzten ein wenig modifiziert.

Wir sind am Packen und werden demnächst losziehen.
Den Ort, wo unser (fiktives) Haus steht, habe ich jetzt, und von dort aus werden wir nach Landsberg kommen.
Hoffe ich wenigsten.

Pleitegeier
das ist noch nicht raus, daß ihr es nicht zum Bunker schafft :mrgreen:

Kavure´i
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Beitragvon Mankei » 16.02.2016, 14:38

Hallo

@Pleitegeier
Danke für Deine nachträgliche Berichterstattung aber ich denke wie Kavure'i, Deine erste Geschichte muss noch nicht das Ende sein, die Chance einer Flucht am 8. Tag ist doch auf jeden Fall gegeben.

@Kavure'i
Ich denke ein oder zwei Tage werde ich noch brauchen, muss etwas umschreiben, deswegen dauert es etwas länger.
In die Arbeit muss man leider auch noch zwischendurch.

Mankei
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Beitragvon Pleitegeier » 16.02.2016, 15:24

Unser Sohn denkt ebenfalls so aber es muss auch das Respektieren mit Erkrankung auf zugeben.

Vielleicht finden sich noch andere Charaktere die sich aufmachen und dies Schildern. :-)
LG Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon Kavure´i » 16.02.2016, 23:45

Mankei

tranquilo.

D´Arbed ischd hald a Gschäfd :lol:
Aber ohne wäre das Leben langweilig.

Ich schreib schon mal etwas weiter, warte auf deinen Beitrag und schau, was ich ändern/umschreiben muß.

Momentan komm ich auch nicht so dazu.

Kavure´i
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Beitragvon Mankei » 17.02.2016, 01:09

Seit zwei oder drei Tagen ist Ralph überfällig, ich mache mir keine Hoffnung mehr das sie mich retten oder das Ralph noch lebt, vielleicht wurde der Bunker mittlerweile auch gestürmt und alle sind Tod, ich weiß es nicht. Vier Tage sind Ralph und ich nun schon an der Oberfläche ohne Kontakt nach unten. Da ich immer noch hoffe das Ralph zurück kommt schreibe ich dir mein Tagebuch die Erlebnisse der letzten Tage. Als sich die Türe öffnete und wir nach über fünf Jahren wieder an die Erdoberfläche kamen hatten wir alles erwartet, was wir aber niemals geglaubt hätten, es hatte sich nichts verändert, keine Anzeichen von Radioaktivität, Fallout, tote Menschen oder Tiere, zerstörte Gebäude und was weiß ich was wir sonst noch alles vermutet hatten. Unsere Geräte zeigten keinerlei Strahlung an und als nach ein paar Minuten einige Vögel über uns flogen zogen wir ohne weiter nachzudenken unsere Anzüge aus. Dieses Gefühl war unbeschreiblich gewesen, endlich wieder Natur zu atmen, zu riechen, wir fielen uns um die Arme und fingen an zu lachen. Nach einiger Zeit beruhigten wir uns wieder und mein erster Gedanke war sofort die anderen zu verständigen, Ralph sagte das werden die uns niemals glauben, natürlich nicht aber es ist wahr, wir stehen hier und atmen normale gesunde Luft, erneut nahmen wir uns an die Hände und tanzten wie wild im Kreis herum. Ich nahm das Funkgerät und schrie überschwänglich hinein, Alex, Alex, bitte melden, hier ist die wunderschöne nicht verseuchte Erde. Keiner meldete sich, nach unzähligen Versuchen gaben wir auf, ich sagte zu Ralph das wir sofort wieder zurück gehen sollten um die anderen zu holen, Ralph aber sagte nein, lass uns diesen Moment auskosten und etwas die Umgebung durchsuchen, die anderen haben über fünf Jahre gewartet, da können sie es auch noch etwas länger aushalten und damit nahm das Schicksal seinen Lauf. Wir gingen also einfach so durch den Wald, da ich hier aufgewachsen war kannte ich mich sehr gut aus, ich erzählte Ralph, immer noch euphorisch, was ich hier schon alles erlebte, wo dieser Weg hinführt, wo diese Straße hinführt. Es war so ruhig, kein Auto war unterwegs, man hörte nur Vogelgezwitscher. Ich sagte zu Ralph das es aber doch irgendwie auch komisch ist, wieso hat uns niemand informiert, es wussten nicht viele von uns, einige aber schon, was bedeuteten die Explosionen und Schüsse, warum wurden wir durch Radio und Funk belogen was einen Atomkrieg betraf. Ralph schüttelte den Kopf, vielleicht gibt es eine einfache Erklärung, wir werden es sehen. Nach 30 Minuten erreichten wir Landsberg, alles schien wie immer, dass einzigste was fehlte waren Menschen und Autos. Wir gingen an jedes Haus, klingelten, klopften und schrien sogar, aber nirgends machte jemand auf. Mittlerweile kamen wir in den Stadtkern, auch dort alles Menschenleer. Es standen einige Autos mitten in der Straße oder am Straßenrand mit teils geöffneten Türen. Irgendetwas stimmte also nicht, wir wurden vorsichtiger, und gingen nun nicht mehr so unbekümmert wie bisher. Wir kamen zu einer Unterführung, am anderen Ende war ein großer Fahrradständer an dem wir mit etwas Glück ein Fortbewegungsmittel finden sollten und tatsächlich war es so, nach einer kleinen Auswahl fanden wir zwei fahrbereite Fahrräder. Wir fuhren durch die gesamte Stadt, aber es war kein einiger Mensch zu sehen, ich informierte Ralph von einem nicht mehr weit entfernten Aussichtspunkt von dem aus man die gesamte Stadt überschauen kann. Dort angekommen empfing uns das gleiche Bild, keine Spur von menschlichem Leben, uns überkam nun immer mehr ein ungutes Gefühl, irgendwo musste doch jemand sein. Sarkastisch sagte Ralph, vielleicht wurden alle weg gebeamt auf einen anderen Planeten. Sicher nicht erwiderte ich, lasse uns im nächsten Ort noch nachschauen, wenn dort auch niemand ist fahren wir zum Bunker zurück und informieren die anderen. Es waren nur drei Kilometer bis Kaufering und auch hier das selbe Szenario, allerdings konnten wir in einiger Entfernung nun eine starke Rauchwolke ausmachen. Wir hatten ein Ziel, den kürzesten Weg nehmend kamen wir immer näher, einige hundert Meter noch entfernt, hörten wir nun auch erstmals Autogeräusche. Weiter näher kommend sah Ralph es zuerst und sprang sofort vom Rad und ging in Deckung, als ich neben ihm war zog er mich einfach zu sich herunter so das ich auf den Boden fiel, aufschrie und gerade als ich mich beschweren wollte sah auch ich es. Unzählige bewaffnete Männer, teils in Tarnkleidung, teils vermummt tanzten um ein riesiges Feuer und als wir sahen was sie als Brennstoff verwendeten fingen wir an zu weinen. Das konnte doch nicht wahr sein, immer wieder krochen wir aus unserer kleinen Deckung hervor, doch es bestand kein Zweifel, sie verbrannten dort Menschen. Wir brauchten lange um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können, ich erklärte Ralph das es besser wäre wir umfahren sie weitläufig um auf der anderen Seite einen besseren und vor allem sicheren Ausschaupunkt zu haben. Dort angekommen sondierten wir erneut die Lage und erkannten das ein reges kommen und gehen statt fand. Immer wieder wurden Menschen aus einem Zelt geworfen, aufgesammelt und an den Rand des Feuers gebracht wo sie dann nach und nach verbrannt wurden. Es war unbeschreiblich und nahm kein Ende, lange war es uns unmöglich die Augen in eine andere Richtung zu lenken, zu entsetzlich war das Vorgehen was wir miterleben mussten. Ich gab Ralph mehrere Schläge an die Schulter, los komm fing ich an, verschwinden wir von hier, ich konnte nicht mehr länger zuschauen, Ralph nickte verstört. Vorsichtig fuhren wir weiter nach Kaufering hinein, ich hoffte in einem Laden Nahrung und Wasser zu finden, wir mussten uns stärken und zur Ruhe kommen. Unser Vorhaben war nicht von Erfolg, alle Geschäfte waren restlos ausgeräumt und so machten wir uns an die Häuser, niemand öffnete wo wir es auch versuchten. Ich schlug eine Fensterscheibe ein und durchsuchte Haus um Haus, Ralph bearbeitete die andere Straßenseite. Nirgendwo gab es etwas für uns zu holen, es schien aussichtslos, leise pfiff ich Ralph herbei, das bringt nichts, komm wir fahren zurück zum Bunker, er stimmte zu. Langsam und auf alles achtend fuhren wir des Weges, und nach kurzer Fahrt sahen wir die vertraute Umgebung unseres Ziels. Von der Straße nun abzweigend auf einen Feldweg sahen wir gerade noch drei schwer bewaffnete Männer die offensichtlich den selben Weg wie wir hatten, ehe wir reagieren konnten schossen sie auch schon auf uns. Vom Fahrrad abspringend und in Deckung gehend suchten wir Schutz hinter einem Hügel. Hier ist kein guter Schutz für uns, wir sehen nicht viel und sie könnten uns unbemerkt umzingeln sagte Ralph der sogleich sein Gewehr und seine Pistole bereit hielt. Unregelmäßig wurde auf uns geschossen, Ralph schoss ebenfalls, allerdings nur um ein annähern des Feindes zu verhindern. Es wurde ruhig, auf einmal sprach einer mehrmals hintereinander „ Surrender, i give you a last chance, i don't want any bloodshed“ was so viel heißt wie „ergibt euch, dies ist eure letzte Chance, ich will kein Blutvergießen“, eine andere Stimme sagte mehrmals „Allahu akbar“, was das bedeutet wussten wir beide. Ralph der im Gegensatz zu mir eine militärische Ausbildung hatte erkundete derweil das Umfeld, wollte gerade aufstehen als auf einmal ein Mann vor uns stand und abdrückte, er traf mich in den linken Oberarm, während ich aufschrie schoss Ralph den Angreifer nieder, er war sofort Tod. Es wurde dunkel und ich hatte große Schmerzen, Ralph machte mir einen Verband der wenigstens die Blutung stoppte. Im Schutz der Nacht wollten wir uns zurück ziehen, Kaufering war nicht weit, wir wollten in einem Haus Schutz suchen. Immer wieder schossen unsere Feinde, da aber sie genau so wenig sahen wie wir stellte es keine Gefahr dar. Auch Ralph schoss einige Male, allerdings nur um einen weiteren Vorstoß zu verhindern. Bevor wir los wollten durchsuchte Ralph noch den leblosen Körper, er fand eine volle Wasserflasche und eine Tafel Schokolade. Leise robbten wir durch den Wald und schafften es schließlich auf die Straße, die Nacht war bewölkt was uns zu Gute kam und so erreichten wir Kaufering. Wir nahmen nicht das erste Haus, es sollte abseits der Straße liegen aber doch die Möglichkeit bieten unerwünschte Gäste früh zu erkennen. Die Fensterscheibe machte nur wenig Lärm als Ralph sie einschlug, vorsichtig half er mir ins Haus und legte mich auf ein Sofa, er nahm gegenüber auf einen Sessel Platz und kurze Zeit später schliefen wir beide erschöpft ein. Der nächste morgen brach an, Ralph weckte mich, du musst etwas trinken, er reichte mir die Flasche mit Wasser, ich nahm einen großen Schluck, entschuldigte mich aber sofort dafür, ist schon in Ordnung gab Ralph zurück. Es ging mir schlecht, ich hatte trotz Verband viel Blut verloren und kämpfte öfters damit nicht Ohnmächtig zu werden, Ralph machte sich Sorgen, er durchsuchte das Haus nach Nahrung, Wasser und Verbandsmaterial ohne jedoch etwas zu finden. Wir brauchen einen Plan fing er an, ich werde wenn es dunkel wird versuchen den Bunker zu erreichen und dann mit Verstärkung zurück kommen. Das ist kein guter Plan sagte ich zu Ralph, sie werden bestimmt noch da sein, wahrscheinlich haben auch sie mittlerweile Unterstützung geholt und warten nur auf dich. Ralph fing an zu lachen, du weißt doch in bin ein alter Einzelkämpfer, mich kriegen die nicht und wenn wir noch lange warten dann wirst du, er unterbrach und drehte sich zur Seite. Was fing ich an, sterben, im Krieg sterben Menschen nunmal, das ist falsch und unmenschlich, aber man kann nichts dagegen machen. Ralph stand auf, du wirst nicht sterben, wirst es schon sehen, ich hole dich hier raus und dann kümmern wir uns um diese Bastarde. Ich schlief ein und als ich aufwachte überprüfte Ralph gerade meinen Verband, es dämmerte bereits. Ich werde jetzt gehen, das Wasser und die Schokolade lasse ich dir da, ich komme bald wieder. Ich sagte ihm wie in einem schlechten Film das er meiner Frau sagen soll das ich sie Liebe. Ralph versicherte mir das ich ihr das gleich selber sagen kann, er ist nicht lange weg. Das war vor zwei Tagen oder auch drei, ich weiß es nicht mehr so genau, ich werde immer öfters Ohnmächtig, das Wasser ist schon lange leer und die Schokolade ist gegessen. Mit letzter Kraft schreibe ich diese Zeilen, die Hoffnung das noch jemand kommt habe ich aufgegeben. Helga ich werde dich immer lieben.
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Beitragvon Kavure´i » 18.02.2016, 01:16

Die Männer schafften die Kisten in die Unterwelt und versteckten den Transporter wieder.

Schon beim Duschen hatte ich bemerkt, dass meine Unterarme und das Gesicht brannten.
Als wir beim Abendbrot saßen, sah ich, dass auch Mia und Elli knallrote Gesichter hatten.
Wir hatten uns schlicht und einfach einen Sonnenbrand geholt, und das obwohl der Himmel bedeckt gewesen war.
Kein Wunder, nach fast 4 1/2 Jahren ohne Sonnenstrahl hatten wir natürlich eine fahle, sonnenentwöhnte Haut bekommen.
Dummerweise hatte keiner von uns daran gedacht.
Helma öffnete die Krankenhauskisten und trug vorsichtig eine Salbe auf unsere verbrannte Haut auf.
Trotzdem verbrachten wir eine sehr unangenehme Nacht.
Das war für uns Tunnelratten der Anstoß, uns langsam wieder ans Sonnenlicht zu gewöhnen.
Anfangs gingen wir nur mit langen Hosen und langärmligen Oberteilen, dünnen Handschuhen und Hüten vor die Tür.
Wir hofften, bald wieder in normaler Kleidung an die Oberfläche gehen zu können.
Auch die Hunde und Katzen mussten wir wieder an die Natur gewöhnen.
Beim ersten Spaziergang draußen waren sie total aus dem Häuschen. Es wurde geschnuppert und markiert, herumgetollt und gespielt.
Allerdings mussten auch sie nach einer halben Stunde wieder aus der Sonne. Sicherheitshalber.

Inzwischen verbrachten wir nur noch die Nächte im sicheren Versteck, tagsüber hielten wir uns im und ums Haus herum auf.
Der Lieblingsplatz aller wurde die große Veranda hinter dem Haus, die auf einen großen Garten hinausging.
Naja, sagen wir lieber mal auf eine Wildnis.
Nach über 4 Jahren, in dem er sich selber überlassen gewesen war, waren die Beete überwuchert, Bäume und Sträucher kaum noch zu sehen.
Für die Kinder war es ein Abenteuerspielplatz, ebenso wie für die Hunde und die Katzen.

Hannes und Arnold, die beiden Armbrustschützen, stellten eine Zielscheibe auf und übten.
Und plötzlich wollten fast alle auch mal probieren.
Einige stellten sich dabei gar nicht schlecht an.
Vor allem Miriam. Sie war ein Naturtalent. Schon nach einer Woche konnte sie mit den beiden Rockern locker mithalten.
Arnold staunte, um so weit zu kommen, hatte er monatelang üben müssen.
Wir beschlossen, bei unseren weiteren Beschaffungsfahrten verstärkt nach versteckten Waffen zu suchen.
Waffengeschäfte aufzusuchen hielten wir für vergebene Liebesmüh. Die waren sicherlich schon vor Jahren geplündert worden.

Es war dann schon seltsam.
Kaum hatten wir beschlossen, die Augen deswegen offen zu halten, fanden wir reichlich Waffen.
Bisher hatten wir ja auch nicht danach gesucht, sondern das Augenmerk auf versteckte Lebensmittel gerichtet.

Bei einer der Suchfahrten lächelte uns das Glück.
Wir durchsuchten gerade eine ehemalige Polizeiwache als drei LKWs ins Dorf fuhren.
Sie hielten beim Dorfbrunnen an. Einer hatte wohl ein Problem mit dem Kühler.
Einer zog sich einen Handschuh über und schraubte den Deckel des Kühlers ab. Er nahm eine Flasche und wollte Wasser nachfüllen.
Da schrie ihn einer der anderen an. Er brüllte zurück. Im Nu artete der Streit in ein Handgemenge aus. Die anderen vier mischten sich ein, plötzlich blitzte ein Messer und einer der Männer sank zu Boden. Mit lautem Gebrüll ging einer von ihnen auf den Messerstecher los. Der fuchtelte ihm damit vor dem Gesicht herum bis er eine Pistole zog und den Mörder erschoss.
Auf einmal hatten alle eine Schusswaffe in der Hand und eine Minute später stand nur noch einer der Männer aufrecht.
Den erledigte Hannes mit der Armbrust.

Wie groß war unsere Freude als wir die Transporter öffneten.
Sie waren vollgestopft mit Lebensmitteln und anderen Dingen.
Wir beschlossen, die Fahrzeuge mitzunehmen und die Ladung zuhause in Ruhe zu sichten.
Die Leichen schleppten wir in eines der Häuser und warfen sie die Kellertreppe hinunter.
Das Blut vor dem Brunnen bedeckten wir mit Sand und Erde.

Die Kartons enthielten genug Lebensmittel für ein Jahr. In einer Expeditionskiste aus Blech fanden wir 20 Pistolen, 4 abgesägte Schrotflinten und 2 Präzisionsgewehre.
In einer zweiten Kiste genug passende Munition um einen kleinen Krieg anzufangen.
Noch besser war die Kiste mit Medikamenten. Die "beschlagnahmte" sofort Helma.

Nun wäre es nicht mehr eilig gewesen mit der Suche nach dem Bunker.
Aber nach kurzer Beratung beschlossen wir, den Plan nicht aufzugeben.
Nach spätestens einem Jahr stünden wir wieder vor dem gleichen Problem.
Wir konnten ja nicht darauf vertrauen, dass sich solche Glücksfälle wie heute wiederholen würden.


Nun standen wir vor einem logistischen Problem.
Es galt 41 Personen möglichst komfortabel, schnell und vor allem unauffällig über rund 850 km zu transportieren.
Also mussten wir nichts Schwierigeres planen als die Quadratur des Kreises.

Wir hatten die Gartenmöbel aus dem Haus auf die Veranda geschafft und eine Deutschlandkarte und Schreibmaterial auf dem großen Tisch ausgebreitet.
Jeder Erwachsene sollte sich an der Planung beteiligen, seine Meinung und seine Erfahrungen einbringen.

Zuerst sollte die Route festgelegt werden.
Als Arbeitshypothese gingen wir davon aus, dass Autobahnen und Straßen noch existierten und befahrbar waren.
Also beschlossen wir, zur nächstgelegenen Autobahn zu fahren und ab dort solange und sofern es möglich war, ausschließlich solche zu benutzen.

Von Hugoldsdorf aus wollten wir über Tribsees auf die A 20 fahren.
Richtung Rostock und beim Kreuz Rostock auf die A 10 wechseln.
Der mussten wir dann sehr lange folgen bis sie bei Heiligengrabe in die A 24 mündete.
Am Autobahnkreuz Havelland ging es dann auf die A 10, weiter bis zum Autobahnkreuz Potsdam wo wir auf die A 9 wechseln mussten um auf ihr bis München zu fahren.
Dort ging es dann erst auf der A 92, dann auf der A 99 und zum Schluss auf der A 96 weiter, die sollte uns dann direkt bis Landsberg führen.

Soweit die Theorie.

Natürlich gab es viele Ängste, Bedenken und Einwände.
Die Straßen könnten unbefahrbar geworden sein.
Es könnten Brücken eingestürzt sein.
Es könnten Wegelagerer unterwegs sein.
Wir könnten auf Konvois von Sklavenhändlern und Warlords treffen.
Wir könnten von Bewohnern der sicheren Zufluchten für Feinde gehalten und getötet werden.

Nichts war unmöglich, alles wahrscheinlich.

Aber wir hatten nur 2 Optionen: Hierbleiben oder uns auf die Reise machen.

Am Ende entschieden sich Andrea und Rolf, Eva und Sebastian, zwei Rocker und zwei Frauen, unser Haus nicht zu verlassen.
Sie wollten sich den Strapazen und Gefahren der Reise ins Ungewissen nicht aussetzen.
Ein weiteres Argument ihrerseits war: Wenn ihr umkehren müsst oder wenn ihr unverrichteter Dinge zurückkommt, solltet ihr unsere Zuflucht unversehrt und gut behütet vorfinden und nicht womöglich von neuen Bewohnern besetzt.
Und sie wollten die Kinder hierbehalten.
Bis auf Karola waren die Kinder einverstanden. Sie hatten hier ihr neues Heim gefunden, sich ein wenig erholt und Sicherheit gefunden.
Karola sagte: "Ich gehe dahin, wo Askari hingeht."
Auch ihre Mutter wollte mit uns den Bunker suchen gehen.

Somit war unsere Reisegruppe auf 36 Personen und einen Hund geschrumpft.
Denn die beiden anderen Hunde gehörten zu Andrea und Rolf und die Katzen sollten auch dableiben.

Damit wären die Marschroute und die Anzahl der Reisenden geklärt.

Max und seine Leute würden natürlich mit ihren Motorrädern fahren. Damit waren sie schnell und wendig.
Somit brauchten wir noch Fahrzeuge für 26 Personen.
Und natürlich Transportmöglichkeiten für das Gepäck.
Ein Vorschlag war, einen Reisebus zu suchen. Gute Idee. Aber zu groß, zu unhandlich, zu auffällig.
Nach einigem Hin und Her einigten wir uns darauf, die Gegend nach Geländefahrzeugen abzusuchen.
Wir schwärmten auf den Motorrädern aus. Immer zu zweit. So konnte der Sozius bei Bedarf das Auto zurückfahren.
Es dauerte fast 3 Wochen, bis wir 10 geeignete Fahrzeuge aufgetrieben hatten.
Die rüsteten wir mit Schlafsäcken, Zelten, Lebensmitteln und allem anderen aus, was wir brauchten oder zu brauchen glaubten.
Für vier der Autos hatten wir Anhänger mit Aufbau und Plane gefunden.
In einen davon packten wir Werkzeug und Ersatzteile, in jeden kamen Kanister mit Diesel und Benzin, Motorenöl, Kühlerflüssigkeit und Bremsflüssigkeit. Auch einen kleinen Kompressor zum Einstecken in den Zigarettenanzünder hatten wir gefunden.
Ersatzreifen hatten wir nicht viele, hofften aber, unterwegs welche auftreiben zu können oder noch besser, gar keine zu brauchen.
Ebenso wie Diesel und Benzin. Eigentlich sollten wir mit unserem Vorrat bis ans Ziel gelangen.
Wir nahmen uns jedoch vor, leere Kanister bei jeder sich bietenden Gelegenheit aufzufüllen. Ebenso die Tanks.

Inzwischen hatten wir den 23. August 2021 und wir legten den Abreisetag endgültig auf den 1. September fest.
Wir wollten schließlich noch vor dem Winter beim Bunker ankommen.
Alles in Allem rechneten wir mit allerhöchstens einer Woche Reisezeit.
Früher, in einer anderen Welt, hätten wir die Strecke in 8 Stunden schaffen können, hätten wir uns am Steuer abgewechselt.
Wir rechneten aber Umwege und Pannen ein.

Am letzten Tag vor der Abreise bereiteten wir ein üppiges Abschiedsessen zu.
Am frühen Morgen des 1. Septembers nahmen wir ein letztes gemeinsames Frühstück auf der Veranda ein.
Dann hieß es Abschied nehmen.
Ich ging noch einmal durch alle Räume des Hauses. Ein wenig wehmütig war mir schon zumute.
"Ich komme zurück." flüsterte ich.
Wir verabschiedeten uns von denen, die zurückblieben.
Mit den Lebensmitteln, die wir ihnen da ließen, würden sie gut ein Jahr auskommen. Auch Waffen und Munition hatten sie reichlich.

Marc setzte sich ans Steuer unseres Geländewagens. Ich ließ Askari auf den Rücksitz springen und stieg auf der Beifahrerseite ein.
Gerade als wir losfahren wollten, wurde die hintere Tür geöffnet und Karola kletterte auf den Rücksitz und lehnte sich an den Hund.
Im Rückspiegel sah ich Bettina entschuldigend die Hände heben.
Frank rief: "Ist schon gut! Sie stört uns nicht."
Er drehte den Zündschlüssel und es ging los.
Max und 4 weitere Biker bildeten die Vorhut. Sie wollten immer eine Strecke vor uns fahren um unliebsame Überraschungen auszuschließen.
Dann kamen die Autos und die anderen 5 Rocker bildeten die Nachhut.
In jedem Wagen saß mindestens eine Person, die bewaffnet war. In jedem befand sich jemand, die eine Karte hatte und sie auch lesen konnte.
Im Voraus hatten wir für die gesamte Strecke Sammelpunkte bestimmt und in die Karten eingetragen, wo wir uns treffen wollten, sollten wir getrennt werden.
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Beitragvon Mankei » 18.02.2016, 23:29

Hallo, Hallo ist hier jemand, alles ist dunkel, ich konnte nichts erkennen, es roch komisch aber vertraut. Ich wusste nicht wo ich bin, aber ich lebte. Ich schrie erneut, dieses mal viel lauter, mein Kopf brummte, mein ganzer Körper bereitete mir Schmerzen. Ich versuchte aufzustehen, alles fing an sich zu drehen.

Die Türe öffnete sich und verschwommen konnte ich zwei Gestalten sehen die auf mich zu kamen.
Endlich bist du wach mein Schatz, an der Stimme erkannte ich das es Helga war, meine geliebte Helga, ich war also in Sicherheit. Meine Sehkraft wurde besser, jetzt konnte ich auch die zweite Person ausmachen, es war Alex. Na wieder unten den lebenden sagte er mit freudiger Stimme, dann werde ich euch beiden mal alleine lassen, wir sehen uns morgen, ich habe dir einiges zu erzählen.

Helga legte sich neben mich und hielt mich fest und obwohl es fürchterlich schmerzte sagte ich nichts, ich hatte sie so sehr vermisst.

Am nächsten morgen lag sie immer noch neben mir, als die Türe aufging wachte sie auf, wir schauten uns in die Augen und küssten uns. Alex und Astrid kamen herein, na geht es wieder.
Helga stand auf und ich wollte es ihr nachmachen musste aber erneut feststellen das mein Körper versagte. Langsam, Langsam drang es von allen Seiten auf mich ein, du warst jetzt 15 Tage Bewusstlos, das wird noch etwas dauern. Ich sank wieder zurück aufs Bett, 15 Tage, so lange, wo ist Ralph, ich muss mich bei ihm bedanken, geht es ihm gut.

Ralph ist schon wieder unterwegs, wir werden dich informieren was alles passiert ist, zuerst will dich aber Gerhard nochmals untersuchen, dann musst du wieder etwas richtiges essen und zu Kräften kommen. Nach unzähligen nicht enden wollenden Untersuchungen bekam ich endlich was zu essen, mit jedem Bissen ging es mir besser. Wieder versuchte ich aufzustehen, nun mit Erfolg, zwar sehr wackelig und unsicher aber froh das es klappte.

Alex kam wieder zu Besuch, er setzte sich zu mir ans Bett, bereit für ein paar Informationen.

Aber natürlich, mich packte eine ungeheure Neugier.

Ralph hat dich in dem Haus gelassen, bis zur Stelle an der ihr angegriffen wurdet verlief alles ohne Probleme, der Zugang zum Bunker blieb ihm aber versperrt, dort kontrollierten durchgehend ein paar feindliche Einheiten. So musste er warten bis sich ihm eine Gelegenheit bot, er haderte einige Male damit, wollte immer wieder zurück zu dir, aber da mittlerweile zwei Tage vergangen waren glaubte er nicht mehr daran das du noch lebst. Am dritten Tag brachen sie einfach die Kontrollen ab, was immer auch der Grund dafür war.
Ralph funkte uns nun unzählige Male an ohne allerdings Antwort zu bekommen, erst als er sich mit Schlägen an den Komplex bemerkbar machen wollte sah er rings um den gesamten Bunker Störsender verteilt, auch unsere Geigerzähler waren manipuliert worden, deswegen zeigte es bei uns immer hohe Strahlungswerte an. Da er nun Kontakt mit uns aufnehmen konnte machten wir ihm auf, du kannst dir sicher vorstellen was bei uns los war als Ralph ohne Strahlenanzug ankam, jeder wollte sofort nach oben, alle waren glücklich und fielen sich in die Arme.

Es gab nur einen einzigen Menschen der nicht glücklich war.
Helga sagte ich.
Genau, Helga, sie brach dann als Ralph uns alles genau berichtete an der Stelle zusammen an der du getroffen wurdest. Als Ralph dann erzählte das er dich alleine lies um Hilfe zu holen schrie Helga ihn sogar an. Ralph hatte Schuldgefühle und organisierte sofort ein Team um nach dir zu schauen. Jeder wollte helfen, wir entschlossen uns aber nur Ralph, Thomas, Hans und Philipp zu schicken, sie hatten die größte militärische Erfahrung, dann noch Gerhard der ja der einzigste Arzt ist.

Sie kamen gut durch und als sie dich fanden dachten alle du seist Tod, Gerhard checkte deine Vitalwerte und sah das dein Herz noch schlägt. Du warst aber nicht transportfähig und so versorgten sie dich drei Tage in dem Haus bevor sie dich wieder hier her brachten.

Als sie dich lebend zurück brachten waren alle froh, ganz besonders aber natürlich Helga.

In den Tagen deine Bewusstlosigkeit hatten wir sehr viele Diskussionen über das weitere Vorgehen unserer Gemeinschaft, wir einigten uns darauf das kleine Gruppen nach oben durften, aber immer durch einen Trupp bewacht der im verborgenen agieren sollte.

Ralph und sein Team, es besteht nun aus acht Mann, ist momentan wieder in Kaufering, sie suchen dort nach Menschen, Waffen und nach Hinweisen auf das was denn wirklich passiert ist. Meistens sind sie drei oder vier Tage unterwegs, sie schlafen dann eine Nacht hier und gehen am nächsten Tag gleich wieder auf Erkundung.

Haben sie schon irgendwen getroffen, gab es Kämpfe, Neuigkeiten.

Nein, es ist wie verhext, es schaut so aus als ob es keine Menschen mehr gibt, Ralph wartet deswegen ungeduldig darauf mit dir reden zu können, wir haben nur eine Karte von Bayern und der Maßstab ist einfach zu groß, wir brauchen dich, du bist der einzigste, neben Helga, der sich hier wirklich gut auskennt.

Nicht gut, sehr gut gab ich zur Antwort, dem Preppern sei Dank, sobald Ralph wieder kommt bin ich bereit.

Langsam sagte Alex, du musst erst wieder ganz gesund werden, außerdem will dir Helga noch etwas sagen.

Am Nachmittag beendete ich meinen Aufenthalt auf der Krankenstation und kehrte wieder zu Helga zurück. Als Kerstin ihr ok gab durften wir beide für eine halbe Stunde an die Oberfläche. Helga und ich machten es uns im Gras bequem, wir lagen einfach nur so da hielten unsere Hände und beobachten die Wolken auf ihrer Reise.

Nach ein paar Minuten beugte sich Helga zu mir herum, schaute mir in die Augen und sagte das sie Neuigkeiten für mich hätte, gespannt auf das was kommen sollte, fuhr sie fort. Ich weiß nicht wie ich es dir sagen soll deswegen sage ich es dir einfach, ich bin schwanger, wir bekommen ein Baby.
Ich konnte unser Glück nicht fassen, überglücklich nahm ich sie in die Arme, wir küssten uns mehrmals und bedankte mich bei ihr, Helga verschluckte sich etwas als sie sagte das da ja immer zwei dazu gehören. Wer weiß es schon alles, Alex deutete es an und wer noch. Helga nun leicht rot werdend sagte das ich bis gerade eben der einzigste war der es noch nicht wusste.

Ralph kam mit seinem Team zurück, alle waren unverletzt. In meiner Freude ihn zu sehen sprang ich ihn an, umarmte ihn und sagte immer wieder danke zu ihm.
Ist schon gut du hättest das selbe für mich getan.

Wie sieht es aus, verbrennen sie noch immer Menschen fragte ich. Ralph bejahte es, schrecklich, wir fragen uns wo die ganzen Menschen herkommen und was der Sinn dahinter ist, schließlich könnten sie die ganzen Toten doch auch einfach liegen lassen, die Natur würde sich darum kümmern.

Wisst ihr mittlerweile welcher Nationalität sie angehören.
Nein, aber wir konnten sie schon öfters reden hören, teils sprechen sie englisch, teils arabisch.
An manchen Uniformen prangern amerikanische Symbole, andere haben anscheinend einfache Armeekleidung ohne Abzeichen, das würde aber zu unserer Vermutung passen.

Die da wäre.

Amerikaner und Moslems sagte Ralph.
Mir verschlug es die Sprache, meinst du das wirklich ernst. Zusammen als Verbündete.

So schaut es wenigsten aus beteuerte Ralph.

Bei eurer nächsten Erkundungstour wird euch meine Wenigkeit begleiten, sehen wir uns doch mal weiter außerhalb etwas um und sage nicht ich bin noch zu schwach oder was dir sonst noch alles einfallen sollte, es geht mir gut.

Ralph fing an zu lachen, und wir überlegten schon wie wir dich dazu bringen könnten uns zu begleiten, jetzt da du Vater wirst.
Meinst du Helga wird es verstehen.

Sie wird es und sie muss es.
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Beitragvon Kavure´i » 19.02.2016, 04:26

Bis Tribsees brauchten wir nicht lange.
Als wir beim Mühlentor anlangten, sahen wir, dass es wieder verschlossen werden konnte. Und zwar mit einem stabil aussehenden Metalltor. Die alte Stadtmauer war wieder errichtet oder ergänzt worden. Bei den engstehenden Häusern waren alle Fenster und Türen, die nach außen zeigten entweder zugemauert, vergittert oder mit starken Fensterläden gesichert worden.
Als wir anhielten und aussteigen wollten, wurde auf uns geschossen.
Es waren eindeutig Warnschüsse und wir zogen es vor, diese Warnung ernst zu nehmen.
Wir fuhren um das Städtchen herum und erreichten schnell die Autobahn.
Dort sahen wir die hochaufragenden Windräder stehen und sie waren noch in Betrieb. Auf der anderen Straßenseite konnten wir ein großes Feld mit Solarpaneelen sehen. Beide Anlagen waren eingezäunt und mit Natodraht gesichert. Es bewegten sich Menschen und Hunde innerhalb der Umzäunungen. Bei unserer Annäherung rannten sie zum Zaun, hoben ihre Waffen, feuerten sie aber nicht ab.
Deshalb hatten wir also all die Jahre Strom gehabt. Die Menschen hier hielten die Infrastruktur in Ordnung.

Ich hätte ja gerne beim Bunker Eichenthal vorbeigeschaut um zu sehen, ob der von Militärs übernommen worden war oder einfach um Informationen zu bekommen. Aber nach dem feindseligen Verhalten der Stadtbewohner und er Wächter der Anlagen, fuhren wir lieber weiter.
Die 40 km bis zum Autobahnkreuz Rostock schafften wir in 2 Stunden.
Wir hielten immer wieder an und warteten, bis einer von Max´ Männern zurückkam um Meldung zu machen.
Die Autobahn war befahrbar, allerdings mussten wir immer wieder großen und recht tiefen Schlaglöchern ausweichen. Einmal war ein etwa 100 Meter langes Stück fast auf der gesamten Breite unterspült worden und eingebrochen und es dauerte lange, bis alle Fahrzeuge im Schritttempo durch das Geröll gerumpelt waren.

Es war schon Mittag als wir endlich auf die A 10 einbogen. Dort hielten wir an, aßen die mitgenommenen belegten Brote und machten Fahrerwechsel.
Jetzt fuhren die Jungs von der Nachhut voraus und die anderen sicherten das Ende des Konvois.
Kaum waren wir eingestiegen, brausten die Fünf wieder heran. Sie fuhren in das kleine Wäldchen am Autobahnrand und winkten uns.
Ohne Zögern folgten wir ihnen. Wir hielten erst an, als wir die Straße nicht mehr sehen konnten und stellten die Motoren ab.
Auf unsere fragenden Blicke bekamen wir die Auskunft, dass sich Fahrzeuge näherten.
Schnell warfen wir die Tarnnetze über die Fahrzeuge.
Max, Marc, Elli und ich schlichen uns geduckt zum Waldrand. Dort legten wir uns hin und breiteten ein Tarnnetz über uns aus.
Nach einigen Minuten hörten wir das Knattern von Motorrädern.
Es waren 8 Maschinen mit Beiwagen. Auf dem Sozius und im Beiwagen saßen Bewaffnete. Sie fuhren versetzt und etwas auseinandergezogen, die Beifahrer schauen wachsam in alle Richtungen.
Sie trugen Tarnanzüge und Schirmmützen, die meisten trugen dunkle Sonnenbrillen.
Sie hatten einen dunklen Teint, dunkle Haare und riefen sich Scherzworte in Arabisch zu.
Sie waren eindeutig militärisch geschult, schienen aber keine Gefahr zu erwarten.
Dann folgten zuerst SUVs in denen wohl die Anführer saßen, danach kamen Geländefahrzeuge aller Art, Kombis, Limousinen, Lieferwägen, LKWs, dazwischen immer wieder Mannschaftswägen, besetzt mit bis an die Zähne bewaffneten Männern.
Den Schluss bildeten Wohnwägen, Wohnmobile, fahrbare Imbisswagen, Viehtransporter und natürlich Transporter mit Sklaven.
An den Flanken tummelten sich Unmengen an Motorrädern und Quads, die neben und zwischen den größeren Fahrzeugen fuhren.
Wir lagen sicherlich 3 Stunden im Unterholz bis das letzte Vehikel durchgefahren war.
Zur Sicherheit blieben wir noch eine Viertelstunde liegen um mögliche Nachzügler durchzulassen.
Gerade als wir aufstehen wollten, brauste ein Motorrad heran.
Der Fahrer bremste, stellte seine Maschine ab und ging ein paar Schritte in den Wald.
Er öffnete seine Hose und mit einem wohligen Stöhnen ließ er es laufen.
Kaum hatte er die Hose wieder zu, da tauchte Edgar, einer der Rocker, plötzlich hinter ihm auf und schlug ihm den Griff seiner Pistole auf den Kopf.
Der Araber hatte ihn weder gehört noch gespürt.
Elli huschte zum Motorrad und fuhr es zu unserer Gruppe.
Unseren Gefangenen schleppten wir auch dorthin.
Helma untersuchte den Kerl kurz und schrieb: guter Schlag, wird noch ein paar Stunden schlafen.
Er wurde gefesselt und geknebelt und in einen der Anhänger verfrachtet.
Wir berieten, was wir mit dem Motorrad machen sollten. Es war eine Honda XR 650 R, zu schade, sie einfach zurückzulassen.
Wir fragten uns, wo der Typ diesen Oldtimer gestohlen hatte. Der Bock sah aus wie neu.
Unser Freund Arno war sofort bereit, die Maschine zukünftig zu fahren, seine Augen leuchteten wie die eines Kindes unterm Weihnachtsbaum.

Unsere Vorhut schwärmte wieder aus.
Bald kam Kavelsdorf in Sicht, das wir passierten ohne anzuhalten. Immer wieder kam einer zurück und meldete, dass der Weg frei sei.
An diesem Tag kamen wir nur noch bis zum Hohensprenzer See.
Dort fuhren wir von der Autobahn ab und kamen an einigen verlassen aussehenden Häusern vorbei.
Bei einem großen, von verwilderten Hecken umgebenen Gebäude fuhren wir bis vor die hinterm Haus liegende Terrasse.
Dort stellten wir die Fahrzeuge so ab, dass wir jederzeit ohne drehen zu müssen, das Grundstück durch die Lücke wieder verlassen konnten.
Als erstes teilten wir Wachen ein. Immer 6 Personen für 2 Stunden.
Haus und Garten waren verlassen, erstaunlicherweise waren alle Fensterscheiben ganz.
Die Türen waren unverschlossen und wir betraten neugierig das Gebäude.
Es war ein Hotel. Am vorderen Eingang konnte man das verwitterte Schild gerade noch lesen: Herrenhaus Friedrichshof.
Nachdem wir uns umgesehen hatten, beschlossen wir, in den Hotelzimmern zu übernachten.
Die Betten rochen zwar etwas muffig, aber nach dem Ausschütteln der Decken fanden wir sie akzeptabel.
In der großen Hotelküche standen Gasherde und als einer von uns probehalber an einem der Knöpfe drehte, hörten wir das charakteristische Zischen.
Wir bereiteten uns aus unseren Vorräten eine warme Mahlzeit zu und deckten uns auf der Terrasse den Tisch.
Eine Exkursion in den Hotelkeller verlief leider enttäuschend. Wir fanden nur noch die leergeräumten Regale vor.
Nicht eine einzige Flasche Wein, keine Dose, nur Staub.
Wir wunderten uns allerdings, dass außer den Lebensmitteln nichts fehlte.

Dann fiel uns unser unfreiwilliger "Gast" wieder ein.
Hannes und Arnold gingen ihn holen.
Er war unterwegs wieder zu sich gekommen und hatte höchst unangenehme Stunden im stickigen Anhänger verbracht.
Nicht dass uns das ein schlechtes Gewissen bereitet hätte.
Sie setzten ihn in einen Sessel und nahmen ihm den Knebel ab.
Sofort begann er uns auf englisch und arabisch zu beschimpfen und zu drohen.
Miriam gab ihm eine Ohrfeige und zischte ihn an, er solle das Maul halten. Er versuchte sie anzuspucken und gab das übliche Machogeschwätz von sich, von wegen Weiber ………..usw. Das brachte ihm eine weitere Maulschelle ein.
Er lernte langsam. Er kassierte mindestens 10 davon, bis er endlich still war.
Marc, der von uns allen am besten englisch sprach, begann ihn zu verhören. Zuerst wollte der Kerl den Mund nicht aufmachen, aber dann überwog seine Überheblichkeit und wir mussten kaum noch gezielte Fragen stellen, er sprudelte alles von selber heraus.
Er erzählte vom Hauptquartier in Rostock, von der Einheit im Hospital hier am See, verriet uns, um uns in Angst und Schrecken zu versetzen, die Truppenstärke und ihre Aktivitäten.
Wir erfuhren, dass sie seit fast 5 Jahren das ganze Land durchkämmten, um überlebende Deutsche einzufangen und zu versklaven. Dort, wo sie auf starken Widerstand stießen, zogen sie einfach weiter. Wo sie ohne eigene Verluste Beute machen konnten, taten sie es.

Ursprünglich waren sie nach Deutschland geschickt worden, getarnt als Flüchtlinge, um der amerikanischen Armee beim Angriff auf Russland zu helfen.
Dazu hatten sie aber keine Lust, sie wollten nicht für die Sache einer sogenannten Weltmacht sterben. Sie waren schließlich gekommen, um ein gutes Leben ohne Arbeit zu führen.
Sie nutzten die Gelegenheit und machten sich zu den Herren Deutschlands.
Die Amerikaner waren nur mit etwa 100 000 Soldaten in Deutschland vertreten gewesen, sie selber zählten mehr als 3 Millionen junge Männer, die von den ca. 10 Millionen Moslems, die sich schon länger in Deutschland befunden hatten, begeistert unterstützt wurden.

Er prahlte damit, dass er die Deutschen zu Hunderten erschlagen hätte. Die Männer mussten dabei zusehen, wie ihre Kinder und Frauen vergewaltigt und ermordet wurden, bevor sie selber zu Tode gefoltert wurden.
Trotz seiner prekären Lage verspottete er sie noch. Wie Schafe wären sie gewesen. Kaum ein richtiger Mann hätte sich unter ihnen befunden. Die hätten sich noch nicht einmal wehren können, wenn man ihnen eine geladene Waffe in die Hand gegeben hätte, weil sie die nicht zu benutzen wussten.

Da auch die anderen europäischen Staaten mit den Mörderbanden beschäftigt waren, standen die USA ohne ihre Vasallen da.
Die US-Führung gab trotzdem den Angriffsbefehl auf Russland, die Türken wollten sie dabei unterstützen.
Die amerikanischen Soldaten verweigerten den Befehl, konvertierten zum Islam und schlossen sich den Marodeuren an.

"Allah hat uns dieses Land geschenkt und die Ungläubigen in unsere Hände gegeben, damit wir sie in seinem Namen schlachten."

Anfangs hatten sie die Ermordeten einfach liegen lassen, aber das hatte sich schnell gerächt. Die Seuchen, die ausbrachen, verschonten auch die Mörder nicht. So waren sie dazu übergegangen, die Toten auf Häufen zu schichten, sie mit Benzin zu übergießen und sie zu verbrennen.
"Dann tanzen wir um die Scheiterhaufen und rufen Allah an."
Dann richtete er seinen Blick auf Karola. "Diese da wird mir gehören, sobald mich meine Brüder befreit haben. Wir werden eure Bäuche aufschlitzen und eure Eingeweide in die Bäume hängen." prahlte er.
"Wir sind die Auserwählten Allahs und von reinstem Blut."
Miriam zischte ihm etwas auf arabisch zu. Er verstummte überrascht.
Dann spuckte er nach ihr, ohne sie zu treffen und schrie sie an.
Sie zog ihre Pistole und schoss ihn zuerst in den Bauch und als er zu schreien anfing, in die Brust.

Später erzählte uns Karola, was Miriam zu dem Araber gesagt hatte: "Dein Vater hat mit einer Ziege Unzucht getrieben und du bis der Bastard aus dieser Verbindung."
Der Moslem hatte ihr daraufhin gedroht, sie von seinen Brüdern zu Tode vergewaltigen zu lassen.
Da war das Maß für sie voll.
Naja, wir hätten ihn so oder so nicht am Leben lassen können.


Wir verbrachten eine ruhige Nacht, unterbrochen nur vom Wachdienst.
Das Hotel lag nahe am Seeufer und einige von uns nutzten die Gelegenheit um Schwimmen zu gehen.
Aber gleich nach dem Frühstück ging es weiter.
Den Toten ließen wir im Sessel sitzend zurück.
Vorbei am Flughafen von Rostock fuhren wir weiter Richtung Berlin.
Die Fahrbahn befand sich in gutem Zustand, die Schlaglöcher ließen sich bei zwei Fahrbahnen und dem Seitenstreifen problemlos umfahren.
Vorbei an all den vielen kleinen und großen Seen kamen wir zügig voran.
Es war eine wunderschöne Landschaft und völlig menschenleer. In den Ortschaften sahen wir weder Menschen noch Fahrzeuge.
Bei Kuchelmiß lief plötzlich ein Hund auf die Straße und rannte uns über mehr als 2 Kilometer hinterher. Dann blieb er stehen und schaute uns nach. Da hielt Miriam ihren Wagen an, stieg aus und lockte das Tier. Es kam schwanzwedelnd näher und warf sich vor ihren Füßen auf den Rücken. Es war eine große Hündin, schwarzweiß gefleckt und mit einem braunen und einem blauen Auge. Sie ließ sich streicheln und als Miriam die hintere Tür öffnete, sprang sie auf den Rücksitz, als hätte sie das schon hundert Mal getan.
So bekam unsere Truppe Zuwachs.

Unsere Freude über das zügige Vorankommen währte so lange, bis wir zur Brücke über den Fleesen-, bzw. den Petersdorfersee kamen.
Unsere Vorhut hatte uns angehalten und berichtet, dass die Brücke nicht mehr existiere.
Wir fuhren bis zum Rand des Abbruchs. Die gewaltigen Betonpfeiler ragten noch aus dem Wasser. Verbogene Stahlteile und große Trümmer der eingestürzten Brücke lagen im See. Auch einige Autowracks waren zu sehen.
Uns blieb nichts anderes übrig als umzukehren.
Zuerst versuchten wir es über Malchow, aber die Drehbrücke war geöffnet und wir standen wieder vor einem unüberwindlichen Hindernis.
Marc fluchte leise, was bei ihm sehr selten vorkommt.
Also kehrten wir erneut um.
Es blieb uns keine andere Wahl als ganz um den Plauer See herumzufahren.
Die Landstraßen waren in keinem guten Zustand. Winterfröste und Sommerhitze hatten den Asphalt aufreißen lassen. Es gab große und tiefe Schlaglöcher, aus den Ritzen wuchsen Gras, Büsche und kleine Bäume.
Die Natur hatte damit begonnen, ihr Terrain zurückzuerobern.
Wir kamen nur im Schritttempo voran, man hätte nebenhergehen und Blumen pflücken können.
Wir wechselten uns alle paar Kilometer mit dem Fahren ab, denn es war sehr anstrengend. Schließlich gingen wir dazu über, abwechselnd vorauszugehen und dem Frontfahrzeug den besten Weg zu zeigen. Alle anderen fuhren gewissermaßen in dessen "Fußstapfen".
Wer nicht gerade am Steuer saß, ging oftmals lieber zu Fuß, als sich im Wagen die Wirbelsäule zusammenstauchen zu lassen.
Die beiden Hunde freundeten sich unterdessen an und liefen von einem zum anderen um sich Streicheleinheiten abzuholen.
Miriam taufte die Hündin Emma und schon nach dem dritten Mal schien sie ihren neuen Namen zu kennen und kam, wenn man sie rief.

Als uns Max meldete, dass Plau am See in Sichtweite sei, waren wir so erschöpft, dass wir beschlossen für heute Schluss zu machen.
In die Stadt wollten wir nicht mehr einfahren, denn es dämmerte bereits. Besser kein Risiko eingehen.
Auf meiner Karte war das Klinikum Plau am See eingezeichnet. Dort wollten wir die Nacht verbringen.
Zwei Motorräder fuhren voraus um den besten Parkplatz auszukundschaften. Aber sie kamen schnell zurück und berichteten, das Klinikum sei eingezäunt, die Parkplätze stünden voller Militärfahrzeuge und am Zaun gäbe es bewaffnete Uniformierte.
Wir beschlossen, auch dieses Gebiet weiträumig zu umfahren, aber erst am nächsten Tag.
Wir zogen uns bis Quetzin zurück und fuhren dort in das Wäldchen.
Als Abendbrot gab es Dosenbrot und Cornedbeef, ein Feuer wollten wir nicht anzünden. Aber wir waren so hungrig, dass wir dieses frugale Mahl mit Heißhunger verzehrten.

Obwohl wir hundemüde waren, mussten wir noch den nächsten Tag planen.
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Beitragvon Baggers » 19.02.2016, 09:39

Hallo,
ihr malt hier ja echt düstere Szenarien.
Mir wird Angst und Bange! :shock:
Ich glaub es ist besser wenn man sich gleich erschießt. :x

Ein Schönes WE

Baggers
Baggers
 

Beitragvon Mankei » 19.02.2016, 23:26

Hallo

@Baggers
Schau Dir mal die Nachrichten an, das sind düstere Szenarien.

Angst und Bange braucht dir nicht zu werden, bist Du bei uns im Bunker ist alles gut.
Bist Du bei Kavure'i auf einem der Laster dann geht es Dir ja auch nicht so schlecht.

Warte doch noch bis zum Ende, dann musst Du Dich wenigstens nicht selbst erschießen, oder vielleicht wird ja alles gut.
Mein Ende ist noch nicht geschrieben, was das Ende von Kavure'i betrifft weiß ich auch nicht ob Sie es schon geschrieben hat.

Mankei
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Beitragvon Mankei » 19.02.2016, 23:28

Am morgen packten wir unsere Sachen, Helga stand neben mir und versuchte alles um mich doch noch zum bleiben zu bewegen.

Mein Vorschlag den ich der Gruppe machte wurde einstimmig angenommen. Der Plan sollte sein das wir versuchen in eine größere Stadt zu kommen, Augsburg ist 30 Kilometer entfernt, ein machbares Ziel und vielleicht gelingt es uns das eine oder andere Auto zum laufen zu bringen, wir nahmen dafür 20 Liter Diesel mit. Mir wurde die Ehre zu Teil den Sprit zu transportieren, als einzigster in der Gruppe ohne Bewaffnung legte ich keinen Widerspruch ein. So verabschiedeten wir uns und gingen zuerst Richtung Landsberg, obwohl der Weg dadurch größer wurde machte es aber Sinn. Von Kaufering wussten wir das sich dort unsere Feinde befanden, als Ralph und ich damals durch Landsberg zogen sahen wir nicht einen Menschen, dafür aber um so mehr Autos.

Als wir Landsberg erreichten wurden Rainer und Uwe auf Erkundungstour geschickt, sie sollten auch gleich nach fahrbarem Untersatz Ausschau halten, wir wollten zwei Fahrzeuge, ein kleines unauffälliges, das andere groß mit viel Platzmöglichkeiten. Nach nur wenigen Minuten kamen sie zurück, es gibt hier so viele Autos, das ist wie im Schlaraffenland. Ein Auto, es war ein schwarzer Fiat Panda schien perfekt und das beste erzählte Rainer, der Schlüssel steckt, allerdings ist die Batterie leer, was nach Jahren des Stillstandes aber auch niemanden verwunderte.

Ein kurzer Sprint und schon lief der Panda, der Tank war fast voll, wir hatten das erste Auto.

Philipp kam aufgeregt von seinem Aussichtsort zurück. Er berichtete von einem riesigen Konvoi der in unsere Richtung kam. Sicherlich werden sie die Bundesstraße entlang fahren, also verschanzten wir uns in einem Haus nahe der Straße um ihre Vorbeifahrt zu beobachten.

Sie kamen, zuerst ein paar umgebaute Autos, sie hielten nur wenige Meter von uns entfernt, nahmen das Funkgerät zur Hand und verständigten anscheinend die Hauptkolonne, die dann auch gleich eintraf.

Langsam fuhren sie an uns vorbei, interessant war der erste Wagen, ein Jeep wie ihn eigentlich nur die Amerikaner hatten, passend dazu auch die Kleidung und das sie Kaugummi kauend darin hockten.

Thomas schubste mich und Ralph an, wir sollten unsere Aufmerksamkeit auf die Laster dahinter legen. Die ersten vier Laster waren verschlossen, wir konnten nicht sehen was darin war, aber die nachfolgenden waren oben offen und so konnte man sehen was sie transportierten. Es war grausam, sie hatten dort Menschen wie Vieh gelagert, wir sahen Kinder, Erwachsene und Alte, über ihren Köpfen war ein Maschendraht gelegt um sie anscheinend an der Flucht zu hindern. Dann folgten wieder drei verschlossene Laster und dahinter wieder drei, nein vier offene Laster deren Inhalt wir lieber nicht gesehen hätten. Alle waren offensichtlich Tod, sie lagen übereinander oder ineinander verkeilt, es war ein grausamer Anblick, wir konnten nicht glauben was wir sahen. Dann folgten bestimmt noch zwei Dutzend kleinere oder größere Wagen die voll besetzt waren mit bewaffneten Männern die ihre Abstammung zum arabischen Volk nicht verheimlichen konnten.

Wir hockten erschüttert am Boden, jedem war schlecht und es dauerte sehr lange bis jemand wieder etwas sagen konnte, Kurt hielt es nicht mehr aus und fasste es als erster in Worte die wir alle dachten. Lasst sie uns befreien und die anderen dafür büßen.
Aber wie sollen wir das schaffen, gegen so eine Überzahl, unsere Chancen sind gleich null fragte Rainer und jeder gab ihm recht.

Die Zeit verging und noch immer war niemand von uns in der Lage aufzustehen, immer wieder fuhren die Bilder in Gedanken an uns vorbei.

Philipp fragte wie es nun weiter geht und es wurde Kriegsrat gehalten, der alte Plan wurde durch einen neuen ersetzt. Ralph meinte das sie sicher nach Kaufering gefahren sind und sich dort der Toten zu entledigen. Die Stelle war ihm und mir bekannt, sie hatte einige gute Stellen wo man sich verstecken konnte. Wir machten uns also auf den Weg, zuvor organisierten wir einen zweiten Wagen, unsere Wahl fiel auf einen dunkelblauen VW T 5, er hatte reichlich Platz nachdem wir die Sitze und alles andere überflüssige ausbauten.

Ich fuhr mit Thomas und Rainer im Panda, Ralph mit den anderen im T 5.
Bis auf einen Kilometer näherten wir uns, den Rest wollten wir zu Fuß erledigen. Wir parkten die Autos und marschierten los, Ralph sagte das es keinen Rauch gibt, ist mir auch schon aufgefallen erwiderte ich. Eine letzte Anhöhe hoch gehend kamen wir an und stellten entsetzt fest das niemand mehr da war.

Das verwüstete Zelt, die riesige Feuerstelle und nicht enden wollender Abfall, mehr war nicht zu sehen. Wir gingen trotzdem nach unten, dort angekommen roch es erbärmlich, jeder hielt sich die Nase so gut es ging zu. Rainer durchstöberte den Abfall, er hoffte etwas brauchbares zu finden, Ralph, Thomas, Stefan und ich gingen etwas abseits des Geruchs und fingen an zu reden. Wo sie wohl hingefahren sind fragte Stefan, nun gab ich ihm zu bedenken, Landsberg ist hier so etwas wie eine Kreuzung in alle Richtungen. München, Augsburg, Kempten, Füssen nur um ihm mal die wichtigsten Standorte zu nennen, ohne Anhaltspunkt wird es nahezu unmöglich sein sie zu finden, außerdem werden wir gegen diese Meute mit neun Mann nichts ausrichten können.

Was sollen wir also machen, fragte Ralph und Thomas gleichzeitig. Schwierige Frage, aber Fakt das wir eigentlich nichts machen können, zu wenig kampferprobte Männer, zu wenig Waffen, zu wenig Munition, darüber hinaus wissen wir auch gar nicht wer bereit wäre in den Kampf zu ziehen.

Rainer schrie um Hilfe, sofort standen wir auf und schauten wo er war. Er stand vor dem Zelt, kommt her schnell, hier leben noch welche.

Wir robbten unter die Zeltplane und es stimmte, aus zwei Ecken vernahmen wir stöhnen und sich bewegende Menschen. Nun kamen auch die anderen zu Hilfe, als erstes hängten wir die Zeltplane hoch um mehr Licht zu haben, dann holten wir alle nach draußen. Viele waren schwer verletzt, es waren vor allem Kinder und nur einige Erwachsene. Wir kümmerten uns so gut es ging um sie, aber um sie am leben zu erhalten mussten wir zurück zum Bunker, nur dort war es möglich sie medizinisch zu versorgen.

Rainer holte den T 5 und sofort begannen wir mit dem einladen der Verletzten. Wir zählten neun Kinder und vier Erwachsene, der Platz reichte nicht aus um es in einer Fahrt zu schaffen also entschieden wir uns für fünf Kinder und zwei Erwachsene, die anderen sollten später geholt werden.

Ralph fuhr mit Thomas, Philipp und Kurt im Panda zur Sicherung mit, wir anderen blieben hier.

Als die Sonne schon am untergehen war kamen sie zurück, wir legten die anderen vorsichtig ins Auto und fuhren zurück zu unserem Bunker.

Dort angekommen warteten einige schon auf uns, Tragen standen bereit um sie auf die Krankenstation zu bringen und Gerhard sollte mit seinem Team die ganze Nacht beschäftigt sein um sie zu versorgen. Für zwei Kinder und zwei Erwachsene kam die Hilfe leider zu spät, ihre Verletzungen war zu stark, sie starben aber wenigstens unter Freunden.

Mitten in der Nacht weckte ich Ralph, Astrid und Alex, dazu noch ein paar wenige andere zu einem Gespräch von dem am nächsten morgen alle erfahren sollten.

Ohne Umschweife fing ich an zu reden. Ich erzählte ihnen das wir jetzt über fünf Jahre hier unter sind und immer im festen Glauben waren das es dort oben keine Welt mehr gibt wie wir sie einmal kannten. Als sich dann heraus stellte das es keine Atombomben gab dachte jeder an eine neue Zukunft, an ein Leben an der Oberfläche und an Frieden. Doch leider haben wir uns geirrt, anscheinend ist Deutschland, vielleicht Europa in der Hand von einer Koalition aus Amerikanern und Arabern die nun plündernd und mordend umherzogen. Wie viele Tote es gibt kann man sicher nicht genau sagen, aber als Grundlage nehmend das wir sowohl in Landsberg wie in Kaufering nicht einen einzigen Lebenden getroffen haben sollte uns sehr nachdenklich stimmen. Als ich heute auf die Rückkehr der Autos wartete und mir die Verwundeten so anschaute wurde mir klar und dies teilte ich Ralph, Thomas und Stefan auch schon indirekt mit, wir für diesen Kampf nicht gerüstet sind. Es ist ein Kampf den wir nicht gewinnen können, der nur Todesopfer auf unserer Seite ergeben wird und ich deswegen morgen den Antrag stellen werde die Tore wieder zu schließen.


Es war ruhig, keiner sagte etwas, jeder dachte über meine Worte nach, nur Helga die ununterbrochen meine Hand hielt nickte zustimmend.
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Beitragvon Kavure´i » 20.02.2016, 00:45

Hola

ich weiß noch nicht wie es weiter- oder ausgehen wird.
Die Ideen kommen mir immer erst während des Schreibens.

Baggers
im Grunde genommen beschreiben wir nichts, was nicht in jedem "normalen" Krieg, pardon, im Neusprech heißt das ja heute Demokratisierung oder Sturz eines Diktators, täglich geschieht.
Nur daß es in Wirklichkeit noch viel grausamer zugeht.

Kavure´i
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Kavure´i
 

Beitragvon Kavure´i » 20.02.2016, 03:39

Da wir natürlich nicht direkt am Hospital vorbeifahren konnten, beschlossen wir, wieder auf die Bundesstraße zurückzufahren um auf die A 19 zu kommen.
Zuvor sollten unsere Kundschafter sich in Plau am See umschauen.

Wir frühstückten ausgiebig und warteten dann auf die Rückkehr der Biker.
Sie brachten erstaunliche und für uns ungünstige Nachrichten zurück.
Plau war voller Menschen. Alles Moslems.
Die Männer in pseudomilitärischer Aufmachung, die Frauen verschleiert.
So wie es aussah, war die Stadt bewohnt.
Um sie zu umfahren mussten wir einen weiten Umweg über viele kleine und kleinste Nebenstraßen fahren, bis wir schließlich irgendwo im Nirgendwo auf die A 24 stießen.
Der folgten wir bis Heiligengrabe, wo wir völlig erschöpft am späten Nachmittag ankamen.
Wir folgten den Hinweisschildern zum Kloster und standen schließlich vor dem trutzigen Bau.

Die Straßen waren menschenleer. Daran hatten wir uns ja schon gewöhnt.
Wir wollten uns gerade eines der Häuser zum Übernachten aussuchen, als sich das Haupttor des Konvents einen Spalt breit öffnete und eine Frau in Nonnentracht schlüpfte heraus.
Völlig furchtlos schritt sie auf uns zu, schaute uns an und fragte: "Was wollt ihr hier?"
"Guten Abend, es geht uns gut, danke der Nachfrage. Darf ich fragen, wie das werte Befinden Eurerseits ist?" antwortete ich ironisch.
Die Nonne schaute mich wütend an und setzte zu einer Erwiderung an.
Dann holte sie tief Luft und sagte: "Entschuldigt bitte, ich vergesse meine Manieren. Ich muss jedoch gestehen, dass meine Nerven zur Zeit nicht die besten sind."
"Wir suchen nur einen sicheren Platz für eine Übernachtung. Morgen nach dem Frühstück sind wir wieder verschwunden. Keine Sorge, wir werden euch nicht zur Last fallen." versuchte ich sie zu beruhigen.
Unsere Truppe machte sicherlich keinen Vertrauen erweckenden Eindruck.
Die meisten von uns waren bis an die Zähne bewaffnet, die Biker trugen noch ihre Lederkluft und durch die Strapazen der letzten Tage sahen wir ziemlich verwahrlost aus.
"Ihr werdet keinen sicheren Platz finden." meinte sie.
Auf unsere fragenden Blicke erklärte sie: "Gestern kam eine Gruppe von 5 Personen hier an. Sie haben es gerade noch geschafft.
In wenigen Stunden wird eine kleine Armee der Satansdiener hier sein. Ob wir das Konvent verteidigen können, wissen wir nicht. Wir legen unser Schicksal in Gottes Hände, er wird uns beschützen. Aber wir wollen ihm dabei helfen."
Wir schauten uns erschrocken an.
"Aus welcher Richtung kommen sie?" fragte Marc. "Vielleicht können wir ihnen ausweichen, wenn wir die Nacht durchfahren."
"Das glaube ich nicht. In der Nacht könnt ihr nicht fahren, die Straßen sind zu schlecht. Und sie werden eure Scheinwerfer sehen."
"Wir haben aber nicht die Absicht, einfach hier stehen zu bleiben, bis sie kommen." warf Elli ein.
"Das müsst ihr auch nicht." erwiderte die Schwester. "Fahrt eure Autos auf die andere Seite des Klosters, wir werden euch das Tor öffnen."
Damit drehte sie sich um, klopfte ans Tor und wurde wieder eingelassen.
"Ob das eine Falle ist?" fragte Arnold.
"Das glaube ich nicht." sagte Max. "Begeben wir uns ins Innere, dann sehen wir weiter."
Tatsächlich wurde uns das Tor geöffnet, aber statt in den Klosterhof wurden wir ins Gebäude selber gelotst. Man hatte eine Wand durchgebrochen und in einem der Säle eine Art Garage eingerichtet.
Mit unseren vielen Fahrzeugen war der Raum voll.
Unter den misstrauischen Augen der Klosterbewohner wurden wir von Schwester Irmengard, so hieß die Nonne, die uns empfangen hatte, in den Speisesaal geführt. Dort bekamen wir ein einfaches, aber reichliches Abendessen vorgesetzt und danach wollte uns die Mutter Oberin sehen.
Sie wollte, dass wir sechs von uns auswählen, um ihr von uns zu erzählen.
Schnell bestimmte die Gruppe Max, Marc, Hannes, Miriam, Helma und mich dazu, Karola wollte unbedingt mit. Sie wollte wissen, wie eine Mutter Oberin aussieht.
Da wir dachten, ein Kind könnte die Situation entspannen, ließen wir ihr ihren Willen.
Die Anderen wollten nur noch einen Platz zum Schlafen und in Ruhe gelassen werden.

Schwester Irmengard führte uns durch den Kreuzgang. Im Innenhof sahen wir Gemüse- und Kräuterbeete.
Die Türen, die zum Kreuzgang führten, standen fast alle offen und wir konnten sehen, dass sich in einigen Menschen aufhielten.
Die meisten waren jedoch bis zum Dach mit Kisten und Kartons gefüllt.
"Es sind in den letzten Tagen einige Gruppen zu uns gestoßen, sie fliehen vor den Satansdienern. Einige konnten sogar ihrer Gefangenschaft entkommen. Viele sind es nicht. Aber jetzt kommt, die Mutter Oberin wartet."
Sie führte uns in eine Bibliothek.
Wir mussten einen abenteuerlichen Eindruck machen, wie wir in den Raum marschierten.
Drei abgerissene Männer, drei ebenso schmuddelige Frauen. Am Schluss ein 8jähriges Mädchen, gefolgt von den unvermeidlichen Hunden die immer dort zu finden waren, wo sich Karola aufhielt.
Am Fenster standen einige bequem aussehende Sessel und ein niedriger Tisch. In einem der Sessel saß die Mutter Oberin.
Die schaute missbilligend auf die Hunde. Und genau diesen Moment nutzte Emma um sich ausgiebig zu kratzen.
Beiläufig fragte ich mich, ob sie wohl Flöhe hatte.
In einem anderen Sessel saß ein Mann in Uniform.
Als er uns mit amerikanischen Akzent begrüßte, griff Miriam zu ihrer Waffe. Ich legte ihr die Hand auf den Arm und sie beruhigte sich.
"Nicht alle meiner Landsleute haben sich den Mördern angeschlossen." erklärte er in perfektem Deutsch. " Meine Männer und ich haben unseren Glauben nicht verraten und dienen Gott und Christus indem wir diese Abtei verteidigen."
"Wie viele Männer hast du?" fragte Miriam. "Ich hoffe, eine ganze Armee. Wenn nicht, werden wir alle demnächst auf einer Wolke auf der Harfe klimpern."
"Setzt euch!" kam es befehlsgewohnt von der Mutter Oberin.
"Zuerst stelle ICH die Fragen."
Gehorsam ließen wir uns in die Sessel fallen und schauten die Beiden erwartungsvoll an.
"Was wollen Sie wissen?" fragte ich.
"Alles." erwiderte sie.
Als Marc anfing zu grinsen, bemerkte sie mit einem trockenen Humor, den ich ihr gar nicht zugetraut hätte: "Nein, Sie müssen nicht mit ihrer Geburt beginnen, fangen sie mit dem Tag der Bombe an."
Nach einiger Zeit brachte Schwester Irmengard, die auf einem Stuhl bei der Tür saß, Kaffee und Kekse.
Es war echter Filter-, kein Instantkaffee. Andächtig schlürften wir das Gebräu.
Karola bekam Milch mit Honig und teilte ihre Kekse mit Askari und Emma. Kurz darauf sah ich, wie sie sich auf der Fensterbank ausstreckte und einschlief. Die beiden Hunde legten sich davor auf den Boden.
Außer Helma erzählten wir abwechselnd von unseren Erlebnissen.
Die Beiden unterbrachen uns nicht, bis wir anfingen von unserer Reise zum Bunker zu erzählen.
Der Offizier wollte alles über die Marodeure wissen. Wir erzählten alles was wir wussten und gaben auch unsere Mutmaßungen zum Besten.
Die Mutter Oberin interessierte sich sehr für den Bunker. Da Miriam nie dort gewesen war, konnte sie nur wiederholen, was ihr ihr Mann und die Söhne erzählt hatten.

Als wir mit unserem Bericht zu Ende gekommen waren, erfuhren wir, dass sich zur Zeit außer den 19 Nonnen noch 72 Dorfbewohner, 41 Flüchtlinge, 210 Soldaten aufhielten. Und nun noch unsere Gruppe.
"Werdet ihr mit uns kämpfen ?" fragte der Offizier.
"Bis zur letzten Patrone!" versicherte Miriam. "Ein zweites Mal bekommen sie mich nicht lebend!"
Wir Anderen nickten bestätigend.
"Dann schaut, dass ihr noch ein wenig Schlaf bekommt." verabschiedete uns die Mutter Oberin.
"Ihr seid herzlich eingeladen, am Frühgottesdienst teilzunehmen. Wir werden Gottes Hilfe erbitten."
"Ich schlafe lieber eine Stunde länger, Gott hat mir schon die letzten 5 Jahre nicht zugehört." kam es verbittert von Miriam. Danach marschierte sie aus der Tür.
Helma nickte bestätigend und folgte ihr.
Inzwischen war der Offizier aufgestanden und wollte Karola wecken.
Sofort stand Askari auf und stellte sich ihm in den Weg.
"Bleiben sie bitte stehen. Er lässt Fremde nicht in ihre Nähe." erklärte ich.
Max hob das schlafende Kind auf seine Arme und der Hund entspannte sich sofort.
Wir verließen den Raum und als wir einen überraschten Schmerzenslaut hörten, musste ich grinsen. Askari hatte es sich nicht nehmen lassen, den Offizier im Vorbeigehen in die Wade zu zwicken.

Als wir am nächsten Morgen in den Speisesaal kamen, saßen nur noch die Mutter Oberin, der Offizier und einige Soldaten mit den Abzeichen von Unteroffizieren an einem der Tische.
Sie hatten eine Landkarte ausgebreitet und diskutierten lebhaft.
Wir holten uns das Frühstück und setzten uns zum Essen hin.

Wir waren kaum zur Hälfte fertig, das stürmte ein Soldat in den Raum und rief: "Sie kommen!"
Alle stürzten zu den mit starken Läden verschlossenen Fenstern, um durch die kleinen Öffnungen darin nach draußen zu schauen.
Ich blieb sitzen und aß weiter. Ich würde noch mehr von denen zu sehen bekommen als mir lieb war.
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Beitragvon Pleitegeier » 20.02.2016, 11:59

Mankei hat geschrieben:Hallo

@Baggers
Schau Dir mal die Nachrichten an, das sind düstere Szenarien.

Angst und Bange braucht dir nicht zu werden, bist Du bei uns im Bunker ist alles gut.
Bist Du bei Kavure'i auf einem der Laster dann geht es Dir ja auch nicht so schlecht.

Warte doch noch bis zum Ende, dann musst Du Dich wenigstens nicht selbst erschießen, oder vielleicht wird ja alles gut.
Mein Ende ist noch nicht geschrieben, was das Ende von Kavure'i betrifft weiß ich auch nicht ob Sie es schon geschrieben hat.

Mankei

Hallo!
Ich warte immer noch das jemand was positives schreibt und vielleicht "Baggers" währe das was für Dich.
Es kommt nicht auf Rechtschreibung an.Macht Euch Luft und baut andere auf damit.

Ansonsten finde ich Mankei und Kavure Super! LG Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon Mankei » 20.02.2016, 22:44

Pleitegeier hat geschrieben:
Ich warte immer noch das jemand was positives schreibt und vielleicht "Baggers" währe das was für Dich.
Es kommt nicht auf Rechtschreibung an.Macht Euch Luft und baut andere auf damit.

Ansonsten finde ich Mankei und Kavure Super! LG Pleitegeier


Danke für die Lorbeeren.
Etwas positives ist in arbeit, dauert aber noch etwas, ich kann nicht so einfach alles gewesene ignorieren.
Auch muss ich schauen was Kavure'i so alles vor hat, bei ihr im Kloster passiert ja anscheinend etwas.
Der Ami-Offizier ist mir etwas zu Neugierig.

Mankei
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Beitragvon Mankei » 20.02.2016, 22:57

Alle waren gekommen und die zu erwartende Nachricht hatte bereits die Runde gemacht.

Alex begleitete mich zu den Verwundeten, einer von ihnen, ein Mann mittleren Alters mit Namen Hennes war bei Bewusstsein und Gerhard willigte ein ihn kurz zu befragen. Wir wurden schon erwartet, aufrecht im Bett liegend kam ihm bei unserer Ankunft ein Lächeln über die Lippen. Er versuchte aufzustehen was ihm allerdings nicht gelang. Während er sich mehrmals bei uns bedankte kamen Astrid, Karin, Kerstin und Ralph hinzu, wir alle wollten Antworten auf die letzten fünf Jahre.

Er erzählte uns das es nur zwei Atombomben gab, eine schlug in China ein, die andere in San Francisco, danach hatte man sich anscheinend aufgrund der enormen Verwüstungen dazu entschlossen den Krieg konventionell zu führen. Einige Staaten wechselnden ihre Bündnistreue wie Unterhosen, es war damals unmöglich zu wissen wer Freund oder Feind war. Amerika marschierte in Russland ein, China in Japan, daraus resultierend war das aufgrund dieser Ereignisse nun auch europäische Staaten die eigentlich verbündet waren gegeneinander kämpften. Nach ungefähr zwei Jahren stabilisierte sich die Lage etwas, so wurde es uns damals wenigstens erzählt, Nachrichten oder bestätigte Meldungen gab es nicht, alle Neuigkeiten die man erfuhr hatte ein Freund erzählt der einen Freund hatte und so weiter, alles war unbestätigt. In Deutschland brach dann vollends das Chaos aus, amerikanische Soldaten machten gemeinsame Sache mit Muslimen die zusammen alles zerstörten was ihnen in die Quere kam. Ich kann euch nicht sagen wie es in anderen Städten Deutschlands ist, München wurde komplett ausgelöscht, ich war damals einer der letzten dem die Flucht gelang.

Eine deutsche Armee gab es zu keinem Zeitpunkt, sie rieben sich in anderen Ländern der Welt auf und zuhause fehlten sie. Politiker wurden gejagt und getötet, Berlin soll, dies erzählte mir ein Bekannter ebenfalls komplett zerstört worden sein, die politische Führung inklusive unserer Kanzlerin gilt als Tod.

Einige amerikanische Soldaten hatten anscheinend Probleme ihre neuen Freunde zu akzeptieren, sie meuterten sozusagen das Bündnis und kämpfen nun zusammen mit Deutschen Seite an Seite gegen ihre eigenen Landsleute. Man hat das Gefühl, vor allem seit dem letzten Jahr, dass es ein Glaubenskrieg geworden ist. Für uns war es natürlich schwer zwischen gutem und bösem Amerikaner zu unterscheiden, diesem Umstand verdanke ich auch meine Gefangennahme.

Gerhard kam herein und mahnte uns an, Hennes braucht eine Pause, wir könnten morgen wieder mit ihm zu reden.

Bevor wir zur Versammlung gingen unterhielten wir uns nochmals über meinen Antrag. Alex war gestern noch skeptisch, nachdem er das jetzt alles erfuhr hat sich seine Meinung geändert, auch Kerstin und Karin waren dafür, Ralph und Astrid wollten noch abwarten.

Es wurde ernst, im Saal herrschte Unruhe und viele waren bereits ungeduldig.

Mein Vortrag wurde aufmerksam verfolgt, am Ende berichteten wir noch gemeinsam von dem Gespräch mit Hennes. Anders als sonst üblich einigten wir uns darauf diesmal die Abstimmung nicht sofort zu machen, wir wollten allen die Möglichkeit geben sich in Ruhe damit auseinander zu setzen und vertagten uns auf morgen Mittag.

Helga und ich verbrachten den Rest des Tages wie viele andere auch außerhalb des Bunkers. Während wir die Sonne genossen und über den perfekten Namen für unser Kind debattierten spielten die anderen Kinder unbeschwert umher. Niemand käme auf die Idee das wir Krieg haben das machte mir etwas Sorgen.

Als es langsam dunkler wurde machten wir uns auf den Weg hinunter und bemerkten dann erst das jeder einen gehörigen Sonnenbrand hatte.

Beim Abendessen kam Gerhard und informierte uns das ein weiteres Kind gestorben sei, alle anderen seien aber wohl auf dem Wege der Besserung.

Als es schon dunkel war sollte ich nach oben kommen, Alex und Astrid baten um ein Gespräch.
Die beiden unterrichten mich vorweg von ihren Entscheidungen, sie dachten wie ich und sie wissen das viele andere auch so denken. Falls es aber für eine Mehrheit nicht reicht müssten wir uns Gedanken darüber machen wie es dann weiter geht.

Helga und ich haben darüber schon nachgedacht, wir kamen zu dem Entschluss das wir dann vielleicht unser Glück alleine versuchen, in die Berge gehen, dort müsste es sicher sein.
Aber eigentlich ist das nur eine unausgereifte Idee. Kerstin unterbrach, das kommt nicht in Frage wir müssen zusammen bleiben, wenigstens Alex, Karin, Astrid, Ralph und sie würden uns niemals alleine lassen.

Beim Frühstück merkte man das heute ein wichtiger Tag war, es war so ruhig wie schon lange nicht mehr, viele dachten anscheinend immer noch nach, andere unterhielten sich derart leise damit sie jedes Wort das woanders gesprochen wurde mitbekamen.

Langsam füllte sich der Saal, jeder Neuankömmling wurde registriert, am Ende als alle anwesend waren verkündete Karin das wir insgesamt 375 Bewohner haben, darunter auch die acht Verwundeten und 17 Kinder die noch nicht wählen dürfen, somit also 350 Bewohner die Abstimmen dürfen. Wie immer ist die Abstimmung öffentlich und da jeder weiß um was es geht fangen wir gleich an.

Karin fragte nun wer dafür ist den Bunker zu verschließen. Langsam gingen die ersten Hände hoch, ein ungutes Gefühl machte sich in mir breit, doch mit zunehmender Zeit wurden es immer mehr. Helga hielt meine Hand immer fester und da fiel mir erst auf das ihre Hand noch unten war, ich schubste sie an und deutete ihr „Hand hoch“ doch sie verneinte. Karin, Waltraud und Angelika zählten die Stimmen, als sie fertig waren wurden die um ihre Stimme gefragt die gegen einen Abschottung sind. Tatsächlich hob nun Helga ihre Hand, ich konnte es nicht verstehen und verpasste dadurch wie die Abstimmung lief. Karin bedankte sich bei allen und wollte in kürze das Ergebnis mitteilen.

Karin stand auf und verkündete folgendes. Für die Schließung 207 Stimmen, gegen eine Schließung 143, somit wird dem Antrag zugestimmt. Alex stand auf, bedankte sich bei allen und fügte sofort an das die Schließung natürlich nicht sofort in Kraft trete, näheres darüber in den nächsten zwei bis drei Tagen.

Ralph wollte mir wie einige andere auch die Hand schütteln doch ich wollte zuerst mit Helga in Ruhe reden. Ich bat um Verständnis und wandte mich zu Helga.

Wir gingen eine Ebene tiefer und dort angekommen fing Helga an zu weinen. Entschuldige bitte meinen Entschluss, aber in dem Moment wo ich eigentlich für deinen Vorschlag stimmen wollte fiel mir unser Kind ein, soll es niemals die Sonne sehen, im Gras liegen dürfen oder einfach nur die vorüberziehenden Wolken betrachten, es ging nicht anders, meine Stimme musste nein heißen.

Auch mir kamen die Tränen, ich war so damit beschäftigt für die Sicherheit aller zu sorgen und hatte dabei ganz die Konsequenzen und Entbehrungen vergessen.
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Beitragvon Kavure´i » 21.02.2016, 03:00

Der Offizier nickte seinen Adjudanten zu und sie verließen den Raum.
Die Zivilisten redeten wild durcheinander, je nach Temperament weinten, fluchten oder beteten sie.
Die Mutter Oberin sprach ein Machtwort und sofort kehrte Ruhe ein.

"Jeder geht auf seinen Platz!" befahl sie, und gehorsam gingen sie an die ihnen zugewiesene Arbeit.
"Wo sind die Leute von unserer Gruppe?" wollte Marc wissen.
"Wir haben sie nach dem Frühstück den verschiedenen Arbeitsgruppen zugeteilt. Jeden nach seinen Fähigkeiten."
"Und Karola?" fragte ich.
"Sie ist mit den anderen Kindern bei Schwester Alwine in der Betreuung. Die beiden Hunde auch." ließ uns die Mutter Oberin wissen.
"Ich gehe davon aus, dass ihr eure Waffen nicht zur Zierde tragt." kam es vom Offizier. "Ich würde euch, wie Max und seine Leute, gerne bei meinen Leuten sehen. Wir werden jeden Schützen brauchen. Ich werde euch sechs im Nordflügel einsetzen. Dort erwarten wir den ersten Angriff."
"Wer ist für die ärztliche Versorgung der Verletzten zuständig?" fragte ich.
"Leider haben wir keinen Arzt, aber zwei der Nonnen sind ausgebildete Krankenschwestern und haben in der Kapelle ein provisorisches Lazarett eingerichtet."
"Dann wird es sie freuen, wenn ihnen sage, dass Helma Ärztin ist."
Die Gesichter des Offiziers und der Mutter Oberin hellten sich auf.
"Das ist ja wunderbar! Oh Herr, ich danke dir!" rief die Nonne.

Schwester Irmengard nahm Helma am Arm und zog sie hinter sich her. "Komm schnell! Wie werden sich die Schwestern freuen!"

Wir anderen folgten dem Offizier in den Nordflügel.
Alle Fenster waren mit Läden aus dickem Holz verschlossen, auf das von innen Stahlplatten aufgeschraubt waren. Ebenso das Tor, zu dem wir hereingekommen waren. Es war noch zusätzlich mit Eisenträgern gesichert, die in Halterungen lagen, die im Mauerwerk verankert waren.
Uns wurde erklärt, dass es Monate gedauert hatte, all das Material zu beschaffen, zu bearbeiten und anzubringen.
Die letzten Arbeiten wurden erst vor wenigen Tagen abgeschlossen.
Gleichzeitig hatten die Soldaten in weitem Umkreis alle Häuser, Geschäfte, Fabriken, Keller und Depots durchsucht und geplündert.
Alles Brauchbare hatten sie abtransportiert, hergebracht, inventarisiert und verstaut.
Vor allen Dingen natürlich Nahrungsmittel, Waffen, Munition, Werkzeug und Baumaterial.
Drei Mal hatten sie einen der Versorgungstrecks der Moslems abfangen und ausrauben können. Dadurch war ihnen jedes Mal eine größere Menge der begehrten Dinge in die Hände gefallen.
"Wir sind so gut ausgestattet, dass wir problemlos ein Jahr überstehen können." erzählte uns einer der Unteroffiziere, der sich als Sergeant John Holliver vorstellte. "Nennt mich John."
"Können wir uns irgendwo einen Überblick verschaffen?" fragte Hannes.
"Ja, vom Dachboden aus. Da gibt es einen Glockenturm, da kann man durch die Schallbretter schauen."
Wir kletterten hinauf und fanden dort den Offizier vor.
"Es sind wirklich viele." Seinen Miene war sorgenvoll.
"Und untypisch still." bemerkte Miriam.
"Ja, das ist mir auch schon aufgefallen."
Miriam streckte ihre Hand nach seinem Fernglas aus. Er reichte es ihr und sie hielt Ausschau nach den Fahrzeugen der Kommandeure.
Plötzlich zog sie scharf die Luft ein.
"Camden, Jassar, Abu Fallah, Holt und Said. Die Creme de la Creme der mörderischen Psychopathen."
Der Offizier nahm ihr das Fernglas wieder ab und schaute in die angegebene Richtung.
"So ein Pech!" murmelte der Amerikaner. "Da habe ich zwei der besten Sniper, die je ausgebildet wurden, in meiner Truppe und nicht ein Präzisionsgewehr."
"Könnten die die Kerle auf diese Entfernung treffen?" "Mit Leichtigkeit. Die fühlen sich sicher, weil sie außerhalb der Schussweite normaler Waffen sind. Scharfschützengewehre werden von den Waffendealern nicht verkauft. An Niemanden."
"Lassen sie die Jungs schon mal holen." rief Miriam und rannte die Treppe hinunter.
Der Offizier fragte nicht, schickte seine Ordonnanz nach den Snipern.

Es dauerte eine Weile bis Miriam und einer der Dorfbewohner mit je einem Kasten unter dem Arm die Treppe zum Glockenturm heraufgekeucht kamen.
Die beiden Scharfschützen erwarteten sie schon.
Sie bekamen große Augen, als sie die Kästen öffneten.
Sie holten die sorgfältig in Ölpapier eingewickelten Teile heraus und begannen sofort damit, sie zu reinigen und zusammenzubauen.
Dann machten sie sich damit vertraut, indem sie, natürlich ohne sie zu laden, den Druckpunkt ausloteten und ihre Ziele ins Visier nahmen.
Ohne viele Worte zu machen, luden sie die Waffen und schalteten die Laserzieloptik ein.
"Zuerst den Blonden und den mit den braunen Locken." forderte Miriam. "Das sind die Schlimmsten." Die Schützen nickten und wenige Sekunden später brachen die beiden Genannten zusammen. Bevor die Anderen bemerkten was los war, fielen die nächsten beiden. Auch der letzte schaffte es nicht, sich zu retten. Ein weiterer wurde verletzt.
Dann brach dort die Hölle los. Einige rannten davon, andere warfen sich in Deckung, ein paar Verrückte rannten wild schreiend und waffenschwingend auf das Gebäude zu. Sie kamen natürlich nicht weit.
Waffen wurden auf das Kloster gerichtet und sinn- und planlos abgefeuert.
Die Scharfschützen feuerten weiter, sobald sie ein Ziel hatten.
Nach kurzer Zeit zogen sich die Angreifer in sichere Entfernung zurück und das Schießen hörte auf.

Die beiden Soldaten bekamen Anweisung, im Glockenturm zu bleiben und jeden zu erschießen, der nahe genug herankam.

Wir anderen gingen auf unsere Posten.
Alles blieb ruhig.

Um 13 Uhr brachte man uns das Mittagessen.
Der Offizier setzte sich zu mir und Marc und ließ sich erzählen, wie wir an die Gewehre gekommen waren.
"Welche Ironie des Schicksals. Da haben sie sich, wer weiß wie und für wie viel Geld, zwei Präzisionswaffen beschafft, und starben nun selber durch deren Einsatz."
"Habe ich mich eigentlich schon vorgestellt? Ich bin Oberst Eisenhut. Nennen sie mich bitte Calvin."
"Marc."
"Lea."
Ich fragte ihn, und er bestätigte mir, dass seine Eltern kurz nach dem 2. Weltkrieg nach Amerika ausgewandert seien. Deshalb sprach er auch perfekt Deutsch, weil seine Eltern darauf bestanden hatten, dass zuhause nur diese Sprache gesprochen wurde. Sein Vater sei da sehr streng gewesen.
Bei dieser Erzählung erinnerte ich mich, dass mir mein Vater einmal erzählt hatte, dass eine seiner Cousinen nach Amerika ausgewandert sei. Ihr Mann sei ein sehr fähiger Ingenieur aber auch ein sturer Prinzipienreiter gewesen.
Ich beschloss, einen Versuchsballon zu starten und fragte: "Leben Edith und Alfons noch?"
Calvin schaute mich mit großen Augen an. "Woher kennen sie die Namen meiner Eltern?" "Von meinem Vater. Er war Ediths Cousin."
"Dann sind wir ja sozusagen Cousin und Cousine." rief er und riss mich in eine Umarmung. "Sozusagen." keuchte ich und schob ihn zurück.
Wir unterhielten uns lange und erzählten von unseren Familien. Meine Eltern lebten schon lange nicht mehr, ob seine noch am Leben waren wusste er nicht. Seit den Unruhen hatte es keine Nachrichten mehr aus den USA gegeben.

Am späten Nachmittag zogen sich dunkle Wolken zusammen und unter Blitz und Donner öffnete der Himmel seine Schleusen. Es schüttete wie aus Kübeln und es kam Sturm auf, der den Regen waagerecht gegen die Mauern peitschte.
Stundenlang zuckten Blitze und der Donner rollte, dass man fast taub wurde.
Gegen Morgen ließ das Gewitter nach und bald regnete es nur noch leicht.

Wir hatten abwechselnd geschlafen und gewacht und zum Frühstück wechselten wir uns auch ab.
Die Marodeure hatten sich in sichere Entfernung zurückgezogen und vergnügten sich damit, ab und zu eine Salve auf das Kloster abzugeben.

Die Belagerung begann.
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Beitragvon Andiamos » 21.02.2016, 17:26

Man oh Man....
hab jetzt gerade 2 Stunden mit Lesen eurer spannenden Geschichten zugebracht. Kompliment, ihr drei. Ihr habt wirklich Talent - ich war mitten drin in euren Erzählungen und bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Bitte nicht aufhören!
(Noch ist Deutschland nicht verloren... :mrgreen:)

LG
Angelika
Andiamos
 

Beitragvon Mankei » 21.02.2016, 19:13

Andiamos hat geschrieben:Man oh Man....
Bitte nicht aufhören!
(Noch ist Deutschland nicht verloren... :mrgreen:)

LG
Angelika

Hallo Angelika

An ein aufhören denkt hier noch keiner.
Du darfst aber auch gerne Mitschreiben.
Pleitegeier fragte ja ob nicht einmal einer was positives schreiben könnte.

Mankei
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Beitragvon Baggers » 21.02.2016, 19:48

Hallo,
ich muß mich da leider raushalten.
Mir fehlt einfach die Kreativitaet dazu.
Ich kann was nach einem Plan bauen, oder einn Plan zeichnen, aber sonst nix.
Ich bin auch vollkommen unmusikalisch und hab auch sonst keinerlei Talente.

Sorry (tiut mir leid)

baggers
Baggers
 

Beitragvon Mankei » 21.02.2016, 21:56

Baggers hat geschrieben:Hallo,
ich muß mich da leider raushalten.
Mir fehlt einfach die Kreativitaet dazu.
Ich kann was nach einem Plan bauen, oder einn Plan zeichnen, aber sonst nix.
Ich bin auch vollkommen unmusikalisch und hab auch sonst keinerlei Talente.

Sorry (tiut mir leid)

baggers

Hallo Baggers

Kein Problem wenn Du nicht schreiben willst.
Das Du keine Talente hast spreche ich Dir gleich mal ab.
Jeder Mensch hat ein oder mehrere Talente und ich kenne viele Menschen die weder einen Plan lesen oder nach einem Plan etwas bauen können, von dem Talent einen Plan zu zeichnen ganz zu schweigen.

Also sei nicht zu hart mit Dir.
Viele Grüße
Mankei
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Beitragvon Mankei » 21.02.2016, 22:07

Ralph und Tobias kamen zurück, sie hatten bei ihrer Erkundung nach Lagern der Amirab gesucht, so nannte er unsere Feinde und wir alle fanden den Namen passend. Sie brachen die Suche ab, ihre
Ortskenntnisse reichten einfach nicht aus und damit war die Gefahr groß sich zu verirren.

Alex und Karin redeten erneut mit Hennes, es ging ihm von Tag zu Tag besser und sie erhofften sich neue Erkenntnisse.

Es wurde nach mir und Helga gerufen, Hennes erzählte von einem Stützpunkt der anscheinend als Versorgungslager diente. Es gab dort viele Tiere und er sah auch als sie dort kurz Halt machten Berge von Langzeitnahrung der Amerikaner. Den genauen Ortsnamen wusste er nicht da es auf einer Wiese war, die nächste Ortschaft durch die sie kamen war Hohenfurch.

Bist du dir sicher, war die Straße auf der ihr gefahren seit uneben oder gut ausgebaut.
Hennes schaute mich an, ich glaube, nein ich bin mir sicher, sie war in einem teils schlechten Zustand, ich weiß es deswegen weil ab Hohenfurch die Fahrt deutlich ruhiger wurde.

Alex und Karin schauten mich an, weißt du wo das ist, natürlich kam es mir über die Lippen, Altenstadt, Franz-Josef-Strauss-Kaserne, Luftlandeschule, Fallschirmspringer und Einzelkämpfer Ausbildungsort. Ein guter Freund machte dort seine Ausbildung und hat mich öfters eingeladen.

War das Lager gut bewacht, Hennes?
Nein, wir waren gut bewacht, also unser Konvoi, aber dort im Lager waren höchstens ein Dutzend Männer, wenn überhaupt.

Karin fragte nach der Entfernung, Helga sagte 30 Kilometer ungefähr, ich nickte zustimmend.
Wir bedankten uns bei Hennes und gingen.

Wir machten uns auf den Weg nach oben, Ralph hockte im Stuhl und hatte als wir zu ihm gingen bestimmt schon eine Vorahnung was kommen sollte. Er rief sein Team zusammen, dazu noch Astrid und Kerstin. Wir wollten die Nahrungsmittel, die Tiere und was immer noch dort alles lagerte. Ralph sollte einen Plan ausarbeiten und sowie es morgen hell ist losfahren.

Als es morgen wurde trafen wir uns auf Ebene 1, Ralph erklärte noch einmal für alle den Plan.
Unser erstes Ziel ist heute bis nach Altenstadt zu kommen, dort einen geeigneten Aussichtspunkt zu besetzen und dann im Schutze der Nacht das Lager zu übernehmen. Da wir nicht wissen ob es dort Laster gibt wird auf der Fahrt zu unserem Endpunkt Ausschau nach möglichen Fahrzeugen gehalten. Drei Mann fahren im Panda, die anderen sieben im T5. Rainer, Uwe, Thomas, Philipp und Ralph bekamen Gewehre und Pistolen ausgehändigt, wir anderen mussten uns mit Messer und Baseballschlägern begnügen. Alex wünschte uns im Namen aller viel Erfolg und dann ging es auch schon los.


Wir fuhren die unbequemen Straßen, das machte den Weg länger aber in meinen Augen deutlich sicherer. Ralph schien es recht zu sein, er wollte jeder Konfrontation zumindest am Anfang absagen.
Es ging gut voran, einzig Transporter oder Lkw wurden nicht gefunden.
Altenstadt kam immer näher, in Hohenfurch abbiegend kann man von weitem schon den Flugplatz sehen, laut Hennes befand sich das Camp aber auf einer Wiese, wir mussten vorsichtig sein.
Ralph schickte nach mir um ab jetzt im Panda mitzufahren, die anderen sollten warten. Als wir das Ortsschild von Hohenfurch erreichten sahen wir das Lager, es war riesig. Ralph schätzte die Entfernung auf ungefähr 500 Meter, und nachdem wir die Umgebung prüften fiel uns ein Hügel auf der mit einigen Tannen besetzt einen guten Schutz bot. Uwe und Thomas wurden zum ausspähen abkommandiert, wir anderen machten es uns auf der Rückseite des Hügels bequem und warteten ab.
Thomas kam nach knapp einer Stunde zurück, er erzählte das anscheinend nur sieben Mann dort abgestellt seien, ob sich noch andere in einem der drei Zelte befanden konnte er nicht sagen. An Tieren hat er Kühe, Schafe, Ziegen und Hühner ausgemacht, gezählt habe er sie nicht, es sind aber sehr viele. Richtig interessant aber ist das größte Zelt, dort ging einer hinein und Thomas konnte dadurch sehen das es voll mit Kartons war die aussahen wie die MRE's der Amerikaner. Was in den anderen Zelten ist konnte er nicht sagen, noch nicht. Nun kam auch Uwe zurück, er berichtete das hinter dem großen Zelt Armeelaster stehen, außerdem sei ihm bei genauer Betrachtung aufgefallen das anscheinend dort unten keine „Amirab“ sondern nur „rab“ sind, wir alle fingen laut zu lachen an, also nur Araber fragte Philipp.
Ja antwortete Uwe!

Es war ruhig, sie waren sich ihrer Sache sehr sicher, augenscheinlich waren nur zwei bewaffnet, der Rest von ihnen lief ohne Waffen umher.

Ralph und Philipp heckten einen Plan aus, drei Gruppen a drei Mann, jede Gruppe mit einem Gewehr und einer Pistole die aber nur im absoluten Ernstfall benutzt werden sollten. Dazu noch die acht Baseballschläger, Seil und Isolierband zum fesseln.
Jede Gruppe nimmt sich ein Zelt vor und bei Schwierigkeiten sollte man ohne Skrupel das machen was man machen muss, es ist Krieg, keine falsche Scham, sie würden uns auch sofort töten, sagte Ralph mit ernster Stimme.

Nur so nebenbei rechnete ich Ralph vor das drei mal drei neun ist, wir aber zehn sind, Richtig gerechnet, du bleibst hier und falls es schief geht fährst du nach Hause und informierst die anderen.
Das ist jetzt nicht dein ernst oder, doch und da ich den Einsatz leite wird es so gemacht sagte Ralph.

Es wurde dunkel und alle außer mir bereiteten sich auf ihren Einsatz vor. Da ihr mir die Teilnahme verweigert bitte ich euch falls etwas schief geht nicht den Ort Landsberg oder den Bunker zu erwähnen, einigt euch auf irgendeinen Ort der weit entfernt von uns ist. Sie überlegten nur kurz und nahmen Peißenberg.

Ein letzter Blick durch das Fernglas und sie marschierten den Berg hinunter, sie kamen gut voran, gingen bis zum Gatter der Kühe und teilten sich auf, niemand sonst war zu sehen. Obwohl nur wenig zu erkennen war verfolgte ich weiter mit dem Fernglas das Geschehen. Nun waren alle drei Teams in den Zelten verschwunden, nichts passierte. Die Zeit verging, niemand war zu sehen, abgesehen von ein paar Tierlauten nichts zu hören. Sie müssen doch endlich raus kommen, wenigstens aus einem Zelt. Konnte es sein das alle drei Teams überwältigt wurden, ein Schuss, noch einer, im mittleren Zelt konnte man sehen das geschossen wurde. Warum kommen die anderen nicht zu Hilfe, ich haderte mit Ralphs Entscheidung, blieb aber in Deckung.

Ein weiterer Schuss, diesmal aus dem rechten Zelt, keine Reaktion, doch, ich sah wie die Zeltplane hochgerissen wurde und jemand im Rücklicht des Zeltes die Hand hin und her wedelte. Es war Thomas und er winkte das ich kommen soll.

Sofort lief ich los, mein Herz raste wie verrückt, ich merkte wie Adrenalin meinen gesamten Körper in Besitz nahm. Mehrmals stolperte ich, fing mich aber immer noch gerade und traf am ersten Zelt ein. Thomas sagte, beruhige dich, alles ist gut, nur Uwe im anderen Zelt wurde verletzt, es ist aber nicht so schlimm. Ralph kam aus dem linken Zelt hervor, na auch schon da.
Thomas rief nach mir, bei dir alles in Ordnung.
Klar sagte Ralph, kennst mich doch, diese Kameltreiber haben es echt nicht drauf.

Nachdem wir Uwe notdürftig versorgten, er hatte einen Beindurchschuss, machten wir uns daran das Lager zu durchsuchen. Es waren wirklich nur sieben „rabs“ hier und was wir alles fanden war unglaublich, keiner dachte an diese Ausmaße.

Wir mussten uns Gedanken machen wie viele Tiere mitgenommen werden sollten, am Ende einigten wir uns auf 20 Kühe, 20 Schafe, 20 Ziegen, 80 Hühner (2 Hähne), Schweine hat es keine gegeben, was aber niemanden wirklich wunderte. Die Armeelaster waren perfekt, die ersten beiden waren voll und schon ging es weiter mit dem kostenlosen Einkauf.

Was machen wir mit den „Rabs“ fragte Philipp, Ralph drehte sich um und lachte, dann sprach er das wir sie sicher nicht mitnehmen werden.

Das größte Zelt war mehr als beeindruckend, es türmten sich Karton um Karton mit MRE's, alle mit neuesten Datum. Da wir lange nichts mehr gegessen hatten überprüften wir gemeinsam einen Karton auf Geschmack, jeder war zufrieden.

Vier Laster wurden voll mit der wertvollen Fracht, es fehlten jetzt nur noch die zwei etwas kleineren Zelte. Uwe der mittlerweile auch mithalf kam aus dem ersten Zelt heraus und sagte laut das wir niemals glauben werden das da drinnen ist. Neugierig standen wir an bis uns Uwe Platz machte.
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Beitragvon Kavure´i » 22.02.2016, 03:44

In der Kapelle sangen sie: Es kommt ein Schiff geladen. Die Mutter Oberin sprach über den Sinn der Adventszeit.

Inzwischen dauerte die Belagerung schon 10 Wochen.
Draußen war es ungemütlich geworden.
Seit Tagen wechselten sich Schnee- und Graupelschauer ab. Der Wind heulte um die Klostermauern, auch tagsüber wurde es nicht richtig hell.
Wer keinen Dienst hatte, hielt sich im Speisesaal auf, dem einzigen geheizten Raum außer dem Raum, in dem die Kinder spielten und unterrichtet wurden.
Karola war stolz darauf, uns stockend aus einem Kinderbuch vorlesen zu können.
Schwester Alwine war eine begnadete Lehrerin und die Kinder lernten schnell und leicht.

Die Satansdiener ( wir hatten die Bezeichnung von den Nonnen übernommen ), hatten sich in den umliegenden Häusern eingerichtet.
Immer wieder war einer zu sorglos und kam in die Reichweite der Scharfschützen.
Einmal versuchte eine Gruppe, das Haupttor mit einem SUV einzurammen.
Ein Treffer in den Tank ließ das Fahrzeug in Flammen aufgehen.
Das ausgebrannte Wrack steht immer noch auf der Straße.

Am Dienstag nach dem 1. Advent kam einer der Beobachter und meldete, dass die Araber einen Treck Sklaven gebracht hatten.
"Das Pack braucht Unterhaltung." sagte Miriam, bleich vor Zorn.
Sie hatte Recht. Am Abend hörten wir Grölen, Lachen, Schreie und Weinen.
Wir hockten im eiskalten Flur und wären am liebsten laut schreiend und um uns schießend hinausgestürmt um den Unglücklichen zu helfen.
Einige hielten sich die Ohren zu, viele beteten und fast allen liefen vor Mitleid und Wut die Tränen übers Gesicht.

Als unsere Wache zu Ende war, gingen wir in den Speisesaal um uns aufzuwärmen.
Die Küchenhelfer brachten uns große Tassen dampfenden Tees.
Als ich meine Hände daran wärmen wollte, schrie ich leise auf.
Ich hatte mir die Fingernägel so in die Handflächen gebohrt, dass sie lauter blutige Halbmonde hinterlassen hatten.
Im Essen, das uns gebracht wurde, stocherten wir nur herum.
Plötzlich sprang Miriam auf.
"Wir müssen etwas unternehmen, wir können sie nicht einfach ihrem Schicksal überlassen."
Calvins Gesicht war wie aus Stein gemeißelt.
"Wir sind zu wenige. Bei einem Befreiungsversuch werden sie uns töten. Das hilft weder uns noch ihnen. Oh Herr! Hilf uns, ich flehe dich an!"
"Das werden wir wohl selber in die Hand nehmen müssen. Bisher hat er noch keine Engel mit flammenden Schwertern geschickt, die uns helfen sollen."
Miriam funkelte Calvin zornig an.
"Der Herr wird uns einen Weg zeigen." sagte er.
"Einen Dreck wird er tun! Dem sind wir alle scheißegal!" schrie sie. "Er hat keinem geholfen. Mir nicht, den anderen Frauen nicht. Ihm ist es egal, wenn die Männer zu Tode gefoltert werden! Und auch die Kinder lässt er schänden und elend verrecken!"
Bei jedem Satz war sie lauter geworden. Ihre Stimme überschlug sich.
Dann brach Miriam, die in den ganzen Monaten seit ihrer Befreiung nicht eine Minute Schwäche gezeigt hatte, weinend zusammen.
Helma war sofort an ihrer Seite und ging mit ihr aus dem Raum.

Man hätte eine Stecknadel fallen hören können.

In diesem Moment betrat Schwester Irmengard den Saal und bat Calvin, Marc, Max, die Unteroffizier und mich in die Bibliothek.
Die Mutter Oberin wollte uns sprechen.
Sie schaute sich suchend um: "Wo sind Helma und Miriam? Die brauchen wir auch."
Max sagte: "Heute nicht. Miriam ist zusammengebrochen und Helma ist bei ihr."
Schwester Irmengard schluckte, sagte aber nichts.

Calvin gab der Mutter Oberin eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse.
Sie nickte ernst.
"Miriam hat Recht. Wir müssen etwas unternehmen."
"Wir müssen sie befreien, egal wie." kam es von der Tür.
Miriam und Helma kamen herein.
Miriams Gesicht war rot und verschwollen vom Weinen. Aber jetzt waren ihre Augen trocken und ihre Bewegungen sicher und kraftvoll.
"Wisst ihr, was diese Menschen erleiden müssen?"
Sie fing leise und ruhig an zu erzählen.
"Sie haben uns benutzt wie Gegenstände. Jeder der uns haben wollte, hat sich eine Frau oder ein Kind ausgesucht. Die meisten überlebten nur wenige Tage. Sie haben sie vergewaltigt bis sie starben und lachten dabei.
Und das waren noch die Glücklicheren.
Der schlimmste war Camden, der mit den braunen Locken. Schade, dass er so leicht gestorben ist.
Er hatte bei den Arabs den Spitznamen "Toddler", weil er sich nur an den Kindern verging. Je jünger, desto lieber waren sie ihm.
Anfangs betete ich um Rettung, dann um einen schnellen Tod. Bald hörte ich auf zu beten.
Während der Jahre in ihren Klauen hielt mich nur noch mein Hass aufrecht. Und die Hoffnung mich rächen zu können und vielleicht meine Familie wieder zu finden.
Ich hatte viel Zeit über Gott nachzudenken.
Entweder steht er seiner Schöpfung gleichgültig gegenüber und es ist ihm egal, was auf dieser Erde geschieht.
Oder, noch schlimmer, er will es so.
In beiden Fällen sehe ich keine Veranlassung, so ein Wesen anzubeten."

Keiner von uns sagte etwas.
Ich hatte einen Kloss im Hals von ungeweinten Tränen.
Einer der Unteroffiziere hieb mit der Faust auf den Tisch. "Was werden wir unternehmen?"
"Wo haben sie die Leute untergebracht?" fragte ich.

Calvin schickte nach einem der Sniper. Von seiner hohen Warte aus hatte er den besten Überblick.
"Sie haben sie in einem der Häuser eingesperrt, gerade außerhalb unserer Reichweite. Vor einer halben Stunde haben sie die letzten beiden Frauen hineingetrieben."
Das Gesicht des Scharfschützen war vor Hass verzerrt.
"Zeig mir das Haus auf dem Stadtplan." befahl Calvin. "Das haben sie gut ausgewählt, zu weit für uns und keine Deckung."
"Besser hätten sie es wirklich nicht auswählen können." Schwester Irmengard strahlte über das ganze Gesicht.
Wir schauten sie alle an und glaubten, sie hätte den Verstand verloren.
Sie trat an einen der verglasten Bibliotheksschränke und holte einen alten Folianten heraus.
Sie legte ihn auf den Tisch und begann die Seiten umzublättern.
Auf unsere fragenden Blicke und die Ungeduld der Mutter Oberin reagierte sie nicht.
Endlich hatte sie gefunden was sie suchte.
Triumphierend zeigte sie uns eine Karte, auf der verwirrende Linien und Symbole eingezeichnet waren.
"Was ist das?" fragte Max.
"Ein Plan der Abwasserkanäle unter der Anlage. Einige dienten gleichzeitig als Geheimgänge.
Die Klosterbewohner konnten so in Zeiten der Not entweder fliehen oder sich in den Gängen verstecken bis die Gefahr vorüber war.
Und einer davon endet genau in diesem Haus!"
Wir beugten uns alle über den Plan.
"Warum weiß ich nichts davon?" fragte die Mutter Oberin.
"Weil diese Information nur von Bibliothekarin zu Bibliothekarin weitergegeben wird, die sie nur im absoluten Notfall preisgeben darf." erwiderte Schwester Irmengard.
"Und ein solcher Notfall war bisher nicht gegeben. Wir waren und sind hinter diesen Mauern sicherer als auf der Flucht."
"Da magst du Recht haben. Aber jetzt müssen wir uns schnellstens einen Plan zur Rettung dieser Unglücklichen ausdenken. Jede Stunde, die sie länger als nötig bei diesen Unmenschen verbringen müssen, ist eine zu viel."
"Ich gehe mit 10 Mann dort hin und hole sie raus. Schwester Irmengard wird uns führen und uns den Weg zeigen." bestimmte Calvin.
"Das halte ich für keine gute Idee." kam es von Miriam. "Wenn die euch sehen und hören, werden sie euch nicht vertrauen. Wie auch."
"Du hast Recht. Wer geht dann?"
"Ich werde mitgehen." meldete sich die Mutter Oberin. "Und außer Schwester Irmengard hätte ich gerne Hannes mit seiner Armbrust dabei. Max und Lea, wie sieht es mit euch beiden aus?"
Am Ende waren wir 8 Personen, weil Marc, Miriam und Helma nicht zurückbleiben wollten.

Um 2 Uhr morgens versammelten wir uns in der Krypta. Aus Erfahrung wussten wir, dass zu dieser Zeit die Aufmerksamkeit am geringsten und der Schlaf am tiefsten ist.
Miriam hatte gemeint, wir müssten kaum damit rechnen, dass sich Wächter bei den Gefangenen befinden würden. Die Sklaven wurden eingeschlossen und normalerweise nicht bewacht. Wo sollten sie schon hin?
Schwester Irmengard ging zu einem der steinernen Sarkophage und drehte den schweren Deckel, der sich überraschend leicht bewegen ließ. Es wurde eine Treppe sichtbar, die wir hinunterstiegen.
Im Schein unserer Taschenlampen machten wir uns auf den Weg.
Der Gang war gemauert und gerade so hoch, dass ich aufrecht gehen konnte. Die hochgewachsene Irmengard, Max und Marc gingen gebückt.
Schwester Irmengard orientierte sich an für uns nicht sichtbaren Merkmalen. Viele Gänge kreuzten den unseren. An keinem Abzweig zögerte sie.
Nach einer geschätzten halben Stunde standen wir am Fuß einer Treppe, die nach oben führte.
"Ab jetzt keinen Laut mehr." flüsterte sie.
Bis auf eine machten wir die Taschenlampen aus.
Mehr als zwei Personen konnten nicht nebeneinander auf der Treppe stehen. Max und Hannes stiegen hinauf. Im Licht der Lampe sahen wir einen starken Riegel, der eine Tür verschlossen hielt.
Der Riegel sah nicht aus, als wäre er in letzter Zeit benutzt worden. Aber er ließ sich leicht und geräuschlos bewegen. Die Lampe wurde ausgemacht und die beiden Männer öffneten die Tür vorsichtig ein wenig. Die Tür stellte sich als ein Stück Mauerwerk heraus, das sich in der Mitte drehen ließ.
Durch den entstandenen Spalt spähten sie in den Raum. Durch ein mit Spinnweben verhangenes Fenster fiel ein wenig Licht herein und nachdem sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sahen sie, dass sich der Ausstieg in einem Kellerraum befand.
Sie öffneten die Tür vollends und wir betraten den Raum.
Helma blieb bei der Tür zurück und wir anderen machten uns leise auf den Weg.
Zuerst ging Hannes mit gespannter Armbrust. Dann gingen die beiden Nonnen und wir anderen blieben etwas zurück.
Eine weiter Treppe brachte uns ins Erdgeschoss in die Küche.
Mit dem Rücken zu uns stand eine Frau an der Spüle und ließ Wasser in einen Becher laufen. Durch das Geräusch des Wasserstrahls hörte sie uns nicht.
Miriam legte ihr von hinten einen Arm um den Hals und eine Hand auf den Mund.
"Still! Keinen Laut! Wir sind hier um euch zu retten." flüsterte sie ihr ins Ohr.
Die Frau rührte sich nicht. Die beiden Nonnen traten in ihr Blickfeld und die Frau entspannte sich.
Als Miriam sie los ließ, flüsterte sie: "Holt ihr uns alle hier raus?"
"Sind Wachen bei euch?" Sie schüttelte den Kopf.
"Wie viele seid ihr? Kannst du die anderen holen ohne dass jemand Lärm macht?"
Sie nickte.
Dann ging sie in den angrenzenden Raum. Zuerst kam eine Frau mit zwei Kindern an der Hand. Ohne einen Laut ließen sie sich den Weg in den Keller zeigen.
Nach und nach kamen insgesamt 24 Frauen und 19 Kinder in die Küche und versammelten sich im Kellerraum.
Es war direkt gespenstisch, wie lautlos der Exodus vor sich ging.
Zum Schluss kam die Frau, die wir in der Küche überrascht hatten.
"Sind alle da?" Wieder ein Nicken.
Im Kellerraum sagte Schwester Irmengard: "Ich gehe voraus. Ihr bleibt alle hinter mir. Keiner geht in einen der abzweigenden Gänge. Wir können euch nicht suchen, wenn ihr euch verirrt."
Sie ging durch die Tür, die man vom Keller aus nicht als solche erkennen konnte, gefolgt von der Mutter Oberin und Helma.
Danach schickten wir die Frauen und Kinder die Treppe hinunter. Am Schluss gingen Hannes und Max, die die Tür wieder verriegelten.
Die Taschenlampen wurden wieder angeknipst und wir marschierten zurück zum Kloster.
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Kavure´i
 

 


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