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einrädriger Wanderanhänger

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einrädriger Wanderanhänger

Beitragvon busbeck » 19.08.2017, 12:49

Hallo da draußen!

Meine liebe Holde und ich waren mit unserem Hund siebeneinhalb Monate zu Fuß in Italien und Spanien unterwegs. Es gab natürlich einige schwierige Passagen, darunter die Schweizer Traversina (bei der Via Mala), die Via Spluga oder die Pyrenäen. Insgesamt sind wir 2.600 km gelaufen.

Wir wollen generell nicht jedes Mal, wenn wir Hunger haben, ein Restaurant aufsuchen oder viel Geld fürs Übernachten in Hotels liegen lassen. Wir lieben es deshalb, möglichst unabhängig unterwegs zu sein. Das heißt: Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Kocher, Essen, Wasser usw. Das heißt: VIEL GEWICHT! (Und optimales Krisentraining!)

Wir hätten die Wanderung auf diese unsere möglichst unabhängige Weise nicht machen können, wenn wir nicht diesen einrädrigen Hänger im Internet entdeckt hätten, den Trailmate, den ein sehr netter Schwabe in Serie gebaut hat. Es gibt eine Internetseite: Links sind nur für registrierte User sichtbar..

Da ich weiß, dass es in diesem Forum immer noch Leute gibt, die sich nicht nur mit politischen Schlammschlachten herumschlagen, sondern auch echte Krisenvorsorge betreiben wollen, habe ich schon während der Wanderung immer wieder gedacht, den Trailmate hier vorzustellen. Und das mach ich jetzt, mit Begeisterung und Überzeugung:

"Gewicht? Muss ich nicht tragen, dafür hab ich den Trailmate."
Das ist natürlich etwas übertrieben, aber es ist echt der Hammer, wie viel man auf Dauer mit dem Trailmate tragen kann. Bergauf ist der Trailmate auch mit 30 Kilo bepackt kein Problem. Bergab hatte ich immer wieder Angst, ob die Verbindungen auch wirklich halten. Und bei allzu großen Steinen hat meine Frau dann vorsichtshalber das Rad etwas gehalten und damit den Wagen entlastet. Trotzdem: DAS DING HAT SUPER GEHALTEN, auch wenn das Rad einen Stein runtergeplotzt ist.

Ich hab manchmal gedacht, vielleicht hätten wir den weit stabileren Fatmate nehmen sollen, aber den hat es zu der Zeit nicht mehr gegeben. Vielleicht ist er jetzt wieder erhältlich.

Das Gepäck war in einer großen (wasserdichten) ORTLIEBTASCHE drin. Die ist super, allerdings hab ich wohl irgendwas falsch gemacht, denn irgendwann ging der Reißverschluss nicht mehr so richtig zu, und das war natürlich bei REGEN nicht so der Hit. Ich hab mir überlegt, das nächste Mal einen ROLLSACK mitzunehmen (oder zwei). Ist nicht so komfortabel, aber mit Sicherheit sind die Ortlieb-Rollsäcke weniger anfällig.

Der RUCKSACK hat natürlich auch Vorteile im Vergleich mit dem Trailmate. Man kann schneller umdrehen und wenden. Vor allem wenn es eng ist, ist das echt dumm. Das Gute ist, dass man den Trailmate superschnell vom mitgelieferten Gurt wegschnallen kann.

Wenn das Ding einigermaßen im Gleichgewicht ist (durch ausgewogenes Packen), dann sind auch einigermaßen anspruchsvolle Wanderungen kein Problem. Man hat die HÄNDE FREI für die Karte oder den Regenschirm, denn die Deichsel ist an der Hüfte (am modifizierten Klettergurt) festgemacht.

Der Grund, warum ich den Trailmate in Bezug bringe zu Krisenvorsorge ist das Thema FLUCHT. Wenn Flucht schnell geschehen muss, klar, da schnapp ich mir schnell den Fluchtrucksack. Wenn ich aber Zeit habe, dann kann es sein, dass der Trailmate die bessere Wahl ist, vor allem wenn ich viel mitnehmen will. Jedenfalls bin ich froh, dass ich das Ding hab, nicht nur wegen Krisen- und Fluchtgedanken.
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Monowalker_Trailmate.jpg
busbeck
 

Beitragvon crazy » 19.08.2017, 19:22

Hallo busbeck,

vorab erst einmal ein dickes "Danke" für Deine Vorstellung des Trailmate bzw. Monowalker! Siebeneinhalb Monate mit Frau und Hund zu Fuß unterwegs? Ich gebe zu, ein klein wenig Neid kommt da bei mir auf... wiewohl unser "Jagdrevier" mit unseren Schlittenhunden doch sehr viel weiter nördlich läge...egal.

Ich hab' gerade nicht gar so viel Zeit aber zwei Fragen, die mir zu dieser Konstruktion (auch aus meiner Vergangenheit als passionierter Reiseradler) einfallen:

- Wie würdest Du aus Deiner profunden Praxis die Gewichtsverteilung der gepackten Last zwischen Hinterrad und Hüftgurt einschätzen?

- Ist das Ding nicht plus/minus relativ kippelig, da es "nur" ein Rad hat? (Mein damals einmal getesteter Fahrradeinradanhänger wäre jedenfalls auf seiner einzigen Tour um haaresbreite im Oberlauf der Elbe geendet...) Wenn ich mir die Konstruktion auf der Webseite näher ansehe, dann hat das Gestänge vorne ja recht ausgeprägte Handgriffe - ich stelle mir -vermutlich völlig zu Unrecht- gerade vor, das ich damit den ständig hinter mir axial schwankenden Hänger unter Kontrolle halten muss.

Viele Grüße
crazy
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crazy
 

Beitragvon sipo » 19.08.2017, 22:23

Das sind Menschen die leben!
Danke schreibst du.
Ich könnte sabbernd zu Boden fallen. Danke.
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sipo
 

Beitragvon Pleitegeier » 20.08.2017, 12:28

Hallo Sipo!
Auch ich sage Danke!
Ich beneide Euch für Euer Tun.Aber die Geschichte bringt mich zumindest zum Träumen!
Tolle Leistung.

Das mit dem Einen Rad macht mir auch Gedanken aber ich vermute,das sich der Hersteller diesbezüglich Gedanken gemacht hat.
Meine Erfahrung ist nur Bollerwagen und Senioren-Einkaufswagen und so manchmal habe ich mir die Hand verdreht.

Allerdings auch erleichternd.
LG
Pleitegeier :oops:
Pleitegeier
 

Beitragvon Powerschaf » 25.08.2017, 13:03

Der Tipp ist ja Gold wert! Danke
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Powerschaf
 

Beitragvon busbeck » 02.09.2017, 20:30

Sorry für die späte Antwort..., hatte Probleme mit dem Internet.

crazy hat geschrieben:- Wie würdest Du aus Deiner profunden Praxis die Gewichtsverteilung der gepackten Last zwischen Hinterrad und Hüftgurt einschätzen?

Ich hab immer versucht, die schweren Sachen Richtung Rad (also hinten) zu packen, die leichten Richtung Körper (also vorne). Aber oft waren halt eben dann doch auch schwere Sachen vorne. Trotzdem war ich unterm Strich besser dran als meine liebe Holde, die den Rucksack durch die Gegend schleppte...
crazy hat geschrieben:- Ist das Ding nicht plus/minus relativ kippelig, da es "nur" ein Rad hat? [...] Wenn ich mir die Konstruktion auf der Webseite näher ansehe, dann hat das Gestänge vorne ja recht ausgeprägte Handgriffe - ich stelle mir -vermutlich völlig zu Unrecht- gerade vor, das ich damit den ständig hinter mir axial schwankenden Hänger unter Kontrolle halten muss.

Ich denke an den "Bob", einen einrädrigen Fahrradanhänger, der ging auch gut, obwohl er nur ein einziges Rad hatte. Der Trailmate hat in der Tat ein recht ausgeprägtes Griffgestell. Aber normalerweise hatte ich meine Arme am Körper. Der Karren war stabil, weil er satt eng an meinnem Gurt dran war. Die Griffe waren vor allem nötig, wenn schlechtes Terrain war. Cinque Terre in Italien war am schlimmsten.
Ich muss vielleicht noch was sagen: Am Anfang ist das Wandern etwas seltsam, weil der Gehrhythmus ein anderer ist. Du machst einen Schritt vorwärts. Dann schiebt der Wagen mit seinem Gewicht nach. Das gleichst Du aus, indem Du mit der Hüfte Spannung nach hinten aufbaust (Muskeltraining!). Aber man gewöhnt sich schnell dran. Ein bisschen komisch hat sich nach stundenlangem Wandern dann allerdings zum Beispiel ein Stadtbummel ohne Karren angefühlt. Ich hab in der ersten Minute den "Karrenrhythmus" nicht so recht losgekriegt. Na ja, eine Minute ist vielleicht viel. Eher Sekunden. Aber witziges Gefühl. Das lässt sich vielleicht vergleichen mit "mit viel Gepäck in den Lowridern fahren" und dann "mit wenig Gepäck in den Lowridern fahren". Dann zappelt das Fahrrad. Im Falle Trailmate zappel halt ich einen Moment. :wink:
busbeck
 

Beitragvon crazy » 10.09.2017, 12:48

Hallo busbeck,

Danke für Deine ausführliche Antwort! Ich stecke nämlich seit geraumer Zeit in Überlegungen, einen kleinen gezogenen Karren zu konstruieren. Bisher war ich da immer so in etwa bei 60cm Breite und zwei Rädern (im Prinzip sowas wie ein sehr abgespeckter Radanhänger).

busbeck hat geschrieben: ...Aber witziges Gefühl. Das lässt sich vielleicht vergleichen mit "mit viel Gepäck in den Lowridern fahren" und dann "mit wenig Gepäck in den Lowridern fahren". Dann zappelt das Fahrrad. Im Falle Trailmate zappel halt ich einen Moment. :wink:


Das mit den abgenommenen Lowridertaschen kenne ich zur Genüge aus eigener Erfahrung - man fährt im ersten Augenblick, als habe man das gerade eben erst gelernt...

Viele Grüße
crazy
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crazy
 

Beitragvon busbeck » 13.09.2017, 22:00

crazy hat geschrieben:[...] Ich stecke nämlich seit geraumer Zeit in Überlegungen, einen kleinen gezogenen Karren zu konstruieren. Bisher war ich da immer so in etwa bei 60cm Breite und zwei Rädern (im Prinzip sowas wie ein sehr abgespeckter Radanhänger).

Ich persönlich finde Selbstgemachtes so gut wie immer sympatischer als Gekauftes. Und für ein paar kleine Wanderungen ist die Handmadelösung sicher mehr als ausreichend. Wir waren ja ein Jahr jeden Tag unterwegs, und da haben wir uns halt die Komfortversion gegönnt.
Viel Spaß beim Basteln! (Und Erfolg!)
busbeck