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Überleben

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Überleben

Beitragvon Mankei » 03.11.2017, 23:14

Weltuntergang?

1. Januar
Habe mich dazu entschlossen ab sofort ein Tagebuch zu führen.
Ich möchte nicht den Eindruck erwecken das meine Erlebnisse wichtig für die Nachwelt sind, zumal ich glaube das die ganze Menschheit gerade am Aussterben ist, sondern der einzige Grund hierfür ist das ich mich dadurch etwas ablenken kann weil ich hier unten langsam aber sicher durchdrehe.

Noch eine kleine nicht unwichtige Randnotiz was Datum und Uhrzeit betrifft.
Heute ist natürlich nicht der erste Januar, ich habe keine Ahnung welchen Tag wir heute haben oder wie spät es gerade ist da ich in einem dunklen ausgebauten Keller lebe und es Tag oder Nacht für mich so nicht mehr gibt.

2. Januar
Habe schlecht geschlafen weil ich mich nachdem ich gestern aufhörte zu schreiben den ganzen Tag und die Nacht damit verbrachte darüber nachzudenken was ich heute in mein Tagebuch schreiben werde.


Mit dem zählen der Tage habe ich mittlerweile aufgehört, ob es jetzt Tag 50, 100 oder 500 ist wird für niemanden mehr wichtig sein, auch wird es niemanden mehr interessieren was denn eigentlich passiert ist das die Welt aus allen Fugen geriet.
Einen kleinen Hinweis wie lange das nun schon so geht habe ich dann aber doch für dich liebes Tagebuch.
Die Lebensmittel waren nach meinen Berechnungen für etwa 12 - 15 Monate ausreichend, vor zwei Wochen fing ich aus Sicherheitsgründen mit dem Rationieren an.

Bestand 2. Januar:
282 Liter Wasser
55 Dosen Linseneintopf
36 Dosen Ravioli
32 Dosen Spaghetti Bolognese
29 Dosen Pfirsiche
29 Dosen Birnen
18 Dosen Erbsen
14 Dosen Karotten
19 Kilo Reis
18 Kilo Nudeln
89 Fertiggerichte im Beutel
24 Kilo NRG 5 (ich hoffe die muss ich nie essen), habe eines probiert weil ich dachte es ist Schokolade mit Vitaminen, schmeckt erbärmlich!
64 Tafeln Schokolade
16 Dosen Nusskuchen (a 400 gramm)
12 Beutel Eierpulver (a 200 gramm)
14 Kilo Zucker
11 Kilo Salz
10 Kilo Mehl
15 Kilo Kaffee
96 Packungen Tee (verschiedene Sorten)
38 Beutel mit Frühstücksmüsli
24 Beutel Milchpulver (je 1 Liter)
12 Dosen Brot (a 500 gramm)
21 Dosen Frühstücksfleisch (a 400 gramm)
6 Kartons MRE (sind noch verpackt, ist aber anscheinend auch etwas zu Essen)
Am Anfang gönnte ich mir täglich 3 Liter Trinkwasser plus das Wasser was ich zum Kochen und Waschen brauchte.
Nun trinke ich noch maximal 2 Liter am Tag und das Wasser zum Kochen wird mehrmals verwendet.
Waschen nur noch alle drei Tage was durch den Umstand das ich alleine bin kein allzu großes Problem darstellen dürfte, Rasieren habe ich ganz aufgegeben und an den Bart habe ich mich jetzt schon etwas gewöhnt wenngleich eine Rasur an erste Stelle steht sollte ich unverhofft an Wasser gelangen.

3. Januar
Heute hörte ich ein komisches Geräusch, zuerst dachte ich jemand wäre über mir in der Wohnung aber es war nur ein kurzer Moment, dann war es wieder still.

Immer öfters denke ich daran hoch zu gehen, was kann denn schon passieren, im schlimmsten Fall werde ich sterben, ob durch einen Menschen oder durch eine von Menschen herbeigeführte Katastrophe ist eigentlich unwichtig.
Spätestens wenn die Vorräte verbraucht sind wird mir keine andere Wahl mehr bleiben und ich muss nach draußen.

Helmut

4. Januar
Für dich liebes Tagebuch:
Zuerst wollte ich natürlich wie alle anderen Menschen unbedingt wissen was eigentlich passiert ist, aber Radio und Fernsehen sendeten sehr schnell schon nicht mehr.
Das Internet war am längsten online, schon komisch weil jeder damals dachte als es los ging dass das WorldWideWeb zuerst abgeschaltet wird.
Dem war aber eben nicht so, allerdings hatte fast jede Seite seine eigenen Vorstellungen was denn überhaupt passiert ist.
Man konnte niemanden mehr Glauben, das einzige was aber geschah war das Menschen starben und das ganze System wie wir es bis dahin kannten zusammen brach.

Man hörte und las das Atombomben abgeworfen wurden, dann etwas später sprach man von biologischen Waffen und dann schließlich auch noch von chemischen Waffen.
Aber alles hat sich nicht bewahrheitet, richtig verrückt wurde es dann als man keine Erklärungen mehr hatte und sie anfingen von EMP‘s zu reden oder gar von Aliens.

Ich habe von dem ganzen selbst nichts gesehen, es gab immer wieder mal Schüsse, nicht viele und auch nur von kurzer Dauer, aber das war es auch schon und wenn ich ganz ehrlich zu dir bin interessiert es mich auch nicht mehr. Ich hätte natürlich besser vorsorgen sollen, als es los ging hatte ich zwei Pizzas in der Tiefkühltruhe und ein paar Joghurts im Kühlschrank, mehr nicht.
Die Geschäfte waren so schnell leer das ich gerade noch einen Sixpack Wasser und drei Dosen Hühnereintopf ergatterte.

Warum ich bis jetzt überlebte habe, ich kann mich anscheinend perfekt anpassen, nein nicht wirklich, wenn ich ehrlich bin hatte ich nur Glück, als ich im Internet unterwegs war kam ich zufällig auf eine Seite wo es um Preppern ging. Ich hatte keine Ahnung was das war, aber ich hatte Hunger und dort wurde von Essen geredet, also habe ich mitgelesen.
So nach und nach lernte ich deren Redeweise und passte mich an und schon nach kurzer Zeit bekam ich einen Hinweis auf den ungefähren Standpunkt eines in meiner Nähe lebenden Prepper.

Jedenfalls brach alles zusammen, das eine früher, das andere später und schon nach wenigen Wochen gab es keine Regierungen mehr, wenn ich ehrlich bin gab es gar nichts mehr.
Die Menschheit hatte es eilig wieder in die Steinzeit zu kommen und nichts hielt sie dabei auf.

5. Januar
Habe schlecht geschlafen, oben gab es ein heftiges Gewitter mit starkem Regen.
Ich hocke hier unten und sehne mich nach Wasser während es über mir zum Greifen nahe ist.
Ich denke ironischerweise nicht daran das Wasser zum trinken zu verwenden sondern mir endlich den Bart abzurasieren, denn er macht mich noch verrückt, wenn man nicht aufpasst dann bleibt immer irgend etwas hängen und man verklebt sich die Haare dadurch.

Ich merke, nicht erst seit heute, dass mein Gehirn immer träger wird.
Es fehlt mir der Antrieb etwas Sinnvolles zu machen, lege mich dafür lieber aufs Bett und lagere alles was ich den Tag so brauche in unmittelbarer Nähe nur um nicht aufzustehen zu müssen.

6. Januar
Wie ich diese Tage hasse.
Die Toilette ist voll und wie immer heißt es dann, Beutelwechsel.
Obwohl ich deutlich weniger esse als zu Beginn hat sich an Menge und Häufigkeit meines Geschäftes eigentlich nichts geändert.
Zum Glück habe ich genügend Beutel zum Wechseln und der eigens für Abfälle angebaute Raum nebst guter Isolierung verträgt noch so einiges an Zuwachs.

7. Januar
Habe von Gutem und vor allem frischen Essen geträumt. Wie gerne hätte ich einen Apfel, eine Banane oder frisches Fleisch.
Wenn schon nach kurzer Zeit das Verlangen so stark ist wieder etwas richtiges zu Essen wie wird es dann erst in einem Jahr sein.

8. Januar
In einer alten Zeitung fand ich einen Artikel der sehr interessant war. Dort wurde von einem Konflikt berichtet von dem ich bis dato nichts wusste.
Es ging darum das einige Anbieter von Energie sich auf der ganzen Welt die Dienste verschiedener Söldner sicherten. Die Rede war von einer Armee die mittlerweile über 100000 Mann betragen soll und mit neuesten Waffen bestückt worden war.
Ich denke kurz nach und lege die Zeitung beiseite, selbst wenn es stimmte was dort stand, ein Land wie Deutschland würde ohne Probleme mit dieser Menge fertig werden, Frankreich und England sowieso, Amerika, Russland oder China würden es als lächerlichen Versuch abtun.

9. Januar
Ich hocke am Tisch und spiele Tic Tac Toe, ich versuche nicht zu schummeln aber jedes dritte oder vierte Spiel gewinne ich regelmäßig gegen meinen Gegner und genehmige mir nach jedem Sieg ein Stück Schokolade.
Wie trostlos das ganze ist wird mir immer mehr bewusst, irgendwie habe ich Angst hier unten völlig durchzudrehen.

10. Januar
Ich hatte schon öfters den Verdacht das über mir Menschen sind, heute hörte ich aber zwei Menschen laut sprechen die anscheinend in der Küche nach Lebensmittel suchten.
Sie rüttelten auch an der Tür zum Keller gaben aber nach einigen Versuchen ihr Vorhaben auf.
Ich habe Angst das sie mit Werkzeug zurück kommen werden um die Türe zu öffnen.

11. Januar
Habe die ganze Nacht nicht geschlafen aus Angst das ich entdeckt werde.

12. Januar
Auch heute hörte ich wieder Geräusche, allerdings war ich mir sicher sie kamen nicht aus dem Haus sondern von der Straße.

Gerade als ich mich fertig machte um schlafen zu gehen, hörte ich wieder Geräusche über mir die aber nach ein paar Minuten wieder verschwanden.

13. Januar
Ich werde verrückt. Schon bei dem kleinsten Laut schrecke ich zusammen und vermute das jemand zu mir runter kommt.

14. Januar
So kann es nicht weiter gehen. Wenn man alleine ist wird aus jeder sprichwörtlichen kleinen Fliege ein Elefant und genau so geht es mir, deswegen habe ich mich entschlossen mein Leben hier unten aufzugeben und es oben zu versuchen.

15. Januar
Zwei Rucksäcke gepackt, der große ist voll mit Wasser und Lebensmitteln, der andere enthält nützliche Sachen die ich bestimmt brauchen werde.

16. Januar
Morgen werde ich das Haus verlassen, den heutigen Tag nutzte ich um alles noch einmal zu überprüfen und dadurch jedes Risiko so gering wie möglich zu halten.

Da ich mir nicht vorstellen kann noch einmal herzukommen kochte ich mir ein fürstliches Abschiedsessen. Seit langem hatte ich keinen Hunger als ich ich zu Bett ging.

Aufbruch

17. Januar
Gleich nach dem aufstehen und meinem letzten Frühstück ging es los.
Die Kellertüre knarrte fürchterlich beim öffnen und der erste natürliche Lichtstrahl seit Monaten der meine Augen traf löste ein schmerzhaftes Brennen aus. Es dauerte über eine Minute bis ich wieder klar sehen konnte. Ich verbarrikadierte die Kellertüre und gehe in die Küche, schaue vorsichtig aus dem Fenster, alles war ruhig, niemand war zu sehen.

Die Eingangstüre stand offen und gerade als ich mich auf den Weg machen wollte schaute ich ein letztes Mal in Richtung des Kellers und fühlte so etwas wie Befreiung in mir. Der kleine Raum dort unten half mir zu Überleben doch auf Dauer hätte er mich umgebracht, dessen bin ich mir absolut sicher, egal wie lange meine Vorräte auch gereicht hätten.

Vorsichtig ging ich zum Gartentor und nachdem alle Seiten überprüft waren galt mein letzter Blick nun dem umgepflügten Boden rechts neben mir.

Ich wusste nicht viel von Helmut, er war etwa 45 Jahre alt, lebte alleine und war ein Prepper.
Als ich damals nach Nahrung suchte fiel mir sein Haus auf da es das einzige weit und breit war aus dem etwas Licht kam. Er hatte alles versucht sein Heim und seine Schätze zu schützen doch eine kleine Unachtsamkeit beim Abdunkeln des Wohnzimmers wurde ihm zum Verhängnis.
Nach vielen vergeblichen Anklopfen machte er schließlich doch die Türe auf, meine Ankündigung Verstärkung zu holen und sein Haus dann einfach zu stürmen änderte Helmuts Meinung schlagartig. Er dachte damals wohl das ein einzelner leichter zu besänftigen ist als eine ganze Meute. Helmut dachte an viel, daran aber das ich die erste Möglichkeit nutzen würde um ihm mein Messer ins Herz zu stoßen, damit hatte er nicht gerechnet.
Das ich Helmut aus dem Forum kannte behielt ich für mich und das er es war der mich in diese Gegend führte um nach ihm zu suchen.

18. Januar
Habe die erst Nacht im Freien verbracht und aus Angst bemerkt zu werden kein Feuer gemacht. Gegessen habe ich auch nur kalt, eine Dose Linseneintopf die kalt genauso schlecht schmeckt wie warm reichte mir um bei Kräften zu bleiben.

19. Januar
Helmuts Fahrrad und Anhänger leisten mir gute Dienste, ohne sie hätte ich Tage gebraucht um die nächste Stadt zu erreichen. Jetzt habe ich mir auf einer Anhöhe einen gut geschützten Unterschlupf gebaut denn ich einige Tage verwenden werde.
Meine Taktik ist die selbe, ich warte und beobachte so lange bis ich ein Ziel finde, dann schlage ich zu.

20. Januar
Der Tag war sehr ruhig, ich sah niemanden umherlaufen was mich etwas nervös machte.
Das gute daran ich entfachte ein kleines Feuer und gönnte mir eine warme Tasse Tee.

Für morgen nehme ich mir vor weiter in die Stadt hinein zu fahren, ich muss wissen ob es hier noch Menschen gibt.

21. Januar
Gleich nach dem aufstehen versteckte ich meine Sachen in einer Mulde und bedeckte sie einigen Ästen und Blättern, meinen Anhänger legte ich etwa 100 Meter davon entfernt verkehrt herum an den Straßenrand und dekorierte zusätzlich noch einige verrostete Stangen dazu, so war ich mir sicher das bei meiner Ankunft noch alles da war.

In den Ort fuhr ich mit dem Fahrrad, einen Verlust des Rades hätte ich mit unzähligen Alternativen kompensieren können obwohl das Rad von Helmut in einem sehr guten Zustand war und ich mich daran gewöhnt hatte.

Ich durchsuchte zig Häuser nach Essen und Trinken fand jedoch nichts, es war zum verzweifeln.

Nach einigen Stunden ohne Erfolg wollte ich die Suche abbrechen und hockte mich um meine weitere Vorgehensweise zu überdenken mitten in die Straße.

Nichts war zu hören, selbst Tiere hatte anscheinend die Stadt verlassen.
Ich hatte die Karte in der Hand die mir Helmut freundlich wie er war überlassen hatte.
Zur nächsten Stadt waren es ziemlich genau 30 Kilometer und auch wenn die Stadt zehn mal so groß war gab es doch keine Gewähr hier etwas zu finden.

Ich erhoffe mir mehr Chancen in einer der vielen kleinen Ortschaften die hier verstreut gelegen sind um etwas zu finden.

Ich liege in einem schönen bequemen Bett, auf dem Rückweg kam ich an einem riesigen Haus vorbei das durch eine hohe Mauer bestens vor neugierigen Blicken geschützt war.
Wie ich so im Bett liege höre ich wie es zu Regnen beginnt.
Sofort holte ich Töpfe, Wannen und Tassen aus der Küche und stellte sie draußen auf.

22. Januar
Es regnete die ganze Nacht hindurch und ich habe geschätzt 200 Liter Wasser bekommen.
Nachdem ich alle meine Flaschen und Kanister voll hatte blieb ein beachtlicher Teil Wasser übrig den ich dazu nutzte mir endlich diesen verdammten Bart abzuschneiden und danach mit dem Rest eine ausgiebige Waschung zu machen.

Mein Plan war heute schon aufzubrechen, doch der Umstand das ich rasiert und gut riechend war setzte Glücksgefühle frei die ich auskosten wollte und deshalb werde ich meine Reise um einen Tag verschieben.

Stattdessen inspizierte ich das Haus und fand in einer der unzähligen Kommoden mit hunderten Schubladen etwas das ich schon lange auf meinem Wunschzettel hatte, eine analoge Uhr.

Zuerst dachte ich die Uhr ist eine dieser verkappten Neuzeituhren die auf alt machen aber in Wirklichkeit neueste Technologie enthalten, doch um so erfreuter war ich als ich den Drehknopf betätigte und sah wie kurz danach der Sekundenzeiger begann sich zu bewegen.

Meine alte Uhr war damals wie wahrscheinlich der größte Teil einfach irgendwann stehen geblieben, ich wusste nur das es in Deutschland bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig eine Atomuhr gibt und in Mainflingen bei Frankfurt die Sende- und Antennenanlage ist, warum aber keine Funkuhr mehr funktioniert wusste ich nicht.

Den Abend verbrachte ich damit eine annähernd passende Uhrzeit einzustellen doch immer wenn ich eine Zeit eingestellt hatte änderte ich sie nach nur wenigen Minuten.

23. Januar 11:17 Uhr
Der erste Blick als ich heute um 06:27 Uhr aufwachte galt meiner Uhr, der zweite dem Wetter, es regnete stark und dazu ging noch ein gehöriger Wind.
Ich war nicht enttäuscht über das Wetter, ich freute mich sogar darüber, so konnte ich einen weiteren Tag hier bleiben und da ich noch für mindestens 8 Tage Nahrung habe gab es auch keine Eile.

Während ich so beim Frühstücken vor der offenen Veranda hocke und dem langsamen befüllen meiner draußen aufgestellten Gefäße zuschaue reift in mir der Gedanke länger hier zu bleiben.

21:31 Uhr
Den ganzen Tag überlegte ich hin und her wie ich an Nahrung komme ohne mein neues Heim verlassen zu müssen doch ein sinnvoller Plan wollte mir nicht einfallen.

24. Januar 13:12 Uhr
Ich hocke jetzt seit einer Stunde im höchsten Haus in der Stadt, ganz oben habe ich mich eingerichtet und schaue in alle vier Himmelsrichtungen ob es irgendwo menschliches Treiben gibt.

Beim kontrollieren habe ich durch das Fernglas einige Leichen gesehen, oder zumindest Skelette.
Es waren die ersten Toten die ich sah, wenn ich von Helmut einmal absehe, bisher hatte ich immer Glück gehabt und der Anblick erzeugte eine lang andauernde Gänsehaut und deutliches Unwohlsein in mir. Ich spionierte deshalb nur noch in drei Richtungen denn jedes mal wenn ich dort hin schaue wo die Leichen lagen hatte ich nur noch Augen für diese.

22:16 Uhr
Ich nutze die Dunkelheit um vielleicht so irgendwo Bewegungen zu registrieren und bleibe dafür die ganz Nacht hier oben.

25. Januar 05:53 Uhr
Ich habe in der Nacht tatsächlich jemanden gesehen, oder besser mehrere.
Ich war irgendwann eingeschlafen und wachte wegen der Kälte auf, dann sah ich mehrere Taschenlampen die als Gruppe durch die Straßen gingen.

Sofort machte ich mir um meine Vorräte sorgen doch bis zu meinem Haus waren es bestimmt zwei Kilometer und die Gruppe ging einen anderen Weg der nicht zu mir führte.

Ich habe Angst das sie mich hier oben sehen könnten.
Ich bin mir sicher das sie zu fünft sind, sie kamen einmal sehr nahe und durch das Fernglas war es möglich sie genauer zu sehen.
Meinen Plan diese Gruppe von ihren Vorräten zu befreien habe ich aufgegeben, einer der Männer hatte ein Gewehr.
Jetzt will ich nur noch zu meinem Haus zurück, meine Sachen packen und weg von hier.

Man muss wissen wann es Zeit ist zu gehen.

Plagegeister

22:02 Uhr
Habe alles gepackt und bin vor zwei Stunden los gefahren.
Jetzt liege ich auf einer Parkbank am See und werde von Mücken die jede freie Stelle an mir sofort anzapfen am schlafen gehindert.

26. Januar 01:11 Uhr
Ich hielt es nicht mehr aus mit diesen Stechbiestern und bin weiter gefahren, ein alter Bauernhof dient nun als Schlafstätte, ich war froh als ich im Stall einen großen Ballen Heu fand den ich als Unterlage verwenden konnte.

10:10 Uhr
Der Bauernhof ist riesig, ich verstehe nicht wo all die Tiere geblieben sind, aber wahrscheinlich wurden sie nach und nach gegessen.
Müsste ich nicht Angst haben hier von unliebsamen Gesellen besucht zu werden könnte ich mir gut vorstellen hier zu bleiben.
Ich finde keine Nahrung, habe im Keller eine große Vorratskammer gefunden in der kein Krümmel mehr liegt. Das schlimmste war der Geruch als ich die Türe öffnete, es roch nach Fleisch, Zwiebeln und Kartoffeln, ich dachte zuerst an eine prall gefüllte Kammer doch als ich die Taschenlampe anmachte wurde ich enttäuscht.

23:47 Uhr
Wollte eigentlich weiter fahren doch irgendwie schaffe ich es nicht, vielleicht auch weil ich eine Wasserquelle gefunden habe. Hinter dem Haus war ein alter Brunnen mit einem Förderhahn wie aus alten Filmen oder Büchern. Nach ein paar kräftigen Zügen kam wirklich Wasser nach oben das herrlich schmeckte.

27. Januar 06:17 Uhr
Habe ein Feuer gemacht und erfreue mich gerade über meine dritte Tasse Tee.
Ich muss das Wasser aus dem Brunnen holen da der normale Wasserhahn wie überall wo ich bisher war nicht funktionierte. Es ist beruhigend zu wissen das man sich um Wasser keine Sorgen mehr machen muss.

18:18 Uhr
Komme gerade von einer Erkundungstour zurück und überlege nun ernsthaft hier zu bleiben.
Erst jetzt bemerkte ich wie abseits der Bauernhof liegt, da ich nachts ankam bemerkte ich erst vorhin das er nicht wie ich dachte nahe an der Landstraße liegt sondern zwei Abzweigungen davon entfernt. Man müsste sich also so wie ich schon ziemlich verfahren um hier zu landen, außerdem so denke ich werden immer weniger Menschen am Leben sein oder überhaupt bereit sein wenn sie denn noch leben abseits von Ortschaften oder Städten nach Lebensmitteln zu suchen.

28. Januar 21:46 Uhr
Verbrachte den ganzen Tag damit jedes Zimmer und jeden der fünf Ställe zu durchsuchen. Hinter dem kleinsten Stall lagen zwei Skelette, keine Ahnung ob das die Eigentümer sind oder nicht, auf jeden Fall sind es Mann und Frau.
In einem anderen Stall fand ich Maschinen und was genauso wichtig ist, ausreichend Treibstoff.
In einem Schrank fand ich eingepackt in alten Zeitungen zwei Karabiner und Munition.

Neue Heimat

29. Januar 19:32 Uhr
Ich bleibe, habe den ganzen Tag überlegt und mich nun entschieden.
Ausschlaggebend waren neben vielen Kleinigkeiten drei Faktoren.
1. Der Bauernhof ist perfekt um dort zu Leben und auch um sich zu verteidigen.
2. Es gibt Maschinen und Treibstoff um damit Landwirtschaft zu betreiben.
3. Ich habe Waffen und kann mich nun vernünftig verteidigen, vorausgesetzt die Karabiner schießen noch und fliegen mir nicht um die Ohren.

21:03 Uhr
Jetzt werde ich doch noch einmal Helmut besuchen, gleich morgen fahre ich los und um die Lebensmittel zu holen.

Hoffnung

31. Januar 20:17 Uhr
Geschafft liebes Tagebuch, die letzten zwei Tage hatten es in sich und beinahe wäre ich dabei drauf gegangen, aber der Reihe nach.
Ich fuhr gleich am morgen des 30. Januars los, außer dem Fahrrad, dem Anhänger, einem der Karabiner mit 20 Patronen und einem Rucksack mit Taschenlampe, Fernglas und drei Litern Wasser hatte ich nichts dabei. Ich wollte schnell ankommen und genauso schnell wieder zurück sein.

Meine Fahrt hatte nach etwa zehn Kilometern eine Überraschung für mich parat. Vor mir sah ich einen Gartencenter an dem ich unmöglich weiter fahren konnte ohne ihn zu besuchen.
Ich legte also etwas entfernt meine Sachen bis auf Fernglas und Karabiner ab und schlich nun bis an den Eingangsbereich. Alle Scheiben und Türen waren zerstört und auch sonst gab es nichts sinnvolles mehr was ich hätte gebrauchen können. Im Gartenbereich jedoch entdeckte ich etwas das, so hoffe ich, mir mein Leben retten wird.

Ich fand 16 Saatkartoffeln die unter einer Plane lagen und anscheinend vergessen wurden.
Daneben lagen noch in einer kleinen durchsichtigen Plastiktüte zwei Packungen Tomatensamen, eine Packung Gurkensamen, drei Packungen Zwiebelsamen und zwei Packungen Paprikasamen.
Während ich mir aus der Plane eine Tüte bastelte um alles sicher transportieren zu können unterbrach ich kurz meine Arbeit und lehnte mich an einen alten Tisch der nur noch drei Beine hatte. Ich registrierte gerade was ich eben gefunden hatte, einen Schatz von unvorstellbarem Wert in dieser Zeit, daran das jemand diese Kostbarkeiten hier abgelegt oder versteckt hatte daran habe ich in diesem Moment nicht gedacht.

Die Fahrt zu Helmuts Haus verlief ohne Probleme und dort angekommen war das Glück erneut auf meiner Seite, die Kellertüre war nicht geöffnet worden, alles war so wie bei meiner Abfahrt.

Sofort fing ich an alle Lebensmittel nach oben zu tragen und sie in der Abstellkammer zu deponieren. Da es schon Spät war verlegte ich die Abfahrt auf den morgigen Tag, ich hatte also keine Eile.

Am nächsten morgen packte ich alle Nahrung in den Anhänger, das Fahrrad und den Rucksack.
Ich war hoffnungslos überladen aber ich hatte bis auf das Wasser alles an Bord.

An der Landstraße angekommen zweigte ich wie einen Tag zuvor ab um mir dadurch einen beachtlichen Umweg zu ersparen. Ich war guter Dinge und nicht mehr weit entfernt von meinem neuen Zuhause bis sich die Ereignisse überschlugen.

An der vorletzten Abbiegung traute ich meinen Augen nicht, an einem Baum hockten zwei Kinder. Ich blieb sofort stehen, legte alles vorsichtig an den Straßenrand und ging nun mit dem Karabiner im Anschlag auf die Kinder zu. Ich schimpfte mit mir selbst da ich nicht wusste ob der Karabiner überhaupt schießt und wenn doch ob er nach all den Jahren nicht einfach explodiert.
Ich hatte in meinem Leben noch keine Waffe in der Hand und habe vielleicht auch deswegen gezögert ihn zu benutzen und zu üben.

Ich war noch etwa 20 Meter von den beiden entfernt, jetzt sah ich das sie gefesselt und geknebelt waren. Sofort drehte ich mich hastig in alle Richtungen und konnte so den Angriff zweier Männer gerade noch sehen die sich an mich heranschlichen.

Ich drückte ab und eine riesige Wolke Rauch bäumte sich vor mir auf, ich atmete einen Großteil davon ein und musste schrecklich Husten. Da ich nichts erkennen konnte sprang ich zur Seite und rollte mich seitwärts auf den Boden. Als ich endlich etwas erkennen konnte sah ich einen der Männer blutüberströmt am Boden liegen, der andere war nur noch einen Meter von mir entfernt.

Er sah das ich im Begriff war erneut zu schießen und sprang mit einem Satz auf mich. Ich konnte gerade noch den Karabiner quer stellen und so etwas Abstand zwischen ihm und mir wahren. Der Mann lag nun auf mir und versuchte mit einem Messer mich umzubringen.
Ich wehrte mich energisch doch es schien als sollte ich den Kampf verlieren.
Immer näher kam das Messer an meinem Hals doch dann machte er einen entscheidenden Fehler, da er merkte die Oberhand zu gewinnen nahm er jetzt seine zweite Hand zu Hilfe um mir schneller ein Ende machen zu können doch nun hatte auch ich eine Hand frei und schnappte als letzten Versuch nach meinem Messer am Gürtel. Zielsicher zog ich es heraus und stach sofort mehrmals in den Körper meines Angreifers der gleich darauf in sich zusammen brach.

Als ich merkte das er Tod war schmiss ich den leblosen Körper von mir herunter.
Ich war fertig, atmete schwer und konnte mich vor Anstrengung nicht mehr bewegen, doch ich war am Leben. Wie ich so da lag wurde mir bewusst das ich nur deswegen überlebt hatte weil mein Angreifer nicht geübt war im Töten von Menschen, normalerweise hätte ich keine Chance gehabt es zu überleben.

Es vergingen einige Minuten und nur weil die Kinder unermüdlich weinten stand ich auf und ging zu ihnen. Es war ein Junge der, so schätzte ich, etwa zwischen 8 und 10 Jahre alt war, das Mädchen war jünger, etwa zwischen 6 und 8 Jahre.

Ich nahm mein Messer das voller Blut war und schnitt die Fesseln durch, der Junge stand auf und umarmte mich, das Mädchen blieb regungslos stehen.

Habt ihr Eltern fragte ich, Vater, Mutter?
Ich bekam keine Antwort.
Noch immer weinten die beiden.
Da es keinen Sinn hatte löste ich mich aus der Umklammerung des Jungen und ging nun zu den beiden Männern. Der den ich erstochen hatte führte ein großes Messer mit sich das ich gut gebrauchen konnte, in seinen Taschen fand ich ein Feuerzeug und eine Packung Zigaretten, der andere Mann schaute schlimm aus, ich hatte ihm in den Kopf geschossen und es war nicht mehr möglich irgendetwas von seinen Gesicht zu erkennen. Auch er hatte ein Messer und in seinen Taschen eine kleine Taschenlampe und ein paar Meter Nylonseil.

Ich schaute zu den Kindern, dann hockte ich mich auf den Boden, nahm eine Zigarette heraus und zündete sie mir an. Ich hustete mehrmals sehr stark, hatte ich doch vor über fünf Jahren damit aufgehört und mir geschworen niemals wieder zu rauchen, aber nach diesem Tag war es mir egal und inhalierte tief.

Wie ich so rauchte hörten die beiden nun endlich auf zu weinen, sie schauten mich fragend an doch ich wich ihren Blicken aus.
Nur kurz überlegte ich was sie wohl in ihren jungen Jahren schon alles erlebt haben mussten, doch im gleichen Augenblick in dem ich Mitleid mit ihnen hatte wusste ich was meine Aufgabe war.
Ich konnte sie nicht mitnehmen und zu Essen geben konnte ich ihnen auch nichts. Sie waren zu jung um sich selbst zu ernähren und da sie niemanden hatten hätte ich das unausweichliche nur um ein paar Tage hinaus gezögert.
Ich muss sie von ihrem Leid erlösen sagte ich mir immer wieder in Gedanken. Ich dachte sofort was ich doch für ein schlechter Mensch bin an so etwas überhaupt auch nur zu denken, doch was sollte ich machen, besondere Umstände erfordern besondere Entscheidungen.

Ich stand auf und ging zu den beiden, ich fasste mit der rechten Hand an den Griff meines Messers, ich wollte es schnell machen ohne das sie Leiden mussten.
Der Junge lachte mich an und gerade als ich mein Messer ziehen wollte rief das Mädchen plötzlich, Mama, Mama.

Ich drehte mich um und sah wie eine Frau hinter mir stand und meinen Karabiner aufhob.
Nicht schrie ich sie an.
Keine Angst, ich will ihn dir nur geben sagte sie mit ängstlicher Stimme.
Sie gab mir die Waffe, dann ging sie zu ihren Kindern und umarmte sie.

Ich war von meiner Unfähigkeit sprachlos, in nur einer halben Stunde hatten es drei Menschen geschafft sich ohne das ich es merkte an mich heranzuschleichen.

Während die drei mit sich selbst beschäftigt waren wollte ich die Gelegenheit nutzen und mich aus dem Staub machen.

Danke, vielen Dank sagte die Mutter.
Ist schon gut sagte ich ihr gleichgültig, viel Glück.

Ich ging zum Fahrrad, schulterte den Rucksack und überprüfte die anderen Sachen, dann stieg ich auf und radelte los.
Die Frau schaute mich mit Tränen in den Augen an als ich an ihnen vorbei kam, alle drei waren in einem fürchterlichen Zustand, der Junge streckte seine Hand nach mir doch ich ignorierte sie einfach und setzt meine Fahrt fort.

Ohne weitere Probleme kam ich am Bauernhof an, versteckte meine Lebensmittel an verschiedenen Stellen, danach schaufelte ich ein Loch am letzten Stall in der Nähe der Skelette. Als ich etwa einen halben Meter gegraben hatte nahm ich eine Metalldose die ich gefunden hatte und legte die Saatkartoffeln und die anderen Samen hinein und schaufelte das Loch wieder zu.

01. Februar 12:47 Uhr
Die letzte Nacht habe ich sehr schlecht geschlafen, das ganze hat mich mehr mitgenommen als ich dachte und ich bin froh das ganze lebend überstanden zu haben.
Jetzt habe ich die Möglichkeit etwas anzubauen, nur wird mir das ganze ohne ein Buch nichts nutzen.
Ich habe keine Ahnung wie man Gemüse anbaut, in meinem bisherigen Leben gab es dieses Problem nicht, alles was man brauchte kaufte ich einfach in Geschäften.
Wenn es doch nur noch das Internet geben würde, ich könnte einfach online nachschauen oder noch besser ein Video anschauen und es dann nachmachen.

22:02 Uhr
Ich suchte Bettwäsche und habe in einer Kommode ganz hinten eine große Kerze gefunden, jetzt kann ich schreiben ohne das ich wertvolles Batterielicht verwenden muss.
Noch immer denke ich an gestern, was ist nur aus uns Menschen geworden, was ist nur aus mir geworden, ich frage mich schon den ganzen Tag ob Hunger, Durst und Katastrophen es rechtfertigt andere Menschen umzubringen.

Erste Versuche

02. Februar 15:31 Uhr
Ich hocke vor dem Beet und hoffe das ich alles richtig gemacht habe.
Zwei Saatkartoffeln habe ich geopfert.
Ich habe ein Stück Acker umgegraben und dann etwa 15 Zentimeter tiefe Furchen gemacht, dann eine Saatkartoffeln hineingelegt und etwas Stuhlgang von mir als Dünger verwendet.
Danach etwas Erde drüber und gegossen, mit der zweiten Kartoffel habe ich es genauso gemacht.
Ich habe keine Ahnung wie lange es dauert bis ich merke ob das ganze funktioniert. Aber ich habe noch genügend Lebensmittel zur Sicherheit.

Ich spiele mit dem Gedanken in die Stadt zu fahren, natürlich ist es ein Risiko, aber ich denke in einem Buchladen werde ich auf niemanden treffen, ich brauche eine Gartenbuch wo ich nachlesen kann wie ich den anderen Samen anbaue. Ich kann mir keinen Fehler diesbezüglich leisten, mein Leben hängt davon ab.

03. Februar 11:59 Uhr
Hocke vor dem Haus und schreibe dir während ich zu Mittag esse diese Zeilen liebes Tagebuch.

Von der Kartoffelfront gibt es nicht neues, aber nach einem Tag habe ich das auch nicht erwartet.
Den Vormittag habe ich mit dem suchen nach Büchern verwendet, ich hoffte das man auf einem Bauernhof doch am ehesten ein Buch findet das von Pflanzen- und Gemüseanbau handelt.
Aber leider war dem nicht so, wahrscheinlich so denke ich haben die das einfach nicht gebraucht, sie hatten genügend Erfahrung, genauso wenig wie ich ein Buch brauchen würde wenn es um meinen Beruf geht. Ich fand nur Liebesromane und ein paar Kreuzworträtsel die aber schon bis auf die letzte Seite ausgefüllt waren. Mit dem Lesen hatten es meine Vorbesitzer anscheinend nicht so, wenn ich mir aber die Größe des Hofs anschaue und bedenke das sie wahrscheinlich nur zu zweit waren dann werden sie einfach keine Zeit für so etwas gehabt haben.

Buchhandlung

04. Februar 20:33 Uhr
Vor drei Stunden kam ich zurück aus der Stadt zurück. Ich hatte keine Probleme bei meinem Besuch und ich sah auch keine anderen Menschen.
Ich bin nun stolzer Besitzer einiger Bücher die mir bestimmt dabei helfen werden zu überleben. Neben einigen Obst- und Gemüseanbaubüchern habe ich noch andere wichtige Bücher mitgenommen. Ich fand in dem Laden auch Titel zum Thema Survival, Energieversorgung und Fallen stellen und zur Gebäudeverteidigung. Ein Buch erlangte meine ganz besondere Aufmerksamkeit, es hatte den Titel „köstliche Gerichte mit Ungeziefer“, ich hoffe dieses Buch noch lange nicht lesen zu müssen.
Voller Stolz berichte ich dir das ich beim Kartoffelanbau alles richtig gemacht habe, in jedem der vier verschiedenen Bücher die ich jetzt zu diesem Thema habe wird genau diese Vorgehensweise beschrieben.

Ein anderes Buch behandelt autarke Stromversorgung durch Wind- und Solarenergie.
Nur zu gerne hätte ich Strom, dabei würde es mir völlig reichen wenn ich einige Lampen, den Kühlschrank, die Tiefkühltruhe und die Waschmaschine damit betreiben könnte, aber ich muss mich erst noch einlesen und dann entscheiden was machbar ist und was nicht.

05 Februar 21:12 Uhr
Es ist so verdammt viel Arbeit was ich erledigen muss und ich weiß beim besten Willen nicht womit zuerst anfangen soll.
Nahrung und Trinken ist gesichert, Unterkunft habe ich auch, aber hinter allem anderen steht ein großes Fragezeichen.
Das beginnt schon damit das ich mich nicht einsäen traue weil ich nicht wirklich weiß welchen Monat wir haben. In jedem der Bücher wird darauf hingewiesen darauf zu achten.

Selbstzweifel

06. Februar 16:16 Uhr
Ich lese nur noch und werde langsam verrückt, es gibt so viel worauf ich achten soll, was man machen muss.
Am liebsten würde ich alles stehen und liegen lassen und mir irgendwo einen weiteren Prepper suchen dem ich seine Vorräte wegnehmen kann, nur deswegen weil ich Angst habe mir hier jetzt etwas aufzubauen und dann beklaut oder umgebracht zu werden.

09. Februar 21:47 Uhr
Wie unvorsichtig manche doch sind, oder haben sie vor niemanden Angst.
Seit zwei Tage beobachte ich jetzt ein Haus das, so glaube ich, von zwei Menschen bewohnt wird.
Ich habe zumindest nur zwei Menschen gesehen und ganz ehrlich, wie die sich verhalten ist schon sehr komisch.
Ich bin eigentlich nur aus Frust in die Stadt gefahren, die ganzen neuen Erkenntnisse waren einfach zu viel für mich.
Ausschlaggebend war aber ein Artikel in einem Survivalbuch.
Dort stand das man auf Dauer alleine keine Chance hat zu überleben und selbst wenn man überlebt, für wenn überlebt man, so war es dort genau gestanden und sie haben Recht damit.
Also habe ich ein paar Sachen gepackt und bin losgefahren. Nicht das ich etwas bestimmtes suchte, nein ich wollte mich nur ablenken.

Ich fuhr also zum anderen Ende der Stadt und machte es mir in einem Hochhaus gemütlich. Im obersten Stock war eine Wohnung die in normalen Zeiten sicherlich ein Vermögen kostete und ich fühlte mich sofort wohl, mehr als auf diesem stinkenden Bauernhof.
Wenn ich jetzt so richtig darüber nachdenke hatte der Hof nur einen echten Vorteil und das war der Brunnen. Aber ich weiß ja wie ich dort hinkomme wenn es sein muss und das reicht mir völlig aus.

Am ersten Abend lag ich unter freien Himmel in einem Liegestuhl und genoss die warme Nacht als mir plötzlich ein Lichtstrahl auffiel. Zuerst leuchtete er nur sehr kurz und ich dachte an eine Spiegelung doch dann scheinte es immer wieder. Ich nahm mein Fernglas und sah zwei Menschen die in einem Garten irgendetwas machen, es war nur zu Dunkel um zu sehen was sie da machten.

Am nächsten Tag sah ich sie dann das erste mal bei Tageslicht. Sie gruben ein Loch im Garten, zu welchem Zweck konnte ich nicht heraus bekommen aber es musste wichtig sein.

Meiner Meinung nach sind das Mann und Frau die dort leben, ich hoffe das es Prepper sind mit genügend Vorräten.

Mein Plan ist folgender, sie sind durch einen hohen Zaun sehr gut geschützt, allerdings nur bis auf eine Höhe von zwei Meter. Nicht weit entfernt habe ich ein dreistöckiges Haus ausgemacht von dem ich einen guten Blick zu ihnen haben sollte.
Ich werde mit meinem Überfall aber noch warten, so wie die beiden dort Graben muss es wichtig sein, ich lasse sie also ihr Projekt fertig machen, dann schlage ich zu.

10. Februar 13:56 Uhr
Ich warte noch immer, habe aus Langeweile damit begonnen mir zu überlegen was die da machen oder bauen.
Zuerst hoffte ich sie bauen einen Pool, was ich liebes Tagebuch am liebsten hätte, nach vielen weiteren verrückten Ideen hatte ich Angst sie bauen einen Tunnel, wo immer sie auch hin wollen, deswegen habe ich mir eine Deadline gesetzt, wenn sie bis zum 12. nicht fertig sind werde ich aktiv.

11. Februar 18:40 Uhr
Habe die letzten Stunden viel darüber nachgedacht warum es zu dieser Katastrophe kam, aber wie sehr ich auch überlege, es fällt mir kein passendes Szenario ein das die momentane Lage erklären würde.
Es war damals die Zeit als sich viele Staaten aus Vereinigungen verabschiedeten.
Das wurde dann immer mit den gleichen bekannten Worten schön geredet, doch jedes Land fing an seine eigene Suppe zu Kochen. Es begann die Abkehr vom wir zum ich und das sollte der Beginn vom Ende sein.

Mein Leben war ein Drama und darum liebes Tagebuch verschone ich dich auch mit Einzelheiten aber die Zeit in der ich lebte war geprägt von Macht, Mord und Geldgier.
Firmen die keinerlei wirklichen Nutzen für die Menschheit hatten waren zu den wahren Herrschern geworden, sie verdienten Milliarden und nutzen ihre verlogene Position dazu Menschen die ihnen gefährlich wurden zu kaufen oder zu beseitigen. Diese Firmen wussten um ihren Einfluss und schwierige Menschen die sich gegen sie auflehnten wurden nicht wie früher einfach umgebracht, nein, man beseitigte sie durch Manipulationen. Man streute einfach falsche Informationen ins Netz und schon begann ein Kreislauf des Untergangs der nicht mehr aufzuhalten war. Ob wahr oder unwahr interessierte dabei keinen mehr, irgendwann fügte man sich seinem Schicksal und verschwand für immer. Sich einfach dem ganzen entziehen war auch nicht möglich, man musste in bestimmten Netzwerken einfach vertreten sein um nicht aufzufallen, denn wenn nicht, war das ein Indiz dafür anders zu sein und das System, so wie es war, nicht zu akzeptieren.

12. Februar 16:02 Uhr
Habe zwei Liter Wasser, mein Fernglas, beide Karabiner mit 30 Schuss Munition, zwei Messer, Schnur und 4 Kabelbinder im Rucksack verstaut und warte jetzt darauf das es dunkel wird.

Die Abfallgrube

13. Februar 19:33 Uhr
Ich esse gerade selbst gebackenes Brot mit Tomaten, dazu mache ich mir 3 Paar Wiener warm und zum Trinken gibt es echte Coca - Cola.

Wie du merkst liebes Tagebuch war mein Tag ein voller Erfolg.
Nun aber zu den Einzelheiten, ich mache es kurz, meine Wiener werden bald warm sein.

Ich ging zu dem dreistöckigen Haus und wartete ab. Von dort hatte ich einen sehr guten Blick auf mein neues Zuhause. Hatte ich anfangs Pech das immer nur einer der beiden zu sehen war, so änderte sich dies als sie mit ihrer Grube anscheinend fertig waren. Bevor ich dich auf die Folter spanne, sie gruben das Loch für ihren Abfall, nicht mehr und nicht weniger.
Als beide dann den Abfall hoch brachten nutzte ich gleich als sie fertig waren die erste Möglichkeit und drückte zweimal ab.
Der erste Schuss traf den Mann, wie ich später sah genau in die Lunge, die Frau traf ich mit dem zweiten Karabiner in den Bauch.
Leider waren beide nicht sofort Tod, die Schmerzen hätte ich ihnen gerne erspart, aber gleich als ich drüben ankam machte ich ihnen ein Ende.

Ich ging dann sofort ins Haus, zuerst wusste ich ja nicht ob noch jemand da ist, deswegen war ich natürlich sehr vorsichtig., aber sie waren nur zu zweit.
Ich konnte nicht Glauben was mich dort empfing. Nahrung und Trinken für Jahre, das alles aufzulisten braucht viel Zeit, sehr viel Zeit.
Wie auch immer, ich bin überglücklich und schreibe in einem der nächsten Einträge was ich alles gefunden habe, jetzt esse ich erst in Ruhe zu Abend und lege mich dann schlafen, es war auch für mich ein anstrengender Tag, ich musste schließlich das große Loch zuschaufeln mit dem ganzen Abfall und meinen beiden Vormietern.
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Beitragvon Kavure´i » 03.11.2017, 23:59

Genial
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Beitragvon Pünktchen » 04.11.2017, 10:50

Die Rolle die der Tagebuchschreiber inne hat finde ich zwar nicht so prickelnd, doch fürchte ich dass es in so einer Situation so manch einer genauso machen wird...der hat was ich brauche...dann bringe ich ihn halt einfach um.
Den letzten Mord hätte er sich sparen können, doch dann müsste er ja mühsam das Saatgut anpflanzen ,sich vielleicht etwas einschränken und etwas für sich selber tun.
Dieses Tagebuch spiegelt genau den heutigen Zeitgeist wieder !
Warum anstrengen wenn ich es mir einfach bei denen die es vorher mit Mühe zusammen gesammelt haben, mit Gewalt nehmen kann.

Auch wenn es mir nicht gefällt, die Geschichte ist gut erzählt und macht nachdenklich.
Pünktchen
 

Beitragvon Jessica » 04.11.2017, 11:15

Was auch immer Mankei schreibt, er hat offenbar immer etwas "dahinter" zu sagen.
Also etwa so: Immer schön aufmerksam sein, niemanden vertrauen, nochmal hinsehen- und wenn er dann doch jemanden vertraute- zack, waren's die eigenen Schlächter.
Oder: Hohe Mauer, man kann ruhig im hellen im Garten graben.... - Nein, das geht eben nicht, das war zu unvorsichtig. Tot.
Oder: Ortsangabe in einem Forum- Zack, besuch von Fremden und abgemurkst.

Da gab es sicher noch einiges mehr. Mankei zeigt uns einen Spiegel und mahnt somit zu mehr Vorsicht.

Das war meine Sicht auf die tollen Geschichten, die ich immer gerne lese.

lg
Jessica
Jessica
 

Beitragvon Pleitegeier » 04.11.2017, 12:58

Hallo!
Es gibt immer was zu Kritisieren und ich habe versucht mich rein zu versetzen,was ein leichtes war für mich.

Da die Entwicklungen zeigen,das wir auf keinem guten Weg sind,scheint mir vieles was geschrieben wurde,sehr logisch.

Leider braucht es auch eine gewisse Abgeklärtheit und diese vermisse ich an mir selbst.

Das Tagebuch regt sehr an zum Nachdenken und wenn ich die Situation überdenke in der sich unsere Familie gerade befindet,zählen wir in dem Drama zu denjenigen dessen Skelette gefunden werden und einiges an Vorräten.

Es hilft nicht alles zu Verdrängen und trotzallem empfinde ich selbst eine gewisse Zufriedenheit jemanden helfen zu können den nächsten Schritt zu machen,der noch Kraft in sich hat.

Daher finde ich diese Art des Schreibens wie schon Kavure bemerkte:"Genial!"

Die Handlungen lassen manchen Gedanken zu und auch neu Organisation evtl.
LG
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon Drakulinchen2 » 05.11.2017, 03:35

*lach* sry, aber ich hab mich so lachen müssen - finde das Tagebuch genial lustig. Wäre sicher ein nettes Buch wenn das Tagebuch weitergeht.
Drakulinchen2
 

Beitragvon Pleitegeier » 05.11.2017, 11:10

Drakulinchen2 hat geschrieben:*lach* sry, aber ich hab mich so lachen müssen - finde das Tagebuch genial lustig. Wäre sicher ein nettes Buch wenn das Tagebuch weitergeht.


Was ist daran Lustig?
Verstehe ich irgendwie nicht!

Ist es weil es als Tagebuch geschrieben wurde?
Oder weil es Tote gibt,sehr schnell und aus eigenem Überlebenswillen?

Nettes Buch?
Vorerst ist es evtl. ein Absatz und könnte sich zu einem Buch entwickeln,aber vielleicht habe ich auch hier was nicht begriffen!
Bitte um Aufklärung! :roll:
LG
Pleitegeier
Pleitegeier
 

Beitragvon Mankei » 05.11.2017, 21:25

Garten Eden

14. Februar 04:06 Uhr
Ich bin mehrmals aufgewacht, immer wieder sah ich diese Regale voller Essen und Trinken und konnte nicht glauben das es wahr ist.

11:39 Uhr
Ich war ja damals zwecks Informationen wie ich ohne viel Aufwand an Lebensmittel komme in einem Vorsorgeforum unterwegs, dort hatte ich es oft erlebt das vor allem der harte Kern über Lebensmittel für mehrere Jahre verfügte doch wenn ich ehrlich bin habe ich es nie geglaubt.
Helmut war ein normaler Prepper, Vorräte für ein Jahr zu bevorraten ist ohne Probleme möglich, das hätte ich sogar noch geschafft, doch was die beiden hier angelegt haben ist jenseits von Gut und Böse.
Das war Lebensphilosophie auf ganz hohem Standard, erforderte eisenhartes Management und kostete mehr als ein kleines Vermögen, sie haben jeden noch so kleinen Eingang wie auch Ausgang dokumentiert, dazu wann er gekauft wurde, wie lange er haltbar ist und es gab sogar für alles einen Mindestbestand, dann wie die Rotation abläuft und als ganz besonderes Gimmick wie gerne sie es Essen, erkennbar daran das sie Sterne vergaben von eins bis fünf.

Ein Raum am Ende des Kellers ist voll mit Wasser und Getränken die das Herz erfreut.
Laut letztem Eintrag liegen dort noch 6347 Liter Wasser, dann noch grob zusammengezählt 3500 Liter Getränke (darunter Cola, Säfte und Bier), weiter 400 Flaschen Weiß- und Rotwein, 256 Flaschen verschiedene Sorten Whiskey. Eine Kiste enthielt zudem Wasserfilter, alle noch Original verpackt sind und dazu verschiedene ebenfalls noch verpackte leere Wasserflaschen.
Ein großer Tank den ich eigentlich nicht beachtete und als leeren Öltank deklarierte war mit 5000 Liter Regenwasser gefüllt wie mir ein Zettel erklärte und dient nur zum Waschen und Reinigen.

Ich wollte dir ja schreiben liebes Tagebuch was es hier alles zu Essen gibt aber das ist mir ehrlich gesagt zu viel Arbeit. Aber um das ganze abzuschließen, wenn ich mich hier und in den anderen zwei Räumen so umschaue dann habe ich die nächsten 10 Jahre keine Probleme mit Nahrung.
Im kleinsten Raum lagern Nahrungsmittel die 25 Jahre haltbar sind und Wasservorräte abgepackt in kleinen Beuteln die mindestens 5 Jahre haltbar sind.

Das Lachen verkneifen konnte ich mir nicht als ich eine große Kiste mit Samen fand den ich achtlos stehen lies. Da ich nicht für solche Arbeit geschaffen wurde habe ich mir einen Plan überlegt wie das ganze doch nicht wertlos für mich sein könnte.
Am anderen Ende der Stadt habe ich Menschen gesehen die auf der Suche nach Essen waren. Wenn ich ihnen jetzt ein Geschenk mache und den Samen zufällig vor ihren Nasen platziere dann werden sie mich in Zukunft mit frischen Gemüse versorgen.
Ob ich dort dann als nobler Spender oder als Dieb erscheine werde ich mir noch überlegen.

17. Februar 19:18 Uhr
Die letzten Tage verbrachte ich mit Faulenzen und mit dem durchsuchen des Hauses das so ziemlich in jedem Zimmer einige Überraschungen und Schätze für mich bereit hatte.

Im Speicher fand ich eine funktionierende komplett ausgebaute Solaranlage die das Haus versorgte und außerdem noch 12 Batterien speiste. Frank und Helene, diese Namen fand ich auf mehreren Kontrollzetteln hatten wirklich an alles gedacht. Auch hier arbeitet alles zuverlässig und sollte mal etwas kaputt gehen gibt es sogar eine Kiste mit Reserveteilen.

In der Küche hatten sie einige Lebensmittel und Wasserflaschen deponiert, wahrscheinlich um bei Besuch ihre gesamten letzten Vorräte vorzutäuschen, ich weiß das einige im Forum dies als gern genutzte Ablenkung vor den eigentlichen Vorräten so machten.

Hinter jeder Türe waren irgendwelche Waffen versteckt, hier ein Messer, dort Pfefferspray, eine Armbrust, Axt, sogar Steine hatten gesammelt um sich damit zu verteidigen.
Frank und Helene hatten ihr Haus gut gegen unerwünschte Besucher geschützt, sie hatten nur mit einem nicht gerechnet, nämlich das sie mit einem Gewehr aus einem 30 Meter entfernten Haus angegriffen werden.

18. Februar 20:38 Uhr
Durch Zufall sah ich jemanden auf einem Fahrrad vorbei fahren. Ich war oben im Speicher und wollte, was ich gestern vergessen hatte, den Batteriestaus kontrollieren als ich ihn durch das kleine Fenster von dort oben sah. Ich duckte mich obwohl er nicht nach oben schaute und sah gerade noch wie er die Straße weiter radelte bis er außer Sichtweite war.

Es gibt also noch Menschen hier, etwas was mir so gar nicht passt.
Darauf einstellen kann ich mich nur sehr schwer, unten im Keller, selbst in der Wohnung gibt es keine Möglichkeit die Straße zu beobachten. So gut der Zaun vor neugierigen Blicken schützt so schlecht kann man selbst dadurch etwas sehen.

Fluchtlager

19. Februar 08:08 Uhr
Ich werde mir zwei Fluchtlager anlegen, zuerst spielte ich mit dem Gedanken den Bauernhof und mein First Class Appartement dafür zu verwenden, doch nach mehrmaligen Überlegen halte ich es doch nicht für eine so gute Idee.
Ich muss also irgendwo einen passenden Unterschlupf suchen, erneut muss ich also etwas machen wovon ich keine Ahnung habe.
In einem der Bücher die ich mir geholt hatte stand etwas zum Thema Fluchtlager doch ich habe diesen Artikel nicht gelesen.

22:47 Uhr
Überlegte den ganzen Tag wo ich ein geeignetes Fluchtlager finden könnte.
Zuerst dachte ich an Orte die wahrscheinlich jeder dafür aussuchen würde, Häuser die abseits liegen, Erhebungen, schwer zugängliche Waldabschnitte, Berge und all so etwas, doch dann kam mir eine Idee, ich brauche einen Ort wo niemand auch nur im entferntesten daran denkt hier Lebensmittel zu finden.
In Zeiten wie diesen Leben nur noch sehr wenige Menschen, diejenigen die es bis hier her geschafft haben sind Überlebenskünstler, im positiven wie auch im negativen, aber sie wissen nach was sie suchen müssen, auf was sie achten müssen und wie sie sich zu verhalten haben um etwas zu finden.

Mein Plan ist deshalb zwei Lager zu errichten an Orten wo jetzt niemand mehr suchen wird da keiner so blöd ist dort etwas zu verstecken.

Glaubensfrage

20. Februar 16:42 Uhr
Habe einen Artikel gefunden den Frank und Helene in einem Ordner abgeheftet hatten mit dem Vermerk „Glaubhaft“, der mich sehr nachdenklich stimmt.
In der die internationale Ordnung nach "Dekaden der Instabilität" erodiert, die Wertesysteme weltweit auseinanderdriften und die Globalisierung gestoppt ist.
"Die EU-Erweiterung ist weitgehend aufgegeben, weitere Staaten haben die Gemeinschaft verlassen. Europa hat seine globale Wettbewerbsfähigkeit verloren", schreiben die Bundeswehrstrategen: "Die zunehmend ungeordnete, zum Teil chaotische und konfliktträchtige Welt hat das sicherheitspolitische Umfeld Deutschlands und Europas dramatisch verändert."
Ein Ausschnitt aus einer Erhebung der Bundeswehr zum Thema Stabilität und Zerstörung Deutschlands, Europas und der ganzen Welt.
Das wirft natürlich immer noch die Frage auf was denn eigentlich wirklich geschehen ist.
Warum aber sollte ich mir überhaupt Gedanken machen was passiert ist, man kann das alles nicht mehr rückgängig machen und mir geht es richtig gut.

Liebes Tagebuch, ich habe gerade mein drittes Glas Rotwein hinter mir und während ich dir das schreibe merke ich wie sehr ich gefangen war, wie alle eigentlich gefangen waren.
Die Zeit in der ich vor der Katastrophe lebte war vergleichbar mit der einer Schlaftablette die erst langsam anfängt zu wirken und letztlich zu einem Tiefschlaf führte.
Die Menschen wurden perfekt getäuscht, die Politik verstand es den einzelnen wie auch die Massen in eine Form der Gleichgültigkeit zu versetzen. Oberstes Ziel war es den einzelnen Menschen immer nur Schrittweise an bevorstehende Veränderungen zu bringen und erst dann als es dich persönlich betraf hast du gemerkt wie viel sich schon zum schlechten gewendet hatte und dann war es zu spät um zu reagieren.

Ich bin zu jemanden geworden der Menschen erst tötet und sie dann auch noch bestiehlt und das damit begründet oder besser sich damit verteidigt doch nur am Leben bleiben zu wollen. Ob dies mein Verhalten rechtfertigt oder nicht kann ich nicht Entscheiden.
Ich weiß nur das ich am Leben bleiben will und dazu ist mir jedes Mittel recht.

Buchhandlung

21. Februar 03:36 Uhr
Komme gerade aus dem Buchladen zurück.
Ich habe mein erstes Fluchtlager gefunden, ich kannte den Laden ja schon und es hat sich dort auch nichts verändert. Die Türen standen nach wie vor offen, außer mir hat niemand Lust verspürt sich dort ein Buch zu holen.
Im Untergeschoss ist ein großer Raum der voller Bücher ist und dazu auch noch gut gekühlt ist.
Ohne viel Probleme schob ich einige Bücher von links nach rechts, von hinten nach vorne, dann stellte ich ein paar Regale zusammen oder auseinander und schon hatte ich einen Raum im Raum erstellt der nur sehr schwer zu erkennen war was ich natürlich auch dem Umstand verdanke das es hier keinen Strom mehr gibt. Als ich fertig war deckte ich meinen Schatz mit reichlich Büchern zu und schmiss noch einige Dutzend Bücher quer durch den Raum um ein Chaos vorzutäuschen.
Nach zwei Stunden war alles erledigt, da ich heute nur wenig schlafen werde verschiebe ich meine Verabredung mit Fluchtlager Nummer 2. auf morgen.

18:55 Uhr
Habe bis 14:00 Uhr geschlafen, ausgiebig gefrühstückt und danach, weil mir Langweilig war einige Kisten durchsucht. Bis ich alles durchgeschaut habe was hier so alles in den Kisten verstaut ist wird es noch dauern, aber die zwei Kisten mit der Aufschrift „Tauschmittel“ machte mich dann doch sehr neugierig und ich konnte einfach nicht widerstehen sie zu öffnen.
Neben Zigaretten, Whiskey, Schokolade, Vitamintabletten, Pflegeartikeln, Toilettenpapier um nur einige aufzulisten fand ich eine Metalldose die es in sich hatte.
Mir fiel sofort das große Gewicht auf und nach dem ich sie aufmachte ahnte ich schon um was es sich handelte.
Gold und Silber in allen möglichen Gewichtsklassen kam mir sorgfältig verpackt entgegen. Ich hatte es nie geschafft in meinem Leben an Gold zu kommen, jetzt habe ich fast 25 Unzen Gold und dazu noch 12 Kilo Silber. Pech nur das es nichts mehr wert ist, ich werde es natürlich behalten aber ob ich es jemals gebrauchen kann steht in den Sternen.

Lager 2

23. Februar 02:51 Uhr
Den ganzen Tag über stellte ich Sachen für Lager 2 zusammen.
Als es dann dunkel wurde mache ich mich auf den Weg, vorerst aber nur mit Taschenlampe, Messer, Schnur und natürlich dem Karabiner.

Da ich mich in der Stadt so gut wie gar nicht auskannte fuhr ich sehr vorsichtig die Straßen entlang, alle paar Meter blieb ich stehen und sondierte die Umgebung, erst als ich mir sicher war das niemand unterwegs war setzte ich meine Fahrt fort.

Dann sah ich mein Ziel, sofort hielt ich an, lehnte mein Rad an die Hausmauer und setzte mich auf die Bordsteinkante und wartete erst einmal ab.

Es war so ruhig wie es jetzt immer war und nach einer halben Stunde stand ich auf und ging in aller Ruhe um mein Objekt.
Natürlich waren alle Türen und Fenster eingeschlagen, es war ja eine der Voraussetzungen die ich suchte und als ich mit der Taschenlampe auf niedrigster Stufe hineinleuchtete lagen nur einige leere Kartons und geöffnete Dosen am Boden.
Ich war Zufrieden mit meinem Lebensmittelmarkt, er war in einem perfekten zerstörten Zustand, genau so wie ich es wollte.
Er war bestimmt einige Male durchkämmt worden und ich fand nicht einen Krümmel, anderes als in Filmen wo man immer noch einige volle Dosen oder Salat auf dem Boden liegend findet.
Ich ging in den hinteren Bereich des Marktes und sah sie dort stehen wo ich sie auch vermutete.
Die Flaschenrückgabe war mein Ziel, dieser Markt hatte 5 große Automaten für die Rückgabe stehen und alle waren in gutem Zustand.
Die Automaten waren nicht verschlossen, warum auch, als normaler Kunde kam man nicht in diesen Bereich und nur das Personal hatte hier Zutritt.
Drei Automaten waren fast leer, die anderen zwei etwa je zu einem Drittel gefüllt.
Ich nahm alle Flaschen heraus dann fuhr ich nach Hause.

Wie schon bei der Buchhandlung hatte ich keine Probleme, ich musste zwar sieben Mal fahren doch es klappte wie am Schnürchen.
Als ich fertig war nahm ich die leeren Flaschen und verteilte sie auf die fünf Automaten bis man nicht mehr sehen konnte das darunter etwas anderes war als weitere leere Flaschen.

Ich blieb dann noch einige Zeit in der näheren Umgebung, nur um sicher zu gehen das niemand mich gesehen hat und meinen Lebensmittelmarkt besucht.

25. Februar 18:51 Uhr
Habe jetzt zwei Tage nur hier im Haus gearbeitet.
Zuerst schrieb ich penibel auf was alles in Lager 1 und Lager 2 ist und wie lange es voraussichtlich reicht.
Ich musste mehrmals daran denken wie stolz Frank und Helene auf mich wären könnten sie mich jetzt so sehen.

Morgen werde ich zum Bauernhof fahren, ich habe ja dort noch immer die Vorräte von Helmut die ich auf keinen Fall verkommen lassen will, das bin ich ihm Schuldig.
Vielleicht bekomme ich ja auch die eine oder andere Kartoffel zu sehen und ein paar Bücher möchte ich auch noch mitnehmen.

Alte Bekannte

27. Februar 22:31 Uhr

Liebes Tagebuch, du hast keine Ahnung wie froh ich bin noch am Leben zu sein.

Morgens um 08:00 Uhr schnappte ich mir mein Fahrrad und fuhr los in Richtung Bauernhof.Ich genoss die Fahrt, die Luft roch sehr gut, ich habe das Gefühl das sich die Natur gerade von unserer Industriegesellschaft erholt und ich einer der Nutznießer bin.

Als ich von der Landstraße abbog und an der ersten Gabelung ankam sah ich mein Werk noch immer so daliegen wie ich es damals verlassen hatte, wobei wenn ich ehrlich bin waren beide Körper schon nicht mehr ganz komplett, dies aber nur so am Rande liebes Tagebuch.
Von den beiden Kindern und der Mutter fehlte jede Spur.

Ich hatte Mitleid mit den beiden, deshalb entschied ich mich dazu gleich als erstes auf dem Bauernhof einen Pickel und Schaufel zu holen und ihnen ein Grab zu schaufeln.

Am Hof angekommen war alles so wie ich ihn verlassen hatte, die Bücher waren unverändert und im Keller wo ich die Lebensmittel hingebracht hatte war auch noch alles an seinem Platz.
Ein kurzer Blick auf den Acker verriet mir das es noch keine Kartoffeln zum ernten gibt.

Ich ging also in die hinterste Scheune weil ich wusste das dort Werkzeug war, schnappte mir Pickel und Schaufel und ging zurück zu meinem Fahrrad.
Bei meinen Freunden angekommen fing ich sofort an ein Loch auszuheben, nach einer Stunde harter Arbeit reichte der Platz um beide dort unterzubringen, ohne ein Wort legte ich sie hinein, bedeckte sie mit Erde und fuhr wieder zurück zum Bauernhof.

Am Hof angekommen galt mein erster Weg dem Brunnen, ich trank reichlich und fühlte mich sofort besser.

Etwa eine Stunde später ging ich in die Küche um dort nach den Büchern zu schauen.
Ich ignorierte die Bücher zum Thema Anbau, jetzt galt mein Interesse dem Buch „Survival“, „Überleben in Krisenzeiten“ und schließlich noch „Flucht oder Verteidigung“.

Wie ich so versunken in Lektüre bin höre ich plötzlich einen Schuss, ich überlegte nicht ob es Einbildung oder ein anderes Geräusch war, ich war mir sicher das es ein Schuss war.
Noch ein Schuss, dieses mal versuchte ich die Richtung auszumachen doch es gelang mir nicht.
Ich ging ans Fenster öffnete es und nahm dabei meine Karabiner in die Hand.
Wieder ein Schuss, er kam aus der entgegengesetzten Richtung.
Ich war erleichtert und froh darüber und hätte es dabei lassen sollen, doch die Neugier war stärker.

Es fielen noch vier weitere Schüsse ehe es still wurde.
Ich füllte zwei Flaschen mit Wasser, nahm zwei Dosen Nusskuchen und zwei Tafeln Schokolade und verstaute alles im Rucksack. Als es dunkler wurde fuhr ich los, an der Landstraße angekommen überlegte ich kurz welche Richtung ich nehmen sollte und obwohl ich wusste das es besser wäre nach Hause zu fahren nahm ich den anderen Weg.

Ich radelte eine ganze Stunde ehe ich Geräusche hörte die ich schon lange nicht mehr gehört hatte, Musik, nicht meine Musik aber sie zeigte mir den Weg.
Als ich aus einem Waldgebiet kam wurde es plötzlich hell, ich konnte sehen das in etwa einem Kilometer Entfernung reges Treiben herrschte.

Ich stieg ab und hockte mich ins Gras, erst wollte ich in Ruhe beobachten und dann entscheiden.
Eine Flasche Wasser und einen Dosenkuchen später machte ich mich auf den Weg.
Das Gelände war offen und bot so gut wie keine Deckungsmöglichkeiten aber da es Nacht war brauchte ich dies auch nicht unbedingt.

Ich war bis auf 100 Meter heran gekommen, jetzt sah ich zwei Männer und eine Frau die an einem Lagerfeuer hockten und sich unterhielten. Andere Menschen konnte ich nicht erkennen aber das die drei die ich sah bewaffnet waren konnte ich erkennen.
Ich hatte ein ungutes Gefühl bei der Sache, auf den Weg hierher stellte ich mir vor das es sich um freundliche Menschen handelt mit denen ich endlich ein gutes Gespräch führen kann. Denn das vermisse ich am meisten, sich mit jemanden unterhalten, gemeinsam lachen und nicht mehr alleine sein.
Entschuldige mein Tagebuch aber das musste ich jetzt unbedingt mal los werden.

Die drei tranken Alkohol das sah ich jetzt da ich nur noch etwa 30 Meter entfernt bin, ein Haus das ich ohne Geräusche betreten konnte gab mir guten Schutz.
Ich frage mich was das soll, ist es ihnen egal gesehen zu werden, so verrückt wie die Welt gerade ist sollte man doch darauf achten nicht unnötig entdeckt zu werden und diese drei machen genau das Gegenteil. Also entweder sind sie völlig verrückt oder schlau, wobei wenn ich mir sie so anschaue ich eher auf letzteres tippe, was aber nur so ein Gefühl ist.

Zwei Stunden später sah ich mich bestätigt, ich wollte mich gerade auf den Weg nach Hause machen denn ich entschied mich gegen Konversation und Kennenlernen als es hinter mir laut wurde.
Ein Trupp bestehend aus 8 Männern kam die Straße entlang, sie gingen nur einen Meter neben mir am Haus vorbei. Als sie sich alle begrüßt hatten musste ich nicht mehr lange meinen nächsten Schritt überlegen, weg von hier.
Jeder von ihnen hatte eine Pistole und/oder ein Gewehr umhängen und so wie sie sich gaben hatten sie damit schon reichlich Erfahrung.
Ich war gerade dabei das Haus zu verlassen als ich lautes Geschreie vernahm und mich noch einmal zu ihnen umdrehte. Aus einem der nahen Häuser kam eine Frau die ich kannte, sie war die Mutter der beiden Kinder die ich befreite. Sie hatte einen Topf in der Hand und als sie bei den anderen ankam ging erneut die Türe des Hauses auf. Jetzt kam das kleine Mädchen heraus, sie hatte mehrere Teller in der Hand und ging zu ihrer Mutter.
Bei ihr angekommen nahm die Lautstärke wieder zu, jetzt schrien die Männer mehrmals „Hunger“ und betatschten dabei Mutter und Kind.

Ich hockte mich auf den Boden und fing an zu überlegen, während die eine Hälfte von mir flüchten wollte und die Frau und beiden Kinder ihrem Schicksal überlassen wollte sagte meine andere Hälfte das ich ihnen helfen soll.

Ich entschied mich für keines von beiden, dafür wollte ich erst noch abwarten was weiter geschieht.
Eine gute Stunde später wurde es ruhig, nach und nach verschwanden alle in den Häusern, ich hatte Angst das vielleicht sogar jemand in mein Haus kommt um hier schlafen zu wollen doch dem war zum Glück nicht so.
Die einzige Frau unter diesen Männer führte die Mutter und ihre Tochter in das Haus aus dem sie zuvor mit dem Essen kamen. Es dauert nur kurz dann kam die Frau alleine zurück und verkroch sich als letzte in einem Haus.

Ich haderte mit mir, entschied mich dann aber dafür die drei zu befreien, ich hatte so denke ich drei gute Menschen getötet, jetzt wollte ich drei Menschen retten. Zusammen mit den beiden Männer die den Kindern etwas antun wollten hoffte ich so mein Gewissen zu beruhigen.

Alles war still, was ich aber hörte war mein Herzschlag der so laut war das ich Angst hatte die anderen können ihn hören.
Ich nahm meinen Mut zusammen und ging einfach zum Haus. Dort angekommen wunderte ich mich das es nicht verschlossen war bedankte mich aber im Geiste dafür.
Ich öffnete die Türe und trat ein, meinen Karabiner legte ich mir um die Schulter, dann knipste ich die Taschenlampe auf kleinster Stufe an.
Sofort danach drehte sich die Frau zu mir um und ich sagte leise zu ihr, ich bin es, ich hole euch hier raus. Sie hockte nun etwas quer am Bett und zeigte mir das sie an Händen und Füßen gefesselt war.
Ich nahm mein Messer und zerschnitt die Kabelbinder.
Sofort stand die Frau auf und umarmte mich, ist schon gut, lasse uns jetzt deine Kinder holen und dann folgt ihr mir leise.
Beide Kinder schrien nicht während die Mutter ihre Fesseln mit dem Messer löste.

Langsam gingen wir aus dem Haus, niemand war zu sehen und so gelang es uns zu fliehen.
Nach etwa zwei Kilometern ohne Pause machten wir die erste Rast, die Kinder waren erschöpft und hungrig, ich gab ihnen den Dosenkuchen den sie so schnell gegessen hatten wie ich es noch nie vorher sah.
Die Mutter hatte ebenso Hunger, ich gab ihr ein Tafel Schokolade, die andere teilte ich und gab sie den Kindern.
Als wir an der Kreuzung ankamen sagte die Frau das es hier doch passiert ist, mit den Männern, oder. Ich sagte ihr das ich sie begraben habe.
Wo gehen wir hin fragte sie mich.
Ich bringe euch zu einem Bauernhof dann sehen wir weiter.

Während wir so durch die dunkle Nacht gingen überlegte ich mir mein weiteres Vorgehen.

Am Bauernhof angekommen zeigte ich ihnen kurz alle Räume, als wir im Keller waren und ich die Türe zu Helmuts Lebensmittel öffnete fing die Mutter an zu schreien.

Sie liefen hinein und nahmen sich jeder etwas heraus, die Mutter fragte mich ob es in Ordnung ist.
Ich nickte und sagte natürlich ist es ok, es gehört euch.

Ich ging nach oben und packte meine Sachen, die Frau kam mir entgegen.
Du gehst, du verlässt uns.
Komm mit sagte ich ihr, ich muss dir noch etwas wichtiges zeigen.
Ich führte sie zum Brunnen was mir eine weitere Umarmung einbrachte, dann leuchtete ich auf den Acker und sah winzig kleine Blüten.
Das sind Kartoffeln, die brauchen aber noch sagte ich zu ihr.
Sie antwortete nur, ich weiß, ich war Zeit meines Lebens auf einen Bauernhof.

Die Kinder kamen dazu und umarmten ihre Mutter die nun die Pumpe am Brunnen betätigte und ihren Kindern etwas zu trinken gab.

Ich nutzte die Gelegenheit, stieg auf mein Fahrrad und fuhr ohne ein weiteres Wort weg.
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Beitragvon Drakulinchen2 » 06.11.2017, 02:19

>Bitte um Aufklärung! :roll:
LG
Pleitegeier

Also ich finde den Schreibstil genial - kommt bei mir einfach witzig rüber.
Drakulinchen2
 

Beitragvon Mankei » 13.11.2017, 02:05

Ruhe

03.März 16:01 Uhr
Die letzten Tage verbrachte ich zu Hause, ich erholte mich und genoss einfach dass Nichtstun.
Habe ich die ersten zwei Tage noch etwas ängstlich die Umgebung meines Hauses beobachtet so hat sich dies jetzt wieder gelegt.
Die Gruppe würde Wochen, wenn nicht Monate brauchen um bis hier her zu kommen und selbst dann ist die Stadt einfach viel zu groß um jedes Haus zu durchsuchen.
Da ist es für die Frau und die Kinder schon gefährlicher, ich Frage mich ob sie noch immer auf dem Bauernhof sind aber es ist mir eigentlich auch egal, naja liebes Tagebuch, vielleicht nicht ganz egal aber gut. Wahrscheinlich sind sie auch schon weiter gezogen, die Frau machte einen vernünftigen Eindruck und wer weiß was mit ihr und den Kindern passiert sollten sie noch einmal Bekanntschaft mit dieser unfreundlichen Gruppe machen.
Ich zumindest genieße gerade die Ruhe und das schöne Wetter bei einem guten Glas Wein und der einen oder anderen Zigarette.

Sichere Bank

05. März 18:53 Uhr
Bin raus zum Bauernhof gefahren, oder fast bis dorthin, denn als ich noch etwa 500 Meter entfernt war sah ich die beiden Kinder wie sie vor dem Hof spielten.

Sie waren also noch immer da was mich schon etwas überraschte aber bis zu der Gruppe die sie Gefangen hielten waren es etwa 4 Kilometer gewesen und ob die anderen sie überhaupt suchten sei mal dahingestellt.

Ich hockte im Gras geschützt durch einen Baum und sah den Kindern beim spielen zu, ich fühlte mich wie ein Stalker der nach seiner Beute Ausschau hielt, dabei wollte ich nur wissen ob meine Kartoffeln schon reif waren.

Nach einer Stunde fuhr ich zurück, ich wollte noch in einen anderen Teil der Stadt, ich wusste das dort Menschen unterwegs sind, doch ist wusste nicht ob sie dort lebten.
Wie immer waren die Straßen leer und irgendwann blieb ich einfach mitten in der Straße stehen weil ich etwas gesehen hatte was meine ganze Aufmerksamkeit erlangte.

Ich sah mir das Gebäude von allen Seiten an und ich wusste das mich für diese Idee jeder für verrückt halten würde aber es war einen Versuch wert.
Ich ging hinein und war nicht überrascht das alles verwüstet war. Nach dem ich mich über einige kaputte Regale und Schreibtische gekämpft hatte stand ich vor meinem Ziel.
Der Tresor der Bank.
Die Türe stand etwas offen, ich stemmte sie soweit auf das ich hinein gehen konnte und war beeindruckt von der Größe. Es lagen auch hier einige Akten, Ordner und Regale am Boden doch mit wenig Aufwand würde ich den Raum sauber bekommen.
Einzig das wichtigste Teil fehlte mir noch, der Schlüssel.
Ich suchte im Tresor und in allen anderen Räumen jedoch ohne Erfolg.
Ich fragte mich, wer lässt einen Tresor offen stehen und nimmt den Schlüssel mit während die Menschheit gerade vor die Hunde geht.
Er muss hier doch irgendwo sein sagte ich mir immer wieder und nach einer weiteren Stunde wurde ich tatsächlich fündig, er lag in der Nähe des Ausgangs unter einem Berg Papier.
Man sah sofort das es der richtige Schlüssel war und als ich ihn probierte und er wirklich funktionierte nahm mein Plan Konturen an.
Ich hatte vor das Haus von Frank und Helene zu verlassen, es war toll was sie sich alles aufgebaut hatten doch ich konnte dort alleine unmöglich einen Angriff stand halten und außerdem wusste ich von meinem letzten Aufenthalt bei Helmut das ich dort über kurz oder lang den Verstand verlieren würde.
Obwohl sie an vieles gedacht hatten wurde ihnen ihr Haus letztlich zur Falle, diesen Fehler wollte ich nicht auch begehen.
Deshalb suchte ich liebes Tagebuch ohne dir vorher etwas zu sagen einen Ort an dem ich meine ganzen Vorräte sicher und gefahrlos lagern kann und dabei keine Angst haben muss das sie mir jemand stehlen kann denn auch wenn es sich mehr als komische anhört, Lebensmittel und Wasser ist das neue Gold und da ist ein Tresor doch der richtige Platz um es dort aufzubewahren.

11. März 19:27 Uhr
Die letzten Tage verbrachte ich damit alle meine Vorräte in die Bank zu schaffen und gleichzeitig meinen neuen alten Wohnsitz herzurichten.
Ich bezog wieder mein nobles Quartier im obersten Stockwerk des Hochhauses, dort fühlte ich mich sicher, alles ist von hier oben gut überschaubar und meine drei Lager liegen in unmittelbarer Umgebung.

Am Nachmittag demontierte ich die ersten 3 Solarzellen. Zum Glück habe ich den Anhänger für dass Fahrrad, ohne ihn würde ich es unmöglich schaffen.
Ich werde die Tage meine Buchhandlung erneut besuchen um dort nach einem Buch über Solarenergie zu suchen.

12. März 19:16 Uhr
Heute war ein komischer Tag, ich hatte zu nichts Lust und dachte nur über alles mögliche nach.
Ich stellte mein gesamtes Tun in Frage, keine Ahnung wieso.
Der Mensch ist echt nicht dafür gemacht worden um alleine zu sein, immer mehr wird mir dies klar.
Aber da ist auch noch etwas anderes, ich lasse mir verrückte Sachen einfallen, deponiere Lebensmittel im Buchladen oder noch schlimmer in einem Tresor einer Bank und rechtfertige es dadurch am Leben bleiben zu wollen.
Ich merke aber das dies nicht der echte Grund ist, sondern nur das ich jetzt etwas besitze was nur noch die allerwenigsten Menschen auf dieser Welt haben, Vorräte für Jahre.
Das ich aber nicht ganz legal an diese Vorräte kam versuche ich mir damit schön zu reden das ich mein Leben retten wollte und mir dazu jedes Mittel recht war.
Dieses Vorgehen damit zu erklären das man der stärkere oder klügere ist traf vielleicht bei meinen Vorfahren zu, in der jetzigen Zeit ist er aber falsch, so denke ich zumindest, ich hatte die Gelegenheit und ein Gewehr, dadurch lebe ich und Frank und Helene nicht mehr.

Die Nachricht

13 März 21:03 Uhr
Heute radelte ich zum Bauernhof, ich wollte die Frau und ihre Kindern fragen ob sie bei mir Leben wollen doch nun hocke ich alleine am Tisch in der Küche, starre an die Decke und überlege mir wie ich mich verhalten soll.

Die Vorräte im Keller waren noch da, sicher fehlten dort einige aber ich war mir sicher das sie diese in den letzten Tagen verspeisten.
Mussten sie überstürzt fliehen hämmerte es in meinem Kopf pausenlos hin und her.

Zurück aus Keller wollte ich noch ins Wohnzimmer gehen als ich einen Zettel an der Türe hängen sah der an mich adressiert war.

„Wenn du nicht willst das die drei sterben, solltest du ganz schnell zu uns kommen und zwar unbewaffnet!“

Mir wurde schlecht, ich konnte nicht glauben was dort stand.
Ohne weiter darüber nachzudenken stieg ich auf mein Fahrrad und wollte die drei befreien.
Nach gut einem Kilometer hielt ich an, schüttelte mehrmals den Kopf und schrie mehrmals, bist du jetzt denn völlig verrückt geworden.

Es dauerte seine Zeit bis ich wieder einen klaren Gedanken fassen konnte.
Ich bin nicht verantwortlich für die drei sagte ich mir, ich habe ihnen einmal das Leben gerettet und nur weil die Mutter so unvernünftig war und nicht weiter zog soll ich mich jetzt umbringen lassen.
Ich fuhr zurück zum Bauernhof ging in den Keller um einige Vorräte zu holen, verpackte sie in zwei alte Koffer die im Schlafzimmer standen, genehmigte mir einen letzten Schluck Wasser aus dem Brunnen und legte dann den Bauernhof in Brand.
Die Flammen verbreiteten sich rasend schnell, nach wenigen Minuten brannte der ganze Hof und man konnte den Rauch bestimmt mehrere Kilometer sehen was auch meine Absicht war.

Ich nahm den Zettel schrieb „macht doch mit ihnen was ihr wollt“ drauf und nagelte ihn gut sichtbar an einen Baum.

Die Flammen hatten mittlerweile den Weg zum ersten Stall gefunden, ich schnappte mir ein paar brennende Hölzer und warf sie zu den anderen Ställen.
Jetzt brannte jedes Gebäude lichterloh, ich drehte mich um und radelte nach Hause.

14. März 20:19 Uhr
Ich habe heute Mittag aus Neugier das erste mal eines dieser MRE – Packungen probiert, war überrascht wie gut sie schmecken, man kann sogar das Essen mit einem Heater warm machen, einfach etwas Wasser hinzu geben und schon fängt es an zu kochen. Habe keine Ahnung wie lange so etwas haltbar ist aber ich werde mir auf meine zukünftige Erkundungstouren immer welche mitnehmen.

Meine Wohnung habe ich weiter ausgebaut, ich habe jetzt alle Solarmodule, Steuergeräte und was man sonst noch so braucht geholt und angeschlossen, allerdings habe ich noch keine Batterien hier, davor drücke ich mich gerade etwas wenn ich ehrlich bin, wiegen die Solarmodule schon schwer wenn ich sie hier hoch tragen muss dann schaudert es mich wenn ich das mit 12 Batterien machen muss.

Ich werde mir Töpfe und Erde hier hoch holen damit ich Kartoffeln und das andere Saat anbauen kann. Hier oben sieht es niemand wenn ich etwas anbaue und das ist auch gut so.

Kaserne

15. März 12:56 Uhr
Ich habe heute Vormittag jedes einzelne Appartement hier im Haus durchsucht aber wie zu erwarten war niemanden vorgefunden. In Appartement 5 lebte ein Major des Heeres, in seinem Wohnzimmer hatte er einige Bilder aus vergangenen Tagen stehen, interessant deswegen weil ich dadurch auf eine Idee kam.
Nicht weit von hier entfernt ist eine Kaserne die eigentlich geschlossen werden sollte, dann aber wegen den ganzen Unruhen und Problemen wie vieles anderes einfach vergessen wurde.

Ich rechnete mir keine großen Chancen aus dort Waffen zu finden die ich dringend für meine Verteidigung gebrauchen konnte doch ich wollte es zumindest nicht unversucht lassen.

19:29 Uhr
Bin wieder zurück aus der Kaserne.
Es war erschreckend was ich dort fand, fragte ich mich bisher immer wo die ganzen toten Menschen geblieben sind so habe ich jetzt eine Antwort darauf bekommen.
In einer riesigen Halle lagen tausende schwarze Leichensäcke, da ich anfangs den Inhalt nicht kannte machte ich erst einen und dann zur Sicherheit mehrere auf. In jedem Sack waren Skelette, es war unvorstellbar wie viele und ich fragte mich wer das hier alles gemacht hat und vor allem wo diese Menschen jetzt sind.
Meine suche nach Waffen hatte natürlich keinen Erfolg gehabt.
Somit bleibt ein großes Problem bestehen, ich werde Waffen brauchen um mich und meine Vorräte zu verteidigen, mit den zwei alten Karabinern und der wenigen Munition habe ich nur sehr wenig Spielraum.

Ein weiteres Problem das ich aber zumindest im Moment noch nicht bereit bin zu ändern ist eine Gemeinschaft zu gründen. Da draußen wird es ja hoffentlich nicht nur plündernde Gruppen geben die alles mordend umherziehen, vielleicht besteht bei dem einen oder anderen den ich treffe die Möglichkeit des friedlichen Zusammenlebens.

Die Frau und ihre beiden Kinder wären ein Schritt in diese Richtung gewesen aber ich denke sie sind nicht mehr am Leben.

Flugzeug

16. März 23:02 Uhr
Wie aus dem nichts flog heute ein Flugzeug über mein Haus.
Ich war gerade mit dem schleppen von Wasserflaschen beschäftigt und wollte eine Pause machen als auf einmal ein einmotoriges Flugzeug näher kam.
Ich hoffe es hat mich nicht gesehen weil ich einen Moment zögerte um in Deckung zu gehen.

Ich werde ein paar Tage das Haus nicht verlassen, nur um sicher zu gehen.
Lebensmittel habe ich hier für gut einen Monat nur das Wasser könnte knapp werden, ich werde mir einen Flaschenzug bauen und das Wasser wie auch die Batterien damit hochziehen aber erst will ich sicher gehen das mich niemand besucht.

17. März 17:21 Uhr
Auch heute hatte ich wieder Besuch, keine Ahnung was die hier suchen.
Allerdings haben sie mich anscheinend nicht gesehen, denn sie kreisen ziemlich wahllos über die Häuser. Ich hoffe sie sehen nicht wie schön es hier oben bei mir ist, ich habe zwar etwas Müll ausgelegt, die beiden Liegestühle ineinander verkeilt und den Teppich aus dem Wohnzimmer, der wirklich hässlich ist, ausgelegt um dadurch einen verwahrlosten Eindruck zu generieren aber ob das wirklich ausreicht weiß ich natürlich nicht.
Das ist mit Abstand das höchste Gebäude hier im Umkreis von etwa 500 Metern, weiter entfernt stehen zwar eine ganze Menge weit größerer Häuser doch ich merke das mein Haus ein perfekter Ort ist um hier alles zu überblicken.

20. März 19:03 Uhr
Die letzten Tage waren ruhig, zwar sah ich jeden Tag das Flugzeug doch in meine unmittelbare Nähe kam es nicht mehr. Es macht den Anschein sie suchen die Stadt systematisch ab, aus welchem Grund auch immer.

Ich werde langsam ungeduldig, natürlich muss ich mir noch keine Gedanken über meine Vorräte machen aber diese Aktion mit dem Flugzeug geht mir schon sehr an die Nerven und ich überlege ernsthaft ob ich nicht versuchen sollte es abzuschießen.

21. März 12:16 Uhr
Habe mir einen Unterstand gebaut und liege gut getarnt darunter. Mein Plan ist das Flugzeug vom Himmel zu holen.
Da ich nicht weiß wo man ein Flugzeug treffen muss konzentriere ich mich auf den Piloten, nur so habe ich eine Chance.
Ich warte jetzt bereits über eine Stunde, sonst kreiste das Flugzeug pünktlich gegen 11:00 Uhr in meiner Nähe.

18:35 Uhr
Kein Flugzeug war heute sichtbar, vielleicht haben sie es aufgegeben und sind in die nächste Stadt weiter gezogen, ich hätte jedenfalls nichts dagegen.


Bodenoffensive

22. März 11:49 Uhr
Ich beobachte gerade etwa 20 Männer die alles kontrollierend durch die Straßen ziehen.
Mein ganzer Körper zittert vor Aufregung und irgendwie habe ich mich schon damit abgefunden das dies mein letzter Eintrag sein wird.

Ich Lebe

Irgendwann, Abends
Mein liebes Tagebuch, wie glücklich ich doch bin dir weiter schreiben zu können, entschuldige bitte auch meine komische Handschrift, aber ich habe um es vorsichtig auszudrücken ein kleines Problem mit meiner Hand.
Wie viele Tage vergangen sind weiß ich nicht so genau und meine Uhr hat einen neuen Besitzer, aber ich hoffe sie eines Tages wieder zu bekommen.

So ging es seit meinem letzten Eintrag weiter.

Es dauerte nicht lange und 3 Männer kamen zu meinem Haus, dann verlor ich den Blickkontakt da ich mich unter meinem selbst gebauten Unterstand versteckte.
Aber nur ein paar Minuten später hörte ich wie sie miteinander redeten, „alles klar hier kein Kontakt“, dann war es eine Zeit ruhig ehe sie die Worte wiederholten. Immer lauter und damit auch näher kamen die Geräusche und ich fügte mich meinem Schicksal, ein Kampf hätte nichts gebracht, vielleicht hätte ich mit viel Glück die drei Männer überwältigt aber gegen die anderen gut zwei Dutzend Männer hätte ich natürlich den kürzeren gezogen.

Als sie die Türe aufschlugen schrie ich ihnen sofort entgegen das ich mich ergebe und unbewaffnet bin.
Ein Mann kam mit vorgehaltener Pistole auf mich zu, schrie mich an ich soll mich auf den Boden legen. Gerade als ich am Boden ankam stürzte sich einer der anderen auf mich und schlug mir in die Nieren. Ich schrie mehrmals lautstark was aber niemanden von ihnen interessierte.
Ich wurde gefesselt und danach unsanft in mein Wohnzimmer gebracht.

Die Männer unterhielten sich ohne weiter von mir Notiz zu nehmen.
Dann kam eine Meldung über Funk an.
Eine Stimme fragte, Kontakt?
Einer der Männer antworte, Ja Sir.
Ja Sir, was soll denn das fragte ich mich, sind das Amerikaner.
Wie viele fragte die Stimme aus dem Funkgerät.
Nur ein Mann wie es aussieht kam als Antwort.
Lebensmittel?
Wir haben noch nicht geschaut Sir, wir wollten auf sie warten.
Gut gemacht, bin gleich da.

Nach wenigen Minuten kam ein großer Mann zur Tür herein, die Männer salutierten vor ihm aber man konnte sehen das es kein richtig ausgeübter Militärgruß war den sie ihm entgegen brachten.

Setzt in an den Tisch befahl er seinen Männer, die mich daraufhin sofort hochrissen und zum Tisch brachten.

Wir hockten uns gegenüber.
Der Mann musterte mich genau so wie ich ihn.

Fangt an zu suchen befahl er nun seinen Männer.
Wenn ihr mir sagt was ihr sucht dann helfe ich euch gerne sagte ich mit freundlicher Stimme.
Halts Maul schrie mir der Mann entgegen.
Sir, schauen sie mal, davon gibt es eine ganze Menge da hinten.
Ein Mann hatte zwei Dosen Linseneintopf in der Hand.

Der Mann schaute mich erneut prüfend an, hast es dir gut gehen lassen fragte er mich.
Mit jedem Tag gibt es weniger zu Essen und Trinken, ich habe die Verantwortung für…, egal, für viele Männer und Frauen.
Weißt du, es gibt Benzin, Fahrzeuge, Waffen, alles was das Herz begehrt im Überfluss, doch was es nicht gibt sind Lebensmittel und sauberes Wasser.
Irgendwann gab es kein Wasser mehr, Kläranlagen hörten auf zu arbeiten dann kamen die Keime, man konnte aber das Wasser immerhin noch abkochen, als dann aber auch noch der Strom überall ausging kam kein Wasser mehr durch die Leitungen.

Wasser schrie einer der Männer.
Der den sie „Sir“ nannten sprang auf, wie viel fragte er aufgeregt.
50 Liter, etwa 50 Liter Sir.
Ein Anfang sagte er zufrieden.

Wo ist der Rest fragte er mich und ich schüttelte den Kopf, es gibt nicht mehr, ich habe vor drei Monaten zu rationieren angefangen, es wird immer weniger.
Ich warte auf Regen, aber es regnet so gut wie gar nicht mehr.
Der Mann nickte, auf Regen warten wir alle.

Sir, zwei Karabiner und Munition, mehr ist nicht mehr hier.
Er nickte zufrieden.

Zwei Männer schafften Wasser und Nahrung vor die Türe während der dritte alles aufschrieb.
Bringt es runter, TC bleibt hier.

Der Mann stand auf und ging zu mir.
Du hast jetzt genau zwei Möglichkeiten, die eine ist kurz und schmerzlos, die andere dauert lange und ist sehr schmerzvoll, für was entscheidest du dich.

Ich wollte etwas Zeit gewinnen aber ich wusste das egal was ich ihm sage oder nicht sage, ich diese ganze Aktion hier nicht überleben werde.

Was wollt ihr denn überhaupt wissen fragte ich unbekümmert.

Wo hast du dein restliches Essen versteckt, ich weiß das da noch mehr ist, viel mehr.
Das wissen sie woher fragte ich frech.
Gerade als ich den Satz ausgesprochen hatte schlug mir der Mann mit voller Wucht ins Gesicht.
Ich knallte auf den Boden.
Der den er TC nannte hob mich hoch.
Also ich warte.
Hören sie fing ich an, sie haben doch alles durchsucht, ich habe nichts mehr, glauben sie mir doch.
Der Mann kam wieder näher, er langte sich seitlich an die Hose und zog ein großes Messer heraus.

Letzte Warnung schrie er mich an.
Ich habe nichts mehr, bitte glauben sie mir doch.
Er deutete TC etwas der daraufhin meine Fesseln löste und eine Hand von mir nahm und sie auf den Tisch drückte.
Der Mann mit dem Messer fing an zu lachen, Pech sagte er und rammte mir das Messer mit voller Kraft durch die Hand.
Ich schrie so laut wie noch nie zuvor in meinem Leben, die Schmerzen waren unvorstellbar.
Wo sind deine anderen Vorräte?
Immer noch schreiend vor Schmerz schrie ich nun auch weinend das ich keine Vorräte mehr habe, ihr habt doch schon alles.

TC drehte den Stuhl zu sich hin was meinen Schmerz nochmals erhöhte da das Messer noch immer in meiner Hand und in dem Tisch steckte.

Du kannst es die aussuchen wo ich das nächste Mal zu stechen soll sagte TC der das Messer nun langsam heraus zog.
Ich weinte noch immer, bitte, bitte hört doch auf, ich habe euch alles gesagt.
Der Mann ging etwa zwei Schritte vor mir in Stellung, letzte Chance.

Weinend flehte ich ihn an, glauben sie mir doch bitte.
Er gab TC ein Zeichen worauf er ihm das Messer zuwarf.
Ich merkte wie er mir das Messer in den Bauch stach, sich der Schmerz ausbreitete und ich dann Ohnmächtig wurde.

Ich wachte auf und hatte überall Schmerzen aber ich lebte, was mich doch sehr wunderte.
Jetzt bemerkte ich das etwa zwei Meter neben mir jemand stand, ich konnte nicht erkennen um wen es sich handelt aber ich bildete mir ein eine Frauenstimme zu hören, dann fiel ich ins Koma.
Irgendwann wachte ich dann wieder auf, eine Frau strich mir behutsam über den Kopf.
Wo bin ich fragte ich mit schwacher Stimme.
In Sicherheit sagte mir die Frauenstimme.
Ich drehte den Kopf zu Seite, ich wollte Sicherheit, so wie wahrscheinlich jeder andere auch, doch so etwas wie Sicherheit gibt es heute nicht mehr.
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